Die Hymne unserer Zeit

Ohne viele Worte möchte ich heute ein Lied präsentieren, das ich schon länger kenne. „Raus aus dem Reichstag“ ist in meinen Augen die Hymne unserer Zeit, auch wenn der gute Xavier Naidoo das anders sehen mag. Eine klare Sprache sollte die Waffe all jener sein, die sich in seinen Zeilen wiederfinden.

Reise

Das Reisefieber hat uns gepackt. Yuki flitzt auf Elfenart durchs Zimmer. Warme Socken, Sport-BH und Slipeinlagen, wohl der Elfe die nie etwas vergisst. Prompt streckt mir meine Süße die Zunge entgegen. Ahnt sie meine frechen Zeilen?

Ein Tor, wer immer stille steht,
drum lebewohl, und reisen wir!
Ich lobe mir, ich lobe mir, die Liebe,
die auf Reisen geht!
Drum säume nicht und träume nicht,
wer meinen Wink versteht.
(August Graf von Platen)

Ich habe einen sechsten Sinn, ein Gespür für Dinge und Personen. Manchmal kann ich ein Stück weit in die Zukunft sehen. Und diese nahe Zukunft ist schneebedeckt.

Hier, wo von Schnee der Berge Gipfel glänzen,
Gedenk ich still vergangner Mißgeschicke,
Zurück nach Deutschland wend ich kaum die Blicke,
Ja, kaum noch vorwärts nach des Nordens Grenzen.
(Frei nach August Graf von Platen)

Yukis Gespür für meinen Humor ist meisterlich. Aber auch das gehört zu unserem vertrauten Spiel. Schweden ruft, die Turbo-Elfen folgen. Das Land der tausend Seen wartet winterlich.

Es scheint, dass das Reisen für mich eigentlich die zuträglichste Lebensart ist.
(August Graf von Platen)

Die dichterischen Worte treffen und meine Seele jubiliert. Zeig mir, oh Welt, diesen, meinen Weg.

Reise Reise Seemann Reise
Jeder tut’s auf seine Weise
(Rammstein)

Wie im vergangenen Jahr, werden wir in Schweden Urlaub mit Arbeit verbinden, um zu driften auf zugefrorenen Seen. Dieser Blog hat daher Pause. Im März gibt es (vielleicht) ein Wiedersehen.

So laß uns noch einmal vereint
Die vollen Gläser schwingen;
Der Abschied werde nicht geweint,
Den Abschied sollt ihr singen
(August Graf von Platen)

Doch soll nicht Trauer nun das Herz erfüllen. Auch wenn sich alles ändert, so bleibt der Elfen heller Schein.

10 Sätze in 5 Minuten – (M)Eine etwas andere Geschichte

Wenn ich Aufrufe zu Schreibprojekten lese, ziehe ich meist meiner Wege. Aber in Gedanken schreibe ich immer mit. Meist bilden sich die Sätze von selbst. Diesmal habe ich sie aufgeschrieben. Witzig: die Einleitung zu schreiben, den Beitrag hochzuladen, hat länger gedauert, als der Text selbst. Solche Späße haben wir vor einigen Jahren ständig in einem Forum gemacht. Auch ultralange Sätze geschrieben, die nie zu Ende gingen. 10 Worte, 10 Sätze in 5 Minuten. Ich kann noch kürzer. Soll ich?

Freitag, der 13. steht im Kalender. Die Rückfahrkarte zu dir liegt auf dem Tisch. Ich esse Quark mit Schnittlauch. Aus biologischem Anbau versteht sich, verseuchte Chromosomen mag ich nicht. Ich kleckere Quark auf den Teller und muss spontan an das Schneckengift auf der Radkappe des Audi denken. Einmal Waschstraße und weg ist die Gefahr. Du rufst an, Zeit der Zärtlichkeit für 2 Minuten. Draußen regnet es, was für ein Elend! Bei dir zu sein ist mein Gewinn.

