Der Wind in meinen Haaren

Der Wind in meinen Haaren

Während die Narren langsam ihre Masken abnehmen und das graue Gesicht des Alltags wieder übernimmt, werden an anderer Stelle neue Masken angelegt. Natürlich alles unter dem Deckmantel von religiöser Toleranz. Nun sind Religionen von Menschen erschaffen, um andere Menschen zu beherrschen. Aber während man Hinduismus oder Christentum wenigstens als Religion bezeichnen kann, ist der Islam lediglich eine politisch motivierte Ideologie. Wer mit dieser Aussage Probleme hat, der sollte meinen Beitrag nicht lesen. Wie gewohnt nehme ich kein Blatt vor den Mund.

Unter dem Schleier

„Die Verschleierung von Mädchen aller Altersstufen – ein zunehmendes Phänomen in vielen Schulen und sogar in Kindergärten – steht für eine Diskriminierung und Sexualisierung von Minderjährigen“, steht auf der Webseite von Terre des Femmes. Wer nun glaubt dieser Satz beziehe sich auf einen beliebigen islamischen Staat, wird schnell eines Besseren belehrt. Terre des Femmes schreibt über Deutschland!

Aber wie kann das sein, werden sich nun viele LeserInnen fragen, Deutschland ist ein christliches Land, ein aufgeklärtes Land. Dem gegenüber steht die unvermindert anhaltende Masseneinwanderung von zum Teil ultrakonservativen Muslimen, die unter dem Deckmantel „Flüchtlingshilfe“ geschieht. Dem gegenüber steht auch ein Block aus Altparteien, die Deutschland, wie auch „die schon länger hier Lebenden“, ganz offensichtlich aufgegeben haben.

Mein Kopf gehört mir!

Zwar fordert Terre des Femmes ein gesetzliches Verbot des sogenannten Kinderkopftuchs im öffentlichen Raum, aber geht das wirklich weit genug? Was hilft es das Kinderkopftuch zu verbieten, wenn der Zwang weiter für Frauen gilt? Das Problem ist damit nur aufgeschoben. Das Kopftuch ist ein klares Zeichen der Diskriminierung und Unterdrückung der Frau. Vernünftige Feministinnen würden das erkennen. Aber an weiblicher Vernunft hapert es in Deutschland und Teilen der westlichen Welt.

„Das Kopftuch ist nicht einfach ein Stück Stoff. Oder eine Kopfbedeckung wie jede andere auch. Wenn dem so wäre, würde man es genau wie eine Cap oder einen Hut im Dienst abnehmen“, hat Anabel Schunke vor einen Jahr geschrieben und dafür großen Applaus bekommen. Natürlich gab es Anfeindungen von linksgrünen „Frauchen“, deren Eltern zu den 68gern gehören und die im Kopftuch eine Befreiung von Frauen sehen. Diese privilegierten Salonlinken haben keine Ahnung was es bedeutet, unter dem Schleier aufzuwachsen. Wie könnten sie auch, ihre Welt sieht völlig anders aus.

World Hijab Day!?

Am 1. Februar haben Aktivistinnen den World Hijab Day gefeiert und von westlichen Frauen „Solidarität“ verlangt, was übersetzt ein Kopftuch zu tragen heißt. Ich erkläre hiermit jeden Tag des Jahres zum Anti Hijab Day! Werft dieses Stück Stoff denen vor die Füße, die eure Unterdrücker sind. Freiheit sieht nämlich anders aus. #FreeinHijab ist eine Gefahr für alle Frauen dieser Welt. Warum nur will das keiner sehen?

Was hat es mit Selbstbestimmung zu tun, wenn diese Aktivistinnen nur Mustern folgen, die Mann ihnen von Kindesbeinen an aufgezwungen hat. „Denn sie wissen nicht was sie tun“, trifft es vermutlich besser. In vielen muslimischen Ländern wird Frauen die Freiheit verweigert anzuziehen was sie wollen. Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren. Jedes Kopftuch im Westen ist ein Dolchstoß in die Herzen jener Frauen, die in ihrer Heimat für die Befreiung vom Schleier kämpfen.

