Zum Abschied sag ich leise tschüss

„Nichts ist für die Ewigkeit“, hat eine Band gesungen, „Ein jegliches hat seine Zeit“, die Bibel einst gesagt.
Und die Zeit des Abschieds ist gekommen. Es ist vorbei, wir brechen auf.
Monate der Freude liegen hinter mir. Monate voller Elfenglück.
Was bleibt ist die Erinnerung, was bleibt sind bunte Bilder.
Nichts ist für die Ewigkeit, nichts bleibt wie es war.

Es ist Donnerstag, der 28.August 2014. Ausnahmsweise lacht die Sonne. Ein Novum an diesem Tag.
Mein Blick ist verschleiert, öde wirkt die Welt.
Yuki kann mir kaum in die Augen schauen, zu emotional ist dieser Moment.
Wir steigen in den Wagen. Die Nachbarin grüßt, auch sie wirkt bedrückt.
Ahnt sie unsere Pein?

Schweigend und tief in Gedanken fahren wir zu unserem Termin.
Ja, die Welt hat sich gewandelt und Menschen erfinden sich jeden Tag neu.
Treu für immer, nur ein schönes Wort?
Rasant nach vorn im gleichen Schritt. Ganz ohne Pause. Kommt wer mit?
Gefühle auf der Überholspur. Sind sie uns davon gefahren?
Das Ende aller Zeiten naht.

„Was machen wir denn jetzt?“, will Yuki wissen. „So geht das doch nicht!“
Und aus der Tiefe des Herzens steigt die Qual ans Tageslicht.
Ein Kloß sitzt mir im Hals. Zum ersten Mal seit Jahren fehlen mir die Worte.
Dann macht es klick in meinem Hirn.
Ich schalte um auf Logik und Yuki greift nach meiner Hand.
Halt mich fest für immer!

„Dich hätte ich geliebt“ erklingt ihre Elfenstimme. „Dich so geliebt. Durch dich wär groß ich. Hätte meinen Namen man einst genannt, ich hätte deinen mehr dem Staub entrissen. In das Firmament ihn ehern brennend. Dem Titanen gleich, der Kraft sich an der Erde Brüsten holt, wär deinem Leibe immer ich genaht. Nun muß ich dich mit bittrem Schweigen nennen. Wie ist mir trocken um das Herz geworden. Gelöscht ist alles, und wenn ich dich sehe, fehln mir die Worte. Nur Alltäglichkeiten noch mag ich reden. Säh ich dich nicht mehr! Du hättest mich zu einem Kind gemacht um einen deiner Küsse. Ungeweint nun brennen mir die Tränen tief im Herzen, wie Salz in offnen Wunden beißt und brennt.“

Yuki macht eine kurze Pause und schaut mich an.
„Georg Heym?“, frage ich und sie nickt.
„Das war aus  – Die Zeiten schlagen ihre Bücher zu -, ein, wie ich finde, wunderbares Gedicht.“
„Auf jedes Ende folgt wieder ein Anfang, auf jedes Äußerste folgt eine Wiederkehr“, zitiere ich den chinesichen Philosophen Lü Buwei.
„Und wie soll das gehen?“, will Yuki wissen. „Ich fühle mich total schlecht! Muss denn immer alles so schnell enden?“
Wenn Elfen weinen, bleibt kein Auge trocken.
Hat wer ein Taschentuch für mich?

Mein Gasfuß zuckt, die Radar App schlägt Alarm. Notgedrungen muss ich langsam fahren.
Tausend Dinge gehen mir durch den Kopf. Bunte Fragmente aus besseren Tagen.
Wir reden, aber unsere Laune wird nicht besser. Emotional zerrüttet erreichen wir unser Ziel.
Düstere Mauern warten schon. Ein letzter Gang, ein letzter Blick.
Nun heißt es also Abschied nehmen.

Yukis Vater ist ebenfalls erschienen. Keine Miene regt sich in seinem Gesicht.
Wortlos blättert er in Papieren. Kalte Fakten, Beweise der besonderen Art.
„Die Schlüssel“, verlangt er knapp und legt sie auf den Tisch.
Ich hole tief Luft und nehme Yuki in den Arm.
Tschüss Z„, sage ich leise, die Zeit war schön mir dir.“
Nichts ist für die Ewigkeit, nichts bleibt wie es war. Nur Biest und Elfe bleiben für immer ein Paar.
Was bitte habt ihr denn nun gedacht?

In Wolfs Büro bekommen wir einen neuen Schlüssel, einen Wagen für den Übergang. Es ist ein alter Bekannter, der RS 6 und der hat nun knapp 800 PS.
„Auf jedes Ende folgt wieder ein Anfang, auf jedes Äußerste folgt eine Wiederkehr.“
Frech nimmt mir Yuki die Schlüssel ab.
„Ich fahre“, sagt sie bestimmt. „Du musst jetzt schreiben.“
Und genau das habe ich gemacht.

