Zum Teufel mit der Welle

Zum Teufel mit der Welle

Eine Göttin als Freundin zu haben kann ziemlich anstrengend sein. Vor allem wenn diese den leibhaftigen Teufel auf die Welt gebracht hat und auch der (m)ein guter Kumpel ist. Aber der Reihe nach. Ziemlich wütend sitzt Eva Gott auf meinem Sofa und schenkt mir reinen Wein über den Unruhestifter Teufelchen ein. „Schau dir das genau an“, empört sie sich leicht angetrunken, „dieses kleine Aas hat eine Partei gegründet, die demokratische Wahlen im Himmel fordert! Aber der Oberhammer ist, dass er strenge Einreiseregeln für verlorene Seelen fordert. Vermutlich will er durch Ablehnungen mehr Gesellschaft in seiner Höllengrube haben.“

Eva reicht mir ein Werbeplakat der AFT, der Alternative für Teufel, auf dem das grinsende Konterfei des Höllischen prangt. Ich überlege kurz und schon kommt mir die rettende Idee. „Das kriegen wir hin“, sage ich, „wir gründen einfach die SPE, was Seelen pro Eva heißt. Du müsstest mich aber bitte kurz unsterblich machen, dann arbeite ich das Parteiprogramm für dich aus.“ Gesagt, getan und schon 10 Lichtjahre später, habe ich fertig mit dem Schrieb. Nach irdischem Zeitmaß sind zum Glück lediglich 10 Nanosekunden vergangen. Elfchen kann nämlich ziemlich zickig werden, wenn ich zu spät nach Hause komme.

Trotzdem hätte ich gern gesehen, was in 10 Jahren auf der Erde geschieht. Ob Eva mir dabei helfen kann? Aber die Himmelsgöttin schüttelt ihr weises Haupt, als ich danach frage. „Die himmlische Agenda 2030 verbietet das“, lässt sie mich wissen und geht per Turbo in den Wahlkampfmodus über. Ich klopfe mir gedanklich auf die Schulter, die himmlischen PS habe nämlich ich gemacht.

Als ich zum Fahrstuhl zur Erde gehe, winkt mir ein Mann aufgeregt zu. „Ich kann Ihnen helfen in die Zukunft zu kommen“, offenbart er mir. Er ist leicht verlegen als er weiter spricht. „Entschuldigen Sie bitte, aber ich habe Sie und Frau Gott belauscht. Mein Name ist übrigens Wells, Herbert George Wells. Ich habe die Zeitmaschine erfunden.“

Ich wage meinen Augen kaum zu trauen, als mich Mr. Wells zu seiner Zeitmaschine bringt. „Die sieht wirklich so aus wie im Film“, murmele ich, während der Schriftsteller eifrig nickt. „Aber sie funktioniert besser“, erklärt er mir. „Ich hatte himmlichen Beistand und genug Zeit zum üben.“ „Himmlich, ja?“, frage ich und deute auf das eingravierte L am Steuerknüppel. „Ich ahne schon, wer am Bau beteiligt war.“ „Ja, gut“, erwidert Mr. Wells. „Herr Teufel hat mir etwas geholfen. Wohin, wenn ich fragen darf, wollen sie genau?“ „Ach 10 Jahre in die Zukunft würden reichen“, erwidere ich. „Welchen Knopf muss ich dafür drücken?“ Mr. Wells erklärt mir das von einer Heaven Control Unit (HCU) gesteuerte Vehikel. Dann geht die Reise auch schon los und ich lande im Deutschland des Jahres 2030.

Per Fernbedienung mache ich die Zeitmaschine unsichtbar. Mein Blick fällt auf Stuttgart oder das, was noch davon übrig ist. Dort wo einst das Zentrum war, gähnt nur noch ein grüner Krater. „Was ist hier geschehen?“, entfährt es mir entsetzt, als eine Hand mich am Ärmel zieht. Schnell drehe ich mich um gehe in Abwehrhaltung. Aber von dem schlecht rasierten Mann geht keine Gefahr aus. „Endlich bist du da!“, ruft er mir zu. „Ich habe so lange auf dich gewartet. Erkennst du mich denn nicht? Ich bin es, dein alter Kumpel Schloris Qualmer!“ Er zündet sich mich zitternden Fingern eine Zigarette an und bläst blauen Dunst in in die morgendliche Luft.

„Du erinnerst dich doch an Wahnfried Quetschmann den Landesvater von Baden Württemberg?“, fragt Schloris. „Ich hatte den immer schon im Verdacht ein Monster zu sein! Nach seiner Abwahl 2021, hat er einen Wutanfall bekommen und sein wahres Gesicht gezeigt. Jetzt lebt er dort im Krater als grüne Krake und verschlingt jeden, der ihm zu nahe kommt. Du kannst doch Karate, kannst du Stuttgart retten?“ „Stuttgart 21“, murmele ich, „jetzt ergibt alles Sinn!“ Ich bekomme keine Antwort mehr. Ein grünschleimiger Tentakel hat Schloris in den Abgrund gezogen. Achtlos fällt die Zigarette zu Boden, der Rauch kräuselt sich im Wind.

Dröhnendes Lachen erklingt aus dem Krater und eine grüne Krake steigt langsam auf. „Jeddz gugg amol, wia schee, ’s isch die Frau Landar!“, ruft das Monster verzückt und greift mit glitschigen Tentakeln nach mir. „Jeddz hemmers gschaffd!“ Ich ahne, dass dies eine Falle für mich ist und bin bereit zum letzten Gefecht, als plötzlich eine wohlbekannte Stimme erklingt. „Fang auf!“, ruft Teufelchen aus dem Nirgendwo, „ich habe dein Katana mitgebracht.“ 

Bekanntlich bin ich ein schnittiges Mädchen, was Quetschmann sogleich zu spüren bekommt. Seine Schreie verhallen, als er sterbend in den Krater sinkt. Zuckend vor mir liegen die abgeschlagenen Tentakel. Angewidert wische ich die kostbare Klinge ab. „Tut mir leid, Frau Landar“, sagt Teufelchen zerknirscht. „Ich wollte alles, aber kein Monster schaffen. Kann ich denn ahnen, wie sich alles entwickelt? Wir müssen zurück in die Vergangenheit, um die Zukunft zu ändern.“

Leider werden wir von Eva aufgehalten. „So nicht, ihr beiden!“, tönt die Göttin aller Himmel. „Das Schicksal aller Dinge liegt bei mir. Der Wahlsieg übrigens auch! Ihr müsst einen anderen Weg zur Lösung finden.“ „Kein Ding“, sagt Teufelchen, „dann reisen wir einfach ins Jahr 2020 zurück. Ich besorge uns einen Termin bei Quetschie“, sagt er und grinst verschmitzt. „Wir sind alte Kumpels und haben früher so manche Flasche geköpft.“

Es dauert keine 5 Minuten und wir stehen in der Staatskanzlei. Quetschmann empfängt uns gut gelaunt und zeigt stolz sein neues Spielzeug vor. „Dasch isch mein Helligopder“, sagt er. „Dasch Modell Schecks Schecks Schecks ohne Tsche Oh Tschwei Auschschtoß.“ Wir spielen eine Runde und ich begreife, der Wahnfried ist eigentlich ein großes Kind. Leicht lenkbar per Höllenchip, den hat ihm Teufelchen so nebenbei in Mittelohr gesetzt. Als wir gehen verspricht uns Quetschie eine Verbesserung der Lage. „I benn eigendlich ganz andersch, abbr i komm so selda dazu“, ruft er uns zum Abschied zu.

Gemeinsam mit Teufelchen geht die Reise noch einmal ins Jahr 2030. Wir treffen einen gut gelaunten Schloris Qualmer, der nun der Landesvater ist. Freudig verteilt er Zigaretten für alle. Im blauen Dunst Ausstoß war dieser Mann schon immer groß. Quetschie ist nach Schottland ausgewandert und hat eine WG mit Nessie gegründet. Angeblich ist bereits Nachwuchs in Sicht.

In Berlin wird schon seit Jahren quer gedacht und Deutschland hat sich wieder mit Österreich vereint. Der Marsch durch die Instanzen kann nun neu beginnen. Wohin das führt, kann man an der ehemaligen Kanzlerin sehen. Nach Angaben der Freien Presse, die von Jen Kebsen geleitet wird, hat sie ein BDSM-Studio eröffnet und peitscht dort täglich in Ungnade gefallene Narrative aus.

