Das letzte Wort

In Japan ist es Sitte, dem Gast das letzte Wort zu überlassen. Gastfreundschaft schreibt man in Japan groß. Aber jede Freundschaft unterliegt gewissen Regeln, die ein Miteinander erst möglich machen.

Wer ein japanisches Gasthaus, ein Ryokan betritt, wird sofort verzaubert sein. Er lässt seine Welt hinter sich und taucht in das echte Japan ein. Jedes Detail ist pure Ästhetik. Angefangen von den Ikebana-Blumen bis zur Tatami-Matte.

Auch mein Blog ist in gewisser Weise ein Haus für Gäste. Menschen gehen ein und aus. Viele nehmen meine Artikel als Geschenke an oder bringen eigene in Form von Kommentaren mit. Ein Austausch von Höflichkeiten, Freunde unter sich.

Im Gegensatz zum japanischen Kaiserhof gibt es in meinem Haus kein allzu strenges Protokoll. Kein Oberzeremonienmeister wird dafür sorgen, dass alles förmlich bleibt. Humor ist mein Ding. Zwar ist der recht schräg, aber bei einigen Themen verstehe ich keinen Spaß.

Leider gibt es speziell in Deutschland die Unsitte der sogenannten Bekehrungswut. Man(n) zwingt anderen gern die eigene Meinung auf. Scheitert das, wird verbal attackiert. In Japan führen grobe Unhöflichkeiten zum Ende des Kontakts. Wer gegen die Regeln verstößt, wird geächtet.

In Japan ist es Sitte, dem Gast das letzte Wort zu überlassen. In diesem Blog gehört es mir. Wer die Regeln der Gastfreundschaft missachtet, wer grob unhöflich wird oder lediglich seinen Frust ablassen möchte, dem bleibt die Tür verschlossen. Das ist mein letztes Wort.

 

 

Urlaub zu Hause

„Ich bin dann mal weg“, oder „Schöne Ferien“, könnte der Titel dieses Beitrags sein. Aber kann ich meinen LeserInnen wirklich mehr als 4 Wochen Mayumilose Zeit zumuten? Einige werden froh darüber sein, dass die „olle Japanerin“ Ruhe gibt. Endlich keine (kritischen) Fragen. Freut euch. Alles gut.

Aber was ist Urlaub, was bedeutet uns diese „schönste Zeit des Jahres?“ Erholung, Entspannung vom Alltag, werden viele sagen. Endlich mal kein Stress! Nur um dann auf extreme Bergtouren zu gehen, Tiefsee Tauchurlaub zu machen, oder abenteuerliche Segelfahrten. Andere liegen träge in der Sonne, oder saufen am Ballermann. Ist das Urlaub? Kaum!

Yuki und ich verwirklichen uns über das tägliche Leben, den Alltag. Kurztrips in andere Städte inbegriffen. In den letzen Monaten sind wir quer durch die Republik gedüst. Rostock, Kiel und München sind 3 Stationen unserer Fahrt. Wir hatten Spaß, haben nebenbei (viel) Geld verdient und Menschen in Not (damit) geholfen.

Japan ist Heimat für uns. Urlaub machen dort nur die anderen. Wir aber kehren zu unseren Wurzeln zurück und tanken Kraft für neue Abenteuer. Vielleicht erleben wir sie auch. Dieser Blog hat nun Sommerpause und wird (vielleicht) wieder Ende August seine Pforten öffnen. Vielleicht bleiben wir auch länger, das werden wir noch sehen.

Daher an dieser Stelle (k)ein „Sayonara!“

Ich gehe lächelnd auf die Reise

Japan wird auch das Land des Lächelns genannt. Und lächelnd gehe ich auf die lange Reise. Japan ist Heimat für mich. So fremd und doch so vertraut. Aber im Gegensatz zu Japanern ist mein Lächeln echt. Es drückt Freude aus, ich zeige Gefühle. Auch meine Elfe ist fröhlich. Aufgeregt wuselt sie im Wohnzimmer umher. Und als ich lache fliegt prompt ein Kissen.

Die Koffer sind gepackt, die Reise kann beginnen. Japan ruft und wir folgen gern. Aber es sind weniger die Sehenswürdigkeiten, die uns nach Jaoan ziehen. Meine Eltern haben mir bei früheren Besuchen viel von Japan gezeigt. Und auch mit Yuki war ich schon im Land unterwegs. Mindestens einmal im Jahr müssen wir nach Japan fliegen. Das ist wie ein innerer Zwang. Und unsere Familien freuen sich dann auch.

