Im Netz ist der Teufel los

Japan gilt als Teufelfreie Zone, das hat mein höllischer Freund schon vor vielen Jahren erfahren. Im Land des Lächelns, das wissen doch alle, regiert der dicke Buddha völlig ungeniert. Meist in unserem Wohnzimmer, der Kerl hat mich irgendwie ins Herz geschlossen. Väterlich versteht sich, was habt ihr denn nun gedacht.

„Kindchen“, meldet er sich zu Wort, „mein Glas ist schon wieder leer. Ob du vielleicht einen köstlichen Reiswein für mich hättest?“ „Tee gibt es und sonst nix“, entgegnet Yuki. „Und überhaupt, was willst du schon wieder hier?“ „Auf euch aufpassen natürlich“, kontert der Dicke. „Sonst stellt deine Frau wieder lauter üble Dinge an.“

„Hömma Alder“, sage ich, „dir zeige ich gleich wie Mann einen Abflug macht!“ „Gewalt ist keine Lösung“, nuschelt er. „Eva ist irgendwie viel netter als ihr. Mit der bin ich übrigens verabredet, also macht mal keine Welle.“

„Macho!“, kontere ich. „Deine Sprüche waren früher sehr viel besser!“ „Mann muss mit der Zeit gehen“, sagt der Dicke und bestellt sich per Zenphone einen Döner. Dann lächelt er Eva zu, die auf dem Sofa neben ihm erscheint. „Kinder, Kinder!“, seufzt sie leise, „immer diese Kinder!“

Ich ahne fürchterliches und schaue entgeistert, als sie mir vom neuesten Streich ihres Erstgeborenen berichtet. „Teufelchen“, so sagt sie fassungslos, „hat sich der Evangelischen Kirche angedient und betreibt dort als Netzteufel den Exorzismus.“ „Ja sind die denn von allen guten Geistern verlassen“, seufzt Buddha, „soll ich denen mal erscheinen?“

Eva winkt ab und lässt vor unseren Augen ein Internet-Hologramm entstehen, das den bunten Webauftritt der Kirche zeigt. „HateSpeech und fakeNews sind Schlüsselbegriffe für den gesellschaftlichen Rechtsruck“, lese ich und fange an zu lachen. „Wer bitte hat sich diesen Blödsinnn ausgedacht?“

„Mein Sohn natürlich“, murmelt Eva, „er hat es diesen EKDlern ins Ohr geflüstert. „Wie jetzt“, sage ich, „und du weißt mal wieder nichts davon? Bist du jetzt eine Göttin oder was?“ „Mit Protestanten habe ich wenig am Hut“, kommt ihre prompte Antwort. „Diese Legende kannst du schnell vergessen.“

„Der Teufel startet eine Initiative gegen sich selbst?“, frage ich, ohne auf ihre Bemerkung einzugehen. „Darauf muss man erst mal kommen!“ „So isser“, erwidert Eva. „Das hat er klar von seinem Vater geerbt.“ „Das sind die rebellischen Gene moderner Götter“, feixt Buddha. „Zu meiner Zeit pflegte man noch die Tradition.“ 

„Ich mag es eben antiautoritär“, erwidert Eva. „Klar“, sage ich trocken, „deshalb hast du der Welt auch die Sintflut geschickt.“ „Von wegen Sintflut“, erwidert Eva, „ich habe damals nur meine Babies gebadet. Gut, vielleicht lief mir dabei die Wanne über, das kann Frau bei all der Hektik schon passieren.“

„Zum Glück habe ich die Geschichten aus der Bibel nie geglaubt“, werfe ich ein. „Trotzdem klingen die ganz nett. Sag, wer die wohl geschrieben hat?“ „Vader Abraham natürlich“, erwidert Eva, „an wen hast du denn sonst gedacht.“ „An Papa Schlumpf“, erwidere ich lächelnd. „Im Gegensatz zum alten Vader, ist der nämlich immer blau.“

Eva schießt einen giftigen Blick in meine Richtung, der ein Erdbeben der Stärke 3,9 im Pazifikgraben auslöst. „Wenn du den Godzilla aufweckst kündige ich den himmlischen Beratervertrag mit dir“, sage ich. „Ich wusste immer schon, dass ihr Götter ständig übertreiben müsst.“ 

„Nix weißt du“, murmelt Eva. „Ich hätte mich gern vor diesem Job gedrückt! Aber als Papa in die Ewigkeit auswanderte musste ihn irgendwer machen.“ Buddha feixt schon wieder, als er meine Frage „Du bis also nicht die Schöpferin aller Dinge?“ hört.

„Doch schon“, erwidert Eva. „Aber Papa hat das Universum geschaffen, das sich nun selbst regiert.“ „Und wer bitte ist dein Papa?“, will ich wissen und ahne die Antwort schon. „Na was glaubst du“, antwortet Eva, „das ist natürlich der Große Geist.“

„Und was willst du nun von mir?“, frage ich lauernd. „Soll ich etwa erneut die Kunoichi geben?“ „Das wäre ein Spaß!“, höre ich eine altbekannte Stimme, bei der es sich nur um Teufelchen handeln kann. Und wirklich steht der Höllische nun im Raum. Zumindest als gedankliches Experiment von Buddhas Gnaden. An dem Dicken kommt auch kein Höllenfürst vorbei.

„Hallo Mama, huhu Frau Landar und Onkel Buddha“, ruft er. „Bitte nicht böse auf mich sein, die Netzteufelseite war doch nur ein Heidenspaß.“ „Spaß?“, fragt Eva. „Sofort nimmst du die wieder raus!“ „Unmöglich“, murmelt der Kleine, „die hat sich leider zum Selbstläufer entwickelt. Eigentlich bin ich es der eure Hilfe braucht, die Schwarzkittel sind mir mit allerlei Trollen auf der Spur.“

„Ja sach ma“, melde ich mich zu Wort. „Du bist doch der Teufel zum Teufel noch mal!“ „Ja schon“, höre ich, „aber was bitte mache ich gegen Hetze?“ „Was du immer machst“, erwidere ich, „du hetzt sie gegen- bzw. aufeinander.“ „Was wäre, wenn genau das meine Absicht war?“, will er wissen. „Ich gewinne bekanntlich immer.“

Ich erspare meinen werten LeserInnen, wie ich den Höllischen nach dieser Frechheit an den Ohren aus dem Netz nach Japan zog und Eva ihn mit der himmlischen Version des NetzDG konfrontierte. Dank mir von Buddha verliehener Magie, ist das auch problemlos gelungen. „Menno“, meint er hinterher zerknirscht, „davon habe ich noch nie gehört! Sag Mama, hast du dieses Gesetz vielleicht eben erst erfunden?“

„Das war dein Vetter Schreiko Haas vor einem Jahr“, erwidert Eva. „Aber das solltest du eigentlich wissen, der ist doch himmlischer Oberstaatssekretär.“ Wir überlegen eine Weile hin und her, als es plötzlich an der Haustür klingelt. „Tschuldigung, ist das hier bei Landar?“, fragt ein dicklicher Asiate in breitem Schweizerdeutsch.

