Black Rain reloaded

Black Rain reloaded

Regen hat eine symbolische Kraft. Regen wäscht alle Sorgen fort. Die Kurzgeschichte „Black Rain“ hat zwei Mütter. Eine zumindest halbwegs wahre Geschichte und das gleichnamige Lied. Vor einigen Jahren habe ich viel mehr geschrieben. Oft blutigen Horror, was mir ein schmunzelndes Kopfschütteln von Yuki einbrachte. Keine Ahnung was die immer hat.

Geschichte(n) die das Leben schrieb

Aber für Japaner sind das einfach nur Geschichten, die keiner ernst nehmen wird. In U-Bahnen sieht man oft Manga lesende Manager sitzen. Niemand stört das. Japaner sind nun mal so. Auch „Gewalt“ kommt durchaus in meinen Texten vor. Einiges habe ich selbst erlebt, aber literarisch abgeändert.

Ich mag gern über (japanische) Geister und Dämonen schreiben. Besonders die Göttin Inari und die Yuki-onna haben es mir angetan. Das nicht erst seit dem Tag, als Yuki in mein Leben trat. Sie, das wisst ihr bestimmt alle, ist eine Elfe und hauchzart. Es sei denn, dass sie mir auf den Hintern haut.

Gelebte Träume

Ein Wort, Musik, ein Sonnenaufgang, das sind meine zu Papier gebrachten Träume. Manchmal helfen sie einem Alltag zu entfliehen, der alles andere als träumerisch ist. Mein Alltag ist oft von eisiger Kälte bestimmt. Ich tanze auf brüchigem Eis, die Raubtiere warten schon. Sie heißen Hass, Neid und Gier. Ich werde auch sie besiegen.

Meine Welt ist so ganz anders, als viele glauben. (Finanz)Geschäfte in Asien zu machen kann anstrengend sein. Besonders in Zeiten von „Corona.“ Aktuell bereiten wir die Reise nach Schweden vor. Wir sind dort herzlich willkommen. Papa Sensei ziert sich noch. Aber schon jetzt steht für ihn fest „Nicht ohne meine (Enkel)Tochter.“ Eltern können einfach (und!) schwierig sein.

Black Rain reloaded

Regen hat eine symbolische Kraft. Regen wäscht alle Sorgen fort. Vor einigen Tagen habe ich Aiko vor dem Haus gesehen, die Arme ausgebreitet im warmen Regen. „Der Himmel weint!“, rief sie mir zu und ihre Augen waren voller Trauer. Ich habe mich neben sie gestellt und ihre kleine Hand genommen. Aiko hat mich angeschaut und alles war gut.

 

 

 

Träumst du noch, oder lebst du schon?

Liebe ist kompliziert und sollte doch so einfach sein. Das stelle ich immer wieder fest. Weniger bei mir, als bei anderen Menschen. Oft genug habe ich Freundinnen durch schwere Zeiten begleitet und Freud und Leid geteilt. Und ich habe Mut gemacht, zugehört und auch Rat gegeben. Nicht immer mit Erfolg.

Jeder von uns hat seine Ideen vom Glück und von der (wahren) Liebe. Meist sind die wildromantisch und haben mit der Realität nicht viel gemein. Prinzessin sucht Edelfrau zum gemeinsamen Leben(sabschnitt). Natürlich schreibe ich aus der Sicht der lesbischen Frau. Aber das ist 1:1 auf hetereosexuelle Paare zu übertragen. Immer wieder fallen mir die Stereotypen auf. „Wie wunderbar sie doch ist … ich darf mich glücklich schätzen … sie ist wie ein Traum.“ Höre ich das, so frage ich sofort nach. Denn meist stimmt dann etwas nicht. Glück ist anders.

In Wahrheit ist die Beziehung oft schwierig und die Probleme stapeln sich. Ein Berg aus Sorgen steht vor der Tür und der Traum verblasst. Frauen neigen trotzdem dazu an ihrer Liebe festzuhalten. Und das ist nie so ganz verkehrt. Was fehlt ist der Blick für die Realität, weg vom Gestern und hin ins Morgen. Oft höre ich auch von der Flucht nach vorn und der erhofften Besserung. Nur wenn die Basis fehlt, dann bleibt ein Traum nur ein Traum. Und mit Träumen kann man keine Familie gründen und keine Rechnungen bezahlen. Der Traum von der Liebe ist dann schon bald nur Erinnerung.

