Die Bankrotterklärung der deutschen Diskussionskultur

„Den deutschen Debatten fehlt es generell an Toleranz“, hat der der Historiker Heinrich August Winkler gesagt. Statt sich auf intellektueller Ebene sachlich auszutauschen, wird der Deutsche oft persönlich, wie das folgende Beispiel zeigen soll.

Im Plenarsaal eines fiktiven Landtages, hält ein stark übergewichtiger Mann eine Rede. Er ist von der Opposition, die natürlich an die Regierung will. Die unvorteilhafte Kleidung des Mannes sticht sofort ins Auge. Er hat schüttere Haare, schwitzt sehr stark und die Hornbrille lässt ihn unsympathisch wirken.

Niemand mag ihn, aber gut reden kann er. Seine Thesen passen und er punktet bei den WählerInnen. Medien und Regierung stehen dem zunächst hilflos gegenüber, bis einer eine brillante Idee zu haben scheint. „Wir machen die fette Sau lächerlich!“

Und schon beginnt eine Hetzkampagne, die in offenen und verstecken Angriffen gipfelt. Journalisten machen sich lustig, zerpflücken Versprecher und werten diesen Politiker menschlich ganz bewusst ab. Wo immer er auftaucht gibt es Pfiffe und selbst ein faules Ei findet seinen Weg.

Soweit die Geschichte, die zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht und kein gutes Licht auf das angeblich so debattierfreundliche Deutschland wirft. Dabei darf jeder in diesem Land (s)eine Meinung haben und diese auch frei äußern. Sachlich und ohne Polemik versteht sich, was auch für Kritiker gilt.

Und die finden sich immer, wenn zu einem Thema Stellung bezogen wird. So sind Feministinnen meist total entrüstet, wenn Mann ihrer Meinung nach sexistische Sprüche über Frauen macht. Leider reagieren sie oft emotional bei ihrer durchaus berechtigten Kritik, was diese abschwächt oder unglaubwürdig macht.

Die Meinung anderer und damit vielleicht eine Diskussion, ein Thema unglaubwürdig zu machen, ist ein beliebtes Stilmittel von Kritikern selbst. Durch absichtliche Provokationen, wird der Fokus auf Nebensächlichkeiten gesetzt oder (gezielt) am eigentlichen Thema vorbei diskutiert.

Welchen (schlechten) Einfluss Kritiken und Kommentare auf die Qualität eines durchaus sachlich verfassten, aber in der breiten Öffentlichkeit als kritisch angesehen Themas – in diesem Fall Marihuana – nehmen können, haben Kommunikationsforscher der Universität Hohenheim untersucht. [KLICK]

Das zweite Beispiel zeigt den Kommentar zu einem Autotest. Ein Leser argumentierte, dass Sportwagen völlig dekadent und wegen des hohen Benzinverbrauchs nicht mehr zeitgemäß seien. Schon gab es heiße Debatten über Ressourcen und Klimaschutz. Über das neue Auto sprach keiner mehr.

Gern wird auf ein Thema auch mit „Ja, aber …“, geantwortet. Scheinbare Zustimmung, um dann so richtig loszulegen. Worte prasseln wie Geschosse, es regnet buchstäbliche Kanonenkugeln, aber kein sachliches Argument.

Voltaires Aussage „Ich hasse, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst“, ist in Deutschland schon lange in Vergessenheit geraten. Hier gilt: „Ich hasse, was du sagst, und ich werde Mittel und Wege finden, dich von künftigen Diskussionen auszuschließen!“

Dieser Satz zeigt dabei klar, die Bankrotterklärung der deutschen Diskussionskultur. Nüchtern betrachtet regiert bei diesem Satz kein Verstand. Oft hat blinde Wut die Kontrolle übernommen, was im Extremfall zu handfesten Auseinandersetzungen führen kann.

Nun sollte man annehmen, dass eine gute Diskussionskultur auch mit der Bildung steigt. Aber leider wird gutes diskutieren an keiner Universität gelehrt. Zwar darf und soll man dort miteinander reden, für Studenten ist es wichtig, (fast) alles zu hinterfragen, nur das „wie“ haben sie nie erlernt.

Wer Argumente benutzt, der sollte auch die Unterschiede kennen. Es gibt zwei Arten davon, die sich unterscheiden. Grundsätzlich können Argumente unterschiedliche Komponenten besitzen, die informationelle oder wertende Komponente.

Eine Information ist entweder richtig oder falsch und sollte stets klar bewiesen werden können. Fakten sprechen immer für sich. In beiden Fällen gilt es auf persönliche Angriffe zu verzichten. Kein Mensch ist weniger wert, wenn er eine andere Meinung vertritt.

Dem gegenüber stehen die wertenden Argumentaspekte, die moralischer, ethischer oder weltanschaulicher Art sein können. Diese Art von Argumenten stellen moralische Positionen oder persönliche Werte dar, die lediglich offen gelegt werden können. Zu beweisen oder widerlegen sind sie nicht.

