Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich?

Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich?

Nach dem kurzen Intermezzo der ARD, das die Fakten zu Fallzahlen und falsch positiven PCR-Tests zeigte, ist der Alltag eingekehrt. Erbarmungslos hämmern die Medien wieder falsche Zahlen in die Köpfe der Menschen. Aus Deutschland erreichen mich Mails verzweifelter Freundinnen, die wegen ihrer Meinung angefeindet werden. Der politisch-mediale Komplex hat aus gutem Grund die Schlagzahl erhöht, der Widerstand gegen die völlig überzogenen Corona-Maßnahmen wird nämlich immer größer.

Um abzulenken, wird mit Brandmunition auf Donald Trump geschossen. Wie kann der Mann es wagen an Covid-19 zu erkranken und die Krankheit schon nach wenigen Tagen zu überstehen? Trump-Supporter sehen darin einen Beweis dafür, dass SARS-CoV-2 kein Killervirus ist. Womit sie recht haben. Kritiker geifern derweil um die Wette und wünschen dem US-Präsidenten gar den Tod.

Obwohl es mittlerweile genug Evidenz zu und über „Corona“ gibt, wird diese von Politik und Medien weitgehend ignoriert. Das Corona-Narrativ darf noch nicht fallen, zuviel steht auf dem Spiel. Der Kampf um die Macht im Land hat nämlich längst begonnen. Aber liebe Politiker, liebe Medien, dieses Narrativ wird fallen! Und ihr gleich mit. Ich bin gespannt auf eure Ausreden, eure Floskeln, denn die Wahrheit kommt immer ans Licht.

Der österreichische Biologe Clemens Arvay bringt in seinem neuen Video auf den Punkt, was schon andere vor ihm sagten und worüber ich ebenfalls geschrieben habe, die tatsächliche Gefährlichkeit von SARS-CoV-2. Clemens Arvay verharmlost nichts. Hört man aufmerksam zu wird schnell klar, wie gefährlich andere Viren und / oder Bakterien sind, die oft allein oder als Koinfektion bei Covid-19 auftreten.

Ich gehe davon aus, dass Clemens Arvay kein Problem damit hat, wenn das Video gesichert und auf anderen Plattformen wieder hochgeladen wird.

Clemens Arvay: Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich?

 

 

Gedanken einer Ausländerin: Die manipulierte Wahrheit

Gedanken einer Ausländerin: Die manipulierte Wahrheit

„Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist“, hat der Dichter Christian Morgenstern einst aufgeschrieben. Die deutsche Gesellschaft ist leider alles andere als bereit für diese Wahrheit. Eine (schlafende) Mehrheit will sich nicht ändern, Formel 1 und Fußball sind vielen wichtiger, als die Beschäftigung mit der eigenen Meinung. Die, das ist offensichtlich, kommt bei vielen Deutschen nur aus den GEZ-Medien und der BILD. Statt selbst zu denken, werden die (Halb)Informationen aus der Presse nachgeplappert. Der schlechte Witz dabei: Man bezahlt sogar dafür.

Freiheit! Freiheit?

“Niemand ist hoffnungsloser versklavt als jene, die fälschlicherweise glauben, frei zu sein.” (Johann Wolfgang von Goethe)

Politiker, von mir (wenig) liebevoll als Politdarsteller klassifiziert, arbeiten mit rhetorischen Nebelkerzen. Wie das funktioniert, warum „die Lämmer schweigen“, hat Professor Rainer Mausfeld schon vor Jahren ausgeführt. Ich kann nur immer wieder auf ihn verweisen, wenn es um eine andere Sicht der Dinge geht. Wem der gute Professor zu sperrig ist, den schicke ich gern zu meinem eigenen Artikel: Das Schweigen der Lämmer

Wie schon Albrecht Müller, die Macher des Rubikon, Professor Mausfeld, Ken Jebsen und Henryk M. Broder, reihe ich mich damit in die Phalanx der „Verschwörungstheoretiker“ ein. Zumindest aus Sicht der System-Journalisten, die mit aller Macht versuchen uns mundtot zu machen. Hilfe bekommen sie dabei von indoktrinierten oder kognitiv suboptimierten Deutschen, die, im kalten Licht Merkelscher Corona-Glaubensgrundsätze, Zeter und Mordio schreien, wenn es gegen die schlechteste Kanzlerin aller Zeiten geht.

Grenzenlos

„Merkel“, so der allgemeine Tenor, „hat doch so viel Gutes für Deutschland gemacht!“ So grenzenlos falsch diese Aussage ist, so grenzenlos ist auch das generelle Unverständnis vieler Menschen, wenn es um Zahlen und Fakten geht. Merkels Kanzlerschaft kann nur als Indoktrination der Alternativlosigkeit bezeichnet werden. Weder hat sie eine nachhaltige, noch eine vorausschauende Vision für Deutschland geschaffen. Auch wenn die Bahnhofsklatscher vom Herbst 2015 das vermutlich anders sehen, Merkel wird als „Kanzlerin der Schmerzen“ in den Geschichtsbüchern stehen.

Merkel baut auf das (Ur)Vertrauen ihrer deutschen Kinder, die gern „die Mutti“ in ihr sehen. Aber Merkel hat keine Kinder. Diese Frau ist machtbesessen und regiert mit eiserner Hand. Die Drecksarbeit machen natürlich andere, wie die ihr hörige Presse nur zu gern beweist. Dann gäbe es noch den einen oder anderen (Bundes)Minister, der ohne Merkel längst kein Amt mehr hätte. Wie etwa Horst Seehofer, dessen politisches Schicksal sich seit Jahren um den Fixstern Merkel dreht. Aber auch Fixsterne verglühen irgendwann.