Freiheit die ich meine

Es ist kaum nachzuvollziehen, wie Frauen anderen Frauen das Recht auf Freiheit absprechen. Sie selbst würden niemals Kopftuch tragen, wo kämen wir denn da hin! Aber eine Muslimin hat natürlich zu gehorchen und darf ihrem Meister willige Sklavin sein. Gehorcht sie nicht, wird sie geschlagen. So steht es im Koran. Die Befürwortung des Kopftuchs ist Ausdruck westlicher Dekadenz und die absurde Realitätsverweigerung einer orientierungslosen Gesellschaft.

„Die Verschleierung von Mädchen ist keine harmlose religiöse Bedeckung des Kopfes. Sie stellt eine geschlechtsspezifische Diskriminierung und eine gesundheitliche (psychische und körperliche) Gefahr dar“, steht auf der Webseite von Terre des Femmes. Aber selbst das lassen Pseudo-Feministinnen nicht gelten. Ihnen ist es egal, wenn verschleierte Frauen niemals den Wind in den Haaren spüren. Von den Gesundheitsrisiken ganz zu schweigen, über die niemand reden will.

Mens sana in corpore sano

Ärzte warnen vor den Gesundheitsrisiken durch Licht- und damit Vitamin D-Mangel. Was eine Verschleierung für die Psyche bedeutet, steht auf einem anderen Blatt. Scheinbar selbstbewusst wird das Kopftuch nur von jenen Aktivistinnen getragen, denen Patriarchen die Freiheit des eigenen Denkens genommen haben. Viele dieser Frauen sind an Körper und Seele krank.

Das Video der 13jährigen Mathilda Lundqvist hat mich tief berührt. „Let the wind blow in my hair“, heißt der Titel, dem ich völlig zustimmen kann. Wer es sich selbst anschauen möchte, darf gern HIER KLICKEN. Während diese Zeilen entstehen bin ich wieder in Deutschland und fühle den Wind auch in meinen Haaren. Was an dem knallroten Flitzer liegt, der vor unserer Haustür steht. Insider werden den Hinweis verstehen.

Der Wind in meinen Haaren

Die iranische Journalistin Masih Alinejad kämpft seit Jahren gegen die Verschleierung, die in ihrem Heimatland bereits für Mädchen ab dem 7. Lebensjahr gilt. In den USA hat sie die Bewegung „My Stealthy Freedom“ gegründet, was soviel wie „Meine heimliche Freiheit“ bedeutet. Ich verlinke an dieser Stelle ihren Youtube-Channel, den sich jeder gern anschauen kann.

Masih Alinejad hat auch ein Buch geschrieben, das übersetzt „Der Wind in meinen Haaren“ heißt. Auf ihrer Webseite wird es beworben, auch diese verlinke ich an dieser Stelle gern. Vermutlich würde Masih einige Dinge anders sehen als ich und nicht jedem meiner Worte folgen. Aber das spielt keine Rolle für Frauen, die auf der gleichen Seite sind.

Die Mission

Ich bin in Deutschland, ich bin den „schon länger hier Lebenden“ noch etwas schuldig. Deshalb bin ich wieder hier. Frauen die Hilfe brauchen, denen Gutmenschen die Freiheit rauben, werde ich zur Seite stehen. Das ist meine Mission in diesen Tagen. Dass ich keine Details beschreibe bitte ich mir nachzusehen. Clever sein heißt auch zu schweigen.

Auch Terre des Femme hat eine Mission, die „Petition DEN KOPF FREI HABEN!“ heißt. Linksgrüne (G)Eiferer werden das als „Nazi!“ abtun, sie kennen schließlich nur die eigene Sicht. Aber niemand muss Angst vor Menschen haben, die nur aus Selbsthass bestehen. Ganz im Gegenteil muss man ihnen die Hände reichen. Alles andere wäre grundverkehrt.