Gute Diskussionen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Sachlichkeit ab. Die Redner vermeiden übertriebene Emotionen. „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, die Ringelsockenpartei hält die Besteuerung von Karosocken für falsch, da … an dieser Stelle sollten echte Argumente stehen“, kommt besser an, als der Satz „Das ist ja mal wieder typisch für diese abgehalfterte Regierung! Einmal mehr zeigen Sie fachliche Inkompetenz … etc.“

Wesentlich krasser und persönlicher, wird im Internet gestritten. Tiernamen haben dort Hochkonjunktur. Zum Teil hagelt es aber auch subtile Beleidigungen, die auf den ersten Blick kaum zu erkennen sind. Die Intention dahinter ist stets fraglich. Sie reicht von Persönlichkeitsstörungen bis hin zu nie gelernter Diskussionskultur. Dazwischen liegen noch (bezahlte) Kritiker, die kontroverse Themen im Auftrag zerschreiben.

Schaut man zurück in der Geschichte, war das Selbstzerfleischen schon ein germanisches Problem. Statt miteinander gegen gemeinsame Feinde Front zu machen, haben die alten Recken sich gegenseitig umgebracht. Die Römer fanden das gut, das Ergebnis ist bekannt.

Bei Diskussionen ist es wichtig niemals auf Provokationen einzugehen. Wer nur attackieren will, egal ob offen oder versteckt, stellt sich selbst ins Abseits. Und das gibt im Fußball einen Pfiff. Freistoß für die Gegenseite. Und dann fällt vielleicht ein (Eigen)Tor.

Dagegen gibt es im Kampfsport immer mehrere Möglichkeiten einer Reaktion. Den Gegner immer wieder sanft ins Leere laufen zu lassen, ist nur eine davon. Sehr schnell gibt der dann auf. Punkt, Satz und Sieg, wer braucht schon einen Krieg.

„Das ist doch völlig absurd und lächerlich!“, ist der vermutlich meist benutzte, erste Satz bei emotional geführten Debatten, gefolgt von  „Sie haben doch überhaupt keine Ahnung wovon Sie reden!“ Beide Sätze sind stark wertend und lassen die nötige Sachlichkeit vermissen.

Ein Kernphysiker, der bei einer Debatte einen Laien mit den brüsken Worten abstrafte „Halten Sie doch Ihren Mund! Sie haben keine Ahnung davon!“, sollte sein Verhalten zwingend überdenken. Auch ein Laie ist vielleicht Vater von Kindern und macht sich Sorgen um mögliche Strahlenbelastung.

Vielleicht hatte der Mann eine gute Note in Physik oder einfach nur eine blendende Idee, die dem Fachmann entgangen ist. Merke: Persönlich werden, andere mundtot machen ist daneben. Reden wir fair miteinander, das ist wahres Leben.

Islam, Scharia, Kopftuch – Teil 1: Die gescheiterte Integration

Die Debatte um Zuwanderung und den Islam in Deutschland reißt nicht ab. Fast täglich gibt es kontroverse Stimmen, die dafür oder dagegen sind. Die Naivität vieler Menschen ist dabei erschreckend. Sie, die kaum den Inhalt der eigenen Bibel kennen, hofieren den immer aggressiver auftretenden Islam. Was auch für Muslime gilt, die in Deutschland geboren worden sind.

Das Kopftuch ist dabei zum Symbol für den Kampf der Kulturen geworden. Junge Muslimas tragen es scheinbar voller Stolz. Zum Teil ist das richtig, hat aber einen besonderen Hintergrund. Vor allem junge Türkinnen sind oft auf der Suche nach ihrer Identität und fühlen sich nicht anerkannt. Genau das bestätigt eine neue Studie des Religionssoziologen Professor Dr. Detlef Pollack. Wörtlich heißt es: „Woran es aber unter den in Deutschland lebenden Türkeistämmigen mangelt, ist das Gefühl, willkommen geheißen und anerkannt zu sein.

Gut die Hälfte der Zuwanderer aus der Türkei und ihrer Nachkommen fühlen sich als Bürger zweiter Klasse, egal wie sehr sie sich anstrengen dazuzugehören. Auffällig ist die teilweise vehemente Verteidigung des Islam unter dieser Gruppe,“ so Professor Pollack. „Im scharfen Gegensatz zur Haltung der Mehrheitsbevölkerung schreiben die Türkeistämmigen dem Islam vor allem positive Eigenschaften wie Solidarität, Toleranz und Friedfertigkeit zu.

83 Prozent der Zuwanderer und ihrer Nachkommen erklären, es mache sie wütend, wenn nach einem Terroranschlag als erstes Muslime verdächtigt werden. Drei Viertel plädieren für ein Verbot von Büchern und Filmen, die die Gefühle tief religiöser Menschen verletzen. Zwei Drittel der Befragten denken, der Islam passe durchaus in die westliche Welt, während 73 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland das Gegenteil meinen.“

Die Studie steht dabei zum Teil in krassem Gegensatz zu Aussagen von Politikern, dass vor allem Türkeistämmige in Deutschland voll integriert worden sind. Die Wahrheit scheitert an den Befindlichkeiten von Muslimen, die sich stets und ständig beleidigt fühlen. Schon einfache Diskussionen über Religion sind oft kaum möglich, da ihr Allah bekanntlich über allem steht.

