Der territoriale Imperativ

Einer der größten Irrtümer der Neuzeit, ist die Gleichsetzung von Europa mit der Europäischen Union. Europa, das ist (mehr oder weniger) der Kontinent, auf dem ein großer Teil der EU-Mitgliedsstaaten liegt. Die EU ist ein politisches Gebilde, das eigene Wege geht.

Ja, es gibt durchaus Vorteile, wenn wir uns die Ziele der EU betrachten. Aber ungeschützte Grenzen und der Verzicht auf Souveränität gehört nicht dazu. Natürlich war die Idee der Reisefreiheit toll. Weniger toll, die Aufnahme von Mitgliedsstaaten, die seit Jahren finanziell am Ende sind.

Und hier zeigt sich ein Problem der EU, die der verlängerte Arm der NATO ist. Zumindest wirkt sie teilweise so. Immer mehr Staaten aus dem Osten wollten weg vom großen Bruder Russland und in die (Banken)Sicherheit der EU. Hier konnten sie die reichen Länder schröpfen, was dann salopp gesagt zum Brexit führte.

Natürlich ist die EU wesentlich komplexer, als diese wenigen Worte zeigen. Und diese EU hat ein Problem mit ihren Bürgern, die den Auswüchsen nicht mehr folgen wollen.

Im Gegensatz zu den noch jungen Vereinigten Staaten von Amerika, gibt es viel zu große Unterschiede in der alten Welt. Kultur und Sprache der Europäer, sowie gewisse Antipathien, bestimmen Politik und Miteinander immer noch.

Für die Österreicher bleiben Deutsche die „Piefkes“, den Engländer hat man herablassend „Tommy“ genannt. Die Deutschen, das sind die für die Engländer die“Hunnen“ oder für die Franzosen die „Boche.“ Auch andere Nationen haben Spitznamen, die wenig schmeichelhaft wirken. Schwelt in den Europäern etwa noch der alte Hass?

Es gibt Deutsche, die haben keine hohe Meinung von Polen oder Rumänen. Und die Kriminalstatistik gibt ihnen scheinbar recht. Angehörige beider Nationen sind führend, wenn es um Diebstahl und Einbrüche in Deutschland geht. Der Traum von einem gemeinsamen Europa darf aber kein Freibrief für Kriminelle sein.

Deutschland, Frankreich und England, haben lange als die Achse der EU gegolten. Aber leider haben sich diese drei Brüder niemals besonders gemocht. Eifersüchteleien und Angst vor dem starken Deutschland, haben viel kaputt gemacht.

Aber noch mehr Schaden hat das Europäische Parlament in Brüssel angerichtet. Dieser aufgeblähte Wasserkopf, diese Monstrosität aus Politikern und Beamten, hat zu oft und zu tief in die nationalen Interessen der einzelnen Staaten eingegriffen. Aber die Aufgabe der eigenen Souveränität ist völlig verkehrt.

Aus einem Franzosen wird niemals ein Italiener werden und ein Brite kann kein Pole sein. Vor allem, wenn sie sich nicht einmal sprachlich verstehen. Britische Interessen sind andere, als die von Italienern oder Österreichern. Und Griechenland hat sich mit falschen Zahlen in die EU geschafft.

Die „Vereinigten Staaten von Europa“, sie bleiben eine schöne Illusion. Die EU in ihrer jetzigen Form ist am Ende, das kann, wer es sehen will, fast täglich sehen. Nur die Linken träumen weiter ihren Traum. Und eine Angela Merkel, die sich vermutlich als Präsidentin von Europa sieht.

Aber dieser Traum ist ebenso geplatzt, wie der ihrer ewigen Kanzlerschaft. Und daran sind einige wenige Worte und die folgenden Taten schuld. Mit der Politik der offenen Grenzen, hat sich die Schwäche der EU offenbart.

Europa, die alte Welt, das sind Staaten und Völker, die eine einzigartige Kultur und Geschichte aufzuweisen haben. Auch geprägt von Kriegen und Kolonialherrschaft, von der Ausbeutung der Dritten Welt. Das ist falsch, darüber muss man nicht reden. Ebenso falsch ist die Handlungsweise einer Angela Merkel, die deutsche Gesetze bricht. Aber das hatten wir schon.

Aber nicht nur Merkel ist mit ihrer Politik der offenen Grenzen gescheitert, die ganze EU steht vor dem Aus. Sie sollte so schnell wie möglich wieder zu einem lockeren Verbund verschiedener Staaten werden, der Europäischen Wirtschaftsunion.

Die Macht von Brüssel muss daher ebenso beschnitten werden, wie die einer deutschen Kanzlerin. Unsägliche Rettungsschirme für marode Staatsfinanzen von Mitgliedsländern, der Bankencrash und absurde Entscheidungen, wie das Glühbirnenverbot, haben die EU zur Lachnummer gemacht. Mit leider fürchterlichen Konsequenzen.

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat es treffend formuliert. „Die Europäer werden früher oder später eine effiziente gemeinsame Grenzpolitik entwickeln. Auf die Dauer setzt der territoriale Imperativ sich durch. Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.“

Sloterdijk prophezeit dem Nationalstaat ein langes Leben. „Er sei das einzige politische Großgebilde, das bis zur Stunde halbwegs funktioniere,“ hat er gesagt. „Als lockerer Bund hat die EU mehr Zukunft, als wenn sie auf Verdichtung setzt.“

Die Idee der EU braucht wieder klare Grenzen. Niemand braucht noch mehr Bürokratie. Und vielleicht wäre eine EU minus dem Einfluss der USA und plus Russland als Handelspartner eine bessere Alternative. Wohin uns die Amerikaner führten, war deutlich zu sehen.

Gutmenschen werden das anders sehen. Aber sie werden mit diesem Weltbild krachend scheitern und vor den Scherben des alten Europa stehen, das sich hoffentlich bald auf seine Grundwerte besinnt und seine kulturellen und territorialen Grenzen wieder sichert.