Narrenschiff Deutschland

Die „tollen Tage“ sind vorbei, es ist Normalität im Land eingekehrt. Moment bitte, Normalität? Gut, die Pappnasen liegen zu Hause, aber einige sind noch immer aktiv. Menschen, die Köln als Mythos verleugnen und närrische Schönrednerei betreiben.

Und was ist nicht alles gesagt worden! Selbst Feministinnen haben sich erklärt und den Fokus sofort auf die deutschen Männer gerichtet und wie die mit Gewalt umgehen. Ja, das machen sie. Aber in Köln haben andere gegrabscht.

Das Geschehen in Köln sei ein symbolisches „Gespräch“ unter Männern gewesen, schreiben Dagmar Dehmer und Andrea Dernbach im Tagespiegel. [LINK] Vor allem ältere weiße Männer hätten darauf mit der Urangst reagiert, dass ihnen potente, junge, wilde Fremde, die Frauen wegnähmen. Mit der Aussage „Fremdenfeindliche Frauen hätten in Köln mit falschen Anzeigen reagiert verhöhnen sie die Opfer der Silvesternacht.

Normalerweise ist Frau Dehmer zuständig für die Umweltberichterstattung, besondere Schwerpunkte sind der Klimawandel und die Energiewende. Sie berichtet außerdem über entwicklungspolitische Themen und über Afrika, speziell Ostafrika und Nigeria. (Quelle Tagesspiegel) Wer aber Afrika kennt, der sollte nicht solche Lügen verbreiten. Aber vielleicht haben Umwelteinflüsse ihre Wahrnehmung getrübt. Das kann schon mal passieren.

Andrea Dernbach ist ein anderes Kaliber. Immerhin schreibt sie über Migration, Minderheiten, Bürgerrechte und Geschlechterpolitik. Vermutlich aus einer recht distanzierten Sicht. Oder sie denkt mit dem Schwanz, wie Henryk M. Broder formulierte. Hat der Mann vielleicht recht?

Natürlich versuchen zur Zeit alle politischen Lager, Köln für eigene Zwecke auszunutzen. Und mir graut bei dem Gedanken, die AfD in den Parlamenten zu sehen. Das Prekäre daran: die AfD ist zur Zeit die einzige Opposition gegenüber einer Politik, die immer verlogener und verworrener wird. Aber da wären ja noch „Die Linken“, die Nachfolgepartei der SED. Und in einer fernen Vergangenheit, hat es eine FDP gegeben. Und „Die Grünen“ sind auch nur noch angepasst.

Dieses Schöngerede, dieses abwiegeln, hat System. Der Öffentlichkeit werden nun verstärkt sportliche Ereignisse präsentiert, die den Blick von den offenen Grenzen lenken. Und wirksam zum Auftakt des Karnevals, hat die Polizei (mutmaßliche) islamische Terroristen entdeckt. Wie naiv muss man sein, um nicht die Absicht hinter solchen Aktionen zu sehen.

Wie tief gespalten unsere Gesellschaft ist, wie vergiftet das Gedankengut, zeigt das Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken im Deutschlandfunk. Auf die Frage, ob die Silvesternacht Deutschland verändert habe, antworte Frau Vinken mit folgendem Satz: „Nicht insofern, als es tatsächlich zu mehr Gewalt oder zu einer anderen Form von Gewalt kam und diese schon gar nicht von Flüchtlingen ausging.“ Und da fasse ich mir an den Kopf.

Natürlich hat nun keine Million Flüchtlinge Straftaten begangen. Aber die Marokkaner, Tunesier, Algerier vor Ort! Vierzig Täter hat die Polizei bisher ermittelt. Und auch wenn abgewiegelt wird, nur jeder Vierte habe einen Asylantrag gestellt, woher bitte stammt der Rest? Die wenigsten sind Deutsche, oder werden es. Warum sie noch hier sind? Ihre Heimatländer verweigern die Aufnahme ihrer abgeschobenen Staatsbürger aus Deutschland. Da frage ich mich warum.