Wahrheiten

Zurück zur Wahrheit, zurück zu den geschickten Manipulationen, denen niemand entkommt. Auch ich nicht, allerdings bin ich mir dessen zumindest bewusst. In der Zeit der sogenannten „Corona-Krise“, werden die Bürger mit den üblichen Mitteln in die Irre geführt. Die ständige Wiederholung „Der / die ist ein „böser Rechter / Nazi / Linker / Terrorist / Verschwörer“, zeigt irgendwann Wirkung beim (dummen) Bürgerlein. Er, sie oder auch es plappert munter nach, was selbst ernannte Experten von sich geben. Wer braucht schon eine eigene Meinung, wenn die schon in der Zeitung steht.

Die Manipulation der Massen, durch das Erzeugen von Angst, ist der Regierung Merkel perfekt gelungen, wie eigentlich vielen Regierungen auf der Welt. „Angst essen Seele auf“, ist zum Begriff geworden und wird von vielen Alternativen Medienvertretern zitiert. Menschen sperren sich in kreatürlicher Angst selbst zu Hause ein und verhungern lieber, als unter ihre „verseuchten Nachbarn“ zu gehen.

Fazit

Vielleicht wird es noch einige Jahre, vielleicht aber nur noch wenige Monate dauern, bis ein neuer Morgen als Fanal der Wahrheit vor den Deutschen steht. Welche Wahrheit das sein wird, ist euch selbst überlassen. Euer Widerstand gegen das Regime Merkel, gegen die Einschränkung der Grundrechte, gegen Impfzwang, kann und wird entscheidend für eure und die Zukunft eurer Kinder und Enkel sein. Wann wacht ihr endlich auf?

Täglich nachgedacht #13

Täglich nachgedacht #13

Es ist kühl in Schweden, mehr als 14 Grad sind trotz strahlendem Sonnenschein kaum zu erwarten. In anderen Teilen der Welt geht es viel hitziger zu, wie ein Blick auf die gelockerten Corona-Maßnahmen Deutschlands zeigt, die von Bundesland zu Bundesland verschieden sind. Die Ministerpräsidenten wollen sich offenbar gegenseitig darin überbieten, wahlweise Helden oder Angsthasen zu sein.

Wie erwartet ist die Studie von Professor Streeck in heftige Kritik geraten. Auch im eigenen Lager hat man sich darüber aufgeregt. Regierung und Medien in Deutschland haben die Gesellschaft in eindrucksvoller Weise gespalten. Selbst durch Familien geht ein breiter Riss und verhindert schon im Ansatz eine wirksame Opposition.

Die Guten und die Bösen

Glaubt man den Medien, so steht die Mehrheit der Deutschen den Einschränkungen in der Corona-Krise ohnehin positiv gegenüber. Demonstrationen gegen den Lockdown werden als Zusammenschluss rechter und linker Spinner bezeichnet. Diese Breitseite muss auch die neue Partei Widerstand 2020 verkraften. Man darf gespannt sein, ob deren Mitgründer, Dr. Bodo Schiffmann, diese Schlammschlacht übersteht. Sollte der gute Doktor dem öffentlichen Druck nicht weichen, werden ihm vielleicht noch Antifa-Aktivisten ins Haus geschickt. Das ist Mode in einem Land, in dem man angeblich gut und gern leben kann.

Gerd Reuther, Universitätsdozent und Facharzt für Radiologie, schreibt im Rubikon: „Seit Wochen läuft die Propagandamaschine und versucht uns einzubläuen, dass es bei Covid-19 ohne Gesundheit keine Freiheit und Selbstbestimmung mehr geben könne. Gesundheit aber sei unabdingbar an die Segnungen der Pharmaindustrie geknüpft. Ein ganzes Volk wird bis zur Zahlung des Lösegelds in Form einer Impfung oder „Heilbehandlung“ in Geiselhaft gehalten.“

Den ganzen Beitrag gibt es hier: Rubikon: In Geiselhaft

Ohne „Ö“ fehlt dir was?

Vor Jahren, als dieser Slogan viral ging, fanden ihn viele witzig. Heutzutage und auf die öffentlich-rechtlichen Medien bezogen, kann das durchaus bezweifelt werden. Immer mehr Journalisten verkommen zu politischen Aktivisten. Das erinnert fatal an die gescheiterten Experimente Faschismus und Kommunismus. Auch dort haben sich Menschen darin überboten, an der Seite der Mächtigen zu stehen.

Miteinander statt übereinander zu reden wäre die bessere Alternative. Oder sehe ich das falsch? Vielleicht kann man besagte Journalisten wieder dazu bringen. Vielleicht sollten sie lernen wieder ihren eigentlichen Job zu machen und gern auch kritisch aber ohne eigene Meinung über Ereignisse berichten. Hetzkommentare wie der eines gewissen Rainald Becker sind kaum dazu geeignet die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden:

Tagesschau: Rainald Becker Kommentar

Ausgerechnet die exzentrische Diva Madonna als Verfechterin einer „neuen Normalität“ zu präsentieren, ist absolut lächerlich. Aber wer weiß, vielleicht wird die Frau, deren geschätztes Vermögen 765 Millionen Euro beträgt, ab sofort in eine 2-Zimmer-Wohnung ziehen. Gern nehme ich auch die eine oder andere Million von ihr entgegen, um sie z. B. an Waisenhäuser zu spenden. Vergleiche wie dieser zeigen allerdings, wie weit sich diese Journalisten von der Wirklichkeit entfernt haben und in ihrer eigenen Blase leben.