„And all is well“, murmele ich zufrieden und will in die Gegenwart zurück, werde aber fast vom Eilzug der Band „Zweite Welle“ überfahren. Wieder rettet mir Teufelchen den hübschen Hintern, als er Zug und Band nach Absurdistan umleitet. „Da passen die besser hin“, sagt er keck. „Aber ich hätte da noch eine kleine Bitte. Ob du mir vielleicht Wellenreiten beibringen kannst?“ „Nur wenn du die AFT auflöst“, fordere ich ihn auf. „Wenn das alles ist“, erwidert er. „Ich habe ohnehin keine Lust auf den Verein.“

Als amtierende Weltmeisterin im Wellenritt, habe ich den Höllischen ans Meer mitgenommen und ihn zum neuen Superstar gemacht. Leider baggert er dort jedes Mädel an, was man ihm aber kaum verdenken kann. Als er unbedingt auf einer Tsunami reiten will, äußere ich meine Bedenken. „Die kannst du dir schenken“, meint er nur. „Der Teufel fürchtet keine Welle.“ 

Der Teufel und die Krone – Ein koronales Märchen

Der Teufel und die Krone – Ein koronales Märchen

Die fette Schlagzeile in der WILD sticht mir an diesem Morgen sofort ins Auge. „TSK-Kompanie aufgelöst“, ist dort zu lesen. „Höllische Sequenzen in der Spezialfeinheit entdeckt“, lese ich weiter. „TSK-Kommandeur Louis Cypher vorerst beurlaubt.“ Das muss ich natürlich genauer wissen und rufe meinen alten Kumpel Teufelchen an, der sich sichtlich zerknirscht am Hellphone gibt. „Was hast du nun schon wieder angestellt?“, will ich wissen. „Menno“, mault der Kleine los. „Ihr gönnt mir aber auch keinen Spaß!“

Wir treffen uns auf einen Grüntee im Cafe Habekeck. Anna und Lena, die beiden Bedienungen, himmeln uns an. Aber wir haben kein Interesse. Prompt machen die beiden dem bankrotten Baulöwen Stromer Kobold schöne Augen, der am Ende mit dem Gelände ist. „Also sag was los ist“, fordere ich Teufelchen auf. „Wieso bist du plötzlich General beim Bundesheer?“ Leicht verlegen gesteht mir der Höllische, dass er das mit einem Gezeitensprung geregelt hat. „Der bekannte Wissenschaftler Ebbe Flut, hat mir dabei geholfen.“

„Alles schön und gut“, sage ich, „aber was sollen diese höllischen Sequenzen? Bist du jetzt von allen guten Geistern verlassen? Dir muss doch klar gewesen sein, dass nur lineare Schleimeinheiten das Maß aller Dinge sind. Vor allem bei dieser putzigen Annegretel, der kannst du so nicht an den Karren fahren.“ „Ach die“, empört sich der Höllische. „Von wegen Quote! Ohne mich hätte sie es nie nach Berlin gebracht. Die hat mir ihre Seele doch schon vor Jahr und Tag verkauft und nun will davon nix mehr wissen. Aber warte nur ein Weilchen, dann komm ich mit dem Teilchen!“

„Flachwitzig wie immer“, bremse ich ihn aus. „Wie ist dein Plan, raus mit der Sprache!“ „Na ist doch easy“, erwidert Teufelchen. „Nächste Woche marschieren wir in den Berliner Sperrbezirk ein und sorgen für einen handfesten Skandal, wenn Rosie Blanca die neue Kanzlerin wird.“ Daran habe ich meine Zweifel, am Teufel ist noch keine Politik genesen.

„Du willst also putschen und Angela absetzen“, konstatiere ich. „Aber du hast doch überhaupt keine Ahnung von Politik! Wer in Buddhas Namen soll dieses Land regieren?“ „Na du, Frau Landar“, höre ich. „Was glaubst du für wen ich das alles mache? „Ich habe auch schon eine Mannschaft für dich aufgestellt, die warten alle auf mein Höllenzeichen. Willste mal sehen?“ Mir schwant übles, als kurz darauf der Ätna explodiert und mich Professor Fax Ottinger anfunkt. Als sich dann auch noch Bastian Tindner und Klara Haberecht bei mir melden, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Blechbüchsen rollen, es hat sich ausgemerkelt in Berlin.

Der Bericht aus Bonn zeigt die Wahrheit in den nächsten Wochen. Das Augsburger Puppengericht hat gut und richtig reagiert. Der Vorsitzende, ein erfahrener Pekinese mit dem Namen Ah Nung, mit den Beischwitzern Lukas de Lok und Jimbo Ohnekopf, hat harte Urteile gesprochen. Der nun ehemalige Bundesgesundheitsminister Bert Bahn wird zu lebenslanger Haft auf der Fraueninsel drangsaliert und muss dem holden Zicklichkeiten täglich die Füße küssen. Die Ex-Kanzlerin bekommt Sippenhaft im No-Go-Viertel. Als Aufseherinnen werden die bekannten Terministinnen Emma Harzer und Beate Abstruse benannt. Der Rest der ehemaligen Regierung wird in die Nebel von Avalon verbannt. Nur für Vollhorst Drehofer gibt es eine Spezialbehandlung. Er wird mehrmals täglich mit den Zahlen aus der PKS beschallt. Mit 100 Dezibel versteht sich.

Für Professor Trostenlos, den Hosenträger von der taumeligen Gestalt, hat das Gericht etwas anderes vorgesehen. „… verurteilen wir Herrn Trostenlos zu lebenslanger Haft in einer speziell dafür gefertigten T-Zelle, die im siebten Kreis der Hölle liegt“, verkündet der Richter. „Er wird außerdem dazu verurteilt, täglich einen Testmarsch durch sämtliche PCR-Instanzen zu machen. Barfuß versteht sich, bei einer Temperatur von 66 Grad.“ Die vermutlich härteste Strafe trifft den Bayern Chef Köter, der zu einem Leben im hohen Norden ohne Bier und Weißwürste verurteilt wird.

Drei Monate später …

Eva Gott hat mich per Fingerzeig in den Himmel geladen und lässt den Posaunen-Chor der Engel aufmarschieren. „Deutschland im Karate-Fieber“, liest sie die Überschrift der WILD, „die Karate-Kanzlerin hat Präsident Makkaroni getroffen.“ Kopfschüttelnd schaut mich die Herrscherin der Himmel an. „Du kannst doch einem Präsidenten nicht in den Magen kicken!“ „Und ob ich kann“, erwidere ich ungerührt. „Der Kerl wollte mich um zig Milliarden Teuro betrügen!“

„Und was ist mit dem russischen Pausenminister Sars Kovidoof?“, will Eva von mir wissen. „Den hast du gestern auch vermöbelt. „Klar habe ich“, gebe ich offen zu, „der hat mir nach einer Kiste Corona-Bier an den Hintern gefasst.“ „Und was war mit dem US-Präsidenten Pumpe? Warum hast du dem die Luft aus den Reifen gelassen?“ „Na weil er meinen neuen Rettungsschirm gestohlen hat!“, empöre ich mich. „Das kann der doch nicht machen!“ „Alles schön und gut“, fährt die Himmelsgöttin fort, „aber es geht nun wirklich nicht, dass die Pandianer Geld regnen lassen und täglich dafür tanzen. Das stört das wässrige Gleichgewicht.“

„Da bist du bei mir an der falschen Adresse“, erwidere ich. „Das hat dein missratener Sohn initiiert. Der war mal wieder pleite, sein Berater Krösus Kapitalos hatte die Idee.“ Eva schüttelt seufzend das göttliche Haupt „Aber was ist mit deiner Idee, eine Pimpflicht einzuführen? Was willst du damit bezwecken?“ „Na Autos hübscher machen, was hast du denn wieder gedacht?“, sage ich. „Als Chef-Designerin habe ich mir übrigens Gretel Klimax eingestellt …“ „… und prompt ein Verhältnis mit ihr angefangen, was nun überhaupt nicht geht! Die ist doch noch minderbemittelt!“ „Nee, nee“, widerspreche ich der Göttin, „dein Sohnemann hat sie über Nacht zur Frau gemacht.“