Mehr als tausend Anzeigen liegen der Kölner Polizei nun vor. Dabei werden all die anderen Städte gern verschwiegen. Und die jeden Tag stattfindenden Übergriffe. Frau Vinken sieht das etwas anders. Sie spricht von einem Angstszenario, einem Mythos. „Unsere deutschen, milchweißen Frauen und fremde, dunkle Männer.“ Frau Vinken geht dann noch einen Schritt weiter und fühlt sich an den Raub der Sabinerinnen erinnert, der dazu führen solle „dass der Hass durch das Land brause und die Fremden vertrieben werden.“

Der Raub der Sabinerinnen war Fiktion. Köln war echt. Das hat Frau Vinken vergessen. Ich weiß nicht wie und wo diese Frauen leben. Aber sie leben nicht in meiner Welt. Und auch nicht in der Welt von Freundinnen aus Afrika und anderen Ländern, die mindestens so schockiert über Köln wie wir alle sind. Diese Frauen kannten die Gefahr. Ein Grund, warum sie aus ihrer alten Heimat flohen. Warum fragt man diese Menschen nicht?

Bundespräsident Gauck und nun auch unsere Kanzlerin machen erste Versuche eine Katastrophe abzuwenden, die Merkels Willkommenskultur angerichtet hat. Aber was bringen Worte, wenn selbst Politiker uneinig sind und SPD-Minister beim Asylgesetz nicht richtig lesen. Und mit welchem Recht hat Frau Merkel unsere Grenzen geöffnet und uns zur Lachnummer der restlichen Welt gemacht?

Der Journalist Reinhard Müller bringt es in seinem Kommentar in der FAZ auf den Punkt. Zwar habe jeder Mensch seine unveräußerlichen Rechte, die er in einem fairen Verfahren durchsetzen können müsse. Aber er müsse ein Asylverfahren nicht unbedingt in Deutschland durchlaufen und habe weder nach deutschem noch nach Europa- oder Völkerrecht einen Anspruch darauf, nach Deutschland zu kommen, oder in irgendein anderes bestimmtes Land.

Frau Merkel hat genau das vergessen. Ein klarer Rechtsbruch sagen Experten, der ihr nun eine Verfassungsklage beschert. Ausgearbeitet hat sie der Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider, der aber vermutlich damit scheitern wird. Kann ja nicht sein, dass sich eine deutsche Kanzlerin (ver)irrt! Aber irgendwer sollte diese Frau stoppen und ihre wirren Ideen. Deutsche Polizei nun an den Bosporus? Geht’s noch Frau Merkel?

Für eine befreundete japanische Familie, hat die momentane Lage alles geändert. Sie denken laut über eine Rückkehr nach Japan nach. Und das nach fast fünfzehn Jahren in Deutschland. Panik, völlig überzogen, lieber in Ruhe warten, was wann und wo passiert? Nein, nur ihre Sicht der Dinge als JapanerInnen. Denn Fremdenhass macht auch vor Klein Tokio in Düsseldorf nicht halt. Als Fremde in Deutschland darf ich dann nach allen Seiten schauen, hat mir die Frau gesagt. Da wähle sie lieber Osaka.

Aber vielleicht besinnt sich Deutschland und auch die Politik, bevor es zum offenen Bürgerkrieg kommt. Der übrigens schon lange im Szenario ausgearbeitet ist. Ebenso wie mögliche Terrorakte und die Einsatzpläne der Polizei. Das ist Deutschland, liebe LeserInnen. Ein Narrenschiff, das sich selbst versenkt.

Selbst versenkt, haben sich auch Düsseldorf und Mainz. Dort hatte man die Umzüge abgesagt. Angeblich wegen dem Wetter. Aber war das der wirkliche Grund? Nun kann ich nur über Düsseldorf berichten. Ein dunkler Himmel und einige Böen waren die einzig große Gefahr. Und meine gespielt finstere Miene, als wir zum Zuch nach Kölle gefahren sind, um richtig Spaß zu haben. Was haben wir gelacht!