Genau das bestätigt auch Professor Pollack. „Seine Ergebnisse ließen einen beträchtlichen Anteil an islamisch-fundamentalistischen Einstellungen erkennen,“ so der Soziologe. „Und die ließen sich nur schwer mit den Prinzipien moderner Gesellschaften zu vereinen sind. 47 Prozent halten die Befolgung der Islam-Gebote für wichtiger als die deutschen Gesetze. Ein Drittel meint, Muslime sollten zur Gesellschaftsordnung aus Mohammeds Zeiten zurückkehren. 36 Prozent sind überzeugt, nur der Islam könne die Probleme der Zeit lösen.“

Es ist genau diese gefährliche Tendenz, die weder deutsche Politiker noch die Kirchen sehen wollen. Die eigene Ab- und Ausgrenzung vieler Muslime fängt schon bei der Wortwahl an, mit der sie den Rest der Bevölkerung bezeichnen. „Altdeutsche“ werden diese genannt. Ein Wort, das aufhorchen lässt. Professor Pollack erklärt weiter, „der Anteil derer mit verfestigtem fundamentalistischem Weltbild liege immerhin bei 13 Prozent.“

Vor diesem Hintergrund muss man das Kopftuch kritischer betrachten. Seine Trägerinnen hofieren damit zum Teil unbewusst die Scharia, die Unterdrückung ihrer Glaubensschwestern und auch die Mörderbanden des IS. Muslime sollten ihr verzerrtes Weltbild schleunigst gerade rücken. Mit leugnen stoppt man keinen Terror, der klar auf das Konto fanatischer Islamisten geht. Aber vielleicht gibt es beim IS überhaupt keine Muslime und der Feind Amerika hat hat in Brüssel und Paris gebombt.

Das Kopftuch löst keine Probleme. Im Gegenteil werden sie dadurch erst neu geschaffen und die ohnehin vorhandene Kluft zwischen Muslimen und Christen noch tiefer aufgerissen. Diese Mädchen werden dann von ihren Töchtern ebenfalls verlangen, dass sie sich verhüllen. Und so wird es immer weiter gehen. Integration Fehlanzeige. Aber es gibt auch jene Frauen, die heute noch von ihren Eltern zum Kopftuch gezwungen werden. Spuren sie nicht gibt es Strafen und Schläge. Die Scharia erlaubt das im Islam.

In „Arabien“ fehlt vielen Frauen das Wissen über ihre Rechte. Sie werden oft dumm gehalten und brutal misshandelt, wenn sie sich dem Mann verweigern. Pakistan steht dabei mit an vorderster Stelle. Auch das wird gern übersehen, wenn von dem friedlichen Islam gesprochen wird. Angeblich positive Beispiele stellen die absolute Minderheit dar. Die Frau in „Arabien“ bleibt ein Mensch zweiter Klasse.

In Teil 2 geht es um die Scharia und ob sie (bereits) zu Deutschland gehört.

Die Vampir-Formel

Wer kennt und liebt nicht Hollywoods künstliche Beißer, auch Vampire genannt. Gut, Hollywood hat die nicht erfunden. Das waren Menschen ihrer Zeit. Und aus den Legenden abegläubischer Menschen, hat ein Schriftsteller Graf Dracula geformt. Dessen Vorbild gab es wirklich, in der Person von Vlad III. Drăculea, auch Vlad Tepes, der Pfähler genannt.

Nur hat der gute Graf, im Gegensatz zu der von Christopher Lee verkörperten Figur, niemals Blut gesaugt. Dafür aber die besiegten Osmanen auf Pfähle gespießt. Auch eine Form von Blutdurst, die durchaus Wirkung zeigte.

Schriftsteller und Dramaturgen, haben vermutlich Elisabeth Bathory, die Blutgräfin, als Vorbild genommen und den Mythos vom Blutsauger geschaffen. Angeblich hat Elisabeth Bathory immer wieder im Blut von Frauen gebadet, um sich jung zu halten.

Und so geistert der Vampir-Mythos seit Jahren durch die Welt und schlägt sich in unzähligen Büchern nieder. Dass er blanker Unsinn ist, hat nicht nur die Wissenschaft erkannt. Aber wie meine Blogger-Kollegin Christiane formulierte „Mathematiker haben Humor.“ Und genau den haben sie vor einigen Jahren mit der Vampir-Formel bewiesen.

Nun gibt es nicht nur eine Studie zu dem Thema und manche Wissenschaftler haben offenbar viel Zeit. So heißt es, dass die Menschheit, nach Aufkommen des ersten Vampirs und deren unterschiedlicher Bissfrequenz, zwischen 165 Tagen und 50 Jahren völlig ausgerottet sei.

Am wahrscheinlichsten ist aber die Annahme von nur 3 Jahren. Klingt doch witzig, oder nicht? Moderne Vampire sollen im Finanzamt wohnen, hat (m)eine böse Zunge einst gesagt. Fraglich nur, ob man die auch mit Knoblauch besiegen kann.

