Der programmierte Mensch

Die meisten Fernsehzuschauer glauben, dass Unterhaltung wirklich nur reine Unterhaltung ist. Aber der tolle Spielfilm über Liebe, das Ehedrama, diverse Seifenopern, all das folgt einem perfiden Plan. Bedeutende Ereignisse des täglichen Lebens, werden durch das Fernsehen beworben. Der Zuschauer wird konditioniert.

Erreicht wird das durch die Verankerung von emotionalen Szenen im Gehirn. Im Gegensatz zu logischen Fakten, werden Emotionen direkt ins Unterbewusstsein eingebrannt. Und schon sind „wir“ auf einem für die Macher richtigen Weg angekommen. Der Mensch wird ferngesteuert.

Die Emotion als Waffe

Der Trick dabei sind die nicht vorhandenen Filter. Emotionen werden sofort und meist ungefiltert aufgenommen. Ein krasses Beispiel sind Bilder von Kriegen und Flüchtlingsströmen. Immer wieder werden dem Zuschauer verletzte oder tote Frauen und Kinder präsentiert. Schon fließen die Tränen und die Türen gehen auf. Und mit ihnen fallen die natürlichen Grenzen.

Fernsehmacher und Politiker setzen auf Techniken, die Sozialwissenschaftler entworfen haben. Diese Techniken dienen der Kontrolle von großen Menschenmassen, wie sie bei Konzerten oder Sportveranstaltungen zu finden sind.

Zum Teil geht diese Idee auf den Schriftsteller H. G. Wells zurück, der schon vor 100 Jahren von Stadien sprach in die vor allem Männer gehen sollten. Er sprach auch vom sogenannten „Stammesdenken“, das diese Männer verbindet.

Nun ist die Idee der Kontrolle von Massen nicht so neu, wie Wells Biografen und Wissenschaftler meinen. Schon im alten Rom und noch davor, hat es „Brot und Spiele“ gegeben. Gladiatoren kämpften für Kaiser und Volk und angeblich für die eigene Befreiung vom Sklavenjoch.

Dass die meisten dieser Kämpfer nur trainierte Sportler waren, hat man erst vor einiger Zeit herausgefunden. Kein Herrscher konnte es sich auf Dauer leisten ständig neue Kämpfer auszubilden. Und auch die alten Samurai führten lediglich rituelle Kämpfe aus. Das Schlachten begann erst später.

Im Unterschied zu Rom, das zwar groß, aber nicht weltumspannend war, hatte Wells die Vision von Stadien auf der ganzen Welt und einer Sportkultur für alle Männer. Das mag im ersten Moment noch harmlos klingen. Aber die Idee hat ihren Zweck erfüllt. Fast. Gäbe es da nicht Menschen wie die Hooligans, die stets unbelehrbar sind. Aber auch sie sind konditioniert.

Stammesdenken

Das menschliche Stammesdenken resultiert aus grauer Vorzeit. Und noch immer wählen wir unsere Stammesführer. Jene Übermütter oder -väter, die fortan unser Stammesgeschick lenken. Aber ist es wirklich noch unser freier Wille, der uns diese Wahl treffen lässt? Oder werden uns diese Führer nicht auch von einer gebildeten Elite präsentiert.

Nicht jeder Mensch hat den gleichen Intellekt. Die meisten Menschen sind eher durchschnittlich und einfach gestrickt, um es salopp auszudrücken. Und gegen genau diese richtet sich Kontrolle durch Sportkultur. Der Arbeiter wird also nicht mit anderen Arbeitern paktieren, um einen Aufstand anzuführen. Das machen dann die Gewerkschaften im Rahmen fest gesetzter Möglichkeiten. Oder glaubt wirklich jemand, dass ein Streik nicht vorher abgesprochen ist?

Die Welt, wie wir sie kennen, ist anders als sie sich uns täglich präsentiert. Es gibt Eliten die uns regieren und das machen sie meist sehr geschickt. Unterstützt werden sie dabei sehr oft von den Medien, wie man das in Deutschland sieht. Zumindest wer es sehen will. Die Zwangssteuer der GEZ lässt wieder grüßen.

