Die Welt ist lesbisch – Suchbegriffe im April

Dass die Welt lesbisch sein muss, habe ich immer schon gewusst. Wie sonst soll ich mir die Suchbegriffe der letzten 30 Tage erklären? Vielleicht verstehen nun meine LeserInnen besser, warum ich so ungern über Suchbegeriffe schreibe.

„testosteron und krieg“

Darüber habe ich geschrieben. Der Zusammenhang ist klar.

„lesbensex geschichten /lesbian kurzgeschichten / lesbensex geschrieben“

Über Sex schreibe ich nicht explizit. Kurzgeschichten schon.

„lesben sex männer / „lesben sex mit mann“

Echte Lesben haben nie Sex mit Mann.

„lesbensex butch“

Ja, auch Butches haben Sex.

„traurige liebesbriefe“

Gibt es bestimmt.

„schrank lesbe“

In meinem Schrank ist keine. Aber ich schaue gern nach.

„alphafrauen lesbisch“

Finger heb‘.

„japan deutschland nandalya wordpress“

Ich bin berühmt!

„so wunderschöner liebesbrief“

Echt jetzt? Wo? Darf ich den auch lesen?

„liebe findet seinen weg / die liebe findet einen weg / liebe findet immer einen weg“

Stimmt!

„18 jährige hat lesbensexx“

Echt jetzt? Ist dieser „Sexx“ so toll? Darf ich auch, obwohl ich schon über 18 bin?

„frauen werden nicht frei sein, solange ihre unterwerfung als sexy gilt.“ sheila jeffreys, britische politikwissenschafterin und autorin    

Gutes und richtiges Zitat. Das hatte ich verwendet.

„lesben selbstbefriedung“

Gerüchten zufolge sind Lesben wirklich friedlich.

„lesben selbstbefriedigung“

Nicht nur Lesben machen das.

„in welchen typ frau verlieben sich lesben“

In jeden Typ, der zu ihnen passt.

„sagt man heut noch artig“

Ich schon. Ihr nicht?

„achselhaarrasur“

Ist eklig. Daher habe ich keine Achselhaare mehr. Modernste Lasertechnik machte das schon vor Jahren möglich.

„wie kann ich meine beste freundin, hetero, in mich, weiblich, verliebt machen?“

Überhaupt nicht. Sie ist es, oder sie ist es nicht.

„meine freundin ist lesbisch und sie sagt mein verhalten ist anders wenn ihre freundin da ist“

„Du“ bist eifersüchtig. Kann das sein?

„liebesbrief an frau“

Habe ich schon geschrieben. „Du“ nicht?

„nandalya blog“

Ja, hier!

Der wirkliche Kracher fehlt, wie ihr sehen könnt. Aber ich hatte bei den Antworten durchaus Spaß. Und einen Blogeintrag gewonnen. Wegen der Schlagworte in meinem Blog, werden die „lesbisch“ Anfragen kaum weniger werden, wie die letzten 3 Tage bewiesen haben. Daher werde ich in Zukunft auf weitere Einträge über Suchbegriffe verzichten.

Lesben, Sex und Besenstiele

Manchmal frage ich mich, was Frau und Mann im Netz so suchen. Suchen in Bezug auf Begriffe. Ich finde es immer recht spannend, im Adminbereich meines Blogs, auf die Suche meiner Leser zu achten. Im Normalfall ist die harmlos, es wird lediglich nach Namen geschaut, die zu älteren Beiträgen führen. Aber vor einigen Tagen sticht mir ein Suchbegriff ins Auge, der mich laut auflachen lässt. „lesben selbstbefriedigung mit besen“, prangt dort in großen Lettern.

Das muss ich sofort Yuki zeigen!
„Elfchen!“, rufe ich. „Komm schnell, in meinem Blog gibt’s was zu sehen.“
Yuki setzt sich neben mich. Dann weiten sich ihre Augen und sie prustet los.
„Total schräg“, sagt sie noch immer lachend.
Plötztlich blitzt der Schalk in ihren Augen.
„Sag mal Süße, weißt du wo der Besen geblieben ist?“
„Na warte“, erwidere ich und will nach ihr greifen, aber sie ist schon weg.
„Schreib doch einen Artikel darüber“, höre ich sie aus dem Badezimmer rufen.
Ich überlege, wer der unbekannte Sucher ist und was ihn dazu bewogen hat. Erst vor kurzem habe ich gelesen, dass Sex und Pornoseiten im Internet eine große Rolle spielen. Auch Kontaktbörsen erfreuen sich großer Beliebtheit. Sofort fällt mir eine andere Suchanfrage ein, die letztes Jahr auf meinem Blog zu lesen war: „Können Lesben Männer lieben“, wollte der Suchende wissen. Nein, das können sie nicht. Zumindest nicht, wenn es wirkliche Lesben und keine bisexuellen Frauen sind. Und Lesben befriedigen sich auch nicht mit einem Besen. Das zeigt mir wieder, wessen Geistes Kind so mancher Suchende ist.