Und hier geht’s zu dem Schreibprojekt: westendstories

 

Wenn Frauen wie Männer denken

„Du denkst wie ein Mann!“, hat eine Freundin gesagt und dafür mein berühmtes Lächeln gesehen. Aber denke ich wirklich anders, als andere Frauen? Das muss ich genauer wissen und habe sofort meine persönliche Expertin befragt. Hier nun das Interview: Elfe antwortet Biest.

„Findest du, dass ich wie ein Mann denke?“, will ich von Yuki wissen.
Prompt ernte ich einen Finger am Kopf.
„Bist du doof? Woher soll ich wissen, wie Männer denken?“, erwidert sie frech.
Ich kitzle ihre Füße und sie lacht.
„Jetzt mal ernsthaft“, bitte ich. „Du kennst mich doch nun lange genug.“
Elfchen nickt und überlegt.
„Ja“, sagt sie dann. „Du denkst anders.“

„Magst du das näher erklären?“, frage ich. „Sonst muss ich das wieder tun.“
„Siehste!“, ruft Yuki. „Genau das meine ich. Du hast immer das letzte Wort.“
„Stimmt doch gar nicht!“, empöre ich mich. „Das überlasse ich stets dir.“
Wir albern herum, dann wird meine Süße ernst.
„Ich mag diese Mischung aus hochexplosiven Emotionen und eiskaltem Kalkül“, sagt sie. „Ich habe noch keine Frau getroffen, die Dinge so berechnen kann.“
Und das hat nichts mit BWL zu tun.

Ein kleiner Teil von mir bremst das ungestüme Ich. Dieser Teil nennt sich Erziehung, dieser Teil ist die japanische Seele. Sie lässt mich Dinge ruhiger angehen. Aber nie schüchtern, wie es sich scheinbar für die klassische Japanerin gehört. Mein Weg führt immer gerade nach vorn. Umwege machen nur die anderen.

Es ist Fakt, ich bin Ziel- und Erfolgsorientiert. Und ja, ich denke oft ähnlich wie Mann. Lange Erklärungen werden vermieden, ich bringe die Dinge auf den Punkt. Ich brauche keine DIN A4 Seite um etwas zu erläutern, das kann ich auch in wenigen Sätzen tun. Und damit schlage ich sogar Männer, die gern aus dem Vollen schöpfen. Mag wer ein Rededuell?

„Findest du mich auch wortkarg?“, will ich weiter wissen. „Oder rede ich etwa zuviel?“
„Du und wortkarg?“, prustet Elfchen. „Du redest doch viel mehr als ich!“
„Also das stimmt nun überhaupt so ganz und gar nicht“, erwidere ich.“
„Nee, ist klar, Frau Dr.“, bekomme ich zu hören. „Hast du dir schon mal zugehört?“
Die Anspielung bezieht sich auf meine Projekte, wenn ich Männer überzeugen muss. Dort wird durchaus wortreich vorgetragen. Aber stets sachlich und rational.

Ja, ich denke anders. Ja, ich denke auch quer. Aber dabei bleibe ich immer Frau. Und genau so ist es gut.

Danke ist (k)ein großes Wort

Als Kinder lernen wir das Leben kennen. Die Eltern sind unsere Helden, die Vorbilder, Lebensbegleiter. Sie unterrichten uns mit Geduld, Liebe und Verstand. Als Kind lernen wir uns zu benehmen und auch die Worte „bitte“ und „danke“ zu sagen. Und Höflichkeit ist gut.

Erwachsene haben aber häufig ein Problem damit diese Worte sinnvoll zu nutzen. Vielleicht wollen sie nicht betteln, oder sehen Dank als selbstverständlich an. Kinder sind auf ihre Eltern, auf Erwachsene angewiesen. Und bedanken sich meist lieb. Erwachsene können viele Dinge selbst erledigen und ihr Ego wächst. Bei so manchem Menschen wird es so groß, dass er das einfache bedanken vergisst.

