Speed-Dating – Wenn Leidenschaft auf Schönheit trifft

Unter Speed-Dating versteht man eine ursprünglich aus den USA stammende Methode, schnell neue Flirt- oder Beziehungspartner, aber auch Geschäftskontakte zu finden. (Quelle Wikipedia) Ich habe ein Speed-Dating der anderen Art. In Stahl gepresste Leidenschaft trifft Mensch. Die Emotionen kochen. Fünf schnelle Frauen, fünf schnelle Autos. Da ist sofort Spaß dabei. Ausgedacht hat sich das Wolf, der Mann für schnelle Runden. Der Hintergrund ist einfach: Ein Vergleichstest der besonderen Art. Gesucht wird der beste Sportwagen für Frauen.

Auch Graf Werner und Dr. Holm, sowie die Nissan-Tuningschmiede sind an diesem Date beteiligt. Irgendwer muss das Ganze finanzieren. Und die haben alle Geld.
Der Test ist Teil eines Seminars, das ich für die Frauen halte. Immer nur BWL ist auch Managerinnen zu trocken. Und menschlich kommt Frau sich durch Spaß viel näher. Es fördert gute Zusammenarbeit.
Neben Yuki ist auch eine lustige Französin dabei, deren Akzent mich an Cyndie Allemann erinnert. Aber Carole hat dunkle Haare und lebt mit Mann und Kind im hohen Norden.
„Isch ‚abe schon loangö keinön schnellön Wagön mähr gefahrön“, erklärt sie fröhlich. „Abör frühör war isch Rallö gefahrön. ‚eute renne isch immör meinör Tochtör ‚inter’ör.“
Sie zeigt uns Bilder und schon ist die Arbeit vergessen. Kinderlachen, was will Frau noch mehr?
Einen Sportwagen zumindest nicht. Carole fährt SUV.

Ellie – Elisabeth – hat grüne Katzenaugen, rote Haare und überall Sommersprossen. Die perfekte Hexe mit Hang zum Zauberstab, wie sie schmunzelnd erzählt.
Gemeint ist natürlich der Schalthebel eines Wagens, den sie in Sommer offen fährt.
„Privat fahre ich Kleinwagen“, sagt sie fast verschämt. „Der hat weniger als 100 PS. Wozu im Alltag rasen? Aber gern oben ohne, das kühlt die heiße Stirn.“
Die Frauen lachen, das Band der Freundschaft zieht sich enger. Sympathie ist wichtig in diesen trüben Tagen.

Simone ist eine kühle Blonde, die uns alle um Längen überragt. Mit 1 Meter 81 ist sie wirklich eine große Frau. Und sie ist Graf Werners Enkelin, das kann sie nicht verhehlen.
„Eigentlich bin ich Leichtathletin“, stellt sie sich vor. „Aber von Opa Werner habe ich die Liebe zu schnellen Autos geerbt. Und nun auch noch die Firma.“
Was untertrieben ist, Simone ist Graf Werners Augenstern. Schon am Telefon war sie sympathisch. Sie hat verstanden und mir zugehört.
Fünf schnelle Frauen, fünfmal geballte Power. Und nun liebe LeserInnen sind die Herren dran.

Für mich steht ein alter Bekannter bereit, der von mir bereits gerittene „Wilde Mann.“
„840 PS hat der Godzilla jetzt“, wird mir von einem Nissan-Techniker gesagt. „Und er hat einige Kilo abgespeckt.“
Das ist leider nötig bei dem GT-R, auch Sportwagen haben oft Übergewicht.
Elfchen bekommt den Audi A1 im Super RS Look. Aus Wettbewerbsrechtlichen Gründen darf ich die Pferdestärken nicht nennen, aber es ist Power pur.
„Miss Ralley“, necke ich sie frech und bekomme prompt die Zunge gezeigt.
Die Frauen lachen. Sie wissen, dass wir verheiratet sind.

