Auge um Auge, Zahn um Zahn

Deutschland, Europa und auch die USA sind überwiegend christlich geprägt. Christliche Werte bestimmen den Alltag und den (Aber)Glauben der Menschen. JapanerInnen haben damit kein Problem. Wir sind zwar überwiegend Buddhisten, aber irgendwo auch Shintoisten und christliche Bräuche mögen wir auch recht gern.

Als Buddhistin war ich vom Religionsunterricht befreit, habe mich aber freiwillig neben meine Freundin Nathalie gesetzt und den Geschichten um Jesus und seine Apostel gelauscht. Schon damals fielen mir gewisse Ähnlichkeiten mit dem Buddhismus auf. Ich mochte die friedlichen Christen.

Eine Japanerin (be)sucht Gott

Klein-Mayumi ist also tapfer mit in die Kirche marschiert und hat der Pfarrerin zugehört. Eines Tages, ganz meiner Natur entsprechend, hat sich mein Widerspruch geregt, als ich von den 10 Plagen gelesen habe. „Warum hat dieser Gott Kinder umgebracht?“, wollte ich wissen, „das war falsch!“ Die Pfarrerin erklärte mir, dass Gott sich niemals irre und wir ihn nicht mit menschlichen Maßstäben messen könnten.

Wenn ich mich richtig erinnere, ich war damals erst 9 Jahre alt, habe ich der Geistlichen heftig widersprochen und gesagt „Wenn dieser Gott wirklich so mächtig ist, wieso hat er die Juden nicht einfach aus Ägypten geführt? Wieso musste er diese 10 Plagen schicken?“ Wieso, weshalb, warum …?

„Buddha lehrt uns keine Gewalt auszuüben“, habe ich ihr erklärt, „er hätte das niemals getan!“ „Aber du hast doch auch schon Jungs verprügelt“, kam der schmunzelnde Konter. „Ich habe mich gewehrt!“, gab ich empört zurück. „Außerdem leben die ja noch und sie haben angefangen!“ Kindermund tut Wahrheit kund.

Friede sei mit euch!?

Die Frau hat mit viel Geduld versucht mich zu überzeugen und ist natürlich gescheitert. Danach empfand ich die Christen als weniger friedlich und ihr Gott war mir suspekt. Ich habe Nathalie in den buddhistischen Tempel in Düsseldorf mitgenommen, das fand sie richtig toll. Mit der Zeit hat sie beschlossen ihren eigenen Glauben zu pflegen. Buddha für immer.

Ich habe trotzdem in der Bibel gelesen und ab und an mit der Pfarrerin debattiert. Die Frau war nett, aber mir geistlich nicht gewachsen. Dabei sind Buddhas Lehren für jedermann. Aber offenbar nichts für evangelische Christen. Was mich zum eigentlichen Kern des Beitrags führt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Damit habe ich so mein Problem.

Da haben wir also dieses „Tier“ in Syrien, wie der Herr Trump den syrischen Herrscher bezeichnet hat. Der Herr Trump, das wissen wir alle, twittert für sein Leben gern. Und der Herr Trump ist auch der oberste Weltpolizist. Er und seine USA. Geht ja mal so überhaupt nicht, dass so ein Diktator wie der Herr Assad die eigene Bevölkerung massakriert! Das machen die Amerikaner zwar auch, aber die nennen das anders. Was macht das schon, wenn mal wieder ein Cop einen unschuldigen Schwarzen erschießt! Fair wäre es, wenn dann eine afrikanische Armee in die USA marschiert. Rufen wir doch mal im Kongo an.

The Good, the Bad and …?

Als guter Christ muss der Herr Trump also christliche Raketen schicken, die den Herrn Assad bestrafen. Zwar hat er keinerlei Beweise, aber als Weltpolizist ist er sowas wie Gott und der irrt sich bekanntlich nicht. Die Anschuldigung genügt sich also wieder einmal selbst, wie schon im Fall Skripal. Ich weiß nicht, welches Gift angeblich gegen den Mann eingesetzt worden ist, aber ich habe meinen Onkel, den Polizisten gefragt und der sein Team vom Labor.

Wenn es Nervengift war, so deren einhellige Meinung, war die Dosis minimal. Sonst wären Dutzende, vielleicht Hunderte gestorben. Das ist so bei Nervengift. Mal ehrlich, so stümperhaft kann kein Geheimdienst sein. Vielleicht war es auch nur eine Warnung? Nein, mit Nervengift spaßt man nicht. Auch minimale Spuren sind langfristig tödlich. Wobei lang relativ zu sehen ist. Aber die deutschen Medien verschweigen das. Oder sie haben mal wieder einen schlampigen Job gemacht. Kann ja mal passieren …

Überhaupt sollten die Medien hellhörig geworden sein, als die Amerikaner angebliche Forschungseinrichtungen der Syrer bombardierten. Man beschießt also Einrichtungen, in denen vermutlich chemische Kampfstoffe lagern und riskiert zig Tausend Tote? Wieso denkt eigentlich keiner nach bevor er den Mund aufmacht und solchen Quatsch verbreitet? Ich vergaß, weil die Medien das denken für die Bevölkerung übernehmen. Vielleicht ist es an der Zeit genau das zu ändern.

Ein bisschen Frieden

Nun sind auch BuddhistInnen nicht immer friedlich, wie man an meinem Beispiel gut erkennt. Nur schieben wir niemals den Glauben vor, wenn wir anderen den Hintern versohlen. Wir haben immer einen anderen Grund. Das Argument „Myanmar“ ist übrigens so dumm wie lächerlich. Was dort passiert ist purer Rassismus und hat nichts mit dem Glauben zu tun. Aber auch das hat wieder niemand gewusst.

Japan hat eine kriegerische Vergangenheit und auch mir sind Maßnahmen gegen Ungerechtigkeit nicht fremd. Nur kann ich unterscheiden wann es eine Backpfeife gibt und wann einen Tritt in den Hintern. Der Herr Trump, den seine ultrageheimen Geheimdienste auf Kurs gebracht haben, hat erneut überreagiert. Und morgen schießt er dann Raketen nach (Land deiner Wahl)?

Was die meisten übersehen, ein Präsident der USA ist nur für einige Jahre gewählt. Die Geheimdienste aber bleiben für immer. Vielleicht schaut der eine oder andere einmal nach dem Begriff „Tiefer Staat.“ Vielleicht gehen dann einigen die Augen auf. Aber vielleicht schlafen sie auch für immer.

The Bad, the Ugly and …?

Wer ist nun böse, wer zeigt der Welt wirklich die hässliche Fratze der Gewalt? Vielleicht sollte sich der Westen intensiver um die Weißhelme in Syrien kümmern und nachfragen wer die gegründet hat. Vielleicht wäre man überrascht, dass es ein britischer Ex-Söldner war. Vielleicht sollten sich deutsche MedienvertreterInnen fragen, warum deren Angehörige IS-Flaggen tragen, oder warum der IS oft nebenan residiert.

Vielleicht wäre die Öffentlichkeit auch überrascht, dass die USA die Weißhelme mit 23 Millionen US-Dollar und die Briten mit 32 Millionen Pfund unterstützen. Und vielleicht, aber nur vielleicht sollte man weniger Tagesschau glotzen und vielleicht auch keinen Antisemiten zujubeln, denen eine verblödete Musikindustrie auch noch Echos verleiht. (M)Ein Lob an Campino, der das sofort angesprochen hat.

Der Herr Assad ist nun mit Sicherheit kein Heiliger, so wenig wie das der Herr Putin ist. Und der Herr Trump ist auch kein Guter, aber das haben wir alle schon gewusst. Wer wirklich die Fäden zieht, was so in Syrien passiert, das füllt nun bereits mehrere Bücher, die natürlich alle von angeblichen Verschwörungstheoretikern geschrieben worden sind. Die könnte man auch lesen. Alternativ auch mich.

Es steht in der Zeitung, es ist also wahr!

Ich zitiere mich selbst aus meinem Beitrag vom letzten Jahr: „Unsere Medien werden zum größten Teil von nur drei globalen Nachrichtenagenturen gefüttert, mit Sitz in New York, London und Paris. Kein Redakteur einer Lokalzeitung war also jemals vor Ort in Kriegsgebieten oder hat mit einem Staatschef ein Interview geführt.

Daher sind die Überschriften oft nicht nur ähnlich, sie sind so identisch, als ob es sich um eineiige Zwillinge handelt. Eine Untersuchung  der Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz illustriert diese Effekte deutlich: 78% aller Artikel basieren ganz oder teilweise auf Agenturmeldungen, jedoch 0% auf investigativer Recherche.

82% aller Kommentare und  Interviews sind USA/NATO-freundlich, während Propaganda ausschließlich der Gegenseite zugeordnet wird. So werden Meinungen gemacht, das neue Feindbild entsteht.

Die Namen der drei Agenturen kennt jeder: AP (Associated Press), mit weltweit über 4.000 Mitarbeitern und Sitz in New York. AP versorgt rund 12.000 Medien weltweit und erreicht so die Hälfte der Weltbevölkerung.

AFP (Agence France Press), mit Sitz in Paris, ist der zweite Kandidat. Auch hier man rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt und teilt sich den restlichen Markt mit Reuters in London, die etwas mehr als 3.000 Mitarbeiter hat.

DPA, SDA (Schweizerische Depeschenagentur), ADA (Austria Presse Agentur) sind nur relativ kleine (nationale) Lichter, wobei die Deutsche Presse Agentur führend ist und noch rund 1.000 eigene KorrespondentInnen unterhält.

Wenn man jetzt noch weiß, dass das amerikanische Pentagon mehr als 27.000 PR-Spezialisten beschäftigt, diese über ein jährliches Budget von rund 5 Milliarden Dollar verfügen, diese Spezialisten nichts anderes tun, als Geschichten zu verbreiten, ahnt man vielleicht das ganze Ausmaß der Manipulation.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, niemand bezichtigt das Pentagon der Lüge, aber sie liefern Informationen an die drei Agenturen, die niemand nachprüfen kann. Also schlagen vielleicht „russische Rakten“ in Syrien ein und implizieren einen russischen Aggressor.

Dass die Raketen von den Rebellen stammen, sieht die Öffentlichkeit natürlich nicht. Und kein Journalist prüft es nach. Keiner? Wer es doch wagt, wer vielleicht arabisch spricht, wer eine andere Meinung propagiert, wird sofort als Lügner und Verschwörer abgestraft. Damit Putin „der Böse“ bleibt.“

Auge um Auge, Zahn um Zahn bekommt auf diese Weise eine völlig neue Bedeutung. Die Welt, das ist kein friedlicher Ort, die Welt, das ist in Wirklichkeit ein Dschungel, der von Raubtieren und Schafen bevölkert ist. Nur leider haben die Schafe vergessen, dass sie in der Überzahl sind. Endlich aufzuwachen wäre gut.

