Das Overton-Fenster

In diesem Beitrag möchte ich erneut die Manipulation der BürgerInnen durch den Staat ansprechen, wie ich es unter anderem in meinem Beiteag „Das Schweigen der Lämmer“ getan habe. Während ich damals explizit auf kognitive Techniken des Meinungsmanagements eingegangen bin, geht es heute um eine Technik zur Verhinderung von Widerspruch einer vorgegebenen Meinung.

Das Overton-Fenster

Vermutlich haben nur die wenigsten jemals von dem 2003 verstorbenen Soziologen Joseph P. Overton gehört und wissen, was das nach ihm benannte Overton-Fenster ist oder was es für den politischen Diskurs bedeutet. Nur innerhalb dieses Fensters werden Dinge diskutiert, die für die breite Öffentlichkeit akzeptabel sind. Stichwort: Öffentliche Moral.

Was akzeptabel ist bestimmt die herrschenden Klasse, die Regierung und die Medien. Wer dagegen verstößt, wird sofort geächtet. Genau das erleben wir seit Jahren. Schaut man sich die gleichgeschaltete Presse an, die unterwürfig die Vorgaben der Regierung abnickt, der jede Kritik an Entscheidungen der Politik fremd geworden ist, hat man eine erste Idee wovon dieser Beitrag handelt. Auch im privaten Bereich gibt es Overton-Fenster, wie jeder am eigenen Leib erfahren wird, wenn er sich der von einer Gruppe vorgegebenen Meinung widersetzt.

Das weltweit und nicht nur von PolitikerInnen angewandte Overton-Fenster kann erweitert werden. Um das zu erreichen werden Tabus gebrochen. Was gestern noch undenkbar war, wird am nächsten Tag durch radikale Äußerungen nach und nach akzeptabel gemacht, soll heißen man spricht nun darüber. Im Lauf dieses Prozesses kristallisiert sich dann vielleicht heraus, dass genau dieser Diskurs sinnvoll ist, das Thema wird aktuell und somit letztlich zur (Staats)Politik. Das war die Kurzform, die hoffentlich jeder verstanden hat.

Die Macht der Eliten

Im politisch linken Spektrum und von den herrschenden Eliten, werden die beschriebenen Techniken seit Jahren erfolgreich angewandt. Als Beispiel kann man die Diskussion um den Islam, Zuwanderung oder das Kopftuch, bzw. die (Voll)Verschleierung nennen, die beliebtesten Themen unserer Zeit. Man könnte auch über die neue Weltordnung, die Bilderberger oder Illuminaten sprechen, die Konter wären ähnlich.

Im Overton-Fenster gibt es unter anderem die Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört. Damit hat man schon vor Jahren versucht, die Deutschen auf die kommende Zuwanderung einzustimmen. So ganz gelungen ist dieser Vorstoß aber nicht, wie man unschwer erkennen kann. Eine Mehrheit der Deutschen lehnt diese Aussage noch immer ab. Sie wird aber immer wieder aufgegriffen, um langfristig den Erfolg, sprich die Erweiterung des Overton-Fensters zu garantieren.

Wer dagegen spricht, wird gern als Fremdenfeindlich oder Rassist denunziert. Das sind bewusste Falschaussagen, aber sie haben bisher blendend funktioniert. Warum ist einfach zu erklären, der Staat hat absolute Macht. Wer befürchten muss mit einem Mausklick seine Existenz zu verlieren, wird ein braver Bürger Deutschlands sein. Wer das bestreitet darf gern an Demonstrationen gegen Merkels Politik teilnehmen. Selbst deutsche StaatsbürgerInnen mit Migrationshintergrund hat man bereits als „Nazis!“ denunziert.