„Jetzt reicht es aber“, schneidet mir Eva das Wort ab. „Ohne göttlichen Beistand bricht offenbar das irdische Chaos aus. „Ab sofort übernimmt wieder der Himmel das Kommando und bringt die Engel an die Macht. „Tschuldigung Evchen, aber was willste dann mit mir und Buddha machen?“, will ich wissen. „Wir glauben nämlich nicht an dich.“ „Hölle aber auch!“, tobt Eva. „Wenn das der Papa hört haut er dir den hübschen Hintern.“ „Der soll nur kommen,“ gebe ich ungerührt zurück, „den bringe ich dann ebenfalls zum Sündenfall.“

„Du bist unmöglich!“, sagt Eva, „aber dann lass dir wenigstens Hilfe schicken. Was wäre, wenn wir den Trojaner Toyo Ta als Innenminister einsetzen? Der ist immer noch in guter Verfassung. „Wenn du meinst“, erwidere ich. „Sag, kann ich jetzt gehen? Ich habe ein Land zu beschützen.“ Eva pustet mich weg und ich lande neben Yuki im Lotterbett. „Wo kommst du denn wieder her?“, will Elfchen total aufgeregt wissen. „Weißt du schon, dass die ehemalige Kanzlerin entkommen ist? Sie marschiert schon mit den grüngelockten Mascara-Amazonen durch Berlin!“ „Teufel aber auch!“, entfährt mir ein Fluch“, hat die Alte denn nie genug?“

Schnell bringe ich meine Antikörper in Stellung 69 und die Amazonen fallen jauchzend über die wilden Kerle her. Das wird eine lustige Kissenschlacht, die am Ende nur Sieger hat. Teufelchens TSK besorgt den Rest, er nimmt die zitternde Angela fest. „Ich habe schon die Hölle für neue Seelen heiß gemacht“, verkündet er und lacht. Triumphierend zeigt er mir die von Angela getragene koronale Krone, das Symbol absoluter Macht. „Das verfluchte Ding landet im Fegefeuer“, teilt er mir mit, als er meinen zweifelnden Blick wahrnimmt. „Mach dir keine Sorgen“, sagt er selbstbewusst. „Selbst mit koronalen Konsequenzen stirbt der Teufel nicht.“

Zum Teufel mit dem Klima

Mein neues Buch „Klima-X für Anfängerinnen“ ist seit einigen Tagen auf dem Markt. Prompt kann ich mich vor Anrufen nicht mehr retten. So will Lieschen Schwarzer von mir wissen, ob sie nun endlich aus der Decke kommen kann. Immerhin habe sie sich darunter nun schon einige Jahrzehnte mit sich selbst beschäftigt. Über meine Antwort schweige ich dezent, aber Charlotte Roche wäre bestimmt stolz auf mich.

Ein Trollogram vom Universum hat mich dann doch überrascht. „Liebe Frau Dr. Landar“, steht dort in Großbuchstaben zu lesen. „Hiermit lade ich Sie zur 1. Klima-X-Konferenz ein. Seien sie pünktlich am Ereignishorizont vom Schwarzen Loch Nr. 7. Das genaue Datum werden Sie noch erfahren.“ Prompt bin ich in den Modus Operandi verfallen, der im nächsten Absatz zu sehen sein wird.

„Meine Damen, meine Herren, liebe Göttinnen und Götter, Dämonen und anderes Gelichter, als ausgewiesene Sexpertin in Genderfragen und erwiesene Kennerin aller 4.000 Geschlechter, Trägerin des 107. Dan in Un-Fu-Gdo, ausgezeichnet mit dem höchsthimmlischen seidenen Strumpfband-Orden an Korsett und Mieder, persönliche Freundin von Eva Gott und Beraterin des großen Buddha, habe ich, Frau Dr. Landar die uneingeschränkte Ehre …“

„… jetzt mal über kurz oder lang die Luft anzuhalten“, unterbricht mich mein Freund Teufelchen wenig nett. Er schlängelt sich aus dem neben mir liegenden Hellphone und materialisiert als Lichtgestalt. „Wir hatten einen Deal, mein Engelchen“, sage ich mit sanfter Stimme und ziehe an seinen Ohren. „Mein Schlafzimmer ist für dich tabu!“ „Ach Frau Landar“, mault der Kleine sofort, „du weißt doch, das Böse ist an jedem Ort. Außerdem ist ein reines Gewissen stets ein sanftes Ruhekissen. Also erzähl mal bitte wo der Schuh drückt bei dir, dein Vortrag landete nämlich prompt bei mir.“ 

„Ich bin zur 1. universellen Klima-X-Konferenz eingeladen“, erwidere ich wahrheitsgemäß. „Also mach ’ne Fliege du Flegel! Die Vertreter aus 748 Trillionen Galaxien wollen über die Erwärmung der geistigen Horizonte sprechen.“ „Damit sollten sie vielleicht in deiner ehemaligen Heimat Deutschland beginnen“, sagt Teufelchen und grinst. „Geistig geht da nicht mehr viel.“ „Stimmt schon“, sage ich betrübt. „Und im Ösiland sieht es kaum anders aus.“

„Hach ja, der kurze Sebi“, amüsiert sich Teufelchen prächtig. „Den habe ich zum Segelfliegen mit Dumbo eingeladen. Zusammen machen die dann die große Sause.“ „Sag bloß du steckt hinter der geplatzten Ibiza-Kopulation“, sage ich, aber der Höllische winkt ab. „Nix da“, erwidert er. „Das waren irgendwelche Grauen Herren.“ „Ist ja mal wieder typisch“, sage ich. „Immer sind diese alten Männer an allem schuld. Schau dir nur die deutsche Sozialdemokratie an, was die dort angerichtet haben!“

„Also die Andrea ist ja nun mal kein Kerl“, feixt Teufelchen. „Allerdings hält sie sich für einen. Ist ja kein Wunder bei dem Kreuz.“ „Was hast du nun wieder mit der SPD am Hut?“, will ich sofort wissen. „Ich mag die zwar nicht sonderlich, aber um Parteichefin zu sein bedarf es Mut.“ „Das habe ich ihr damals auch schon gesagt“, erwidert Teufelchen, „als sie den Beratervertrag mit mir abgeschlossen hat.“

„Du und ein guter Berater!“, werfe ich ihm vor. „Du bist ein doch nur ein Seelenfänger!“ „Das ist schon wahr,“ pflichtet mir Teufelchen bei. „Daher war die gute Andrea auch ständig mit kruden Ideen schwanger. Das war dann auch intim genug, ein Betthäschen ist sie im Gegensatz zu dir nämlich nicht.“ An dieser Stelle musste ich den Beitrag kurz unterbrechen und Eva Gott später um einen Zeitsprung bitten. Ich habe Teufelchen nämlich von links nach rechts gejagt.

„Mensch Frau Landar“, mault er hinterher betrübt und reibt sich den heißen Hintern, „ich will die zweite Chance oder Superkräfte!“ „Ist dir etwa warm mein Kleiner?“, will ich wissen, „das liegt nur am bösen Klima.“ „Wassen für ein Klima?“, will Teufelchen sofort wissen und reißt plötzlich Mund und Nase auf. „Da soll mich doch der Teufel holen, ich glaube ich habe vergessen die Heizung in der Hölle abzustellen!“ „Wie jetzt“, frage ich entsetzt, „sag nur du hast uns diese CO2-Hysteriker auf den Hals gehetzt? Andererseits haben wir nun Klarheit, der Teufel hat das Klima gemacht!“

„Bist du doof?“, will der Höllische wissen. „Ohne CO2 hätten auch die GRÜNEN keine Daumen mehr.“ Er weicht meiner Ohrfeige aus will sich grinsend verdrücken, aber mein Rückholschlag kann ihn ganz und gar nicht entzücken. „Okay, okay!“, erzählt er weiter, „aber meine Geschichte wird dir nicht gefallen.“ Er macht eine kurze Pause und sieht mich bedeutungsvoll an. „Weißt du, Frau Landar, der Klimawandel ist wirklich von Menschen gemacht. Ich erkläre dir auch warum.“

„Halte mir bloß keine Vorträge mehr!“, sage ich energisch, „von denen gibt es schon mehr als genug. Alle haben angeblich recht, aber keiner hat eine Ahnung. Alle plappern nur irgendwelche Phrasen nach.“ „Weil die nicht die Wahrheit kennen“, erwidert Teufelchen. „Das war nämlich so, vor ungefähr 10 Jahren hatten wir in der Hölle einen neuen Anheizer als Bedarf. Also habe ich das Bundesamt für Seelenmigration angefunkt und die haben mir wen geschickt.“

„Einen Mensch?“, will ich sofort wissen. „Das kann dein Ernst nicht sein!“ „Nee, Ernst heißt der wirklich nicht“, feixt Teufelchen. „Und meinem Gefühl nach war er das auch nie. Er hat sich mir als Falk O. vorgestellt.“ Ich ahne etwas und prompt fährt Teufelchen fort. „Aber irgendwas ist komisch bei dem Kerl, der singt bei der Arbeit immer Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Weißt du vielleicht was das bedeutet?“ Muss ich erwähnen, dass ich sofort die Gretel angerufen habe um Abbitte für meine Zweifel an ihr zu leisten? Zumindest kam nun die Wahrheit ans Licht, mit dem teuflischen Klima spielen Menschen besser nicht.