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Lesben sind die besseren Frauen

Dass ich die bekannteste Lesbe Deutschlands bin, haben meine LeserInnen schon immer gewusst, hat diese Tatsache doch längst zur Allgemeinbildung gehört. Vor einiger Zeit habe ich mir in den Kopf gesetzt noch bekannter zu werden. Dazu ist göttlicher Beistand angesagt, Eva Gott, die große Mutter, ist mir noch einen Gefallen schuldig.

Per Himmelsdrache, den ich mir vom japanischen Kaiserhof ausgeliehen habe, geht es schnurstracks nach oben zur Sonne, zur Freiheit und zum Licht. Vorbei an einem verblüfften Petrus, der schon wieder Probleme mit der Schließanlage hat.

Nun ist Frau Gott natürlich zeitlos, vielleicht hat sie deshalb so wenig davon. „Du nun wieder“, seufzt sie leise, um Adam nicht zu wecken. Der liegt ermattet auf dem Sofa, er hat mit Teufelchen „Ärgere die Menschheit“ gespielt.

Wir beraten kurz, was bei Göttern immer kritisch ist. „Mach dir mal keine Gedanken mein Kind“, sagt Eva, „ich habe dich vorübergehend zeitlos gemacht.“ „1000 Jahre soll sie leben“, höre ich Teufelchen zur Melodie der japanischen Nationalhymne singen, was ihm einen strafenden Blick seiner Mutter einbringt.

Und wirklich beraten wir 900 Jahre lang und laben uns zwischendurch an Manna. In den Pausen übe ich mit Teufelchen Schwing Um und lege den Kleinen immer wieder flach. Spielerisch natürlich! An meine zarte Haut kommt nur meine Frau, die mich natürlich begleitet hat.

In den nächsten 100 Jahren habe ich ein neues Buch geschrieben, das unter dem provokanten Titel „Lesben sind die besseren Frauen“ steht. Natürlich werden Himmelsjahre ganz anders gemessen, als ihr irdisches Pendant. Für Erdlinge war ich nur einige Tage weg.

Nach der Rückkehr in die lesbische Normalität, hat mich, neben der längst überfälligen Nennung im Time Magazine und der Verleihung des goldenen Bleistifts am gekräuselten Strumpfband, der allseits unbeliebte Laberus Schranz in seine Talkshow eingeladen.

Untermalt von Hardtechno Klängen betreten die DiskussionsteilnehmerInnen den Raum. Meine Biestigkeit sitzt neben Eva Gottlieb und ihrem als Frau verkleideten Erstgeborenen Lucie Ferrer. Natürlich weiß Schranz nicht wer die beiden wirklich sind und ich werde einen Teufel tun ihn darüber aufzuklären.

Offiziell, so hat es ihm Eva ins Stammhirn gesetzt, ist sie meine Verlegerin und Lucie meine langjährige Agentin. Biggi Schneller und Ally Weißlich sind auch mit von der Partie. Die beiden Ikonen des Überfeminismus in Deutschland dürfen niemals fehlen, wenn es um konterkarierte Ansichten geht.

„Wie schön alle hier zu sehen“, beginnt die Laberbacke und schaut lüstern auf die bestrumpfte Runde. Aber während Lucie mit den Wimpern klimpert, zeigt ihm Ally nur den Mittelfinger. „Frau Landar,“ wendet er das Blatt, „lassen Sie uns doch über das neue Buch sprechen. Wie nur kamen Sie auf einen solchen Titel?“

„Ich habe mir Debatten im Bundestag angeschaut“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Was dortige Dämlichkeiten vom Stapel lassen, hat mein Kleinhirn animiert. Und so gab ein Wort das andere und formte sich zu kreativen Sätzen.“

Schranz nickt und versucht einen Blick in Lucies Ausschnitt zu erhaschen, was ihm böse Blicke von Biggi einbringt. Die, und das ist ein offenes Geheimnis, hat noch jeden Mann vernascht. Verbal natürlich, das aber mit Macht, was habt ihr denn nun gedacht.

„Lesben“, fahre ich fort, „sind Heten gegenüber im Vorteil. Die wollen nur ihren Männchen gefallen und ständig deren Kinder kriegen. Wir aber zeigen, dass es anders geht. Apropos anders, Herr Schranz. Ob sie wohl eine Spermaprobe für mich hätten?“

Ich mache eine Kunstpause und lasse die Worte wirken. Schranz wird blass und stottert, „Das … das war doch jetzt nur Spaß?“ „Ja“, erwidere ich mir süffisantem Lächeln. „Sie werden nie erfahren, wie man Lesben macht.“

Schranz blättert nervös in seinen Unterlagen. „Sie schreiben“, fährt er fort, „dass Lesben kreativer in allen Bereichen des täglichen Lebens sind und dort ihren Mann …, also die Frau stehen! Haben Sie einige Beispiele dafür?“ „Sehen Sie hier etwa Männer?“, frage ich. „Sie sind doch nur ein Schranz.“

Er schluckt, das war starker Tobak für den Ärmsten. „Ihr Buch steht schon auf Platz Sex der ewigen Erotikliste“, versucht er einen Konter. Eva schüttelt nur den Kopf und merkt kurz an. „Soeben hat Frau Landars Buch die Bestsellerliste gesprengt. Wollen Sie mal sehen?“

Sie gewährt dem Verblüfften einen Blick auf ein explodierendes Gebäude, die Gebühreneinzugszentrale GEZ. In den Medien wird darüber am nächsten Tag stehen, eine radikalisierte Schauspielerin habe diese mit dem Ruf „Metoo“ zum Einsturz gebracht. Auch eine Form der Wahrheit, das kann ja mal passieren.

„Was ich noch immer nicht verstehe“, geht Schranz in die finale Runde, „wieso Lesben nun so viel besser als andere Frauen sind.“ Er schaut mich triumphierend an. „Immerhin haben wir noch keine lesbische Bundeskanzlerin.“

„Na die Knitterbacke will doch selbst der Teufel nicht in der Hölle haben“, mischt sich Lucie ein und verzaubert den Schranz mit magischem Blick. „Frau Landar dagegen, die kann wirklich alles besser. Und in Sachen Liebe hat sie den 107. Dan.“

Natürlich ist es müßig zu sagen, dass die Sendung ein mittelschweres Gravitationsbeben in der Milchstraße hervorgerufen hat und sich der Ereignishorizont fast aller Schwarzen Löcher zu meinen Gunsten verschob. Im Galaktischen Boten, der Zeitschrift für Götter und SuperheldInnen, wird darüber stehen, man habe ein wahrhaft erschütterndes Coming Out gesehen.

Mein Buch hat in Überlichtgeschwindigkeit das bekannte Universum erobert und Teufelchen dazu bewogen nun immer öfter die Lucie zu geben. „Du musst unbedingt einen zweiten Teil schreiben, Frau Landar!“, lässt sie mich wissen. „Ich habe mich total in die Biggi verliebt!“

„Wie jetzt“, gebe ich mich verwundert. „Die ist zwar Feministin, aber steht total auf Männer.“ „Ja eben!“, mault Lucie, „daher schlage ich als Titel Männer sind die besseren Frauen vor.“ Muss ich erwähnen, dass Teufelchen daraufhin zur Hölle gefahren ist?

 

Leipziger Allerlei

Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. (Heinrich Heine)

Warum dieses Zitat, warum die kulinarische Überschrift? Beides hat den einfachen Grund, dass wir am letzten Wochenende auf der Leipziger Buchmesse waren und fröhlich durch schier endlose Hallen gewandert sind.

Yukis üblichen Rucksack hat man(n) freundlich kontrolliert. Klar, wir sahen wenig gefährlich aus. Der Aufkleber der GRÜNEN prangt dort noch immer, die verblassende Erinnerung an eine andere Zeit. „Wehe du kaufst wieder 100 Bücher“, hat sie im Scherz gesagt. Ich gestehe, es waren (keine!) nur 99.

Verlage gegen … wen oder was?

Über die Buchmesse ist im Vorfeld viel geschrieben worden. 200 Verlage und Buchhändler haben eine Petition gegen „Rechte Verlage“ unterzeichnet. Liest man das, schaut man sich die Hype der Medien an, tauchen hunderte von Braunhemden vor dem geistigen Auge auf. Die Wahrheit sieht anders aus.

Es ist genau dieser Rauch um Nichts, den ich massiv kritisiere. Zwei Verlage, zwei Stände, die wenige Quadratmeter hatten, standen einfach da und haben mehr Aufmerksamkeit bekommen, als ein renommierter Verlag. Das war kostenlose Werbung, was also sollte das?

Die Leipziger Buchmesse ist ca. 100.000 qm groß. Die Zeitschrift COMPACT und der Antaios-Verlag, genau die bösen Verlage um die es ging, belegten einige wenige qm. Wo war nun die verbreitete Gefahr? Ach so, deren Bücher! Klar, verbrennen wir die doch!

So etwas wie moralische oder unmoralische Bücher gibt es nicht. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben. Weiter nichts. (Oscar Wilde)

Verharmlose ich? Muss man nicht „den Anfängen wehren?“ Ja, den Anfängen einer unterdrückten Meinungsfreiheit. Jeder hat das Recht seine Meinung zu vertreten, ob das nun jemand passt oder nicht. Der Öffentlichkeit das Märchen vorzugaukeln, dass massenhaft „Rechte Verlage“ auf der Messe gäbe, wirft einmal mehr ein schlechtes Licht auf die Presse. Willkommen in der deutschen Realität.

Der Samurai und die Elfen

Auf dem Parkplatz angekommen hält neben uns ein älterer Golf, den drei Elfen und ein Samurai entsteigen. Cosplayer, auch sie sind auf der Messe vertreten. „Seid ihr vielleicht Japanerinnen?“, fragt ein Mädel mit rosa Perücke hoffnungsvoll, was mir den Satz „Nix för onjot, ech bin e rechteg Düsseldorwer Mädche“, entlockt. Ob die das verstehen?

Gelächter folgt und der Satz „Mir sin us Kölle!“ „Hört nicht auf die“, meldet sich nun Yuki. „I schwätz schwäbisch, I bin a Schwobamädle.“ Die Cosplayer sind hellauf begeistert und überhäufen uns mit Fragen. Wir beschließen gemeinsam zur Messe zu gehen.

Ich war schon immer neugierig auf Menschen und bekomme problemlos Kontakt. Yuki tut sich deutlich schwerer, das ist ihre japanisch-schwäbische Art. Auch in Japan haben wir unseren Bekanntenkreis aufgestockt und haben versucht den Leuten schwäbisch beizubringen. Ich glaube die üben immer noch.

