Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?

Den „Schwarzen Mann“ kennen alle Kinder. Gern und oft haben Eltern auf der ganzen Welt mit ihm gedroht. Meine nicht. Und auch Schwarze Männer machen einer Mayumi keine Angst. Mit einer Ausnahme. Und davon mag ich heute erzählen.

Wir schreiben das Jahr 1999. Der Film „Matrix“ sprengt die Kinokassen. Ein junger Schauspieler steht plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Sein Name: Keanu Reeves. Nun sind mir Männer recht egal, aber ich kann durchaus einen Schauspieler mögen. Seine Leistung, sein Spiel. Und in „Matrix“ spielte Reeves perfekt. Vielleicht noch in „Constantine“ und „Das Haus am See.“

Nun hat jeder Mensch Höhen und Tiefen im Leben. Und privat ging es für Reeves steil bergab. Scheidung, Tod der Kinder. Und auch sein Freund River Phoenix starb schon vor mehr als 20 Jahren. Kritiker haben Reeves Screenplay von jeher das Attribut „hölzern“ verliehen. Eine Aussage, der ich mich nur erneut anschließen kann.

Reeves ist immer dann gut, wenn er wenig Mimik zeigen muss. Ein erstarrtes Gesicht beherrscht der Mann perfekt. Aber gut ist anders und Zuschauer erwarten von Akteuren mehr. „Man of Tai Chi“ und „47 Ronin“ waren keine Glanzpunkte auf Reeves Karriereleiter. Im Gegenteil haben sie seine Schwäche erneut bewusst gemacht. Aber der Mann macht einfach weiter. Und die Welt applaudiert.

„John Wick“, ist das neuste Verbrechen am Zuschauer. Aber scheinbar finden den Film viele Männer gut. Immerhin gibt es 78 Tote zu bewundern. Die meisten durch die Hand von John Wick, der von einem erneut emotionslos agierenden Keanu Reeves verkörpert wird. Ob der Mann unter Gesichtslähmung leidet?

Kurz zur Handlung: Der ehemalige Profikiller John Wick verliert seine Frau und auch noch seinen Wagen, der ihm von einem typisch-dümmlichen Russen gestohlen wird. Dumm dabei, dass er der Sohn von Wicks Ex-Chef ist. Dumm auch, dass Wick sich nun erneut zum Killer mausert. Wenig glaubhaft und ein einziges Klischee.

„John Wick ist derjenige den man schickt, um den Boogeyman zu töten“, gibt der Oberschurke seinem dämlichen Sohn mit auf den Weg. Und dann gibt’s viele Tote. Ich habe meine Emotionen ab- und den Zeigefinger eingeschaltet. Um die Toten zu zählen. Und Yuki hat lieber übers Abendbrot nachgedacht.

Reeves darf auch erneut (s)eine Kampfkunst zeigen. Irgend eine Art von Judo, mit der er die Bösewichte hüftsteif zu Boden wirft. Aber meist erschießt er sie sofort und schnell. Was auch besser ist, die Typen sind aus Hollywoods Komparsengarde.

Vermutlich ist der Nachname „Wick“ vom Wort „wicked“ abgeleitet. Und das heißt „böse, boshaft, schlimm, gefährlich.“ Den Hollywood-Schreibern fällt auch kaum Originelles ein. Was nun meine Angst betrifft, so war die nur ironisch gemeint. Ich habe wirklich Angst davor, dass Reeves weiter solche Filme macht. Was habt ihr denn nun gedacht?

Immerhin taugt der Film als Zeitvertreib. Und ja, er war wirklich besser als „47 Ronin.“ Aber Qualität sieht anders aus. Die zeigt einmal mehr Clint Eastwood mit „American Sniper.“ Vermutlich war das mein letzer Versuch, dem Schauspieler Reeves die Ehre zu erweisen. Die gebührt Leuten wie „The Rock“ und Vin Diesel, über die selbst ein Biest wie ich noch lachen kann.

 

Für Lesewillige: 47 Ronin – Die Ritter von der traurigen Gestalt