Das Gender-Paradox

Frauen gelten allgemein als das schwache Geschlecht. Das liegt schon am Erscheinungsbild. Frau ist klein und Mann ist groß. Und damit haben wir ein gängiges Klischee bedient. Leider verhalten sich viele Frauen auch dementsprechend. Ängstlich und geduckt gehen sie durchs Leben. Mann schwingt sich dann sofort zum edlen Ritter auf und beschützt die Herzensdame. Alles super, oder nicht?

An dieser Stelle unterbreche ich die Bilder, die jeder meiner Leser sehen kann. Woher nun stammt das Bild der schwachen Frau? Liegt es wirklich nur an der geringen Größe? An zehn Prozent weniger Muskeln und dem kleineren Herz? Ist Testosteron zum Schutz der Welt wirklich so viel besser?

Es gibt eine kirchliche Studie, die Feministinnen tief Luft holen lässt. Männer sind demnach stark, leistungsbewusst, dominierend und logisch denkend. Frau dagegen ist gefühlvoll, gepflegt, erotisch, und gesellig. Das ist eine solch absurde Charakterisierung, als hätte es die Frauenbewegung nie gegeben.

Zwar fehlen mir die Muskeln, aber die brauche ich zur Stärke nicht. Und leistungsbewusst, dominierend und logisch denkend, war ich schon immer. Was macht das nun aus mir? Trotzdem bin ich ganz Frau, gefühlvoll, gepflegt, erotisch, und gesellig. Und manchmal bin ich eine Zicke. Aber schwach bin ich nie.

Nicht nur mir hat sich die Frage gestellt, wovor Männer (ihre) Frauen eigentlich schützen wollen. Die Antwort ist einfach: vor anderen Männern. Oder sieht das jemand anders? Der Komiker Louis C.K hat es in einem Video gut auf den Punkt gebracht. Viel Spaß dabei. Ich zumindest habe gelacht. Aber ich gehe auch nicht mit Männern aus.