Nun habe ich schon viele Prominente in meinem Leben gesehen, aber auf Kim aus Mordkorea war ich nicht gefasst. „Wie kommst du nach Japan“, will ich wissen, „oder ist das alles nur ein böser Traum.“ „Mein Freund Teufelchen hat um Hilfe gebeten“, erwidert Kim, „ist das etwa schlimm? Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der Dritte!“  

Ich mustere den Kerl. Sieht so ein Diktator aus? Krampfhaft versucht er einige Sushi-Röllchen zu verstecken, die offenbar der wahre Grund seiner Reise sind. „Erwischt“, gesteht er, „ich esse für mein Leben gern japanisch.“

„Du bist also überhaupt kein Bösewicht?“, frage ich und nicke wissend, als Kim mir die Wahrheit gesteht. „Eigentlich bin ich Schauspieler“, sagt er leise und winkt fröhlich in die illustre Runde. „Aber das muss bitte keiner wissen. Die Chinesen suchten einen Darsteller für den Showdown mit den USA und ich habe mich darum beworben. Der Rest ist Schweigen, okay?“

Geschwiegen hat er dann doch nicht und uns die die zündende Idee präsentiert. „Wisst ihr“, sagt er, „wir lassen diese Netzteufelseite vom Han zum Affen machen!“ „Dem Bömelmann?“, frage ich nach, „das ist nicht dein Ernst, Herr Präsident!“ „Wenn ich so überlege finde ich das gut“, sagt nun auch Teufelchen. „Der Böhmi war schon immer reichlich anders.“

„Dürfte ich einen Einwand machen?“, erklingt eine neue Stimme, die zu Teufelchens Bruder Jesus gehört. „Als Vorsitzender der Initiative Zombies in Sandalen, habe ich vielleicht eine Idee.“ „Nun ist es aber genug!“, empöre ich mich. „Was wollt ihr Kerle alle hier?“ Buddha gibt sich schuldbewusst. „Das war jetzt meine Idee,“ gesteht er mir. „Hör meinem Neffen doch bitte einmal zu.“

Was Jesus  zu sagen hat fand ich dann ganz manierlich. Kein Wunder, dass der so viele AnhängerInnen hat. Nach einigem hin und her haben wir die Initiative „Flunker“ gegründet und Maik Flanders, eine extra dafür geschaffene Sprechpuppe, als Denunzianten eingesetzt.

Mit Evas Hilfe als oberste Instanz, haben Maik und Han genug Sendezeit bekommen, um ihre geflunkerten Weisheiten unters Volk zu bringen. Die schiere Zahl ihrer Gläubigen war im Gegensatz zu denen der EKD dann riesengroß und prompt war im Netz der Teufel los.

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Gedanken einer Ausländerin: Wen(n) die Heimat ruft

Vor einigen Tagen habe ich ein Haiku veröffentlicht, das mit der Zeile „Wen die Heimat ruft“ geendet hat. Heimat, das war für mich lange auch Deutschland. Heimat ist in diesen Tagen erneut ein Wort, das, nach Definition der Linken, die sogenannte „Rechte Szene“ für sich vereinnahmt hat.

(K)Eine Heimat?

Für Horst Seehofer, noch Parteichef der CSU und Bundesinnenminister, hat seine noch Freundin Angela I., ein „Heimatministerium“ geschaffen. Das ist ein letzter Gefallen für einen Mann, der schon längst auf dem Abstellgleis der Geschichte steht. Immerhin hat Seehofer, auch Drehofer genannt, den Kanzlerinnensturz vermieden. Die Macht dazu hat er immer gehabt.

Ein solches Ministerium zu schaffen ist taktisch klug. Den deutschen Schlafschafen wird suggeriert, dass die Regierung alles richtig macht und sich um die „deutsche Heimat“ kümmert. Aber wie kümmert man sich um das Wohlbefinden einer Nation, deren Bürger nur „zufällig“ in Deutschland leben? Das hat man den Deutschen jahrzehntelang so beigebracht.

„Heimatliebe ist kein Verbrechen!“, haben sogenannte Rechte skandiert, was von sogenannten Linken gern mit „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda!“ beantwortet wird. Beide haben recht und reden aneinander vorbei. Miteinander für die eigene Heimat einzustehen, wäre die wesentlich bessere Idee.

(M)Eine Heimat!

Vor allem im Westen Deutschlands leben viele Menschen, die niemals eine Identität hatten. Einige Linke verbreiten ganz offen Hass gegen alles Deutsche, wie die Parole „Bomber Harris do it again!“ deutlich zeigt. Diese offene Verhöhnung der Opfer Dresdens, hat kein juristisches Nachspiel für die Verantwortlichen gehabt.

Wenn ich bei den GRÜNEN von meinen beiden Heimatländern sprach, hat man (Frau) mich oft merkwürdig angesehen. Schon damals war mir klar, dass diese Truppe keine Heimat kennt. Aber wie komme ich ausgerechnet heute darauf? Das liegt an dem Tatort „Sonnenwende“, auf den mich eine Freundin aufmerksam gemacht hat. Ein farbloses Polizisten-Duo ermittelt dort gegen „Bio-Nazis“, was Kopfschütteln bei mir ausgelöst hat.

Dabei ging es weniger um die schauspielerische Leistung der beiden Protagonisten, vielmehr um die Botschaft, die dieser Film transportiert. Kurz und knapp lautete sie: Heimat ist Rechts! Dümmer geht es nimmer.

Das Unwort

„Heimatliebe klingt nach Kitsch, Patriotismus nach Rechtsradikalismus. Also lassen sich mit beiden Empfindungen viele lieber nicht in Verbindung bringen“, hat Professor Werner Patzelt in einem Vortrag gesagt. Seine Aussage bringt es auf den Punkt und zeigt das eingeimpfte Problem vieler Deutscher, die mit der Verachtung der eigenen Identität und Heimat, einen riesengroßen Fehler begehen.

„Dennoch mögen gar nicht wenige lange schon in unserem Land Lebende ihre Heimat und empfinden, selbst wenn sie das nicht so nennen, sehr wohl patriotisch. Das erkennt man leicht, wenn der tatsächliche Bedeutungsgehalt von Heimatliebe und Patriotismus freilegt wird. Irgendwie klaffen dort Sein und Bewusstsein auseinander. Dies ist aber aus zwei Gründen wenig wünschenswert: Erstens überlässt man Heimatliebe und Patriotismus sowohl dem Begriff als auch der Sache nach einstweilen den Rechten, ja Rechtsradikalen, die sich das alles – wie immer wieder Wahlplakate der NPD zeigten – sehr gerne aneignen.“ Soweit Professor Patzelt.

Heimatliebe, die Liebe zur eigenen Nation, Stolz auf die eigene Kultur zu sein, ist für die meisten Völker der Normalzustand. Die Studentenbewegung, deren Erben die heutigen GRÜNEN, Teile der SPD und LINKEN sind, verleugnen das seit Jahren. Das wäre kein Problem, wenn sie damit aufhörten uns diese Botschaft auch in Form eines Tatorts zu verkaufen.

Die Provokation

Dazu noch einmal Professor Patzelt: „Es tut unserem Land aber nicht gut, so starke Empfindungen wie Heimatliebe und Patriotismus kampflos der politischen Rechten zu überlassen, welche sie schon einmal, und nachwirkend bis heute, diskreditiert hat. Zweitens braucht gerade ein Einwanderungsland, zu dem das unsere geworden ist, eine zusammenhaltende Bindekraft, die über repressiv erzwungenen Gesetzesgehorsam klar hinausgeht.