Die Geschichte geht noch weiter. Nur nicht an diesem Tag. Und in die Zukunft blicken kann ich nicht. Aber ohne „Z“ fehlt mir was.

Der Ölprinz

Bedient mit „Q3“ und „370Z“ wollte ich eigentlich keinen weiteren Autotest mehr machen. Aber manchmal kommen die Dinge anders. Und Tuning ist nun mein neuer Nebenjob. Dazu in Kürze mehr. Zwar habe ich keine Ausbildung auf diesem Gebiet, aber auch keine Hemmungen, um selbst Hand anzulegen. Und nach einigen Jahren Interesse auf dem Gebiet kann selbst ich schon an getunten Wagen schrauben. Aber ich soll ja nur fahren. Und das kann ich gut. Das Objekt der Begierde ist ein alter Bekannter. Oder besser gesagt, der jüngere Bruder. Warum müssen Autos immer männlich sein?

Audi A6 Avant 3.0 TDI quattro heißt der Wagen. Und er ist strahlend weiß. 313 Diesel-PS schieben den Wagen in knapp über 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Und stolze 650 Newtonmeter pressen den Fahrer in den Sitz. Aber das ist Serie und voll langweilig, wie Wolf grinsend erzählt.
Gut gelaunt im Overall steht er neben mir und wedelt mit Papieren.
„Wir müssen der Konkurrenz zeigen, wo der Hammer hängt“, erklärt er mir. „Die hat den Avant schon auf 360 PS gebracht. Aber wir wollen mehr.“
Im Endeffekt ist der 3.0 TDI die Diesel-Variante des RS 6. Zwar mit weniger Technik ausgerüstet, aber das ist manchmal mehr.
„Das wird unser Ölprinz“, prägt Wolf den Titel meines Blogs. Und erklärt mir gleich noch woher der Name stammt.
Wo sind nur all die Indianer?

Wir unterhalten uns über die Tuning-Möglichkeiten und wie man es falsch, oder richtig macht.
Ich spreche Wolf auf die externen Steuergeräte an, die man bei diversen Firmen auch übers Internet erwerben kann.
„Das ist Chiptuning für Arme“, winkt er sofort ab. „Dem richtigen Steuergerät werden durch diese Zusatzboxen lediglich falsche Werte vorgegaukelt und so der Einspritzdruck erhöht. Seriöse Tuner geben sich damit nicht ab.“
„Was genau ist der Nachteil?“, will ich sofort wissen.
„Du veränderst damit die technischen Daten eines Wagens“, erwidert Wolf. „Mehr Leistung, höhere Geschwindigkeit, aber auch höhere Abgaswerte. Und wenn du das nicht eintragen lässt erlischt gleich noch die Betriebserlaubnis. Außerdem ist es Versicherungsbetrug. Von möglichen Schäden an Motor, Getriebe und Elektronik ganz zu schweigen.“
Weniger ist wirklich oft mehr.

„Aber was genau verursacht diese Schäden?“, hake ich nach.
„Die Hersteller von Motoren haben sich etwas dabei gedacht, wenn sie dem Wagen lediglich 300 PS und eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h geben“, erklärt Wolf weiter. Mit solchen Werten hat der Wagen eine hohe Lebensdauer und stirbt nicht den Hitzetod. Außerdem bleibt der Verbrauch im Rahmen. Und das ist wichtig in der heutigen Zeit. Ein Diesel soll bekanntlich sparen helfen. Du fährst dann vielleicht eine Luxuslimousine, aber mit viel weniger Verbrauch dem Benziner gegenüber.“
„Und höherem Preis“, werfe ich ein, was Wolf schmunzeln lässt.
„Ja, das ist leider so“, stimmt er mir zu. „Dabei gibt es dafür keinen Grund. Und früher waren Diesel auch billiger, als Benziner. Aber mit dem Einsatz der Turbos, der enormen Leistungssteigerung solcher Ölprinzen, hat man die Preisschraube kräftig angezogen.“
Er geht mit mir ins Büro und zeigt mir Tests von Diesel-Boliden, die ihren Benzingetriebenen Brüdern locker davon fahren.
„Selbst ein Porsche Carrera S hat gegen den Avant keine Chance. Die Automatik im Audi schaltet wesentlich schneller, als es das Schaltgetriebe im Porsche vermag. Aber nur auf den ersten Metern. Die Endgeschwindigkeit eines Benziners bleibt für den Diesel nur ein Traum.“
Viel Rauch um nichts.

