Kinder des Zorns

Nach Würzburg und München hat sich Deutschland erneut verändert. Der Terror ist endgültig in unserer Heimat angekommen. Medien(vertreterInnen) überschlagen sich, um einem breiten Publikum alles live zu präsentieren. Fast hat man das Gefühl, der Reporter warte nur auf einen Anruf des Bösewichts, um exklusiv den nächsten Mord zu präsentieren.

Was wir in Würzburg gesehen haben, war ein klares Versagen offizieller Stellen. Noch immer ist das Alter des Täters ungeklärt, ob er nun aus Afghanistan oder Pakistan eingereist ist und mit welchem Ziel. Es ist kaum möglich sich innerhalb weniger Tage zu radikalisieren. Dieser Prozess dauert wesentlich länger. Was auch für den (präsentierten) Täter von Nizza gilt, um kurz nach Frankreich abzuschweifen.

Aber nun war München. Und noch während die Polizei nach dem Motiv des psychisch kranken Täters forscht, scheinbar unwissende Eltern befragt und dann doch einen mutmaßlichen Komplizen findet, wird die Stadt Ansbach von einem islamistischen Attentat erschüttert. Auch dieser Täter soll „psychisch labil“ gewesen sein. Und wäre es nicht Bayern, die meist klarere Worte finden, man hätte es der Presse genau so verkauft.

Deutschland im Krieg

Sehen wir der Tatsache ins Auge, dass sich Deutschland im Krieg befindet. Was in Deutschland im späten Mittelalter und nach blutigen Glaubenskriegen, als Reformation seinen Ursprung fand, ist in der muslimischen Kultur niemals angekommen. Dort werden Kritiker noch immer umgebracht.

Der IS und eigentlich dürfte man nicht als Staat von diesen Mördern sprechen, hat allen Ungläubigen den Krieg erklärt. Militärisch mehr oder weniger geschlagen, schicken sie ihre Selbstmordattentäter in die ganze Welt. Zumindest aber ihr ideologisches Gift, das bei jungen Muslimen auf einen dankbaren Nährboden trifft.

Die zunehmende Radikalisierung, das frömmeln junger Muslime, die ihre eigene Identität hinterfragen, sollte nachdenklich machen. Es hilft nichts, wenn der Verfassungsschutz salafistische Hassprediger nur beobachtet, ihre Moscheen aber offen lässt. Als klare Maßnahme müssen solche Orte sofort geschlossen werden, was auch aufgeklärte Muslime fordern.

Dr. Abdel-Hakim Ourghi, der Leiter des Fachbereichs Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, dazu wörtlich: „Moscheen, in denen ein erzkonservativer Islam durch verfassungsfeindliche Predigten zur Radikalisierung beiträgt, müssen durch Gerichte geschlossen werden.“

Der Islam in der Kritik

Liberale und aufgeklärte Muslime, wie Dr. Bassam Tibi und Dr. Abdel-Hakim Ourghi, sind leider noch in der Minderheit. Sie, die klar vor Radikalisierung und Terror warnen, können das so nur im Westen tun.

So winkt Dr. Ourghi nur ab, wenn er Sätze wie „Der Islam gehört zu Deutschland gehört. Ja, sagt er, dass sei Balsam für die in Deutschland lebenden Muslime, um sofort seine Kritik zu formulieren. Dr. Ourghi wörtlich: „Ein Islam ohne Islamkritik gehört nicht zu Deutschland, und ein Islam als Ideologie der Macht ist in Europa zum Scheitern verurteilt.“

Deutschland, Europa, aber vor allem die arabische Welt braucht Menschen, die endlich für Reformen sorgen. Religionsfreiheit hin oder her, wer nur Hass predigen kann, hat in Europa nichts zu suchen.

Dr. Ourghi warnt in diesem Zusammenhang auch vor den konservativen muslimischen Dachverbänden in Deutschland. Diese seien noch meilenweit von einem aufgeklärten Islam entfernt. Vor allem aber repräsentieren sie nicht die wirklich friedlichen Muslime sondern nur eine absolute Minderheit.

Die Kultur der Wut

Was waren die Motive des jungen Münchners, wie werden sie uns präsentiert? Ein psychisch Kranker, der Ballerspiele mochte und nun völlig ausgerastet ist? Oder doch ein Kind des Zorns, ein junger Mensch, der nie ganz in Deutschland angekommen ist. Und davon gibt es leider zu viele.

Eine wirkliche Integration von meist muslimischen Ausländern findet nicht statt, was besonders bei türkischstämmigen zu sehen ist. Das liegt mit am Unterschied der Kulturen, die nicht wirklich kompatibel sind.