Wir verbringen etwas Zeit mit der kleinen Truppe. Sie alle lieben Japan und versuchen sich auch mit der Sprache. Wir geben Tipps und alle freuen sich. Sven, der ein selbst zusammengeschustertes Samurai-Outfit trägt, will unbedingt etwas über Schwerkampf wissen. Beiläufig hatte ich meinen Hintergrund erwähnt.

Ich demonstriere ihm, wie das Schwert richtig zu halten ist und gebe ihm noch die Adresse eines wirklich guten Dojos. Aus Dankbarkeit schenkt er mir einen Manga. Wir verabschieden uns schließlich und gehen unseren Weg, als plötzlich mein Handy klingelt.

And Simone said …

Die Anruferin ist Simone, die Enkelin von Graf Werner. Einige LeserInnen werden sich vielleicht an ihn erinnern. Simone hat ein großes Problem und keine Lösung. „Mein bester Mitarbeiter hat vor einigen Wochen auf ziemlich schäbige Art gekündigt“, lässt sie mich wissen. „Er ist mit äußerst sensiblen Daten weg.“

„Was sagt die Polizei?“, will ich wissen. „Du hast ihn doch hoffentlich angezeigt?“ „Natürlich, er hat ein Ticket nach Shanghai gebucht. Die Ermittlungen laufen noch. Aber das zu wissen hilft mir wenig, ich brauche dringend Ersatz und eine Idee, wie ich eine Katastrophe verhindern kann. Wenn die Daten in die falschen Hände gelangen …! Opa Werner sagte mir, dass du wieder in Deutschland bist und nächste Woche nach Hamburg kommst. Ob du mir vielleicht helfen könntest?“

Ich überlege kurz. Mein Termin bei Graf Werner wird am Montag sein. Es geht um die Rückübertragung der Tuning-Schmiede an Yukis Vater. Es war Graf Werner, der die Firma vor dem Konkurs gerettet hat. „Ich behalte 25 Prozent“, schlägt er vor, wir werden uns schon einig.“ „Ab Dienstag hätten wir Zeit“, sage ich.

„Das ist perfekt“, sagt Simone. Ihre Stimme klingt erleichtert. „Ich habe einige Bewerber für die Stelle und auch schon einen Profiler engagiert. Aber ich hätte dich trotzdem gern mit dabei. Du kennst dich doch mit Menschen aus.“

Profiler haben oft Psychologie studiert und setzen ihre Kenntnisse nun in der Wirtschaft ein, um geeignete BewerberInnen für hochsensible Stellen zu finden. Menschen zu analysieren hat auf den ersten Blick wenig mit BWL zu tun. Aber ich mir sicher, dass ich helfen kann. Immerhin habe ich schon mehrfach MitarbeiterInnen bewertet.

Ich informiere Yuki und sie nickt. In ihrem hübschen Köpfchen wird sie nun alles für den Trip vorbereiten. „Ich weiß genau was du wieder denkst“, sagt sie schmollend und lacht dabei, „aber eine muss ja den Überblick behalten. Sag, hast du Hunger?“

Der Freitag

Fürsorglich wie immer, hat Yuki Onigiri – japanische Reisbällchen und Mineralwasser eingepackt. „Schau mal“, sagt sie, „ist das nicht dieses Augstein-Blatt?“ „Der Freitag“, lese ich und nicke. „Magst du schauen?“ Sie schüttelt den Kopf, als wir auf drei AktivistInnen der Antifa treffen. Zumindest ihre T-Shirts weisen sie als solche aus.

„Ihr seid doch bestimmt auch gegen Nazis?“, fragt mich einer. „Oder sprecht ihr kein Deutsch? English maybe?“ Ich widerstehe der Versuchung die japanische Touristin zu geben. „Such dir eine Sprache aus“, erwidere ich nur. „Aber magst du mir bitte sagen, ob die Nazis als Zombies auferstanden sind? Ich habe noch keine gesehen.“

„Nee“, sagt mein Gegenüber, „wir meinen diesen rechten Antaios-Verlag.“ „Und was habt ihr da vor?“, will ich wissen. „Wollt ihr die mit brauner Farbe besprühen?“ Er will etwas sagen, aber verkneift es sich doch.

„Eigentlich wollen wir nur mal schauen“, sagt seine Begleiterin, „wir sind keine Aktivisten, wir sind von der SPD.“ „Das klingt schon viel besser“, erwidere ich. „Wollt ihr vielleicht mit dem Verleger diskutieren?“ Empörung pur steht nun auf ihren Gesichtern. „Wie bist du denn drauf, mit Nazis reden wir nicht!“

Alles Nazi(s)

„Die ganze Messe ist doch gegen diese Rechten“, fährt der Sprecher fort. „Jeder darf in Deutschland seine Meinung sagen“, unterbreche ich ihn. „Oder rufen die zum Massenmord an Gummibärchen auf? Die finde ich übrigens auch sehr lecker.“

„Verteidigst du die etwa?“, fragt er lauernd. „Brauchen die einen Verteidiger?“, will ich wissen. „Wer ist der Ankläger? Du?“ Er schnauft, ich habe einen ersten Sieg errungen. „Du bist doch bestimmt auch gegen Faschisten?“, versucht er eine andere Taktik. Aber die Frage hatte ich erwartet.

„Gibt es hier denn welche?“, kontere ich und deute auf seine T-Shirt. „Oder meinst du die Sturmtruppen der Antifa-SA?“ Er wird kreidebleich und schaut mich wütend an. „Wie … wie hast du uns genannt?“

„Wer vermummt sich denn feige und wirft Steine auf die Polizei“, will ich wissen. „Wer fackelt die Autos von normalen BürgerInnen ab und stellt halb Deutschland unter Generalverdacht? Wer skandiert ständig, dass es sich bei Deutschland um ein mieses Stück Scheiße handelt?“

„Das muss man aber differenziert sehen“, mischt sich nun das Mädel ein, der die Sache sichtlich unangenehm ist. „Wir haben mit dem Schwarzen Block nichts zu tun und lehnen Gewalt ab! Aber du musst doch zugeben, dass man etwas gegen diese Verlage unternehmen muss!“

„Was denn, willst du ihre Bücher verbrennen? Damit stellt ihr euch auf die gleiche Stufe, wie die Braunhemden damals. Warum versucht ihr nicht wenigstens eine Diskussion? Fällt es so schwer über den eigenen Schatten zu springen?“

Redeverbot

Meine Worte schneiden sich tief in die Seelen meiner Gegenüber. Gehe ich zu hart mit ihnen ins Gericht? „Die reden doch auch nicht mit uns“, höre ich, aber es klingt kleinlaut und wenig überzeugend. „Außerdem sind die gegen Ausländer!“

„Echt jetzt?“, frage ich amüsiert. „Wisst ihr was, wir gehen das jetzt testen. Ich wette um ein Abendessen, dass ihr auf dem Holzweg seid.“ Einhellige Ablehnung schlägt mir entgegen. „Wir … wollen das nicht.“ Das kurze Zögern erhärtet meinen Verdacht. Gibt es ein Redeverbot?

Ich erzähle von meinen Gesprächen mit AnhängerInnen der verschiedenen Parteien und das Yuki und ich vor einigen Jahren in Stuttgart mit den GRÜNEN auf der Straße gewesen sind, um für die Ehe für alle zu demonstrieren. „Ohne Diskurs hätte ich die Gegenargumente nie erfahren.“

Das Trio ist überrascht, aber wir steigen wieder merklich in ihrer Achtung. Sie wollen vorher noch zum Hanser-Verlag in Halle 4. Ein junger Mann rümpft die Nase, als wir in dem Sachbuch von Heinz Bude „Adorno für Ruinenkinder – Eine Geschichte von 1968“ blättern.

„Einfach mal reinlesen“, sage ich zu dem Naserümpfer. „Das ist mindestens so cool, wie deine COMPACT.“ Prompt wird er rot und versucht das Magazin zu verstecken. „Alles gut“, beruhige ich ihn, „wir sind keine radikalen Linken.“

Angst ist nur ein Gefühl

Er bleibt stehen, auf seinem T-Shirt prangt der preußische Adler. „Was steht denn da so drin?“, fragt er. Wir kommen ins Gespräch, er ist ein Aktivist. Seine Sprache ist gewählt, gutes Hochdeutsch mit leicht sächsischem Akzent. „Was habt ihr gegen uns?“, will er wissen.

Unsere Begleiter geben sich einen Ruck und zögernd werden Worte gewechselt. Schnell wird klar, man kennt die Ansichten des anderen nicht. Vieles bleibt vage, vieles hat man nur gehört. „Wir haben einfach Angst“, gesteht uns der junge Mann,„wir möchten unsere Heimat nicht verlieren.“

„Das ist doch schon wieder diese völkische Parole!“, giftet der Sprecher des Trios los. „Die gemeinsame Liebe zur Heimat kann genau das fehlende Bindeglied sein, um einer multikulturellen Gesellschaft den Weg in die Zukunft zu weisen“, sage ich. „Als geborene Japanerin mit deutscher Staatsangehörigkeit bin ich stolz darauf Deutsche zu sein. Ich liebe Deutschland! Das ist gesunder Patriotismus und den wird mir keiner nehmen.“

Leider bleibt es bei den wenigen Worten, das Misstrauen ist zu groß. Die Diskussion dreht sich im Kreis. Ich habe wenig Lust ständig die Vermittlerin zu spielen, gebe dem verfeindeten Quartett aber die Worte „Angst ist nur ein Gefühl“, mit. „Aber dieses Gefühl kann trügen. Trotz Angst den Diskurs zu suchen, das erfordert Mut.“

Bücherwürmer

In der Folgezeit betätigen wir uns als Bücherwürmer und laufen kreuz und quer durch die Messe. Plötzlich gibt es Gedränge vor Halle 5, die Worte fliegen. „Hier kommt keiner mehr rein!“, höre ich. Vor uns steht ein Antifa-Aktivist, der die Arme vor der Brust verschränkt. Zwar überragt er mich deutlich, aber vor Männern hatte ich noch niemals Angst.

„Dürfen wir bitte durch“, frage ich freundlich. Er fixiert mich und will mich niederstarren. Zehn Sekunden später gibt er auf. „Na geht halt“, sagt er und fügt leise hinzu „Kannst du böse schauen!“ Ja, das kann ich. Und?

„Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!“, „Nie wieder Deutschland!“, „Nazis raus!“, skandiert eine Antifa-Gruppe. „Sind die doof?“, fragt Yuki und erntet Lacher umstehender Menschen. „Aber sowas von!“, höre ich. „Denen sollte man mal den Hintern versohlen,“ sächselt ein älterer Mann. „Nein“, sage ich, „eher das Taschengeld streichen“, was mir Zustimmung einbringt.