Und damit zieht das Düsseldorfer Mädchen, Mayumi I., ab aus der Bütt und beendet die festliche Rede. Denn heute, am Aschermittwoch, ist alles vorbei. Und die wahren Narren servieren uns wieder Lügenbrei. Darauf ein dreifach donnerndes Alaaf und Helau!

Engel im Faltenrock

Schuluniformen haben in Japan Tradition. Viele (junge) Frauen mögen den Look und tragen sie auch im Alltag nach der Schule. Wer Asiatinnen kennt weiß, dass wir meist 10 – 15 Jahre jünger wirken, als unser europäisches Pendant. Falten, die haben nur die anderen. Wir haben die im Rock.

Auch Yuki und ich sehen deutlich jünger aus. Und mit etwas Nachhilfe gehen wir als Teenager durch. Es ist Yukis Idee sich quasi zu verkleiden, als wir beruflich in Nürnberg sind. Der Termin ist erledigt, wir haben nun Zeit. Weg mit Heels und Hose.

Das Ergebnis ist bombastisch, wir sehen zum anbeißen sexy aus. Auch unser Verhalten ändert sich. Ebenso die Sprache. Nun sehe ich bereits ein Lächeln auf den Gesichtern meiner LeserInnen. „Ja, das ist einfach für euch, als Japanerinnen.“ Und genau das ist es nicht!

Junge Japanerinnen haben ihre ganz eigene Sprache, einen eigenen Dialekt. Kein Erwachsener wird so jemals sprechen. Wir imitieren auch das perfekt und spielen die albernen Touristinnen. Kichernd Hand in Hand. Und das Biest führt die Regie.

Wir fallen kaum auf. Die Menschen genießen die Sonne und eilen blicklos vorbei. Dann werden wir entdeckt. Ein perlenweißes Lächeln schwebt uns entgegen. Braungebrannt ist der Hünenmann. Das Spiel beginnt, der Vorhang öffnet sich. Bühne frei, wer wird gewinnen? Es folgt des Dramas erster Akt.

Wir werden abgeschätzt, ich kann die Bicke fühlen. Der Strahlemann spricht Yuki an. Sofort erkenne ich den Amerikaner, das ist eindeutig kalifornischer Dialekt. Und Pick-Up-Artist ist er auch, das steht sofort fest. Ich wechsle einen schnellen Blick mich Elfchen. Lasset die Spiele nun beginnen.

„Excuse me, Madam“, startet der Hüne. „Do you speak English? I am lost in this City, if you could help me …?“
„Only little English“, piepst Yuki und mimt die Touristin perfekt. „Sorry, we only Tourists in Germany.“
Natürlich verwechselt sie absichtlich „l“ und „r“ und spricht die Buchstaben als Mischlaut aus. Ich lächele immer nur. Die Sphinx wäre stolz auf mich.
„Okay, never mind“, erwidert unser Strahlemann und schaut auf seine Uhr. Plötzlich verzerrt Panik sein Gesicht. „Oh my God! I … i will miss my train!“

Kurz zur Erklärung, was hier passiert:
Der Typ ist ein Profi, ein „Pick-Uo-Artist.“ Absichtlich hat er mich ignoriert und Yuki angesprochen. Der Grund: sie wirkt (noch) mädchenhafter als ich. Indem er mich ignoriert will er mein Interesse wecken. Dumm nur, dass ich die Tricks besser kann als er. Die „Ich habe mich verlaufen“ Methode ist auch ein alter Hut. Ebenso der Blick auf die Uhr und die gespielte Panik. Sie soll das vielen Frauen eigene Helfersyndrom erreichen. Das habe ich. Aber anders, als er glaubt.

„Trainstation over there“, radebreche ich und zeige in Richtung Bahnhof. „We also go train.“
Die Sonne geht im Gesicht des Typen auf. Innerlich sabbernd steht er vor mir. Vermutlich glaubt er sich auf der Gewinnerstraße. Aber Sieger sehen anders aus.
„You saved my life!“, erklärt er mir und schaut sich suchend um. Wieder ist er (fast) perfekt und Elfchen lacht mit den Augen.
„We show you way“, sage ich. „Come please?“
Gemeinsam geht es Richtung Bahnhof. Und George erklärt sich uns.