Der Mann, aber auch verstärkt die Frauen und nun auch noch die Kinder, werden täglich neu und weiter konditioniert. Hilflos lauschen sie dem großen Bruder, der in Deutschland eine große Mutter ist. Sie trifft die Entscheidungen, das Volk nickt vieles gläubig ab.

Das ganze Volk? Nein! Da gibt es diesen Stamm der Sachsen, der plötzlich aufmüpfig wird. Und vielleicht breitet sich von diesem Teil Deutschlands eine Veränderung aus, die uns allen zu Gute kommt. Falls wir aufhören in die Glotze zu starren und die dort präsentierten Lügen hinterfragen.

Denn egal ob Ukraine oder Syrien, die Medien haben uns gekonnt belogen. Das gilt ebenso für den Irak und seine Massenvernichtungswaffen, für Libyen und den arabischen Frühling. Wer wirklich die Fäden zieht, ist nicht schwer auszumachen. Vorausgesetzt „man“ macht endlich die Augen auf.

Wenn die Glotze hilflos macht

Zurück zum Stammesdenken, der Sportkultur und den dadurch hilflos gemachten Männern. Hilflos im Sinn von Eigenverantwortlichkeit und scharfem Denken. Man hat ihnen eine Stammesgruppe präsentiert, die wahlweise aus Fußballmannschaften oder Formel 1 Teams besteht und der man(n) bei Erfolgen zujubeln konnte. Oder auch nicht.

Wieder hat man damit den Mensch an seinen Emotionen gepackt. Euphorische Weltmeister denken nicht mehr an morgen. Sie glauben an Mutti und den Weihnachtsmann. Weil der ja auch im Fernsehen spricht.

Gezielt werden über Jahrzehnte Schauspieler eingesetzt, die stets die gleiche Rolle spielen. Sie präsentieren väterlich, was uns steuern soll. Und es funktioniert. Es war im Fernsehen und ist damit wahr. Würde uns der liebe „Vater“ denn belügen?

Nehmen wir die Werbung für Alkohol und Zigaretten. Junge Menschen trinken und lachen. Die kaputte Leber zeigt niemand. Und der Cowboy stirbt trotzdem an Krebs. Aber nur heimlich. Im Film sieht er immer super aus.

Die gleiche Figur wird uns viele Jahre unseres Lebens begleiten und neue und vielleicht kontroverse Themen vermitteln. Die wöchentlichen Talkshows sind ein gutes Beispiel dafür.

In einer Expertenrunde wird eine Meinung gebildet und dem Zuschauer auf dem Silbertablett präsentiert. Er selbst kommt nicht von selbst auf den Gedanken, man hat sie ihm erneut eingepflanzt. „Putin ist böse und Trump gefährlich.“ Haben „die Experten gesagt!“ Aber stimmt das wirklich?

Der konditionierte Mensch ist zunehmend entrechtet worden. Experten haben ihm die Entscheidungen abgenommen. PolitikerInnen führen ihn, WissenschaftlerInnen erklären ihm die Welt. Was bleibt ist Sport und das ebenfalls beworbene Feierabend Bier.

Frühe Radiosendungen und später das Fernsehen, haben stets der Kontrolle der Massen gedient. Wer gut unterhalten wird, der führt keinen Krieg. Es sei denn man heißt Stalin oder Hitler. Beide Seiten haben die Menschen aufgehetzt. Auch das mit Emotionen. „Du Nazi! Du Kommunist!“

Im Fernsehen wird uns gern eine heile Welt verkauft, die so nirgendwo existiert. Und schleichend werden wir mit geschickt in Filmen oder Werbung verpackten Botschaften, auf die nächsten Jahre programmiert. Wer das nicht glaubt und die „olle Japanerin“ nun für völlig meschugge hält, der darf das gern machen. Oder nachdenken. Die Fakten sind noch da.