„Wie genau passt ihr denn die getunten Wagen an?“, will ich wissen. „Bei dem RS 6 ist mir das einigermaßen klar. Aber kann man einen Diesel genau wie einen Benziner tunen?“
Wolf lacht und schüttelt den Kopf.
„Das wäre zu einfach,“ erwidert er. „Wir machen unser Tuning unter anderem über eine Kennfeldanpassung im Motorsteuergerät. Dort gibt es immer Spielraum nach oben, der Hersteller reizt den Motor nie ganz aus. Der Vorteil davon ist, dass wir alle Parameter ändern können, das Intervall zur Reinigung des Partikelfilters anpassen und nicht nur am Einspritzdruck pfuschen. Die Abgaswerte unserer Wagen bleiben also im Rahmen und es bilden sich keine schwarzen Rauchfahnen bei Volllast.“
„Und was ist mit dem Verbrauch?“, frage ich. „Der steigt doch bestimmt immens?“
„Nur bei Vollgas“, sagt Wolf. „Oder könnt ihr euch über den Q3 beschweren? Getunte Diesel verbrauchen im Normalbereich sogar bis zu einem Liter weniger, als die Serie. Rufst du die Leistung aber ab, so werden es locker 1 -2 Liter mehr.“
Hat jemand mal ’nen Euro?

„Was ist mit Turbolader und Getriebe?“, setze ich mein Interview fort, zu dem ich mich spontan entschlossen habe. „Halten die eine hohe Mehrleistung aus?“
„Das ist ein guter Punkt, Mayumi“, sagt Wolf. „Und der wird von vielen Tunern gern und bewusst übersehen. Die Mehrleistung wird auch über eine höhere Drehzahl der Turbolader abgerufen, was natürlich auf die Haltbarkeit geht. Halbwegs seriöse Tuner verkaufen Zusatzboxen, die lediglich 25 – 30 PS Mehrleistung und ca. 50 Newtonmeter Drehmoment bringen. Das liegt meist noch im Rahmen von Motor und Getriebe und verursacht in der Regel keine Schäden. Geht aber natürlich auch auf die Lebensdauer. Mehr Leistung heißt auch mehr Verschleiß. Trotzdem sind Schäden nicht die Regel und treten nur bei Billigboxen auf, die zu viel Leistung von dem Wagen fordern. Nur geht es bei guten Boxen meist um Eco-Tuning und einen geringeren Dieselverbrauch. Das klappt nicht immer perfekt. Einige Autohersteller verbauen Motorsteuergeräte, die ihre Zusatzbrüder mehr oder weniger ignorieren. Opel macht das bei einem seiner Eco-Diesel so. Da kommt dann trotz Box nur wenig Mehrleistung an.“
Potzblitz, so was aber auch!

„Bei der ersten Version des RS 6, den ich letzten Dezember fuhr, ist doch lediglich das Steuergerät umprogammiert worden?“, frage ich. „Stimmt das so?“
„Fast“, sagt Wolf, dem es Spaß macht meine Fragen zu beantworten. „Wir hatten das normale Steuergerät gegen ein frei probrammierbares Modell ersetzt. Das hat einiges einfacher gemacht. Aber erst die zweite Ausbaustufe hat den Wagen dann zum absoluten Überflieger gemacht. Aber das weißt du ja bereits.“
„Und das wird jetzt auch in dem Diesel so gemacht?“
Wolf nickt.
„Wir werden auch die beiden Turbolader durch andere Modelle ersetzen. Sonst kämen wir kaum höher als ca. 360 PS. 400 + sollen es aber auf jeden Fall werden. Und um die 750 Newtonmeter Drehmoment. Ob der Wagen das aushält darfst du dann testen.“
Den letzten Satz meint er nicht ernst. Das wird meist auf dem Leistungsprüfstand gemacht. Besteht er den Test schlägt meine Stunde. Dann werde ich den Ölprinz fliegen lassen. Und 250 km/h werden dann nicht das Limit sein.
Nur der Himmel ist meine Grenze.

Ein Zeitsprung. Es ist genau zwei Tage nach dem Gespräch.
Wolf steht vor den Resten des 3.0 TDI und ich direkt daneben.
Das klingt nun schlimmer, als es wirklich ist. Aber der Audi hat einen Getriebeschaden. Bei auf dem Prüfstand gemessenen 410 PS und 760 Newtonmetern, hat die Mechanik versagt.
„Nicht schlimm“, sagt Wolf, während seine Mechaniker sich auf den Wagen stürzen. „Ich hatte es mir fast gedacht. Der bekommt jetzt eine Rennkupplung und ein Renngetriebe. Dann hält er die PS.“
Leider erweist sich auch das als Fehleinschätzung. In diesem Audi ist der Wurm drin, wie ich einige Stunden später von einem betrübten Wolf per Handy erfahre.
„Der Kühler ist geplatzt“, erzählt er mir. „Wir bauen einen anderen ein. Aber das wird bis morgen dauern. Du kannst aber trotzdem vorbei kommen, wenn du willst. Ich habe eine alte Ausgabe des Ölprinzen gefunden. Den kannst du so lange lesen.“
Humor ist, wenn Wolf trotzdem lacht.