Der dänische Psychologe Nicolai Sennels hat sich durch seine Arbeit mit Muslimen ein gutes Bild von deren Kultur gemacht. „Wut, Zorn wird dort als Stärke gesehen“, schreibt er. „Westliche Kulturen sehen Zorn als Schwäche und Wut auszudrücken ist ein Weg, sozialen Status zu verlieren.“

Nicolai Sennels weiter: „Innerhalb der westlichen Kultur wird es allgemein als ein Zeichen von Ehre und Selbstvertrauen angesehen, wenn wir in der Lage sind, Kritik entweder mit einem Achselzucken (wenn wir nicht einverstanden sind) oder mit einem „Ich glaube, Sie haben Recht – Danke, dass Sie mir geholfen haben, mich zu verbessern“ zu behandeln. In der muslimischen Kultur ist es ehrenwert, sich gegen Kritik mit Aggression zu verteidigen und Mut zu zeigen, körperliche Konfrontation zu riskieren – egal ob die Kritik wahr ist oder nicht.“

Kinder des Zorns

Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass die muslimische Kultur ein Gewaltproblem hat. Eigentlich schon immer hatte, was bereits zur Zeit Mohammeds offensichtlich geworden ist. Vielleicht sollte man die drei Attentäter auch vor diesem Hintergrund sehen. Sie haben ihren Zorn, ihre Wut, auf die einzige Weise ausgedrückt, die sie kannten. Mit eben jener zornigen Gewalt, die stets in Mord und Terror endet.

Es fällt schwer zu glauben, dass psychisch Kranke dertart unauffällig sind und niemand etwas von ihren Plänen gemerkt haben soll. Zumindest Eltern oder Geschwister sollten etwas mitbekommen haben. Und was ist mit den Psychiatern? Aber das sind Fragen, die nur die Zeit beantworten kann. Sofern man das gestattet und nicht wieder die Hälfte verschweigt.

Nicolai Sennels findet klare Worte, wenn es um die Unterschiede der Kulturen geht. „Islam kann nicht verteidigen, Islam kann nur angreifen. Aus diesem Grund hören wir nur sehr selten Muslime ihre Religion durch Logik oder Vernunft verteidigen, jedoch fast immer mit Einschüchterung und Gewalt: Es spielt keine Rolle, wer Recht hat, es kommt darauf an, wer der Stärkste ist. Aus der Perspektive der traditionellen muslimischen Kultur ist das westliche Konzept der Ehre unehrenhaft. Es macht, dass wir erbärmlich und ängstlich aussehen, und für eine Religion, die im Grunde imperialistisch und aggressiv ist, ist es eine Einladung zum Angriff.“

Der Terror ist nebenan

Es mutet fast zynisch an, wenn Vertreter aus Politik und Regierung sagen, dass sich Deutschland an den Terror gewöhnen müsse. Die „Welcome Kultur“ wird nun bestraft. Aber vermutlich wird auch das nur wieder schöngeredet. Die Berliner Riege schafft auch das.

Der Täter aus Anbach war Syrer. Sein Asylantrag war abgelehnt, aber er durfte natürlich trotzdem in Deutschland bleiben. Natürlich gibt es Gründe für eine Duldung. Jemanden in ein Kriegsgebiet abzuschieben wäre Mord.

Aber es gibt auch andere arabische Staaten, die im Frieden leben. Nur ist das deutsche Sozialsystem natürlich viel attraktiver, als ein Leben in Nordafrika. Fast könnte man ebenfalls zynisch sagen, dass Deutschland für den Terror bezahlt.

Egal ob nun der Terror politisch motiviert, religiöser Natur oder lediglich die Tat von geistig verwirrten Menschen war, übereifrige PolitikerInnen werden nach den Anschlägen sofort die Messer wetzen und nach mehr Staat und Überwachung plärren.

Mit Sicherheit wird man auch die Waffenbesitzer ins Visier nehmen. Dumm nur, dass die meisten Mordwaffen noch immer Haushaltsgegenstände sind und die wahren Schuldigen in der Regierung sitzen. Aber das hat irgendwie noch keiner so richtig bemerkt.

Liebe liegt in der Luft

„Kann ich Ihnen noch etwas bringen?“, drang die Stimme der Stewardess an Annas Ohr.
Sie schaute auf und in zwei wunderbare Augen.
Ein Lächeln schwebte zwischen den Frauen.
Anna war nicht auf den Mund gefallen, aber beim Anblick der Stewardess fehlten ihr die Worte.
Ein Kribbeln enstand in ihrem Bauch.
„Ja noch etwas Orangensaft bitte“, hörte sie sich selbst sagen.
Sie wusste selbst, wie lahm das klang. Aber mehr brachte sie nicht über die Lippen.