Es scheint, dass gerade die Heimatliebe und der aufgeklärte Patriotismus unsere multiethnische und multikulturelle Gesellschaft zusammenhalten können, weil es bei diesen zwei Empfindungen viel weniger um die jeweilige Herkunft als vielmehr um eine gute gemeinsame Zukunft geht. Diesen nicht ganz unprovo­kativen Gedankengang zu plausibilisieren ist der Zweck des Vortrags.“

Die von den meisten (Pseudo)Linken beschworene Integration von Ausländern führt sich selbst ad absurdum, wenn eine Nation weder eine Identität noch eine Liebe zur eigenen Heimat kennt. Womit soll sich der sich der Neuankömmling identifizieren, worin sich integrieren? Also bleibt man einfach unter sich und schon ist die nächste Parallelgesellschaft geschaffen.

Zurück zur Heimat

Viele Nachkommen der in die USA ausgewanderten Deutschen sind noch heute stolz auf ihre Wurzeln. Auch wenn sie lediglich eine Bierzelt-Kultur pflegen, worüber man sich in Deutschland gern lustig macht. Aber wo ist das Problem? Die unterschiedlichen Dialekte, Trachten, Bräuche, all das kann und sollte man Heimat nennen. Und die Verbundenheit mit den Menschen, die wir als Nachbarn kennen.

Der US-Amerikaner hatte lediglich den „Wilden Westen.“ Das ist so ziemlich alles an Geschichte, was diese Nation vorweisen kann. Daraus hat man den totalen Mythos gemacht und Filme über Billy the Kid und Wyatt Earp gedreht. Aber Deutsche schauen wie gelähmt auf jene 12 Jahre ihrer Geschichte, die dieses Land seit 1945 prägen. Die „Erbschuld“ hat ihnen den Stolz genommen.

Was wäre, wenn Deutsche endlich wieder stolz auf sich und ihre Geschichte sein könnten und nicht nur auf die gewonnen Fußball-Weltmeisterschaften? Ein gesunder Patriotismus, wie man ihn von anderen Nationen kennt, wäre das endgültige Aus für radikale Parteien wie die NPD. Aber das haben die Linken nie begriffen.

Die Twitter-Trolle – BILD gegen den Rest der Welt

Manche Artikel sind so gut geschrieben, dass man sie mehrfach lesen kann. Manche Artikel sind so gut geschrieben, dass man sie unbedingt teilen muss! Eine solche Perle ist mir wieder einmal über den Weg gelaufen, was viel zu selten geworden ist.

Der Autor heißt Jens Berger und schreibt für die Nachdenkseiten. „Wehe dem, der gegen den Strom schwimmt“, ist ein Meisterwerk journalistischer Kunst, das die Schmierfinken von BILD und FOCUS gnadenlos entlarvt und auch dem ZDF die Rote Karte zeigt.

Es gäbe noch eine Menge mehr zu den Herren Reichelt, Röpcke und Stritzelt zu sagen und auch über den Intendanten des ZDF. Wie eigentlich über den ganzen von der GEZ finanzierten Staatsfunk, der sich nur noch selten eine differenzierte Meinung leisten kann. Den FOCUS konnte man schon immer vergessen.

Unabhängig davon, was nun wirklich in Syrien geschehen ist, zeigt der Schnappatmer-Reflex der drei BILD-Trolle deutlich, wie dünn die Luft um den angeblichen Giftgasangriff geworden ist. Vielen Dank, Herr Berger, für diese treffende Bezeichnung.

Dünn ist übrigens auch die Auflage der BILD geworden. Immer weniger BundesbürgerInnen greifen zu diesem Schmuddelpapier. Vielleicht erklärt das den vehementen Einsatz der drei Schreiberlinge, die nun auf Twitter für mehr Aufmerksamkeit buhlen müssen.

„Noch 1,4 Millionen verkauft BILD gemeinsam mit dem Ableger Fußball-BILD, etwa ein Drittel seiner früheren Erfolgszahlen; fast 200.000 Leser haben im Vergleich zum 4. Quartal im 1. Quartal dieses Jahres auf den Kauf verzichtet.“, hat Roland Tichy recherchiert.

Ich habe schon seit Jahren eine eigene Meinung zum angeblichen Syrien-Konflikt, die sich ebenfalls nicht mit dem Bild von NATO, USA und der EU deckt. Die über den angeblichen Giftgasanschlag ähnelt durchaus der, die der nun zu Unrecht gescholtene Journalist des ZDF vorgestellt hat.

Im Gegensatz zu ihm gibt es bei mir keinen Intendant und keine Atlantik-Brücke, die mich zurück auf den Kurs des Westens schicken wollen. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Deutschland, Europa und auch die USA sind überwiegend christlich geprägt. Christliche Werte bestimmen den Alltag und den (Aber)Glauben der Menschen. JapanerInnen haben damit kein Problem. Wir sind zwar überwiegend Buddhisten, aber irgendwo auch Shintoisten und christliche Bräuche mögen wir auch recht gern.

Als Buddhistin war ich vom Religionsunterricht befreit, habe mich aber freiwillig neben meine Freundin Nathalie gesetzt und den Geschichten um Jesus und seine Apostel gelauscht. Schon damals fielen mir gewisse Ähnlichkeiten mit dem Buddhismus auf. Ich mochte die friedlichen Christen.

Eine Japanerin (be)sucht Gott

Klein-Mayumi ist also tapfer mit in die Kirche marschiert und hat der Pfarrerin zugehört. Eines Tages, ganz meiner Natur entsprechend, hat sich mein Widerspruch geregt, als ich von den 10 Plagen gelesen habe. „Warum hat dieser Gott Kinder umgebracht?“, wollte ich wissen, „das war falsch!“ Die Pfarrerin erklärte mir, dass Gott sich niemals irre und wir ihn nicht mit menschlichen Maßstäben messen könnten.

Wenn ich mich richtig erinnere, ich war damals erst 9 Jahre alt, habe ich der Geistlichen heftig widersprochen und gesagt „Wenn dieser Gott wirklich so mächtig ist, wieso hat er die Juden nicht einfach aus Ägypten geführt? Wieso musste er diese 10 Plagen schicken?“ Wieso, weshalb, warum …?

„Buddha lehrt uns keine Gewalt auszuüben“, habe ich ihr erklärt, „er hätte das niemals getan!“ „Aber du hast doch auch schon Jungs verprügelt“, kam der schmunzelnde Konter. „Ich habe mich gewehrt!“, gab ich empört zurück. „Außerdem leben die ja noch und sie haben angefangen!“ Kindermund tut Wahrheit kund.

Friede sei mit euch!?

Die Frau hat mit viel Geduld versucht mich zu überzeugen und ist natürlich gescheitert. Danach empfand ich die Christen als weniger friedlich und ihr Gott war mir suspekt. Ich habe Nathalie in den buddhistischen Tempel in Düsseldorf mitgenommen, das fand sie richtig toll. Mit der Zeit hat sie beschlossen ihren eigenen Glauben zu pflegen. Buddha für immer.

Ich habe trotzdem in der Bibel gelesen und ab und an mit der Pfarrerin debattiert. Die Frau war nett, aber mir geistlich nicht gewachsen. Dabei sind Buddhas Lehren für jedermann. Aber offenbar nichts für evangelische Christen. Was mich zum eigentlichen Kern des Beitrags führt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Damit habe ich so mein Problem.

Da haben wir also dieses „Tier“ in Syrien, wie der Herr Trump den syrischen Herrscher bezeichnet hat. Der Herr Trump, das wissen wir alle, twittert für sein Leben gern. Und der Herr Trump ist auch der oberste Weltpolizist. Er und seine USA. Geht ja mal so überhaupt nicht, dass so ein Diktator wie der Herr Assad die eigene Bevölkerung massakriert! Das machen die Amerikaner zwar auch, aber die nennen das anders. Was macht das schon, wenn mal wieder ein Cop einen unschuldigen Schwarzen erschießt! Fair wäre es, wenn dann eine afrikanische Armee in die USA marschiert. Rufen wir doch mal im Kongo an.