Das hypnotische Fernsehen und heute das Internet, zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Menschen, die alles glauben, was dort gezeigt und geschrieben steht. Auch meine Worte. Aber die sind nicht gelogen. Es gab und gibt eine Kulturindustrie, die uns „für dumm“ verkaufen will.

Der programmierte Mensch

Der Mensch vergangener Zeiten, hat vielleicht am Herdfeuer und später auf seiner Veranda gesessen und hat sich mit anderen über alltägliche Dinge unterhalten. Wie das Wetter, das ihm noch kein Klimaforscher launig erklären konnte.

Der Mensch im 21. Jahrhundert verliert langsam seine Menschlichkeit. Sie wird vom blauen Leuchten der Bildschirme verdrängt. Dort sitzen wir dann und schauen fern. Was in der Nachbarschaft passiert, das übersehen wir dann nur zu gern.

Wir sind besseres Schlachtvieh für die Eliten, die mit uns alles machen können. Wenn es dann nicht immer wieder Querulanten gäbe, die aus dem System ausgerissen sind. Oder ist auch das alles nur ein Trick, um uns zu verwirren?

Wer russisch kann oder arabisch, wer echte Quellen in der Ukraine, Russland oder Syrien hat, der kennt vielleicht eine andere Wahrheit, als die der (deutschen) Medien.

Der Mensch ist wie ein Computer, den man mit Daten füttert. Beide nehmen sie meist ungefiltert an. Aber wer sich die Mühe macht und den Hintern wieder bewegt, wer nicht nur Staatsfunk und Staatszeitungen als Quelle nimmt, wer vielleicht wieder die Diskussion mit echten Menschen sucht, der kann sich eine eigene Meinung bilden.

Wer kennt wirklich noch seinen direkten Nachbarn und unternimmt etwas mit ihm? Oder ist „der Typ da oben“ nicht einfach nur suspekt? Weil der ja dieses komische Auto fährt und lange Haare hat. Das ist doch alles verkehrt!

Aber wer sich die Mühe macht und ihn kennenlernt, der wird in ihm vielleicht einen Kernphysiker finden. Oder einen Journalisten. Und vielleicht ist sein Aussehen nur ein stummer Schrei um Hilfe. Schüchtern zu sein ist noch immer ein Problem.

Worte können ein System durchbrechen, das Sozialwissenschaftler erfunden haben. Das Problem dabei, die meisten Menschen heutzutage plappern nur nach, was ihnen hochbezahlte Journalisten als Wahrheit präsentieren.

Vielleicht ist es an der Zeit aufzuwachen, die Glotze abzustellen und der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Oder einer Wahrheit, von der es immer mehrere gibt. Vielleicht hebt das die Programmierung wenigstens teilweise auf.

Wir sind die Matrix

Die Alternative sind regelmäßige Updates durch die Eliten, wie sie in der IT-Branche bei Computern üblich sind. Mit ihnen gelingt dann die Veränderung eines ganzen Staates, wie man deutlich sieht. Nur Gutmenschen glauben noch an die Märchenstunde aus Berlin.

Wie Updates und -grades funktionieren, kann man im Fall neuer politischer Strömungen gut sehen. „Das sind braune Horden!“, heißt es schnell. Und „Heil der Antifa!“ Die Masse stimmt natürlich zu, das macht man so im Stamm. Und schon haben die Eliten gesiegt.

Den Mensch selbst trifft dabei keine Schuld. Zumindest wenn er nichts von seiner Programmierung weiß. Er teilt lediglich die ihm eingepflanzte Information mit anderen, denen man sie ebenfalls vermittelt hat. „Die Band ist toll, hast du das Lied schon gehört? Und mein neues Auto hat 400 PS!“

Der Mensch, als Teil des Stammes, will nicht ausgeschlossen sein. Er will Teil des Ganzen bleiben. Aber so funktioniert eigenständiges Denken nicht. Ich für meinen Teil denke anders und que(e)r. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

Einmal aufgewacht, sollten Menschen sich für die Techniken der Propaganda und Werbung interessieren. Noch ist das möglich und die Infos zu finden ist auch nicht wirklich schwer.

