Wenn der Flirt daneben geht

Dass Männer Frauen wollen weiß jedes Kind. Aber nicht jede Frau will einen Mann. Dem Pick Up Artist Julien Blanc war das egal. Wie die taz berichtet, hat Julien in einem Video gestanden, mit einer Frau gegen ihren Willen Sex gehabt zu haben. Und das ist eine Vergewaltigung!

Pick Up Artists sind professionelle Aufreißer, die angeblich jede Frau ins Bett bekommen. Und schon muss ich leise lachen. Auf das Phänomen der Pick Up Artists bin ich bereits vor einigen Jahren gestoßen. Selbst getroffen habe ich noch keinen. Was auch besser für einen wie Julien ist.

Was mich aber auf die Palme bringt sind Sprüche wie  „If you are a white male in Tokio, you can do whatever you want. Just grab her and she will just giggle …“ Er dürfte das gern bei mir versuchen. Es steht außer Frage, wer dann lacht.

Typen wie Julien haben kein Gewissen. Sie werden nur von ihrem Trieb gesteuert, sind dazu aber noch leidlich intelligent. Mit dem Instinkt des Raubtiers haben sie erkannt, wie sie mit ihrer Masche Geld verdienen können. Sie bieten für teures Geld Seminare an, die sie auf der ganzen Welt abhalten. Dort verkaufen sie Nachwuchs-Casanovas ihre (nutzlosen) Tipps. Merke: Aus einem Opel wird nie ein Ferrari werden.

Aber der weltweite Widerstand beginnt sich zu formieren. Und ich rufe an dieser Stelle klar zur Unterstützung auf. Denn auch meine LeserInnen haben vielleicht Töchter, die solchen Typen ausgeliefert sind. Ja, auch ihr liebe Männer, die ihr so gerne den Macho spielt.

Laut taz sammeln sich die Proteste bei Twitter. #takedownrsd und #takedownjulienblanc heißen die Hashtags dort.

Hier der Link zum Artikel der taz: Dating-Tipps von Pick Up Artists 

Auf einen Link zu youtube und Julien verzichte ich. Jeder Klick bringt diesem Schwachmat nämlich Geld. Und ich hoffe wirklich, dass die amerikanische Justiz den Fall genau untersucht. Typen wie Julien, die öffentlich mit Vergewaltigung prahlen, gehören wegesperrt. Und als Aufseherinnen wünsche ich mir Frauen, die Töchter haben.

Skandal um Sibylle Lewitscharoff – Büchner-Preisträgerin wettert gegen künstliche Befruchtung

Prominente werden gern nach ihrer Meinung gefragt und Schriftsteller oft über den Grünen Klee gelobt und auch hofiert. So geschehen mit Sybille Lewitscharoff.
Kennt ihr nicht? Dann darf ich euch die Dame vorstellen, die 2013 mit dem Büchnerpreis ausgezeichnet worden ist.  Zu Recht? Nun damals war sie scheinbar noch halbwegs bei Sinnen. Am Sonntag bei ihrer Dresdner Rede nicht.

In ihrer Rede über „Geburt und Tod“ hat Lewitscharoff die künstliche Befruchtung verurteilt und äußerte sich voller „Abscheu“ über Kinder, die auf solch „abartigen Wegen“ entstanden seien. Damit nicht genug hat sie solche Kinder als „Halbwesen“ bezeichnet, „zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas“. „Das ist gewiss ungerecht, weil es den Kindern etwas anlastet, wofür sie rein gar nichts können. Aber meine Abscheu ist in solchen Fällen stärker als die Vernunft“, sagte Lewitscharoff.

Meine Abscheu vor der alten Dame wächst. Mit jeder Minute, jedem Atemzug. Lewitscharoff findet auch ein „Onanieverbot“ weise. Wenn Sperma zur künstlichen Befruchtung eingesetzt werde, sei ihr das „nicht nur suspekt“, es erscheine ihr „absolut widerwärtig“. „Mit Verlaub, angesichts dieser Entwicklungen kommen mir die Kopulationsheime, welche die Nationalsozialisten einst eingerichtet haben, um blonde Frauen mit dem Samen von blonden blauäugigen SS-Männern zu versorgen, fast wie harmlose Übungsspiele vor“, sagte Lewitscharoff.