Wenn ich Blogs lese fallen mir häufig Kommentare auf, die vom Blogersteller gemacht worden sind. Selbst ein Lob wird oft abgetan und dem Kommentierenden die eigene Meinung aufgepresst. Bewusst oder unbewusst, das mag ich nicht bewerten. Daneben ist es schon.

Klar, wenn ich als ThemenerstellerIn etwas besser weiß, so werde ich das kommunizieren. Aber ich für mein Teil bedanke mich auch gern, wenn ich nette Worte lese. In meinem Bekanntenkreis gelte ich oft als oberlehrerhaft, wenn ich Dinge umfassend erkläre. Das ist nur eine liebenswerte Stichelei unter Freundinnen. Wirklich bevormunden mag ich nicht.

Blogger fühlen sich oft von Worten angegriffen, wenn sie die Intention nicht verstehen. Und Worte sind nie einfach, das habe ich schon vor vielen Jahren erkannt. Aber im Gegensatz zu anderen nehme ich ein Lob gern an. Warum sollte ich alles als Angriff werten, oder den Sinn von Worten korrigieren.

Vermutlich haben viele Menschen heute verlent, wie einfach das Wort „Danke“ auszusprechen ist. Vielleicht sind sie einfach zu abgehoben und strotzen vor Arroganz. Selbstgefällig wird auf „die anderen“ geschaut, die den Blog sowieso kaum verstehen. Und eigentlich sind sie auch zu gut für diese Welt und warten auf die Entdeckung als …

Diese Spezies tummelt sich oft in (Literatur)Foren und gibt altkluge Kommentare ab. Kaum dem Anfängerkus „Kreatives Schreiben für Selbstgefällige“ entwachsen, mutieren sie zu LektorInnen. Sofort wird nun alles mit Kritikerauge gelesen und entsprechend diffamiert. Aber Schweigen wäre manchmal die bessere Wahl.

Bei Bloggern mag auch eine gewisse Gedankenlosigkeit eine Rolle spielen. Die Anonymität des Netzes macht es möglich. Sie vergessen, dass sie mit einem einfachen „Danke“, einen anderen Menschen glücklich machen. Danke fürs lesen.

Wenn ein Jahr zu Ende geht

Wenn ein Jahr zu Ende geht wird gern ein Resümee gezogen. Salbungsvoll und inhaltsschwer wird sich von Experten im TV erinnert und die Highlights vorgestellt. Wie war das Jahr, was hat es der Welt gebracht. Solche Rückblicke sind mir suspekt. Mein Blick ist stets nach vorn gerichtet. Ausruhen und sich auf die Schulter klopfen? Nicht mit mir!

Und doch ist es Zeit mein Resümee zu halten. Zumindest über diesen Blog. In den letzten Monaten durfte ich interessante Menschen lesen und oft über Kommentare schmunzeln. Die Frage nach meinen Lieblingsblogs wird keine leichte Antwort finden. Alle sind gut, auf ihre eigene Weise. Zwei Seiten mag ich besonders gern, was am dichterischen Inhalt liegt.

Esthers Worte begleiten mich oft durch den Tag. Sie ist Poetin und Kriegerin wie ich. Eine Schwester unter der Fahne des Regenbogens. Momo, die Wechselhafte, die nun Zeffriretta heißt, verzaubert mich ebenfalls sehr oft. Schon oft hat sie mich zu eigenen Haiku animiert. Und das ist gut.

Ausgerechnet zwei (amerikanische) Männer stehen auf meiner Liste ganz oben, denen ich an dieser Stelle herzlichen Dank fürs Lesen sagen will. Fairerweise in Englisch, das macht mehr Sinn. Dear Jeff Schwaner and Wendell Brown. I’d like to thank both of you for (still) reading my Blog. Still, since at least a few of my lines could be easy misunderstood. But it seems google translating is a much better friend as i would have thought. Much appreciated guys. As well for your own poems. They are outstanding.