Legenden sterben nie

Es gibt Legenden, die niemals sterben. Und Legenden, die erst noch geboren werden müssen. Und ich spreche nicht von meiner ungeborenen Tochter. Dass die großartig wird steht außer Frage. Mit mir als Mutter kein Problem. Ich spreche von einem Auto. Genauer einem SUV. Noch genauer dem neuen Porsche Macan, den wir nun schon eine Weile testen.

Bekanntlich ist der getunte RS Q3 vor einigen Wochen einen allzu frühen Tod gestorben. Wolf und das Team waren dem Fehler auf der Spur und haben ihn nun gefunden. Es lag nicht am Tuning, das war professionell. Ein simpler Materialfehler hat den Schaden ausgelöst. Und das kann immer passieren. C’est la vie.

Bisher durfte ich nicht über den Ersatzwagen schreiben. Das ist ab heute vorbei. Nur was genau Wolf damit angestellt hat, das wird ein Geheimnis bleiben. Ich sehe die Leser schon abwinken und das Gesicht verziehen. Ein Porsche SUV wird es heißen. Das ist doch auch nur ein Q5. Und genau da liegen die meisten Leute falsch.

Klar hat der Macan die Bodengruppe des Q5. Er stammt auch aus dem gleichen Großkonzern. Aber viele Feinheiten stammen von Porsche, das wird der geneigte Fahrer dann schon sehen. Baby-Cayenne wird er von Kritikern abschätzig genannt. Andere bezeichnen ihn liebevoll als Tiger. Yuki und ich mögen den Wagen. Auch, wenn er deutlich größer als der eher schnuckelige RS Q3 ist.

Aber wir sollen ihn nicht mögen sondern fahren. Und das haben wir täglich und ausiebig getan. Im Alltag und auf der Autobahn. Und die Messgeräte liefen mit. Das siebenstufige Porsche-Doppelkupplungsgetriebe ist eine Wucht! Selbst der Audi RS 6 kann das nicht wirklich besser. Nur, dass der in der „Wolf-Version“ schneller ist. Aber wer will schon rasen, wenn cruisen so viel besser ist?

Aber wir dürfen den Macan leider nicht länger behalten. Heute ist der Tag des Abschieds gekommem. Das liegt auch an dem reparierten RS Q3, den wir wieder unser eigen nennen dürfen. Zu Testzwecken versteht sich. Neidische Nachbarblicke inklusive. Aber jetzt muss ich gehen und an meiner Legende arbeiten. Schönes Wochenende ihr da draußen.

 

Die Rückkehr des (Erl)Königs – Teil 3

Wir sind zurück von den tollen Tagen. Und toll waren wir wirklich unterwegs. Nur nicht als Clowns, eher als Heldinnen.
Aber davon werde ich ein andermal berichten.

Es gilt Abschied zu nehmen vom Boliden. Diesmal wird es für immer sein.
Der Audi hat seinen Zweck erfüllt und kommt wieder in die Tuningschmiede. Andere Tester werden ihn jetzt fahren und neue Dinge ausprobieren.
Wir werden ihn nicht wiedersehen.
Aber der Nebenjob hat seine guten Seiten. Wir werden nie mehr ohne schnellen Wagen sein.
Der Toyota steht ab sofort bei meinen Schwiegereltern und ein Audi vor unserer Tür.

Yuki strahlt, als sie den Wagen sieht. Es ist ein roter SUV.
Audi RS Q3 steht auf dem Kühlergrill. Und das ist wieder mal gelogen.
Im Original hat der Wagen 310 PS. Dieser 150 mehr.
Wolf hat ihn uns gebracht.
„Unser neuestes Baby“, sagt er stolz. „Fünf Zylinder, Allrad, 7-Gang Automatik, modifizierter Motor. Und nicht abgeregelt!“
Er grinst bei diesen Worten.
„Aber keine Dummheiten machen, das müsst ihr mir versprechen! Der Wagen ist locker für 280 km/h gut. Eher mehr.“

Wir versprechen es und drehen eine spontane Runde.
Der Wagen hat Kraft satt! Weniger, als der Bolide, aber deutlich mehr, als der meist bidere Rest auf Deutschlands Straßen.
Yuki fährt sicher, aber nimmt einen falschen Weg, was wir ziemlich schnell bereuen.
Die Polizeikontrolle ist schon von Weitem zu sehen. Und das sind keine Dilettanten.
Yuki stöhnt leise auf. „Was muss ich auch über die Theo fahren!“
Mit Theo ist die Theodor-Heuß-Straße in Stuttgart gemeint. Und dort kontrolliert die Polizei gern getunte Wagen.
Wir haben kein Glück an diesem Abend, ein Beamter in Uniform und Warnweste winkt uns heraus.
„Schönes Auto begrüßt er uns. Aber ich glaube damit stimmt was nicht. Papiere bitten und einmal aussteigen, die Damen. Wir schauen uns das genauer an.“