Giftige Blicke streifen mich, aber keiner sagt ein Wort. Gegendemonstranten halten schweigend Schilder hoch, auf denen „Versager gegen Rechts“ zu lesen ist. „Was für ein Kindergarten“, meint Yuki. „Wollen wir weitergehen?“ 

Ich befürchte, dass es genau so weitergehen wird in Deutschland. Die Bestätigung kam bereits am Montag, als in Hamburg ein Teilnehmer der Anti-Merkel Demonstration krankenhausreif geprügelt worden ist. Die Polizei fahndet mit Fotos.

Bestätigt hat uns die Buchmesse einmal mehr, dass Bücher immer Spaß machen, Menschen aber noch mehr. Sie sind es, die Geschichte(n) schreiben. Vor allem wenn sie miteinander reden statt gegeneinander Parolen zu brüllen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)

 

Gedanken einer Ausländerin: Die Nazis kommen! – Ein deutsches Medienmärchen

Fast täglich senden mir besorgte Freundinnen „Lageberichte“, die mich über Merkels Politik und deren Folgen informieren. Einhelliger Tenor: „Deutschlands Zukunft wird geopfert, um den Willen einer Frau durchzusetzen.“ Ich sehe das anders. Zwar erleben wir Merkels Willen, die Deutschland im Sinn einer Staatsratsvorsitzenden regiert, aber auch sie ist nur eine Marionette.

Sozialromantiker vs Realos

Boris Palmer und Sahra Wagenknecht sind die einzigen „Linken“, mit denen ich noch einigermaßen konform gehen kann. Aber sie sind isoliert und werden als „Verräter“ bezeichnet. Das wirklich böse Wort „Nazi!“ auszusprechen, hat bisher noch keiner gewagt. Das sparen sich linke SozialromantikerInnen für AfD-PolitikerInnen und normale BürgerInnen, die aus Angst um ihre Kinder demonstrieren.

Ein Teil meiner FreundInnen sind GRÜNE oder Linke. Im Gegensatz zu den weltfremden Abgeordneten im Bundestag zählen sie zur Realo-Fraktion. Auch wir wollen wirklichen Flüchtlingen helfen. Aber unser Fokus liegt auf Angehörigen der LGBT-Community und Christen, die ihre sexuelle Orientierung und ihren Glauben verbergen mussten.

Als überwiegend lesbische Frauen, haben wir den unkontrollierten Zustrom junger Männer schon im Herbst 2015 kritisiert. Warum ist klar, das Frauenbild im Islam ist archaisch. Wir haben, im Gegensatz zu vielen unserer Hetero-Schwestern, die Gefahr sofort erkannt. Nur wenige haben auf uns gehört, den Preis dafür zahlt Deutschland täglich.

Mediale Gleichschaltung

Der Journalist Matthias Mattusek findet auf der Leipziger Buchmesse deutliche Worte zur Flüchtlingskrise und Willkommenskultur. Ganz offen spricht er von einer „gespenstischen, selbst auferlegten Gleichschaltung der Medien, die sich in einer Weise konformistisch verhalten hätten, wie die DDR-Presse.“ Wer Beweise fordert sollte die Studie der Otto-Brenner-Stiftung lesen. Demnach haben fast 83 Prozent der deutschen Medien im Sinn der Regierung über die Krise berichtet.

Der erste Schock kam mit der Kölner Silversternacht, danach begann diese Phalanx langsam zu bröckeln. Aber noch immer schreibt ein Großteil der Presse positiv über Deutschlands Sonderrolle. Getreu dem Motto „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“ Das haben mehrere deutsche Mädchen mit dem Leben bezahlt.

Zwar hat die linke Presse noch gejubelt, als endlich ein Deutscher der Täter im Fall der erst 14 Jahre alten Keira war, aber diese Freude ist unter den Messerstichen eines Afghanen gestorben, der nun in Flensburg Mireille ermordet hat. Wie viele sogenannte Einzelfälle müssen folgen, bis die Politik endlich Konsequenzen zieht?

Vermutlich werden nun erneut handverlesene und eilig in Talkrunden geholte ExpertInnen erklären, dass auch dieser Täter traumatisiert durch Bürgerkrieg und Flucht gewesen ist. Der deutsche Michel wird das so lange glauben, bis es die eigene Tochter trifft. Vielleicht sollte man besser auf einen wirklichen Experten hören, der genau dieses Thema angesprochen hat.

„In der Psychologie werde angenommen, dass die Persönlichkeit eines Menschen spätestens bis zum 20 Lebensjahr, aber eigentlich schon bis zum 12 Lebensjahr ausdifferenziert sei“, hat der Psychiater Dr. Christian Peter Dogs. „Charakter, Temperament und Persönlichkeit seien danach kaum noch zu verändern.“

 

 

Lückenpresse

Anke (Name geändert), die schon bei der ersten Demonstration in Kandel war, ist auch  am 03.März dabei und hat sich  die „Nazis“ angesehen. Offizielle Zahlen sprechen von 4.500 Menschen. Natürlich durchweg Rechtsextreme. Kurze Pause, harter Schnitt.

Polizeibericht Kandel: „Etwa 4.500 Personen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei am Samstagnachmittag bei vier Versammlungen in Kandel. Das polizeiliche Einsatzkonzept sah vor, mögliche Ausschreitungen zwischen gewaltbereiten Demonstranten aus der rechten und linken Szene bereits bei der Anreise zu verhindern und das Versammlungsrecht für alle Teilnehmer zu gewährleisten.“ Das klingt nüchtern und besser, als es die Systempresse verlauten lässt.

„AfD und Rechtsextreme demonstrieren in Kandel“, schreibt t-online. Unverständnis bei Anke, der ich die Schlagzeile maile. „Das ist eine absolute Frechheit!“, schreibt sie. „Ich bin doch kein Nazi!“ „Waren AfD-PolitikerInnen dort?“, will ich wissen, was Anke bejaht. „Wo ist das Problem?“, fragt sie. „Werden Morde mit der politischen Meinung aufgerechnet? Auch Linke haben ihre Opfer schon immer instrumentalisiert.“ Was absolut der Wahrheit entspricht, aber bekanntlich bestimmen die (Wahl)Sieger was in einem Land geschieht.

Bevor es weitergeht eine Analyse der Überschrift, die nur als manipulativ und suggestiv zu bezeichnen ist. Sie impliziert ganz im Sinn eines linken Hetzblattes, dass in Kandel AfD-Mitglieder und Rechtsextreme gemeinsame Sache machen und stellt sie damit auf eine Stufe.

Der SWR schießt den Vogel ab und behauptet unter der Überschrift Flagge zeigen gegen Rechts: „Rund 3.500 Rechtsextreme haben am Wochenende in Kandel (Kreis Germersheim) gegen die Flüchtlingspolitik demonstriert …“ Eine glatte Lüge. Wie war das noch mit den fast 83 Prozent?

Die Radikalen

Anke ist Lehrerin mit Hauptfach Sozialkunde und Deutsch und verneint vehement, dass es dort lediglich Rechtsextreme gab. Dazu gleich mehr. Videos zur Demo in Kandel finden sich haufenweise. Sie zeigen deutlich, dort demonstrierten überwiegend normale BürgerInnen. Aber vermutlich hat der SWR nur das Wort rechtsextrem nicht verstanden. So wenig wie Malu Dreyer, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Nachhilfe kommt vom Verfassungsschutz:

In der politischen Auseinandersetzung werden die Begriffe „rechtsextrem“ bzw. „rechtsradikal“ häufig synonym verwendet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die Abgrenzung zwischen (Rechts-)Radikalismus und (Rechts-)Extremismus klar definiert.

„Als extremistisch werden die Bestrebungen bezeichnet, die gegen den Kernbestand unserer Verfassung – die freiheitliche demokratische Grundordnung – gerichtet sind. Über den Begriff des Extremismus besteht oft Unklarheit. Zu Unrecht wird er häufig mit Radikalismus gleichgesetzt. So sind z.B. Kapitalismuskritiker, die grundsätzliche Zweifel an der Struktur unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung äußern und sie von Grund auf verändern wollen, noch keine Extremisten.

Radikale politische Auffassungen haben in unserer pluralistischen Gesellschaftsordnung ihren legitimen Platz. Auch wer seine radikalen Zielvorstellungen realisieren will, muss nicht befürchten, dass er vom Verfassungsschutz beobachtet wird; jedenfalls nicht, solange er die Grundprinzipien unserer Verfassungsordnung anerkennt.“

Zurück zu Kandel, zurück zu den angeblichen Extremisten. „Waren viele davon da?“, will ich wissen. „Nein“, schreibt mir Anke. „Wie schon bei der letzten Demo, habe ich einige komische Gestalten gesehen, die Parolen gerufen haben. Aber das war wirklich nur kurz, die Mehrheit der Demonstranten waren normale Bürger!“ Ja was bitte stimmt denn nun? Vielleicht sollte ich beim nächsten mal selbst nachschauen und darüber berichten.

Märchenstunde

Maria, Mia und nun Mireille stehen stellvertretend für alle deutschen Opfer der Flüchtlingskrise. Und deren Zahl steigt weiter an. Das ist keine Lüge und vor allem keine Hetze, die Übergriffe sind traurige Realität. Es ist die Qualität der Straftaten, die Migranten von deutschen Tätern unterscheiden. Das Messer sitzt nun einmal locker in einer Kultur, die auf Gewalt und Stärke basiert.

Das Märchen der hochqualifizierter Flüchtlinge, hat schon der aus Syrien stammende Professor Bassam Tibi ad absurdum geführt. Wörtlich sagte er 2016: „Ich habe sicherlich in den letzten eineinhalb Jahren mit mehreren Tausend Syrern gesprochen, ob in Göttingen, Frankfurt, Berlin, München. Die meisten von ihnen, habe ich am Dialekt festgestellt, sind keine Städter, sondern vom Land. Und unter ihnen gibt es viele Antisemiten. Dieser Kultur habe ich mich sehr entfremdet. Unter all den Leuten, die ich sprach, war übrigens kein einziger Arzt und auch kein Ingenieur.“

In einem Essay, das ganz bezeichnend nicht in der deutschen Presse erschien, geht Professor Tibi noch einen Schritt weiter. „Unter den Leuten aus meiner Heimat Syrien, die nach Deutschland flüchten, befinden sich auch manche, die zuvor ihre Nachbarn ermordet haben – nicht alle sind Engel, Ingenieure und hochgebildete Akademiker, wie deutsche Medien suggerieren.“

Noch bevor Robin Alexanders Buch „Die Getriebenen“ erschienen ist, habe ich vor Merkels Politik der offenen Grenzen gewarnt. Als Beispiel nenne ich meinen im Oktober 2016 veröffentlichten Beitrag „Die Diktatur des Narrativs“, der mir neben Zustimmung auch offene Ablehnung einbrachte. Heute, im März 2018, frage ich, wo all die KritikerInnen geblieben sind.