The Good, the Bad and …?

Als guter Christ muss der Herr Trump also christliche Raketen schicken, die den Herrn Assad bestrafen. Zwar hat er keinerlei Beweise, aber als Weltpolizist ist er sowas wie Gott und der irrt sich bekanntlich nicht. Die Anschuldigung genügt sich also wieder einmal selbst, wie schon im Fall Skripal. Ich weiß nicht, welches Gift angeblich gegen den Mann eingesetzt worden ist, aber ich habe meinen Onkel, den Polizisten gefragt und der sein Team vom Labor.

Wenn es Nervengift war, so deren einhellige Meinung, war die Dosis minimal. Sonst wären Dutzende, vielleicht Hunderte gestorben. Das ist so bei Nervengift. Mal ehrlich, so stümperhaft kann kein Geheimdienst sein. Vielleicht war es auch nur eine Warnung? Nein, mit Nervengift spaßt man nicht. Auch minimale Spuren sind langfristig tödlich. Wobei lang relativ zu sehen ist. Aber die deutschen Medien verschweigen das. Oder sie haben mal wieder einen schlampigen Job gemacht. Kann ja mal passieren …

Überhaupt sollten die Medien hellhörig geworden sein, als die Amerikaner angebliche Forschungseinrichtungen der Syrer bombardierten. Man beschießt also Einrichtungen, in denen vermutlich chemische Kampfstoffe lagern und riskiert zig Tausend Tote? Wieso denkt eigentlich keiner nach bevor er den Mund aufmacht und solchen Quatsch verbreitet? Ich vergaß, weil die Medien das denken für die Bevölkerung übernehmen. Vielleicht ist es an der Zeit genau das zu ändern.

Ein bisschen Frieden

Nun sind auch BuddhistInnen nicht immer friedlich, wie man an meinem Beispiel gut erkennt. Nur schieben wir niemals den Glauben vor, wenn wir anderen den Hintern versohlen. Wir haben immer einen anderen Grund. Das Argument „Myanmar“ ist übrigens so dumm wie lächerlich. Was dort passiert ist purer Rassismus und hat nichts mit dem Glauben zu tun. Aber auch das hat wieder niemand gewusst.

Japan hat eine kriegerische Vergangenheit und auch mir sind Maßnahmen gegen Ungerechtigkeit nicht fremd. Nur kann ich unterscheiden wann es eine Backpfeife gibt und wann einen Tritt in den Hintern. Der Herr Trump, den seine ultrageheimen Geheimdienste auf Kurs gebracht haben, hat erneut überreagiert. Und morgen schießt er dann Raketen nach (Land deiner Wahl)?

Was die meisten übersehen, ein Präsident der USA ist nur für einige Jahre gewählt. Die Geheimdienste aber bleiben für immer. Vielleicht schaut der eine oder andere einmal nach dem Begriff „Tiefer Staat.“ Vielleicht gehen dann einigen die Augen auf. Aber vielleicht schlafen sie auch für immer.

The Bad, the Ugly and …?

Wer ist nun böse, wer zeigt der Welt wirklich die hässliche Fratze der Gewalt? Vielleicht sollte sich der Westen intensiver um die Weißhelme in Syrien kümmern und nachfragen wer die gegründet hat. Vielleicht wäre man überrascht, dass es ein britischer Ex-Söldner war. Vielleicht sollten sich deutsche MedienvertreterInnen fragen, warum deren Angehörige IS-Flaggen tragen, oder warum der IS oft nebenan residiert.

Vielleicht wäre die Öffentlichkeit auch überrascht, dass die USA die Weißhelme mit 23 Millionen US-Dollar und die Briten mit 32 Millionen Pfund unterstützen. Und vielleicht, aber nur vielleicht sollte man weniger Tagesschau glotzen und vielleicht auch keinen Antisemiten zujubeln, denen eine verblödete Musikindustrie auch noch Echos verleiht. (M)Ein Lob an Campino, der das sofort angesprochen hat.

Der Herr Assad ist nun mit Sicherheit kein Heiliger, so wenig wie das der Herr Putin ist. Und der Herr Trump ist auch kein Guter, aber das haben wir alle schon gewusst. Wer wirklich die Fäden zieht, was so in Syrien passiert, das füllt nun bereits mehrere Bücher, die natürlich alle von angeblichen Verschwörungstheoretikern geschrieben worden sind. Die könnte man auch lesen. Alternativ auch mich.

Es steht in der Zeitung, es ist also wahr!

Ich zitiere mich selbst aus meinem Beitrag vom letzten Jahr: „Unsere Medien werden zum größten Teil von nur drei globalen Nachrichtenagenturen gefüttert, mit Sitz in New York, London und Paris. Kein Redakteur einer Lokalzeitung war also jemals vor Ort in Kriegsgebieten oder hat mit einem Staatschef ein Interview geführt.

Daher sind die Überschriften oft nicht nur ähnlich, sie sind so identisch, als ob es sich um eineiige Zwillinge handelt. Eine Untersuchung  der Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz illustriert diese Effekte deutlich: 78% aller Artikel basieren ganz oder teilweise auf Agenturmeldungen, jedoch 0% auf investigativer Recherche.

82% aller Kommentare und  Interviews sind USA/NATO-freundlich, während Propaganda ausschließlich der Gegenseite zugeordnet wird. So werden Meinungen gemacht, das neue Feindbild entsteht.

Die Namen der drei Agenturen kennt jeder: AP (Associated Press), mit weltweit über 4.000 Mitarbeitern und Sitz in New York. AP versorgt rund 12.000 Medien weltweit und erreicht so die Hälfte der Weltbevölkerung.

AFP (Agence France Press), mit Sitz in Paris, ist der zweite Kandidat. Auch hier man rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt und teilt sich den restlichen Markt mit Reuters in London, die etwas mehr als 3.000 Mitarbeiter hat.

DPA, SDA (Schweizerische Depeschenagentur), ADA (Austria Presse Agentur) sind nur relativ kleine (nationale) Lichter, wobei die Deutsche Presse Agentur führend ist und noch rund 1.000 eigene KorrespondentInnen unterhält.

Wenn man jetzt noch weiß, dass das amerikanische Pentagon mehr als 27.000 PR-Spezialisten beschäftigt, diese über ein jährliches Budget von rund 5 Milliarden Dollar verfügen, diese Spezialisten nichts anderes tun, als Geschichten zu verbreiten, ahnt man vielleicht das ganze Ausmaß der Manipulation.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, niemand bezichtigt das Pentagon der Lüge, aber sie liefern Informationen an die drei Agenturen, die niemand nachprüfen kann. Also schlagen vielleicht „russische Rakten“ in Syrien ein und implizieren einen russischen Aggressor.

Dass die Raketen von den Rebellen stammen, sieht die Öffentlichkeit natürlich nicht. Und kein Journalist prüft es nach. Keiner? Wer es doch wagt, wer vielleicht arabisch spricht, wer eine andere Meinung propagiert, wird sofort als Lügner und Verschwörer abgestraft. Damit Putin „der Böse“ bleibt.“

Auge um Auge, Zahn um Zahn bekommt auf diese Weise eine völlig neue Bedeutung. Die Welt, das ist kein friedlicher Ort, die Welt, das ist in Wirklichkeit ein Dschungel, der von Raubtieren und Schafen bevölkert ist. Nur leider haben die Schafe vergessen, dass sie in der Überzahl sind. Endlich aufzuwachen wäre gut.