25 Jahre ist der Bursche. Footballspieler, ist doch klar. Und Germany findet er so toll! Vor allem das deutsche Bier. Dass wir aus Japan sind findet er awesome!
„It’s so nice to meet you“, wiederholt er immer wieder. Er flirtet gezielt und wir flirten kichernd mit.
Ich kann das gut, es ist kaum zu glauben. Und das ganz ohne jeden Dan.
Bei unseren Namen mogeln wir und nennen uns Yoko und Yuko Okamoto, zwei Schwestern aus Osaka. Japan-Kennern wird der erste Name ein breites Grinsen entlocken. Es handelt sich dabei um Okamoto Sensei, eine wirkliche Superfrau des Aikido. Aber woher soll der tumpe Bursche das nun wissen. Oder das ein „Yuko“ auch eine Wertung im Kampfsport ist.
Ist Japanisch nicht supertoll?

Er liebe Japan, verkündet George und geht zum verbalen Angriff über. Japanerinnen seien so supernice. Viel netter, als die US-Bitches. Und außerdem sähen wir auch besser aus.
Es folgen Komplimente, der Schleim tropft literweise. Fast wird mir ein wenig schlecht. Aber die Rolle sitzt. Mein Lächeln auch.
Ich zeige mich fasziniert von seiner stattlichen Figur.
„We also do make Sport“, erkläre ich. „Tameshigiri. It is good to stay in shape.“
George hört kaum zu und zeigt uns lieber seinen Bizeps.
Mann im Muskelrausch. Ob man mehr Hirnmasse auch trainieren kann?

Natürlich bewundern wir seinen Arm gebührend. Albern kichernd, das Klischee lässt grüßen.
Zentimeter, die (nicht!) die Welt bedeuten.
Tameshigiri ist in Wirklichkeit ein Schnitttest mit dem Schwert (Katana). Und eine üble Sache am lebenden Objekt. Aber die alten Samurai haben Klingen auch an Verurteilten getestet. Japan war grausam zu dieser Zeit.
Grausam wird es auch für George, als er uns umarmen möchte. Vorausgegangen sind noch weitere Komplimente und wie gern er uns wiedersehen will.
„I am Single“, lässt er uns wissen und zwinkert dabei. „Maybe we can meet again …“

Abwechselnd lässt er die Blicke schweifen, er zieht uns mit den Augen aus. Plötzlich ist von Abfahrt keine Rede mehr. „Spontan“ lädt er uns zum Essen ein. Yuki und ich tauschen schnelle Blicke. Ist das nun schon der zweite Akt? George blubbert weiter, der Junge will es wissen. Als wir (gespielt) zögern folgt der Handy-Trick, die Einladung zu einer Party. „I gotta go“, lässt er uns nach dem Anruf wissen. „Some friends are having a real good time. Drinks, fun … But wait, why don’t you join us? We will have such a good time!“

Übersetzt ist das nichts anderes, als die Einladung zu einer Orgie. Vermutlich ist George der Jäger und wir sollen die Beute sein. Aber im Drehbuch steht ein anderes Ende. Ob er es lesen mag? Alle Zweifel schwinden, als der Strahlemann von (s)einem Auto spricht. Er parke nur um die Ecke und es seien nur 5 Minuten bis zum Fest. Plötzlich hat er es eilig. Samenstau im Unterhaus? Er macht den gleichen Fehler, den Mann (bei mir) nur einmal macht.

Georges Lügenstory geht noch weiter. Er fällt aus der Rolle. Wir bleiben drin. Aber als seine Hände uns berühren, greifen wir wie auf Kommando zu.
Georges Schrei ist echt. Alle Kraft ist vergebens. Aikido zwingt ihn auf die Knie.
Passanten bleiben stehen und schauen interessiert. Bühne frei, Japan ist zu Gast.
„Listen asshole“, sage ich laut. „Any wrong move and your wrist is history. Do you copy?“
Yuki Kommentar später: „Du siehst zu viele US-Filme. Du hast wie eine Soldatin geklungen.“
Aber genau das bin ich doch. Eine Kriegerin des Regenbogens.