Wir bleiben gelassen und stellen uns neben den Wagen, während sich gleich drei Beamte auf den Audi stürzen.
Neben uns schwitzt ein junger Mann, die Angst steht ihm im Gesicht.
Sein Golf weist erhebliche Mängel auf, er hat so gut wie nichts eingetragen.
Plötzlich röhrt ein Audi heran, der Bolide kommt angeflogen.
Wolf springt aus dem Wagen und geht auf die Beamten zu.
„Darf ich fragen, wo das Problem ist, meine Herren?“, fragt er höflich aber bestimmt. „Meine beiden Mitarbeiterinnen haben einen Termin im Werk. Und an dem SUV ist alle okay.“

„An dem Wagen sind Veränderungen vorgenommen worden“, erklärt der leitende Beamte eisig. „Sie sind der Chef, der beiden Damen? Und was ist das, ist der RS 6 da auch getunt?“
„Das ist unser Job“, erwidert Wolf lächelnd. „Wir sorgen dafür, dass die Serie sicher wird. Und ja, ich bin der leitende Ingenieur des Teams. Gibts nun etwa ein Problem?“
Der Disput geht hin und her. Der Polizist ereifert sich und Wolf bleibt cool und absolut gelassen.
Neben uns bricht für den Schwitzenden die Welt zusammenm, als ein Abschleppwagen kommt und seinen Golf auflädt. So hat er den Abend kaum verplant.
„Viel Glück euch“, murmelt er und greift zum Handy, mit dem er sich ein Taxi ruft.
Lustig ist anders.

„Wir sind keine Hobbyschrauber“, höre ich Wolf mit lauter Stimme sagen. „Was wir machen hat Hand und Fuß und ist vor allem eingetragen. Und diese Reifen-Felgenkombi ist für den Audi zugelassen!“
„Ist sie nicht!“, widerspricht der Polizist.“ „Genau die fehlt in meiner Liste!“
„Ihre Liste ist mir Scheißegal“, erklärt ihm Wolf nun doch leicht ungehalten. „Der TÜV gab seinen Segen, also kein Problem. Und wenn eure Daten nicht stimmen, so ist das nicht mein Problem.“
„Das gibt Ärger“, sage ich auf japanisch und Yuki nickt. „Vielleicht rufst du besser deinen Vater an.“

Die Sache eskaliert, die Polizei ist kurz davor den SUV aus dem Verkehr zu ziehen.
Yukis Vater rettet.
Sehr höflich, aber sehr bestimmt, präsentiert er weitere Papiere.
Die Polizei kommt bei ihm nicht zu Wort, mein Schwiegerpapa kennt sein Metier.
Kleinlaut geben die Beamten nach und stoppen einen Ford.
„Die Rennsemmel!“, entfährt es Yuki.
Erinnert sich noch wer an Dennis?

Nicht ohne etwas Schadenfreude sehen wir zu, wie der nicht sehr große Fahrer noch mehr schrumpft.
Fast habe ich Mitleid mit ihm.
Wolf unterhält sich mit Yukis Vater. Beide wirken unaufgeregt.
„Meidet die Theo bitte“, sagt Wolf. „Ich hatte es euch noch sagen wollen, aber ich kam zu spät.“
„Woher wusstest du eigentlich wo wir sind?“, frage ich.
Wolf grinst und deutet auf sein Handy. „GPS-Ortung“, verkündet er nicht ohne Stolz. „Die Wagen müssen das haben. Gegen Diebstahl. Das ist Pflicht.“
„Wo wollt ihr hin?“, will mein Schwiegerpapa wissen. „Es gibt gleich Abendessen. Ihr kommt doch mit?“
Das ist keine Bitte, aber diesem Mann nehme ich nichts krumm.
Familie ist wichtig.

Ein allerletzter Blick auf den Boliden.
Wolf sieht es und kommt auf mich zu.
„Ich kann dich verstehen“, sagt er mir. „Der Wagen ist Wahnsinn pur. „Aber der RS 3 auch nicht von schlechten Eltern. Und immerhin dürft ihr den eine ganze Weile behalten.“
Wir fahren durch den Abend, die Stadt bleibt schnell zurück.
„Der König ist tot, es lebe der König“, sage ich. „Aus Sechs wird Drei, aber es bleibt bei den Vier.“
„Und du bist meine Nummer Eins“, meint Yuki und gibt mir einen Kuss.
Welche Frau braucht schon einen König, wenn sie eine Elfe hat!

