Ein Leben lang auf Reise

Unser Leben ist zur Zeit eine große Reise. Waren wir letzte Woche noch in Fukuoka, ist nun Deutschland angesagt. Aber vorher haben wir Zeit in Los Angeles verbracht und einige wichtige Dinge geregelt.

Wie zum Beispiel die Zukunft unseres Apartments, das wir vorübergehend an ein Frauenpaar vermietet haben. Nicht ganz überraschend, haben sich Riko und Madison bei uns gemeldet, die beiden Mädels vom Dina Shore. Sie sind seid Juni in Los Angeles und haben Probleme mit ihrer Wohnung bekommen.

„Wir haben keine Nacht geschlafen, so laut war es dort“, erzählt Madison, als wir uns treffen. Der Vermieter macht Ärger und besteht auf dem Vertrag. Aber Riko ist Anwältin und weiß was sie machen muss. Sie sind schon auf der Suche nach einer neuen Bleibe und wohnen in einem günstigen Motel.

Mir kommt eine Idee, die ich mit Yuki per Augenkontakt abstimme. „Wir können euch unser Apartment überlassen“, biete ich den beiden an, wir werden einige Monate nicht in Los Angeles sein.“ „Vermutlich kommen wir erst im September wieder“, fügt Yuki hinzu, „aber das wissen wir noch nicht.“

Unsere beiden neuen Freundinnen sind total aus dem Häuschen vor Glück. Vor allem, als ich ihnen den Preis nenne und die Lage. Klar ist es teurer als ihr jetziges Motel, aber ich verlange keinen Wucherpreis. Und Sicherheiten haben beide.

Sicher im Flieger, hat uns unser Weg über Düsseldorf nach Stuttgart geführt. Wir waren auch in Hamburg, haben kurz Berlin unsicher gemacht und sind dann nach Frankfurt geeilt. Zur Zeit besuchen wir in Holland Freunde und fahren in Kürze wieder nach Düsseldorf. Und im August ruft wieder Japan.

Yuki nehmen die Reisen mehr mit, als sie eingestehen will. Ich bemerke es und spreche es an. „Alles gut“, sagt sie und strahlt mich an, „wenigstens ist mit dir das Leben nie öde. Die Mama deiner Kinder kann ich später noch spielen.“ Seht ihr nun das wahre Biest?

Eher milde gestimmt, rauscht das politische Leben scheinbar unbeachtet an mir vorbei. Ich verfolge die Neuigkeiten mit Interesse, aber nehme absichtlich Abstand davon. Habe ich aufgegeben?

Fast könnte man das glauben, haben wir doch immerhin unseren bisher größten Sieg errungen. „Wir“, das ist die deutsche LGBT-Community. Wahltaktisch klug von der SPD eingefädelt, wird sie kein Kapital aus der Eheöffnung für alle schlagen. Ohne Merkels Zustimmung, wäre die Sache geplatzt.

„Aber sie hat doch dagegen gestimmt!“, höre ich meine LeserInnen sagen. Ja, das hat sie. Aber sie hat die Abstimmung möglich gemacht. Und da sie das positive Endergebnis vorher kannte, hat sie dagegen gestimmt.

Dieser so einfach, wie geniale Schachzug, hätte auch von einer Japanerin kommen können. Auch wenn ich Merkel nicht mag, das hat sie klug gemacht. Reicht das schon zur erneuten Kanzlerschaft?

Ist das nun der endgültige Durchbruch für Homosexuelle oder doch nur ein weiterer Meilenstein? Ich rechne mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und einer Grundgesetzänderung. Mich stört das wenig, Yuki war schon immer meine Frau.

Die Politik muss vorerst ohne meine Kommentare leben. Und auch  dieser Blog wird vorerst stiller werden. Momentan fehlen mir Zeit und Lust dafür.

Dabei gäbe es eine Menge zu erzählen. Etwa wie ich kurz im MMA unterwegs gewesen bin oder der unschöne Zwischenfall mit einer Koreanerin in Fukuoka.

Ich könnte auch von dem Waisenhaus berichten und wie uns dort die Kinderherzen zugeflogen sind. Aber wir haben entschieden in Zukunft weniger Privates zu zeigen. Auch davon wird der nächste Beitrag handeln. Bis dahin dürft ihr den Sommer genießen. Wir lesen uns. Bis bald!

 

 

 

 

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Entschuldigung, dass ich Deutsche(r) bin!

Schon mehrfach, habe ich über die deutsche Identitätskrise geschrieben, wie ich sie sehe und wie man ihr begegnen kann. Heute möchte ich erneut einen Teilaspekt aufgreifen, der mir in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen ist.

Es handelt sich um die Abschwächung der eigenen Meinung, die aus einem guten Argument nur noch ein laues Lüftchen macht. Das folgende Beispiel hat einen realen Hintergrund. Ich habe es in dieser Form vor einigen Jahren auf der Demonstration für den umstrittenen Bildungsplan in Stuttgart erlebt.

„Ich finde es total falsch, dass Lesben und Schwule heiraten und Kinder haben dürfen, aber das ist jetzt nicht irgendwie als Angriff auf Sie gemeint!“, hat mir eine ältere Dame gesagt und mir verlegen ins Gesicht gelächelt.

Unabhängig davon, dass ich diese Meinung daneben finde, hat sie jedes Recht sie zu vertreten. Witzig in diesem Zusammenhang fand ich lediglich den letzten Teil, in dem sie sich quasi bei mir dafür entschuldigt.

Daran erinnert worden bin ich durch ein Gespräch mit einer Afroamerikanerin, die genau dieses Phänomen mehrfach beobachtet hat. Tyna hat zwei Jahre in München gelebt und war dort auch in Sachen Liebe unterwegs.

