Abenteuer Internet

Abenteuer Internet

Als Frau im Internet unterwegs zu sein ist abenteuerlich. Vor allem als Exotin, die Mann gern von seinem dritten und vermutlich zu kurz geratenen Standbein überzeugen möchte. Vielen scheint es egal zu sein, dass ich Frauen liebe. Genauer gesagt meine. Yuki und ich sind seit Jahren ein Paar.

Vor einiger Zeit schrieb mich ein Wirrkopf an und erklärte mir ausführlich, dass ich nur den richtigen Mann (ihn) bräuchte, um die Seiten zu wechseln. Ein anderer wollte Aktfotos von uns machen. Vielleicht hatte er an unsere (getragenen) Höschen als Bezahlung gedacht. Dazu fällt mir ein: „Die Schnüffler kommen!“

Wissen ist Macht

Wer nun glaubt, dass ausschließlich Männer die Klinge mit mir kreuzen, hat die Rechnung ohne Frauen gemacht. Offensichtlich habe ich das Talent einige zu provozieren, was ehrlich gesagt auch meine Absicht ist. Dabei geht es immer nur um Reaktionen, persönliche Angriffe wären kontraproduktiv.

Frau hat mir bereits mehrfach mitgeteilt, dass ich von Kindererziehung keine Ahnung habe. Ich frage mich dann stets, woher sie ihr Wissen hat. Vielleicht aus der Brigitte. „Frau Dr. Emma Sorglos“ schreibt dort bestimmt, wie man richtig mit  Kindern umgeht. Oder die mit mir. Es kann durchaus sein, dass Frechdachs Aiko uns erzieht. Ich gehe kurz in mich und berichte später, wer wirklich die Fäden zieht. „Puppet on a string.“

Immer feste druff!

Ich finde es erstaunlich wer alles glaubt mir eins auswischen zu können oder sich lediglich als Elefant im Porzellanladen präsentiert. Das waren einige im Lauf der Jahre. Mittlerweile ist trügerische Ruhe eingekehrt. Vermutlich zerreißen sich einige trotzdem den Mund darüber, dass ich nun angeblich noch Corona leugne. Aber psychopathologisch verstrahlte Schoßhündchen bellen lediglich nach, was ihnen der TV-Leithund in die kalte Schnauze legt. „Wuff!“

Vor einigen Tagen erschien dann (wieder!) ein angeblicher „Wing Tsun Kämpfer“, der seine „tödliche Kunst“ an die Frau bringen wollte und auf den mittlerweile 7 Jahre alten Beitrag „Von Großmeistern und Geschäften“ antwortete. Seiner Schreibweise nach ist es der gleiche Wirrkopf, der das schon mehrfach machte, aber immer im Papierkorb landete. Spaßeshalber habe ich diesmal geantwortet und prompt nahm das Spiel seinen Lauf. Es ist so einfach Menschen zu triggern. „Ey suchst du Schtress?“

Best of?

Vom gewaltaffinen Ex-Soldaten mit expliziter Nahkampfausbildung, den seine Tochter mehrfach krankenhausreif schlug, hat er sich in seiner letzten noch unveröffentlichten Antwort zum Buddhisten und Doktor der Philosophie gewandelt. In Wirklichkeit dürfte er einer meiner Stalker sein, die mich seit Jahren verfolgen. Ihr dürft abstimmen, ob ihr seine geistigen Ergüsse lesen wollt.

Vielleicht sollte ich doch einen „Best of Stalking Beitrag“ schreiben. Was meint ihr dazu? Aber wer weiß schon, wer dann noch alles (wieder)kommt. Das Netz ist voll von Poltergeistern, die ihre wirren Träume leben. „Psychopathen aller Länder vereinigt euch!“

Mein Blog, meine Regeln

Ich würde zensieren hieß es von verschiedenen Seiten. Richtig ist, dass ich einige allzu private Informationen oder Werbung für Parteien aus Kommentaren gelöscht habe. Üble Beleidigungen, sofern sie nicht schon von WordPress selbst gefiltert worden sind, haben entweder Yuki oder ich in den Papierkorb verschoben. Mein Blog, meine Regeln.

Fehlender Wille zum Diskurs ist das nächste Scheinargument, das wieder Mann vorschiebt, um (mich) zu dominieren. Vielleicht ist Testosteron das Problem einiger oder die Doppelspritze gegen Corona. Eine Nebenwirkung soll Hirnschwund sein. „Impfabo gefällig?“

Psycho

Vor einiger Zeit hat mir ein Mann Psychospielchen vorgeworfen, was mich wirklich herzlich lachen ließ. Ja, NLP und Schwarze / Weiße Rhetorik beherrsche ich perfekt, setze sie aber nie gezielt in meinen Beiträgen ein. Das wäre unfair und ohnehin nur von wenigen wirklich durchschaubar.

