Der Schlangenbiss

Der Schüler eines großen Samurai ging nach dem Training nach Hause. Es war schon spät und der Junge müde. Also beschloss er, die Abkürzung durch den Wald zu gehen. Seine kleine Laterne spendete nur wenig Licht. Bevor er sich versah trat er auf eine Schlange, die ihn prompt biss.

Voller Panik lief der Schüler zu seinem Meister zurück. „Hilf mir, Sensei“, rief er schon von draußen, „eine Schlange hat mich im Wald gebissen!“ Der Samurai sah sich die Wunde an, die zwar schmerzhaft, aber harmlos war. Keine Spur von Gift.

Er behandelte seinen Schüler und gab ihm Medizin. Sofort fühlte der Junge sich besser. Aber die Angst blieb. „Sensei“, bat er, „kannst du mich nicht nach Hause bringen? Ich habe Angst, dass mich die Schlange wieder beißt.“

Der Samurai ging in die Küche und kochte Tee, den er in aller Seelenruhe trank. Als die Tasse leer war sah er seinen Schüler lange an. „Es gibt immer mehrere Wege, die uns ans Ziel führen“, sagte er. Ist es weise in der Finsternis durch den Wald zu gehen?“

Der Schüler schämte sich, als er die Worte hörte und ging den längeren Weg nach Hause. Dort gab es Fackeln und in vielen Häusern brannte noch Licht. Freudestrahlend kam er am nächsten Tag zum Training. „Danke, Sensei“, sagte er und verbeugte sich. „Du hast mein Leben gerettet.“

Aber nach dem Training kam seine Angst zurück und als die anderen Schüler gegangen waren, bat er den Samurai erneut um Rat. „Sensei“, sagte er, „was mache ich, wenn ich noch einmal einer Schlange begegne und die vielleicht giftig ist?“

„Wenn du ihr nicht aus dem Weg gehen kannst“, erwiderte der Samurai, „schlägst du ihr ohne zu zögern den Kopf ab. Aber entscheiden musst du, was besser für dich ist.“

Eine Reise in den Themenwald

Auf der Suche nach einem bestimmten Artikel, bin ich heute im Themenwald gewesen. Spannend ist es dort und wunderbar bunt. Findige Themenhüter, haben Schneisen ins Dickicht geschlagen. Und Schilder aufgestellt. Damit Wanderer die Richtung finden. Und den Artikel auch.

Ich wähle einen Weg. der sich „Zur Regenbogenpresse“ nennt. Am Ende, so weiß ich, wird dort in einer alten Windmühle kalter Kaffee serviert. Natürlich mit einem Häubchen (Lügen)Sahne und dem (Doppel)Korn Wahrheit. Zum Wohl, meine Damen und Herren!

Der Themenwald ist der älteste Wald der Erde. Er hat vom Anbeginn der Zeiten existiert. Allerlei seltsame Gewächse stehen am Wegesrand. Tief verwurzelt? Fehlanzeige! Die sind eher oberflächlich. Und oft sieht man sie vor lauter Unkraut nicht.

In der Mitte des Themenwaldes liegt die Gerüchtehütte. Müde Wanderer treffen sich dort zum Stelldichein. Der Hüttenwirt, Herr Bert Gröhlemeier, begrüßt mich mit „Holladidudeldö!“ und gibt gleich noch einen gesprungenen Doppelaxel. Leider fällt er dabei aufs Hinterteil. Was für ein Bild, das tut bestimmt weh!

Heute ist Live-Musik auf der Hütten angesagt. Gregorianische Gesänge weisen mir den Weg. Gabe Riel ist der Sänger. Unterstützt von seiner Band „Die Roten Socken.“ Der Hit „Braindead, but happy“, erschallt ein ums andere Mal.

Gleich nebenan gibt es die Aufforstung „Stimmungsmache.“ Zarte Pflänzchen gedeihen dort prächtig und gut. Leider nur die auf der rechten Seite. Links ist es zu dunkel dafür. Auch die Mitte ist recht kahl geworden. Wo nur sind die ganzen Indianer?

Eine (Spott)Drossel fliegt schimpfend an mir vorbei und flattert gegen einen Spiegel. Den hatte sie vermutlich nicht im Fokus. Auf einer Lichtung kann ich eine Schar Schmierfinken erkennen. Die essen Einheitsbrei und hüpfen wild um einen Kessel Buntes.

Plötzlich raschelt es im grünen Wortgestrüpp. Ein Weißblauer Pfau bahnt sich keck seinen Weg ins Licht und lässt einige Zeilen fallen. Ötzi hieße er und sein Sozialer Horst sei voll, erklärt er mir. Daher müsse er nun zu Mutti ins Kloster fliegen. Angelika! Mir grauts vor dir.