Nichts als die Wahrheit!?

Zumindest für einen Lacher im Netz sorgt zur Zeit eine Rede von Tansanias Präsident Magufuli. Seine Regierung hat unter anderem Proben einer Papaya-Frucht und einer Ziege als menschliche Proben deklariert und in ein Labor geschickt. Beide Proben wurden positiv auf Corona getestet. Dr. Schiffmann hat die Rede des Präsidenten ins Netz gestellt.

Alternativ verlinke ich die Nachrichtenagentur Reuters und einen Beitrag des Rubikon, deren Inhalt Youtube nicht löschen kann. Dort fehlt allerdings die Rede Magufulis.

Dr. Schiffmann: Tansania testet Motoröl, Pflanzen und diverse Tiere auf Corona

Rubikon: Der Test-Betrug

Reuters: President queries Tanzania coronavirus kits after goat test

Gedanken einer Ausländerin: Gesichter der Wahrheit

Gedanken einer Ausländerin: Gesichter der Wahrheit

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ (Bertolt Brecht)

Es gibt drei Arten der Wahrheit heißt es: Deine, meine und die Wahrheit. Im vorliegenden Fall ist es die Wahrheit der BILD, präsentiert von Chefredakteur Julian Reichelt. Vier Jahre nach Merkels Alleingang bei der sogenannten Grenzöffnung, vier Jahre nach ungebremster und unkontrollierter Einwanderungspolitik, vier Jahre und eine gespaltene Gesellschaft später, steigt nun ausgerechnet der Chef des größten deutschen Schmierblatts in den Ring, um Merkel scheinbar den Todesstoß zu versetzen. Durchsichtiger geht es kaum.

Lügen! Lügen?

Unter dem Motto „Angela Merkel: Lügen, so durchsichtig wie Frischhaltefolie“ fährt der Mann schwere Geschütze auf. Die Zielgruppe ist klar. Sie reicht von der schweigenden Masse, auch Lämmer genannt, bis hin zu jenen Beschränkten, die täglich am geistigen Gartenzaun stehen und das Brett vor dem eigenen Kopf nicht sehen. Noch schlimmer und brandgefährlich sind all jene, die durchaus einen Teil der Wahrheit erkennen, aber nur noch ihre selbst gewählte Ruhe wollen. „Das wird schon alles wieder werden,“ heißt es dort. Ja, das wird es. Aber anders, als sie sich erhoffen.

Dass ich trotz politischer Skepsis eine gewisse Genugtuung empfand, als zum ersten Mal eine Frau das Amt der Kanzlerin übernahm, habe ich bereits mehrfach formuliert. Diesen Fehler habe ich nie wieder begangen und „Politik“ sehr schnell wieder mit nüchternen Augen gesehen. Auf diese Weise lese ich auch die Halbwahrheiten des Julian Reichelt, von denen ich einige analysieren will.

Merkel muss weg!

Dass man Angela Merkel zumindest eine Mitschuld am Aufstieg der AfD unterstellen kann, wird nur noch von wirklichen Dummköpfen geleugnet. Den Rest haben ihre Vasallen besorgt, die auf der Schleimspur der Kanzlerin kriechen. Noch wagen sie keinen Aufstand. Selbst Friedrich Merz spielt nur (s)eine Rolle und wird dafür mit Sicherheit fürstlich entlohnt. Ob nun die Putzfrau aus dem Saarland oder der lasche Laschet die CDU in den Abgrund führen wird spielt keine Rolle. Das Drehbuch ist längst geschrieben, „The Show must go on!“

Die Armeen der Raubtierkapitalisten sind gut aufgestellt. Auch eine AfD wird daran nichts ändern. Mit Herzenslust wird auf diese „Faschisten“ eingeprügelt, die in den Augen der Beschränkten den GröFaZ repräsentieren. Dreht man den Spieß um und deutet auf die „linke Seite“, taucht dort die mörderische Fratze von Stalin auf. Aber die Systeme der beiden Massenmörder sind gescheitert, nun wird der Komödie nächster Akt inszeniert.

BILDer der Wahrheit

Die BILD verkauft „Lügen, Hass und Titten.“ Zwar weniger erfolgreich als noch vor Jahren, ist dieses Blatt noch immer ein Garant für Meinungsmache. Die, das sollte jeder wissen, kommt über die Atlantik-Brücke in deutsche Redaktionen gekrochen. Dort verkauft man die Wahrheit der US-Demokraten, denen der Republikaner Trump ein Dorn im Auge ist. Wobei Demokraten und Republikaner nur Synonyme für jene Finanzeliten sind, die in Wirklichkeit mit dem Trick „Teile und herrsche“ regieren.

Trump spielt allerdings zum Teil sein eigenes Spiel, das behaupte ich an dieser Stelle ganz naiv. Aber auch er wird letztlich die Interessen der US-Eliten vertreten, die in Konkurrenz zu jenen aus Europa und Asien stehen. Und damit habe ich vorweg genommen, um was es in der Politik schon immer geht. Die (Um)Verteilung der Ressourcen, um Macht und sehr viel Geld.

