Die Zehn Gebote des Miyamoto Musashi

Die Zehn Gebote des Miyamoto Musashi

Die japanische Geschichte ist voller Grausamkeit und Gewalt. Zumindest nach dem heutigen Verständnis. Aber für meine Vorfahren war der Tod ein Teil ihres Lebens. Die Geschichte Japans ist in gewisser Weise die Geschichte aller Länder. Auch Deutschland hat eine kriegerische Vergangenheit. Vielleicht liegt in der Gewalt der Schlüssel zu jener Weisheit, die Dichter und Denker den Menschen später offenbarten.

Musashi

Miyamoto Musashi, Japans berühmtester Ronin / Samurai, war Mitglied einer Generation, die oft schon in jungen Jahren auf dem Schlachtfeld verblutet ist. Musashi hat überlebt und keinen seiner vielen Zweikämpfe verloren. Nach damaligen Maßstäben hat er sich dabei unehrenhafter Mittel bedient. Aber wer war dieser Mann wirklich, der zur Legende in Japan geworden ist?

Musashi war kein primitiver Schläger. Sein Nachlass, das Buch Gorin no Sho (Buch der fünf Ringe), dient noch heute als Quelle für Lebensweisheiten und Managementstrategien. Musashis Jugend war hart, der Überlieferung nach, hat ihm sein Vater wenig Liebe entgegengebracht. Dafür hat er ihn im Kenjutsu / Schwertkampf und Jittejutsu unterrichtet. Letzteres ist interessant und erklärt möglicherweise Musashis für damalige Verhältnisse spektakuläre Schwertkampftechnik.

Die Kunst des Kriegers

Jittejutsu ist die japanische Kampfkunst, die japanische Waffe Jitte einzusetzen. Jittejutsu wurde hauptsächlich für die Strafverfolgungsbeamten der Edo-Zeit entwickelt, um eine nicht tödliche Abrüstung und Festnahme von Kriminellen zu ermöglichen, die normalerweise ein Schwert trugen. (Quelle Wikipedia)

Jitte ist keine Waffe im eigentlichen Sinn. Dabei handelt es sich um einen mit einem Griff versehenen Metallstab, der noch einen Haken hat. Ein Bild findet sich bei Wikipedia.

Ich habe das ausprobiert und bin der Meinung, dass Muashis ursprüngliche Schwerttechnik aus Jitte und Katana bestand. Mit der Jitte hat er vermutlich (tödliche) Schläge geblockt und ist dann selbst mit dem Schwert zum (tödlichen) Angriff übergegangen. In späteren Jahren hat er dann ein Kurz- und ein Langschwert eingesetzt.

Die Zehn Gebote

Mein Vater kennt die Niten-Ichiryū-Schwertkampfschule Musashis und hat mir die Techniken beigebracht. Im Unterschied zu normalem Kenjutsu werden zwei Schwerter benutzt. Das kleinere kann man auch werfen.

Ich habe das als Kind gemacht, was meinen Vater zum Schmunzeln brachte. Mayumi „wütend“ war offensichtlich spaßig. Glück für ihn, es handelte sich um ein Plastikschwert. Ein echtes hätte ich ohnehin nicht geworfen. Hier nun Musashis Gebote:

  1. Habe nie arglistige Gedanken.
  2. Übe dich unablässig darin, deinem Weg zu folgen.
  3. Mache dich vertraut mit allen Techniken und Künsten.
  4. Studiere die Wege und Tätigkeiten vieler Berufe.
  5. Lerne in allen Dingen Gewinn und Verlust zu unterscheiden.
  6. Entwickle deine Fähigkeit, Dinge auf den ersten Blick zu durchschauen.
  7. Bemühe dich, das Wesen auch dessen zu erkennen, das unsichtbar bleibt.
  8. Vernachlässige nie deine Aufmerksamkeit, auch gegenüber den kleinsten Dingen.
  9. Halte dich nicht mit nutzlosen Beschäftigungen auf.
  10. Wenn es einen Weg gibt, der zu unbesiegbarem Selbstvertrauen führt, dem Einzelnen alle Schwierigkeiten überwinden hilft und ihm Ruhm und Ehre einbringt, so ist es der Weg des Kampfes.