Die Rückkehr des (Erl)Königs – Teil 2

Das Biest

Das Biest

Der ehemalige Flugplatz liegt im milden Sonnenschein.
Sonnenbebrillt gehen wir auf eine Baracke zu.
Techniker und andere Boliden stehen dort. Wir werden schon erwartet.
„Hattet ihr Ärger mit der Polizei?“, will der Chef wissen.
Sein Name ist Wolfgang, kurz Wolf genannt.
Ich kenne ihn, er ist ein Mitarbeiter von Yukis Vater und im gleichen Alter.
„Routinekontrolle“, sage ich. „Haben Sie angefragt?“
Wolf nickt und sein Gesicht verfinstert sich.
„Die suchen nach Ärger“, sagt er. „Jemand hat sie auf uns angesetzt. Wir dürfen vorerst keine Autobahn mehr nutzen zum Test.“

Der Audi ist schnell umgerüstet.
Yuki bewundert einen BMW.
„Was ist das für einer?“, will sie wissen. „Den mag ich, der sieht klein und handlich aus.“
Wolf lacht und will sich kaum beruhigen.
„Das ist der M 235i“, sagt er. „Willst du ihn mal fahren?“
Yuki strahlt.
„Darf ich wirklich?“, will sie wissen.
„Na immerhin bis du du doch auch dafür hier“, scherzt Wolf.
Auch Yuki bekommt jetzt Geld fürs testen. Nur fahren will sie meistens nicht.

„Darf Mayumi mit?“, fragt sie und schaut Wolf bittend an.
Er schmilzt. Niemand kann (m)einer Elfe widerstehen.
Wir drehen eine Runde.
Yuki ist ausgelassen. Sie strahlt und jauchzt und mir wird schlecht.
Besorgt bringt mich Yuki zur Toilette.
Mein Kopf dreht sich und mein Bauch spielt verrückt.
„Mistige Tage“, stöhne ich. „Es ist wieder mal soweit.“
Obwohl ich kaum noch Regelschmerzen habe, hat es mich wieder erwischt. Übelste Krämpfe verderben mir den Tag.
Der Grund ist klar, der Stress der letzten Wochen. Ich habe mich übernommen.

Eine Schmerztablette und Tee wirken Wunder. Eine knappe Stunde später bin ich wieder fit.
„Wir können dann“, sage ich zu Wolf. „Mir geht es wieder gut.“
„Bist du dir sicher?“, fragt er. „Ich lasse dich nicht fahren, wenn du nicht auf der Höhe bist.“
Als Antwort setze ich einen Kick direkt vor sein Gesicht und halte den Fuß dort bewegungslos.
„Oha!“, entfährt es ihm. „Die Karate-Queen schlägt wieder zu.“
Wolf weiß von meinem Sport.
Ich lache und setze den Fuß wieder ab.
„Ach was“, wehre ich ab. „Ich wollte nur zeigen, wie gut es mir geht. Und Regelschmerzen kennt so ziemlich jede Frau. Die bringen uns nicht um.“

Der Audi lauert schon und heißt uns knurrend willkommen.
In kaum mehr als drei Sekunden sind wir auf 100 km/h.
Das Gedicht vom Erlkönig fällt mir ein, während der Wagen vehement nach vorne stürmt. Aber ich benutze eigene Worte, was Yuki zum Lachen bringt.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist Mayumi mit dem Elfenkind;
Der Audi hat die Beiden wohl im Arm,
Er faßt sie sicher, er hält sie warm.

Ach Elfchen, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Spürst Mayumi, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit den vier machtvollen Ringen? –
Oh, Yuki-onna, werden uns die 350 gelingen?. –

„Ihr lieben Kinder, kommt, geht mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich hier;
Manch bunte Blumen sind am Wegesrand,
Meine Mutter gab mir mein rotes Gewand.“

Mayumi, meine Mayumi, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig uns leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Elfenkind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. –

„Wollt, feine Mädels, ihr mit mir gehn?
Meine VW-Töchter sollen euch warten schön;
Meine VW-Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen euch ein.“

Mayumi, meine Mayumi, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Tochter am düstern Ort? –
Mein Elfchen, mein Elfchen, ich seh es genau:
Es scheint der alte Porsche so grau. –

„Ich liebe euch, mich reizt eure schöne Gestalt“;
säuselt es aus dem Zuffenhausener Fnsterwald.
Mayumi, meine Mayumi, der Porsche fasst sich ein Herz!
Erlkönigs Motor dröhnt mit hundert Hertz!

Mayumi grauset’s, sie raset geschwind,
Der Audi fährt schneller als jeder Wind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
Hinter ihm der Porsche und der ist tot.

Das Problem bei solchen Wagen sind die Reifen. Daher ist bei vielen Modellen schon bei 250 km/h Schluss. Beim Audi sind auch die Reifen nicht von der Stange. Ihr Preis ist utopisch und wird hier nicht genannt. 347 km/h stehen am Ende für uns zu Buche, ein absoluter Bolidenrekord. Wahnsinn pur, Leidenschaft in Stahl gepresst. Der Wagen kann noch schneller, aber das halten die Reifen nicht mehr aus.