Warum ich eine Patriotin bin

Als in Deutschland aufgewachsene Japanerin bin ich ein Kind zweier Welten. Ich habe zwei Heimatländer und komme wunderbar damit klar. Integration gelungen, so einfach kann das sein. Aber war es das wirklich? Meine ersten Eindrücke von Deutschland sind verschwommen. Vermutlich haben meine Eltern mir vieles nur erzählt. Und doch sind da Bilder von Menschen, denen ich noch heute verbunden bin.

Meine Eltern hatten die Wahl mich japanisch oder deutsch aufwachsen zu lassen. Sie haben den deutschen Weg gewählt (Schule), wofür ich ihnen unendlich dankbar bin. Und doch bin ich Japanerin geblieben. Ein Widerspruch? Nein. Die Antwort heißt Liebe zur Familie, zur Heimat, die Bewahrung von Traditionen. So haben auch Deutsche in Russland „überlebt.“

Klein-Mayumi ist also tapfer in den Tempel marschiert und hat sich Buddhas Lehren angehört. Die Sprache war nie ein Problem, die japanische Schrift habe ich nach und nach verinnerlicht. Heute kann ich vermutlich mehr Kanji lesen und schreiben, als viele JapanerInnen. Warum mir aber China einen Strich durch die Kanji macht, habe ich nie so recht verstanden. Frechheit, dass man dort die Schrift vereinfacht hat.

Heimat

Wie ist das nun als Japanerin in Deutschland aufzuwachsen? Hat das jemals Probleme gemacht? Mir nie, was aber auch der Tatsache geschuldet ist, dass es in Düsseldorf „Klein Tokio“ gibt und mein Selbstbewusstsein schon immer meine Körpergröße überragte. Natürlich haben mich die Kinder neugierig angeschaut. Ebenso natürlich, habe ich zurückgeschaut.

„Woher kommst du, du hast aber schöne Haare“, waren die ersten Sätze, die zu einer wunderbaren Freundschaft führten. Gesagt hat sie Natalie, ein Engel in Menschengestalt. Sie gab mir das Gefühl willkommen zu sein und hat, wie Yuki heute, mein Temperament mit sanfter Hand gezügelt.

Ich erinnere mich daran, wie ich die Aussprache meiner Mutter korrigierte, nachdem mein Deutsch immer besser geworden ist. Witzig dabei, meine Eltern konnten die Sprache schon, als sie nach Deutschland kamen. Wenn auch mit deutlichem Akzent. Das hat sich nie geändert.

Was hat das nun mit Patriotismus zu tun? Eine ganze Menge. Gerade WEIL ich Japanerin bin, bin ich durch und durch Patriotin. Viele Deutsche reagieren darauf mit Skepsis und Unverständnis. Für JapanerInnen ist Japan, ist die Gemeinschaft alles, erst an zweiter Stelle kommt das Individuum. Deutsche verwechseln das mit Nationalismus. Den Unterschied habe ich bereits vor einem Jahr erklärt: Patriotismus, ein deutsches Problem

Heimat 2

Ich fühle eine tiefe Verbundenheit mit Deutschland und seinen Menschen. Es tut mir weh Parolen wie „Deutschland verrecke!“ oder „Deutschland, du mieses Stück Scheiße!“ zu sehen. Aber das ist eine Meinung, die ich in einer Demokratie aushalten muss. Und ich werde das Recht sie zu sagen verteidigen. Auch wenn mir die Antifa dafür „an den Kragen“ will.

Ich werde sie aber ebenso verbal bekämpfen und meine Meinung vertreten, dass nämlich die von vielen Deutschen verleugnete Kultur einzigartig ist. Selbsthass, der in der Hofierung und Erhöhung alles Fremden resultiert, ist mir fremd geblieben. Bei mir hat die Indoktrination versagt. Und wie ist das mit Europa?

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei einer Leserin bedanken, deren Verse ich für mein Leben gern lese und die ich dafür wirklich und aufrichtig bewundere. Der Diskurs mit ihr hat mich auf die Idee zu diesem Beitrag gebracht. Vielen Dank dafür.

Europäisch zu denken und deutsch zu sein ist kein Widerspruch für mich. Umgekehrt wäre es das. Patriotismus fördert den Zusammenhalt von Menschen als Nation. Nationalismus, der sich im Hass anderen gegenüber äußert, ist mir fremd. Wobei diese Koreaner ja wirklich glauben, dass sie „Karate“ können. Hat jeder den Scherz erkannt?

Europa und EU

Ich mag die europäische Vielfalt, die bunten Unterschiede in Kultur und Sprache. Warum, so frage ich mich, will man das mit vermischen? Damit es noch bunter wird? Was soll daraus entstehen? Ein neuer Schmelztiegel der Nationen nach dem Beispiel USA? Keine gute Idee. Schon allein an der Sprache wird es scheitern. Kein Franzose will Englisch, kein Pole Ungarisch, kein Deutscher Italienisch sprechen. Und Esperanto ist schon lange tot.

Europa kann und wird niemals eine wirkliche Einheit im Sinn eines Bundesstaates werden, wie ihn die EU-Führung anstrebt. Aber hier treffen zwei völlig verschiedene Begriffe aufeinander. Das historisch entstandene Europa und das politische Konstrukt EU. Als Ökonomin plädiere ich für eine Rückkehr zur EWG, zur Abschaffung der Macht Brüssels (EU Parlament) in der jetzigen Form.

Das klingt sehr konservativ, ich weiß. Und es wird mir wieder harsche Kritik von Freundinnen bei den Linken / GRÜNEN einbringen, deren Vorzeigeobjekt ich lange war. „Wie kannst du nur, Mayumi! Du als Japanerin (Ausländerin)!“

Vielleicht soll die Überflutung Europas mit Migranten die Gemeinschaft der Staaten fördern und einen neuen Europäer schaffen. Ich prognostiziere ein Scheitern auf der ganzen Linie. Kurzfristig kann man (Wirtschaft) mit Migration Geld verdienen. Wer massenhaft als Flüchtlinge deklarierte Migranten ins Land holt, wird für instabile Verhältnisse sorgen. Einen Vorgeschmack haben wir schon.

Für Japaner wäre es undenkbar, die Identität aufzugeben und eine Asiatische Union mit Korea und China einzugehen. Obwohl wir alle gleich aussehen (!?!), sind die kulturellen Unterschiede riesig. Und andere Sprachen sprechen wir bekanntlich auch. Eine AWU hätte ein andere Qualität, wobei das W für Wirtschaft steht. Ansatzweise haben wir das schon, Stichwort „ASEAN +3.“

Gesunder Patriotismus

„Aber es leben doch ChinesInnen und KoreanerInnen in Japan und umgekehrt“, ist ein Satz, der bei einer Diskussion gefallen ist. Was die Sprecherin damit sagen wollte, war ihr dann selbst nicht klar. Ich schlage an dieser Stelle einen Bogen zurück zum gesunden Patriotismus, der in der Liebe zum eigenen Land resultiert. Wer nun noch immer Patriotismus mit Nationalismus verwechselt, der hat nichts kapiert.

Für Asiaten ist es übrigens völlig unverständlich, wie ein Volk durch eine (erzwungene) Masseneinwanderung seinen Untergang besiegelt. Ein chinesischer Geschäftsmann fragte mich „What’s wrong with Germany?“  Er kennt meinen Hintergrund und kann nicht verstehen, was in Deutschland geschieht.