Rückblick

Meine Vorfahren waren Vasallen des Tokugawa-Clans, der letztlich gegen den Toyotomi-Clan siegreich war. Tokugawa Ieyasu wurde nach dem Sieg zum berühmtesten Shogun Japans. Musashi, der für den Toyotomi-Clan kämpfte, stand also meinen Vorfahren gegenüber.

Vermutlich haben sie sich nicht persönlich getroffen sonst hätte vielleicht keiner überlebt. Musashi ist damals vom Schlachtfeld geflohen und begann seine Wanderung durch Japan. Meine Vorfahren haben weiter dem Shogun gedient. Relativ unspektakulär, wie ich vermute. Wer auffiel, verlor schnell den Kopf.

Ich denke, also bin ich

Vor einigen Jahren habe ich bereits den Beitrag „Das ist Kenjutsu!“ verfasst. Dort findet sich mehr über die japanische Art zu fechten. Noch schwieriger als den Weg der Samurai zu verstehen, ist für Europäer offensichtlich wie Japaner denken. Vielleicht helfen Musashis Zehn Gebote, die auch noch in der heutigen Zeit ihre Berechtigung haben.

Fremdes Japan

Fremdes Japan

Japan, jenes (ferne) Inselreich, ist und bleibt für viele ein magisches Land. Seine kriegerische Geschichte, die Jahrhunderte dauernde Abgeschiedenheit, haben eine weltweit einzigartige Kultur erschaffen. Mein Name ist Mayumi, ich bin ein Teil davon.

„Yumi, wach auf!“, erklingt eine bekannte Stimme. Im Traum öffne ich die Augen und lächelnd steht die Inari vor mir. „Magst du einen Spaziergang mit mir machen?“ Den Wunsch einer Göttin abzuschlagen, ist unmöglich. Ich folge ihr in in die verzauberte Blütenwelt des Frühlings. „Sakura, Sakura“, singt die Inari leise und führt mich zu einem Fluss. „Erinnerst du dich?“, will sie wissen. „Dort haben wir uns zum ersten Mal gesehen. Damals warst du fern von mir, heute bist du wieder Nippons Kind.“

„Bin ich das wirklich?“, frage ich und schaue die Inari nachdenklich an. „Meine Liebe gilt auch einem Land in der Ferne.“ „Dem Land oder doch nur einzelnen Menschen?“, will die Inari wissen. „Schau genau hin. Denk nach, ob sie dich wirklich brauchen.“ Ich blicke zurück und sehe mein jüngeres Ich. Dort ist auch meine Freundin Karin und neben ihr steht Natalie. Wir sprechen und lachen, bis plötzlich dunkle Wolken am Himmel aufziehen. Die Szene wechselt, eine Gruppe junger Männer hat mich umringt. Hasserfüllte Gesichter, wütende Schreie, die Fäuste fliegen. Meine Rippen schmerzen, stöhnend liegt der Anführer auf dem Boden.

Die Bilder verschwinden, ich finde mich in den Armen einer Frau. Ihre Küsse sind heiß, die Hitze der Leidenschaft will uns versengen. Das Gesicht der Frau verändert sich, die Haarfarbe wechselt von Rot nach Blond. Plötzlich erklingt das silberhelle Lachen meiner Elfe, die mich stets aufs Neue verzaubert. Erneut wechselt die Szene, ein fetter Junge steht höhnisch lachend vor mir. Ich liege am Boden, meine Hose ist zerrissen. Die Kriegerin erwacht, hart trifft mein Ellbogen seine Nase, mein Knie raubt ihm die Luft. Die Szenen wechseln immer schneller, die Inari zeigt mir die Vergangenheit.

Stuttgart, Dortmund, Düsseldorf sind Stationen meines Lebens in der Ferne. Die fremde Sprache habe ich gut beherrscht. Deutschland war immer meine zweite Heimat. Plötzlich senken Schneeflocken und Nebel ihren weißen Mantel über mich, die eisige Schönheit der Yuki-onna erscheint im kalten Morgenlicht. Der Nebel teilt sich, wir stehen am Meer. Schiffe liegen im Hafen. „Wir warten schon auf dich“, höre ich. Lächelnd suche ich das Schiff, das meinen Namen trägt. Der Kamikaze bringt mich pfeilschnell an Japans Küste.