Meine Eltern werden uns auf dem Flug begleiten. Sie verbinden den Urlaub mit Geschäften, die man vor Ort besser regeln kann. Cousin Ken steht schon bereit, um uns am Flughafen abzuholen. Natürlich hat der Verrückte wieder Urlaub in dieser Zeit. Seine Lieblingscousinen zu sehen, das lässt er sich nicht nehmen. Yuki hat er schon vor Jahren als neue Cousine „adoptiert.“ Damit hat er kein Problem.

Die Reise wird lang sein. Und nicht immer ist der Weg auch das Ziel. Aber die Strapazen lohnen sich, wir werden nette Menschen treffen. Familie ist wichtig. Auch Yukis Eltern werden nächste Woche nach Japan nachkommen. Ihr Vater hat noch in Deutschland zu tun. Ja, es wird ein großes Familientreffen geben. Der Grund bleibt privat und gehört nicht in diesen Blog.

Beide Familien mögen sich sehr gern. Und Feste sind in Japan einmalig. Auch ohne Alkohol. Den können andere trinken, Tee ist mir Droge genug. Und meine Elfe nach der ich bekanntlich süchtig bin. Leider ist aus unserer geplanten buddhistischen Heirat im Shunkō-in Tempel nichts geworden. Immer im Juni werden dort lesbische und schwule Paare von den Mönchen getraut. Vielleicht klappt es nächstes Jahr.

Mit etwas Wehmut verlasse ich nun diesen Blog. Vermutlich werde ich von Japan aus nicht online gehen. Auch ich brauche Ferien. Und die mag ich ohne Internet genießen. Was den Reisebericht betrifft, den viele LeserInnen nach unserer Rückkehr erwarten, so habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Es gibt nur eine vage Idee.

Ich wünsche allen meinen LeserInnen den tollsten Sommer der Welt. Genießt ihn, habt Spaß und seid lieb zueinander. Wir lesen uns dann wieder im August.

Bis bald ihr da draußen.

Mayumi

The Need for Speed

Geschwindigkeit ist keine Hexerei. Und das in allen Lebenslagen. Geschwindigkeit ist stets das Ergebnis harter Arbeit. Und wenn es nur die Kolben sind. Aber um Motoren und Autos dtehen sich diese Zeilen weniger. Auch, wenn sie Teil meines Lebens sind.

Es gibt Menschen, die immer auf der Überholspur fahren. Egal wo sie sind, egal was sie auch machen. Ohne Sinn und Verstand legen sie los und kommen irgendwie an. Und das war nie mein Ding. Zum Überholen gehört für mich eine Rennlizenz. Aufs Leben übertragen sind das Diplome. Aber selbst die machen noch nicht schnell.

Was vielen Menschen fehlt, ist der unbedingte Wille zu siegen. Und das entsprechende Talent. Mein absoluter Wille hat mich immer schon nach vorn gebracht. Egal ob im Karate, oder in der Schule, ich wollte stets die Beste sein. Das aber nie auf Kosten anderer Menschen und nie mit absoluter Verbissenheit.

Mein Weg durchs Leben war immer von Spaß geprägt. Die nüchterne Ernsthaftigkeit vieler Menschen, geht mir fast völlig ab. Nur wenn ich wirklich möchte, so wird bei mir die Logik regieren. Dann werde ich zum „eiskalten Engel“, der andere dominiert. Und das wollt ihr nicht wirklich sehen.

Nun ist es nicht so, dass ich ungebremst durchs Leben brause. Selbst ich muss mich an gewisse Regeln halten. Und ohne Treibstoff bleibt auch mein Turbo kalt. Mit Autos verglichen sind Yuki und ich Kleinwagen und Sportcoupe. Wobei, seit sie mich kennt, nun auch ihre Karosse schneller fährt. Und ich trete manchmal auf die Bremse. Damit meine Elfe mir folgen kann. Und gemeinsam fährt es sich viel besser.

Aber Geschwindigkeit ist für mich so wichtig, wie für andere das tägliche Brot. Nur nach wirklich langen Nächten, ist meine Elfe vor mir wach. Und mit wenig Schlaf stottert dann auch mein Motor. Aber als Kind des Sommers starte ich bei Sonne richtig durch. Heute war ich bereits im Z unterwegs, den ich nicht mehr missen möchte.