„Das klingt jetzt bestimmt wie ein Klischee“, lässt sie mich wissen, „aber ich liebe nun mal blonde Frauen!“ Sie strahlt über das ganze Gesicht bei diesen Worten und zeigt mir Bilder von ihrer Freundin.

Erika ist aus München und arbeitet dort als Hotelmanagerin. Aber die Beziehung kriselt, daher ist Tyna in die USA zurückgekehrt. „Ich habe diese ständigen Entschuldigungen nicht mehr ertragen“, erzählt Tyna weiter. „Wenn du eine Meinung hast, dann vertritt sie doch!“

„Um was ging es konkret?“, hake ich nach und werde von der Antwort überrascht. „Um die Hautfarbe, um Schwarze generell und wie sie sich zum Teil benehmen. Und glaub mir eins, ich bin keine Freundin davon!“

Tynas Augen schießen Blitze, sie hat sich in Rage geredet und kritisiert scharf das Verhalten dunkelhäutiger, amerikanischer Jugendlicher und Gangmitglieder, die ein falsches Bild auf alle werfen.

„Aber wenn Erika darüber sprach, hat sie sich immer dafür bei mir entschuldigt! Baby, habe ich zu ihr gesagt, mit mir kannst du offen sprechen!“ Sie schaut mich an. „Du hast doch lange in Deutschland gelebt, ist dir dieses Verhalten auch schon aufgefallen?“, will sie wissen?

Ich muss kaum überlegen und nicke fast sofort. Unzählige Beispiele fallen mir dazu ein und auch der Grund, warum sich Deutsche fast immer entschuldigen. Das ist oft weniger der Höflichkeit geschuldet, als vielmehr der Angst als Rassist zu gelten oder eine politisch unkorrekte Meinung zu vertreten.

Ich erkläre Tyna etwas zur deutschen Geschichte und dem eingehämmerten Schuldbewusstsein der Deutschen. „Die haben also Angst sie selbst zu sein?“, fragt sie nach und schüttelt die Rasta-Mähne. „Aber du würdest mir die Wahrheit sagen?“

„Darauf kannst du wetten, Süße“, sage ich. „Und jetzt schwing‘ deinen schwarzen Hintern ans Telefon und ruf deine Freundin an. Und wenn du mir morgen nicht erzählst, dass ihr wieder zusammen seid, dann verhaue ich ihn dir!“

Tynas schallendes Lachen hat ansteckend  gewirkt. „Sorry“, hat sie aus Spaß gesagt“, das ist mir jetzt so rausgerutscht.“

Die Narren sind los – Zwischen Karneval und Fasching

Wer in Düsseldorf oder Köln das Wort „Fasching“ auszusprechen wagt, wird sofort mit schiefen Blicken bedacht. Ich mache mir seit Jahren einen Spaß daraus und habe stets über die (gespielte) Aufregung gelacht.

2017 hatten wir weder Fasching noch Karneval auf dem Plan, eigentlich sollten wir noch in Los Angeles sein. Aber Wolfs Hilferuf und die Krise der Tuningschmiede, hat uns über Schweden zurück nach Deutschland gebracht.

In den letzten Tagen habe ich Düsseldorf unsicher gemacht und alte Freundinnen besucht. Natürlich auch meine Eltern, wo glaubt ihr wohnten wir? Meine Mutter hat sich riesig gefreut uns zu sehen und auch mein Vater war begeistert. Zumindest kann man sein Lächeln so deuten.

Vier Farben Schwarz

Er hat eine Überraschung für mich, die mir fast die Sprache verschlägt. Und ganz (un)typisch Mayumi habe ich ihn dafür umarmt. „Die Wartezeit für den 4. Dan im Karate ist für dich von 4 auf 3 Jahre verkürzt worden“, so die Nachricht. Nun werde ich üben müssen. Die Prüfung selbst ist kein Problem.

„Wir haben eine Wohnung für euch gefunden“, erklärt mir der liebenswerte Patriarch und schon regt sich Widerspruch bei mir. Ein Blick in Yukis strahlendes Gesicht lässt mich wieder lächeln. „Das sehen wir noch“, erwidere ich sanft. „Aber wehe du fragst wann es endlich Enkel gibt, dann werden wir in Holland  wohnen! Du hast doch kein Problem damit.“

Ich liebe diese kleinen Streitigkeiten und bin vermutlich die einzige Person, die meinen Vater jemals schallend lachen hörte. So ist es beschlossen und verkündet, dass Stuttgart vorerst kein Thema mehr sein wird.

Zwar fällt uns der Abschied schwer, aber jede Veränderung bietet auch positive Effekte. Nur den Fasching (!) werden wir dieses Jahr wieder im Süden verbringen. Schauen wir mal, was dort so geht.

Die Narren sind los

Aber während die Narren nur eine kurze Saison für ihren Auftritt haben, sieht das bei PolitikerInnen ganz anders aus. Deren Narreteien erleben wir das ganze Jahr.

Da wird ein Spesenbetrüger Kanzlerkandidat und verbreitet linken Nebel, der weder Substanz noch irgendeine Zukunft hat. Schulz, der Merkels Politik voll unterstützt, ist für mich der größte Clown von allen. Aber viele Deutsche kapieren das mal wieder nicht. Schulz hat vielleicht noch mehr Dreck am Stecken, als der GRÜNE Özdemir.

Schulz erhielt als Parlamentspräsident ganz automatisch ein Tagegeld von 304 Euro und zwar an 365 Tagen im Jahr. Darauf von einem Reporter angesprochen, hat Schulz „Nein“ gesagt. Dumm nur, dass der SWR die Beweise für jene 110.960 Euro hat, die Schulz steuerfrei bekam. Wofür stand der Mann noch gleich?