Gewalt hat einen Namen

Dass vielleicht doch die völlig andere Kultur, die soziale Prägung ein Grund dieser Morde ist, auf diese Idee wollen nur wenige in Deutschland und in der Regierung Merkel kommen. Stattdessen werden KritikerInnen als „Fremdenfeindlich“ und „Rassisten“ denunziert. Aber der Islam ist keine Rasse und Islamismus kein herausgelöstes Teil. Sonst hätte es auch einen Christianismus gegeben und der hat als Begriff niemals existiert.

Christen wie Muslime haben seit jeher im Namen ihres unbeweisbaren Schöpfergottes Gräueltaten ausgeführt, die meist einen politischen Hintergrund hatten. Aber während Christen die Aufklärung kennen, ist die im Islam noch immer unbekannt.

Der marxistische Wissenschaftler Hartmut Kraus, der die Ideologie des Islam heftig kritisiert, wird von seinen GegnerInnen zum „Nazi“ abgestempelt, was viel über den Intellekt jener verrät, die er in nüchterner Gelassenheit als „Pseudolinke“ bezeichnet. Warum, so fragt man sich, darf das Christentum kritisiert werden, der angeblich so friedliche Islam dagegen nicht.

Götter und Rassisten

Zum größten Teil liegt das an jenen Fanatikern, die den Koran als Wort ihres unbeweisbaren Gottes ansehen. Ich kenne in Deutschland geborene Muslime, die den Kopf darüber schütteln und den Koran für eine Art Märchen aus 1001 Nacht halten. Den Koran hat kein Gott geschrieben, das waren Menschen ihrer Zeit. Diese haben eine politische Ideologie geschaffen haben, die „Unterwerfung“ heißt.

Fanatiker, die es in allen Kulturen gibt, haben den Koran für ihre politischen Zwecke missbraucht, um andere zu unterdrücken. Am einfachsten geht das natürlich bei den eigenen Frauen, die nur noch Menschen zweiter Klasse sind. Iran, Afghanistan und Saudi-Arabien sind erschreckende Beispiele dafür. Aber deutsche Feministinnen bejubeln das Kopftuch als Befreiung. Wer das kritisiert gilt als „Rassist!“

Bei jedem Opfer, egal ob Frau oder Mann, das einem feigen Mord zum Opfer fällt, werde ich zorniger. Ebenso bei jedem Aufmarsch der Antifa, die normale  BürgerInnen beschimpfen und „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ rufen. Und doch wäre ich an ihrer Seite, wenn es wirklich gegen Nazis ginge.

Dumm nur, die sind schon lange tot. Die Glatzen mit den Springerstiefeln sind eine (vom Verfassungsschutz geführte) Minderheit. Wer das bezweifelt, der darf sich gern über die Geschichte der NPD informieren. Einer ihrer Gründer, Adolf von Thadden, war ein V-Mann des britischen Geheimdienstes MI6.

Deine Meinung – Meine Meinung – Eine Meinung?

Das Kandeler Frauenbündnis, das nach der Ermordung Mias gegen sexuelle Gewalt protestiert, sieht sich massiver Kritik gegenüber, die auch von anderen Frauen kommt. Angesichts der vielen Morde fällt Neutralität schwer. Hier hilft intensive Recherche. Thematisiert haben die Gegnerinnen des Kandeler Bündnisses:

„Es ist kein Bündnis für Frauen. Es ist eine perfide Art und Methode, offener Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Frauenfeindlichkeit einen Schafspelz überzuziehen. Hier wird nicht sexualisierte Gewalt angeprangert, hier wird ein existentielles Thema für fragwürdige politische Zwecke instrumentalisiert.“

Natürlich ist es legitim eine Meinung zu haben, aber wer ein „existentielles Thema für fragwürdige politische Zwecke instrumentalisiert“ ist offensichtlich. Wo ist die Bereitschaft zum Diskurs, dem gemeinsamen Schulterschluss? Das Bündnis hat sich zu den Vorwürfen geäußert und mit Humor die wahren Frauenfeinde entlarvt. Gut finde ich, dass die Kandeler Frauen nun auch die sexuelle Gewalt von Deutschen ansprechen. Diesen Vorwurf hatte ich vor einer Weile der Aktion #120db gemacht, die nicht explizit darauf verwiesen hat.

Wohin Ausgrenzung führen kann, was es bedeutet, wenn sich die mediale Macht auf normale BürgerInnen stürzt, darf jeder im Selbstversuch praktizieren, indem er sich zum Schein als AfD-WählerIn zu erkennen gibt. Ungefährlich ist anders. Ich prognostiziere gewisse Probleme und das ist noch harmlos ausgedrückt.

Audiatur et altera pars

„Audiatur et altera pars – Man höre auch die andere Seite“, ist ein Grundsatz römischen Rechts, das seine Entsprechung im deutschen Grundgesetz findet: „Vor Gericht hat jedermann Anspruch auf rechtliches Gehör.“  Oft verweigern Linke dieses Recht. In vielen Diskussionen, die ich im Kreis meiner linksgrünen FreundInnen führte, habe ich diese Unsitte festgestellt. Was leider auch für viele Rechte gilt, die auch nur Parolen brüllen.

Wobei das kein exklusives Problem politischer AktivistInnen ist, wir sprechen von einem deutschen Problem. Voltaire hat einmal (sinngemäß) gesagt: „Ich hasse, was du sagst, aber ich werde mich immer dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ In Deutschland heißt der Satz anders: „Ich hasse, was du sagst, und ich werde Mittel und Wege finden, dich von künftigen Diskussionen auszuschließen!“

„Den deutschen Debatten fehlt es generell an Toleranz“, sagte der der Historiker Heinrich August Winkler. Genau so habe ich in den letzten Jahren viele Kommentare erlebt. Persönliche Angriffe und / oder Beleidigungen statt wirklicher Argumentation sind ein Armutszeugnis.

Fazit: Sich sachlich zu streiten, den Austausch zu suchen, all das kann belebend für die eigene Meinung sein. Aber selbst im Zeitalter von Globalisierung und Internet, ist Hegels Philosophie der Dialektik noch immer (wieder!) weitgehend unbekannt. Ein erneutes Armutszeugnis.

Vielleicht versteht der Konservative im Diskurs die Motive eines Linken besser, wenn der das Kapital kritisiert und gegen den Faschismus wettert. Und vielleicht werden weltoffene Linke einen Verbündeten bei einem Konservativen finden, wenn es gegen den Neoliberalismus und Gewalt gegen Andersdenkende geht.

Vielleicht erkennen nach einer Weile beide, dass man wirklichen Kriegsflüchtlingen auch weiter helfen kann, aber die unkontrollierte Einwanderung von reinen Wirtschaftsmigranten zur Überforderung der Gesellschaft und enormen Spannungen führt. Die Bombe tickt beständig.

Ganz bestimmt muss sich dafür einiges in Deutschland (Europa) ändern. Den Anfang haben nun Autoren, Publizisten, Künstler und Wissenschaftler mit einer gemeinsamen Erklärung gemacht. Vielleicht ist das der zaghafte Neubeginn für ein Umdenken in Politik und Presse.

Quo vadis Feminismus?

„Ein Problem der Feministinnen und mit ein Grund warum ich sie oft meide, ist die Uneinigkeit, der Kampf miteinander“, habe ich als Antwort auf den Kommentar einer Leserin geschrieben. Heute erkläre ich warum.

Die doppelte Moral

Viele meist linke Feministinnen frönen einer schizophrenen Doppelmoral. Auf der einen Seite betonen sie den Zusammenhalt unter Frauen, um sofort die Einschränkung zu machen, dass nur jene gemeint sind, die ihre Ansichten (Ideologie) und Moralvorstellungen teilen. Wagt es eine auszubrechen, wird sie (verbal) bis aufs Blut bekämpft.

Aktuell reitet ein Großteil der Feministinnen auf der #metoo-Kampagne und schießt einmal mehr übers Ziel hinaus. Gleich alle Männer unter Generalverdacht zu stellen, ist ziemlich daneben.

Sexuelle Übergriffe auf Frauen anzusprechen ist wichtig! Wer schweigt macht sich schuldig. Das absurde Argument linker Feministinnen, dem „politischen Gegner“ durch Schweigen keinen Vorteil zu gewähren, entlarvt sie als Heuchlerinnen.

Der (fehlende) Aufschrei

Konnte Frau zu Beginn der #aufschrei-Kampagne im Jahr 2013 noch nicken, nahm diese in der Folgezeit absurde Züge an. Auch die #metoo-Kampagne wirkt zum Teil aufgesetzt und dem Mainstream-Feminismus geschuldet. Dass AmerikanerInnen etwas seltsam in Beziehungsfragen sind, habe ich selbst erlebt.

Es ist genau diese neue Prüderie, die der von mir so genannte „Zentralrat der Feministinnen“ in die Gesellschaft einbringt. Ein erstes Opfer sind bereits die leicht bekleideten Grid-Girls der Formel 1 geworden, die nun alle ihren Job verlieren.

Bisher dachte ich, dass Feminismus für die Selbstbestimmung der Frauen steht. Offenbar war das ein Fehler. Feminismus wird offensichtlich von der Pseudomoral einer Gruppe frustrierter Frauen neu definiert, die vielleicht neidisch auf das Aussehen dieser Grid-Girls sind, um es vorsichtig zu formulieren.

Bekanntlich setzen sich deutsche Feministinnen gern für muslimische Frauen und deren Recht ein, das Kopftuch zu tragen. Darüber und ob das wirklich aus freien Stücken geschieht, wird heftig gestritten.

Dass die Feministinnen damit eine aggressive politische Ideologie unterstützen, zur Schaffung von Parallelgesellschaften beitragen, übersehen sie ebenso, wie die mutigen Iranerinnen, die in ihrer Heimat gegen den Kopftuchzwang protestieren.

Der rechte Weg

Als vor einigen Tagen die Initiative #120db (120 Dezibel) das Tageslicht erblickte, war die linke Szene konsterniert. (120 Dezibel ist die Lautstärke eines handelsüblichen Taschenalarms, der von der Polizei nach anhaltenden Übergriffen von Migranten auf deutsche Frauen empfohlen worden ist.)