Für Carole steht der Ölprinz bereit, der nun endlich standfest ist. 400 Diesel-Turbo-PS treiben ihn voran. Ob der Wagen hält? Die Frisur der Französin bestimmt.
„Isch werdö den Auto nüscht kapütt fa’rön“, verkündet Carole und lacht.
Wolf grinst und zeigt auf mich.
„Die da aber schon“, sagt er und flüchtet, als ich ihm mit einem Kick in den Hintern drohe.
„Rote Karte, hohes Bein!“, ruft er aus der Baracke. Vermutlich geht er Fußball checken.

Auch ein Amerikaner hat sich in die Liga der schnellen Wagen gemogelt.
Als der Mustang GT Shelby an den Start rollt leuchten Ellies Katzenaugen.
Fast werde ich neidisch, als der V8 munter röhrt. Knapp 700 Turbo-PS soll er haben und das ist keine Zauberei.
Nur vom Fahrwerk ist Ellie wenig begeistert.
„Da sind meine Beine besser“, lästert sie.
Und da hat das Mädel recht.

Ein weiteres Mannsbild gibt sich die Ehre. Kein Poser und er hat auch keine Lederhosen an.
Der BMW M5 aus München steht fast bescheiden neben dem Shelby GT. Aber seine aufgeladenen 620 PS lassen nun Simone strahlen.
„Den moag i'“, sagt sie mit bayrischem Akzent und zwinkert. „Aber jeden Tag fahren? Das sollen andere machen.“
Privat fährt Simone Golf. Wenn auch einen GTI. Getunt versteht sich, aber nur dezent.
Schnelle Frauen braucht das Land.

Der Godzilla und der Shelby sind die wahren Konkurrenten. Die anderen Wagen kommen bei dieser Power kaum mit.
Wer will 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h schlagen? Auch der Shelby kann das nicht.
Der GT-R ist eine Rakete und irgendwie aus einer anderen Welt. Aber ausgereizt ist anders. Es gibt Wagen mit über 1000 PS.
Ich prügele den Boliden über Stock und Stein. Das ist Geschwindigkeit, so muss das sein.
Aber pure Kraft bleibt selten Sieger. Auf Dauer hilft nur Bescheidenheit.

Keiner der anderen Wagen erreicht die Werte des GT-R, was keine Überraschung ist. Selbst ich fühle mich mit dem Supercar fast überfordert.
Die Lenkung zerrt an meinen Armen und der Motor schreit mich böse an. Ziemlich entnervt fahre ich zur Messbaracke.
Das ist kein Tuning, wie ich es mag.
Wolf steht bereit, um die Daten zu besprechen. Sein besorgter Blick trifft meine Augen.
„Das Monster ist kein Alltagsauto“, sagt er leise. „Lass mal die anderen Fraun ran.“
„Klar“, sage ich und lache schon wieder. „Her mit den kleinen Fummlerinnen!“
Prompt tippt sich meine Elfe an die Stirn.

Auch Yuki winkt nach nur einer Runde im Godzilla ab. Der GT-R ist nicht ihr Ding.
„Zu groß, zu laut, zu schnell“, ist ihr Fazit. „Das ist kein Auto für eine Frau.“
Unterdessen bin ich den Mustang Shelby gefahren und habe ihn auf Herz und Nieren geprüft. Nur der Sound des V8 hat mich überzeugt, Abstimmung und Fahrwerk sind wenig europäisch.
Der BMW kann alles gleich viel besser, begeistert zerstöre ich fast den ersten Reifensatz. Aber der Bayer fährt sich (für mich!) trotzdem wie auf Schienen. Und das sehen auch die anderen Frauen so.
Wir wechseln munter die Boliden und tauschen uns darüber aus.
„Isch findö dön kleinön Audi sähr süß“, strahlt Carole nach ihrem Date. „Shölby und BMWö mag üsch abör nüscht.“
Dafür mögen wir die lustige Französin, die uns am Ende des Tages alle zu sich nach Hause einlädt.

Der Ölprinz ist der wahre Star des Tages. Die dieseligen Turbo-PS lehren im Alltag weitaus höher motorisierte Wagen das Fürchten.
Selbst Yuki mag den Verwandten des RS6, Erinnerungen an unsere Fahrten kommen auf.
Auch Ellie und Simone finden lobende Worte, präferieren aber den BMW.
Zwei stimmen für den Ölprinz, eine für den A1 und zwei für den BMW.  was unter dem Strich Audi zum Sieger macht.
Wie war das mit den Ringen der Macht?