 

Was Männer schon immer über Lesben wissen wollten

Die Sex-Konferenz im Hotel 69 ist eröffnet, ich stehe vor dem Auditorium. Erwartungsvolle Gesichter wohin mein feuchtes Auge blickt. Neunzig Prozent Männer, aber die Entfernung machts.
„Guten Tag meine Damen, guten Tag meine Herren“, beginne ich salbungsvoll. „Mein Name ist Frau Dr. lust Landar. Sie haben bestimmt schon von mir gehört.“
Mehr als die Hälfte des Publikums nickt, das werte ich als gutes Zeichen.
Ich ordne meine Gedanken und starte die Dia-Show. Dank Powerpoint kein großes Problem. Zwei innig knutschende Frauen sind mein erstes Bild. Damit hebe ich die Stimmung, nackte Haut kommt immer an.
Und die Musik spielt dazu den Reigen.

„Männer stehen auf Frauen“, beginne ich. „Egal, ob Hete, oder Lesbe. Und natürlich steht auch Frau auf Mann, das ist doch biologisch.“
Zustimmendes Gemurmel aus den Reihen, nur die Frauen schauen mich komisch an.
„Ich möchte heute über die Spezies der Lesbe sprechen“, fahre ich fort. „Darüber, wie Lesben sind und was sie wirklich wollen.“
Das nächste Bild, ein lüsternes Raunen geht durch den Saal. Zufrieden mustere ich die mir hörige Menge.
Im Spiel der Emotionen.

„Lesben sind absolute Luder“ sage ich mit lauter Stimme. „Laut einer Studie von Professor Dr. Humorus Causa, die er mit einem Dutzend naturgeiler Lesben machte, denkt die typische Lesbe Tag und Nacht an Sex. Dies bestätigt die Theorie von Dr. Heinz Stoß-Bockner, aus dem Jahr 1969, der das angeblich schon immer wusste.“
Eine Blonde aus der ersten Reihe zieht skeptisch die Augenbrauen hoch. Hoffentlich bleibt die still.
Das nächste Bild, ein Hochglanzdildo. Die Blonde schaut entsetzt. Schnell zwinkere ich ihr zu und sie versteht mich stumm.
Gar lieblich hat sich gesellet mein Herz in kurzer Frist zu einer, die mir gefället.

„Laut Professor Dr. Humorus Causa schwirrt genau 86,66 Prozent der Lesben, der neue Dildo SL-Deluxe von Hammerhart durchs Kurzhaar-Köpfchen. Der Rest stand mehr auf das Modell von Pinkes Plastik, wie es sich für echte Prinzessinnen gehört.“
Ich amüsiere mich, als ich die Reaktion der Männer sehe. Das Hemd zwickt, einigen platzt schon jetzt der Kragen.
„75,87 Prozent der Lesben stehen demnach auf vaginale Penetration“, erkläre ich und drehe mich kurz um. „Der Rest mags anderswo.“
Erste Zwischenrufe zeugen vom Erfolg meiner Worte. Ich lächele und beginne von vorn.
„37 Prozent der Befragten geben an, dass sie es extrem gut fänden, wenn die Partnerin die High Heels im Bett trägt. Genau 89 Prozent dieser Frauen wünschen sich, dass diese Heels zuvor auf der Straße getragen worden sind. Möglichst in der Dirty Alley.“
Warum nur grinst die Blonde so?

„Weitere 63 Prozent der Lesben spüren gern die Hand an einer ganz bestimmten Stelle. Aber das wussten Sie vermutlich alle schon, so wird es an der Porno-Universität von Dr. Sex gelehrt.“
Während die meisten Frauen lachen, wird den Herren richtig warm. Kalter Schweiß steht auf so mancher Stirn und die Oberlippe zuckt.
„Apropos Finger“, doziere ich weiter. „Lesben jauchzen wild vor Lust, wenn sie die langen Fingernägel der Geliebten spüren. Da wird das Fleisch dann willig, etwas Schöneres gibt es nicht.“
Das nächste Bild, der nächste Satz. Ich erkläre warum Lesben keine Kleider tragen.
„Professor Dr. Humorus Causa gibt an, dass 100 Prozent aller Lesben zu Hause niemals Kleider tragen. Sie sind und bleiben nackt! Bis in die frühen 2000er Jahre trugen Lesben an wenigen Tages des Monats ein Höschen. Aber dank Hormonspirale sind sie nun in der Regel immer nackt.“
Ich habe bei Wortspielen schon immer gelacht.

„Lesben sind grundsätzlich über 1,75 Meter groß“, lese ich aus der Studie vor. „Schmale Hüften, knackiger Po. Und der Busen ist mindestens Doppel D! Lesben lassen sich den nämlich vergrößern! Nackt zu Hause schwingt der dann in schönster Freikultur bis auf den Boden.“
Es folgen weitere Bilder und für die Herren gibt es kein Halten mehr. Flinke Finger fliegen über Smartphones. Der Kopf ist rot, lüstern gar der Blick. Vermutlich knüpfen sie beim Internet-Portal „Lesbe sucht Mann“ erste Kontakte der besonderen Art.
„Zum Abschluss meines Vortrages, werde ich gern noch Fragen zum Thema beantworten“, sage ich in die Runde. „Also trauen Sie sich nur.“
„Hier, ich“, meldet sich ein bebrillter Nerd zu Wort. „Ich hätte da mal eine Frage, die mich schon lange beschäftigt hat.“
„Nur zu“, ermuntere ich den Fragesteller. „Was kann ich für Sie tun?“
„Also ich will doch unbedingt wissen, warum Frauen immer gemeinsam auf die Toilette gehen!“
Zweisam ist man nicht einsam. Aber das versteht der Mann natürlich nicht.