Ähnlich sehen es auch Japaner. Mein Onkel hat sich besorgt über die Demonstrationen und den Aufmarsch der Antifa gezeigt und uns geraten, vorerst in Japan zu bleiben. Als ich sagte, dass ich natürlich daran teilnehmen möchte, hat er wissend genickt. Aber das bin ich Deutschland schuldig. Patriotismus, wir erinnern uns.

Wenn alles so klappt wie ich das möchte, werde ich bald wieder, wenn auch nur kurz, in Deutschland sein. Es gilt einiges in Düsseldorf zu regeln, während meine Eltern in Japan sind und vorerst auch bleiben. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen.

Manga, Miezen und Karossen

Unser Leben in Japan ist anders. Die Zeitumstellung haben wir schon längst vergessen. Nur mein Laptop läuft noch immer auf deutscher Zeit, eine letzte Erinnerung an gestern. Wir knüpfen Kontakte mit japanischen Firmen, die mit Deutschland handeln wollen. Unser großer Vorteil, wir sprechen beide Sprachen.

Meine Cousine erlebt einen Höhenflug, die Depression scheint wie weggeblasen. Aber bleibt das auch so? Tapfer übt sie Karate, die Mädchen freuen sich. Ohnehin sind sie der absolute Mittelpunkt unserer Familie. Überall nur Tanten und Onkel, die sie auf Händen tragen.

Wir machen Pläne für die Zukunft und verwerfen sie wieder. „Du machst Pläne!“, sagt Yuki frech, „und mich damit wahnsinnig!“ Ken hat sich verändert, die letzte Trennung war ein harter Schlag. Wir sehen ihn kaum, er arbeitet Tag und Nacht. Übermüdet fällt er von einer Leiter, nun liegt er mit Rippenbruch im Krankenhaus.

Wir besuchen den Kindskopf, der schon wieder lachen kann. „Barbie Cousinchen“, begrüßt er mich, „bitte hol mich ganz schnell wieder raus!“ Den jungen Arzt zu überreden ist einfach, er ist Kens Freund seit Kindertagen. Mit Leidensmiene steigt Ken ins Auto, zu Hause steckt ihn die Tante wieder ins Bett.

Am 12. Januar 2018 ruft der Auto Salon in Tokio. Prompt machen wir uns auf den Weg. Zwei Stunden Flugzeit trennen uns von den Edelkarossen. Wir fliegen im Auftrag, aber Spaß werden wir trotzdem haben. Unsere Mission, die Trends aus Japan kritisch zu betrachten. Aber werden in Japan Trends gemacht?

Die Antwort ist kompliziert und irgendwie japanisch, wir veredeln Trends, wir machen sie besser. Das Maß aller Dinge in der Autobranche bleiben immer noch die USA. Aber für die SEMA Show in Las Vegas hatten wir leider keine Zeit. Das wird sich vielleicht 2018 ändern, Los Angeles ist noch immer eine Option.

Tokio ist immer eine Reise wert. Wir waren schon öfter hier. Aber an diesem Wochenende werden wir keine Zeit für das bunte Treiben haben, wir sind zu einer noch bunteren Welt unterwegs. Diese Welt besteht aus in Stahl gepresste Leidenschaft, Auto Salon wir kommen!

Während ich in einem Manga blättere schaut sich Yuki die neuste Mode an. Dann tauschen wir die Hefte. Elfchen schnauft. „Was du auch immer liest!“ Dabei ist die Geschichte völlig harmlos. Also fast. Was kann ich dafür, wenn die Heldin alle niedermetzelt? Aber die neuen Modetrends finden wir dann beide gut.

Am Flughafen Tokio angekommen genießen wir die Fahrt mit dem Zug. Keiner spricht, einige Fahrgäste tragen Mundschutz. Das werden wir auf der Messe noch öfter sehen. Ob das wirklich vor Erkältung schützt? Elfchen und ich sind gegen Grippe geimpft, das machen immer so. 11 Hallen mit 880 Autos erwarten uns. Gegen dieses Virus hilft keine Spritze.

Alles was Rang und Namen hat tummelt sich auf der Messe. Deutsche Klänge hören wir ebenso, wie Französisch und Englisch. Ein bekannter Youtuber hastet vorbei, ich höre vertraute Klänge. „Die Welt ist klein geworden“, sage ich auf Japanisch. Yuki schaut und nickt. Aber Werbung werde ich keine für ihn machen.

Ich schieße Bilder, die für Wolf gedacht sind. Noch von der Messe maile ich sie ihm zu. Es geht vornehmlich um Folgen und Body Kits, die Tuning Schmiede geht mit der Zeit. Wir nehmen Prospekte mit und Visitenkarten, mein Rucksack ist zum Glück fast leer.

Wir treffen Herrn Yamasaki. Einige LeserInnen erinnern sich bestimmt, wir haben ihn bereits in Detroit gesehen. Knapp dreißig Minuten ziehespäter haben wir seine Unterschrift in der Tasche. Niemand verhandelt so gut wie wir. „Wie du!“, diktiert mir Yuki, sie hat neben mir gesessen.

Die Eindrücke erschlagen uns fast. Ein Nissan GT-R Umbau zieht mich magisch an. Und ist das nicht der Honda NSX? Wie eine Katze schleiche ich um den Wagen. Der ist toll, das Mädchen davor fast noch besser. Prompt schießt Yuki böse Blicke auf sie ab und ich fotografiere nur den Honda. Wirklich tummeln sich viele schöne Frauen auf der Messe. Sie werten auf, was kaum noch aufzuwerten ist.

Wir bleiben zwei Tage und fliegen am Sonntag wieder zurück. Aber wir haben uns nicht nur Autos angesehen. Tokio ist immer eine Reise wert. Ich kann die Stadt nur wärmstens empfehlen. Yuki gibt die Eifersüchtige, als wir im Flieger sitzen. „Ich lasse mir jetzt die Fingernägel wachsen“, sagt sie zum Spaß, „dann kratze ich jeder Mieze die Augen aus.“ Prompt habe ich „Miau!“ gesagt und bin nun vor Liebe blind.

 

Im Osten nichts Neues

Im Osten nichts Neues. Außer, dass ich in meiner Heimat angekommen bin, die mich (wieder) zur Japanerin macht. Davon in einem anderen Beitrag mehr. Vielleicht nur kurz, wir fühlen uns hier wohl. Kein Terror, keine Flüchtlingskrise. Warum, so fragt man sich, kann das nicht weltweit die Regel sein?

Aber da ist natürlich Kim, der ach so böse Nordkoreaner. Hatte ich schon erwähnt, dass einer der beiden japanischen Hubschrauberträger einsatzbereit vor der koreanischen Küste steht? Im Osten also doch etwas Neues? Wer japanische Politik verfolgt weiß mehr.

2018 beginnt dort, wo 2017 geendet hat. Nun also „brennt“ der Iran. Ich wiederhole mich und rege erneut an, die einfache(n) Frage(n) zu stellen: „Wem nutzt das?“ Oder: „Warum jetzt?“

JournalistInnen, die ihrer Chefredaktion die Stiefel lecken, schreiben über die angeblichen Gründe der Proteste. Hohe Arbeitslosigkeit, gestiegene Preise für Lebensmittel sollen unter anderem dafür verantwortlich sein. Dumm nur, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Europa noch höher ist und dort keine Menschen auf die Straßen gehen.

