Wenn der Blogger zweimal klingelt

Ein trüber Tag im Oktober. Wind und Regen wechseln sich mit Sonne ab. Gelangweilt blättere ich durchs Netz. Ein Blick auf meinen Blog macht Hoffnung, die Zahl der Zugriffe explodiert. Kurz flackert mein Interesse auf. Hat mich etwa (die) „BRIGITTE“ entdeckt? Oder ist es doch nur wieder „EMMA?“

Schnell wird klar, dass es nur ein einzelner Leser ist, der meine Beiträge verschlingt. Ein Agent der NSA? Schon dehne ich die Glieder und mache mich zum Kampf bereit. Soll er nur kommen, der „Man in Black“, dem werde ich eine vertwittern! Aber ein Hieb mit der Blogroll(e) täte es vermutlich auch. Das wäre wie ein Schlag ins Gesicht und kribbeln tuts auch.

Die Enttäuschung folgt auf dem Fuß. Ein kleiner Macho steht vor mir. Kein Gegner, der ist noch keinen virtuellen Mittelfinger wert. Ich amüsiere mich königlich, als ich den verlinkten Beitrag „Ohne Mann fehlt dir was“ auf seinem Blog entdecke. Inklusive seiner Sprüche zum Text. Mutig ist anders.

Vermutlich hat das Männlein Angst vor Frau und teilt daher aus zweiter Reihe aus. Diese Spezies ist mir bekannt. Es sind zahnlose Papiertigerchen, die besser im Dschungelcamp geblieben wären. Dort gibt es genug Einheitsbrei und leckere Buchstabensuppe.

Für immerhin einige neue Kommentare zum Text, hat der Besuch gesorgt. Zum Teil typisch Mann. Aber falls das Niveau sinkt, werde ich weitere Ergüsse löschen. Krieg im Internet ist nur verlorene Lebenszeit. Wer sich fetzen will, ist bei mir falsch.

Ja, ich diskutiere gern. Aber Attacken laufen stets bei mir ins Leere. Immerhin bieten sie noch Stoff für einen Text, den ich mit boshafter Freude geschrieben habe. Danke lieber Leser, klingel nur recht bald wieder an meiner Tür. Du fehlst mir jetzt schon sehr.