Vorzeige- und Möchtegern-Feministinnen beeilten sich zu erklären, wie widerlich diese Kampagne sei, die sich in rassistischer Weise gegen Ausländer richte und dass es sich bei #120db um eine „rechte Gruppierung“ handele.

Kein Wort von Solidarität, kein Angebot zum Schulterschluss, stattdessen nur die übliche Häme. Die Opfer werden erneut vergessen. Leider begeht #120db den Fehler, dass nur „importierte“ männliche Gewalt gegen Frauen angesprochen wird. Was ist mit einheimischer (ehelicher) Gewalt, hat Frau die übersehen?

Seid laut!

Die Identitäre Bewegung (IB), die hinter #120db steckt, habe ich schon eine Weile im Blick. „Nazis“, wie uns die Medien vermitteln, sind das keine. Eher eine Art Jugendbewegung, die der FPÖ (Österreich) und AfD (Deutschland) nahe steht. Leider wird die Kampagne genau dadurch weniger Gewicht bei der Bevölkerung bekommen. Die linken Medien sorgen schon dafür.

Anders als diese Mainstream-Feministinnen, werde ich die explodierende Gewalt durch eine Minderheit der Migranten ansprechen. Auch wenn ich dazu ungewöhnliche Verbündete suchen muss. Für mich ist das Ergebnis wichtiger, als der „politisch korrekte Weg.“ Und dieses Ergebnis kann nur lauten „Finger weg!“ Das gilt dann für alle Männer, die ein „Nein!“ noch als Einladung verstehen.

All jenen, die erst jetzt auf den Zug des Feminismus und der neuen Kampagnen springen, muss ich die Fragen stellen: „Wo wart ihr gestern? Warum habt ihr geschwiegen, als die beste Freundin eurer Tochter mit auffälligen blauen Flecken zur Schule kam. Warum habt ihr erst dann Betroffenheit geheuchelt, als vielleicht genau dieses Mädchen Selbstmord beging, da sie (vom deutschen Stiefvater) jahrelang missbraucht worden ist?“

The Good, the Bad and the Ugly

Aber vielleicht wart (seit!) ihr selbst die TäterInnen, die zu Hause mit harter Hand regieren. Den prügelnden Ausländer zu blamieren ist somit für viele einfacher, als eigene Fehler einzugestehen, wenn man das eigene Kind schon wieder geohrfeigt hat.

Das große Problem jeder Initiative ist ihre Instrumentalisierung durch politische Bewegungen und die oft emotional ausgetragene Auseinandersetzung vieler Frauen miteinander.

Der Aufschrei über #120db verschleiert natürlich auch die eigene Ohnmacht und Hilflosigkeit der Feministinnen: „Warum sind wir nicht auf diese Idee gekommen?“ und „Die Rechten haben unser Terrain besetzt!“, schallt es aus ihren Reihen. Frau sieht die Deutungshoheit des Begriffs „Gender“ und „Feminismus“ in Gefahr und ortet bereits eine Bedeutungsverschiebung.

Das muss natürlich in aller Ausführlichkeit ausdiskutiert werden, Frau muss klare (neue!?) Positionen finden, um sich von Populisten abzugrenzen. Das geht schon eine ganze Weile so, mit zweifelhaftem Ergebnis. Ihr, die ihr lieber das Kopftuch als „Befreiung der Frau“ verteidigt, habt euch und die feministische Bewegung schon lange überlebt. Für mich seid ihr „The Ugly“, ihr habt euch und uns verraten.

Für die Opfer!

Solange ich denken kann, habe ich mich gegen Ungerechtigkeit eingesetzt. Niemand wird sich ungestraft an einem anderen vergreifen, wenn ich in der Nähe bin. Dabei spielt es keine Rolle wer die Täter sind.

Wir alle, egal ob Frauen oder Männer, könnten schon morgen ein Opfer von Gewalt werden. Der Protest dagegen ist kein Rassismus. Aber wenn nun wiederholt Migranten deutsche Frauen ermorden, muss das ebenso ein Thema sein, wie der Missbrauch eines Jungen durch deutsche Pädophile.

Es wäre eine tolle Sache, Sahra Wagenknecht neben Alice Weidel und Andrea Nahles auf einer Demonstration gegen sexuelle Gewalt zu sehen. Stellvertretend für die verfeindeten Lager. Ich könnte fast darauf wetten, dass sie sich in dieser Sache gut verstehen. Über Sachthemen streiten können sie später.

Manga, Miezen und Karossen

Unser Leben in Japan ist anders. Die Zeitumstellung haben wir schon längst vergessen. Nur mein Laptop läuft noch immer auf deutscher Zeit, eine letzte Erinnerung an gestern. Wir knüpfen Kontakte mit japanischen Firmen, die mit Deutschland handeln wollen. Unser großer Vorteil, wir sprechen beide Sprachen.

Meine Cousine erlebt einen Höhenflug, die Depression scheint wie weggeblasen. Aber bleibt das auch so? Tapfer übt sie Karate, die Mädchen freuen sich. Ohnehin sind sie der absolute Mittelpunkt unserer Familie. Überall nur Tanten und Onkel, die sie auf Händen tragen.

Wir machen Pläne für die Zukunft und verwerfen sie wieder. „Du machst Pläne!“, sagt Yuki frech, „und mich damit wahnsinnig!“ Ken hat sich verändert, die letzte Trennung war ein harter Schlag. Wir sehen ihn kaum, er arbeitet Tag und Nacht. Übermüdet fällt er von einer Leiter, nun liegt er mit Rippenbruch im Krankenhaus.

Wir besuchen den Kindskopf, der schon wieder lachen kann. „Barbie Cousinchen“, begrüßt er mich, „bitte hol mich ganz schnell wieder raus!“ Den jungen Arzt zu überreden ist einfach, er ist Kens Freund seit Kindertagen. Mit Leidensmiene steigt Ken ins Auto, zu Hause steckt ihn die Tante wieder ins Bett.

Am 12. Januar 2018 ruft der Auto Salon in Tokio. Prompt machen wir uns auf den Weg. Zwei Stunden Flugzeit trennen uns von den Edelkarossen. Wir fliegen im Auftrag, aber Spaß werden wir trotzdem haben. Unsere Mission, die Trends aus Japan kritisch zu betrachten. Aber werden in Japan Trends gemacht?

Die Antwort ist kompliziert und irgendwie japanisch, wir veredeln Trends, wir machen sie besser. Das Maß aller Dinge in der Autobranche bleiben immer noch die USA. Aber für die SEMA Show in Las Vegas hatten wir leider keine Zeit. Das wird sich vielleicht 2018 ändern, Los Angeles ist noch immer eine Option.

Tokio ist immer eine Reise wert. Wir waren schon öfter hier. Aber an diesem Wochenende werden wir keine Zeit für das bunte Treiben haben, wir sind zu einer noch bunteren Welt unterwegs. Diese Welt besteht aus in Stahl gepresste Leidenschaft, Auto Salon wir kommen!

Während ich in einem Manga blättere schaut sich Yuki die neuste Mode an. Dann tauschen wir die Hefte. Elfchen schnauft. „Was du auch immer liest!“ Dabei ist die Geschichte völlig harmlos. Also fast. Was kann ich dafür, wenn die Heldin alle niedermetzelt? Aber die neuen Modetrends finden wir dann beide gut.

Am Flughafen Tokio angekommen genießen wir die Fahrt mit dem Zug. Keiner spricht, einige Fahrgäste tragen Mundschutz. Das werden wir auf der Messe noch öfter sehen. Ob das wirklich vor Erkältung schützt? Elfchen und ich sind gegen Grippe geimpft, das machen immer so. 11 Hallen mit 880 Autos erwarten uns. Gegen dieses Virus hilft keine Spritze.

Alles was Rang und Namen hat tummelt sich auf der Messe. Deutsche Klänge hören wir ebenso, wie Französisch und Englisch. Ein bekannter Youtuber hastet vorbei, ich höre vertraute Klänge. „Die Welt ist klein geworden“, sage ich auf Japanisch. Yuki schaut und nickt. Aber Werbung werde ich keine für ihn machen.

Ich schieße Bilder, die für Wolf gedacht sind. Noch von der Messe maile ich sie ihm zu. Es geht vornehmlich um Folgen und Body Kits, die Tuning Schmiede geht mit der Zeit. Wir nehmen Prospekte mit und Visitenkarten, mein Rucksack ist zum Glück fast leer.

Wir treffen Herrn Yamasaki. Einige LeserInnen erinnern sich bestimmt, wir haben ihn bereits in Detroit gesehen. Knapp dreißig Minuten ziehespäter haben wir seine Unterschrift in der Tasche. Niemand verhandelt so gut wie wir. „Wie du!“, diktiert mir Yuki, sie hat neben mir gesessen.

Die Eindrücke erschlagen uns fast. Ein Nissan GT-R Umbau zieht mich magisch an. Und ist das nicht der Honda NSX? Wie eine Katze schleiche ich um den Wagen. Der ist toll, das Mädchen davor fast noch besser. Prompt schießt Yuki böse Blicke auf sie ab und ich fotografiere nur den Honda. Wirklich tummeln sich viele schöne Frauen auf der Messe. Sie werten auf, was kaum noch aufzuwerten ist.

Wir bleiben zwei Tage und fliegen am Sonntag wieder zurück. Aber wir haben uns nicht nur Autos angesehen. Tokio ist immer eine Reise wert. Ich kann die Stadt nur wärmstens empfehlen. Yuki gibt die Eifersüchtige, als wir im Flieger sitzen. „Ich lasse mir jetzt die Fingernägel wachsen“, sagt sie zum Spaß, „dann kratze ich jeder Mieze die Augen aus.“ Prompt habe ich „Miau!“ gesagt und bin nun vor Liebe blind.

 

Gedanken einer Ausländerin: Krieg der Kulturen

Meine Freundin Linda, eine ehemalige Polizistin, hat mir einen Text geschickt, der von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) stammt und sich zu den immer häufiger vorkommenden (tödlichen!) Messerangriffen in Deutschland äußert.

Auch Linda hat dabei den gleichen Fehler gemacht, den nun viele LeserInnen begehen, sie fällt auf die Verschleierung / Fragmentierung der Wirklichkeit herein.

Der Text 

Angesichts offenbar zunehmender Messerangriffe hierzulande fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine gesellschaftliche Grundsatzdebatte über wirksame Gegenmaßnahmen. Politik und Justiz benötigten aussagekräftige Lagebilder, um Straftaten mit einem solchen, jederzeit verfügbaren und höchst gefährlichen Tatmittel auf denkbare Strafverschärfungen zu prüfen. „Die Verunsicherung der Bürger ist regelrecht spürbar, weil kaum noch ein Tag vergeht, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden“, betonte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Dienstag in Berlin.