Mit dem Wort Verschwörungstheoretiker, einem von der CIA geschaffenen Begriff, um weitere Untersuchungen rund um das Kennedy-Attentat abzublocken, werden noch heute Aufklärer mundtot gemacht, die allzu deutlich über die Finanzeliten berichten. Der nette Sprecher von der Tagesschau, dem die Masse in ganz Deutschland blind vertraut, wird dann Berichte über die Bilderberger mit einem Lächeln als absurde Spekulationen abtun. Damit ist die Sache für die breite Öffentlichkeit vom Tisch. Youtube-Videos, die zu sehr in die Tiefe gehen, werden prompt gelöscht.

Fenster auf – Fenster zu!

Wenn nun Regierung und Medien bei unliebsamen Äußerungen Andersdenkender Zeter und Mordio schreien, geht es meist nur darum, das sich vergrößernde Overton-Fenster wieder zu verkleinern, um die Diskussion über diese Themen schon im Keim zu ersticken. Sie würden das auch bei einer Diskussion über Kannibalismus machen, es geht immer um das Prinzip und die Erhaltung der Macht.

Man stelle sich nur vor was geschähe, wenn die Deutschen plötzlich offen über Schusswaffen für alle oder die Vorteile des Wasserstoffantriebs für Autos sprächen. Auch diese Erweiterung des Overton-Fensters muss mit aller Macht verhindert werden. Geschickt wird man der Öffentlichkeit nun Filme und Dokumentationen präsentieren, die Mordopfer oder die Gefährlichkeit von Wasserstofftanks zum Thema haben. Eine Vermischung beider Themen tut es auch. Dann schießt der Täter auf einen Wasserstofftank.

Zur Zeit wird die Diskussion um „Flüchtlinge“ unterdrückt, die in der Mehrzahl WirtschaftsmigrantInnen sind. Daher stoße ich das Overton-Fenster ganz bewusst ein Stück weiter auf, denn diese Diskussion ist lebenswichtig. Ein Teil dieser MigrantInnen ist hochkriminell, wie Vergewaltigungen und Morde zeigen. Nachzulesen in der aktuellen Polizeikriminalstatistik (PKS). Zwar ist auch die unvollständig, aber bietet ein erschreckendes Bild.

Man darf also sagen, dass in Deutschland lebende Ausländer krimineller als Deutsche sind. Auch das zeigt die PKS. Ca. 12% der Gesamtbevölkerung sind nach PKS bei manchen Straftatbeständen für über 50% der Straftaten zur Verantwortung zu ziehen. Und das ist mehr als deutlich, meine Damen und Herren.

Gekonterte Konter

Diskussionsunwillige verschanzen sich nun sofort hinter der Aussage, dass man nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm scheren darf. Das ist völlig richtig, soll aber in den meisten Fällen eine Diskussion verhindern und das Overton-Fenster wieder schließen. Kurz gesagt es ist ein oft bewusst eingesetztes Totschlagargument.

Auch die Aussage, dass es sich bei den Morden, Vergewaltigungen um Einzelfälle handelt ist nur zum Teil korrekt. Man darf daraus keinen Generalverdacht gegen eine bestimme Gruppe ableiten. Allerdings darf man klar belegbar sagen, siehe die aktuelle PKS, dass die Häufigkeit zur Gewalt in gewissen Gruppen von Ausländern um ein vielfaches höher ist, als bei Deutschen. Man darf und muss auch sagen, dass Angela Merkel dafür mitverantwortlich ist.

Die mit einem statistischen Trick präsentierte Behauptung, dass die Zahl der Straftaten 2017 gesunken sei, ist der Tatsache geschuldet, dass Regierung und Medien den Sprung ins digitale Zeitalter verschlafen haben. Nun schnell mit Holzhammer und rostigen Nägeln morsche Bretter vors Overton-Fenster zu nageln, wird von frei erhältlichen Brechstangen aus Edelstahl, den „Alternativen Medien“ zunichte gemacht. Zur Not schlagen Interessierte einfach die Scheibe ein.

Vielleicht kann dieser Beitrag dazu beitragen und all jenen die Augen öffnen, die noch immer unkritisch durchs Leben gehen. Er soll keine politische Richtung vorgeben, aber die Tendenz aufzeigen, wohin eine manipulierte Meinung letztlich führen kann. Das gilt für jedes politische Spektrum. Vielleicht kann er einigen auch als Hilfsmittel zum Widerstand gegen eine Regierung dienen, die das eigene Volk mit Füßen tritt. Treten wir zurück.