Boldidenbedingt habe ich erst spät von dem Skandal erfahren, den ich aber nicht unkommentiert lassen möchte. Nur gehe ich diesmal einen anderen Weg und möchte einige Links zu Online-Magazinen posten. Vor allem der SPIEGEL bringt es auf den Punkt und dafür muss ich mich bei Georg Diez bedanken. Normalerweise hätte ich ihn für seine Äußerungen Frau gegenüber in der Luft zerrissen, aber in dem Fall hat er Recht. Herrenreiterin des Kleingeists nennt er Lewitscharoff. Und das tut richtig gut.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-die-lewitscharoff-rede-zu-befruchtung-und-onanie-a-957342.html

Massive Kritik hagelt es auch von der taz. „Was für eine schreckliche, menschenverachtende Tirade!“, heißt es dort.

http://www.taz.de/Rede-von-Sibylle-Lewitscharoff/!134309/

Natürlich fällt „DIE ZEIT“ wieder aus dem Rahmen und bringt lediglich eine kleine Pressemeldung. Auch wenn mein besonderer Freund David Hugendick schnell noch eine Glosse schreibt. Aber die wirkt halbherzig und ist kaum der Rede wert. Wer es lesen mag darf das gerne tun, aber auf die ZEIT verlinke ich nicht.

Auch die FAZ bringt einen sehr guten Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/sibylle-lewitscharoffs-rede-hoeren-sie-nicht-auf-frau-doktor-frankenstein-12835253.html

Das Dresdner Schauspielhaus distanzierte sich als Mitveranstalter in einem offenen Brief sofort von Lewitscharoffs Aussagen. Der Chefdramaturg Robert Koall hat ihn geschrieben. Und das macht er richtig gut. Einen Satz, der schon in der Presse stand, möchte ich ebenfalls erwähnen:

„Es gibt einen Punkt, der die Dresdner Rede vom 2. März gefährlich macht. Das ist das Tendenziöse, die Stimmungsmache, das tropfenweise verabreichte Gift.“

http://www.staatsschauspiel-dresden.de/spielplan/und_ausserdem/dresdner_reden_2014/offener_brief_an_sibylle_lewitscharoff/

Sibylle Lewitscharoff verteidigte sich gegenüber der Kritik mit dem Hinweis auf ihren Vater, einen Gynäkologen, der sich in ihrer Kindheit das Leben genommen hatte. Aufgrund dieser Geschichten sei sie bei solchen Themen schärfer und persönlicher. Sie wolle die Thesen nicht zurücknehmen. „Darf ich in einer Rede nicht sagen, was ich denke? Ich verlange doch keine sofortige Gesetzesänderung oder derartiges“, sagte Lewitscharoff der FAZ.

Sie dürfen sagen, was Sie denken werte Dame. Das darf ich aber auch. Und ich werde. Und ich bim ebenfalls nicht nett. Sie Frau Lewitscharoff sind eine Brandstifterin, mit der ich nicht in einem Haus leben will. Wie Robert Koall schon schrieb: „Ihre Worte sind nicht harmlos, Frau Lewitscharoff. Aus falschen Worten wird falsches Denken. Und dem folgen Taten. Deshalb sind es gefährliche Worte.“ Für mich zumindest sind Sie tot, Frau Lewitscharoff. Und das nehme ich ebenfalls nicht zurück.

Georg Diez hat richtig scharf geschossen, mit seinem allerletzten Satz: „Sibylle Lewitscharoff ist eine schlimme Kulturkriegerin, und wer jetzt noch ein Buch von ihr liest, kann nicht mehr behaupten, er habe von nichts gewusst.“