„Nicht nur meine Kolleginnen und Kollegen registrieren immer wieder Angriffe mit Messern, die oftmals versteckt am Körper getragen werden. Selbst bei augenscheinlich kleinsten Auseinandersetzungen zwischen Menschen im Alltag wird ein Messer häufig als Drohmittel eingesetzt“, stellte Malchow fest. Es sei höchste Zeit, diesem Deliktphänomen auf den Grund zu gehen. Dazu gehöre natürlich auch, mit Messern begangene Straftaten bundesweit zu erfassen und Täterkategorien zu bilden.

Der GdP-Bundesvorsitzende plädierte zugleich für einen Schulterschluss von Polizei und Justiz. Täter sollten vor Gericht viel öfter die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Das sei aber nur möglich, wenn Staatsanwaltschaften und Richter Messerangriffe als schwerwiegende Straftat bewerten. „Wir setzen auf die abschreckende Wirkung spürbarer Strafen“, sagte Malchow.

Härtere Strafen

Auf den ersten Blick wirkt der Text richtungsweisend. „Endlich“, so werden sich Lieschen und Otto Normalverbraucher denken, „endlich passiert etwas in diesem Land!“ Dass längst etwas passiert ist, haben sie dabei übersehen.

Durch die Flutung Deutschlands mit Migranten aus archaischen Kulturen, ist eine Welle der Gewalt nach Deutschland geschwappt. In ihren Heimatländern ist es für diese sich als Jugendliche ausgebenden Männer normal, ein Messer zu tragen. Streit endet dort oft tödlich.

Dazu muss man zwingend verstehen, dass Gewalt im islamischen Kulturkreis, mit Stärke gleichgesetzt wird. Während man sich in Deutschland (früher) oft nur balgte, was im klassischen Ringkampf und der Versöhnung danach endete, stechen in ihrer Ehre gekränkte Migranten sofort zu.

Dafür gibt es keine Entschuldigung, kein „Das ist bei denen so!“ In Deutschland ist das nicht so und wer hier leben möchte, hat sich deutschen Gesetzen zu unterwerfen. Was die GdP verschweigt, wir haben diese Gesetze schon.

Die Justiz / Politik versagt

Leider ist Paragraph 224 StGB (Gefährliche Körperverletzung) in dieser Hinsicht nicht eindeutig, das Messer wird nicht explizit genannt. Im Gesetzestext heißt es „mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,“ Nach meinem Verständnis ist der Angriff mit einem Messer eine gefährliche Körperverletzung, die mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren bedroht ist. Auch der Versuch ist bereits strafbar.

Juristen (Richter) sehen das nun vermutlich anders und ordnen ein Küchenmesser nicht in die Kategorie Waffe oder Werkzeug ein. Der Angriff mit einem Messer ist fast immer tödlich.

Ob deutsche Gefängnisse und / oder Strafen ein geeignetes Mittel für straffällige Migranten sind, darf bezweifelt werden. Unser seidenweicher Justizvollzug, hat auch in dieser Hinsicht versagt. Aber wie soll man sonst vorgehen?

Der Schutz

In Deutschland und anderen westlichen Demokratien ist es leider üblich, (politische) Fehlentscheidungen zu verschleiern. Nehmen wir den Dieselskandal. Plötzlich sind die Autofahrer die Schuldigen, haben sie es doch gewagt einen Diesel zu kaufen / fahren! Frecheit sowas, das müssen wir nun höher besteuern. Ironie off.

Ins gleiche Horn stößt die Aussage, dass jeder Deutsche pro Jahr viele Kilogramm Plastikmüll produziere. Wer die Verpackungen herstellt und verkauft, hat man dabei vergessen. Genau so wird auch Politik gemacht, vor genau diesem Hintergrund, ist die Aussage der GdP zu bewerten.

Der eigentliche Schutz deutscher BürgerInnen liegt in einer kompromisslosen Überprüfung der Identität von Migranten und ihrer sofortigen Abschiebung, wenn sie (wiederholt) straffällig werden. Maria und Mia könnten noch leben, wenn deutsche PolitikerInnen diesen Schutz durchgesetzt hätten.

Die bösen Deutschen

„Aber Deutsche sind auch keine Engel!“, kommt als Einspruch immer wieder, wenn die Diskussion über straffällig gewordene Migranten aufkommt. Dann werden sofort Zahlen präsentiert, die „böse“ Deutsche zeigen. Verschwiegen wird, dass diese sehr oft einen Migrationshintergrund haben. Schon länger hier lebende, sucht man in der Kriminalstatistik oft vergebens.

„Aber die rechten / linken Extremisten!“, kommt Einspruch Nummer Zwei. Ja, die gibt es. Oder hat jemand die linke Gewalt beim Hamburger G20-Gipfel schon vergessen? Rechte Extremisten sind kein Stück besser. Nur erschaffen die bisher noch keine Chaostage, das muss man ganz klar sehen.

Dass sich Teile der deutschen Bevölkerung nun radikalisieren und ein „Krieg der Kulturen“ entsteht, ist die eigentliche Gefahr in diesem Land. Kurze Pause, harter Schnitt. Wer diesen Satz glaubt, hat noch immer nichts verstanden. Auch er ist lediglich ein Fragment.

In Richtung … ?

Strategen denken immer mehrere Szenarien durch. Wohin also „driftet“ Deutschland? Oder ist es doch nur eine leichte und gewollte Kurskorrektur, die nun sogenannte „rechte Kräfte“ an die Schalthebel der Macht spült?

Wir haben den Durchmarsch der Linken erlebt, die seit 1968 immer einflussreicher geworden sind. Merkels CDU hat sich dem angepasst, um weiter an der Macht zu bleiben. Diese Wandlung ist klar zu sehen. Die Linken haben sich überlebt und präsentieren sich als neoliberales Zerrbild alter Größe.

Ihre einzige Chance ist eine grundlegende Erneuerung und die Rückkehr zu wirklicher Bürgernähe und sozialen Ideen. Aber wer lieber das Netz zensiert, wer gern teure Maßanzüge statt Strickpullovern trägt, der hat sich viel zu weit von seinen WählerInnen entfernt.

Der Trick, eine alternative Partei in Deutschland aufkommen und stark werden zu lassen, hat bisher blendend funktioniert. Bürgerlich-Konservative und Linke aller Couleur schlagen sich die Köpfe ein. And the winner is …! Darüber lohnt es sich nachzudenken. Die politische Richtung ist dabei völlig egal.

Warum Lesben (keinen) Sex mit Männern brauchen

Auch 2018 geht meine muntere Reihe der Suchbegriffe weiter, die in der Mehrzahl „Sex mit Japanerin“ oder „Sex mit Lesbe“ sind. Die Wortwahl der Suchbegriffe zeigt deutlich, wie wenig manche von Frauen und Homosexualität verstehen. Ich habe 20 Begriffe ausgesucht und mehr oder weniger sachlich kommentiert.

1. – lesben brauchen sex mit männern – Lesben brauchen mit Sicherheit keinen Sex mit Männern, wir kommen wunderbar ohne sie aus. Alpha-Männchen, oder die sich dafür halten, haben offenbar ein Problem, wenn sie an ihre Grenzen stoßen.

2. – als lesbe sex mit hete – Darüber hatte ich bereits mehrfach geschrieben. Es gibt Lesben, die gezielt auf die Jagd gehen, um Heten ins Bett zu bekommen.

2.a – lesben stehen auf heten – Genau dieser Suchbegriff zeigt, wie wenig über Lesben bekannt ist. Warum sollten wir auf Heten stehen? Weil wir Frauen mögen? Alle Frauen? Nein! So wenig wie eine Hete alle Männer mag, so wenig mögen wir alle Frauen. Es besteht auch keine Gefahr, dass wir Lieschen Müller im Freibad die Kleider vom Leib reißen und sie … ins Wasser stoßen.

3. – homophobie japan – Die gibt es in Form von Nichtbeachtung der Homosexualität. Yukis Großeltern weigern sich beharrlich in mir mehr als nur eine ganz normale Freundin ihrer Enkelin zu sehen. Sie ignorieren unsere Beziehung, was die Regel in Japan ist. Die jüngere Generation Japans steht dem Thema aufgeschlossener gegenüber, aber es gibt noch einige Hindernisse zu überwinden.

4. – was finden lesben an männern abstoßend –  Machogehabe, auf Sex ausgerichtete Anmache, die vielen Haare und der oft abstoßende Körpergeruch. Mir wird übel, wenn Mann zu sehr duftet bzw. es macht mich aggressiv. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, mein Vater oder Cousin Ken gehören dazu, kann ich also Männer nicht riechen, um es salopp auszudrücken. Daher vermeide ich allzu innigen Kontakt. Wer mehr darüber lesen möchte, dieser Beitrag von mir beschreibt es recht gut: Mögen Lesben keine Männer?  

5. – unterschied china japan korea / verstehen sich japaner und chinesen – Obwohl wir alle Asiaten sind, sprechen wir verschiedene Sprachen. Zwar hat Japan viel von China übernommen, wie etwa die Schriftzeichen und die Musik, aber das hat sich Verlauf der letzten 1.000 Jahre verändert. So hat Japan auch zwei eigene Schriften entwickelt, die man Hiragana und Katakana nennt.

Auch Korea hat man eine eigene Schrift eingeführt, die Kanji gerieten aus der Mode. Was das Aussehen betrifft, darüber wird heftigst gestritten. Der auf youtube veröffentlichte Test einer Gruppe AsiatInnen, die Nationalität verschiedener Männer und Frauen mittels Bildern zu bestimmen, endete mit der Erkenntnis, dass sie meist völlig daneben lagen. Was zum Teil auch daran liegt, dass China ein Vielvölkerstaat ist. Und JapanerInnen aus dem Norden und Süden unterscheiden sich ebenfalls.

Man kann sagen, dass Japaner disziplinierter und zurückhaltender sind, als die eher forsch (laut) auftretenden Chinesen. Das hat ihnen in Japan einen schlechten Ruf eingebracht. Auch die KoreanerInnen kann man als emotionaler bezeichnen. ChinesInnen und KoreanerInnen eigen, ist ihr etwas ausgeprägterer Individualismus, der so in Japan nicht existiert. Japaner handeln als Gruppe und für die Gemeinschaft, das ist der vermutlich größte Unterschied.

6. – werner patzelt – Professor Werner Patzelt zuzuhören kann ich nur empfehlen. Ich bin ein Fan dieses Wissenschaftlers, der klar Stellung bezieht und sich kritisch-neutral über die Politik äußert. Das ist genau mein Ding. Im heutigen Deutschland ist dies allerdings verpönt, man muss zwingend einer politischen Richtung angehören, vorzugsweise der linken.