Die Bankrotterklärung der deutschen Diskussionskultur

„Den deutschen Debatten fehlt es generell an Toleranz“, hat der der Historiker Heinrich August Winkler gesagt. Statt sich auf intellektueller Ebene sachlich auszutauschen, wird der Deutsche oft persönlich, wie das folgende Beispiel zeigen soll.

Im Plenarsaal eines fiktiven Landtages, hält ein stark übergewichtiger Mann eine Rede. Er ist von der Opposition, die natürlich an die Regierung will. Die unvorteilhafte Kleidung des Mannes sticht sofort ins Auge. Er hat schüttere Haare, schwitzt sehr stark und die Hornbrille lässt ihn unsympathisch wirken.

Niemand mag ihn, aber gut reden kann er. Seine Thesen passen und er punktet bei den WählerInnen. Medien und Regierung stehen dem zunächst hilflos gegenüber, bis einer eine brillante Idee zu haben scheint. „Wir machen die fette Sau lächerlich!“

Und schon beginnt eine Hetzkampagne, die in offenen und verstecken Angriffen gipfelt. Journalisten machen sich lustig, zerpflücken Versprecher und werten diesen Politiker menschlich ganz bewusst ab. Wo immer er auftaucht gibt es Pfiffe und selbst ein faules Ei findet seinen Weg.

Soweit die Geschichte, die zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht und kein gutes Licht auf das angeblich so debattierfreundliche Deutschland wirft. Dabei darf jeder in diesem Land (s)eine Meinung haben und diese auch frei äußern. Sachlich und ohne Polemik versteht sich, was auch für Kritiker gilt.

Und die finden sich immer, wenn zu einem Thema Stellung bezogen wird. So sind Feministinnen meist total entrüstet, wenn Mann ihrer Meinung nach sexistische Sprüche über Frauen macht. Leider reagieren sie oft emotional bei ihrer durchaus berechtigten Kritik, was diese abschwächt oder unglaubwürdig macht.

Die Meinung anderer und damit vielleicht eine Diskussion, ein Thema unglaubwürdig zu machen, ist ein beliebtes Stilmittel von Kritikern selbst. Durch absichtliche Provokationen, wird der Fokus auf Nebensächlichkeiten gesetzt oder (gezielt) am eigentlichen Thema vorbei diskutiert.

Welchen (schlechten) Einfluss Kritiken und Kommentare auf die Qualität eines durchaus sachlich verfassten, aber in der breiten Öffentlichkeit als kritisch angesehen Themas – in diesem Fall Marihuana – nehmen können, haben Kommunikationsforscher der Universität Hohenheim untersucht. [KLICK]

Das zweite Beispiel zeigt den Kommentar zu einem Autotest. Ein Leser argumentierte, dass Sportwagen völlig dekadent und wegen des hohen Benzinverbrauchs nicht mehr zeitgemäß seien. Schon gab es heiße Debatten über Ressourcen und Klimaschutz. Über das neue Auto sprach keiner mehr.

Gern wird auf ein Thema auch mit „Ja, aber …“, geantwortet. Scheinbare Zustimmung, um dann so richtig loszulegen. Worte prasseln wie Geschosse, es regnet buchstäbliche Kanonenkugeln, aber kein sachliches Argument.

Voltaires Aussage „Ich hasse, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst“, ist in Deutschland schon lange in Vergessenheit geraten. Hier gilt: „Ich hasse, was du sagst, und ich werde Mittel und Wege finden, dich von künftigen Diskussionen auszuschließen!“

Dieser Satz zeigt dabei klar, die Bankrotterklärung der deutschen Diskussionskultur. Nüchtern betrachtet regiert bei diesem Satz kein Verstand. Oft hat blinde Wut die Kontrolle übernommen, was im Extremfall zu handfesten Auseinandersetzungen führen kann.