Minuten oder sind es nur Sekunden später, stehe ich wieder mit der Inari am Fluss. „Es ist schwierig aber möglich stromaufwärts zu schwimmen“, lässt sie mich wissen. „Einfacher wäre es, wenn du dem Lauf des Flusses folgst.“ Ihre Stimme verweht im Wind und Tomoe Gozen steht nun neben mir. „Yumi-chan“, begrüßt sie mich, „wollen wir ein wenig Schwertkampf üben?“ Mit Japans berühmtester Kriegerin die Klinge zu kreuzen ist kein Spaß. Miamoto Musashi kommt mir in den Sinn, während ich mich konzentriere. „Übe dich unablässig darin, deinem Weg zu folgen“, hat er einst zu seinen Schülern gesagt und ihnen den Weg gewiesen.

Nach dem Verständnis vieler, hat Musashi damit allein den Weg des Schwertes gemeint. Tomoe und ich wissen es besser. „Danke Schwester“, sage ich nach dem Training zu Tomoe, „danke dass du mich erinnert hast.“ Die Kriegerin lächelt, vermutlich haben nur wenige jemals diese Seite an ihr gesehen. Es beginnt zu regnen, aber statt Regentropfen fallen rosa Blütenblätter vom Himmel herab. „Bitte aufstehen Tante Yumi!“, weckt mich Aikos Stimme. Ich strecke die Arme aus und ziehe sie in unser Bett. Vor uns liegt ein neuer Tag, der neue Herausforderungen bringt.

Tomoe Gozen

Yuki-Onna

Inari

Angst ist nur ein Gefühl

Wer von sich behauptet keine Angst zu kennen, den nehme ich nicht ernst. Angst kennt jeder Mensch, Angst ist ein Grundgefühl des Lebens. Angst tritt immer dann auf, wenn situationen als bedrohlich empfunden werden. Aber eine Bedrohung kann vieles sein. Angst vor der Klausur, Angst vor dem Verlust geliebter Menschen. Angst ist also ein Teil unseres Lebens. Nur beherrschen sollte sie uns nicht.

Leider ist genau das immer häufiger der Fall und betrifft nicht selten Frauen. Schon junge Mädchen haben ein falsches Selbstbild und halten sich für zu dick, oder zu dünn. Sie entsprechen nicht der Norm, die andere angelegt haben. Und schon beginnt die Angst. Einmal ausgelöst bleibt sie oft lebenslanger Begleiter und bohrt sich tief in den Verstand.

Die Frau, der Mensch wird stets Angst vor etwas haben. Vor Arbeitslosigkeit und Verlust. Aber auch Männer kennen Angst, wenn auch vermutlich aus anderen Motiven. Letztlich mündet diese Angst aber in Angst vor dem Leben, in einem verlassen des Wohlfühlzone. Und auch das gibt mir zu denken. Was bitte ist mit den Menschen los?

Das Leben ist für mich (m)eine Wohlfühlzone. Ich bin mittendrin statt nur dabei. Verlasse ich diese Zone bin ich tot. Wenn auch nicht im wörtlichen Sinn. Leben bedeutet Glück, Aufregung und Lachen. Aber auch Wut und Trauer gehören dazu. All das sind Gefühle, wie die Angst. Und Angst vor der Angst zu haben, das braucht kein Mensch.

Ein Satz geht mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf. Und das gibt mir zu denken. „Das Leben geht dahin, wo die Angst sitzt“, schrieb eine andere Bloggerin. Eine Kollegin hat genau diesen Satz zu ihr gesagt. Spontan fallen mir die Worte Angststörung und Panikattacke ein. Aber warum haben Menschen diese krankhaft übersteigerte Form der Angst? Darauf habe ich keine Antwort, ich kenne nur Mittel und Wege gegen Angst.

Angst ist nur ein Gefühl, hat ein kluger Mensch gesagt. Und da stimme ich zu. Angst kommt und geht, aber sie ist in meinem Haus kein Dauergast. Wobei ich Angst für mich anders definiere. Nehmen wir die alles entscheidende Klausur. Ich habe gelernt und beherrsche den Stoff. Warum also sollte ich mich fürchten?  Natürlich bin ich aufgeregt, aber Angst ist das nicht. Bei mir ist das eher Ungeduld, ich weiß das Gefühl „Angst“ positiv zu nutzen. Und das kann jeder Mensch.