In einem wütenden Kommentar stand, ich agiere wenig japanisch. Nun frage ich mich immer noch, woher solche Aussagen kommen und wie viele Japaner dieser Mensch wohl kennt. Aber einige haben offenbar ein Problem mit selbstbewussten Frauen. Wer ein japanisches Mäuschen sucht, das sich kichernd vor ihm verbeugt, ist bei mir an der falschen Adresse. „Wimperklimper.“

Humor ist …

Wer diesen Beitrag auf die Goldwaage legt, wer die Kategorie „Humor“ übersehen hat, dem kann ich auch nicht weiter helfen. Zwar sind einige Aussagen durchaus ernst gemeint, aber nicht in Stein gemeißelt. Ich warte also freudig auf das nächste Angebot von Hobbyfotografen, buddhistischen Philosophen und lesbischen Männern, die mir ihre Briefmarkensammlung präsentieren wollen.

Wenn der Stalker kommt

Wenn der Stalker kommt

„Stalking, juristisch Nachstellung, ist das willentliche und wiederholte Verfolgen oder Belästigen einer Person, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann. Stalking ist in vielen Staaten ein Straftatbestand und Thema kriminologischer und psychologischer Untersuchungen.“ (Quelle Wikipedia)“

Nicht erst seit es das Internet gibt sind Frauen, natürlich auch Männer, vom sogenannten Stalking betroffen. Allerdings nutzen Stalker häufiger die digitale Welt, um ihren Opfern nachzustellen. Der Trend geht zur E-Mail oder zur Whats-App-Nachricht, während es früher nur Anrufe waren. Wikipedia schreibt dazu: „Cyberstalking oder Cyber-Mobbing bezeichnet die Belästigung und das beharrliche Nachstellen einer Person unter Anwendung und Zuhilfenahme von modernen technischen Hilfsmitteln wie Handy oder Internet.“

Die Nacht des Jägers

Wer sich als Frau im Internet outet, hat also eine große Chance verfolgt zu werden. Laut Polizeistatistik kennen die Betroffenen in 75% der Fälle die stalkende Person. 80 % der Opfer sind Frauen. Warum Mann sich Frau als Opfer wählt ist einfach zu erklären. Oft handelt es sich um gekränkte Eitelkeit nach einer gescheiterten Beziehung, oder den krankhaften Wunsch, die Frau erst für sich zu gewinnen. Aber auch Frauen stalken. Allerdings ist dort oft Rache ein Motiv, wenn Mann sie hat sitzen lassen.

Während ein Stalking-Opfer im Internet also noch relativ sicher ist, zumindest soweit es die körperliche Unversehrtheit betrifft, sieht das außerhalb des Netzes anders aus. Dort kann es durchaus zu regelmäßigen Kontakten mit dem Stalker kommen, der natürlich (nicht!) rein zufällig auf sein Opfer trifft. In beiden Fällen können Frauen verletzt werden und Angst empfinden, was vollkommen verständlich ist. Das hat auch der deutsche Gesetzgeber nach langen Jahren des Schweigens begriffen und Stalking unter Strafe gestellt.

Stalking in der Rechtsprechung

Im Strafgesetzbuch wird Stalking, sprich Nachstellung, nach Paragraph 238 (§ 238 StGB) bestraft. Unter dem Begriff „Nachstellung“ werden sämtliche sich wiederholende Verhaltensweisen verstanden, die in die Lebensgestaltung des Betroffenen eingreifen. Einzelne Verhaltensweisen werden dabei unterschiedlich sanktioniert und sind einzeln im Strafgesetzbuch aufgeführt. Typische strafbare Verhaltensweisen können sein: Beleidigung § 185 StGB, Hausfriedensbruch § 123 StGB, Körperverletzung § 223 StGB, Bedrohung § 241 StGB, Nötigung § 240 StGB, Verleumdung § 187 StGB. Lücken, die in den genannten Gesetzen nicht geregelt sind, sollen durch den § 238 StGB geschlossen werden. (Quelle: Jura.org)

Laut Zona (1993) ist Stalking als ein obsessives und anormal langes Muster von Bedrohungen durch Belästigung zu sehen, das sich gegen ein bestimmtes Individuum gerichtet. Den oft psychisch kranken Täter schrecken Gesetze und Strafen kaum ab. Er kann die Tragweite seines Handelns nicht mehr erkennen, was ihn für die Betroffenen brandgefährlich macht. Dabei geht es weniger um ausgeübte körperliche Gewalt. Auch durch die wiederholte, willentliche Verfolgung und Belästigung wird die psychische Unversehrtheit des Opfers geschädigt oder bedroht.