Aber mit der Wahlpropaganda „Wir räumen die Agenda 2010 nun endlich auf“, wird er die GEZ-Verdummten blenden. Die, das wissen wir, sehnen sich nach einem Regierungswechsel. Und Angela, die Unbeliebte, muss bekanntlich weg.

Büttenreden und eine Wahl

Vielleicht schafft Schulz das Wunder und schickt die Frau in Rente. Rot-Rot-Grün schafft dann Deutschland endgültig ab und wir werden Zone D im EU-Bundesstaat. Aber bis zu diesem Punkt schiebt der heilige Thomas noch schnell einige Afghanen ab, um Platz für gut ausgebildete Spitzenkräfte aus Absurdistan zu schaffen.

Was wie eine Büttenrede klingt ist kein Hirngespinst. Anders als für die Narren, ist am Aschermittwoch in der Politik noch lange nicht Schluss. Deutschlands Erwachen wird nach der nächsten Bundestagswahl kommen. Den Eliten ist egal, ob ein vermerkelter Schulz nun Kanzler wird oder Mutti uns weiter regiert. Sie haben die Notfall Koffer längst gepackt.

Gepackt hat mich nun der närrische Virus, was eine Woche Pause vom Blog bedeuten wird. Vielleicht kommentiere ich ab und zu, aber dies wird bis zum Aschermittwoch mein vorerst letzter Beitrag sein.

Ob Narren oder Jecken nun Karneval, Fastnacht oder Fasching sagen oder ob nun Alaaf oder einfach nur Helau der Ausruf ist, wünschen dürft ihr alle euch ein nächstes Thema, das 1. Die nackte Dyke oder 2. Spätzle im Spitzenhöschen ist.

In diesem Sinn Alaaf und Helau von einer närrischen Mayumi!

Ausgesucht

Nach einigen Monaten Pause, habe ich mich wieder den Suchbegriffen auf meinem Blog gewidmet. Glanzlichter fehlen völlig, der Sex dominiert. Viele Suchbegriffe drehen sich um Sex (mit Japanerin). Und das ist ziemlich erbärmlich. Die meisten dieser dunklen Perlen, habe ich meinen LeserInnen erspart.

Immerhin gab es durchaus gute Anfragen, die ich auch gern näher betrachte. Ansonsten gilt wie immer, wer Sex bei mir sucht, der liegt falsch. Natürlich musste ich einige Suchbegriffe launig kommentieren. Ich kann nicht anders, das ist wie ein innerer Zwang.

1. – leung ting kernspecht getrennt – Gemeint sind die beiden (selbsternannten) Wing Chun Großmeister, die eine einfache Wushu (Kung Fu) Art, als Maß aller Dinge verkaufen. Ob sich der Stolperer (Leung Ting) vom Grafen (Keith Ronald Graf von Rothenburg Kernspecht, besser bekannt als Keith R. Kernspecht) getrennt hat, ist mir völlig egal. Den beiden Herren ging es nur darum möglichst viel Geld mit ihrem System zu machen, was ihnen über die letzten 40 Jahre auch gelungen ist.

2. – kann ein japaner chinesisch lesen – Nein, wenn es sich dabei um lateinische Buchstaben handelt. Zum Teil, wenn wir von Kanji-Zeichen sprechen. Leider haben sich die Zeichen im Lauf der Jahrhunderte geändert, bzw. die Bedeutung für die sie stehen. Auch gab es Reformen in beiden Ländern, die einseitig gewesen sind. Ganz hilflos werden weder Chinesen noch Japaner im jeweils anderen Land nicht sein. Aber es wird lustige Missverständnisse geben.

3. – verschwörungstheorie flüchtlingsindustrie – Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob es sich bei den vielen Flüchtlingen um eine Migrationswaffe oder das Ergebnis von Armut, Krieg und Geschäftemacherei handelt. Vielleicht ist von allem etwas dabei. Die Zeit wird es zeigen.

4. – warum wollen lesben keinen mann – Da ist schon wieder (fast) der Klassiker aller Missverständnisse. Wir (Lesben) wollen deshalb keinen Mann, weil wir Frauen lieben. Ist das für Männer wirklich so schwer zu verstehen? Männer wollen doch auch keine Männer.

5. – amazonen und männer – Sofern es sie wirklich gab und ich glaube daran, hatten die Amazonen auch Männer. Vielleicht waren einige Amazonen lesbisch, aber die Masse vermutlich nicht. Vielleicht hassten einige auch Männer. Zumindest aber gingen sie anders mit ihnen um. Im Gegensatz zum Patriarchat, basiert das Matriarchat auf anderen Werten.

6. – antifa gewalt – Die Antifa – Antifaschisten – sind die am meisten unterschätzte und verharmloste Gruppierung in Deutschland. Ich habe bereits über die Antifa geschrieben. Wer den Artikel noch nicht kennt und lesen mag, der kann HIER klicken.

Zur Antifa noch eine Zahl aus dem Jahr 2015: Die po­li­tisch mo­ti­vier­te Kri­mi­na­li­tät zeigt Rechte vorn. Aber bei der politisch motivierten Gewalt sieht es anders aus. 2246 linken Gewalttaten stehen 1485 rechte gegenüber. (Quelle Professor Klaus Schroeder + Die WELT) Und diese linken Gewalttaten werden von der Antifa begangen.

7. – was sagt es aus wenn frauen sportliche autos fahren – Dass sie schneller unterwegs sind.

8. – gehorsame japanische lesbische frauen – Vermutlich existieren die in Graf Pornos feuchter Fantasie.

9. – wie fühlt sich scissoring an – Sag „DU“ es mir. Vielleicht könnte man auch die (heterosexuellen) Darstellerinnen in „lesbischen Pornos“ fragen.