Ich beuge mich leicht nach vorn und schenke dem Frager einen Verschwörerblick.
„Es ist nämlich so,“ sage ich, „Frauen gehen nur deshalb zusammen, weil sie alle lesbisch sind! Und wo bitte kann Frau so richtig dufte fummeln, als auf einen Frauenklo? Dort wird dann hemmungslos geknutscht, das stille Örtchen wird zum Swingerclub. Bewantwortet das ihre so drängende Frage?“
Der Mann grinst verzückt und wischt sich den Schweiß von der Stirn. So einfach können Männer sein.
„Mögen Lesben eigentlich Männer?“, will ein Buchhalter-Typ von mir wissen. „Also ich meine so für einen Dreier? Und für Kinder! Weil … ohne Mann fehlt ja was!“
„Gut, dass sie diesen Punkt erwähnen“, sage ich eisig lächelnd. „Bekanntlich sind Lesben nymphoman und haben ständig Lust. Sie daten täglich andere Frauen. Und wenn ein Mann dabei Gesellschaft leisten will, so ist auch der hochwillkommen. Was wäre ein lesbisches Paar, ohne den dritten Mann?“
Humor ist, wenn die Lesbe lacht.

„Wie ist das mit Selbstbefriedigung?“, will ein Mann mit Pferdeschwanz wissen. „Machen es sich die Frauen auch?“
„Ja, aber klar!“, erwidere ich begeistert. „Gleich nach dem Frühstück, wenn Frau unter der Dusche steht. Lesben stehen doch immer eine Stunde früher auf, damit sie in diesen Genuß kommen.“
Die Blonde vor mir beißt sich lachend auf die Unterlippe.
„Entschuldigen Sie, Frau Dr. Landar,“ keucht sie mit halb erstickter Stimme. „Ich müsste mal eben für kleine Lesben …“
Noch eine Minute bis zum Glück.
„Tragen Lesben eigentlich Unterwäsche?“, meldet sich ein kahlköpfiger Herr zu Wort. „Ich habe gehört die lieben rauen Stoff auf ihrer nackten Haut. Ist das wahr?“
„Natürlich tragen sie niemals Unterwäsche“, sage ich in todernstem Ton. „Sie tragen ja auch niemals Hut.“
Verwirrte Augen, ein nachdenklicher Blick. Nur die Blonde, die kommt (jetzt) mit.

Und die Moral von der Geschicht: Lesben wollen Männer nicht.

Wenn der Kom­mi­li­to­ne fummelt

Nyah ist neu an der Uni, Nyah ist aus dem Tschad. Schon als Kind ist sie nach Deutschland gekommen und spricht die Sprache nun perfekt. Ihr Wunsch ist Jura zu studieren, da sie anderen Menschen helfen will. Nyah hat viel erlebt in ihrem Leben, auch Anfeindungen gegen ihre Person. Als Kind war sie „die Schwarze“, oder das „Mädchen aus Afrika.“

Nyah ist ein stilles Mädchen. Etwas schüchtern, aber positiv eingestellt. Ihre ersten Tage an der Uni sind spannend, sie muss hier ihren Weg erst finden. Da hilft es, wenn ältere Semester sich kümmern. Nyah ist Single, sie hat noch keinen Freund gehabt. Schule und (Aus)Bildung sind ihr wichtiger, als flüchtiger Körperkontakt.

Simon ist nicht neu an der Uni, Simon ist ein alter Fuchs. Und als seine Augen Nyah sehen, wird die Lust in ihm geweckt. Er sucht Nyahs Nähe und macht sich bekannt. Seine helfende Hand sucht immer wieder den Körperkontakt, gern fasst er die dunkle Schönheit an.

Nyah ist verunsichert. Zwar mag sie Simon, seine Hilfe, die Hände sind ihr unagenehm. Nyah hat Angst etwas zu sagen, in ihrer alten Heimat widersprechen Frauen nicht. Die Sache eskaliert, als Simon sie zur Party bittet. Um neue Kontakte zu knüpfen geht Nyah widerwillig mit. Ein Fehler, wie sie schnell bemerkt.

Kaum Frauen, aber umso mehr Männer, finden sich in dem Verbindungsheim. Prompt wird sie angestarrt und kommentiert. Nyah hat Angst, sie will nach Hause gehen. Aber Simon bittet sie zu bleiben, er habe noch eine Überrschung für sie. Und die Überrschung gibt es wirklich, als er sie in ein Nebenzimmer lotst und zu küssen versucht.