Ist nun die Angst ein Gegner, den man besiegen kann und muss? Ich kann die Angst nicht endgültig besiegen, aber wie im Aikido ihre Kräfte nutzen. Die Angst lähmt mich nicht, sie motiviert meinen Geist. Ich nutze den Schwung der Aufregung, um meine Ziele zu erreichen. Einen Kampf zu führen, seine Kraft zu verschwenden, das lohnt meist nicht. Aber wie nutze ich die Kraft dieses scheinbar so überlegenen Gegners aus? Geht das überhaupt?

Miyamoto Musashi, Japans größter Samurai hat folgendes in seinem Buch der fünf Ringe geschrieben: „Der Gegner ist als »Ehrengast« zu betrachten. Man muß bereit sein, das eigene Leben als unwesentlich zu erachten und die Furcht abzulegen.“ Wenn die Angst kommt, so nehme ich sie an und stelle mich ihr. Ich erkenne, dass sie keine Macht hat und verharre nicht in Agonie.

In (schlechten) Filmen werden Frauen gern als kreischende Wesen dargestellt, die voller Todesangst erzittern. Von Emotionen getrieben stolpern sie in Panik davon und verlieren im entscheidenden Moment den Autoschlüssel. Ich will die Frau dann packen und rufen „Schwester, bleib doch stehen! Denk nach, atme, nimm den Gegner an. Er ist nicht überlegen, er nutzt nur das Gefühl der Angst. Und das kannst auch du.“

Leben im Hier und Jetzt

Auf etwas zu warten, war noch nie ein Thema für mich . Ausnahmen gibt es natürlich immer, gemeint ist aber das Leben. Ich lebe im Hier und im Jetzt. Gestern ist vergangen und morgen ist ein neuer Tag.

„Früher war alles besser“, sagen manche Menschen. Zwanghaft halten sie an vergangenen Dingen fest. An ehemaliger Liebe, dem ach so perfekten Job. Sie drehen sich im Kreis, statt selbst aktiv zu werden. Witzigerweise immer mit dem Blick auf die Uhr. In einer Stunde haben sie einen Termin beim Arzt, oder müssen schnell bei einer Freundin sein. Dort wird dann wieder auf hohem Niveau gejammert und sich endlos im Kreis gedreht. Und so dreht sich die Spirale des Verlustes immer weiter, vom einen auf den anderen Tag. Das Leben aber spielt sich Hier und Jetzt ab. Nur im Jetzt erleben wir das wahre Glück.

Hauptsächlich Frauen neigen dazu sich selbst die Schuld an einem Verlust zu geben.
Sätze wie „Ach hätte ich doch damals nur,“ prägen ihr gesamtes Leben. Immer sind sie schuld, wenn ihr Partner sie verlässt. Der Zweifel am eigenen Ich überwiegt.
„Bin ich attraktiv genug? Habe ich etwas falsch gemacht?“
Diese Sätze höre ich immer wieder. Und daher manchmal nicht mehr zu.
Die Vergangenheit war gestern. Heute beginnt ein neuer Morgen, heute beginnt ein neues Glück. Aber nur dann, wenn wir unsere Augen dafür öffnen.

Vergangenes kann uns aber auch unschätzbare Dienste erweisen und ein guter Lehrmeister sein. Vorausgesetzt wir sind offen dafür. Nur dann können wir im im Schatzkästlein der Erinnerungen graben.
Und welch kostbare Dinge gibt es dort immer wieder zu entdecken!
Leider schaffen es viele Menschen nicht, mit alten Dingen abzuschließen, oder sie zu einem guten Ende zu bringen. Jahrelang trauern sie einer verlorenen Liebe hinterher und übersehen dabei einen in sie verliebten neuen Menschen. Alte Geister haben Besitz von ihnen ergriffen, der eigene Geist bleibt kalt und verwirrt.
Diesen Menschen möchte ich zurufen: Nicht das Gestern, das Heute braucht dich! Nimm es einfach an.

Ich kenne Frauen, die ihr ganzes Leben auf den nächsten Tag ausrichten. Daran ist nicht grundsätzlich alles verkehrt. Auch ich plane für eine Zukunft, aber mit Bedacht.
Zweifel sind mir fremd. Darüber habe ich bereits geschrieben. Einfach KLICKEN falls es interessiert.

Ich lege Ziele fest und gehe meinen Weg. Aktiv und ohne lange zu verharren. Und das kann jeder machen!
Wieder muss ich Miyamoto Musashi zitieren, den legendären Samurai. Es ist auch sein Buch, das mich immer wieder nach vorn bringt.
Musashi hat seine Gegner studiert und Schwachpunkte sofort erkannt.
So und nicht anderes habe ich das schon immer getan.
BWL war Klasse, aber letztlich auch ein Doktortitel nicht genug. Germanistik / Neuere deutsche Literatur, ein erstrebenswerteres Ziel.
Das bin ich knallhart angegangen und habe es bisher nie bereut.