Selten hat mich ein Wagen derart begeistert, wie dieser Porsche Abfangjäger. Nur der GT-R war noch eine Spur besser. Aber selbst eine Turbobiene wie ich, muss auf dem Boden bleiben. Mein Entschluss steht daher fest, der Auris wird noch dieses Jahr dem Z weichen. Und Geld ist nicht das Problem. Frau gönnt sich ja sonst nichts.

In Sachen Unternehmensberatung läuft es auch sehr gut. Mein Konzept trägt erste Früchte, die von mir betreute Firma schwimmt sich langsam frei. Zahlen können so einfach sein, wenn man Konsequenzen zieht. Zu verdanken habe ich den Job Graf Werner, bei dem wir vor einigen Wochen zu Gast gewesen sind. Aus den bekannten Gründen wird es darüber vorerst keinen Artikel geben.

Eine zweite Firma aus dem Norden, hat mittlerweile angefragt. Wieder auf Vermittlung des Grafen, dem ich dafür dankbar bin. Mir macht es großen Spaß nun mein BWL so völlig anders einzusetzen. Kreativ, ungewöhnlich und schnell. Ich zaubere Ideen und Vorschläge aus der Hosentasche, die dort offenbar im Dutzend liegen, in Wirklichkeit aber auch das Ergebnis meines Studiums sind.

The Need for Speed wird mich hoffentlich auch weiterhin begleiten und mein Leben interessanter machen. Gemächlich fahren nur die anderen. Und nun muss ich weiter, Liebe tanken. Damit mein Sommer nie zu Ende geht.

Rivalen unter heißer Sonne

Ein Bericht im SPON über den Beinahezusammenstoß zweier Kampfjets, hat mich spontan diesen Artikel schreiben lassen. Um wen es sich bei den „Kontrahenten“ handelt? Natürlich um die alten Rivalen China und Japan. Seit Jahren gibt es von beiden Seiten immer wieder kleine Provokationen, die ich hier in Deutschland nicht nachvollziehen kann. Sie sind und bleiben scheinbar stets „Rivalen unter heißer Sonne.“

Die Geschichte beider Länder ist lang und von Leid geprägt. Und die alten Japaner waren, nach heutigen Maßstäben gemessen, alles andere als nett. Aber das ist lange her. Halb vergessen, aber offensichtlich nicht vergeben. Und auch eine Frage der Eitelkeit. Da rasselt Mann mal wieder mit dem Säbel, egal ob er in Tokio oder Peking sitzt.

Auf der anderen Seite ist nun aber die Presse. Und bekanntlich ist im Sommer saure Gurkenzeit. Es gibt kaum News, also wird sich an Kleinigkeiten aufgehangen. Und das können die Schmierfinken gut. Natürlich haben Yuki und ich noch Familie in Japan. Daher blicken wir immer in unsere alte Heimat zurück.

Auf die angeblichen Spannungen zwischen China und Japan angesprochen winkt man dort meist ab. Alles halb so wild, heißt es. Diese Kabbeleien seien nun mal so. In Wirklichkeit verstehe man sich recht gut. Wem soll man also glauben? Cousin Ken war bereits in China unterwegs und kann nur Positives berichten. Und das finde ich gut.

Gut finde ich auch, dass ich in Deutschland lebe und hier aufgewachsen bin. Mit ganz anderen Freiheiten, als in Japan möglich. Auch in Bezug darauf, dass ich lesbisch bin. Beide Länder haben ihre guten, aber auch weniger guten Seiten. Für mich überwogen in Deutschland stets die Möglichkeiten, die ich hier habe.

Auch, wenn ich in meinem Herzen Japanerin bleibe, so werde ich stets eine Deutsche sein. Und als Kind zweier Welten möchte ich den Militaristen in Peking und Tokio mit auf den Weg geben: hört mit dem Unsinn auf! Wenn ihr euch streiten wollt, so macht das mit Gedichten, mit Literatur, oder im sportlichen Vergleich.

Und lächelt einfach, wenn ihr nicht der Sieger seid. Aber vermeidet Kämpfe. Denn das ist weise. Und auch den Schmierfinken im Sommerloch gebe ich einen Rat mit auf den Weg: springt zur Abkühlung ins kalte Wasser. Mit kühlem Kopf schreibt es sich viel besser.