An dieser Stelle gibt es einen harten Schnitt, die Handlung wird kurz unterbrochen. Die Kriminologin Katrin List bringt es in ihrer Studie auf den Punkt. 81 Prozent der Studentinnen haben bereits sexuelle Belästigung erlebt. Vergewaltigungen seien aber selten. Lediglich 3,3 Prozent der Befragten gaben an, während ihrer Studienzeit sexuelle Gewalt im strafrechtlichen Sinne erlebt zu haben.

Ich habe diese Art der Anmache am eigenen Leib erlebt. Viele Männer interessiert es nicht, ob Frau lesbisch ist. Nur weiß ich mich zu wehren, mit Worten und zur Not mit Tat. Und auf Männerparties gehe ich nicht, ich lebe meist in einer Frauenwelt. Und Frau muss sich zwingend gegen Belästigungen wehren. So, wie ich.

In den USA gibt es weitaus mehr Übergriffe. Sexuell verklemmte Männer nehmen sich mit Gewalt, was Frau nicht freiwillig gibt. Positiv: dort wehren sich immer mehr Studentinnen mit Beschwerden gegen diese Art der Gewalt. Und die Hochschulen reagieren zögernd. Und Deutschland macht das auch.

Nyahs Fall nimmt eine positive Wendung, als ein nigerianischer Kommilitone den Raum betritt. Mit einem Blick erkennt er die Situation und stößt Simon zurück. Nyah zittert und ist kaum zu beruhigen. Anzeige gegen Simon will sie keine machen, aber ihr Retter besteht darauf. Sein Name ist Ochuko und das heißt Geschenk. Und genau das wird er für Nyah werden.

Simon wird nach § 177 StGB wegen sexueller Nötigung angeklagt und in letzter Konsequenz noch von der Uni verwiesen. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Neben Nyah melden sich noch zwei weitere Studentinnen zu Wort, bei denen Simon seine Masche ebenfalls versuchte. Eine davon hat er sogar geschlagen.

Niemand weiß, wie weit Simon bei Nyah gegangen wäre. Für ihn war es ein harmloser Kuss. Für Nyah Gewalt gegen ihre Person. Und damit hat sie recht. Nach § 177 Abs. 1 StGB ist eine sexuelle Nötigung eine Nötigung, die auf die Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen gerichtet ist, wobei der entgegenstehende Wille des Opfers durch den Täter gebeugt wird.

Ich habe Nyah vor einigen Jahren bei Freunden getroffen und sie hat mir diese Geschichte erzählt. Durch mich ist sie zum Karate gekommen und Ochuko auch. Den hat sie übrigens geheiratet. Nicht wegen der Tat, es war Liebe auf den ersten Blick. Und Ochuko darf auch bei ihr fummeln, wie sie verlegen gesteht.

Fett im Bett

Dass die Welt spinnt, habe ich immer schon gewusst. Zum Lachen bringt mich heute aber ein Bericht der WELT online. Menschen in Beziehungen treiben demnach weniger Sport. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) will herausgefunden haben, dass die Sportbegeisterung bei Verheirateten deutlich nachlasse. Der Grund: Die Partner müssten ihre Attraktivität nicht mehr unter Beweis stellen.

Ich denke kurz nach und schüttele dann den Kopf. Zwar treibe ich auch weniger Sport als noch vor 10 Jahren. Aber das hat mit meiner Ehe wenig zu tun. Als Kind und Teenager habe ich den Zwang verspürt mich auszutoben. Ich war nur glücklich, wenn ich nach einem Training völlig erschöpft unter der Dusche stand. So viel anders ist das nicht geworden. Nur setze ich meine Kraft jetzt effektiver ein. Wir gehen aber immer noch zweimal pro Woche ins Wing Chun und mindestens einmal ins Aikido. Wir joggen auch oft, oder gehen spazieren.