Vielleicht sollte man sich auch für Herrn Zbigniew Brzeziński interessieren und seine Rolle in der (amerikanischen) Welt. Und für seine Aussage, dass die Bevölkerung schon bald nicht mehr in der Lage sein werde selbst zu denken. Sie erwarte dann die Meinung von Experten. (Die wir täglich im Staatsfunk sehen.)

Krass ausgedrückt sind wir genau auf diesem Weg. Schon heute gieren die Menschen nach immer neuen Sensationen und vergessen dabei den sozialen Kontakt. Pokemon & Co. ist ein weiteres Beispiel dieser Strategie. Spiele für die Massen, die Verblödung wächst.

Aber vielleicht kann dieser Artikel zumindest einige Menschen erreichen, die dann endlich wieder Dinge hinterfragen und nicht nur stumpfsinnige Parolen wiederholen. Oder um es mit Frau Merkels Worten zu sagen: „Eine Alternative gibt es nicht.“

Japaner und der liebe Dialekt

Nachdem ich bei den spöttischen Weltmeisterschaften in Witzelen, die Titel für feinen Humor und beißenden Spott gewonnen habe, steht mein Telefon kaum noch still. Selbst die Herren Hinz und Kunz wollen ein Selfie mit mir machen. Und die EMMA natürlich auch.

Als bekannteste Auslandsjapanerin der Welt, ist das kein Wunder. Auch DSDS hat schon angefragt. Klar, wenn man so hübsch und talentiert ist wie ich. Das weiß auch der Bohlen. Nur ist bei mir nix zu holen. Das deutsch-japanische Internetradio „Kirschblüte“, hat mich dann doch zu einem Interview verführt, was in nachfolgendem Artikel resultiert.

„Guten Tag, Frau Dr. Landar“, begrüßt mich der Reporter in mittelprächtigem Japanisch und verbeugt sich vor mir.
Skeptisch schaue ich ihn an. Das habe ich schon besser gesehen.
„Wir freuen uns Sie in unserer heutigen Sendung begrüßen zu dürfen“, fährt er leicht verlegen fort und rückt seine Nerd-Brille zurecht. „Wie Sie wissen machen wir eine Reportage über Japan und stellen auch die Frage, warum Japaner so wenig Englisch sprechen. Sie als Multilinguistische Expressionistin können uns bestimmt darüber Auskunft geben.“
Das schreit sofort nach meinem Widerspruch. Dem Typen werde ich was husten!

Ich stelle mich in Pose, wie es Jackie Chan kaum besser kann.
„You’ve gotta be fucking kidding me!“, erwidere ich in breitem US-Slang. „Are you fucking serious about that?“
„Ich meinte doch auch all die anderen Japaner“, beeilt sich der Reporter zu sagen. „Ihr Englisch ist wirklich toll. Und ohne jeden Dialekt!“
„Schleimer“, entfährt es mir prompt und seine Gesichtszüge entgleisen. Das hat er nun davon.
Und der deutsche Sendeleiter schwitzt.

„Japaner verlieren nicht gern ihr Gesicht“, erkläre ich. „Und sie vermeiden Fehler, wenn es nur irgendwie geht. Europäer sehen das als schüchtern an, aber es ist einfach Teil japanischer Tradition. Stellen Sie sich nur vor, dass sie Japanisch lernen und  es im Hörfunk der Welt präsentieren sollen. Würden Sie das tun?“
„Aber ich bin doch Japaner!“, sagt der Mann verlegen. „Nur leider nicht so berühmt wie Sie.“
Ich mustere den Kerl kritisch. Für mich sieht der wenig japanisch aus, er ist eindeutig aus Hawai.
Wie war das mit den Vorurteilen?