Ich bin eine träumende Realistin. In meiner Brust schlagen gleich zwei Herzen. Romantik und Logik schließen sich bei mir nie aus. Als ich Yuki traf hat es bei mir gefunkt. Und doch habe ich eine mögliche Beziehung sofort analysiert. Bei uns passte alles. Von der Basis bis hin zu den gleichen Ideen. Es gab andere Frauen vor Yuki, die alle nur Zwischenschritte waren. Hübsche Geschöpfe, klug und doch nur Meilensteine auf meinem Weg. Wer mich kennt weiß, wie radikal ich bin. Auch in der Liebe. Ich verschwende weder Zeit bis zum ersten Schritt, noch halte ich krampfhaft an alten Zöpfen fest.

Und genau das ist das Problem der meisten Menschen. Verzweifelt und wider jede Vernunft wollen sie nicht von dem einst geliebten Menschen lassen und heben ihn nun noch in den Himmel. Mit Liebe hat das wenig zu tun. Das ist nur die Angst vor Einsamkeit. Oder vor den Nachbarn, den Freunden, der Familie. Das Leben wird in einem Traum verschwendet, der sich nie erfüllen wird. Andere Menschen können nie so sein, wie wir sie gern hätten. Wer das begreift ist bereis auf dem Weg der Besserung. Geheilt noch lange nicht. Aber jeder der Partner sollte sich fragen, ob er auf Dauer glücklich leben, oder sich nur in einem Traum verlieren will.

„Aber sie gibt mir mit ihrer Liebe erst die Kraft, um an eine glückliche Zukunft zu glauben“, hat eine Bekannte mir gesagt.
Zwei Verlorene im Reich der Tränen. Und davon vergießen sie ziemlich viele. Zwei lange Jahre schon. Bei den beiden passt nichts. Selbst der Sex ist mäßig bis kaum vorhanden. Was bleibt ist Frust und Einsamkeit.
„Wir müssen nur hart genug an uns arbeiten“, fährt die Bekannte fort. Und dann verliert sie sich erneut in Träumen und erzählt wie schön es einmal war.
Zu ihrem Leidwesen glaube ich ihr nicht.

„Schön war es nur in deinen Träumen“, erkläre ich ihr ungerührt. „Ihr beide solltet voneinander lassen und die wahre Liebe finden. Weg von dieser Abhängigkeit, die sonst nur Katzen und Hunde zeigen. Denen geht es ums Futter. Deshalb lieben sie dich.“
Sie schauft hörbar, als ich diese Worte sage. Mayumi pur. Verwässert dürfen andere.

„Erinnerst du dich an meinen alten Toyota?“, will ich von ihr wissen. „Den ich so lange hegte und fuhr? Vor einigen Monaten hat ihn das Zeitliche gesegnet. Eine Reparatur war nicht rentabel.“
„Aber du kannst doch Menschen nicht mit Autos vergleichen!“, erwidert sie empört. „Nur weil wir eine etwas schwierige Zeit haben …“
„Schwierige Zeit?“, unterbreche ich ihren Redefluss. „Du meinst fast schon sklavische Hörigkeit. Wach auf und schau der Realität ins Gesicht. Weder liebst du deine Freundin noch sie dich. Ihr seid lediglich verliebt in die Idee der Liebe und benutzt euch als deren Synonym.“

Ich weiß, wie das klingt und dass ich scheinbar ein eiskaltes Luder bin. Aber eben nur scheinbar. Denn meist behalte ich recht. So auch in diesem Fall. Mittlerweile sind die beiden getrennt, wenn auch nach einigen sehr unschönen Szenen. Und noch viel mehr Tränen, Verzweiflung und Schmerz. Statt nur davon zu träumen, lebe ich lieber mein Leben. Mit meiner Elfe. Ich habe meine Wahl schon lange getroffen. Und ihr könnt das auch.  Lebt euren Traum und hört damit auf euer Leben nur zu träumen.

Lesbensex und Männerträume

Ich habe schon immer gewusst, dass lesbische Frauen ein großes Thema sind. Pünktlich zum Frühling häufen sich eindeutige Suchanfragen auf meinem Blog. „haben lesben auch sex mit männern nur zum spaß“, will ein unbekannter Besucher wissen. Und das ist nicht der einzige Suchbegriff dieser Art.