„What do you want?“, presst George hervor. Sein Gesicht ist kreidebleich. „You want money? Take it! Just don’t hurt me!“
„I don’t need your fucking money“, erwidere ich kalt. „I am gonna teach you a lesson. Look at me! Now!“
George dreht den Kopf. Angst glimmt in seinen Augen. Er mag ein Hüne sein, aber kämpfen kann der nicht.
„I am sick of you guys“, sage ich. „You fucking Pick-Up-Artists are a sickness like the Pest once was. You remember what happened to the Pest, don’t you?“
George presst die Lippen zusammen und nickt.
„We should wipe you out as well“, sage ich und überdehne sein Handgelenk noch mehr. „Any last words?“
Es folgt der finale Akt.

George schluchzt wie ein Kind. Ein feuchter Fleck erscheint in seiner Hose. Wenn Mannes Selbstbewusstsein bricht. Wir lassen George los, einige Jugendliche spenden uns Applaus. Bühne frei nun für den Narren. Unser Vorhang aber fällt. Hand in Hand verlassen wir die Szene. Zwei (eiskalte) Engel im Faltenrock. Mag jemand mit uns fliegen?

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Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir haben keinen Streit gesucht. Meiner Frau und mir ging es lediglich um etwas Spaß, zwei „Touristinnen“ in Deutschland. Wir machen das ab und an gern. Incognito im eigenen Land. Menschen wie George (Name geändert) braucht niemand. Vielleicht hat er die Lektion gelernt. Der Ippon zumindest ging an uns.

 

 

Sieg und Niederlage, oder der Lohn der Angst

Wo eine Mayumi ist dürfen auch schnelle Autos nicht fehlen. So auch beim Subaru Newcomer-Cup. Rote und schwarze Sportcoupes fahren um die Wette. Und ich bin mit dabei. Möglich gemacht hat das mein Schwiegervater, als leicht verspätetes Geburtstagsgeschenk. Aber dies wird kein weiterer Bericht über Boliden sein, nicht überall wo Auto draufsteht, ist auch Auto drin.

Wie soll das gehen mögen sich nun manche Leser fragen. Ein Schaf unter lauter Wölfen? Sie werden es zerreißen. Aber weder bin ich ein Schaf noch das vielzitierte Kaninchen, das wie hypnotisiert vor der Schlange sitzt. „Angst ist eine Spiegelung des Wissens um unsere Abhängigkeiten im Leben“, hat eine kluge Frau einst geschrieben. Für mich ist Angst nur ein weiteres Gefühl. Und mit Gefühlen kann ich gut.

Nun gehört eine gewisse Angst durchaus zum guten Ton. Und wer keine hat, ist kein weiterer Held. Nur Narren behaupten keine Angst zu haben. Und eine Närrin bin ich nicht. Vielleicht eine Clownin. So dann und wann zumindest. Aber eine, die viel besser lacht. Und vor allem weiß ich warum.

Das Leben hält eine Vielfalt von Herausforderungen für uns bereit. Aber viele Menschen weichen ihnen aus, sie wollen sich nicht stellen. Eingepfercht in den Käfig ihrer Seele verpassen sie ihr Leben. Aber lieber sitze ich beengt im Cockpit eines schnellen Wagens, als mich hinter verschlossenen Türen zu verstecken. Die bringen mich nirgendwo hin.

Es herrschen ideale Bedingungen an diesem Tag. 23 Grad und kein Regen in Sicht. Die Strecke ist trocken, die Stimmung gut. Ich treffe auf Menschen, die ich sonst nur aus dem Fernsehen, oder Zeitungen kenne. RennfahrerInnen, die mit Autos ihr Geld verdienen. Nur Cindy Allemann leider nicht. Denn die ist wirklich schnell.

