Und sie bewegt sich doch!

Die Welt steht still! Unglaubliches ist geschehen! Atemlos und wie gebannt schaut man auf die USA. Kein anderes Thema, kein anderes Land scheint die Menschheit so zu bewegen, wie ein älterer Herr mit blondierten Haaren. Sein Name: Donald Trump.

Ja, es ist unglaublich, die Amerikaner haben ihn zum Präsidenten gewählt. Alle Amerikaner? Nein. Wer das amerikanische Wahlsystem kennt weiß, dass Mehrheiten dort anders funktionieren. Wer das dortige Establishment kennt weiß auch, wie man seit Monaten fieberhaft nach einer Möglichkeit sucht, um den ungeliebten „Onkel Donald“ wieder abzusetzen.

Bisher vergeblich, dieser Onkel macht munter weiter und vertritt plötzlich einen für Partner und Feinde völlig unberechenbaren Kurs. „Wird Trump gefeuert?“, steht im CICERO und ein deutscher Wissenschaftler hofft in einer Talkshow nun ganz stark, dass der amerikanische Präsident „seines Amtes enthoben wird.“

Diese Hexenjagd kann bei niemand ohne Folgen bleiben. Sie erinnert stark an die Inquisition und wie man dort mit angeblichen Hexen umgegangen ist. Ein Dampflauderer aus Deutschland hält Trump sogar für brandgefährlich. Selbsternannte Feuerwehrleute plappern das gedankenlos nach.

Auch Vladimir Putin ist Im Visier der Jäger. Der „böse Russe“ will sich doch wirklich 2018 wieder zum Präsidenten wählen lassen. Vermutlich dann mit Hilfe von „Onkel Donald“, dem er angeblich ins Amt geholfen hat.

In Deutschland sind ganz (un)demokratisch bei der Auszählung der Landtagswahl einige tausend Stimmen für die AfD unterschlagen worden. Aber das macht ja nichts, das kann in den besten (Wahl)Kreisen schon mal passieren.

Immerhin besinnt sich Deutschland wieder auf seine christlichen Wurzeln, wie der evangelische Kirchentag zeigt. Zwar hatte man den Drohnenkönig Obama eingeladen, aber was macht das schon. Frieden schaffen, mit immer mehr Waffen, ist offenbar die neue Devise der EKD.

Vermutlich denken auch (Staats)Terroristen ähnlich, die mal so eben einige Dutzend Menschen in Stücke bomben. Ist klar, das macht man(n) so als infantiler Fanatiker. Unterdessen dreht die Welt sich weiter. So, als wäre nie etwas geschehen.

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Die kommerzialisierte Gewalt

Freudenhaus Europa im Jahr 2016. Die Säulen wanken, die Erde bebt. Auslöser sind keine Naturkatastrophen, die Erschütterungen haben einen politischen Hintergrund. Angezettelte Kriege, verschleierte Waffenlieferungen in Krisengebiete und die Schlacht ums Öl.

Gewalt wohin das Auge blickt. Selbst Kinder bleiben davon nicht (mehr) verschont. Dabei geht es weniger um Missbrauch, der leider auch vorhanden ist. Die Rede ist von Computerspielen, der Seuche unserer neuen Zeit.

Beim normalen Erwachsenen äußert sich Gewalt anders. Gebannt stiert Mann auf seine Helden, die sich im Boxring die Köpfe blutig schlagen. Diese zunehmende Verrohung im Sport sollte nachdenklich stimmen.

Staaten(lenkerInnen) gehen wieder anders mit Gewalt um. Sie transportieren sie in Krisengebiete, die sie oft selbst erschaffen haben. Man denke dabei nur an die USA, deren Masterplan für fast alle Kriege der Neuzeit steht. Und auch der (islamistische) Terror, ist auf deren Mist gewachsen.

Wobei die Ideologie des Islam sowieso ein williges Werkzeug der Mächtigen ist. Dieses Steinzeitdenken braucht nur minimale Gründe, um zu explodieren. Aber auch die frühe christliche Kirche in Form von Päpsten und Pfaffen, hat früher Gewalt gepredigt.

Im Namen eines toten Gottes sind Soldaten nach Jerusalem marschiert. Um die Seelen der Gläubigen vor den Muslimen zu retten. In Wirklichkeit ging es, wie bei den meisten Kriegen, meist nur um politische Macht.

Die Verfechter der politisch geprägten Ideologie des Islam hielten natürlich dagegen und schon man hat sich gegenseitig massakriert. Die Gewinner waren jene Herrscher, die behütet in ihren Gemächern saßen. Wer hätte das gedacht.

Im angeblich so kriegerischen Japan gab es niemals Glaubenskriege. Auseinandersetzungen hat man im frühen Mittelalter völlig anders gelöst. In meist rituellen Kämpfen trafen die beiden besten Samurai der verfeindeten Parteien aufeinander. Und nicht immer ging ein Kampf gleich bis zum Tod.

Das Schlachten begann erst später, als mongolische Invasoren den massenhaften Tod nach Japan brachten. Und dann haben auch Japaner, die kommerzialisierte Gewalt für sich entdeckt. Und perfektioniert. Das ist japanische Art.

Die buddhistische Lehre ist friedlich, wenn auch nicht völlig frei von Gewalt. Aber (kommerzialisierte) heilige Kriege mit allein-seelig-machendem Anspruch gegenüber Un- oder Andersgläubigen waren und sind dem Buddhismus fremd.

„Eine besondere Herausforderung bestehe in der Kommerzialisierung von Gewalt“, hat der buddhistische Professor Samdhong Rinpoche gesagt. Der Mann hat recht. Es ist mehr als offensichtlich, dass sich um Gewalt ein eigener Markt gebildet hat.

Nennen wir diesen Markt beim Namen, es ist die globale Rüstungsindustrie. Mit Waffen ließen sich schon immer gute Geschäfte machen. Die Faszination am Schlachten, an (falschen) Helden wird schamlos ausgenutzt.

Kommerzialisierte Gewalt heute findet kein Ende mehr. Ist ein Konflikt gelöst, wird von den Mächtigen ein neuer geschaffen. Das Ziel ist Kontrolle, Macht und Geld. Und vielleicht rottet man so nebenbei noch einen Teil der Menschheit aus. Damit die Eliten weiter in Sicherheit und Wohlstand leben können.