Ein wahres Highlight im Dschungel neuer Blogs ist der von „Schwester Knie“, auch Molly Logan genannt. Die dreifache Mutter und Vollzeit-Powerfrau, hat Grips und Humor. Nur am Ego müssen wir noch arbeiten. Aber das schaffe ich schon. Selbst mit einer Schriftstellerin kreuze ich oftmals die Feder. Frau Dr. Igel scheucht mich (fast) täglich. Oder ich sie. Die Frau kann was, also lest sie gefälligst auch! Aber zackig jetzt! Oder wollt ihr Ärger mit mir?

Schwester lesbomatin ist vielleicht vielen meiner LeserInnen ein Begriff. Ich kann ihre Seite nur empfehlen. Sie greift seit Jahren Themen auf, die (nicht nur) für Frauen wichtig sind. Und das ist gut. Mach weiter so! Theomix, ein echter Theologe, sorgt für geistlichen Beistand auch im Netz. Nun brauche ich den weniger. Aber ich mag die Worte. Auch seine Zweifel. Und dass er seinem Glauben immer treu geblieben ist. Das macht dich zum Krieger, zum spirituellen Samurai.

Die China-Reisende, auch Ulrike genannt, unterhält mich seit Monaten mit Reiseberichten. Immer authentisch. Danke dafür. Auch, dass ich ihr „mein Japan“ näherbringen konnte. Besucht hat sie es ja schon. Was mich zu Käthchen Knobloch bringt. Denn ohne „O“ fehlt mir was. Vor allen gewisse Verse. Du weißt schon. Mehr davon!

Schnipselchen, Perlenmama und Buchstabenmeer sind Frauen, die völlig unterschiedlich sind. Das gilt auch für die Gedanken von Emma, oder Melanie Coupar. Jede von euch ist ein besonderer Mensch und ich lese euch sehr gern. Oder kritisiere sanft. Gell Schnipselchen?

Die Frau Lila hat eine Seite, mit der ich wenig anfangen kann. Aber es macht oft Laune sie zu lesen. Kurze Pause. Trommelwirbel. Und verwirrte LeserInnen, die sich fragen: wie hat die olle Japanerin das nun wieder gemeint? Frau Lila versteht. Da bin ich mir sehr sicher. Und wenn nicht fragste nach.

Sir (Papa) Alecs Schreibe ist immer interessant. Auch seine Lebensweisheiten und Kommentare. Die lese ich immer wieder gern. Auch, die vom Stern des Waldes, der schon mehrfach auf die Humoreinlagen von Frau Dr. Landar hereingefallen ist. Ich sage doch ich bin ein Biest. Aber immer liebenswert. Und schön. Frech. Was hast du denn nun gedacht?

Rufe ich einen Artikel der „Kochpoetin“ auf, muss ich oft bei der Überschrift schmunzeln. Mit Witz und Humor sellt Eva neue Rezepte vor, die sie und ihr Mann ausprobiert haben. Auch, wenn ich kein Fan deutscher Küche bin, lese ich die Artikel immer gern. Und manchmal kocht sie auch japanisch. Ich kann das natürlich viel besser. Aber das glaubt selbst meine Frau mir nicht.

500 Wörter pro Woche reichen oft kaum aus, um mein Lesevergnügen zu beschreiben. Daher werden es oft mehr. Meist über Themen mit denen ich gut kann. All diese Blogs stelle ich nur stellvertretend für all jene vor, die ich gern und regelmäßig lese, aber unmöglich alle auflisten kann. Auch den einer gewissen Droschkenkutscherin aus dem schönen Bonn. Ey hömma, alles Diesel, oder was?

Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle allen meinen Wählerinnen und Wählern, die mich zur Regentin … ‚tschuldige Molly, aber das musste jetzt sein. Mein Dank geht auch an die Macho-Fraktion von rechts unten links übermittig, die mir einige belustigte Tage gewährte. Nur mit meinem Wort-Aikido kamen die weniger klar. Kann ja mal passieren.