10. – japanerin ins bett bekommen – Dazu bedarf es (bei mir) nur eines Lächelns. Von meiner Frau vor dem Schlafengehen. Was habt ihr denn nun gedacht?

11. – dominante lesben – Die Dominatrix aus der Matrix? Ach …

12. – wir machten einen dreier mit einer lesbe – Wo? Im Feuchtgebiet von Fantasien?

13. – sultan vom bosporus – So habe nicht nur ich den türkischen Präsidenten genannt, der sich immer mehr zu einem Diktator verändert.

14. – hiroyuki sanada kenjutsu – Hiroyuki Shimosawa, so sein richtiger Name, ist ein japanischer Schauspieler (und) / Actionfilm Darsteller. Er hat (Grund)Kenntnisse in Karate und Kendo / kenjutsu, aber zum größten Teil ist er Schauspieler und Tänzer. Sprich er hat das Talent und die Beweglichkeit, aber er ist kein richtiger Kampfsportler oder – künstler. Viele Darsteller, auch ein Jacky Chan, hatten diese klassische Ausbildung mit Gesang, Ballet und Kampfkunst.

15. – maennerhasserinnen hoden – Also ich bin davon überzeugt, dass auch Männerhasserinnen keine Hoden haben. Vielleicht den Hang in diese zu treten. Könnte ja sein.

16. – vor den bad duschen japan – Ein Bad ist für JapanerInnen normalerweise Entspannung. Gereinigt wird sich vorher unter der Dusche.

17. – die vernunft kann nur das an der natur erkennen was sie vorher in sie hineindenkt – Der Satz stammt von Kant. Zu finden aber auch bei mir. Wen es interessiert, der darf gern HIER klicken.

18.- von hetero zu lesbisch – Eher unwahrscheinlich. Meist outen sich lesbische Frauen nur spät und haben bereits mit Mann gelebt. Ich schließe aber nicht aus, dass sich eine Hete in genau ihre Lesbe verliebt und nur für sie „lesbisch“ ist. Technisch gesehen ist das aber bisexuell.

19. – elfchen buddha – Nix da! Elfchen ist gertenschlank. Aber immerhin erleuchtet. Das hat sie von mir.

20. – verhalten von lesben gegenüber hetero frauen – Wie sollen wir uns denn gegenüber Heten verhalten? Ist klar, die Kleider vom Leib reißen und … Oh Mann! Es kann natürlich vorkommen, dass sich eine Lesbe in eine Hete verliebt, was eigentlich immer in die Hose geht. Ansonsten „verhalten“ wir uns völlig normal. Was viele nicht begreifen, dass wir uns zwar in Frauen verlieben, aber eben nicht in jede.

21. – strapon expertin – Logisch habe ich als Kampfkünstlerin auch den „Schwarzen Dildo.“ Der kleidet mich ungemein gut

22. – insidioustrilogie deutschland – Für Hollywood ganz passable Horror Filmchen.

23. – herr teufel bamberg – Ach der ist umgezogen? Ich dachte immer, dass Teufelchen bei mir im Heizungskeller wohnt. KLICK MICH

24. – japanerin karate lesbe – Ich! Yuki! Und bestimmt noch einige mehr. Und was machen wir nun damit?

25. – deutsche japanerin – Ich habe (wieder) beide Staatsangehörigkeiten. Eigentlich hatte ich die immer. Nur mein japanischer Pass war abgelaufen. Allerdings erkennt Japan keine zwei Staatsangehörigkeiten an. Strafen / Konsequenzen gibt es keine. Es wird schweigend akzeptiert. Ansonsten gibt es einige „deutsche Japanerinnen.“

26. – stuttgart, gesucht willige japanerin für ins bett – Also ich bin total willig „für dir in den Allerwertesten zu treten!“ Magst „Du“ auch meine getragenen Höschen? Die sind (nicht mal!) für ’nen Fuffi zu haben. Den Tritt gibt es kostenlos.

27. – einsame herbstwege – Ich mag diese Stunden in Wald und Feld. Wir tragen Mützen und dicke Jacken und albern herum. Vielleicht bewerfen wir uns auch mit Laub. Auf jeden Fall  haben wir immer Spaß. Nur einsam sind wir auf diesen Wegen nicht.

28. – leben als mann mit einer lesbischen frau – Das stelle ich mir für beide Seiten äußerst schwierig vor. Diese Fälle gibt es. Vermutlich wird man sich auch gesellschaftlichen Gründen nicht trennen oder wegen der gemeinsamen Kinder. Nur Sex wird es in dieser Konstellation nicht (mehr) geben.

29. – meine frau ist japanerin – Was für ein Zufall, meine auch!

30. – handynummer von lesben – Ruf JETZT an!

31. – schwule geber und nehmer – Falscher Blog.

32. – afrikas männer sind das problem – … für ihre Frauen? Zumindest aber die Regierungschefs diverser (aller?) afrikanischer Staaten, die mehr oder weniger brutale Diktatoren sind. Und ja, das ist wirklich ein Problem.

The Sound of Silence

Manchmal muß Frau schweigen, um einen bestimmten Klang zu hören. Und genau das habe ich in den letzten Tagen getan. Berlin, Leipzig, Hamburg und zurück nach Stuttgart. Tausend Kilometer und mehr im neuen Audi R 8 V10 +. 610 nicht aufgeladene PS schieben den Wagen brachial nach vorn. Turbo war gestern, das ist ein reiner Saugmotor.

Und aus den Fingern gesaugt, wird zur Zeit auch die (deutsche) Eurpapolitik. Aber eigentlich ist die ebenso abgeschafft, wie Merkels Durchhalteparolen. Man fragt sich wirklich, wie lange diese Frau noch so weitermachen will. Oder wie lange man(n) sie lässt.