Aber ich will es genau wissen und zeige Yuki den Artikel.
„Stimmt doch“, sagt sie. „Du bist voll fett.“
„Ach ja?“, erwidere ich und kneife ihr in den Po. „Und was bitte ist das?“
„Reservemuskeln“, gibt sie ungerührt zurück. „Ich wette du bist schwerer als ich.“
„Niemals!“, protestiere ich und zeige auf meinen flachen Bauch.
Sie lächelt und blickt auf meine Oberschenkel. Die sind zwar in der Cargohose kaum zu sehen, aber wirklich etwas dicker als ihre.
„Und wer bitte hat dich zum Karate mitgenommen?“, will ich wissen und ziehe gespielt beleidigt die Augenbrauen hoch.
„Ich war viermal pro Woche im Fitness Center“, erwidert Yuki. „Und ich bin gelaufen und Rad gefahren. All das habe ich aufgegeben.“
„Aber nicht wegen mir“, sage ich. „Du hattest Spaß am Karate und Aikido.“
„Klar“, meint sie. „Und an dir.“
„Ach, jetzt etwa nicht mehr?“
„Das muss ich mir noch überlegen. Wer will schon mit einer solch fetten Tussi wie dir leben“, sagt sie frech.
Jetzt will ich es genau wissen. Hose, Kapuzenpulli und T-Shirt fliegen in die Ecke und ich stehe nur in Unterwäsche da.
Yuki sieht mir ungerührt zu. Ein Meisterstück japanischer Selbstbeherrschung.
„Los ausziehen,“ fordere ich sie auf. „Wir gehen jetzt auf die Waage.“
„Wenn du meinst,“ gibt sie zurück. „Du wirst schon sehen, was du davon hast.“
Als ich ins Bad gehe haut sie mir frech auf den Po.
„Eindeutig zu fett“, lästert sie. „Ich lasse mich scheiden.“
„やんちゃな”, sage ich und sie lacht. Und nein, ich werde das nicht ins Deutsche übersetzen. Lernt gefälligst Japanisch, wenn ihr mich verstehen wollt.
Unsere supermoderne Digitalwaage ist ein Hochzeitsgeschenk. Sie zeigt erstaunliche 52,4 Kilogramm.
Yuki schaut mich triumphierend an und schubst mich von der Waage. „Dickerchen“, lästert sie und schaut auf ihr Ergebnis, das exakt 51,9 Kilogramm beträgt.
„Dafür habe ich mehr Muskeln als du“, sage ich bestimmt.
„Und wo bitte sollen die sein?“, will Yuki wissen. „An deinem fetten Po?“
„Du fütterst mich ja immer mit Schokolade“, werfe ich ein. „Kein Wunder also, dass ich schwerer bin als du. Und trotzdem sind das Muskeln. So!“
„Klar doch“, sagt sie sanft und zeigt ihr zauberhaftes Elfenlächeln.
Unvermittelt schmiegt sie sich an mich.
„Aber wenn ich ehrlich bin, so ein bisschen mehr von dir mag ich gern“, flüstert sie.
Was gibt es noch mehr zu sagen? Außer, dass die Welt spinnt und Wissenschaftler keine Ahnung haben. Aber davon viel.

Wer mit dem Feuer spielt

„Lass uns Freunde bleiben“, sagen vor allem Frauen oft bei Trennungen. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob das nur eine Floskel ist. In vielen Fällen funktioniert das einfach nicht. Die Gefühle sind einfach noch zu frisch. Trauer, Wut, Hoffnung, verletzte Eitelkeit, Hass. Wir alle können auf ehemalige Partner blicken. Ich habe mit keiner Ex heute noch Kontakt. Nicht etwa aus Angst. Aber worüber sollte ich mit ihr sprechen? Schöne Erinnerungen teilen, verflossene Stunden? Wozu? Es gab immer einen Grund für die Trennung. Und daran hat sich nichts geändert. Vielleicht war es lediglich eine Affäre. Ohne Tiefe, ohne Bedeutung. Es passte in eben jenem Moment, jenen Stunden. Mehr war da nicht.

Ich kann schon den Aufschrei hören, die Widersprüche, die Gegenargumente. Fein. Aber es sind nicht meine Argumente. Ich empfinde anders. Und „Sex mit der Ex?“ Schon überhaupt nicht. Als Teenager und in meinen frühen Zwanzigern, hatte ich einige Beziehungen. Locker meist. Nicht alle meine Freundinnen waren reine Lesben und ich kein Kind von Traurigkeit.
Natürlich können manche Frauen Sex und Liebe trennen. Sie sind da nicht viel anders, als Männer. Ich kenne so einige Lesben, die kreuz und quer Spaß haben und auch vor Beziehungen nicht halt machen. Auch Yuki und ich sind Ziel dieser Begierde, die Mädels blitzen aber immer ab. Und ich kann da durchaus drastisch werden. So schön kann keine Schwester sein, dass ich dafür meine Ehe riskiere.

Nun sagen Wissenschaftler der Universität von Arizona, dass Sex mit der / dem Ex hälfe, die Trennung besser zu verarbeiten. Befragt wurden 137 frisch getrennte, aber noch verheiratete Paare. Für mich wenig erstaunlich ging es den Menschen am besten, die die Trennung vollkommen akzeptierten. Überraschend für mich stellten die Forscher fest, dass wer noch Sex mit dem Ex-Partner habe glücklicher als jene Menschen sei, die eine Freundschaft aufrecht hielten. Aber wie bei allen Studien, die ich nicht gefälscht habe, können das nur Einzelfälle sein. Laut der Studie liege ich also nicht völlig daneben. Und meine Frau denkt ebenso.

Ich habe mich bei Trennungen bisher nie schlecht, oder schuldig gefühlt. Das lag aber auch an der Art und Weise. Streit, Hass? Nein. Es war vorbei, wenn es vorbei war. Wann das der Fall war, habe immer ich entschieden. Das Bedürfnis in Kontakt zu bleiben empfand ich nicht. Auch, wenn es sich dabei lediglich um mein Leben, meine Lösung handelt, ist die nicht verkehrt. Wer mit dem Feuer spielt, kommt leicht darin um. Vor allem mit dem Feuer von Gefühlen. Die Leidenschaft, die Begierde entfacht vielleicht Flammen, die außer Kontrolle geraten. Und schöne Erinnerungen sollte genau das bleiben.

