Das Leben ist (k)ein Film

Leben ist eines jener Worte, die kluge Köpfe heiß laufen lassen. Leben, das haben wir. Weil wir sind. Über das Leben haben richtig kluge Köpfe lange diskutiert und noch viel mehr geschrieben. Die Wissenschaftler der NASA, haben Leben so definiert:

Das Leben ist ein chemisches System, das immer eine stoffliche Grundlage hat und über die Fähigkeit verfügt sich seiner veränderlichen Umwelt anzupassen. Durch Mutation verändert sich das Erbgut, das so neu gemischt und weitergegeben wird. 

Menschen gestalten ihr Leben selbst. So, wie Regisseure einen Film. Und wirklich trägt Leben die Fingerabdrücke eines Films. Die Rollen von Produzenten und Akteuren sind klar vergeben. Aber wer führt Regie?

„Es muss einen Regisseur geben!“, schallt mir die Antwort entgegen. „Nur er kann ein solches Meisterwerk erschaffen.“ Aber was, wenn der Film „Leben“ kein Drehbuch hat. Was, wenn kein Genie hinter all den tollen Szenen steckt.

Menschen brauchen Antworten. Also haben sie danach gesucht. „Was ist ein Tag, warum hat er 24 Stunden? Regen braucht Wolken damit er fällt. Und Milch ohne eine Kuh wird es auch nicht geben.“ Aber wer hat dann die Erde gemacht?

Ja, (Einfache) Menschen brauchen Antworten. Also haben sie ihre Regisseure (er)gefunden. Und schon war alles gut. Also fast. Für eine Weile. Es ist leider so, dass sich die Produzenten der „Himmel GmbH & Co. KG“, auf keinen einheitlichen Namen einigen konnten. Streit war also vorprogrammiert.

Aber vielleicht sind die Produzenten auch nur erfunden. Könnte doch sein. „Blasphemie!“, rufen die Massen, wenn sie solche Worte hören.  „Es kann nicht sein, dass dieses Meisterwerk keine Regisseure hat.“ Aber was wenn doch?

Aber das ist alles nur Satire, liebe LeserInnen. Der Film „Leben“ läuft und ist (k)ein Kassenschlager. Drehbuch? Fehlanzeige! Auch beim Casting hat keiner hingesehen. Die Akteure spielen meist (k)eine große Rolle. Und niemand zwingt sie Dialoge zu lernen. Die werden täglich improvisiert. In Farbe und 3D.

 

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Last Knights – Neue Ritter braucht das Land

Es gibt einige Gelegenheiten bei denen die Feministin in mir schweigt. Als großer Fan von Action-Filmen schaue ich diese Filme mit gewisser emotionaler Distanz. Und es dürfen auch gern Männer die Helden sein. Über die kann ich dann herzlich lachen. Und Artikel schreiben. Wie im Fall von „Last Knights.“

Schon zu Beginn war mir die Story klar, der japanische Regisseur hat sie um „Die 7 Samurai“ und „47 Ronin“ gebaut. Dies gespickt mit finsterstem Mittelalter und einigen durchaus hochkarätigen Stars, schlägt der Film das Machwerk mit Keanu Reeves um Längen. Was auch an König Artus liegt. Respektive Clive Owen, der in dieser Rolle einst brillierte.

Auch bei „Last Knights“ ist er der (finstere) Held. Kommandant Raiden, ein Mann von absoluter Ehre. Und von Ehre verstehen sowohl Japaner, wie auch Koreaner viel, die diesem Film als Statisten dienten. Die Story ist simpel und klar: Ein Lord wird von einem anderen in den Tod getrieben. Raiden ist der Todesengel, der ihn dann auf seine Weise rächt.

Das wars eigentlich schon, viel mehr gibt’s nicht zu sagen. Einige Dutzend Tote, starke Männer und kreischende Frauen. Leider blieben die Charaktere recht blass. Auch, wenn Filmblut gleich literweise über die verzerrten Gesichter spritzt. Und doch zeigt „Last Knights“ die besseren Ronin, was auch an einem Clive Owen liegt.

Der spielt seine Rolle perfekt. Während Keanu Reeves keinerlei Talent zur Mimik hat, könnte Herr Owen auch lachen. Verrmutlich lag es am Skript, das ihm solches verbot. Schließlich haben auch Männer Gefühle. In Form von Tränen werden sie zumindest gezeigt. Das wird in asiatischen Filmen gern gemacht.

Die Kampfszenen sind recht gut choreografiert. Klar, echt ist anders. Und vom Schwertkampf verstehe ich genug, um die Schwächen zu sehen. Immerhin trugen die Recken keine monströsen Schwerter. Die Klingen wirkten eher filigran. Asiatisch eben, wie der Regisseur.

Ich habe den Film gemocht. Er war düster, episch und bringt uns die alten Ritter ins Wohnzimmer zurück. Perfekt ist zwar anders, aber wer außer mir ist das schon? Wer also auf Action und (gefallene) Helden steht, darf den Film gern schauen. Immerhin hat das mit mir auch meine Elfe gemacnt. Tapfer, wie immer. Freche Kommentare inklusive.