Im Netz ist der Teufel los

Japan gilt als Teufelfreie Zone, das hat mein höllischer Freund schon vor vielen Jahren erfahren. Im Land des Lächelns, das wissen doch alle, regiert der dicke Buddha völlig ungeniert. Meist in unserem Wohnzimmer, der Kerl hat mich irgendwie ins Herz geschlossen. Väterlich versteht sich, was habt ihr denn nun gedacht.

„Kindchen“, meldet er sich zu Wort, „mein Glas ist schon wieder leer. Ob du vielleicht einen köstlichen Reiswein für mich hättest?“ „Tee gibt es und sonst nix“, entgegnet Yuki. „Und überhaupt, was willst du schon wieder hier?“ „Auf euch aufpassen natürlich“, kontert der Dicke. „Sonst stellt deine Frau wieder lauter üble Dinge an.“

„Hömma Alder“, sage ich, „dir zeige ich gleich wie Mann einen Abflug macht!“ „Gewalt ist keine Lösung“, nuschelt er. „Eva ist irgendwie viel netter als ihr. Mit der bin ich übrigens verabredet, also macht mal keine Welle.“

„Macho!“, kontere ich. „Deine Sprüche waren früher sehr viel besser!“ „Mann muss mit der Zeit gehen“, sagt der Dicke und bestellt sich per Zenphone einen Döner. Dann lächelt er Eva zu, die auf dem Sofa neben ihm erscheint. „Kinder, Kinder!“, seufzt sie leise, „immer diese Kinder!“

Ich ahne fürchterliches und schaue entgeistert, als sie mir vom neuesten Streich ihres Erstgeborenen berichtet. „Teufelchen“, so sagt sie fassungslos, „hat sich der Evangelischen Kirche angedient und betreibt dort als Netzteufel den Exorzismus.“ „Ja sind die denn von allen guten Geistern verlassen“, seufzt Buddha, „soll ich denen mal erscheinen?“

Eva winkt ab und lässt vor unseren Augen ein Internet-Hologramm entstehen, das den bunten Webauftritt der Kirche zeigt. „HateSpeech und fakeNews sind Schlüsselbegriffe für den gesellschaftlichen Rechtsruck“, lese ich und fange an zu lachen. „Wer bitte hat sich diesen Blödsinnn ausgedacht?“

„Mein Sohn natürlich“, murmelt Eva, „er hat es diesen EKDlern ins Ohr geflüstert. „Wie jetzt“, sage ich, „und du weißt mal wieder nichts davon? Bist du jetzt eine Göttin oder was?“ „Mit Protestanten habe ich wenig am Hut“, kommt ihre prompte Antwort. „Diese Legende kannst du schnell vergessen.“

„Der Teufel startet eine Initiative gegen sich selbst?“, frage ich, ohne auf ihre Bemerkung einzugehen. „Darauf muss man erst mal kommen!“ „So isser“, erwidert Eva. „Das hat er klar von seinem Vater geerbt.“ „Das sind die rebellischen Gene moderner Götter“, feixt Buddha. „Zu meiner Zeit pflegte man noch die Tradition.“ 

„Ich mag es eben antiautoritär“, erwidert Eva. „Klar“, sage ich trocken, „deshalb hast du der Welt auch die Sintflut geschickt.“ „Von wegen Sintflut“, erwidert Eva, „ich habe damals nur meine Babies gebadet. Gut, vielleicht lief mir dabei die Wanne über, das kann Frau bei all der Hektik schon passieren.“

„Zum Glück habe ich die Geschichten aus der Bibel nie geglaubt“, werfe ich ein. „Trotzdem klingen die ganz nett. Sag, wer die wohl geschrieben hat?“ „Vader Abraham natürlich“, erwidert Eva, „an wen hast du denn sonst gedacht.“ „An Papa Schlumpf“, erwidere ich lächelnd. „Im Gegensatz zum alten Vader, ist der nämlich immer blau.“

Eva schießt einen giftigen Blick in meine Richtung, der ein Erdbeben der Stärke 3,9 im Pazifikgraben auslöst. „Wenn du den Godzilla aufweckst kündige ich den himmlischen Beratervertrag mit dir“, sage ich. „Ich wusste immer schon, dass ihr Götter ständig übertreiben müsst.“ 

„Nix weißt du“, murmelt Eva. „Ich hätte mich gern vor diesem Job gedrückt! Aber als Papa in die Ewigkeit auswanderte musste ihn irgendwer machen.“ Buddha feixt schon wieder, als er meine Frage „Du bis also nicht die Schöpferin aller Dinge?“ hört.

„Doch schon“, erwidert Eva. „Aber Papa hat das Universum geschaffen, das sich nun selbst regiert.“ „Und wer bitte ist dein Papa?“, will ich wissen und ahne die Antwort schon. „Na was glaubst du“, antwortet Eva, „das ist natürlich der Große Geist.“

„Und was willst du nun von mir?“, frage ich lauernd. „Soll ich etwa erneut die Kunoichi geben?“ „Das wäre ein Spaß!“, höre ich eine altbekannte Stimme, bei der es sich nur um Teufelchen handeln kann. Und wirklich steht der Höllische nun im Raum. Zumindest als gedankliches Experiment von Buddhas Gnaden. An dem Dicken kommt auch kein Höllenfürst vorbei.

„Hallo Mama, huhu Frau Landar und Onkel Buddha“, ruft er. „Bitte nicht böse auf mich sein, die Netzteufelseite war doch nur ein Heidenspaß.“ „Spaß?“, fragt Eva. „Sofort nimmst du die wieder raus!“ „Unmöglich“, murmelt der Kleine, „die hat sich leider zum Selbstläufer entwickelt. Eigentlich bin ich es der eure Hilfe braucht, die Schwarzkittel sind mir mit allerlei Trollen auf der Spur.“

„Ja sach ma“, melde ich mich zu Wort. „Du bist doch der Teufel zum Teufel noch mal!“ „Ja schon“, höre ich, „aber was bitte mache ich gegen Hetze?“ „Was du immer machst“, erwidere ich, „du hetzt sie gegen- bzw. aufeinander.“ „Was wäre, wenn genau das meine Absicht war?“, will er wissen. „Ich gewinne bekanntlich immer.“

Ich erspare meinen werten LeserInnen, wie ich den Höllischen nach dieser Frechheit an den Ohren aus dem Netz nach Japan zog und Eva ihn mit der himmlischen Version des NetzDG konfrontierte. Dank mir von Buddha verliehener Magie, ist das auch problemlos gelungen. „Menno“, meint er hinterher zerknirscht, „davon habe ich noch nie gehört! Sag Mama, hast du dieses Gesetz vielleicht eben erst erfunden?“

„Das war dein Vetter Schreiko Haas vor einem Jahr“, erwidert Eva. „Aber das solltest du eigentlich wissen, der ist doch himmlischer Oberstaatssekretär.“ Wir überlegen eine Weile hin und her, als es plötzlich an der Haustür klingelt. „Tschuldigung, ist das hier bei Landar?“, fragt ein dicklicher Asiate in breitem Schweizerdeutsch.