Wir haben uns sogar darüber unterhalten, wie wir bei einer Trennung reagieren würden. Und zugegeben war das ein sehr emotionales und schwieriges Thema. Auch, wenn ich normal sehr (selbst)sicher bin, eine Trennung von Yuki würde ich vermutlich nur schwer verkraften. Gut, das stand und steht nicht zur Debatte. Wir werden auch in 50 Jahren noch zusammen sein. Aber nur, wenn ich endlich kochen lerne, sagt Yuki und lacht. Ihre Meinung zu einer Trennung ist weniger spaßig. „Das wäre mein Tod“, hat sie gesagt. „Vielleicht sterbe ich nicht sofort, aber jeden Tag ein bisschen mehr.“ Daher wird das einzige Feuer mit dem ich jemals spiele, das des Gasbackofens sein.

Kuschelhormon macht Männer froh und Frauen glücklich

Ich wusste immer schon, dass ich anders bin. Aber seit heute weiß ich es ganz genau. Schuld daran ist erneut der SPIEGEL. Nicht der im Badezimmer! Der SPIEGEL schreibt heute über das Kuschelhormon Oxytocin. Es mache die Partnerin attraktiver, heißt es in dem Bericht. Zwar ist der Artikel auf Mann zugeschnitten und erklärt ausführlich warum das so ist, aber Oxytocin kenne ich schon lange. Frauen haben wesentlich mehr davon. Sie produzieren es wenn sie sich verlieben, Sex haben, oder ein Baby stillen. Laut Dr. Lauren Costine gibt es bei lesbischen Paaren aber ein wesentliches Problem, das hetero Paare nicht in dem Maß haben. Angeblich sinke bei Lesben der Oxytocin Spiegel bereits nach wenigen Monaten dramatisch, bis die Produktion des Hormons völlig eingestellt wird.

Natürlich bin ich schockiert.
Liefert Dr. Costine hier die ultimative Erklärung für das (eher seltene) Scheitern von lesbischen Paaren?
Ich überlege wie lange ich Yuki kenne. Es sind bereits mehr als 5 Jahre. Seit 3 Jahren leben wir zusammen. Im Oktober 2013 haben wir geheiratet und ein Ende unserer Liebe ist nicht in Sicht.
Dr. Costine hat ihre eigene Theorie. Nach ihrer Meinung gibt es einen „Burn Out“ der Liebe bei lesbischen Frauen, die sich nach dem kennenlernen täglich sehen. Es bedürfe eines Date Plans. Nach dem Ende der ersten Verliebtheit gäbe es ohnehin nur zwei Frauen, die die jeweiligen Fehler der anderen sähen.
Das will ich genauer wissen.
„Warum liebst du mich eigentlich?“, frage ich Yuki unvermittelt. „Gehen dir meine Fehler nicht manchmal auf die Nerven?“
Yuki schaut mich erstaunt an.
„Welche Fehler? Und was soll die Frage nun wieder?“
Ich erzähle ihr von Oxytocin und Dr. Costine.
„Habe ich dich jemals genervt?“, will ich wissen. „Gibt es irgendetwas, dass dich an mir stört?“
Yuki schenkt mir ein elfenhaftes Lächeln.
„Außer, dass du nicht kochen kannst …“
Weiter kommt sie nicht, ich halte ihr den Mund zu. Prompt beißt sie mir in die Hand.
Wir müssen lachen.

„Ich glaube diese Studien verallgemeinern viel zu sehr“, sagt Yuki. „Außerdem sind wir keine Amerikanerinnen. In den drei Jahren USA habe ich gelernt, dass die Menschen dort recht oberflächlich und schnelllebig sind. Freundschaften dauern manchmal nur 2 Tage, danach kennen sie dich nicht mehr. Und mit Oxytocin hat das bestimmt nichts zu tun.“
„Du meinst also es handele sich dabei um ein rein amerikanisches Phänomen?“, frage ich.
„Das nicht“, erwidert Yuki. „Aber ich glaube Japaner und Deutsche sind anders. Es kommt bestimmt auch auf die Menschen an. Wie sie sind, ihre Persönlichkeit.“
„Aber sind unsere Gefühle noch so stark wie damals?“, will ich wissen. „Oder haben sie sich verändert, haben wir uns verändert?“
„Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen“, sagt Yuki. „Klar kribbelt es nicht so stark wie damals auf dem Konzert, als wir stundenlang geredet haben. Dafür anders. Und ich mag keinen Tag mehr ohne dich sein.“
Ich fühle wie mein Herz vor Rührung schneller schlägt und kitzele Yukis Füße.
„Kribbelt es jetzt wieder mehr?“, frage ich leise.
Sie kreischt und zieht die Beine an.
„Biest!“, ruft sie in gespielter Empörung.

Vermutlich hat Dr. Costine durchaus Recht mit ihrer Studie. Aber die von ihr angesprochenen Probleme haben wir nicht. Unsere Verliebtheit ist wirklicher Liebe gewichen. Und wir verlieben uns ständig neu ineinander. Vielleicht sind wir die Ausnahme von der Regel, zumindest aber anders. Oxytocin als Nasenspray wie Mann brauchen wir zumindest nicht. Wir kuscheln auch ohne „Drogen.“ Und Treue war für uns nie ein Thema. Wir sind es. Und es ist gut so. Bei Mann bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht gäbe es mehr glückliche Hetero-Ehen wenn Mann sprüht. Auch Deo.