Machtkämpfe der Eliten

Reichelt schreibt: „Lieber Ruhe daheim als Risiko in fernen Ländern – bis das Risiko schließlich nach Deutschland kam!“, sei immer Merkels Motto gewesen. Der erste Teil des Satzes ist richtig, der zweite nur die typisch manipulative Halbwahrheit. Merkel selbst war es, die das Risiko in Form von jungen Männern nach Deutschland geholt hat, bzw. holen musste. Aber diese Wahrheit werden wir nie erfahren. Die bleibt hinter hohen Mauern verborgen. Auch vor den Augen jener am geistigen Gartenzaun.

„In der Energiepolitik habe Merkel Deutschland von Russland abhängig gemacht“, wettert Reichelt und folgt damit den ihm von den Finanzeliten der USA eingeflüsterten Worten, die gern (teures) amerikanisches Gas in deutschen Haushalten sehen. Durchaus berechtigt ist der Vorwurf, dass Merkel Deutschland beim 5G-Netz in die Abhängigkeit des aus China stammenden, totalitären Überwachungsgiganten Huawei führe. Was er vergaß zu erwähnen, wer bisher das Internet und die Mobilfunknetze kontrolliert.

Kritik (un)erwünscht

An Reichelts Artikel gibt es viel zu kritisieren. Hauptsächlich dass US-Präsident Obama ein guter Mann gewesen sei. Gut war er im töten von Menschen. Dafür, unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe, hat man ihn zum Friedensnobelpreisträger auserkoren. Merke: Die Spielregeln werden von den Siegern gemacht.

Meine Wahrheit, die niemand glauben muss, zumindest aber lesen kann, zeigt das Bild einer Politshow auf, die aus stets wechselnden DarstellerInnen besteht. Die, das wissen wir, gern von den kommenden, schlechten Zeiten sprechen und dass „wir“ den Gürtel enger schnallen müssen. Mit „wir“ ist aber lediglich die Bevölkerung gemeint. Darsteller und Regisseure der Show werden weiter kräftig abkassieren. Um das zu verschleiern, hat man Feindbilder erschaffen und prompt schlagen sich „Brüder und Schwestern“ die Schädel ein. Dümmer geht es nimmer.

 

Bild: Pixabay

Hier geht es zum Artikel der BILD: Die bittere Bilanz von Merkels Außenpolitik 

Sei du selbst!

Weisheit bezeichnet vorrangig ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren. (Quelle Wikipedia)

Auf der Suche nach Weisheit leben Menschen als Eremit, oder gehen auf große Pilgerfahrt. Sie fasten vielleicht, oder legen Schweigegelübde ab. Aber macht das alles Sinn? Als kleines Mädchen habe ich viele Fragen gestellt, die meist mein Vater beantwortet hat. „Was ist Zen?“, wollte ich wissen. „Wie lerne ich das? Warum muss ich still sitzen?“

„Magst du lieber nach draußen gehen und laufen?“, hat er mich gefragt. Als ich bejahe, haben wir uns umgezogen und einen Waldlauf gemacht. Danach war es zu spät für die Karate Stunde. Und ich habe eine Lektion gelernt. Am nächsten Tag sind wir nicht gelaufen und haben meditiert und Karate geübt.

Laut meinem Vater soll ich die ausgefallene Stunde um Mitternacht und im Pyjama eigenständig nachgeholt haben. Meine Mutter und er haben mich dann schlafend im Keller-Dojo entdeckt und mich ins Bett gebracht. Damals war ich sechs Jahre alt. Und mein Vater hat eine Lektion gelernt.

Zen-Buddhismus, der japanische Weg, kann nie mit Gewalt vermittelt werden. Zen-Buddhismus zu verstehen, ist eine Lebensaufgabe. Manche scheitern gleich zu Beginn. Bevor jemand Zen studiert, sind Berge einfach Berge und Wasser ist Wasser. Das ist so, daran gibt es nichts zu ändern.

Aber Zen-Schüler sind klug und nach einem ersten Blick in die Wahrheit des Zen sind Berge nicht mehr Berge, und Wasser ist nicht länger Wasser. Plötzlich sind sie durchdrungen von spirituellen Wahrheiten und einem tieferen Sinn. Wird aus einem Schüler ein Meister, der Erleuchtung erreicht, sind Berge wieder Berge, und Wasser ist wieder Wasser. Das ist so, daran gibt es nichts zu ändern.

In vielen Filmen und Darstellungen sieht man scheinbar hochvergeistigte Mönche, die würdevoll durch alte Tempel schreiten. Keine Mine regt sich in ihrem Gesicht, das wie aus Stein gemeißelt wirkt. Und dann taucht der Dalai Lama im Fernsehen auf und räumt lachend mit diesem Unsinn auf.

Zwar ist der Dalai Lama kein Zen-Buddhist, aber er gilt als die Respektperson unter allen Buddhisten. JapanerInnen kennen mehrere Religionen. Japaner vermischen Shintoismus, Buddhismus und christliche Elemente zu einer eigenen Form des Glaubens. Und über allem schwebt augenzwinkernder Humor.

Diesen Humor, habe ich schon als Kind in christlichen Kirchen vermisst. Warum muss ich mich vor einem Gott fürchten? Kein Buddhist fürchtet Buddha. Der hätte über diese Vorstellung schallend gelacht.