Warum ich das schreibe? Ich habe ihr zugehört. Immer. Und stets auf Besserung gehofft. Aber was Audi so brillant designte, hat Merkel nie geschafft. Ihre Sprachlosigkeit, ihre fehlenden Ideen, gehen einher mit ihrem stark gealterten Gesicht.

Frisch und jung wirkt dagegen der Audi, dessen rassige Formen mich im Himmel schweben lassen. Prompt knufft mich Yuki, die gespielt eifersüchtig ist. Eifersüchtig wacht auch die Kanzlerin über ihre Macht, die sie fast täglich mehr verliert.

Gewonnen habe ich den Audi. Als Testwagen leider nur. Und gelassen bin ich zur Arbeit gefahren, die hat mich nun wieder. Und der Osten auch. Von Regierungsvertretern als „Pack“ beschimpft, habe ich ein anderes Bild der Menschen vor mir.

Der schnelle Audi fällt in Berlin kaum auf, er ist nur ein weiterer Vertreter seiner Art. Auffällig dagegen, wie sehr sich das Bild der Städte verändert hat. Ist das noch mein Deutschland?

Während der Motorsound mir fast die Tränen in die Augen treibt, wird an der Kasse der dm-Drogerie Pfefferspray verkauft. Zur Abwehr von Tieren versteht sich. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. In Köln kämpft ein 12jähriger Junge um sein Leben und auf dem Münchner Oktoberfest grabscht Mann wieder.

Lachend lese ich, dass eine junge Schweizerin Mann einen Tritt verpasste. Gut gemacht sage ich da nur. Gut gemacht hat es auch Audi. Mal wieder. Der R 8 ist ein echter Überflieger. Über 200.000 Euro ist der Wagen wert und liegt damit mehr als fünfmal über meinem Z. Dafür fährt er sich anders.

Besser? Eher ähnlich wie der GT-R, dessen Hauptkonkurrent er werden dürfte. Aber auch dieser Nissan kostet weniger. Zugegeben klingt der V10 Motor wesentlich besser. Ich glaube ich habe mich neu verliebt. Elfchen lacht, als ich das Lenkrand streichele. „Hast du Fieber?“, fragt sie frech und fasst an meine Stirn.

Aber Fieber ist anders, mein Verstand ist gewohnt kühl. Was auch besser ist, dieser Bolide fährt mehr als 300 km/h. Anthrazitschwarze Aluminium-Schmiederäder im 10-Speichen-Y-Design lassen den Wagen wie ein Brett auf der Straße liegen. Und natürlich sein Fahrwerk, das schon fast außerirdisch ist.

Nicht von dieser Welt ist auch Deutschland in diesen Tagen. Und eine Regierung, die sich nur noch selbst gefällt. Merkels Macht schwindet, die AfD marschiert. Nicht durch oder davon, aber sie sorgt für Wind im Blätterwald. Deutschland im Herbst. Wie geht es weiter?

Was so harmlos klingt, ist harte Arbeit für mich.Auf öffentlichen Straßen fahre ich zahm. Auf diversen Rennstrecken sieht das anders aus. Selbst ein Allrad Auto kann driften, wenn dort der Name Audi steht.

Per Radar-App checkt Yuki den Verkehr. Punkte will ich mir nicht leisten, mein Gewissen bleibt rein. Nicht rein ist der CO2-Außstoß des Wagens, der ist unterirdisch schlecht. Ebenso der Benzinverbrauch. Aber darüber reden wir später.

Geredet habe ich mit Yuki. Dies ist der vermutlich letzte Autotest. Unsere Tage sind gezählt, wir wollen sie nicht vergeuden. Es gilt Abschied zu nehmen. Von FreundInnen und einem Land, das lange unsere Heimat war. Während der V10 schreit, knurrt und röchelt, denke ich an Japan zurück. An unsere Reise, die so ganz anders gewesen ist.

Auch in Japan haben wir FreundInnen besucht. Und auch Großvater Satoshi. Dem alten Mann geht es gut. Er wirkte viel frischer, als im letzten Jahr. Frischen Wind bräuchte auch Deutschland, das seit Jahren Sepukku begeht. Schuld daran hat nicht allein Frau Merkel. Aber sie ist nun mal die „Flüchtlingskanzlerin.“

Flüchtig ist auch der Audi, als er den anderen Wagen die Endrohre zeigt. Schon eilt das Wochenende heran und mit ihm unsere neuen Freundinnen aus den USA. Ich mache mir den Spaß und fahre mit dem Audi, um Ally und Heather abzuholen. Und Yuki folgt mir mit dem SUV.

Das Wiedersehen ist herzlich. Und auch die Überraschung, dass beide nun offiziell verheiratet sind. Meinen (Ver)Folgern möchte ich an dieser Stelle sagen, dass in den nächsten 14 Tagen wenig von mir zu erwarten ist. Wir werden Deutschland bereisen oder was davon noch übrig ist. Manchmal muß Frau schweigen. Und so ist es gut.

Ich bin dann mal (auf dem) Weg

„Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinem Fuß.“

Mayumi schreibt: Nach der Reise ist vor der Reise heißt es. Und auf genau diese Reise werde ich nun gehen. Japan, Heimat, ich bin auf dem Weg zu dir! Ich freue mich auf meine JapanerInnen und (m)eine Kultur, die so verschieden von Deutschland ist. In Japan werde ich wieder völlig zur Japanerin.

Noch am Flughafen werde ich mich in (m)einen Kimono zwängen, den Schwarzen Karate Gürtel anlegen und ein Ninja Cape. Bewaffnet mit Katana und meinem unwiderstehlichen Lächeln, verbeuge ich mich mehr schlecht als recht. Und statt rechts zu überholen fährt man in Japan links.