Welche Art Mann

Die folgenden Tätertypen beruhen auf der Forschungsarbeit von Paul E. Mullen, Michael Pathé und Rosemary Purcell und gelten als die gängigsten Stalkertypologien:

1. Der zurückgewiesene Stalker
2. Der ärgerliche/wütende Stalker
3. Der Intimität begehrende Stalker
4. Der inkompetente Verehrer
5. Der räuberische/habgierige Stalker

Anderen, mit welcher Absicht auch immer nachzustellen, ist unentschuldbar. Zwar sind alle aufgeführten Tätertypen gefährlich, ein besonderes Augenmerk gilt es auf den krankhaften oder erotomanen, morbiden Stalker zu richten. Er legt es darauf an Dominanz und Kontrolle zu erlangen und ist zumeist eine psychopathische Persönlichkeit. Dabei ist ihm vor allem im Internet jedes Mittel recht. Die Verbreitung von Lügen, Gerüchten oder Verleumdungen gehört zum Alltag dieser Menschen.

Auf Computerbetrug.de findet sich der Hinweis, dass in jüngster Zeit beim Cyberstalking eine gewisse Professionalisierung festzustellen sei. Wörtlich heißt es: „Die Täter betreiben ihr sozialschädliches Handwerk, um Menschen aus rein geschäftlichen Interessen heraus zu schaden – oder werden von Dritten dafür bezahlt, um Konkurrenten oder andere unliebsame Menschen einzuschüchtern.“

Wenn der Stalker kommt

Während meiner Jahre im Internet durfte auch ich mich schon an mehreren männlichen, durchaus auch rassistischen Stalkern erfreuen, die meist Sex und / oder Aufmerksamkeit von mir wollten. Das geht ja mal überhaupt nicht, dass Frauen lesbisch sind. Da muss der Herr mit dem Prügel kommen, um es der Lesbe kräftig zu besorgen. Mit dieser von mir abgemilderten Wortwahl, hat sich mir vor einiger Zeit sinngemäß ein Stalker vorgestellt, der einen krankhaften Hass auf lesbische Frauen hatte. In mehreren ellenlangen Kommentaren hat er mich wütend beschimpft und sich im letzten Absatz als Opfer einer verschmähten Liebe dargestellt. Kurz: Seine Frau ließ sich scheiden und forderte Unterhalt. Ich habe den Unsinn kommentarlos gelöscht und den „Besorger“ ignoriert.

Ein anderer hat auf meine Auto-Beiträge reagiert und mich wochenlang mit Kommentaren beglückt. Der Tenor war immer, dass er mich bei einem Autorennen „zersägen“, also bei einem Straßenrennen schlagen wolle. Die Polizei hat nach meinem Hinweis, den ohne TÜV-Zulassung getunten Boliden stillgelegt. Blöd ihn auf einer Webseite mit erkennbarem Nummernschild zu bewerben. Aber es gab auch scheinbar harmlose Kontaktversuche, die trotzdem unter Stalking fallen. So hat mich vor Jahren ein Leser meines Blogs mehrfach um Hilfe bei der Selbstverteidigung gebeten. Ich habe ihm ein gutes Dojo genannt und mit Tipps geholfen. Aus reiner Dankbarkeit, ich bitte die Ironie zu beachten, bot er mir ein kostenloses (Profi)Fotoshooting an. Nackt versteht sich und mit ebenfalls nackter Elfe im Arm. Die Intention dahinter war offensichtlich. Das hat er so lange versucht, bis ich seine E-Mail sperrte. Womit ich zum Kern meines Beitrags komme, der Gegenwehr.

Wehrt euch!

Sich als Frau gegen Mann zu wehren ist oft schwer, wenn körperliche Gewalt eine Rolle spielt. Auch psychisch fangen Frauen an zu zittern, wenn der nächste Kommentar eines Stalkers auf ihrer Web-Präsenz erscheint. Betreiber wie Facebook oder Twitter helfen Betroffenen wenig, oft genug bleiben die Opfer mit ihrer Angst allein. Nun habe ich keinerlei Probleme mich einem Stalker zu stellen. Ich kämpfe nun mal für mein Leben gern. Meist aber lösche und blockiere ich Stalker, nur ab und an werfe ich ihnen ein Stöckchen hin, das sie  auch willig benutzen.

Genau dieses Vorgehen sollten andere Frauen und Männer unbedingt vermeiden! Ihr seid nicht ich, ihr könnt weder (Wort)Aikido noch Karate. Ignoriert Stalker im Internet, aber sichert die Beweise. Geht nicht auf Kontaktversuche ein, bietet ihnen keine Möglichkeit euch mental zu verletzen. Blockieren ist einfach und ab dafür. Die Polizei wird sich bei einer Anzeige ebenfalls über gesicherte Beweise freuen. Weitere Handlungsmöglichkeiten finden sich z. B. hier: KLICK MICH

Fazit: Keine Angst zu zeigen, dem Stalker keine Möglichkeit zum Kontakt zu bieten, ihn vielleicht sogar bloßstellen und die Behörden zu informieren, können Maßnahmen zur Selbsthilfe sein. Trotzdem ist Vorsicht geboten, Psychopathen sind zu allem fähig. Ihre Obsession lässt sie aber oft Fehler machen, die es auszunutzen gilt.

 

Beitragsbild: Pixabay