Yuki ist aufgeregt. Auch sie trägt einen Rennanzug, auch sie darf fahren. Ihr glaubt doch nicht, dass ich einen Meter ohne meine Elfe mache? Seit wir ein Paar sind, haben unsere Eltern bekanntlich zwei Töchter. Und wo die eine ist, da ist die andere nie weit. Rot und Schwarz sind Farben, die Mann für uns ausgesucht hat. In diesem Fall mein Schwiegervater. Ratet welche meine ist.

Subaru und Toyota haben das Sportcoupe vor einigen Jahren völlig neu entwickelt. Boxermotor und Heckantrieb verteilt auf 200 PS. Subaru BRZ und Toyota GT 86 sind Namen, die unsere Frauenherzen höher schlagen lassen. Aber Angst vor dem Unbekannten ist das nicht. Warum sollten wir die haben?

Mein ganzes Leben lang, habe ich Situationen gekonnt analysiert. Ich weiß genau wann ich wie zu handeln habe. Und lebensmüde mögen andere sein. Auch mein Selbstbewusstsein kennt Grenzen. Und so manchem „Kampf“ weicht man besser aus. Auch das ist dann ein Sieg. Aber was soll in diesen Wagen schon passieren? Ein Überrollkäfig und Airbags machen sie narrensicher. Ha ha, said the Clown.

Das Schlagwort „Mut zum Risiko“, wird meist falsch gedeutet. Unkalkulierte Risiken gehe ich niemals ein. Zwar mag der Alltag oft Risiken bergen, aber es gibt fast immer einen zweiten Weg. Man muss ihn nur erkennen. Geholfen hat mir dabei mein Vater, er hat mich diese Dinge gelehrt. Und das „Buch der fünf Ringe“, von Miyamoto Musashi. Es ist (m)ein Standardwerk.

Die Autos stammen aus keiner Serie, sie sind alle umgebaut. Ein wassergekühlter Kompressor bringt sie auf auf Touren. Aber Leistung kennt keine Grenzen und die Ingenieure waren fleißig. Cosworth-Tuning lässt uns das Rennen mit satten 380 PS fahren. Das ist richtig viel für einen so leichten Wagen. Und 300 km/h Spitze kein wirkliches Problem. Kann mir jemand folgen?

Die Autos beider Hersteller sind baugleich und unterscheiden sich nur in Kleinigkeiten. Ich darf einen Subaru fahren. Schwarzgoldene 18 Zoll Felgen bilden einen scharfen Kontrast zum roten Lack. Und das Lenkrad auf der rechten Seite. Ich bin es auf der linken Seite gewohnt. Aber auch mit der scheinbar falschen Hand lässt sich prima schalten. Und das kann ich in jeder Lebenslage gut.

Der Wagen fährt sich fast neutral, das Fahrwerk ist super abgestimmt. Und driften habe ich gelernt, daran ändert sich auch in Japan nichts. Und vielleicht kann ich das sogar besser, als die Ideallinienfahrer. Denn jeder Drift kostet wertvolle Zeit. Und das sind die kaum gewohnt. Und Kurven gibt es eine Menge. Und auch im Leben geht es nicht immer nur geradeaus.

Es geht an diesem Tag nicht um den Sieg. Spaß steht im Vordergrund. Ich stelle mich einer neuen Aufgabe, die mich fordert. Zögern war noch nie mein Ding. Immerhin dürfen wir auf dem Kurs vor dem Rennen üben, Rechtslenker sind für Europäer dann doch ein Problem. Aber wir haben eine Menge Spaß, das ist die Sache wert. Und die Reifen quietschen.

Need for Speed und Tokio Drift sind Filme, die mich begeistert haben. „Fast“ sind wir dann unterwegs und „furious“ natürlich auch. Meine Elfe ist dicht hinter mir und hat mich einmal überholt. Aber Gewinner sehen anders aus. Immerhin werde ich nicht Letzte. Und auch Yuki kommt gut ins Ziel. Überglücklich fliegt sie in meine Arme. Verloren haben immer die anderen. Wir sind zusammen, das ist unser Sieg.