Nun sollte man annehmen, dass eine gute Diskussionskultur auch mit der Bildung steigt. Aber leider wird gutes diskutieren an keiner Universität gelehrt. Zwar darf und soll man dort miteinander reden, für Studenten ist es wichtig, (fast) alles zu hinterfragen, nur das „wie“ haben sie nie erlernt.

Wer Argumente benutzt, der sollte auch die Unterschiede kennen. Es gibt zwei Arten davon, die sich unterscheiden. Grundsätzlich können Argumente unterschiedliche Komponenten besitzen, die informationelle oder wertende Komponente.

Eine Information ist entweder richtig oder falsch und sollte stets klar bewiesen werden können. Fakten sprechen immer für sich. In beiden Fällen gilt es auf persönliche Angriffe zu verzichten. Kein Mensch ist weniger wert, wenn er eine andere Meinung vertritt.

Dem gegenüber stehen die wertenden Argumentaspekte, die moralischer, ethischer oder weltanschaulicher Art sein können. Diese Art von Argumenten stellen moralische Positionen oder persönliche Werte dar, die lediglich offen gelegt werden können. Zu beweisen oder widerlegen sind sie nicht.

Gute Diskussionen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Sachlichkeit ab. Die Redner vermeiden übertriebene Emotionen. „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, die Ringelsockenpartei hält die Besteuerung von Karosocken für falsch, da … an dieser Stelle sollten echte Argumente stehen“, kommt besser an, als der Satz „Das ist ja mal wieder typisch für diese abgehalfterte Regierung! Einmal mehr zeigen Sie fachliche Inkompetenz … etc.“

Wesentlich krasser und persönlicher, wird im Internet gestritten. Tiernamen haben dort Hochkonjunktur. Zum Teil hagelt es aber auch subtile Beleidigungen, die auf den ersten Blick kaum zu erkennen sind. Die Intention dahinter ist stets fraglich. Sie reicht von Persönlichkeitsstörungen bis hin zu nie gelernter Diskussionskultur. Dazwischen liegen noch (bezahlte) Kritiker, die kontroverse Themen im Auftrag zerschreiben.

Schaut man zurück in der Geschichte, war das Selbstzerfleischen schon ein germanisches Problem. Statt miteinander gegen gemeinsame Feinde Front zu machen, haben die alten Recken sich gegenseitig umgebracht. Die Römer fanden das gut, das Ergebnis ist bekannt.

Bei Diskussionen ist es wichtig niemals auf Provokationen einzugehen. Wer nur attackieren will, egal ob offen oder versteckt, stellt sich selbst ins Abseits. Und das gibt im Fußball einen Pfiff. Freistoß für die Gegenseite. Und dann fällt vielleicht ein (Eigen)Tor.

Dagegen gibt es im Kampfsport immer mehrere Möglichkeiten einer Reaktion. Den Gegner immer wieder sanft ins Leere laufen zu lassen, ist nur eine davon. Sehr schnell gibt der dann auf. Punkt, Satz und Sieg, wer braucht schon einen Krieg.

„Das ist doch völlig absurd und lächerlich!“, ist der vermutlich meist benutzte, erste Satz bei emotional geführten Debatten, gefolgt von  „Sie haben doch überhaupt keine Ahnung wovon Sie reden!“ Beide Sätze sind stark wertend und lassen die nötige Sachlichkeit vermissen.

Ein Kernphysiker, der bei einer Debatte einen Laien mit den brüsken Worten abstrafte „Halten Sie doch Ihren Mund! Sie haben keine Ahnung davon!“, sollte sein Verhalten zwingend überdenken. Auch ein Laie ist vielleicht Vater von Kindern und macht sich Sorgen um mögliche Strahlenbelastung.

Vielleicht hatte der Mann eine gute Note in Physik oder einfach nur eine blendende Idee, die dem Fachmann entgangen ist. Merke: Persönlich werden, andere mundtot machen ist daneben. Reden wir fair miteinander, das ist wahres Leben.