Deutschland und die anderen – Wie deutsch müssen Flüchtlinge sein?

Kluge Köpfe haben schon mehrfach erklärt, was es bedeutet „Deutsche(r)“ zu sein. Das Ergebnis reicht von grobem Unsinn, bis zu blankem Populismus. Darum mische ich mich nun ebenfalls ein. Mein Beispiel soll zeigen, wie es ist in diesem Land zu leben und wie deutsch ich wirklich bin.

Ich bin Asiatin, was kaum zu übersehen ist. Aber Asiaten sind keine einheitliche Volksgruppe, sondern unterscheiden sich. Von Geburt an bin ich Japanerin und stolz darauf. Meine Eltern sind vor fast 30 Jahren nach Deutschland gekommen, sie haben hier gute berufliche Chancen gesehen. Der Erfolg gab ihnen recht.

Im Gegensatz zu Menschen, die vor Krieg, oder Elend geflohen sind, war ihr Entschluss also rein taktisch gewählt. Sie hatten immer Arbeit und haben niemals von Sozialleistungen gelebt. Sie sind integriert und doch anders. Japaner gehen ihren eigenen Weg.

Der CDU-Politiker Martin Patzelt hat im Focus geschrieben, „Integration könne man nicht so verstehen, dass Flüchtlinge werden müssen wie wir.“ Das ist einerseits richtig. Aus mir als Japanerin kann niemals ein blondes Model werden. Aber ich schätze deutsche Werte und habe einen deutschen Pass.

Einwanderer werden immer ihre kulturellen Wurzeln behalten und genau das sollen sie auch. Ich empfinde es durchaus als Bereicherung, in Deutschland andere Volksgruppen zu sehen. Solange diese Volksgruppen nicht versuchen ihre neue Heimat zu dominieren und die Gesetze Deutschlands achten.

Und damit schlage ich einen Bogen zur Flüchtlingskrise und der gescheiterten Integration von vielen bereits in Deutschland lebenden Menschen. Während meine japanischen Landsleute als absolute Bereicherung gelten, nimmt die Kritik an integrationsunwilligen „Flüchtlingen“ weiter zu.

Umfragen zeigen, dass die Stimmung in Deutschland kippt. Die Willkommenskultur war gestern. Eine Mehrheit der Deutschen sagt nun auch klar, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Die Unterwürfigkeit deutscher PolitikerInnen vor islamischen Machos, empfinden sie als widerlich.

Diskussionen um Kopftuch, Burka, kein Schweinefleisch in Schulen und Kindergärten, dem Bau von immer mehr Moscheen inklusive Minaretten, lassen am Verstand vieler (angeblich) christlicher PolitikerInnen zweifeln. Sind die wirklich noch normal?

Tolerant und liberal zu sein ist eine Sache. Aber einer auf Expansion ausgerichteten, politisch geprägten Ideologie Tür und Tor zu öffnen, ist Dummheit pur. Oder sollten nun auch Buddhisten in jeder deutschen Stadt den Bau von Tempeln fordern?

Das Versagen der europäischen (Asyl)Politik und der Erpresser vom Bosporus, hat viel zu der momentanen Krise beigetragen. Und natürlich ein Präsident Obama, der sein Eingreifen in Libyen nun bereut. Wobei ich behaupte, er hat dort eingreifen müssen. Die USA folgen schon immer ihrem eigenen Masterplan.

Deutsche PolitikerInnen machen einen großen Fehler, wenn sie ständig von der Integration „syrischer Flüchtlinge“ sprechen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese auf Dauer in Deutschland bleiben. Sie gehören in ihr eigenes Land und werden dort zum Wiederaufbau gebraucht. Oder gibt es doch einen anderen Plan, wie Rechtspopulisten oft behaupten?

Zurück in die Heimat gilt auch für reine Wirtschaftsflüchtlinge, die zum Teil illegal gekommen sind. Die Probleme Afrikas können nicht mit der unbegrenzten Einwanderung nach Deutschland gelöst werden. Aber deutsche Hilfe vor Ort kann eine Lösung sein. Zur Not auch im Rahmen von Truppen der UN, um Bürgerkriege und Elend zu beenden.

Und was hindert angeblich Verfolgte daran, beim Kampf ums geliebte Heimatland mit anzupacken? Müssen das wieder die Deutschen wie damals am Hindukusch tun? Ist klar, die „Nazis“ können das auch viel besser. Man(n) raucht dann lieber Shisha und trinkt Tee.

Nüchtern betrachtet, wird der volkswirtschaftliche Schaden von vielen in die Arbeitslosigkeit gehenden „Flüchtlingen“ in die Milliarden gehen. Kann das ein Ziel deutscher PolitikerInnen sein? Erreicht wird damit nur eine Stärkung der AfD, die ungebremsten Zulauf hat.

Was kaum verwundert. Die Mittelschicht definiert sich neu und sucht nach ihrer Identität, während die niedrigen Einkommensgruppen um ihre Existenz fürchten. Sie, die man jahrzehntelang vernachlässigt hat, bekommen nun noch den Flüchtlingstritt.

Der oft geschmähte Ex-Banker und Volkswirt Thilo Sarrazin, hat mit vielen seiner Thesen den Nagel auf den Kopf getroffen. Seine Bücher sind aktueller als jemals zuvor und Futter für Rechtspopulisten. Die etablierten Parteien verneinen das noch immer. Und Angela, die Erste, lebt sowieso in ihrer eigenen Gedankenwelt.

Gern wird von der moralischen Pflicht gesprochen, die Deutschland, als reiche Nation, gegenüber anderen Ländern hat. Und gern wird auch die Zeit nach 1945 zitiert, als Deutsche ihre aus dem Osten vertriebenen Landsleute aufgenommen haben. Der Fehler in dieser Rechnung wird oft ignoriert. Damals war ein Ende abzusehen.

Die ständige Verleugnung deutscher Kultur, der Selbsthass vieler Deutschen, ist mir völlig unverständlich. Sind wir eine Nation von Rückgratlosen geworden, die sich unter einer gern geschwungenen Nazi-Keule ducken müssen? Muss eine Japanerin dem Rest der Deutschen Deutschtum lehren?

Ich bin Deutsche und bleibe doch stets Japanerin. Zen-Buddhistin, mit kriegerischem Gen. Integriert, aber doch anders und eine Bereicherung für dieses Land. Danke fürs lesen. Habt einen guten Tag.

—————————————–

Wir werden vom 14.Mai bis zum 31.Mai 2016 Urlaub machen. Im Ausland natürlich, was habt ihr denn nun gedacht? Bis dahin ruht mein Blog. Kommentare ab dem 14.Mai, werde ich erst bei meiner Rückkehr freischalten (können).