Nun habe ich schon viele Prominente in meinem Leben gesehen, aber auf Kim aus Mordkorea war ich nicht gefasst. „Wie kommst du nach Japan“, will ich wissen, „oder ist das alles nur ein böser Traum.“ „Mein Freund Teufelchen hat um Hilfe gebeten“, erwidert Kim, „ist das etwa schlimm? Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der Dritte!“  

Ich mustere den Kerl. Sieht so ein Diktator aus? Krampfhaft versucht er einige Sushi-Röllchen zu verstecken, die offenbar der wahre Grund seiner Reise sind. „Erwischt“, gesteht er, „ich esse für mein Leben gern japanisch.“

„Du bist also überhaupt kein Bösewicht?“, frage ich und nicke wissend, als Kim mir die Wahrheit gesteht. „Eigentlich bin ich Schauspieler“, sagt er leise und winkt fröhlich in die illustre Runde. „Aber das muss bitte keiner wissen. Die Chinesen suchten einen Darsteller für den Showdown mit den USA und ich habe mich darum beworben. Der Rest ist Schweigen, okay?“

Geschwiegen hat er dann doch nicht und uns die die zündende Idee präsentiert. „Wisst ihr“, sagt er, „wir lassen diese Netzteufelseite vom Han zum Affen machen!“ „Dem Bömelmann?“, frage ich nach, „das ist nicht dein Ernst, Herr Präsident!“ „Wenn ich so überlege finde ich das gut“, sagt nun auch Teufelchen. „Der Böhmi war schon immer reichlich anders.“

„Dürfte ich einen Einwand machen?“, erklingt eine neue Stimme, die zu Teufelchens Bruder Jesus gehört. „Als Vorsitzender der Initiative Zombies in Sandalen, habe ich vielleicht eine Idee.“ „Nun ist es aber genug!“, empöre ich mich. „Was wollt ihr Kerle alle hier?“ Buddha gibt sich schuldbewusst. „Das war jetzt meine Idee,“ gesteht er mir. „Hör meinem Neffen doch bitte einmal zu.“

Was Jesus  zu sagen hat fand ich dann ganz manierlich. Kein Wunder, dass der so viele AnhängerInnen hat. Nach einigem hin und her haben wir die Initiative „Flunker“ gegründet und Maik Flanders, eine extra dafür geschaffene Sprechpuppe, als Denunzianten eingesetzt.

Mit Evas Hilfe als oberste Instanz, haben Maik und Han genug Sendezeit bekommen, um ihre geflunkerten Weisheiten unters Volk zu bringen. Die schiere Zahl ihrer Gläubigen war im Gegensatz zu denen der EKD dann riesengroß und prompt war im Netz der Teufel los.

Lesben sind die besseren Frauen

Dass ich die bekannteste Lesbe Deutschlands bin, haben meine LeserInnen schon immer gewusst, hat diese Tatsache doch längst zur Allgemeinbildung gehört. Vor einiger Zeit habe ich mir in den Kopf gesetzt noch bekannter zu werden. Dazu ist göttlicher Beistand angesagt, Eva Gott, die große Mutter, ist mir noch einen Gefallen schuldig.

Per Himmelsdrache, den ich mir vom japanischen Kaiserhof ausgeliehen habe, geht es schnurstracks nach oben zur Sonne, zur Freiheit und zum Licht. Vorbei an einem verblüfften Petrus, der schon wieder Probleme mit der Schließanlage hat.

Nun ist Frau Gott natürlich zeitlos, vielleicht hat sie deshalb so wenig davon. „Du nun wieder“, seufzt sie leise, um Adam nicht zu wecken. Der liegt ermattet auf dem Sofa, er hat mit Teufelchen „Ärgere die Menschheit“ gespielt.

Wir beraten kurz, was bei Göttern immer kritisch ist. „Mach dir mal keine Gedanken mein Kind“, sagt Eva, „ich habe dich vorübergehend zeitlos gemacht.“ „1000 Jahre soll sie leben“, höre ich Teufelchen zur Melodie der japanischen Nationalhymne singen, was ihm einen strafenden Blick seiner Mutter einbringt.

Und wirklich beraten wir 900 Jahre lang und laben uns zwischendurch an Manna. In den Pausen übe ich mit Teufelchen Schwing Um und lege den Kleinen immer wieder flach. Spielerisch natürlich! An meine zarte Haut kommt nur meine Frau, die mich natürlich begleitet hat.

In den nächsten 100 Jahren habe ich ein neues Buch geschrieben, das unter dem provokanten Titel „Lesben sind die besseren Frauen“ steht. Natürlich werden Himmelsjahre ganz anders gemessen, als ihr irdisches Pendant. Für Erdlinge war ich nur einige Tage weg.

Nach der Rückkehr in die lesbische Normalität, hat mich, neben der längst überfälligen Nennung im Time Magazine und der Verleihung des goldenen Bleistifts am gekräuselten Strumpfband, der allseits unbeliebte Laberus Schranz in seine Talkshow eingeladen.

Untermalt von Hardtechno Klängen betreten die DiskussionsteilnehmerInnen den Raum. Meine Biestigkeit sitzt neben Eva Gottlieb und ihrem als Frau verkleideten Erstgeborenen Lucie Ferrer. Natürlich weiß Schranz nicht wer die beiden wirklich sind und ich werde einen Teufel tun ihn darüber aufzuklären.

Offiziell, so hat es ihm Eva ins Stammhirn gesetzt, ist sie meine Verlegerin und Lucie meine langjährige Agentin. Biggi Schneller und Ally Weißlich sind auch mit von der Partie. Die beiden Ikonen des Überfeminismus in Deutschland dürfen niemals fehlen, wenn es um konterkarierte Ansichten geht.

„Wie schön alle hier zu sehen“, beginnt die Laberbacke und schaut lüstern auf die bestrumpfte Runde. Aber während Lucie mit den Wimpern klimpert, zeigt ihm Ally nur den Mittelfinger. „Frau Landar,“ wendet er das Blatt, „lassen Sie uns doch über das neue Buch sprechen. Wie nur kamen Sie auf einen solchen Titel?“

„Ich habe mir Debatten im Bundestag angeschaut“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Was dortige Dämlichkeiten vom Stapel lassen, hat mein Kleinhirn animiert. Und so gab ein Wort das andere und formte sich zu kreativen Sätzen.“

Schranz nickt und versucht einen Blick in Lucies Ausschnitt zu erhaschen, was ihm böse Blicke von Biggi einbringt. Die, und das ist ein offenes Geheimnis, hat noch jeden Mann vernascht. Verbal natürlich, das aber mit Macht, was habt ihr denn nun gedacht.

„Lesben“, fahre ich fort, „sind Heten gegenüber im Vorteil. Die wollen nur ihren Männchen gefallen und ständig deren Kinder kriegen. Wir aber zeigen, dass es anders geht. Apropos anders, Herr Schranz. Ob sie wohl eine Spermaprobe für mich hätten?“

Ich mache eine Kunstpause und lasse die Worte wirken. Schranz wird blass und stottert, „Das … das war doch jetzt nur Spaß?“ „Ja“, erwidere ich mir süffisantem Lächeln. „Sie werden nie erfahren, wie man Lesben macht.“

Schranz blättert nervös in seinen Unterlagen. „Sie schreiben“, fährt er fort, „dass Lesben kreativer in allen Bereichen des täglichen Lebens sind und dort ihren Mann …, also die Frau stehen! Haben Sie einige Beispiele dafür?“ „Sehen Sie hier etwa Männer?“, frage ich. „Sie sind doch nur ein Schranz.“

Er schluckt, das war starker Tobak für den Ärmsten. „Ihr Buch steht schon auf Platz Sex der ewigen Erotikliste“, versucht er einen Konter. Eva schüttelt nur den Kopf und merkt kurz an. „Soeben hat Frau Landars Buch die Bestsellerliste gesprengt. Wollen Sie mal sehen?“

Sie gewährt dem Verblüfften einen Blick auf ein explodierendes Gebäude, die Gebühreneinzugszentrale GEZ. In den Medien wird darüber am nächsten Tag stehen, eine radikalisierte Schauspielerin habe diese mit dem Ruf „Metoo“ zum Einsturz gebracht. Auch eine Form der Wahrheit, das kann ja mal passieren.

„Was ich noch immer nicht verstehe“, geht Schranz in die finale Runde, „wieso Lesben nun so viel besser als andere Frauen sind.“ Er schaut mich triumphierend an. „Immerhin haben wir noch keine lesbische Bundeskanzlerin.“

„Na die Knitterbacke will doch selbst der Teufel nicht in der Hölle haben“, mischt sich Lucie ein und verzaubert den Schranz mit magischem Blick. „Frau Landar dagegen, die kann wirklich alles besser. Und in Sachen Liebe hat sie den 107. Dan.“

Natürlich ist es müßig zu sagen, dass die Sendung ein mittelschweres Gravitationsbeben in der Milchstraße hervorgerufen hat und sich der Ereignishorizont fast aller Schwarzen Löcher zu meinen Gunsten verschob. Im Galaktischen Boten, der Zeitschrift für Götter und SuperheldInnen, wird darüber stehen, man habe ein wahrhaft erschütterndes Coming Out gesehen.