Tschüss ihr da draußen. Viele Grüße an euch von Elfchen und mir. Rutscht gut nach 2015. Wir lesen uns im Januar wieder. Und habt keine Angst vorm fallen. Das Leben fängt euch immer auf.

Der geheime Garten

Frances Hodgson Burnett’s Buch „The Secret Garden“ ist auf der ganzen Welt bekannt. Vor mehr als zehn Jahren habe ich das Buch gelesen und auch den Film geschaut. Für Buch und Film gibt es nur ein Wort und das ist „zauberhaft.“ Und zauberhaft ist auch mein Leben, das keiner Norm entspricht. (M)Ein Leben mit Elfe, Lachen und viel Liebe. Ein Leben, wie im Traum.

Vor einigen Jahren bin auch ich durch eine verzauberte Pforte in ein Land getreten, das nun mein geheimer Garten ist. Dieser Blog ist Teil davon und meine Elfe die Hüterin der Worte. Mit diesem Beitrag schließt sich erneut ein Kreis. Dreihundert sind es an der Zahl, die wir mit Herzblut aufgezogen haben. Lächelnd blicke ich zurück, wie immer mit Yuki Hand in Hand.

Zum Heiligtum wird uns der Garten.
Heilig das kleinste Stückchen Land,
Wo wir der Blumen liebend warten,
Die wir gepflanzt mit eigner Hand.
Ob in den Gärten rings umher
Auch andre Blumen stolzer prangen:
Doch die uns selber aufgegangen,
Die eignen Blumen freun uns mehr.

(Aus dem Gedicht „Zum Heiligtum wird uns der Garten“, von Friedrich Martin Bodenstedt)

Mehr als zweihundert regelmäßige Besucher hat dieser Garten. Menschen, die oft selbst GärtnerInnen sind. Viele haben Gaben mitgebracht, die mein kleines Herz zum hüpfen brachten.

Drum geh ich gern zum Garten
Im stillen grünen Grund,
Der Blumen da zu warten,
Vergnügt mich manche Stund;
Betrübte macht er fröhlich,
Und Greise macht er jung,
Und Sünder macht er selig,
Er heißt  E r i n n e r u n g .

(Aus dem Gedicht „Der stille Garten“, von Karl Gerok)

Die Wege zu diesem Garten sind oft nur steinige Pfade, die ein normaler Mensch kaum zu gehen vermag. Geschützt vor Stürmen liegt der Garten versteckt im Tal. Auf ewig behütet durch feste Mauern. Meist scheint eine milde Sommersonne, aber auch Regen gibt es ab und an. Nicht allen Besuchern hat dieser Garten gefallen, dornige Rosen sind keine Blumen für jederman. Finstergesellen (Bei Molly stibitzt), sowieso unerwünscht.

Ihr Traurigen und Matten,
O kommt in diesen Hain,
In seinen heil’gen Schatten
Vergesset eure Pein,
Hier atmet ihr noch Frieden
Und ungetrübtes Glück,
Der Chor der Eumeniden
Bleibt scheu am Tor zurück.

(Aus dem Gedicht „Der stille Garten“, von Karl Gerok)

Dieser Garten ist zum Teil ein Spiegelbild meiner Seele, zu der nur meine Elfe den Schlüssel hat. Ich bedanke mich bei allen LesernInnen für eine wunderbare Zeit und schaue der Zukunft mit euch gern entgegen. Aber für heute schließt sich das Tor und Ruhe kehrt in den Garten ein. Ruhe, die mein Leben nie bestimmen wird.

Meine Seele ist ein Garten
Von ganz besondrer Art,
Drin blühen Gladiolen
Und samtne Nachviolen
Und Veilchen reich und zart.

