Wenn aus Frauen Männer werden

In Zeiten sich verändernder Rollen von Frau und Mann spricht man auch gern vom Genderwahn. Vor allem in der virtuellen Welt von Second Life (SL) fällt das besonders auf. Hinter den dortigen Avataren verbergen sich oft genau gegensätzliche Menschen. Männer entdecken ihre weibliche Seite und (lesbische) Frauen werden zu Bois. Nein, das ist kein Tippfehler. Was Boi(s) genau bedeutet kann jeder Interessierte HIER nachlesen.

Nun herrscht in der LGBT-Community of Second Life ein gesundes und durchaus berechtigtes Misstrauen. Viele Männer schleichen sich als Frau in die Szene ein und versuchen Cybersex mit Frau zu haben. Ich kann darüber nur lachen. Aber erlaubt ist, was gefällt. Mir gefällt das nicht. Vor diesem Hintergrund ist der vermutlich größte und älteste Frauen Club in Second Life, „Greek Gold Lesbian Resort (GGLR) dazu übergegangen, einen Voice-Check zu machen. Mitarbeiter des Clubs unterhalten sich mit neuen „Bois“ oder Frauen, um die wahre Identität festzustellen. Mann hat da keine Chance, selbst wenn er per Software seine Stimme verstellt. Das kommt immer raus.

Es gibt aber auch hetero Frauen in Second Life, die männliche Avatare haben. Der Hintergrund ist einfach: Sie wollen ihre Ruhe haben! Vor wem? Vor Mann. Männer in SL haben selten Probleme mit dümmlicher Anmache durch einen anderen Mann. Und die Gay Community ist eher harmlos und manierlich unterwegs. Ich habe in meinen mehr als 5 Jahren dort kaum einen schwulen Mann getroffen. Und wenn doch, war er die Höflichkeit in Person. Ich für mein Teil hatte wenig Probleme mit dem anderen Geschlecht. Vermutlich weil ich mich selten außerhalb der lesbischen Szene bewegte, oder mit Yuki einfach nur auf Entdeckungsreise durch die virtuelle Welt ging.

Aber kommen wir zurück in die reale Welt. Auf meiner Suche nach Lesestoff bin ich heute auf das amerikanische Model Elliot Sailors gestoßen. Nein Elliot ist kein Mann! Auch, wenn sie mittlerweile so ausschauen mag. Elliot Sailors ist eine verheiratete hetero Frau, die mit 30 Jahren zu alt für ihren Model Job geworden war. Dank ihrer markanten Gesichtszüge fiel ihr die Entscheidung dann nicht schwer: In Absprache mit ihrem Mann ging sie zum Friseur und ließ sich einen Kurzhaarschnitt verpassen. Mit eingeschnürter Oberweite, Flanellhemd und Jeans – Stichwort Tomboy Look -, wagte sie den Neuanfang. Und der gelang! Allerdings erst nach einem Auftritt in der TV-Today Show.

Wer sich Bilder von Elliot anschauen möchte wird im Internet schnell fündig. Es gibt sie auf Facebook und diversen anderen Seiten. Selbet der Welt online war sie einen Artikel wert. Dort steht aber nur genau das, was schon anderswo zigfach geschrieben worden ist. Ich bin nicht so der Fan von kurzen Haaren. Vor allem dann nicht, wenn Schwestern diese als Kennzeichen tragen. Yuki und ich haben „lange“ Haare und das bleibt auch so.

Schmunzeln musste ich dann über Elliots Aussage, dass ihr nun da sie als Mann unterwegs sei niemand mehr die Tür aufhält. Wo ist das Problem, Schwester? Ich habe keines damit meiner Frau die Tür zu öffnen, oder sie dann eben mir. Ist halt so bei uns und das ist gut so! Zum Mann werde ich dadurch noch lange nicht.

Sinnlich in der Landwirtschaft – Eine Betrachtung

Der folgende Beitrag trieft vor Ironie. Für Risiken und Nebenwirkungen ist die Autorin nicht verantwortlich

Bei meiner täglichen News Recherche bin ich auf eine Meldung gestoßen, die mich doch etwas verblüfft. Ich lerne, dass der Jungbauernkalender 2014 die sinnliche Seite des Landlebens zeigen soll. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Yuki nimmt mir die Entscheidung ab und prustet los. Immerhin sind es doch recht hübsche Mädels, die im Video auf FOCUS zu sehen sind. Nicht nackt! Immerhin. Und Wert will der Fotograf auch auf das ländliche Umfeld gelegt haben. Die Mädchen posieren dann auch vor entsprechender Kulisse. Ich lerne weiter, dass es diesen Kalender bereits seit einigen Jahren gibt. Die Models haben (angeblich) alle selbst Bezug zur Landwirtschaft, stammen von einem Hof oder arbeiten dort sogar mit.

Ich überlege, wer die Zielgruppe des Kalenders werden soll. Frauenlose (Jung)Bauern? Oder generell nur Mann? Hat der Fotorgraf wirklich im Sinn, das Landleben erotisch darzustellen? Ich bin da skeptisch und halte das Ganze nur für ein cleveres Geschäftsmodell. Nackte Haut verkauft sich nun mal gut. Oder ein Produkt. Warum sonst sieht man/n Frau stets vor Edelkarossen und anderen Luxusgütern meist lasziv posieren? Kauf mich ist die Botschaft. Mach mich reich.

Ich bespreche mich mit Yuki, ob ich diesen Beitrag schreiben soll. Denn Werbung für das Produkt mag ich keine machen. Sie winkt nur ab und nickt. Schreib es, sagt sie und holt den Fotoapparat. Dann fängt sie an Bilder von mir auf dem Sofa zu machen. Ich protestiere! Meine Haare sind noch zerzaust, ich bin noch nicht mal fertig angezogen. Aber Yuki macht weiter, erklärt mir sie schieße die Bilder für den Jungjapanerinnen Kalender. Ihre neue, clevere Geschäftsidee.

Wir fangen beide an zu lachen und schauen das Video zu Ende. Der Akzent der Schönheiten ist zum Teil heftig und passt so überhaupt nicht zum feschen Madl-Bild. Mann wird es nicht stören, er wird nur die Hochglanzbilder sehen. Apropos Bilder. Vor dem Hintergrund des Kalenders gewinnt die Meldung Landwirtschaft auf einen Blick des Statistischen Bundesamtes ganz andere Bedeutung. Ob der Fotograf sie auch gelesen hat?