Saudi Arabien erhöht die Mehrwertsteuer. Hat es dort bereits Proteste gegeben? Kaum anzunehmen, die Saudis und die USA sind verbündet, das kommende Szenario ist also klar. Man möchte das Regime in Teheran stürzen und eine dem Westen genehmere Regierung einsetzen. Damit, so hofft man, könnte doch noch Syrien fallen. Politik kann so einfach sein.

Was ich schreibe ist nur die Oberfläche dessen, was sich hinter den Kulissen abspielt. Während wir in den Osten blicken, werden im Westen Pfründe gezählt. CDU und SPD schachern um die Posten, die GroKo-Tragödie nimmt ihren Lauf.

Österreich macht Deutschland vor, was ein Regierungswechsel bedeutet. Mit Sorge blickt das politische Berlin nach Wien. Oder ist es doch nur Neid? Unterdessen sucht die CSU den Schulterschluss mit dem „Rebellen“ Orban. Wird Politik aus Bayern endlich wieder interessant?

„Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“, hat die Gruppe Tocotronic vor Jahren gesungen. Auch wenn ich schon über Dreißig bin, diese Jugend bin auch ich. Vielleicht ist es wirklich Zeit aufzustehen und das Establishment abzulösen. Um eine neue Ordnung zu errichten, die gut für alle Menschen ist.

Das Kabinett der Eitelkeiten

Diesen und alle meine politischen Beiträge schreibe ich unter der für die meisten Menschen geltenden Prämisse, dass wir in einer Demokratie leben, die von freien Wahlen getragen wird. 

Während sich in Österreich eine neue liberal-konservative Regierung bildet, die das Land aus Jahren politischer Agonie befreit, wird in Deutschland ein neues Spiel gespielt. „Wir wählen uns eine neue Regierung“ soll es heißen und hat das Potenzial zur „Number One.“

Schon sehe ich Unverständnis in den Augen meiner LeserInnen. Ist die Japanerin nun völlig irre? Zum besseren Verständnis bitte ich den Blick auf FDP-Chef Lindner zu richten, der nach Aussagen seiner VerhandlungspartnerInnen, die Koalitionsgespräche platzen ließ. Kurze Pause, harter Schnitt. Hat er das wirklich?

Schaut man sich an, wer wochenlang die Sondierungen und Verhandlungen führte, so wird schnell klar, dass es niemals einen Konsens geben konnte. Zu unterschiedlich sind die Positionen der Parteien. Was wir in den letzten Wochen erlebt haben war eine Show, die einmal mehr der Steuerzahler finanzierte.

Diese Kolation war nie geplant. Nur einige Grünen haben das noch immer nicht kapiert. FDP und Grüne standen mit dem Rücken zur Wand. Beide hatten ihren WählerInnen Dinge versprochen, die sie einhalten mussten. Zumindest als Kompromiss.

Aber während sich die grüne Doppelspitze der Kanzlerin in einer Weise andiente, die einfach nur erbärmlich ist, immerhin ging es um Ministerposten und fette Diäten, blieb Lindner auf Distanz.

Sein Plan war stets, die FDP wieder in den Bundestag zu führen und dort in vier Jahren Oppostion Akzente zu setzen. Den Plan hat ihm die SPD vergeigt. Nein, nicht die gesamte SPD, es war deren beleidigter Chef, Martin Schulz.

Munition gegen eine neu aufgelegte GroKo zu finden wäre nicht sonderlich schwer. Problematischer dagegen ist die AfD, deren Positionen auch Lindner immer mehr vertritt. Ich habe schon vor Wochen angedeutet, dass man sowohl Frau Petry, die AfD und die FDP im Auge behalten soll. Auch in Österreich musste sich die FPÖ schon neu erfinden.

Natürlich geifern nun CDU/CSU und Grüne im Chor und schieben die alleinige Schuld des Scheiterns auf Lindner. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Natürlich hat Lindner taktiert, aber Merkel und die Grünen auch. Und die haben sich klar verzockt. Die „fast erreichte Einigkeit“ ist vorgeschoben.

Man könnte das Theater, das eigentlich eine Schmierenkomödie ist, auch mit anderen Augen sehen. Nämlich so, dass wir eine geplante Aktion erleben durften, an der (fast) alle Parteien beteiligt sind. Ich erkläre später noch warum.

Prompt kommen aus der Wirtschaft deutliche Signale, die natürlich von Enttäuschung sprechen. An dieser Stelle müssten Interessierte hellhörig werden, hat sich doch die wahre Macht im Staat zu Wort gemeldet.

Wem nutzt nun der Abbruch der Gespräche, wie kann es weitergehen? Christoph Seils, Ressortleiter „Berliner Republik“ beim CICERO, sieht die Autorität der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden so nachhaltig beschädigt, dass ihre Tage an der Macht gezählt sein dürften. Das letzte Aufgebot des bestehenden etablierten Parteiensystems habe kapituliert.

Ich bin da skeptischer und warne davor Frau Merkel zu unterschätzen. Zwar hat sie nach dem Wahldebakel nun eine zweite Niederlage erlitten, aber auch ein Boxkampf geht über mehrere Runden und noch ist die Frau nicht besiegt. Ich warne ebenfalls davor, nur das Offensichtliche zu sehen. Es gibt keine Zufälle in der Politik.

Merkels Plan ist insofern aufgegangen, dass sie eine Rot-Rot-Grüne Mehrheit verhindert hat. Dafür hat sie die AfD benutzt, die bei der Wahl zu viele Stimmen bekam. Merkel wollte mit starken Grünen regieren und die wollten das auch.

Deren Linke und Altkommunisten hätte Merkel bei einer Regierungsbeteiligung ebenfalls noch links überholt und die Partei so zur Bedeutungslosigkeit degradiert, um sich in einigen Jahren, als große Retterin zu präsentieren. Bis dahin, so die Hoffnung könnte sich die AfD entweder selbst aufgerieben haben oder ist einen Schmusekurs mit konservativen Kräften in der CDU gefahren. Das Ergebnis ist vermutlich jedem klar.

Amüsiert habe ich den Auftritt der LINKEN-Chefin verfolgt, die sich „auf alle Eventualitäten“ vorbereitet. Träumt die Frau von Rot-Rot-Gelb-Grün? Ließe Lindner sich darauf ein, wäre das sein politisches Ende. Und in Deutschland blieben weiter Grenzen offen.

Nicht nur die Presse, auch das Grundgesetz sieht nun den Bundespräsidenten in der Pflicht. Aber der kommt bekanntlich aus der SPD und hat sich bisher wenig mit Ruhm bekleckert. Allerdings könnte vermutlich er, natürlich inoffiziell, die SPD erneut in die GroKo bringen. Bei einem Rücktritt von Frau Merkel?

Ideal wäre anders, aber Merkel immerhin weg. Und damit hätte man ein Ziel erreicht, das die SPD insgeheim verfolgt und Millionen von BundesbürgerInnen würden jubeln. Als Nachfolgerin wäre eine Kanzlerin von der Leyen keine gute Alternative. Oder käme dann Jens Spahn?

„Kriegen Steinmeier und Merkel die SPD noch rum?“, schreibt BILD und präsentiert sich einmal mehr als Meinungsmacher. Ich warte schon eine Weile auf den Moment, wenn dort Merkels Rücktritt gefordert wird. Dann ist „Mutti“ weg.

Steinmeiers Auftritt wirkte wenig souverän. Er war offensichtlich der einzige Nichteingeweihte dieses Spiels, in dem man nun offenbar auf Neuwahlen setzt. Aber die für seine Verhältnisse deutlichen Worte an die Adresse der SPD, sollten dort die Alarmglocken schrillen lassen.