Mein Buch hat in Überlichtgeschwindigkeit das bekannte Universum erobert und Teufelchen dazu bewogen nun immer öfter die Lucie zu geben. „Du musst unbedingt einen zweiten Teil schreiben, Frau Landar!“, lässt sie mich wissen. „Ich habe mich total in die Biggi verliebt!“

„Wie jetzt“, gebe ich mich verwundert. „Die ist zwar Feministin, aber steht total auf Männer.“ „Ja eben!“, mault Lucie, „daher schlage ich als Titel Männer sind die besseren Frauen vor.“ Muss ich erwähnen, dass Teufelchen daraufhin zur Hölle gefahren ist?

 

Alice und die große Sause

Deutschland verkommt zum Tollhaus in diesen Tagen. Während der ZweKa (Zwergenkanal) die Dokumentation einer jungen Liebe zeigt, bei der der männliche Protagonist in Windeseile um drei Jahre altert, hat man im Klarland nun durch Handwurzel Lesungen ein anderes Bild von 35 Prozent der eingereisten Zwerge bekommen.

Des Rätsels Lösung wird durch die beiden Wissenschaftler Rawking und Dreistein erklärt. Zeitreisen sind auf der Erde möglich, endlich haben wir den Durchbruch geschafft! Man(n) muss nur vom Hindukusch nach Europa kommen und ist prompt um 15 Jahre jünger. Die Frage ist, ob das auch für Zwerginnen gilt.

Die breite Öffentlichkeit nimmt das natürlich gelassen. Sie, die schon länger hier wohnen, schauen gebannt aufs politologische Kasperletheater. Dort, so weiß man, wird es bald Korrelationsverbandlungen geben. Die „Große Sause“ kommt, Hurra!

Das muss ich natürlich genauer wissen und habe meinen Kumpel Teufelchen um Hilfe gefragt. „Wie jetzt, Frau Landar“, sagt er keck, „du willst wirklich zurück in die Zukunft reisen?“ „Kannst du das oder soll ich Gabriel McFly um Hilfe fragen?“, will ich wissen, „der ist mit seinen Red Socks schon überall hin.“

„Bist du doof?“, imitiert der Höllische meine Yuki, „das lasse ich jetzt nicht auf mir sitzen. Reich mir das eiskalte Händchen mein spätes Mädchen.“ Prompt fällt einige Lichtsekunden später mein Blick auf Alice aus dem weiten Land.

Teufelchen hat sich in eine Grinsekatze verwandelt und streicht ihr sofort um die Beine. „Hallo mein Häschen“, begrüßt mich Alice lüstern, „wieso kommst du schon vor den Iden des März?“ Leider unterbricht ihre Herzkönigin jeden weiteren Versuch mir den Bauch zu pinseln.

Merkwürdigerweise kann ich sogar als Hoppelhäschen sprechen, aber nur Teufelchen will mich verstehen. Während Alice sich mit Prinz Alexander über den Bestseller „Leben in Alternativen Universen“ unterhält, möchte ich meine Gegenwart wiedersehen. „Nee“, flüstert Teufelchen sofort, „wir sind gekommen um noch eine Weile zu bleiben.“

Notgedrungen füge ich mich und schaue einem Faktum zu, das kichernd über den doppelten Boden hüpft. „Man hat es zum Unwort des Jahres gewählt“, lässt mich Teufelchen wissen. „Nun will es bewiesen werden, aber wer macht das heute schon.“

„Silencium!“, ruft Alice plötzlich und schaltet den NoKo-Kanal der Glotze ein, „es folgt die Erika Merker Show. Heute gesteht sie dem Horstl ihre Affäre, das wird bestimmt total semantisch!“ Aber ein bärtiger Mann mit halber Glatze kündigt an, dass das Theaterstück leider ausfallen muss. „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage.“

„Credo equidem, nec vana fides, genus esse deorum!“, murmelt Teufelchen ins wunderliche Rund. „Ja, mich dünkt, und es ist kein Wahn, er ist göttlichen Ursprungs.“ „Wie bitte passt der ins Bild?“, will ich wissen. Teufelchen grinst und sagt „Der hat doch einen Rahmenvertrag mit Axel dem Springer.“

Wie die Geschichte endet wollt ihr nun wissen? Die und das wird bitter, hat der rote Robin schon bald neu aufgedeckt, mit viel Fratzen bei Gewitter.

Wenn der Buddha nach Deutschland kommt

Es ist kurz nach Mitternacht in Santa Barbara, als ein Erdbeben das ganze Haus erschüttert. Während Yuki noch erschrocken schaut und Schutz in meiner Nähe sucht, öffnet sich die Zimmertür mit lautem Getöse. „Du schon wieder!“, sage ich erbost, als der dicke Buddha vor mir steht.

„Mach mal halblang, Kindchen“, nuschelt er, und stampft in den Raum, „ich bin unterwegs in göttlicher Mission.“ „Wie jetzt“, will ich sofort wissen, „was hast du mit der Eva am Hut?“ Während der Schalk in seinen Augen blitzt und er sich die Glatze reibt, nimmt er ungefragt auf dem Sofa Platz.

„Die Eva habe ich schon mehr als ein Jahrhunderttausend nicht mehr gesehen“, lässt er mich wissen. „Sie war ja meine Jugendliebe, aber dann hat sie mir dieser Adam ausgespannt. Immerhin hat sie mir ihren Jüngsten in die Lehre geschickt, aber das weißt du bestimmt.“

Mir kommt ein Verdacht, den ich mit dem Satz „Was hast du nun bitte mit Jesus zu tun?“ in Worte fasse. „Ich war sein Lehrer“, erwidert Buddha, „woher glaubst du hat der seine Ideen. Aber er ist schon ein schlaues Kerlchen, nur diese Reality Show mit der Kreuzigung war irgendwie daneben.“

„Also lebt er doch noch?“, stelle ich die alles entscheidende Frage und der Dicke nickt vergnügt. „Logisch“, erwidert er, „wir haben damals diesen Pilatus bestochen und die ganze Welt hereingelegt. Warte nur, du wirst schon sehen.“

„Hallo, Frau Landar“, höre ich plötzlich eine Stimme und aus dem Nichts materialisiert sich Teufelchen. Aber er ist nicht allein, ein bärtiger Mann mit langen Haaren ist sein Begleiter. „Jesses nee!“, entfährt es mir, was mir einen tadelnden Blick von Buddha einbringt.

„Was wollt ihr hier?“, frage ich das Trio, „diese Bleibe ist männerfreie Zone.“ Also 1. bin ich kein normaler Mann“, empört sich Teufelchen sofort und 2. tut auch dir göttlicher Beistand gut.“ „Du bist kein Gott“, erwidere ich, du bist bekanntlich der Antichrist.“

„Das wüsste ich aber, Frau Landar“, mischt sich nun Jesus ein. „Mein Bruder ist vielleicht Legion, aber er war noch nie mein Feind.“ Während Teufelchen um zwei Zentimeter wächst, serviert Yuki leckeren Tee. Aber ihre Blicke verraten, dieser Besuch ist ihr suspekt.

„Schuhe aus!“, sagt sie und sofort zieht Jesus seine Latschen aus. Buddha hat noch nie welche getragen und Teufelchen bekanntlich einen Pferdefuß.

„Wir sind wegen dem Thomas hier“, beginnt Buddha und seine Begleiter nicken im Duett. „Der hat doch diesen tollen Vorschlag mit den Feiertagen gemacht.“ „Moment mal“, unterbreche ich die Rede des Dicken, „du findest de Maizières Idee wirklich gut?“

„Wer spricht denn noch von dem?“, entgegnet Teufelchen, „er hat den anderen Thomas von den Bayern gemeint, der hat doch den Herz-Jesu-Freitag in Bagdad verlangt.“ Selbst Buddha grinst, als ich schallend zu lachen beginne und mir ein „Das ist ja mal ’n Ding!“ aus der Kehle ringe.