Leider endet der Tag dann noch sehr spektakulär. Ellie verunglückt mit dem kleinen Audi und muss ins Krankenhaus. Der Wagen ist Schrott, sie hat überlebt.
Achsenbruch und Reifenplatzer bei 210 km/h standen auf keinem Papier.
Die Entwarnung kommt schnell, Ellie geht es gut. Noch im Krankenhaus plant sie das nächste Date. Diesmal ganz klassisch mit Mann.
Nur schnell soll das nicht vonstatten gehen. Mit Geduld kommt Frau auch ans Ziel.
Aber das habe ich schon vor einer Weile für mich erkannt.

Fünf Frauen, fünf schnelle Wagen und ein Wolf. Nicht im Schafspelz, aber immer gut für ein (Speed)Date, der besonderen Art.

 

Mehr über meine erste Begegnung mit dem „Wilden Mann“ gibt es hier zu lesen: Der wilde Mann

Den Ölprinz können Interessierte ebenfalls bei mir entdecken: Der Ölprinz

Die erste Begegnung mit einem Boliden gibt es an dieser Stelle nachzulesen: Mit Vollgas durch die Nacht

Vergewaltigung per Seminar

In meinem gestrigen Artikel hatte ich bereits über die Pick Up Artists (PUA) und Julien Blanc geschrieben. Bereits am Sonntag gab es dazu einen Artikel der Bloggern lesbomat, auf den ich an dieser Stelle hinweisen möchte. Ebenso auf ihren gestrigen Beitrag, wie sich Frauen gegen Übergriffe wehren sollten.

Klick 1: A really nice guy

Klick 2: Wie können sich Frauen gegen aggressive Anmache wehren?

Aber fertig mit den PUA bin ich noch lange nicht! Was diese Typen unbedarften Männern anbieten sind Seminare zur Vergewaltigung von Frauen. Ich sage das ganz bewusst auf diese Weise, denn letztlich läuft es genau darauf hinaus. Ist die Frau einmal „klar gemacht“, darf und wird Mann alles mit ihr machen. So der Tenor von Julien Blanc.

Auch in Deutschland wird 2015 ein solches Seminar abgehalten. In Hamburg vom 7. – 9. Mai. Der genaue Ort ist noch unbekannt, aber nicht der Preis. Nachwuchs-Casanovas müssen 400 Euro Anzahlung leisten. Das komplette Schwachfug-Semiar steht mit 1600 Euro bereit. Ein Schnäppchen für den Aufreißer. Muss er doch für käufliche Liebe ähnliche Summen berappen. Aber das ist ein anderes Thema, das sich hoffentlich bald erledigt hat.

In diesen Seminaren zeigt sich die ganze Erbärmlichkeit von Menschen, für die Frauen nur Objekte sind. Bei den PUA wird von sogenannten „Targets“ gesprochen. Das Ziel ist klar: Frauen ohne großen Aufwand ins Bett zu bekommen. Und da wird mir schlecht.

Kein Wort von Gefühlen, von Liebe, Romantik, oder trauter Zweisamkeit. Die Frau als Ware. Für den Neu-Aufreißer einfach wunderbar. Deren Tricks sind so wirkungsvoll wie einfach, Mann baut auf die Neugier von Frau. Mit gezielten Beleidigungen, oder gespieltem Desinteresse, wird die Aufmerksamkeit der Frau gesucht.

Aus der Sicht einer lesbischen Frau ist das gleich doppelt widerlich. Auch wir daten Frauen, aber wir beschimpfen sie nicht. Und es gibt auch keine Lesbe, die Flirt-Kurse für teures Geld anbietet. Warum bitte sollten wir das tun? Wir lieben Frauen und wir vergewaltigen sie nicht.

Meine Satire „Was Männer schon immer über Lesben wissen wollten“, hat plötzlich ein völlig neues Gewicht. Die Wahrheit schimmert gnadenlos durch. Und NEIN, dies ist KEIN Rundumschlag gegen die Spezies Mann! Aber gegen Typen wie Julien, gegen jeden Menschen, der andere Menschen benutzt und nicht respektiert.