Natürlich werden ich mich durch die Lotterbetten lieben. Sex mit Japanerinnen steht hoch im Kurs! Und ich werde die Yakuza besuchen. Schutzgeld von den Massen, die können es nicht lassen.

Um strahlend schön zu bleiben, wird die Reise auch nach Fukushima gehen. Ein Aufenthalt im Kernreaktor frischt kalte Zellkerne wieder auf! Kurze Pause, harter Schnitt. Der Spaß hat ein Ende. Kommt wer auf die echte Reise mit?

Yuki schreibt: Mayumis Cousin Ken, wird uns seinen SUV leihen. Damit können wir durch Japan reisen. Ja, wir werden viel unterwegs sein. Ein Kurztrip nach Korea, ein Flug nach Shanghai oder Hongkong. Meine Süße berichtet dann.

Wie vor jeder Reise bin ich total aufgeregt! Ich kann nicht anders, alles muss genau geplant sein. Sind wir geimpft, haben wir genug Geld? Mayumi lacht sich kaputt, wenn ich zum Nervenbündel werde und flitzeschnell durch die Wohnung jage. Frech ist sie! Aber so liebe ich sie. Ich liebe auch Japan, das ich immer wieder gern neu entdecke.

Mayumi schreibt: Wege entstehen, wenn Frau sie geht. Wohin genau der Weg uns führt, wird vorerst nicht verraten. Auch wenn Elfchen schon so manches angedeutet hat. Pläne können sich ändern, das habe ich schon immer gewusst.

Fukuoka, die Familie wartet schon. Alle sind gespannt auf Neuigkeiten. Wie ist das Leben in Deutschland, wann werden wir Kinder bei euch sehen? Mit wieder gültigem japanischen Pass können Yuki und ich problemlos in Japan bleiben. Und zur Zeit habe wir große Lust auf diese Idee. Vier Monate Japan, drei Monate USA, die Welt liegt uns zu Füßen.

Ich kann aktuell in Deutschland kein Zeichen setzen. In meinem Freundeskreis ist alles befriedet und Karate kann ich problemlos in Japan machen. Auch als Sensei, um Jugendliche auf die nächsten Olympischen Spiele mit (Sport)Karate vorzubereiten. Na, seid ihr überrascht?

Yuki schreibt: „Solange Vater und Mutter leben, sollst du nicht in die Ferne reisen.“

Nicht nur aus diesem Grund kommen unsere Eltern mit. Auch sie vermissen Japan und freuen sich auf die Familie. Und meine Mutter ist mindestens so nervös wie ich. Aber in Japan trennen sich unsere Wege wieder. Jeder geht seinen eigenen Weg.

Ich mag die Idee länger in Japan zu bleiben. Für immer? Das werden wir dann sehen. Es käme unseren Plänen sehr entgegen. Nur die Homophobie hielt uns bisher davon ab. Aber Japan öffnet sich langsam und das finde ich so richtig gut.

Yuki und Mayumi schreiben: Nach der Reise ist vor der Reise heißt es. Und auf genau diese Reise werden wir nun gehen. Japan, Heimat, wir kommen! Vergesst uns nicht. Auf Wiedersehen!

Kommentare werden erst wieder im September freigeschaltet. Ihr versteht das sicher, dass wir im Urlaub nicht an den Computer gehen.

Und Andreas ging zum Regenbogen

Die LGBT-Gemeinde in BaWü jubelt. Getreu dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut“, hat der noch amtierende sozialdemokratische Kultusminister Andreas Stoch, den von der CDU heftig kritisierten Bildungsplan, Homo- und Transsexuelle im Schulunterricht als gleichwertige Menschen darzustellen, unterschrieben.

Aber war diese letzte Amsthandlung nun ein Sieg? Man muss nur an die homophob geprägten Demonstrationen denken, die vor zwei Jahren das Ländle erschütterten. Gegner und Befürworter des Plans, haben sich heftige Wortgefechte geliefert. Vermutlich hätten einige die „dreckigen Homos“ gern eingesperrt.

Auch ich war dabei und habe einmal mehr in die Fratze der Intoleranz geblickt. Und auf eine Front von Leibern, die Streit provozieren wollten. Es waren (bezahlte) Schläger mit Akzent. Dummköpfe, egal aus welchem politischen Lager sie stammten.

Die Landesregierung in BaWü ist danach leider eingeknickt und hat den Bildungsplan auf die lange Bank geschoben. Das ist auch Herrn Kretschmanns Schuld, das sage ich ganz offen. Und die nun abgewählte SPD, hat das mit verbockt.

Die Unterzeichnung des Gesetzes, so kurz vor der Grün-Schwarzen Koalitionsgesprächen, ist ein politischer Schachzug. Er soll die CDU  dort treffen, wo sie es ganz wenig mag. Das ist absolut durchschaubar. Aber zumindest haben wir nun das Gesetz.

Lesben und Schwule in BaWü stehen nun vor schweren Zeiten, das ist allen klar. Die CDU hat andere Ideen, wenn es um die Gleichstellung Homosexueller geht. Man kann davon ausgehen, dass die Uhren dort bald wieder anders ticken und man Änderungen am Bildungsplan vornehmen will.

Im Gegensatz dazu, wird in Holland gefeiert. Dort hat man vor 15 Jahren Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt. Und in den gesamten USA gilt das Adoptionsrecht nun uneingeschränkt auch für Homo-Paare. Ein Bundesrichter hat das entschieden.

Deutschland lebt in dieser Beziehung noch im Mittelalter. Es darf bezweifelt werden, dass die Berliner Loge daran viel ändert. Ich zumindest möchte mich an dieser Stelle bei Andreas Stoch bedanken. Seine Motive sind mir herzlich egal. Wichtig ist nur sein Gang zum Regenbogen. Dessen Schein war in BaWü schon leicht verblasst.

