Warum Gott (nicht!) gegen die Homo-Ehe ist

Meine wachsende Popularität ist mittlerweile bei den beiden größten Institutionen auf der Welt angelangt. Beide beginnen mit dem Buchstaben „H“ und sind doch grundverschieden. Also eigentlich. So im Prinzip. In Wirklichkeit versteht man sich recht gut und spielt gern eine Runde Skat. Aber auf Seelenfang geht man getrennt. Der folgende Artikel wird genau das beweisen. Frau Dr. humoris causa Landar erklärt, warum Gott nicht gegen die Homo-Ehe ist. Und das kam so:

In meiner Eigenschaft als bekennendes Lästermäulchen, habe ich neulich mit Gott telefoniert. Na ja, eigentlich mit Herrn Petrus, der den Dialog übernommen hat. Gott, so sagt er, rede nur in Rätseln. Er aber spräche klar. Mir solls recht sein. Klare Worte habe ich immer schon gemocht. Aber warum der olle Petrus es gleich regnen lässt, wird auch ein Rätsel bleiben. Sein Gegenspieler Belzebub hat nicht so ein Tamtam gemacht und mir einen heißen Sommer versprochen.

„Wissen Sie, Frau Landar“, fängt Petrus umständlich an. „Was Sie da immer über die Bibel schreiben, also echt jetzt, das glaubt Ihnen doch kein Mann!“
„Frauen schon“, kontere ich. „Und hören Sie bloß damit auf, die Adam-Legende zu bemühen. So von wegen Rippchen. Die essen wir JapanerInnen nicht.“
„Genderkonform bis zum abwinken“, mault Petrus im neuzeitlichen Jargon. „Dem Alten wird das überhaupt nicht gefallen.“
„Wieso?“, will ich wissen. „Dreht er wieder fürs ZDF? Coole Rolle übrigens. Und irgendwie so alterslos …“

Petrus räuspert sich und krachend rollt der Donner. Ob der zu viele Thor-Filme gesehen hat?
„Jetzt mal Tacheles, junge Frau“, legt er schon wieder los. „Wir Himmlischen sind klar gegen die Homo-Ehe …“
„Jetz halt mal die Luft an, Alder, hörste?“, mischt sich plötzlich eine fremde Stimme ein. „Wir Höllischen sind nämlich klar dafür!“
„Du nun wieder!“, empört sich Petrus. „Hat man denn niemals Ruhe vor euch?“
„Als Vertreter seiner Lichtigkeit, des Erzengels Luzifer, will ich diese Bemerkung überhört haben“, erwidert Belzebub. „Außerdem schuldest du mir noch 194 Seelen von der letzten Runde Skat. Wie isses damit nun? Und mit all den anderen Schulden?“

Amüsiert höre ich Herrn Petrus schnaufen. Tut sich hier die Zweite Chance auf? Der Telefon-Joker gar, bei „Eine wird gewinnen?“
„Hier, Mädchen“, nuschelt mir Belzebub ins japanische Ohr. „Lass dich von dem ollen Wetterfrosch da nur nicht ins Bockshorn jagen! Dem Alten isses nämlich total egal, was ihr da auf der Erde treibt. Solange ihr fleißig zu ihm betet und Hallelujah für vier Fäuste singt.“
„Guter Film“, sage ich trocken. „Bist du auch ein Bud Spencer Fan?“
„Aber immer!“, erwidert Belzebub sofort. „zu dumm, dass der später in den Himmel kommt. Ich habe ihn nämlich schon vor Jahren an Petrus verloren. Und auch Terence Hill. Um dich darf ich leider nicht spielen, du wärst aber eine Bereicherung für uns! Haste nicht Lust? Also so später jetzt? Wir sind eigentlich ganz nett …“

Plötzlich ein Knacken in der Leitung. Sind wir etwa unterbrochen? Aber es ist nur das Universum, das kurz „Hallo“ sagen will.“
„Universelle Ornungsregel 54, Paragraph 7, Absatz 3: „Glücksspiele um lebende, oder schon tote Seelen sind verboten. Wenn ich euch noch einmal dabei erwische, wird das mit weiteren 1.000 Jahren Nichtbeachtung bestraft.“
„Yes, Ma’am, Mrs. Universum, Ma’am!“, erwidern die beiden Scheinheiligen im Chor.
Woher die nur wissen, dass (auch) das Universum weiblich ist?

„Also wie ist das nun, mit der Homo-Ehe?“, will ich wissen. „Macht ihr da nun was, oder nicht?“
„Also wirklich, Frau Landar!“, empört sich Petrus. „Was wollen Sie denn, dass wir tun?“
„Na diesen alten Präsidentensäcken sagen, dass es egal ist, wer wen liebt! Aber Dalli Dalli, hörste? Sonst gibt’s kein importiertes Sushi mehr!“
„Boa, voll gemein ey!“, lässt mich Petrus im Jugendstil wissen. „Das hat dir doch wieder dieser Teufel gesteckt! Also gut, wir werden uns um die Sache kümmern und allen diesen homophoben Ärschen sagen, dass ein liebender Gott niemals gegen die Homo-Ehe ist.“

Er macht eine kurze Pause und fährt dann fort mit Verschwörerton.
„Sie, Frau Landar? Wir, also der Bub und ich, also wir beide, na ja … wir bräuchten einen dritten Mann fürs Skat.“
„Frau“, erwidere ich und fingere nach den Karten. „Wenn ich gewinne, darf ich mir dann was wünschen? Oder fällt das auch nicht in eure Zuständigkeit?
Belzebub lacht sich scheckig, als ich meinen Herzenswunsch nenne.
„Dem hasse es gegeben, Kleine“, gröhlt er belustigt, als ich mir ein Mädchen vom Klapperstorch wünsche.
„Aber dat sach ich dir, wenn du mal Kanzlerin werden willst? Unsere Stimmen haste, klar? Und jetzt leg los. 18, 20 …“

Aus.