„Na wenn Sie schon alles wissen, was wollen Sie dann von mir?“, entrüste ich mich gekonnt. „Dann könnte ich auch Sie interviewen und nach ihrem Englisch fragen. Aber Sie sind ja in Amerika geboren, also zählt das wieder nicht.“
„Also eigentlich stammt meine Familie aus Osaka“, wirft der Reporter ein. „Nur mein Vater ist Amerikaner.“
Was man auch deutlich sieht.

„Manche Japaner können nicht mal richtig japanisch“, sinniere ich und wieder wird der Kerl ganz blass.
Ja, das war richtig böse von mir. Wobei ich gestehem muss, dass Japaner gern über andere Japaner lästern. Wir klassifizieren uns und haben sogar Vorurteile. Wenn sich Japaner treffen regiert meist die Förmlichkeit. Keiner der beiden mag einen Fehler machen. Es wird versucht sich ein Bild des Gegenüber zu machen, indem man auf Sprache, Herkunft und Alter achtet. Nur gelästert wird nie. Das darf nur ich.

Ganz witzig spielt auch die Blutgruppe in Japan eine große Rolle. Egal ob A, B, AB, oder 0, jeder Blutgruppe werden Eigenarten zugeschrieben. Das ist fast so wie bei den Sternzeichen, nur lange nicht so detailliert. Japaner unterscheiden auch, ob jemand in Japan geboren ist und dort lebt. Und auch ich bin abgestempelt, als Auslandsjapanerin. Was mich wenig stört und nur noch interessanter macht.

„Japan als Insel hat es doppelt schwer in Kontakt mit Ausländern zu kommen“, sage ich. „Die jahrhundertelange Abgeschiedenheit, die Shogun-Diktatur, sie haben die Öffnung Japans lange verhindert. Und selbst heute gibt es wenig Gelegenheit, die englische Sprache umfassend zu üben. Außerdem ist sie für den normalen Japaner sehr schwer.“
Der Reporter nickt, das kann er nachvollziehen. „Japanisch selbst ist auch nicht einfach“, gesteht er mir. „Ich habe es erst als Teenager richtig gelernt, da meine Eltern in Deutschland lebten und ich spät zurück nach Japan kam. Auch mein Englisch ist nicht so besonders gut.“
Milde gestimmt nicke ich. Nun wird so einiges klar.

„Ein großes Problem für Japaner sind auch die Buchstaben „R“ und „L“, fahre ich mit der Erklärung fort. „Angeblich können Japaner diese nicht sprechen, was totaler Humbug ist. Wie Sie wissen gibt es diese Laute in der japanischen Sprache nicht. Nur einen Mischlaut, der so ähnlich klingt. Woher also soll der Japaner nun wissen, wie er Christina Aguilera ausspechen soll?“
Der Reporter nickt, das hat er verstanden.
„Chlistina Aguirela“, versucht er sich und scheitert.
Selbst der Sendeleiter lacht. Kein Wunder, der ist aus Franken.

„In meinem neuen Buch „Gebt mir ein(e) R!“, gehe ich näher auf die Problematik ein“, erkläre ich und freue mich wie ein Schnitzel, als der Sendeleiter die Augen verdreht.
Weiß der etwa, dass die BWM S 1000 R ein Motorrad ist? Immerhin kennen sich Franken mit den rollenden R gut aus.
Zumindest der Reporter ist begeistert, als er durch die weiß-blauen Seiten blättert.
„Plivat fahle ich ja Cablioret“, gesteht er mir in „broken English“, wie einst Frau Faithfull krächzte. Und das bevor sie zum „L“ für Lucy Jordan kam.
Aber um (die) Rolling Stones geht es heute nicht. Die fallen nur dem Sendeleiter vom Herz, als ich endlich gehe.
Was der Typ nur immer hat?

Im roten Z gehts zurück nach Hause. Und dort habe ich (m)eine sprachlose Elfe geküsst. Liebe hat ihren eigenen Dialekt.

Generation App

Als Orson Welles im Jahr 1938 das Buch „Krieg der Welten“ als Hörspiel im Radio brachte, brach in Teilen der USA Panik aus.
Viele Hörer glaubten an eine Live-Reportage und einen Angriff von Aliens. Wir aufgeklärten Menschen müssen darüber natürlich lächeln.
Aliens? Wie dumm von Orson Welles. Aliens führen keinen Krieg. Sie müssen auch nicht kommen, sie sind schon lange da!