Gefragt was es bedeutet Buddha zu sein, hat der japanische Zen-Meister Kodo Sawaki folgendes gesagt. „Buddha zu sein bedeutet ganz du selbst zu sein – hier und jetzt. Ganz in diesem Moment zu sein. Ganz eins zu sein mit dem, was du tust. An diesem Ort ganz eins zu sein mit allen Aspekten deines täglichen Lebens.“

Den meisten Menschen wird das nie gelingen. Eingespannt, in den unerträglichen Lärm der Zivilisation, vergeuden sie ihr wahres Potenzial. Vielleicht streben sie nach Macht, Reichtum und Besitz. Vielleicht danach, wie ihre Idole zu sein. Aber Idole fallen oft vom Sockel, auf den Menschen sie gestellt haben. „Ich will besser sein!“, sagt der Herausforderer zum Weltmeister. Aber der Gegner ist immer das eigene Ich. Das gilt es zu überwinden.

„Ich will wie du sein!“, habe ich als Mädchen zu meinem Vater gesagt und tapfer Karate geübt. Sein Lächeln habe ich damals nicht verstanden und auch seine Worte gaben mir Rätsel auf. „Warum willst du wie ich sein, wenn du du selbst sein kannst“, hat er gesagt.

Die Nebel von Iga – Teil 3

Ein Anruf im November hat uns überrascht. Großvater Satoshis Enkel hat sich bei meinem Vater gemeldet und ist nun zu Gast in Düsseldorf. Es ist Kens letztes Wochenende in Deutschland, das er gern mit uns verbringt. Auf der Fahrt rätseln wir, wie der Besucher ist. Wer er ist, das wissen wir. Und meine LeserInnen gleich auch.

Wir treffen auf einen jungen Japaner, der kaum älter ist als ich. Die Ähnlichkeit mit Satoshi ist offensichtlich, er hat die gleichen Augen.
Wir dürfen ihn Cousin nennen, er hört das gern. Und meinen Vater nennt er respektvoll Onkel. Japaner unter sich.
Cousin Naoki ist höflich und offener, als ich erwartet hatte. Er ist oft in Europa und den USA. Dort betreut er Kunden.
„Großvater lebt in einer Welt, die die Jahrhunderte überdauert hat“, sagt er. „Traditionen bedeuten ihm sehr viel. Und Familie ist ihm wichtig.“
„Du siehst deinem Großvater sehr ähnlich“, sage ich. „Bist du es auch?“
Der Pfeil ist auf den Weg gebracht.

Ken grinst bei meinen Worten. Diesmal hat er sie verstanden.
„Ich bin kein Shinobi“, erwidert Naoki amüsiert. „Das sind nur alte Geschichten, die einen Kern Wahrheit in sich tragen. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.“
Er trinkt einen Schluck Tee und schaut mich an. Ein kurzer Zweikampf der Blicke, den ich für mich entscheide. Aber Naoki ist keine Gefahr, das kann ich spüren.
„Der Ahn hat damals in Iga gelebt“, beginnt Naoki zu erzählen. „In einer Region, die unabhängig war. Dort gab es keine Killer. Die Clans waren einfach nur selbstbewusst. Man lebte von Ackerbau, Viehzucht und Handwerk. Und einen Tempel gab es auch. Die Menschen waren Bauern, einfache Leute, die ihren Frieden gefunden hatten.“
Deine Wahrheit, meine Wahrheit.

„So einfach können sie nicht gewesen sein“, stelle ich fest. „Immerhin haben sie Oda Nobunagas Sohn in einer Schlacht geschlagen.“
„Ja“, sagt Naoki. „Die Clans sind unbequem gewesen. Stehst du auf keiner Seite, so wird die Seite zu deiner gemacht. Und Oda Nobunaga hatte große Macht. Die Shinobi waren ein Dorn im Auge der Mächtigen. Zu selbstbewusst, zu gefährlich durch ihre Kunst. Auch ein Karate-Meister bildet keine Mörder aus. Aber der Schüler kann Karate zum töten nutzen.“
Und damit hat er recht.

„Ninja, Shinobi waren Menschen ihrer Zeit, die politischen Interessen dienten“, erklärt uns Naoki. „Vieles ist Legende. Aber wir glauben, dass sie Spezialisten waren. Einige auch für Morde, aber hauptsächlich haben sie Informationen beschafft. Und ganz gewiss nicht in dunkler Kleidung und bei Nacht.“
„Ich finde es zum schreien, wenn Ninjas in Hollywood-Filmen Tritte benutzen, die zumindest in Japan keiner kannte“, sage ich. „Und Chinesen haben auch kaum hoch gekickt.“
Naoki nickt und ein erstes Geheimnis lüftet sich.

„Es gibt von dem Ahn Dokumente, die von den Ninja und Iga berichten. Er schreibt von der Harmonie zwischen Mensch, Buddha und der Natur.“
„Was beweist, dass er kein Bauer war“, sage ich. „War er ein Samurai?“
„Er war ein Ronin (herrenloser Krieger)“, erwidert Naoki, „der eine neue Heimat in Iga fand. Auch Freunde und Familie. Seine erste Frau und seine Tochter sind bei dem Massaker umgekommen. Wir entstammen der zweiten Verbindung mit einer jungen Witwe, die noch keine Kinder hatte.“
Liebe besiegt immer Hass.