Das berühmte „Wenn – Dann – Denken“, ist mir stets fremd geblieben. Oder ein „Was, wenn dieses und jenes passiert?“
Was soll passieren, außer sich ständig im Kreis zu drehen und auf der Stelle zu verharren?
Und das ist kein Leben, das ist und bleibt jammern auf hohem Niveau. Viel wichtiger ist es die Chancen des Augenblicks zu nutzen.
Die Zukunft einmal visualisiert sollte auch angegangen werde. So, wie Musashi seine Gegner. Dabei war ihm fast jedes Mittel Recht.
Und sollte es auch bei Menschen der Neuzeit sein.
Wir brauchen keine alten Miefesocken, oder immer nur die Schmutzwäsche von Gestern zu waschen. Und auf jede noch so dunkle Nacht, wird immer ein sonniger Morgen folgen.
Ziele festlegen heißt die Devise. Dann zurück ins Hier und Jetzt und Augen aufs fürs neue Glück.

Viel Glück dabei. Ich weiß, dass ihr es schaffen werdet!

11 Fragen, die das Leben schreibt

Die liebe Perlenmama hat mir 11 Fragen zugedacht, die ich gern beantworten werde.

1. Der perfekte Sonntag Vormittag: wie sieht er aus?

Auf Anhieb fallen mir da mehrere Dinge ein. Das reicht vom lange schlafen, Spaziergang mit Yuki, Frühstück mit Freundinnen, bis zur Autofahrt. Wir haben aber auch schon einen Film geschaut und und und … Perfekt wäre also Zeit zu haben und sie mit angenehmen Dingen, stressfrei zu verbringen.

2. Warum bloggst du?

Weil ich es kann? Ernsthaft und wie schon in einem Beitrag beschrieben: Mir geht es vor allem darum, (m)ein überwiegend positives Lebensgefühl zu vermitteln. Mut zu machen. Mich mit anderen Frauen auszutauschen, einen Blick auf ihr Leben, ihre Gedanken zu werfen. Mittlerweile gilt das auch für Mann. Ich stelle ab und zu gewisse Gemeinsamkeiten bei der Denkweise fest. Und sofern Mannes Ansichten keine Totschlagargumente sind, lese ich sie gern.

3. Hast du ein Schreibritual? Wann bloggst du, wo, wie?

Jein. Das kann während der Autofahrt sein. Klar fährt dann Yuki! Oder mir fällt nach dem Training etwas ein und ich tippsele über Handy los. Meist aber in Ruhe zu Hause bei inspirierender Musik per Kopfhörer. Seit einiger Zeit schleppe ich aber auch klassisch einen Schreibblock mit und notiere dort Gedanken. (Yuki sagt ich solle nicht lügen. SIE habe den Block meist in ihrem Rucksack.)

4. Was ist dein meistgelesener Post?

Wie erwartet und mit deutlichem Abstand: About. Als richtiger Artikel wurde „In der Hitze der Nacht“ am meisten gelesen.

5. Du darfst dir ein Flugticket aussuchen, aber es geht nur one-way. Wohin würdest du dich schicken lassen?

Zu Yuki. Allein verreisen, ohne sie? Unmöglich! Wäre ich Single: Nach Valinor. Aber im „Goldenen Westen“ bin ich eigentlich schon.

6. Dein unvergessener Albtraum als Kind?

Ich hatte keine. Ich bin meist in der Lage Klarträume zu haben, also (m)einen Traum selbst zu bestimmen. Droht ein Schatten lenke ich meine Schritte ins Licht, oder rufe um Hilfe. Und die kommt immer! Mein Papa hat mir das schon als Kind beigebracht. Vielleicht hatte ich manchmal „Angst“, dass mein Papa nicht wiederkommt. Kinder in der Nacht … Aber böse Monster haben mich nie erschreckt. Bekanntlich bin ich das Biest.

7. Wenn du deinem 16-jährigen Ich einen Satz schicken könntest, was wäre das?

Die Dinge ruhiger anzugehen.