Ich bleibe dabei: für mich und für viele andere Frauen sind die Seminare der PUA ein Aufruf zur Vergewaltigung. Noch weiß ich nicht, wie ich gegen die Typen vorgehen kann. Aber Schweigen hilft nicht weiter. Daher möchte ich zumindest möglichst viele Frauen über die Machenschaften der Truppe informieren und ihren Blick für das Wesentliche schärfen. Damit ihr auch morgen noch die normalen Männer küssten könnt.

Der selbstbewusste Mann

Kämpfen lernen, um nicht kämpfen zu müssen, das bleibt eine Kunst. Deeskalation, Meditation, das ist ein neuer Weg für mich. Ich bin noch immer in Japan und auf einem Aikido-Seminar. Ich sitze neben meinem Vater und auch Ken und Yuki sind dabei. Für Ken bleibt diese Kunst fremd, aber er mag uns gern begleiten.

Eine Gruppe Amerikaner hat auch ihren Weg ins Dojo gefunden. Die Männer sind jung und laut, der Haarschnitt verrät die Soldaten. Sie machen Karate und Judo, Aikido ist neu für sie. Mein Vater ist der Ehrengast, der Veranstalter ruft uns nach vorn. Gemeinsam zeigen wir Techniken. Abwechslend rollen wir über den Boden.

Ich habe Spaß und zeige Techniken, die meinen 1. Dan weit übersteigen. Aber wer sagt, dass ich die nicht kann? Die Amerikaner haben Probleme, sie sind zu steif und wenig talentiert für diesen Sport. Auch mit der Sprache hapert es, ihr Japanisch ist furchtbar schlecht. Ich versuche zu helfen und prompt macht mich einer der Männer an. Sein Name ist Tim, er ist der Anführer der Truppe. Ein First Lieutenant (Oberleutnant) und furchtbar stolz auf sich.

„Ich wollte ja schon immer mal wissen, was sich unter einem Aikido-Rock verbirgt“, sagt er im Scherz zu seinen Kumpels.
Die Männer lachen. Ich bin gewarnt.
„Mein Fuß“, erwidere ich gelassen und lächele Tim an. „Machen wir jetzt weiter?“
Tims Augen werden schmal. So hat wohl noch keine Frau mit ihm geredet. Aber er schweigt.
Soll das schon alles gewesen sein?

Mein Vater schaut mich kurz an, aber ich nicke nur kurz. Alles unter Kontrolle, kein Problem für mich.
Diese Amerikaner haben kein Talent für Aikido, das kann ich ganz klar sagen. Aber der Kommandeur hat sie zu dem Seminar verdonnert, ihr Nahkampf ist zu schlecht.
Sie erzählen das unaufgefordert in einer Pause. Auch, wie gut sie (angeblich) im Karate sind. Unter den eher kritischen Blicken der Japaner zeigen sie Kicks und Sprünge.
Nichts, was mich vom Hocker reißt. Zu wild, zu unpräzise. Mit anderen Worten: schlecht.

Der beste Mann der Fünfergruppe, ist ein asiatisch aussehender Mann mit Namen John. Seine Mutter sei Chinesin erzählt er mir und entschuldigt sich für seine Kameraden.
„Die meinen das nicht so“, sagt er. „Aber Tim ist ein wilder Kerl.“
„Mit wenig Talent“, entgegne ich. „Selbst sein Karate ist grottenschlecht.“
Johns Mutter hat ihn etwas Hung Gar Kung Fu gelehrt. Aber das kennt die US-Army nicht. Daher muss er nun Karate machen.
Wir philosophieren kurz über Karate und Kung Fu, dann geht das Seminar schon weiter.
Ich bleibe als Dolmetscherin bei den Amerikanern. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen soll.