Das Team ist ausgelassen und mir gehts wieder richtig gut.
Die Rückkehr des Königs ist gelungen. Machtvoll glänzen seine Ringe. Und das nicht nur unter Erlen. Noch auf dem Flugplatz schreibe ich diese Zeilen, um dann mit meiner Elfe nach Hause zu eilen. Gehabt euch wohl ihr holden Narren und fahrt langsam mit eurem eigenen Karren. Nach Karneval bin ich zurück. Bis dahin genieße ich mein Eheglück.

Die Rückkehr des (Erl)Königs – Teil 1

Das Biest

Das Biest

Es ist Rosenmontag, Tag der Narren, freie Zeit. Für mich ist Arbeit angesagt und auch jede Menge Spaß. Ein neuer (Neben)Job, aber davon später mehr.
Yuki schläft noch, als ich in den Toyota steige. Eine Stunde später bin ich wieder da. Gut gelaunt und voller Tatendrang. Aber nicht allein.
Es gibt Frühstück, meine Elfe weiß Bescheid. Sie freut sich auf unser neues Abenteuer, auf einen schnellen Tag.

Der Bolide ist zurück!
Geduckt steht er vor unserer Tür. Rot und fast schon diabolisch lächelnd.
Ich darf endlich sagen, um welchen Wagen es sich handelt. Nur zu kaufen ist er nicht.
Vier Ringe der Macht zieren den Kühlergrill. Das „RS“ ist dabei Nebensache und gelogen ist es auch. Was vor mir steht ist ein Wolf im Schafspelz, ein schlafendes Ungetüm.

An diesem Audi RS 6 ist fast nichts mehr original.
Um Gewicht zu sparen, hat man Motorhaube, Kotflügel und Heckklappe aus Kunststoff verbaut. Im Dezember war er noch ein Prototyp. Ein erster Test. Nun ist der Wagen gereift, erwachsen geworden. Die Leistung des V8 ist nicht mehr nur durch einfache Manipulation des Steuergerätes verändert worden.
Unter der Haube werkeln nun auch verstärkte Kolben, ein neuer Bi-Turbo und andere Leckereien. Stichwort Downpipe mit Edelstahlkatalaysatoren. Aber wer kennt das schon.
Satte 750 PS bringt der Wagen auf die Straße. Und das ist schon ziemlich verrückt.
Und nein, es ist kein „Roter Abt.“

Straßenjet hat den Boliden ein deutsches Revolverblatt genannt. Und das ist nicht gelogen.
Schon der normale RS 6 ist der König der Kombis. Und auf Augenhöhe mit dem Porsche 911.
In unserer Version nichts weiter als ein aboluter Überflieger.
Tuning per Excellence, Feinschliff für eine mögliche (Klein)Serie.
Der Erlkönig ruft.

Erstmalig bekomme ich Geld fürs Fahren, ein familiärer Deal.
Wir können es gut gebrauchen, das Stdentenleben ist teuer.
Die Autobahn zu nutzen ist tabu. Ich darf sie lediglich zur Anreise auf eine stillgelegte Landebahn befahren. Und nur nicht auffallen, hat man mir eingeschärft. Keine auffälligen Überholmanöver, kein Wettrennen mehr.
In Sportschuhen, Cargohosen und Sweatshirts steigen wir in den Wagen. Elegant ist anders. Heute sind wir leger.
Yuki hat natürlich gepackt und vorgesorgt.
„Alles dabei“, sagt sie und stopft mir Schokolade in den Mund.
Wisst ihr jetzt warum sie mich „Dicke“ nennt?

Die Bestie erwacht und zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht. Selbst der Golf R klang nicht so schön. Der V8 ist Musik in meinen Ohren, ich bin in meinem Element.
Der Postbote dreht sich nach dem Wagen um. Fassungslos starrt er uns an.
Der Audi zischt an ihm vorbei. Noch träge und unausgeschlafen. Wach sein ist anders.
Auf der Autobahn bin ich ungewohnt brav unterwegs. Mittel- und Oberklassewagen ziehen locker an uns vorbei.
„Schnecke“, hänselt mich Yuki.
Wie sie das wohl meint?

Ein tiefschwarzer Mercedes setzt sich hinter uns. Autobahnpolizei! Ich kann sie riechen.
Wie aufs Stichwort geht das Blaulicht des Wagens an. Ungewohnt im Innenraum, auf dem Amaturenbrett.
Der Wagen zieht vorbei und setzt sich vor uns. Der Beifahrer hält eine Kelle mit der Aufschrift „Polizei“ aus dem Fenster und lotst uns zum nächsten Rastplatz.