Die Liebesbotin

„Beim ersten Mal, da tut’s noch weh“, beginnt ein altes Lied, das ich auf youtube hörte. „Da glaubt man noch, dass man es nie verwinden kann.“ Und so stehe ich hier meiner Unschuld beraubt. Oder war es doch nur die Anonymität?

Ein Mädel steht vor mir im Supermarkt, sie mag vielleicht zwanzig sein. „Entschuldigung“, flüstert sie und tritt von einem Fuß auf den anderen, „aber darf ich vielleicht was fragen?“ Yuki ist überraschter als ich, schon lange habe ich damit gerechnet. „Nur zu“, erwidere ich und lächele die Kleine an, die deutlich größer ist als wir.

Sie wird knallrot. Vermutlich rutscht ihr kleines Herz nun in die Magengegend. „Du …, also ihr seid doch diese Bloggerinnen?“, sagt sie leise. „Also Nandalya, oder nicht?“ „Die da bloggt“, meldet sich Yuki bevor ich etwas sagen kann. „Ich darf nur für sie putzen.“

Das Mädchen lacht, das Eis ist gebrochen. „Ihr seid es also wirklich, ich freue mich ja so! Ich bin übrigens die Christiane und lese seit über einem Jahr bei euch mit.“ „Wie hast du uns erkannt?“, will ich wissen und ahne die Antwort schon. „Vermutlich an unseren supercoolen Look.“

Christianes Blick wandert hin und her. „Am Auto“, sagt sie dann. „An diesem roten Wagen. Ich hätte nicht mal gewusst, wer wer ist von euch. Bitte nicht böse sein, aber ihr seht euch ziemlich ähnlich.“

Yuki schenkt ihr ein Elfenlachen, während mein Gaydar längst auf Empfang gegangen ist. Christiane ist lesbisch, das kann ich deutlich spüren. „Ich bin viel hübscher, als die Dicke da“, beginnt Yuki unser altes Spiel. Und größer!“ Auf Zehenspitzen kann jede stehen.

„Ich finde Mayumi aber nicht dick“, sagt Christiane. „Aber ich habe einige Kilo zuviel!“ „Blödsinn, Süße!“, stoppe ich sie sofort. „Frauen sollten nie auf andere hören. Dieser ganze Schlankheitswahn ist sowas von daneben. Iss was du magst, aber treib dabei auch etwas Sport.“

Christiane nickt zögernd und beißt sich auf die Unterlippe. „Ihr spielt das also nur, oder wie?“ Yuki verdreht die Augen, als ich mein Shirt kurz lüfte. Fett? Fehlanzeige. Mein Bauch bleibt ultraflach.

Mit meinem Gespür für Probleme weiß ich bereits, dass Christiane etwas auf dem Herzen hat. Ein Blick auf die Uhr, wir haben Zeit. Aber einkaufen ist ebenfalls wichtig, wir treffen uns danach in einem nahen Cafe. Spontan haben wir Christiane eingeladen, die noch immer von der Rolle ist.

„Ich habe mich nie getraut etwas im Blog bei dir zu schreiben“, gesteht sie mir. „Aber was du schreibst finde ich ganz toll!“ „Alles?“, feixe ich und schon wieder wird sie rot. Yuki knufft mich und sofort bin ich wieder lieb.

„Was bedrückt dich?“, will ich wissen. „Es hat etwas mit Frauen zu tun, wenn ich das richtig sehe.“ Christiane hebt überrascht den Kopf. Sie sind so süß, diese roten Bäckchen. „Du bist wirklich so, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagt sie und holt ganz tief Luft. „Ja, ich habe mich in eine andere Frau verliebt!“

Nun ist es gesagt und ängstlich sieht sie sich um. Aber kein homophober Mensch springt in die Bresche, um sie zu blamieren. „Wie lange weißt du es?“, frage ich und schaue auf ihre kurze Fingernägel. Schwarz wie die Nacht, aber himmlisch blaue Augen.

„Immer schon“, sagt Christiane. „Ich fand immer nur Frauen attraktiv. Schauspielerinnen, Sportlerinnen, Promis, sogar meine Lehrerinnen. Männer haben mich noch niemals interessiert.“ Du warst also noch nie mit einem Mann zusammen?“, stellt Yuki klar. Christiane nickt und schüttelt dann den Kopf. „Doch, ich hab mal einen Jungen geküsst.“

„Wie wars?“, frage ich sofort und kenne die Antwort schon wieder. „Eklig, er hat mir seine Zunge in den Hals gesteckt!“ „Frauen küssen besser“, sage ich überzeugt. „Vor allem aber länger, anders. Hast du denn schon eine Frau geküsst?“ Die Sonne geht auf, als Christiane nickt. „Ja!“, sagt sie. „Und ich bin total verliebt!“

„Und wo ist das Problem bei der Sache?“, bohre ich weiter. „Irgendwas bedrückt dich. Also raus damit.“ Christiane trinkt einen Schluck Tee und  fasst allen Mut zusammen. „Ich weiß einfach nicht, was sie von mir denkt! Und ob sie überhaupt …, oder nur spielt. Ach das ist alles so schrecklich kompliziert!“

Die Schleusen öffnen sich, die Tränenflut schießt ihr mit Macht ins hübsche Gesicht. Spontan und synchron greifen wir nach ihren Händen. Christiane zittert, das elementare Chaos tobt in ihr. „Liebe ist eigentlich ganz einfach“, sage ich. „Aber Liebe ist auch mehr als nur ein Wort.“

Christiane erzählt uns von Cornelia und wie sie sich kennenlernten und warum. Was sie gemeinsam machten, wie gut sie sich verstehen. „Wir treffen uns seit fast 2 Monaten alle paar Tage und letzte Woche haben wir uns zum ersten Mal geküsst. Also ich sie! Es ist einfach so passiert. Und nun weiß ich nicht, ob das okay war und was sie von mir denkt … “

„Auszeit!“, unterbreche ich ihren Redefluss und drücke ihre kleine Hand. „Immer langsam und der Reihe nach. Und noch mal von vorn.“ Christianes Tränen versiegen, sie löst ihre Hände und Yuki reicht ihr ein Papiertaschentuch. Näschen putzen, Köpfchen klären. Und schon geht es weiter im Text.