8. Und wenn du deinem 80-jährigen Ich eine Frage stellen könntest, was wäre das?

Dazu fällt mir keine Frage ein. Welche auch? Ich bin immer felsenfest von mir und meinen Handlungen überzeugt. Vielleicht: Warum hattest du nie Zweifel? Aber da ich die Antwort schon kennne, macht die auch keinen Sinn.

9. Skiurlaub oder Strandurlaub? Und wo?

Weder noch. Aktivurlaub in Asien. Kultur pur. Da ich aber nicht Skifahren kann: Strand. Wo? Spontan fiele mir da auch wieder Asien ein.

10. Was war dein schönstes Geburtstagsgeschenk überhaupt?

Das mag vielleicht seltsam klingen: Ein wertvolles, japanisches Schwert (Katana), das seit Jahrhunderten im Familienbesitz ist.

11. Und ganz klassisch: Welches ist dein Lieblingsbuch? (Ich brauche neue Inspiration).

Ich habe kein Lieblingsbuch im klassischen Sinn. Allerdings begleitet mich Miyamoto Musashis Werk „Das Buch der fünf Ringe“ schon mein ganzes Leben lang. (Ich glaube nicht, dass dir das Buch gefällt.)

Gar lustig ist das Studentenleben

Als ich nach dem Abitur zur Uni ging war alles anders. Neue Menschen, neue Eindrücke, ein völlig neues Leben. Und doch zum Teil vertraut. Da ich in Düsseldorf studierte brauchte ich keine Wohnung. Und Geld war nie ein Problem. Ich konnte also ganz entspannt lernen. Aber wilde Partys, ein lustig-lockeres Studenleben, habe ich gemieden. Wozu hätte das gut sein sollen? Ich bin durchaus zielorientiert. Was ich erreichen möchte, das gehe ich ohne Umschweife an. Wenn auch auf meine eigene Weise.

Wer nun glaubt ich habe keinen Spaß gehabt, der irrt sich gewaltig. Aber bei mir kam vor dem Vergnügen immer die Arbeit. Ganz klassisch, habe ich nur am Wochenende Party gemacht. Gute Klausuren waren mein Dank. Auch, wenn ich vielleicht einige Jahre länger studierte. Das lag aber weniger an schlechten Noten. Vielmehr fing ich damals dreimal von vorn an. Psychologie, Germanikstik, BWL. Nun habe ich immer schon viel gelesen und Psychologie hat mir am Anfang Spaß gemacht. Aber all diese Theorie, all diese endlosen Stunden vor Büchern, haben mir die Augen geöffnet. Ich habe analysiert und erkannt, dass das kein Weg zum Erfolg für mich wird. Ich denke anders, als viele Menschen. Eine tiefere Beschäftigung mit Depressionen, Borderline und Narzissmus liegt mir nicht. Das liegt weniger an mangelnder Sensibilität, als an meinem unbedingten Lebenswillen. Und der verbietet mir im Meer der Tränen zu schwimmen.

Schon als Teenager habe ich Haikus geschrieben und viel gelesen. Lust auf Literatur, auf Sprache(n), hatte ich schon immer. Germanistik war also meine zweite Wahl. Wie funktionieren Texte, wie funktioniert Sprache? Das hat mich interessiert. Vor allem neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Die Idee war damals, Journalistin zu werden, oder in die Werbebranche zu gehen. Auch Rundfunk und Fernsehen standen zur Wahl. Aber nach zwei Semestern habe ich wieder aufgehört. Es lag an der engen Vernetzung der Universität mit der Wirtschaft. Plötzlich hatte ich meine Chance erkannt. Vor allem die Chance auf Sicherheit. Und die hat in unserer Familie große Tradidtion. Was lag also näher, als auf BWL zu schwenken. Und genau das habe ich getan.

Vielleicht war es in gewisser Weise auch Neugier, die mich so handeln ließ. Trotz einer zum Teil konservativen Einstellung, bin ich vielen Dingen gegenüber aufgeschlossen. Tradition bedeutet mir viel, aber auch die Veränderung. Wie im Karate, habe ich mich weiterentwickelt. Komplexe Zusammenhänge zu analysieren, war für mich kein Problem. Das mache ich ohnehin den ganzen Tag. Ich analysiere Menschen, Texte, Situationen. Selbst meinen Blog. BWL hat mir dabei geholfen diese Fähigkeit noch zu meistern. Aber Spaß sieht anders aus. Dazu gleich mehr.