„Du hast auch was gegen mich“, gibt Jesus den Beleidigten, „alle Welt hackt immer auf mir rum!“ „Nee, nee“, erwidere ich sofort, „mich hat der Satz nur arg verwundert. Die Supernase als Komiker, das hat irgendwie was.“

„Wie auch immer“, ergreift Buddha wieder das Wort, „ich möchte dass du mir einen großen Gefallen tust. Bei deinen Kontakten zur großen Politik sollte es dir problemlos gelingen, einen buddhistischen Feiertag für Deutschland durchzusetzen.“

Nun gibt es wenig was mich aus der Fassung bringt, aber nach einem Blick ins Buddhas Gesicht wird klar, der Dicke meint was er sagt! „Ich habe schon alles vorbereitet“, fährt er fort und reicht mir eine Prinzenrolle. Mir fallen sofort die Kanji-Zeichen auf, seit wann kann der Kerl japanisch?

„Alles glasklar und politisch korrekt verklausuliert“, verspricht er mir, „für Angiebaby wird das wie Zuckerwatte schmecken. „Und wie bitte soll ich ihr das übergeben?“, frage ich. „Soll ich wieder die Kunoichi wie damals in Sibirien geben?“

„Ach was“, meldet sich Teufelchen grinsend zu Wort, „aber toll wäre es! Nee, Brüderchen wird dich ins Zentrum der Macht begleiten. Ihm stehen bekanntlich nicht nur die Türen sondern auch die Herzen der Menschen offen. Du weißt ja, wenn ich eingreife macht Mama wieder Stress.“

Ich bleibe misstrauisch, dem Satansbraten traue ich einfach nicht. „Und was ist für dich drin?“, will ich von Jesus wissen, „oder bringst du nur einfach das Jüngste Gericht nach Berlin?“ Jesus murmelt etwas, das wie „Ihr solltet endlich aufhören diesen alten Schinken zu essen“, klingt, vielleicht hat er aber auch lesen gesagt.

„Ich, Frau Landar, um das klarzustellen, war immer nur an der Verbreitung meiner Lehre interessiert. Aber das meiste darin stammt nun mal von Onkel Buddha, der hat also noch etwas bei mir gut. Und ohne deine Hilfe sind wir aufgeschmissen.“

„Wirke doch ein Wunder“, sage ich mit boshaftem Unterton und ahne sofort, was ich angerichtet habe. „Mama hat das verboten“, murmelt Jesus, „sie hat gesagt, dass wir das klassisch regeln müssen. Aber du kannst doch Karate, ich habe das im Höllen-TV gesehen.“

Ich verzichte an dieser Stelle auf den Bericht, wie ich mich durch ganze Heerscharen von medial verstrahlten Wachen schlich und unerkannt ins Kanzleramt kam. Leider fand ich dort kein lebendes Wesen vor. Aber an einem runden Tisch saßen ein gutes Dutzend Marionetten, deren Holzköpfe von links nach rechts zur Mitte wackelten.

Leider blieben die Puppenspieler verborgen. Die im Dunkeln, die sieht man bekanntlich nicht. Aber offenbar haben sie wenigstens einen guten Geschmack und haben schon am nächsten Morgen den Hashtag #Buddhaforever online gestellt.

Deutschland unter roter Sonne

Wir schreiben das Jahr 2017, ein roter Stern geht über Deutschlands Himmel auf. Sein Name ist Maddin, bei den GenossInnen auch liebevoll „Mr. 100 Prozent“ genannt. Der Maddin, das ist nämlich ein Guter, der viel Erfahrung mit den Prozenten hat.

Das muss ich natürlich genauer wissen und habe ihn um ein Interview gebeten. Zu meiner Überraschung hat sich am BILDtelefon nur die kräftige Hanni gemeldet, die hocherfreut ist mich zu sehen. „Nanni!“, ruft sie verzückt, „wir haben lange nicht gesprochen!“

„Hallo, Hannchen“, sage ich und schenke ihr ein zuckersüßes Lächeln, „sag, ob ich den Maddin vielleicht kurz sprechen kann? Ich würde gern mehr über das Geheimnis der roten Sonne wissen.“ Die ist zwar eigentlich eine Williams Birne, aber Namen waren schon immer Schall und Rauch.

Hanni zuckt zusammen, ihre Mundwinkel nähern sich dem Boden. „Der Maddin ist am Zug“, sagt sie leise. „Also ich meine im, wenn du verstehst?! Aber da gibt es zur Zeit Rangierprobleme. Jemand hat ihn auf ein totes Gleis gestellt.“

Als sei dies ein Stichwort taucht hinter Hanni überraschend mein alter Kumpel Teufelchen auf, der ihr einen Vogel zeigt und vehement das hornlose Köpfchen schüttelt, als ich etwas sagen will.

„Na ja“, sage ich zu Hanni, „vielleicht kannst du mir weiterhelfen? Immerhin hast du doch jetzt richtig viel Zeit nach dem Debakel in Düsseldorf. Oder bist du anderweitig beschäftigt? Ich habe gehört in Hamburg sind noch Ressourcen frei.“

Während ich mir das Lachen verkneifen muss, als Teufelchen mir das Bild eines Sportwagens zeigt, kann Hanni diesen Schelm nicht sehen. Aber sie spricht ganz offen von ihrem neuen Garten in LINKShausen, in dem sie nur noch GRÜNzeug pflanzen will.

„RotKohl soll sehr gesund sein“, bemerke ich. „Der hilft vielleicht auch dir wieder auf die Sprünge. Ich hätte da eine aktuelle Adresse zum Bezug, die Firma HEL, hab nur Mut!“ Wohlweislich verschweige ich, dass deren Chef Andi Fah kein Biogärtner ist und nebenbei das Hotel Roter Hahn im Schwarzen Block betreibt.

„Nee, Nannilein“, gibt die Hanni zurück, „das lassen wir mal besser. Dieser Kohl schmeckt so fade. Da verlieren selbst alte Kanzler ihre Stimme und ergrauen in allen Ehren. Aber was ist mit dir, können wir uns mal wieder sehen? Du weißt schon wo, der alten Zeiten willen. Ja?“

Teufelchen hält sich den Bauch vor Lachen und zeigt mir Bilder als Erinnerung. Wir beiden Mädels sind damals viel mit ihrem Porsche auf der KÖ gefahren. Spitzname „Diablo.“ Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Den Maddin habe ich dann doch noch gesprochen. Zusammen mit Erzengel Gabriel, dem Auslandsbeauftragten der himmlischen Scharen, habe ich ihn auf dem Berliner Abstellgleis besucht. Eva Gott hat das für mich arrangiert.

Überrascht bin ich dann schon, als ich dort auch die Bundesmutti und Vollhorst antreffe, die mit dem Maddin Monopoly spielen. Im Gegensatz zum Original sind die Straßen aber Länder. Und Angela hält eine Schlüsselposition.

Murrend zahlen Vollhorst und Maddin die Zeche, als sie über Italien nach Österreich ziehen. Auffällig, der Weg nach Osten ist versperrt. „Den hält der Urbi äh … Orbi“, flüstert mir Teufelchen heimlich zu, der schon wieder unsichtbar neben mir steht.

Das Trio blickt auf und ist zu einem Interview bereit. „Aber nur gemeinsam“, sagt Mutti und klatscht strahlend in die Hände, „dafür gibt es keine Alternative in Deutschland!“

Aufgetrumpft – Was die Medien zu Trumps Politik verschweigen

Der Teufel ist los, im Weißen Haus sitzt der Antichrist! So oder ähnlich ist der Tenor der linken Presse, die Trumps Wahlsieg noch immer nicht akzeptieren will. So oder ähnlich reagieren aber auch die abgewählten Demokraten, die nun nur noch in der zweiten Reihe stehen.

Der Aufschrei war groß, als Trump das Einreiseverbot für Muslime aus sieben islamisch geprägten Ländern erließ. Wie kann der Mann so etwas tun? Ein Unding, ein klarer Rechtsbruch, das verstoße gegen alle Konventionen!

Nüchtern bertrachtet hat Trump lediglich ein Gesetz der Obama Administration aufegriffen und um das Einreiseverbot modifziert. Bei dem Gesetz handelt es sich um den sogenannten Visa Waiver Program Improvement and Terrorist Travel Prevention Act. Nachzulesen HIER.