„Unser Vorfahr hat viel von den Ninja gelernt“, fährt Naoki fort. „Und zumindest eine Form des Taijutsu (japanische Bezeichnung für waffenlose Kampfkünste) hat er perfekt beherrscht. Er hat diese Kunst an seine Söhne und Enkel vermittelt und die immer weiter, bis zum heutigen Tag.“
Er lacht, als ich ihm die alles entscheidende Frage stelle.
„Kannst du diese Kunst?“
„Ja“, erwidert er. „Aber die hat wenig mit dem Bujinkan von Masaaki Hatsumi zu tun.“
„Der Oberninja“, stelle ich respektlos fest. „Immerhin hat er die Kunst bekannt gemacht.“
Aber war das auch gewollt?

Naokis Gesicht spricht eine ganz andere Sprache und wie wenig er von dem Bujinkan-Großmeister hält.
„Im Gegensatz zu Großvater bin ich durchaus dafür, dass unsere Kunst auch von Fremden erlernt werden kann“, fährt er fort. „Der Mythos Ninja sollte entzaubert werden. Aber manche Legenden leben ewig. Nur bin ich gegen diese totale Kommerzialisierung. Das, was Ninjutsu wirklich ist, beherrschen nur noch wenige Menschen auf der Welt. Der Rest macht Jiu Jitsu und Sport-Karate.“
„Der spirituelle Aspekt geht immer mehr verloren“, stimmt mein Vater zu. „Mayumi und ich versuchen ihn zu vermitteln, aber das ist in Europa sehr schwer.“
Es kribbelt in meinem Bauch. Er hat meinen Namen an erster Stelle genannt und mich damit geadelt.
Meisterliche Worte. Auch dafür liebe ich ihn.

„Wir haben lange gebraucht, um einen Hinweis auf diesen Ahn zu finden“, sagt mein Vater. „Fast hätte ich den Eintrag übersehen. Wer war er, was ist mir ihm geschehen?“
„Soweit wir wissen, ist ihm damals als Frau verkleidet die Flucht gelungen“, erwidert Naoki und bestätigt damit meine Theorie. „Oda Nobunaga hat ein Massaker angerichtet und Tausende sind erschlagen worden. Die Übermacht war 10:1, was viel über Nobunagas Charakter sagt.“
„Er hat seine Ehre wiederhergestellt“, werfe ich ein.
„Und Unschuldige getötet“, gibt Naoki zurück. „Frauen und ihre Kinder.“
Der Sieger macht die Regeln, das war schon immer so.

Ob wir nun wirklich einen Ninja in der Familie haben, darüber ist sich selbst Naoki nicht schlüssig. Selbst Großvater Satoshi hat ihn nur einen Bauern genannt.
Aber er war ein Ronin, ein herrenloser Krieger. Kampf war also sein Beruf. Zumindest hat der Ahn in Iga gelebt. Das sagt alles und nichts.
Naokis Besuch war aufschlussreich. Als er geht verspricht er in Kontakt zu bleiben. Und das glauben wir ihm.
Für einen kurzen Augenblick, haben sich die Nebel von Iga noch einmal gelüftet. Wir sind eingetaucht in eine Welt, die vor vielen Jahren vergangen ist.
Aber manche Dinge wollen verborgen bleiben.

Auch echtes (Familien)Ninjutsu habe ich gesehen. Und das fand ich wunderbar.
Im Endeffekt ist es mit meinem Aiki-Jujutsu verwandt. Was vielleicht bedeutet, dass ich wirklich eine Kunoichi bin.
Als ich das sage, hat Naoki herzlich gelacht. Es ist keine Arroganz, er versteht den Spaß.
Die Chronik meiner Familie ist vollständiger geworden. Und das nächste Kapitel schreiben Yuki und ich.

Kindermund tut Wahrheit kund

Die liebe Perlenmama hat mich auf eine grandiose Idee gebracht, die ich sofort in die Tat umgesetzt habe. Ihr Beitrag über die Perle, das Teilzeit-Sensibelchen, ist der Auslöser für ein Telefonat, das einige Zeit gedauert hat und das ich in literarisch aufgearbeiteter Form hier präsentieren werde. Nicht 1:1, aber zumindest sinngemäß. Und nun viel Spaß beim lesen.

„Hallo Mama“, beginne ich, als sich meine Mutter meldet. „Ich störe dich doch nicht?“
Natürlich ist die Frage rhetorisch und in Gedanken sehe ich meine Mutter lächeln.
Ich erkläre ihr kurz den Grund meines Anrufs und das der länger dauern kann. Da wir aber sowieso täglich telefonieren, ist das kein Problem.
„Sag, wie war ich als Kind?“, will ich wissen. „So im Alter von zwei bis drei Jahren.“
„Zappelig“, kommt die Antwort pfeilschnell zurück. „Du konntest niemals still sitzen.“
Auch Mütter können ehrlich sein.

„Hatte ich jemals Angst, oder habe ich viel geweint?“, frage ich weiter. „Erzähl doch einfach bitte.“
„Ja, du hast auch geweint“, erklärt mir meine Mutter. „Immer dann, wenn du etwas durchsetzen wolltest. Aber ängstlich? Das Wort muss für dich erst noch erfunden werden.“
Sie lacht leise und ich gleich mit.
„Du warst ein ungewöhnliches Kind“, fährt sie fort. „Ich habe dich mit einer Katze verglichen. Du hast gern geschmust, aber nur bis zu einem bestimmten Grad. Dann bist du von meinem Schoß gekrabbelt und durchs Haus geflitzt. Und wehe dein Vater war allein im Keller. Du bist sofort auf Knien hinterher. Er hatte keine Chance.“
Kellerkind einmal anders.