Yuki ist besorgt.
„Was wollen die von uns? Wir waren nicht zu schnell!“
„Keine Ahnung, Elfchen“, sage ich. „Aber wir werden es gleich sehen.“
Angst habe ich keine, was soll mir schon passieren?
Auf dem Rastplatz steigen die Beamten aus und kommen auf uns zu.
Einer ist schon älter, der väterliche Typ.
Sein Kollege ist deutlich jünger. Wache Augen mustern uns.
Ich stoppe den Motor und lasse die Scheibe nach unten gleiten. Meine Hände bleiben am Lenkrad und deutlich sichtbar.
Der Tatort lässt grüßen.
„Allgemeine Verkehrskontrolle“, sagt der ältere Beamte. „Ihre Papiere bitte.“

Ohne Hast reiche ich Führerschein und Fahrzeugschein aus dem Fenster und fühle die Blicke des jungen Beamten auf mir.
Unverhohlenes Interesse spricht aus diesen Augen, die Gier nach der exotischen Frau.
Das bin ich gewohnt. Neu ist anders.
Problemlos halte ich seinen Blicken stand und zwinge seine Augen nieder.
„Verloren, Herr Polizist“, denke ich und zeige ihm ein leichtes Lächeln.
Ich schätze ihn auf Ende Zwanzig. Generation Handy, gegeltes Haar.
Gefahr geht von ihm aus. Auf ihn muss ich besondes achten.

Der Vatertyp ist mittlerweile am Funkgerät und wird dort vermutlich einen Abgleich der Daten machen.
Nach einigen Minuten ist er zurück.
„Sie sind nicht die Besitzerin des Wagens, Frau Landar“, stellt der Beamte fest. „Darf ich fragen wohin Sie damit wollen?“
„Ich bin Testfahrerin“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Wir sind auf dem Weg, um Leistungsdaten auszuwerten.“
„Aber nicht auf der Autobahn!“, blafft mich der junge Beamte an.
Er will noch etwas sagen, aber sein Kollege hebt mahnend die Hand.
„Im Handschuhfach liegen entsprechende Papiere“, fahre ich fort. „Möchten Sie die sehen?“

Synchronnicken der Beamten. Olympisch gäbe das die Goldmedaille.
Yuki reicht mir die Papiere, die ich dem Beamten gebe.
„Wir müssen die Angaben im Fahrzeugschein überprüfen“, erklärt er mir. „Reifengröße, Felgen usw.“
„Nur zu“, sage ich und grinse innerlich.
Zum Glück hat der Wagen jetzt Winterreifen. Ohne wollte man ihn nicht mehr auf die Straße lassen.
Wie schnüffelnde Hunde schleichen die Beamten um den RS 6. Fehlt nur noch, dass sie das Beinchen heben.
„Öffnen Sie bitte noch die Motorhaube“, fordert mich der Vatertyp auf. „Wir müssen auch dort nachsehen. Und steigen Sie bitte aus und stellen sich neben den Wagen.“
Mein Widerwille ist längst erwacht, aber ich kann mich gut beherrschen. Streit mit der Polizei führt zu nichts.

Mehr als zehn Minuten vergleichen die Beamten Daten, die sie von einem Netbook ziehen.
„An dem Wagen ist ja nicht mehr viel Serie“, stellt der Gegelte fest. „Sie können von Glück sagen, dass da alles eingetragen ist.“
„Ich teste ihn nur“, erwidere ich. „Und bringe ihn von A nach B.“
„Wie schnell ist der Wagen?“, fragt der Vatertyp wie beiläufig. Ein Trick, den ich sofort durchschaue.
Mein japanisches Lächeln verwirrt ihn.
„Um das herauszufinden sind wir zu dem Testgelände unterwegs“, sage ich. „Dort wird der Wagen auf Spezialreifen umgerüstet und die Geschwindigkeit gemessen.“
Der Gegelte giert Yuki an.
„Und wer sind Sie“, will er von ihr wissen. „Sind Sie auch Testfahrerin?“
Yukis Blick spricht Bände.
„Nein“, sagt sie leise. „Ich bin Frau Landars Ehefrau.“
Yuki, meine Heldin!

Die Beamten sind verblüfft, Schweigen breitet sich aus.
Der Vatertyp räuspert sich, er ist deutlich verlegen.
„Na ja, alles in Ordnung soweit“, brummelt er. „Aber lassen Sie sich bitte nicht zum Rasen verleiten. Ich weiß, dass solche Wagen gern dafür genommen werden.“
Er zögert kurz, während der Gegelte uns mit verächtlichen Blicken straft.
Wieder zwinge ich seine Augen nieder.
„Mein Sohn fährt einen Audi TT“, erzählt mir der Vatertyp stolz. „Aber der ist mit diesem Teil nicht zu vergleichen. Gute Fahrt und frohen Karneval.“
„Vielen Dank“, sage ich. „Haben auch Sie einen angenehmen Tag.“

Die Fahrt geht weiter. Diesmal ohne Vollgas, dafür mit Bedacht. Aber davon beim nächsten Mal mehr.