Ihr glaubt mir nicht? Dann schaut euch einfach um.
Schaut auf die Straßen, in die Busse, in die Schulen. Schaut euch die eigenen Häuser an!
Schaut in die Kinderzimmer, in die Küche. Eure Lieben sind nur noch Schatten ihrer selbst.
Ausgetauscht vor Jahr und Tag. Leere Hüllen ohne Seele.

Yuki glaubt mir nicht. Sie fasst sich an den Kopf und lacht.
Ich werde ihr das Gegenteil beweisen!
Der neue SUV erwacht zum Leben und wir fahren in die Stadt. Unterwegs scheint alles normal zu sein, es ist der übliche Wochenendverkehr.
Wir parken und beginnen unsere Runde.
Aber schon die Innenstadt zeigt ein anderes Gesicht.

Eine schweigende Menge marschiert vor uns auf und ab. Sie sind überall!
Den Blick fest auf eine kleine, oft farbige Box gerichtet, die man auch Handy, oder Smartphone nennt.
Auffällig ist, dass es trotz gesenktem Blick keine Zusammenstöße gibt.
Ich erhasche einen Blick auf ein Display. Dort ist wirklich ein Stadtplan zu sehen, der die Besitzerin leitet.
„Stadtplan-App“, sagt Yuki. „Ist doch ein alter Hut.“

Das muss ich genauer wissen und schaue mir auch die anderen Handys an.
Schwer ist das nicht, wir werden von der Menge ignoriert.
Mich gruselt es, als ich die nackte Wahrheit erkenne.
Die Menschen werden gesteuert.
Nur wer sagt, dass das noch Menschen sind?

Die schweigende Menge macht mir Angst. Und Yuki schaut mich komisch an.
Einsilbig gehen wir in einen Shop und schauen uns bunte Oberteile an.
Die Verkäuferin schenkt uns keinen Blick. Apathisch tippt sie Zahlencodes in ein Gerät.
„Das ist die Preis-App“, sagt sie monoton.
Kann sie Gedanken lesen?

„Die Kassen-App ist um die Ecke“, höre ich sie sagen, als wir fündig geworden sind. „Haben Sie einen schönen Tag.“
Panik überkommt mich, ich muss hier raus!
Die Oberteile sind mir plötzlich egal. Ich fühle mich nicht wohl.
Heute bin ich das Alien in einer mir fremden Welt.
Suchen sie vielleicht schon nach mir?

„Lass uns nach Hause fahren“, sage ich zu Yuki und schaue meine Elfe an.
„Nach links“, sagt Yuki mit gesenktem Blick. „Die Ausgang-App ist wirklich toll. Magst du sie mal sehen?“
Mein Herz steht still, ich bin entsetzt.
„Ja“, sagt Yuki leise. „Wir sind alle gut vernetzt. „Wehr dich nicht länger meine Süße. Komm zu uns. Jetzt. Zur Generation App.“
Ich laufe los, die Menge hebt den Blick.
Nur fort von hier, es gibt kein Zurück.
„Die Supermarkt-App hat Sonderangebote angezeigt“, höre ich Yuki hinter mir rufen.

Ihre Stimme verhallt und macht einem Summton Platz, der sich tief in meine Ohren bohrt.
Ich will schreien, um Hilfe rufen. Aber etwas verschließt meinen Mund.
„Guten Morgen Süße“, höre ich eine silberhelle Stimme.
Es duftet nach Yuki und fühlt sich auch so an.
Erleichtert schlage ich die Augen auf.
„Wir könnten mal den Ton der Wecker-App ändern“, sagt Yuki und lacht mich an.
„Da gibt es weitaus bessere Klänge. Erst gestern habe ich dieses neue Generation App Portal gefunden. Da gibt es supertolle Sachen …“