(Aus dem Gedicht „Der Garten“, von Maria Stona)

Wir lesen uns nächste Woche wieder. Macht nichts, was ich nicht auch tun würde!

Dem Dichter wird zu eng das Haus,
Drum schreibt er eilig: „Ende.“
Dann spritzt er seine Feder aus
Und gürtet sich die Lende.
Lass‘ dir zum Scheidegruß die Hand.
Geneigter Leser, reichen.

(Aus dem Gedicht „Abschied“, von Rudolf Baumbach)

Angst fängt im Kopf an – Mut auch

Gewalt gegen Frauen ist (noch immer) an der Tagesordnung. Frau in der Opferrolle, das war schon immer so. Körperlich Mann unterlegen, wird sie unterdrückt und ausgenutzt. Nicht jede Frau hat das Glück im „Goldenen Westen“ zu leben, in der aufgeklärten Welt. Aber selbst in Europa gibt es Übergriffe. Und nicht immer ist Hilfe in Sicht. Also müssen wir Frauen uns wehren. Die Frage ist nur wie.

Das Wort Selbstverteidigung wird von Frauen meist mit Gewalt gleichgesetzt. Sofort haben sie das Bild von prügelnden Männern vor Augen, die hemmungslos die Fäuste schwingen. Und diesen Irrtum gilt es aufzuklären. Selbstverteidigung fängt mit Worten an. Deeskalation ist immer die Devise. Eine Faust nur der allerletzte Weg.

Schon sehe ich die Frage in den Augen meiner Leserinnen, wie das funktionieren soll. Selbstverteidigung ohne Körperkontakt, einfach nur mit Worten? Geht denn das? Die Antwort ist einfach: JA! In meinen Kursen für Frauen lehre ich, wie sie sich aus scheinbar brenzligen Situationen befreien können. Und oft ist Reden die beste Waffe, um einem Übergriff vorzubeugen. Und weglaufen gehört auch dazu.

„Kämpfen lernen, um nicht kämpfen zu müssen“, ist ein Motto, das hierzu gern benutzt wird. Und genau dieses Motto macht auch Sinn. Aber der Kampf fängt im eigenen Kopf an. Dort gilt es Hemmschwellen zu überwinden. Jede Frau kann sich mit einfachsten Mitteln verteidigen. Hemmungen sind in diesem Fall fehl am Platz, es geht um Gesundheit und Leben.

Frau muss lernen die eigene Stimme als erste Waffe zu nutzen. Ein lautes „NEIN!“ wirkt wahre Wunder. Laute Worte wie „Lassen Sie mich in Ruhe!“, im Bus, in der Straßenbahn zu einem Pöbler gesagt, kann diesen durchaus zur Flucht bewegen. Merke: wer schweigt ist bereits ein Opfer. Und genau das sind wir Frauen nicht!

Selbstverteidigung stärkt das Selbstbewusstsein und holt jeden Menschen aus der Opferrolle. Genau darum geht es. Täter suchen Opfer und keine Gegner. Das Gegenargument „Die meisten Menschen werden vermutlich nie mit Gewalt konfrontiert“, habe ich schon oft gehört. Gewalt trifft doch immer nur die anderen.

Was machen wir im Notfall? Schauen wir nur zu? Oder greifen wir aktiv ins Geschehen ein? Helfen wir dem Menschen in Not? Ja, das machen wir! Vielleicht nur mit Worten, vielleicht nur per Handy-Notruf. Nicht jede Frau ist schließlich Karate-Meisterin. Aber Situationen meistern sollte sie können. Wer Kinder bekommt, der kann auch einem Angreifer in den Hintern treten.

Ein weiterer Aspekt von Selbstverteidigung ist das gestärkte Selbstbewusstsein, das Frau auch im Alltag hilft. Noch immer werden Frauen unterdrückt und nicht für voll genommen. Schöne Larven, die ihre Rolle als Mutter und Hausfrau spielen. Biologischer Auftrag erfüllt und am Ende ab ins Altersheim? Mit mir zumindest nicht. Angst fängt im Kopf an – Mut auch! Wann also fangt ihr an euch zu wehren?