Yuki ist wieder da und kitzelt mich frech.
„Hast du schon etwas geschrieben?“, will sie wissen.
„Ich überlege noch“, antworte ich wahrheitsgemäß. „So toll ist der Suchbegriff nun nicht. Und was soll ich auch darüber schreiben?“
„Du könntest eine heiße Liebesgeschichte über dich und den Besen schreiben“, sagt sie und fängt wieder an zu lachen.
Diesmal kann sie nicht entkommen und wir albern herum. Aber der Suchbegriff lässt mich nicht los.
„Ich hab’s!“, rufe ich und Yuki schmunzelt.
„Na dann los Süße“, sagt sie und lässt mich los.
„Lesben, Sex und Besenstiele“, tippe ich.
Yuki fängt wieder an zu lachen.
„Du bist unmöglich“, prustet sie. „Aber genau deshalb liebe ich dich. Und dass du mir nicht mit dem Besen untreu wirst, hörst du?“
„Ach woher denn“, erwidere ich belustigt. „Der Besen, der bin ich doch selbst.“
„Eher der heiße Feger“, sagt Yuki trocken. „Und du bist heute mit der Hausarbeit dran.“
Ich seufze ergeben und erinnere mich. Und jetzt weiß ich auch wieder, wo der Besen ist. Ich habe ihn als Trainingswaffe benutzt. Nur werde ich das Yuki nicht sagen. Aber vielleicht interessiert es den unbekannten Besucher meiner Seite, was eine Lesbe mit einem Besenstiel so alles anstellen kann. Als Waffe versteht sich. Im Stil von Kendo. Und das ist dann wirklich meine Form von „Selbstbefriedigung.“ Fraglich nur, ob Mann die mögen wird.

Der neue Sex – Wege zur Lust

Bei meiner täglichen Recherche durch die Medien bin ich auf einen Beitrag im Focus gestoßen. Dort geht es um die Technik des neuen Sex. Gemeint ist dabei der Sex zwischen Mann und Frau, der offensichtlich in die Jahre gekommen ist. Wie sonst soll ich den etwas reißerischen Titel deuten. Die Sexologin Anne-Marlene Henning erklärt (mir), wo die weibliche Prostata liegt und will (mir) Wege aus der Sexflaute zeigen. Ich lerne außerdem, dass es beim Penis nur wichtig sei, wie Mann ihn einsetzt.

Spätestens an dieser Stelle sollte ich als Lesbe mit dem Lesen aufhören. Weder habe ich eine Sexflaute, noch interessiert es mich wo meine angebliche Prostata liegt. Über die paar Zentimeter mehr von Mann kann ich ohnehin nur lachen. Daher ist es mir auch egal, wie Mann sie einsetzt. Aber tapfer wie ich bin lese ich den Artikel zu Ende. Anne-Marlene Henning scheibt, dass Paare offenbar nicht viel über die Geschlechtsteile von Frau wissen. Und wer nicht wisse wie sich etwas stimulieren lasse, der könne dort auch nichts richtig spüren.

Ich lasse die Worte auf mich wirken, aber irgendwie verstehe ich sie nicht. Haben Hetero-Paare etwas Sex im Dunkeln? Wäscht sich eine Hetero-Frau etwa nie? Jede dritte Frau bekäme aus reiner Unkenntnis nie einen Orgasmus, auch nicht mit Selbtfriedigung, erklärt (mir) die Sexologin weiter. Und nur jede zehnte Frau erreiche den Höhepunkt bei der Penetration. Ich muss schmunzeln. Irgendwie habe ich das schon immer geahnt. Es deckt sich auch mit Berichten von Hetero-Freundinnen. Als Lesbe habe ich all diese „Probleme“ nicht. Bin ich etwa nicht reif für die Technik des neuen Sex? Das muss ich genauer wissen und lese weiter.

Frau, so erfahre ich, sei es nicht angeboren ständig zu kommen. Gut, das will ich auch nicht. Aber die Erregung sei uns angeboren, nicht aber die Lust und der Spaß damit. Und da Frauen kein Testosteron haben fiele es uns schwerer den Anfang zu finden. Die gute Sexologin hält Selbststimulation für wichtig, helfe sie doch die Sexualität mit Genuss und Spaß zu erleben. Quasi als Lerneffekt. An der Stelle muss ich eine Pause machen. Ich denke darüber nach, ob Anne-Marlene Henning vielleicht die legendäre Doktor Sommer der BRAVO ist. Dann fällt mir ein, dass Doktor Sommer ja ein Mann war, bzw. ein Team.

Immerhin weiß Doktor Sommer, dass 75 bis 80 Prozent aller Mädchen Selbstbefriedigung nutzen. Im Durchschnitt etwa 2 bis 3 Mal pro Woche. Im Alter von 13 habe sich fast die Hälfte aller dchen selbstbefriedigt. Interessant, denke ich mir. Die beiden Aussagen passen ja nun so überhaupt nicht zusammen. Nein, die gute Anne-Marlene Henning kann unmöglich zum Doktor Sommer Team gehören. Ich glaube auch nicht (mehr), dass sie viel Ahnung von ihrem Fachgebiet hat. Oder Doktor Sommer lügt. Ich bin entsetzt und mein mir bewahrtes Jungmädchenherz bricht.

Ich rufe nach meiner Frau und frage sie, was sie von dem Artikel hält. Yuki liest zuerst schweigend. Dann grinst sie und schüttelt den Kopf. Mit der Bemerkung „Sex sells“, will sie wieder verschwinden. Ich bitte sie noch zu bleiben. Und gemeinsam schauen wir uns die Videos zum Beitrag an. Wir erfahren, dass die sexuelle Lust mit Dauer der Beziehung abnehme. Es sei vorbei mit dem Knistern, dem Begehren und alles werde friedlicher, vertrauensvoller und harmonischer. Hilfsmittel seien nun angesagt. Stimulationen. Sogar von Pornos ist die Rede.

Ich schaue Yuki an und sie mich. Nein, wir wollen keinen Porno schauen. Und wir mögen unsere friedliche, vertrauensvolle und harmonische Beziehung sehr. Zu guter Letzt hören wir noch von der Langsamkeit im Bett. Ist dieser alte Hut etwa die angepriesene Technik des neuen Sex? Ich beschließe gleich morgen eine Liebesschule zu gründen und meine lesbischen Liebesweisheiten für gutes Geld an die Hetero-Welt zu verkaufen. Das wäre dann mein Weg zur Lust.