„Ihr habt euch also in einer LGBT-Bar getroffen“, sage ich. „Das ist ein gutes Zeichen. Aber da gehen auch Heten hin. Erzähl mir mehr von Cornelia, wie sie sich verhält. Beschreib mir was sie macht, wenn ihr etwas unternehmt.“

„Warte, ich habe ein Bild von ihr“, sagt Christiane umd holt ihr Handy aus der Jacke. Ein süßer Tomboylook schaut uns entgegen. Mädel, die ist ja sowas von gay! „Sie nimmt immer meinen Arm, wenn wir spazieren gehen. Und manchmal legt sie den Kopf auf meine Schulter. Aber nur kurz!“

„Und wo ist nun bitte das Problem?“, will ich wissen. „Deutlicher kann sie es kaum zeigen! Oder wartest du auf einen Liebesbeweis? Süße, sie ist eine Frau! Wie du auch! Und vermutlich ebenso schüchtern. Eine muss den ersten Schritt machen, sonst geht ihr aneinander vorbei. Und das kannst du kaum wollen.“

„Ich bin aber nicht so stark, wie du“, erwidert Christiane. „Und ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. In meinem Bauch tanzen Schmetterlinge wenn ich nur an sie denke und mein Kopf ist völlig verwirrt.“ „Was bei Cornelia vermutlich ebenso ist“, wirft Yuki ein. „Mayumi hat recht und ich den ersten Schritt bei ihr gemacht!“

„Ach ja?“, necke ich sie. „Das wüsste ich aber. „Du hast nur meine Hose angeschaut.“ „Quatsch, ich war scharf auf deinen Hintern!“, kommt Elfchens Konter. Wir lachen, Christianes Schmerz scheint verflogen. Und ich spiele Schicksal, das kann ich gut.

Christiane hat erzählt, dass Corinna in der Nähe arbeitet und sie sich später treffen. Der Plan ist so einfach wie genial. In der Liebe sind alle Mittel erlaubt. Hemmungen? Ihr könnt mich mal! Warum zögern, wenn die Liebe auf dem Vormarsch ist. Und ich bin heute ihre Anführerin. Oder immer, ist doch klar.

Als ich nach ihrem Handy greife lächelt sie noch. Als ich die Kurzwahl „Cori“ drücke, ist ist fast panisch und schaut entsetzt. „Bist du Corinna?, frage ich, als sich eine Frauenstimme meldet. „Vielleicht interessiert es dich, Christiane ist mit einer anderen Frau im Cafe Mayer und scheint ziemlich verliebt zu sein. “

Ich sehe blankes Entsetzen in Christianes Gesicht. Selbst Elfchen ist plötzlich still. „Ich wette sie ist in 10 Minuten hier“, sage ich ungerührt. „Falls nicht kannst du sie vergessen.“ Christiane heult, sie kann sich kaum beruhigen.

Elfchens flache Hand trifft meine Stirn. Aber ich aber bin mir sicher. „Nicht weinen“, sage ich zu Christiane und schaue auf die Uhr. „Um diese Zeit sollte wenig Verkehr sein.“ Und wirklich fährt nach 8 Minuten ein kleines Auto vor.

Eine völlig aufgelöste Cornelia stürmt das Cafe. Wild funkeln die Augen, als sie uns sieht. „Was …? Verwirrt bleibt sie stehen, als ich meinen Arm um Elfchen lege. „Sorry, Süße“, sage ich und meine es so. „Hier hast du deine Freundin. Ich habe nur Liebesbotin gespielt.“

„Cori?“, flüstert Christiane und kann es kaum glauben. Prompt fallen sich die beiden um den Hals. „Geht doch“, stelle ich zufrieden fest und bedeute Yuki, dass wir gehen. „Manchmal braucht die Liebe einen kleinen Tritt.“

„Du bist … unmöglich!“, sagt Yuki leise. „Ich dachte wirklich, das geht schief.“ „Du solltest mich besser kennen“, erwidere ich und deute auf die beiden Turteltauben. Feuchte Küsse, ach wie wunderbar.

Zwei Tage später, der gleiche Supermarkt. Auf dem Parkplatz erreicht uns eine Stimme. Christiane kommt mit Corinna angelaufen. Hand in Hand und atemlos. „Ich … also wir“, beginnt sie und strahlt, wie die Sommersonne. Ihre Stimme versagt vor Liebesglück.

„Danke!“, sagt Corinna tapfer an ihrer Stelle. „Ich war völlig geschockt, aber jetzt bin ich superfroh.“ Christiane nickt. „Du bist echt krass“, flüstert sie und schaut kurz zu Boden. „Ich … ich … vielen lieben Dank! Manchmal kann ich wirklich eine Schlaftablette sein.“

Ich zwinkere den beiden zu und steige mit Elfchen in den Z. Grollend erwachen die nun 600 Pferdestärken. „Beim ersten Mal, da tut’s noch weh“, singe ich leise, „da glaubt man noch, dass man es nie verwinden kann. Und jetzt macht was aus der Sache! Ich bin nicht immer als Liebesbotin da.“