Die böse Mauer an Mexikos Grenze wird mehr oder weniger seit 1993 gebaut. Der damalige Präsident Clinton fing damit an, hat das Thema aber nie zum Wahlkampfthema gemacht. Vermutlich auch nicht gegenüber seiner Frau erwähnt, die nun schmollend in der Ecke sitzt.

An dieser Grenze hat es bereits 7.000 Tote gegeben. Die Dunkelziffer ist noch weitaus höher. Zwischen 1985 und 1998 gibt es keine offiziellen Zahlen. Clinton, Bush und Obama haben diese Toten geschaffen. Das ist die Wahrheit, die keiner sehen will.

Trump mag ein Populist sein, das ist korrekt. Er macht Dinge öffentlich, die eigentlich verschleiert werden sollten. Gut muss das keiner finden. Aber es ist bezeichnend, wie die halbe Welt sich auf einen Mann einschießt, der einfach nur amerikanische Politik betreibt. Vielleicht direkter, aber das ist sein Ding.

Und schon sind wir wieder bei Professor Dr. Rainer Mausfeld, der von dem fragmentierten Bild gesprochen hat, das uns die Eliten täglich präsentieren. Und leider glauben Menschen nur, was sie im Fernsehen sehen. Eigene Nachforschungen gibt es nicht.

Auch nicht über die unzähligen Toten, die aus der Obama Ära stammen. Wie viele Kriege hat der Mann begonnen? Er mag sympathischer gewesen sein, als es Trump jemals werden wird. Aber auch er war ein amerikanischer Politiker, auch bei ihm kam „America first.“

Ich möchte an dieser Stelle erneut davor warnen die angeblichen Neuigkeiten, die Wahrheiten der Medien 1:1 zu übernehmen. Egal ob es die nun nach vorne preschende SPD ist, die unter Schulz zum Höhenflug ansetzt oder die Risse in der CDU/CSU. Das verbreiten zumindest die Medien. Also ist es wahr. Oder?

 

 

Ein Engel für Deutschland

Es gibt Tage, an denen mich wirklich der Teufel reitet. Zumindest bildlich gesprochen. Als prominenteste Lesbe Deutschlands, habe ich bekanntlich kein Interesse an irgendwelchen Kerlen. Aber wie anders sähe mein Leben aus, wenn ich eine Blondine wäre.

Aber wie verwandelt sich eine dunkelhaarige Japanerin in eine unterkühlte Schönheit? Diese Antwort wissen nur diverse Götter. Und von denen kenne ich mehr als genug. Dumm nur, die himmlische Hotline ist besetzt. Klar, da rufen auch Millionen an. Aber Eva Gotts geheime Nummer rettet mir den Tag.

„Yumi“, das ist aber schön deine Stimme zu hören“, flötet mir Frau Gott ins japanische Ohr. „Eben noch haben wir von dir gesprochen.“ „Quatsch mal nicht rum“, unterbreche ich ihren Redefluss, „ich hätte da gern mal ein Problem!“

Hätte nun Captain Kirk „Scotty, beamen!“, gesagt, ich wäre kaum überraschter gewesen. So aber finde ich mich prompt im Bernsteinzimmer wieder. Umgeben von einer wahrhaft himmlischen Schar. Eva und Adam sitzen Hand in Hand, ihnen gegenüber die Zwillinge Gabriel und Michael, die mich finster mustern.

Was vielleicht an Teufelchen liegt, der ihnen Honig auf die Stühle klebte. „Sorry Mama“, murmelt er in Richtung Eva und winkt mir danach fröhlich zu. „Frau Landar!“, ruft er ausgelassen, „was bringt dich in diese Schlangengrube?“

„Mit dir habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen“, sage ich, „Buddha ist immer noch total besoffen. Wie konntest du ihm auch nur ein ganzes Fass reinen Wein einschenken? Der verträgt doch höchstens 15 Liter. Jetzt flirtet er mit Shiva, die sich kaum noch vor ihm retten kann.“

„Was können wir für dich tun?“, will Adam wissen, der wirklich wie das fleischgewordene Bild von da Vinci aussieht. „Dem Leo habe ich Modell gestanden“, gibt er flüsternd zu.“ Ich schnaufe erbost, jetzt kann der Kerl auch noch Gedanken lesen!

„Na ich wäre gern mal eine Deutsche“, sage ich trotzdem keck. „Ihr wisst schon, so mit langen Beinen und Körbchengröße 80 C.“ „Du willst größer werden?“, vergewissert sich Adam. „Den deutschen Pass hast du doch schon.“ „Mann!“, empöre ich mich gekonnt. „Ich rede von blauen Augen und blondem Haar!“

„Wozu soll das gut sein?“, fragt Gabriel, der sich noch immer den Hintern mit grünen Papierservietten wischt. Klar, er hatte auch eine wahrhaft teuflische Niederlage. „Oder willst du für die CDU kandidieren?“

„Nein danke!“, erwidere ich und spüre eine Gänsehaut auf meinem Rücken. „Die haben doch schon ihre blonden Hoffnungen verheizt. Ich will einfach nur wissen, wie das so ist. Kann mir dabei denn keiner helfen?“

„Ich, hier ich!“, ruft Teufelchen und schnipst mit dem Finger. „Sag Mama darf ich? Das ist doch genau mein Ding!“ „Du willst Leute veralbern?“, will nun Eva wissen, „oder wie sonst darf ich deinen Wunsch verstehen?“ „Als pure Neugier“, erwidere ich. „Albern sind nur die anderen, das weißt du doch.“

„Einen Tag und keine Sekunde länger“, beschließt Eva und zieht sich mit Adam in den Garten Eden zurück. „Wehe ihr haltet euch nicht dran“, ruft sie noch. „Dann grüßt euch jeden Tag das Murmeltier für die nächsten Jahre.“

„Die gehen schon wieder Kinder machen“, verrät mir Teufelchen frech. „Komm mit, wir müssen in die Hölle. Hier oben fehlt mir die Luft zum zaubern.“ Gesagt, getan und eine Lichtsekunde später bestaune ich mein neues Spiegelbild. Claudia Schiffer wäre ein Mauerblümchen gegen mich.

„Boah siehst du krass aus!“, schwärmt Teufelchen und leckt sich lüstern seine Lippen. „Zu dumm, dass du nur auf Frauen stehst.“ Als ich die Nase rümpfe korrigiert er seinen Fehler schnell. „Aber ich könnte meine weibliche Seite zeigen“, bietet er mir an. „Der Teufel ist doch auch nur eine Entität.“

Mein ausgestreckter Mittelfinger lässt ihn schallend lachen. „So mag ich dich, Blondie. Und jetzt lass uns zu Vadder Abraham gehen!“ Ich überlege kurz und nicke. „Dann los du Schlumpf. Aber denk dran, da ist nix mit bücken!“

Weniger himmlische, als vielmehr teuflische Kontakte, haben mir eine Stunde später den Zugang zu einer Casting Show verschafft. „Ein Engel für Deutschland“, heißt die Chose, die von Diedär B. Nixzuholen geleitet wird. Und „The Diedär“, wie ihn Freunde auch gern nennen, steht total auf blonde Frauen.

Schlagfertig überstehe ich die erste Runde. Und plötzlich haben alle Mädels blaue Augen. Teufelchen fällt fast um vor Lachen. „Das war großes Karate!“, ruft er immer wieder und versucht mich zu imitieren. „Los, jetzt mischen wir den Diedär auf.“

Heels und seidige Strümpfe lassen meine Beine noch länger wirken. Diedär schwitzt, der alte Schwerenöter ist heute schon bei den anderen Mädels abgeblitzt. In mir sieht er seine letzte Chance. Aber als Teufelchen in Gestalt einer Rothaarigen die Szene betritt, bin ich fast vergessen.

Es ist Vadder Abraham, der mir den Abend rettet. Der Schussel vergibt alle Punkte an mich und geht dann Boxen kucken. Arthur, sein Ziehsohn hat gerufen. Und ich nehme den Titel „Engel für Deutschland“ mit. Im Rausch der Sinne will ich jubeln, als die Szene plötzlich wechselt und Teufelchen mich schnell zurück ins heimische Wohnzimmer schubst.

Gerade rechtzeitig! Schon läuft mir ein Schauer über den Rücken, als eine eiskalte Hand mein Gesicht berührt. Es ist Yuki, die ihrem Namen alle Ehre macht. „Kommst du zum Essen?“, fragt sie lieb. „Es gibt Bohnen. Die kannst auch du (B)Engelchen essen.“