Ein Teil des Kellers in meinem deutschen Elternhaus, ist als Dojo ausgebaut. Mein Papa trainiert darin seit vielen Jahren und hat mich dort auch unterrichtet.
„Für mich schwierig war, wie schnell du Deutsch gelernt hast“, erzählt meine Mutter weiter. „Du hast die Sprache aufgesaugt und uns förmlich überrumpelt.“
„Aber ihr habt doch damals schon Deutsch gesprochen“, werfe ich ein.
„Das schon“, erwidert meine Mutter sanft. „Aber nicht wie ein Wasserfall. Du konntest nie ein Ende finden. Und hast du keine Worte gewusst, dann hast du sie erfunden,“
Ein reger Geist in einem regen Körper.

„Du hast beide Sprachen hemmungslos gemischt und uns damit auch oft schockiert.“
„Vor allem mit den Wort „Nein“, unterbreche ich sie lachend. „Das hast du mir zumindest erzählt.“
„Deutschland hat andere Gesetze“, erwidert meine Mutter diplomatisch. „Und hier wird auch anders gesprochen. Wir haben das erkannt.“
Was so viel heißt wie „Wir mögen es nicht.“ Aber das würde meine Mutter niemals sagen.
„Ich war also nie dein süßes, kleines Mädchen?“, will ich mit Piepsstimme wissen.
„Natürlich warst du das“, erwidert meine Mutter. „Auf deine eigene Weise. Und das bist du immer noch.“
Liebe kann so einfach sein.

„Aber sag, wie war ich in Japan? War ich dort noch ein typisches, japanisches Kind?“, will ich nun wissen und bin auf die Antwort gespannt.
„Jeder Mensch ist anders“, erwidert meine Mutter. „Aber typisch? Lass mich dir eine Geschichte erzählen, als wir zu Besuch bei Freunden waren. Du musst etwa drei Jahre alt gewesen sein. Es gab diesen fünf Jahre alten Jungen, Katsu. Er war ziemlich kräftig und auch sehr wild. Er wollte mit dir spielen und hat dich einfach umgestoßen. Er fand das witzig und hat gelacht. Du bist aufgestanden und hast plötzlich sehr böse geschaut. Bevor wir eingreifen konnten, hast du ihn so kräftig getreten, dass nun er auf dem Hintern saß. Und er hat geweint.“
Kindergarten Karate. Leider erinnere ich mich nicht.

„Was ist dann passiert?“, will ich wissen. „Habt ihr mich bestraft?“
„Wozu soll Strafe gut sein?“, erwidert meine Mutter. „Du hast keinen Fehler gemacht. Nur auf deine Weise reagiert. Dein Vater hat dich in den Arm genommen und schon warst du beruhigt.“
„Und ich könnte wetten, dass er stolz auf mich war“, füge ich hinzu.
Aber meine Mutter schweigt. Und das sagt mehr, als tausend Worte.
„Du hast sehr früh und sehr viel gesprochen“, fährt meine Mutter fort. „Und alles was du hörtest oft und gern wiederholt. Meist völlig falsch ausgesprochen, was für viel Heiterkeit sorgte. Und Autos hast du gern gemocht. Wir mussten dich nur ins Auto setzen und schon warst du fasziniert.“
Ich habe Benzin im Blut!

„Wir haben dir dann Spielzeugautos gekauft und du warst Feuer und Flamme. Überall im Haus hast du sie verteilt und bist über Tische und Stühle Rennen gefahren.“
„Und das hast du so einfach zugelassen?“, frage ich. Immerhin ist meine Mutter für ihre Ordnung bekannt.
„So hatte ich dich unter Kontrolle“, sagt sie. „Du warst nie zu überhören und hast die Motorgeräusche imitiert.“
Ich erinnere mich an die Autos, die habe ich vor Jahren wieder entdeckt. Und nun kenne ich ihre Geschichte.
„Wie war das eigentlich mit mir und Puppen? Habe ich wirklich nie damit gespielt?“
„Du hast mich merkwürdig angeschaut und die Puppe dann in eine Ecke gesetzt. Soll schlafen gehen, hast du gesagt. Und dann dein eigenes Ding gemacht.“
Mayumi, die Puppenspielerin.

„Erzähl mir von der Küche“, bitte ich. „Habe ich da wirklich gern gespielt?“
„Mit Leidenschaft“, sagt meine Mutter. „Löffel und Töpfe mussten es immer sein. Damit hast du getrommelt und wehe man hat sie dir abgenommen. Dann gab es Schreie. Aber du hast mir auch ganz brav in der Küche geholfen. Dabei aber immer wieder Unsinn angestellt. Mit Nudelteig gespielt und auch immer alles probiert. Du kennst bestimmt das Bild, als du kopfüber in dem Topf stecktest. Natürlich musste dein Vater das fotografieren. Er fand das witzig. Vermutlich war er ebenso als Kind.“
Kinder haben eigene Ideen.

„Wie war ich denn im japanischen Kindergarten?“, will ich wissen. „Habe ich mich dort gut eingefügt?“
„Du warst die geborene Anführerin“, erwidert meine Mutter. „Und alle Mädchen sind dir bedingungslos gefolgt. Später in Deutschland auch.“
Alphas an die Macht!
„Habe ich jemals Ärger gemacht und andere Kinder geschlagen?“, hake ich nach.
Aber kein Mensch entlockt meiner Mutter jemals ein „Nein.“ Selbst eine Mayumi nicht.
„Du warst die Beste im Kinder-Karate“, lässt mich meine Mutter wissen. „Niemand hat dir etwas vorgemacht. Dein Vater war begeistert. Aber das weißt du vermutlich schon. Und was alle überrascht hat, du warst sehr diszipliniert. Aber kaum war die Stunde vorbei bist du wieder durch den Raum getobt.“
Niemand kann mich stoppen.