Vielleicht ist dem einen oder anderen Leser der Name Miyamoto Musashi ein Begriff. Musashi war der vermutlich beste Samurai aller Zeiten, der perfekte Krieger. Er hat unter anderem die Zweischwerttechnik entwickelt und in seinem Leben jedes Duell gewonnen. Und davon hatte er er sehr viele. Musashi war nach heutigen Maßstäben ein wilder Kerl. Ein Killer, ein Kämpfer. Im Alter von dreizehn Jahren, hatte er sein erstes Duell. Siebzehn Jahre lang zog er durch Japan und forderte die Besten der Besten heraus. Mit Ende Zwanzig war er unschlagbar. Und doch verbrachte er sein ganzes Leben damit, seine Technik weiter zu verbessern. Musashi ist für damalige Verhältnisse sehr alt geworden. Und es war eine Krankheit, die ihn besiegte. Kein Mensch hat das jemals vollbracht.

Musashi hat das mit dem besiegen wohl anders gesehen. Er hat, den Tod vor Augen, sein berühmtes Werk „Das Buch der fünf Ringe“ geschrieben. Dieses Werk hat ihn unsterblich gemacht. Auch wenn sein Name einige Zeit in Vergessenheit geriet, so wurde er letztlich wiederentdeckt. Seine Schüler haben Musashis Tradition und Schwertkunkst bewahrt. Einer davon ist mein Vater. Er beherrscht sowohl Kendo, wie auch klassisches Kenjutsu, die alte Schwertkunst. Was hat das nun mit BWL zu tun? Nun, das Buch der fünf Ringe kenne ich seit ich ein kleines Mädchen bin. Ehrfürchtig habe ich es gelesen. Auch, wenn mir damals noch das tiefe Verständnis für die Zeilen fehlte. Nun muss man wissen, dass dieses Werk für japanische Manager so etwas wie Pflichtlektüre ist. Sein Inhalt macht selbst nach vielen hundert Jahren noch Sinn. Zwar werden in der Neuzeit keine Schwerter mehr benutzt, aber der Überlebenskampf in Wirtschaftsunternehmen hat viel mit Schlachten und Duellen zu tun.

Durch Yukis Eltern, haben wir sehr gute Kontakte in die Automobilbranche. So gut, dass wir nach Ende des Studiums sofort in den Beruf eingestiegen sind. Drei lange Jahre habe ich als Assistentin gearbeitet. Zahlen, Statistiken, Bewertungen, Analysen, das war nun meine Welt. Kaffee gekocht haben andere, dafür hatte ich nicht studiert. Zicke und Biest, hat nicht nur Mann mich genannt. Dabei wusste ich nur, was ich wollte. Und wie Musashi, so bin ich zielorientiert meinen Weg gegangen. Vielleicht weniger rücksichtslos. Aber auch mit weniger Regeln behaftet. In gewisser Weise war Musashi vermutlich eine Art von Ninja. Er hat sich wenig an die klassischen Samurai-Regeln gehalten. Hatte er ein Duell, so kam er absichtlich zu spät. Er provozierte sein Gegenüber damit und konnte seine Kämpfe so gewinnen. Nutzte sein Gegner ein Langschwert, benutzte Musashi ein noch längeres Schwert. Oder er setzte zusätzlich ein Kurzschwert ein. Der Kampf mit zwei Schwertern war den Samurai damals noch unbekannt.

BWL hat mir selbst als Berufsanfängerin viel Geld eingebracht. Aber auch meine Kreativität in einem Maß eingeschränkt, die mich erschreckt hat. Meine Liebe zu Kunst, zu Musik und Literatur, haben mich gerettet. BWL war plötzlich nur noch ein Meilenstein auf meinem Weg zur Perfektion. Ein gewonnenes Duell. Nun brauchte ich einen neuen und noch besseren Gegner. Und im Spiegel sah ich mich selbst. Yuki und ich sind im Herbst 2013 zurück auf die Universität gegangen. Auch sie wollte eine Veränderung. Da wir fast alles gemeinsam machen, war das nur die logische Wahl. Ich werde auch dieses Duell meistern und meinen Weg gehen. Bis zur Perfektion. Und irgendwann werde ich die perfekte Kriegerin sein, ein weiblicher Musashi. Mein Kenjutsu werden Worte sein, meine Katana die Feder. Und über allem wird der Regenbogen leuchten.