Natürlich hat er keine Namen genannt. Aber jeder politisch Interessierte konnte klar erkennen, wen er in die Pflicht genommen hat. Aber kommen wir zurück zur „Aktion Jamaika.“ Nicht Merkel, die AfD soll nun wieder weg. Mit Neuwahlen hofft man in Berlin, dass die bösen Geister ausgetrieben werden und man zur Tages- oder besser Merkelordnung übergehen kann.

Unabhängig davon, dass eine abgewählte Regierung, die nur noch geschäftsführend ihr Amt bekleidet, nicht einfach Neuwahlen ausrufen kann, um dann vielleicht ein besseres Ergebnis zu erzielen, sehe ich in Neuwahlen ein Risiko für die SPD. Viele WählerInnen werden sich enttäuscht von „ihren Sozis“ abwenden und andere Parteien hofieren. Salopp gesagt redet Schulz sich zur Zeit um Kopf und Kragen. Ob er das nächste Bauernopfer wird? Von Schulz zu Scholz ist nur ein kleiner Schritt.

Aber auch die anderen Parteien könnten verlieren. Möglicherweise werden noch mehr CDU-WählerInnen ihre Stimme der AfD geben, um wirklich einen Wechsel zu realisieren. Tritt Merkel erneut an und verliert sie dann wieder, wird sie in die Rente geschickt.

Der FDP-Vize Kubicki hat in seiner Rede auch der SPD den Ball zugespielt, die ihn aber noch nicht fangen will. Stattdessen feiert Schulz seine SPD-MinisterInnen, die geschäftsführend auf ihren Posten sitzen. Wie widersinnig das ist, kann er offenbar nicht erkennen. Vielleicht wird der Bundespräsident ihn mahnend erinnern.

Die SPD gestaltet zur Zeit noch mit an deutscher Politik, will diese Möglichkeit aber aus den Händen geben, um schmollend in der Ecke sitzend, „der CDU in die Fresse zu hauen.“ Die WählerInnen werden sie dafür bestrafen, da bin ich mir sehr sicher.

Gestärkt werden könnten allerdings die Grünen, deren Auftritt etwas theatralisches hat. Der (fast) Staatsman Özdemir und seine Mitstreiterin Göring-Eckardt, haben „alles richtig gemacht“. Ich sehe das völlig anders. Leider ist die grüne Klientel so weit von der Realität entfernt, wie der Mond von der Erde. Ich muss mich fast schämen wenn ich heute sage „Ich habe früher die Grünen gewählt.“

Kommen Neuwahlen und Merkels Plan scheitert, gewinnt die AfD weitere Prozente, rückt sie plötzlich in den Fokus der Begehrlichkeiten. Und zur Regierung(sbeteiligung) will man dort bekanntlich hin. Wenn auch erst in vier Jahren.

Ob man in Teilen der CDU schon darüber nachgedacht hat, der AfD die Duldung einer Minderheitsregierung anzutragen, ist die spannende Frage dieser Zeit. Ich könnte darauf wetten, wir werden es aber nie erfahren.

Merkel könnte auf diese Weise auch diese Partei zersetzen, die dann halb in der Regierung wäre. In Kombination mit der FDP versteht sich. Diese Konstellation brächte hitzige Debatten ins deutsche Parlament, aber ein vorläufiges Ende von Merkels Allmachtpolitik.

Vermutlich sind meine Zeilen bereits überholt, wenn ich auf „Enter“ drücke. Aber ich musste diese Gedanken noch mit euch teilen, bevor es nächste Woche ins heimische Japan geht. Im Gegensatz zu früheren Jahren, werde ich auch aus Fukuoka bloggen. Wie oft wird man noch sehen.

Leben und andere Kleinigkeiten

Unser Leben in den USA ist anders. Hektischer. Was auch mit meiner Cousine zu tun hat, wir pendeln oft zwischen Santa Barbara und Los Angeles. Es geht ihr besser. Sie ist aktiver und nimmt am Leben teil.

Unsere Freundschaften halten, das Wetter auch. Und mein 4. Dan rückt in greifbare Nähe. Die Techniken sitzen, die Prüfung werde ich bald in Japan machen. Unter Papas strengen Augen, ist doch klar.

Ich übe mit einem Experten, der auch MMA unterrichtet. Seiner ältesten Tochter habe ich dafür mein Karate beigebracht. Nachdem ich ihr zeigte, wie der Ringboden aussah. Mehrfach versteht sich. Heute sind wir dicke Freunde.

Ken wird mit seiner Schwester ebenfalls zurück nach Japan fliegen. Heimat wir kommen. Schon wieder! „Wie finanziert die Japanerin das?“, werden sich Neugierige fragen. Ich arbeite hart für mein Geld. Mehr muss niemand wissen.

Mein Blog verwaist, mir fehlt die Zeit täglich Beiträge zu lesen. Auch meine Sprache leidet. In meinem Kopf ist ein bunter Mix aus Deutsch, Englisch, Japanisch und Mandarin (chinesisch), das ich unbedingt besser kennenlernen will.

Warum Mandarin? Wir planen einen Aufenthalt in China, genauer den Wudang-Bergen. Feng und Fan Fan werden uns begleiten. Die Reise wird im Frühling 2018 sein. Der Plan ist einerseits unser Tai Chi zu verbessern, aber auch Neugier auf China insgesamt.

Ein kurzer Rückblick. Santa Barbara, 25.10.2017. Der Ort, das Haus von Ally und Heather. Yuki macht Frühstück und ich helfe natürlich mit. Während ich Tee koche kommt mir eine Szene in den Sinn. Und biestig wie ich bin, werde ich sie mit euch teilen.

„Willst du, Mayumi, die hier anwesende Yuki zur Frau nehmen, so antworte mit Ja.“ So oder ähnlich wird es später klingen, wenn wir zum zweiten Mal heiraten werden. Wobei das eigentlich die erste Heirat ist, bisher leben wir nur in einer „eingetragenen Lebenspartnerschaft.“

„Aber eine Heirat in den USA zählt doch in Deutschland nicht automatisch!“, höre ich bereits die berechtigte Kritik. Das ist richtig. Aber wer sagt, dass wir zurück nach Deutschland gehen? Falls doch ist es lediglich ein Federstrich.

„Aber zwei Frauen können doch nicht heiraten!“, werden sich auch einige Homophobe empören. Für die gibt es wie immer meinen wunderschönen Mittelfinger.

„Glaubst du wirklich, dass ich dich heirate?“, will Elfchen wissen und lacht über das ganze Gesicht. „Neun Jahre halte ich dich jetzt schon aus, vielleicht sollte ich mir eine Neue suchen.“

„Mach doch“, erwidere ich ungerührt, „ich schnappe mir dann ein nettes Blondchen.“ „Und wer kocht dir dein Essen?“, kontert Yuki frech. „Du wärst doch längst verhungert ohne mich.“

„Soll das heißen, dass ich dich jetzt vernaschen darf?“, frage ich gut gelaunt und gehe auf sie zu. „Geh weg!“, kreischt Yuki, „ich habe schmutzige Hände!“ Ungerührt werfe ich ihr ein Handtuch zu, das sie sofort als Waffe gegen mich benutzt.

„Willst du mich heiraten?“, frage ich aus sicherer Entfernung und höre etwas, das wie „Baka“ klingt. „Also ja“, sage ich und gebe ihr einen Kuss. „Und jetzt trödle nicht rum du Elfenmaus. Wir haben später noch die Welt zu retten.“ Frech wie Yuki ist hat sie: „Und wer rettet mich vor dir?“ gefragt.