„Für uns ungewöhnlich war deine dominante Art“, sagt meine Mutter. „Anfangs war ich damit wirklich überfordert. Frauen vergleichen ihre Kinder gern mit sich selbst und haben eigene Wunschvorstellungen. Aber das wirkliche Leben ist dann so völlig anders.“
„Wildheit gegen Sanftheit“, sage ich. „Du hast es gut gelöst. Und mich vor allem nie geschlagen.“
„Schläge sind Ausdruck von Schwäche“, sagt meine Mutter. „Sie zeigen nur die Hilflosigkeit. Dein Vater und ich haben gemeinsam überlegt und dich dann doch in den Griff bekommen. Und du hast deinen Willen nur scheinbar bekommen. Dein Vater hat dich ausgekontert. Du weißt, das kann er gut. Und ich habe von ihm gelernt. Du natürlich auch. Aber obwohl du oft so zornig warst, bliebst du auch ein sehr liebes Kind. Für mich noch heute faszinierend, ist diese Mischung aus Wildheit und Sensibiltät. Das ist sehr ungewöhnlich.“
Ein Kind zweier Welten.

„Zum Glück seid ihr auch keine konservativen Eltern“, stelle ich fest. „Kaum auszudenken, wie es mir in einer anderen Famile ergangen wäre. Sag, hattest du jemals Angst um mich?“, wechsele ich das Thema und bin auf die Antwort sehr gespannt.
„Ja,“ erwidert meine Mutter. „Mir ist oft genug fast das Herz vor Schreck stehen geblieben. Mir fiel es schwer zu akzeptieren, dass du so zornig gewesen bist. Und dann wieder habe ich dich friedlich lächelnd in deinem Zimmer gefunden, wo du Musik gehört hast. Und manchmal hast du auch ein Kleidchen getragen“, fügt sie hinzu und lacht.
Kleider machen Leute.

„Alle Beweise davon sofort vernichten“, sage ich im Scherz. „Wo kämen wir da hin, wenn das die Nachwelt erfährt.“
„Die Bilder zeige ich natürlich deinen Kindern“, erwidert meine Mutter. „Wie ist das überhaupt, seid ihr nun endlich schwanger?“
„Mama!“, fauche ich in gespielter Rage. „Können wir bitte von etwas anderem sprechen?“
„Nur über die Zahl“, erwidert sie mit lachendem Unterton. „Ich mag gern mindestens zwei Enkelkinder haben. Besser wären natürlich drei, oder vier. Und ihr könntet auch beide gleichzeitig schwanger …“
Mama pur. Und ich habe sie verdient. Mama, ich liebe dich.

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Der Satz „Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ ist den meisten Menschen als Eidesformel bekannt. Meist aus Filmen, denn Staatsanwälte küsst man nicht. Aber mit der Wahrheit nehmen es manche Menschen nicht so genau. Sie erfinden sich und ihr Leben täglich neu. Über die Gründe habe ich mir schon oft Gedanken gemacht. Zwanghafte Lügener sind meiner Meinung genau das: von einem Zwang getrieben. Sie brauchen Hilfe. Selbst bei sogenannten Notlügen habe ich meine Zweifel. Müssen sie wirklich sein?

„Schatz, ich habe Kopfweh“, sagt Frau, wenn der Begatter Sex von ihr will.
Die Frau kann ich als Lesbe gut verstehen. Gut heißen muss ich diese Lüge nicht.
Anders sieht das vielleicht bei der besten Freundin aus.
„Findest du meinen Rock so okay?“, will sie wissen. „Ist er nicht zu kurz?“
Ich halte nichts von Lügen. Und kurze Röcke mag ich auch. Also werde ich sie ehrlich bestätigen und mir die hübschen Beine betrachten. Und passt er nicht, so werde ich das ebenfalls sagen. Offen, schonungslos.

Über Wahrheit und Lügen wird oft heftig diskutiert. Ich rede niemand nach dem Mund, das liegt mir nicht. Das durften nicht nur Männer erfahren. Wer um (m)eine Meinung bittet, wird sie auch bekommen. Hart, aber fair. Hypersensible, egozentrische SelbstdarstellerInnen sollten eine solche Frage besser vermeiden.

Ehrlichkeit ist für mich die Essenz einer stabilen Beziehung. Umso besser, wenn daraus eine Diskussion entsteht. Das fördert das Miteinander. Yuki und ich belügen uns nicht. Wir haben kein Kopfweh und kennen keine Sprachlosigkeit. Nur zu ihrem Weihnachtsgeschenk werde ich, auch unter Androhung von Kitzelfolter, nichts weiter sagen. Gelogen ist das nicht.

Die Notlüge vermeide Konflikte, sagte eine Freundin. Ihrer Meinung nach könne eine Lüge den Frieden und das harmonische Zusammenleben einer Gruppe sichern. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit nütze keinem. Voraussetzung sei, dass die Notlüge niemandem schade, sondern Schaden verhindere.

Und dann gibt es die buddhistische Weisheit, die durchaus nachdenklich machen kann:

„Es gibt drei Wahrheiten: Meine Wahrheit, deine Wahrheit und die Wahrheit.“

Wo hört nun die Lüge auf und fängt (d)eine Wahrheit an?