„Hochattraktiv sei dies in der Vorstellung von Mann“, hat eine holländische Freundin mir einst gesagt. „Männer stehen nun mal auf Frauen, das liegt in ihrer Natur. Und viele Männer erregt der Gedanke zwei Frauen beim Sex zu sehen.“
„Oder welchen mit ihnen zu haben“, füge ich hinzu und verziehe angewidert das Gesicht.
Sie lacht und nickt.
„Es gibt sogar Lesben, die sich Schwulenpornos anschauen“, verrät sie mir. „Aber das ist eine ganz besondere Gattung Frau. Und die mag ich nicht.“

Marike ist deutlich älter als ich und eine wahre Persönlichkeit.
Wenn ich eine Alpha bin, ist sie der Typ Übermutter. Eine Frau, die alle dominiert. Und das ohne Zwang. Ich bin knapp 18 Jahre jung, als ich Marike kennenlerne. Sie ist mit ihrer Frau Tomke unterwegs und ihren Kindern. Der Ort ist Holland, ein großes Festival. Fast alle sind queer und ich mittendrin statt nur dabei.
Natürlich dürfen meine beiden besten Freundinnen nicht fehlen. Natalie und Karin sind immer dabei. Und eine kleine Geliebte.

Die meist schwulen Männer sind keine Gefahr für mich. Sie sind ausgelassen, aber nett. Höflich und nie aggressiv.
Einige Heteros haben sich ebenfalls hierher verirrt. Das ist normal und wird toleriert. Weniger normal sind die gierigen Blicke.
Auch wir werden gemustert, abgeschätzt.
Marike tritt den Männern entgegen und verhindert eine Konfrontation. Was sie sagt verstehe ich nicht, dafür ist es zu laut.
Die Typen versteinern und suchen schnell das Weite.
„Alles gut“, sagt Marike und lächelt uns an. „Wir werden keinen Ärger haben.“
Ich gebe es zu, Marike beeindruckt mich. Und das auf positive Art. Ich erkenne sie als „Mutter“ an. Und das ist selten bei mir.

Ich habe Marike und ihre Frau oft getroffen. In Holland, Deutschland. Kein Problem. Wir sind Freundinnen geworden und das ist gut.
Sie wird eine Art Lehrerin für mich. Und das ist noch viel besser.
Lebenserfahrung, Bildung, Philosophie. Verständnis über Landesgrenzen.
„Du bist so, wie ich als Mädchen war,“ hat Marike mir gesagt. „Nur habe ich niemanden verprügelt.“
Marikes Bild von Mann ist anders. Distanziert, aber weniger radikal. Aber das kann sie mich nicht lehren, da versagt ihre mütterliche Kunst.

Zurück auf meinem Blog schaue ich mir die Suchbegriffe an und zu welchen Artikeln sie vermutlich führen. Der (Be)Sucher ist vermutlich enttäuscht, was er dort findet. Geschichten, oder Bilder von Lesbensex gibt es dort nicht. Erotische Geschichten finde ich meist wenig attraktiv. Eigentlich alles, was sich um dieses eine Thema dreht.
Aber die Gedanken der Menschen sind frei. Nur muss ich sie nicht lesen.

„Zwei Frauen haben eine doppelte Wirkung auf Mann“, hat Marike mir erklärt. „Männer sind visuell geprägt, Frauen gefühlsbetont.“
Sie lacht, als sie meine skeptische Mine sieht.
„Ja ich weiß, du bist gefühlsbetont und visuell“, fügt sie hinzu. „Aber wir sind Lesben. Und anders.“
„Es ist vermutlich nur sein Trieb“, erwidere ich trocken. „Sein von der Evolution vorgegebenes Verhalten. So zumindest redet Mann sich raus, wenn er Frau bespringen will.“
„Du bist zu hart mit Mann“, wirft Tomke ein. „Nicht alle sind so, oder böse.“
Marike kann das nicht stehen lassen.
„Zeig einem Mann deine Beine und er legt dir die Welt zu Füßen“, sagt sie zu ihrer Frau. „Zeig ihm noch mehr und er legt die Sterne dazu. Bis die Nächste kommt.“

Und der nächste umtriebige Besucher wird auch auf meinen Blog kommen, davon bin ich überzeugt.“Selbstbefriedigung Lesben“, wird dann dort wieder stehen. Oder „Lesbische Träume.“ Wie gut, dass ich meine eigenen Träume habe. Und diese lebe. Aber nicht als Worte teile. Vor allem nicht mit Mann.