Ich will so bleiben, wie ich bin

Ein Wort, ein Satz löst bei mir Denkprozesse aus. Jede Art von Musik kann mich inspirieren. Ein gewisser Don Camillo, im Bloggerleben theomix genannt, hat mich auf den Weg zu diesen Zeilen gebracht. Und dafür möchte ich ihm gern danken. Seine Gedanken sind immer einen Besuch wert.

„Ich glaube, du bist völlig anders als der Mensch, den ich vor Augen habe“, hat er gesagt. Was mich zu der Frage bringt, wie andere Menschen mich sehen. „Überheblich, zickig, männerfeindlich“, sind nur einige Dinge, die Mann mir im Lauf der Jahre an den Kopf geworfen hat. „Unsensibel, kalt, egoistisch“, kam es von Frau.

Aber bin ich das wirklich, muss ich jedem Klischee entsprechen? Von Mann bin ich Angriffe seit Kindertagen gewohnt. Die gingen nie gut für ihn aus. Vor allem dann nicht, wenn er „Dreckslesbe“ sagte. Aber das kam erst nach den Kindertagen. Beleidigungen gab es auch per Mail und Kommentarfunktion im Blog. Da fühlen die Herrlichkeiten sich wohl. Entertaste drücken und ab dafür.

Frau hat mir die Freundin geneidet, oder mich mit Eifersucht bedacht. Liebesdramen aus den alten Tagen, darüber habe ich meist nur gelacht. Ich habe begonnen und beendet. So, wie es mir gefiel und  nicht den anderen. Ich war immer so, wie ich nun mal bin. Anders und so will ich bleiben.

Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich zum Biest werde, wenn die Situation es erfordert. Und ich schlage (mit Worten) schneller, als so mancher sprechen kann. Aber ich bin auch eine Clownin, die gern lacht. Nie bösartig, aber immer mit schrägem Humor. Ironisch, sarakstisch, auch gern als Satire pur. Nur verstanden werde ich oft nicht. Ob das an meinem Japanisch liegt?

Und dann gibt es noch jenes zarte Feenwesen, das sein Reich mit allen Mitteln schützt. Aber Feen sterben oft einsam hoch droben im Elfenbeinturm. Ich aber stieg herab und habe die Fenster einen Spalt weit geöffnet. Nun könnt ihr die Welt des Regenbogens schauen und euch an den leuchtenden Farben erfreuen.

All das und noch viel mehr bin ich. All das, was keinem Bild jemals entspricht. Eine dichtende Kriegerin. Nur echt mit Elfe. Auch das hat der theo gesagt. Und wieder denke ich schmunzelnd an „Don Camillo und Peppone“, den Film den ich letzte Woche lachend sah.

Aber wenn der theo der Don ist, so muss ich wohl die Peppina sein. Nur spielen meine Geschichten nicht am Po und auch in keiner Ebene. Und von Niederungen sind sie so weit entfernt, wie so mancher Geist von der Erde. Und das habe ich nun bewusst abgehoben gesagt.

Es gab Menschen, die mich ändern wollten. Menschen, deren Weltbild ich kaum entspreche. Eingepfercht in den Käfig der Konventionen, haben sie ihr Urteil über mich gefällt. Schräge Blicke, Hetze. Die da, die andere, wispert es durchs Netz. Denen schenke ich ein Lächeln, notorischen Dummköpfen den Mittelfinger. Ob sie jemals verstehen?

Wie ich wirklich bin, das wird kein Blogger je erfahren. Dieses Bild teile ich nicht mit euch. Aber ihr könntet zwischen den Zeilen lesen, oder meine Elfe fragen. Die kennt mich sehr genau. Bei ihr muss ich mich nicht ändern. Bei ihr darf ich so bleiben, wie ich bin.