Legenden sterben nie

Es gibt Legenden, die niemals sterben. Und Legenden, die erst noch geboren werden müssen. Und ich spreche nicht von meiner ungeborenen Tochter. Dass die großartig wird steht außer Frage. Mit mir als Mutter kein Problem. Ich spreche von einem Auto. Genauer einem SUV. Noch genauer dem neuen Porsche Macan, den wir nun schon eine Weile testen.

Bekanntlich ist der getunte RS Q3 vor einigen Wochen einen allzu frühen Tod gestorben. Wolf und das Team waren dem Fehler auf der Spur und haben ihn nun gefunden. Es lag nicht am Tuning, das war professionell. Ein simpler Materialfehler hat den Schaden ausgelöst. Und das kann immer passieren. C’est la vie.

Bisher durfte ich nicht über den Ersatzwagen schreiben. Das ist ab heute vorbei. Nur was genau Wolf damit angestellt hat, das wird ein Geheimnis bleiben. Ich sehe die Leser schon abwinken und das Gesicht verziehen. Ein Porsche SUV wird es heißen. Das ist doch auch nur ein Q5. Und genau da liegen die meisten Leute falsch.

Klar hat der Macan die Bodengruppe des Q5. Er stammt auch aus dem gleichen Großkonzern. Aber viele Feinheiten stammen von Porsche, das wird der geneigte Fahrer dann schon sehen. Baby-Cayenne wird er von Kritikern abschätzig genannt. Andere bezeichnen ihn liebevoll als Tiger. Yuki und ich mögen den Wagen. Auch, wenn er deutlich größer als der eher schnuckelige RS Q3 ist.

Aber wir sollen ihn nicht mögen sondern fahren. Und das haben wir täglich und ausiebig getan. Im Alltag und auf der Autobahn. Und die Messgeräte liefen mit. Das siebenstufige Porsche-Doppelkupplungsgetriebe ist eine Wucht! Selbst der Audi RS 6 kann das nicht wirklich besser. Nur, dass der in der „Wolf-Version“ schneller ist. Aber wer will schon rasen, wenn cruisen so viel besser ist?

Aber wir dürfen den Macan leider nicht länger behalten. Heute ist der Tag des Abschieds gekommem. Das liegt auch an dem reparierten RS Q3, den wir wieder unser eigen nennen dürfen. Zu Testzwecken versteht sich. Neidische Nachbarblicke inklusive. Aber jetzt muss ich gehen und an meiner Legende arbeiten. Schönes Wochenende ihr da draußen.

 

Starke Frauen – Eine Erinnerung an Maria de Vilotta

Ich möchte mit diesem Beitrag an eine starke Frau erinnern, die am Freitag, den 11.Oktober 2013 völlig überraschend gestorben ist. Ihr Name: Maria de Villota

Ich bin kein Motorsport Fan. Mir gibt es nichts, wenn Boliden Runde um Runde mit hoher Geschwindigkeit auf Rennkursen drehen. Mir geht es um die Persönlichkeit Maria de Villota, die außergewöhnliche Sportlerin, die Frau. Sie hat mit ihrem Leben, ihrer Karriere bewiesen, dass Frauen auch im Rennsport viel erreichen können. Ihr tragischer Unfall vor mehr als einem Jahr war dann ein Schock. Maria de Villota prallte mit für die Formel 1 lächerlichen 50 km/h gegen die Klappe des Team LKW. Sie erlitt dabei schwere Kopfverletzungen und verlor ihr rechtes Auge. Aber von dem Unfall unterkriegen ließ sie sich nicht! Und genau das erkenne ich an.

Maria de Villota wurde zur Botschafterin von Frauen. Sie vermittelte mit ihrem Schicksal Stärke. Frau kann alles erreichen, so sie denn will. Dieses positive Lebensgefühl zu vermitteln war ihr ein Anliegen. Und ich sehe ihr Andenken nicht nur auf den (Motor)Sport begrenzt. Immer mehr Frauen auf der ganzen Welt stehen auf und streifen die ihnen seit Jahrhunderten zugedachte Rolle ab. Und das ist gut so. Frauen entdecken und definieren sich neu. Auch ihre Sexualität. Sie werden selbst aktiv.

Maria de Villota war keine Femistin. Aber sie war eine außergewöhnliche Frau. Buddha hat einmal gesagt: „Das Geheimnis des außerordentlichen Menschen ist in den meisten Fällen nichts als Konsequenz.“ Maria de Villota war konsequent. Sie ist ihren Weg gegangen und nie davon abgewichen.

In den letzten Monaten präsentierte sie sich der staunenden Öffentlichkeit mit Kurzhaarschnitt und Augenklappe . Auf mich wirkte sie wie eine moderne Piratin, die in männlichen Gewässern ihr (Un)Wesen trieb. Für Frau, für jede Schwester! Danke dafür Maria de Villota! Ihr viel zu früher und einsamer Tod hinterlässt nun eine Lücke, die es auf- und auszufüllen gilt. Und dazu sind alle Frauen dieser Welt aufgerufen.

Passend dazu ein Zitat, der deutschen Schriftstellerin, Publizistin, Dramatikerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm (1831-1919):

„Mehr Stolz, ihr Frauen! Wie ist es nur möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung, die euch noch immer trifft. – Auch heute noch? Ja, auch heute noch. (…) „

Wann fängst DU damit an?