Die Maschine war fast leer. Ein Flug Hamburg – München.
Anna war auf dem Weg nach Hause. Zurück in ihre Berge.
Ihre Tante aus Hamburg hatte gerufen, die weit entfernte Nichte vermisst. Und ein Wochenende mit Tante Marie war immer eine Reise wert.
Die dunklen Augen lagen noch immer auf Anna. Und langsam wurde sie nervös.
Der Orangensaft floß langsam in den Becher. Und wie unabsichtlich streifte die Stewardess Annas Hand.

Anna war lesbisch, aber mit anderen Lesben hatte sie seit jeher ein Problem. Es passte einfach nie.
Vier Beziehungen waren im Sand verlaufen. Und immer waren die Frauen eigentlich heterosexuell und nun wieder bei Mann.
Warum sie sich immer in Heten verliebte, das wusste Anna nicht. Und auch bei der Stewardess war sie sich ganz sicher, dass die eigentlich auf Männer stand.
Nur warum flirtete sie so offen mit ihr? Das wollte Anna wissen.
Tapfer, aber mit wild klopfendem Herz, ging sie in Richtung Toilette. Dort in der Nähe wusste sie die Notsitze, auf denen die Stewardessen oft saßen.
Und Anna hatte recht.

Die Augen der Frauen hielten ein stummes Zwigespräch. Sie hatten sich längst erkannt.
Aber wie flirtet Frau mit Frau?
Anna begann mit einem Lächeln.
„Ist der Flug immer so leer?“, fragte sie. Beim letzten Mal durfte ich auf den Notsitz. Aber das ist schon fast 2 Jahre her.“
„In letzter Zeit sind viele Flüge nicht ausgebucht“, erwiderte die Stewardess. „Die Konkurrenz wird immer größer, Billigflieger überall.“
„Und kein Service, ich weiß“, warf Anna ein.
Die Frauen verstanden sich, sie hatten ihr Thema gefunden.

„Ich hoffe Sie sind mit unserem Service zufrieden“, sagte die Stewardess und versuchte nicht einmal ihr Lächeln zu verbergen.
„Mein Name ist übrigens Alina.“
Anna fühlte erneut das Kribbeln im Bauch.
„Und ich bin Anna“, sagte sie.
Die Minuten verrannen, dehnten sich zur Stunde und Worten, die ihr Ziel erreichten.
Und auch Alina war jetzt nervös.

Ein Signal ertönte, die Landung stand kurz bevor.
Alina sprang auf.
„Sie müssen sich bitte setzen“, bat sie Anna. „Ich habe nach dem Flug frei. Wenn Sie möchten …?
Anna wollte und strahlte Alina an.
Dann sah sie den Ring an ihrer Hand.
Ein Schlag in den Magen hätte kaum schlimmer sein können. Enttäuscht wollte Anna gehen.
„Nein“, hörte sie Alina leise sagen. „Bitte …, es … so ist es nicht. Warten Sie am Ausgang auf mich. Ich möchte gern weiter mit Ihnen reden.“

Anna nahm all ihren Mut zusammen.
„Geh, sie spielt mir dir!“, flüsterte eine Stimme. „Sie  wird dich nur enttäuschen, sie hat einen Mann.“
Aber Anna blieb. Tapfer und doch aufgeregt sah sie Alina kommen.
„Danke!“, waren deren erste Worte. „Ich dachte schon du … Sie …. Ach Mist!“
Beide lachten.
„Du passt schon“, sagte Anna fest. „Worüber magst du mit mir reden?“
„Über alles“, flüsterte Alina. „Über mich, dich. Uns? Wollen wir etwas essen gehen?“
Anna mochte.

Alina lebte getrennt. Das machte sie sofort klar.
„Ich habe mich selbst schon lange gefunden. Nur meine wahre Liebe noch nicht.“
„Und das ist eine Frau?“, wollte Anna wissen. Und versank fast im Boden dafür.
Aber Alina lachte und nahm vorsichtig ihre Hand.
„Ja“, erwiderte sie bestimmt. „Das ist nur eine Frau.“
Wie selbstverständlich legte Anna auch ihre andere Hand auf Alinas schlanke Finger.
„Du bist verrückt!“, flüsterte sie und der Kloß in ihrem Hals begann noch mehr zu wachsen.
„Mit mir und Frau funktioniert es einfach nicht.“
„Jetzt kennst du ja mich“, warf Alina ein. „Lass es uns versuchen?“

Zwei Jahre gingen ins Land. Ein Flug München – Hamburg.
Wieder war die Maschine fast leer.
„Kann ich Ihnen noch etwas bringen?“, drang eine warme Stimme an Annas Ohr.
Sie schaute auf und in die wunderbaren Augen ihrer Frau.
Anna war unterwegs zur Tante. Natürlich kam Alina mit.
Und wieder lag Liebe in der Luft. Für immer.