Tim lässt keine Gelegenheit verstreichen, um mich mit Blicken auszuziehen. Ich kann den Ärger riechen.
Am Ende des ersten Tages eskaliert die Sache schon. Tim fragt nach einem Date.
„Warum sollte eine Japanerin mit dir ausgehen wollen?“, frage ich ihm amüsiert. „Vor allem, wenn sie verheiratet ist.“
Tims Grinsen friert ein, John fängt an zu lachen.
„Wenn du mich jetzt entschuldigst“, fahre ich fort, „meine Frau wartet auf mich.“
Wenn Blicke töten könnten.

Tim presst die Zähne zusammen, seine Fäuste sind geballt.
„Eine Lesbe also“, sagt er abfällig. „Ist ja mal wieder typisch. Was du brauchst, ist ein richtiger Mann!“
„Und du willst dieser Kerl sein?“, frage ich. „Du willst es mir mal so richtig besorgen?“
Tim grinst schon wieder, das sind Worte nach seinem Geschmack.
„Das kannst du laut sagen, Baby“, dröhnt er. „Hinterher willst du nie wieder zu einer Frau!“
„Na dann immer los“, provoziere ich ihn und gehe auf ihn zu. „Machen wir es doch gleich hier auf der Matte.“
Endlich fällt bei Tim der Groschen.

„Du willst gegen mich antreten?“, prustet er. „Baby, für dich brauch ich genau einen Kick!“
„Zeig ihn mir“, fordere ich ihn freundlich auf. „Ich kann es kaum erwarten.“
Mein Lächeln zeigt Wirkung, Tim wirkt verunsichert. 1:0 für mich.
„Das meinst du nicht ernst?“, will er wissen. „Ich kann doch keine Frau schlagen.“
„Stimmt“, erwidere ich sanft. „Du kannst mich nicht schlagen.“
Was ich beweisen kann.

John gibt mir im Hintergrund immer wieder Zeichen. Er amüsiert sich prächtig.
Mein Vater schaut demonstrativ in eine andere Richtung, Ken und Yuki treten neben mich.
„Wenn ich es mir richtig überlege, dann sollten wir besser keinen Wettkampf machen“, sage ich. „Der wäre ziemlich unfair und schnell zu Ende.“
„Endlich wirst du vernünftig“, erwidert Tim selbstbewusst. „Das würde übel für dich enden.“
„Ich war mehr besorgt um dich“, erkläre ich ihm ruhig. „Für dein Karate reicht ein normaler Aikdio-Schüler.“
Meine Worte zeigen Wirkung, mit hochrotem Kopf packt Tim mich am Arm. Aber ich bin gut gelaunt und lasse ihn lediglich ins Leere laufen.
Und doch ist Japans Boden hart.

Ken feixt, Yuki verdreht die Augen und mein Vater schüttelt leicht den Kopf.
Die Show ist beendet bevor sie begann.
John hilft Tim aufzustehen. Plötzlich wirkt der Offizier nicht mehr so überlegen. Und Schmerzen hat er auch.
„Lass gut sein“, sagt John. „Du willst dich doch nicht blamieren. Denk bitte daran, wir sind hier nur Gäste.“
Tim mag ein Hitzkopf sein und keine Manieren haben. Aber wirklich dumm ist er nicht, wie seine nächsten Worte beweisen.
„Scheiße“, sagt er und reibt sich die Hüfte. „Da habe ich wohl mal wieder Mist gebaut.“
Er zögert kurz und murmelt ein „Sorry“ in meine Richtung.
Der Mann hat seine Lektion verstanden.

Am nächsten Tag kommt er nicht wieder.
„Er hat sich krank gemeldet“, lässt John uns wissen. „Aber das liegt weniger an seiner geprellten Hüfte, als vielmehr an seinem verletzten Stolz. Ich möchte mich im Namen der US-Army für sein Verhalten entschuldigen.“
Er schaut den Rest der Gruppe an.
„Das kommt nie wieder vor“, fügt er noch hinzu und seine Männer nicken.
„Fein“, sage ich fröhlich. „Dann lasst uns weiter üben.“
Warum sehen die nun so erschrocken aus?

Angst und Wut sind schlechte Ratgeber im Leben. Auch der scheinbar Schwächere kann einen Sieg erringen. Und manchmal reichen Worte. Auch gegen einen selbstbewussten Mann.