Als Resultat einer rein wissenschaftlichen Studie über die PEGIDA und einem Gespräch mit der AfD, haben die Antifaschisten 2017 seinen Wagen angezündet und sich auch dazu bekannt. Getreu dem Motto: Wer keine Argumente hat, der prügelt.

7. – sage ich einer japanerin, dass ich immer an sie denke, ist sie verwirrt – Eine wirklich interessante Suchanfrage, die nun mich verwirrt. Spaß beiseite. Japanerinnen gelten als zurückhaltend. Ein solcher Satz ist also dazu prädestiniert, um sie zu verwirren. Auch wird sie nicht verstehen, warum Mann (Europäer) plötzlich sein ganzes Dasein auf sie fokussiert. Sie wird, auch bei wirklichem Interesse, ihr normales Leben weiterführen und zur richtigen Zeit an ihn denken.

Sind also japanische Frauen weniger romantisch? Schon, aber anders. Wichtig für JapanerInnen sind Loyalität, Selbstbewusstsein und Zärtlichkeit. Für sie steht die Familie stets im Vordergrund, darin sind sie (wir) sehr konservativ. Trotzdem wird sie immer auch Zeit für sich finden.

8. – lesben werden gewungen sex mit ein mann – Dieses Armutszeugnis vermutlich männlicher Fantasie nennt sich Vergewaltigung und ist strafbar.

9. – getunte audi ttrs – Der Audi TT RS ist bereits die vom Werk verbesserte Variante. Sie bietet aber durchaus noch Potenzial nach oben. Einzelheiten entnehmen Interessierte besser den einschlägigen Foren, ich fahre diese Autos nur zum Test.

10. – als deutscher in japan leben – In Japan gibt es Deutsche, die dort eine neue Heimat gefunden haben. Der Liebe wegen, habe ich mir sagen lassen. In gewisser Weise sind Yuki und ich auch Deutsche, die (zur Zeit) in Japan leben.

11. – kernspecht leung ting streit – Ob Keith Kernspecht (KK) und Leung Ting Streit miteinander haben oder noch immer dicke Freunde sind, ist mir unbekannt. Der in Hongkong lebende Leung Ting, der sich selbst als Nachfolger des  legendären Ip Man sieht und daher Großmeister des Wing Chun / Wing Tsun nennt, hat KK vor vor vielen Jahren in dieser Kampfkunst unterrichtet.

Kernspecht hat das System dann nach Deutschland und Europa gebracht und die European Wing Tsun Organisation (EWTO) gegründet. Die EWTO steht wegen ihrer Trainingsmethoden und der Kommerzialisierung des Wing Chun seit Jahren im Kreuzfeuer der Kritik.

Ich erlaube mir an dieser Stelle den Hinweis, dass Wing Chun zwar eine durchaus effektive Art der Selbstverteidigung ist, Interessierte sich aber Schulen suchen sollten, die kein Mitglied in einem Verband sind.

12. – nandalya politisch / nandalya Partei – Ich habe eine eigene Meinung zur Politik, die ich äußere und andere damit zum nachdenken anregen möchte. Dabei bleibt es nicht aus, dass ich den verschiedenen politischen Lagern (bewusst) auf die Füße trete.

Das resultiert in Attacken meist linker (anonymer) KommentatorInnen, die ihre Sicht der Dinge als die einzig richtige sehen. Leider sind die wenigsten in der Lage sachlich zu bleiben und glänzen lediglich mit Beleidigungen und /oder Hetze, was ihnen einen Ehrenplatz im Mülleimer beschert. Ebenso wie diversen Rechten, deren Parolen auf meinem Blog keinen Platz haben.

Schon mehrfach habe ich darauf hingewiesen, dass ich viele Jahre lang eine GRÜNE war. Leider hat sich die Politik der GRÜNEN weit von dem entfernt, wofür sie vor Jahren angetreten sind. Was auch für die anderen Parteien gilt.

13. – Zensurgesetz – Vermutlich ist damit das von Heiko Maas auf den Weg gebrachte Gesetz gemeint, das völlig daneben ist und schon jetzt für Löschorgien bei Facebook und youtube sorgt. Selbst harmlose Beiträge werden gesperrt. Seltsamerweise betrifft das meist Benutzer, die eine Meinung gegen die politische Ordnung haben. So ist es keine Hassrede, wenn man die Antifa(schisten) als Drahtzieher von Brandanschlägen auf Autos bezeichnet, für die sie selbst die Verantwortung übernommen haben.

14. – Kriminalstatistik – Die Kriminalstatistik der letzten beiden Jahre zeichnet ein erschütterndes Bild von explodierender Ausländerkriminalität. Und das, obwohl die meisten Zuwanderer / Asylbewerber nie straffällig werden. Es beruhigt wenig, dass es sich bei den meisten Delikten lediglich um Verstöße gegen das Ausländerrecht handelt, mehrere Morde und sexuelle Übergriffe sollten ein Warnsignal an Politik und Öffentlichkeit sein.

15. – AfD Regierung – Die AfD ist eine durch Unzufriedenheit über den EURO bzw. die Euro-Rettung entstandene Partei, die durch Angela Merkels Führungsschwäche und Fehlentscheidungen – Stichwort Flüchtlingskrise – , vor allem im Osten Deutschlands stark geworden ist. Zum Teil auch mit taktischer Zustimmung der CDU, die ein Rot-Rot-Grünes Bündnis verhindern wollte. Angela Merkel als Mutter der AfD zu bezeichnen, ist also durchaus legitim.

Aber anders als etwa der CDU, fehlt es der AfD an prominenten Köpfen, ihre Personaldecke ist relativ dünn. Das (gespielte) noch vorhandene Entsetzen der Altparteien über ihren Einzug in den Bundestag wird sich vermutlich bald legen. Ein wirkliche Alternative ist die AfD bisher nicht. Zwar ist es gut wieder eine kritische Opposition im Bundestag zu haben, dieser fehlen aber konkrete Inhalte. Gut deshalb, da auf diese Weise die Altparteien zu einer Erneuerung angeregt werden können, oder sich neue Parteien gründen können, die abseits eingefahrener Muster agieren.

16. – Wanderer ohne Ziel – So habe ich eine Kurzgeschichte genannt, die man HIER nachlesen kann.

17. – Lesben Sex Technik – Wieder einer der Klassiker vermutlich männlicher Neugier. Es ist natürlich (nicht!) so, dass wir total Penisneidisch sind und daher mit einem Umschnalldildo mindestens dreimal täglich übereinander herfallen.

18. – john wick zitat schwarzer mann – Wenn damit Laurence Fishburne gemeint ist, so gab es mehrere einprägsame Zitate. „Der Mann, der Mythos, die Legende, Jooohn Wick!“, ist mir noch in Erinnerung.

19. – wieviel kostet den staat ein tod – Der Wert eines Menschen liege bei 1,2 Millionen Euro, hat vor Jahren der Buchautor Jörn Klare errechnet. Er sprach auch von Humankapital. Wer es genauer nachlesen möchte, der sollte HIER klicken.

Vor dem Hintergrund solcher Berechnungen und Aussagen kann man vielleicht besser verstehen, wieso ein Martin Schulz Migranten „wertvoller als Gold“ bezeichnet. Sie zeigen aber auch, wie PolitikerInnen wirklich über Menschen denken.

20. – sind lesben kompliziert – Warum sollten wir kompliziert sein? Wir sind ganz normale Frauen. Aber vielleicht ist es für den Fragesteller zu kompliziert, das zu begreifen.

Das schweigende Volk

Der Mord in Kandel, an der erst 15-jährigen Mia, ist den meisten noch in frischer Erinnerung. Seit mehr als einer Woche warte ich nun auf den Aufschrei in Deutschland. Darauf, dass endlich etwas geschieht. Stattdessen herrscht meist Schweigen. Warum ruft keiner „Wir sind Mia!“

Psychologen erklären uns die Gründe, warum immer wieder junge Migranten zu Tätern werden. Demnach sind die meisten stark traumatisiert und natürlich von einem anderen Frauenbild geprägt. Von dem Opfer oder wie es den Hinterbliebenen geht, spricht keiner.

Alterslos

Ich weiß nicht, wie alt dieser Afghane wirklich ist, aber es spielt eine große Rolle. Wer sich wie der Mörder von Maria Ladenburger als 17-jähriger ausgibt, aber zum Tatzeitpunkt schon 32 Jahre alt war, den muss die ganze Härte des Erwachsenenstrafrechts treffen.

Mias Mörder wirkt zumindest deutlich älter, als er selbst angegeben hat. Das muss zwingend festgestellt werden. Auch gegen der Willen des Täters. Und es müssen endlich bundesweit Konsequenzen aus all diesen Vorfällen gezogen werden, bei denen sich angebliche Jugendliche Leistungen erschleichen.

Aber die SPD bastelt bereits heimlich am Familiennachzug für Migranten und kann sich der Stimmen der GRÜNEN und der LINKEN sicher sein. Sie alle, die keine Identität mehr haben, bringen damit Deutsche weiter in Gefahr. Aber wieder bleibt der Aufschrei aus, die Lämmer schauen weg.

Wer nun doch aufbegehrt, dem wird mit dem Schlagwort „Humanitäre Hilfe“ gekontert. „Das wohlhabende Deutschland habe die moralische Pflicht …“ Die Wahrheit sieht anders aus.

Die Flüchtlingsindustrie

Längst hat sich rund um die sogenannten Flüchtlinge eine Industrie gebildet, die kräftig am nicht enden wollenden Strom der Menschen verdient. Untermauern kann man das locker mit seriösen Quellen, wie diesem Artikel in der FAZ, der schon im August 2015 veröffentlicht worden ist. KLICK MICH

Vielleicht dämmert es nun vielen LeserInnen, warum keine Grenzen geschlossen werden, warum auch Asylbetrüger ins Land der Dichter und Denker gelassen werden und warum die Gewalt in Deutschland explodiert.

Zugegeben liegt es auch an der satten Zufriedenheit der Deutschen, die man seit mehr 70 Jahren umerzieht. Am Beispiel Schweden kann man gut erkennen, welches Schicksal bald auch Deutschland droht.

Schweden und das ist beachtlich, hat es in die Öffentliche Meinung Japans geschafft. Mit völligem Unverständnis blickt man in Japan auf die dortigen Zustände und kann nicht verstehen, wie sich ein ehemals stolzes Volk selbst abschaffen kann. Wer es noch nicht weiß, Schweden hat ein riesiges Migranten Problem.

Die linke Hegemonie

„Aus queerfeministisch-marxistischer Perspektive sei Migration inhärent schädlich“, hat Jenny Künkel geschrieben. „Das System Migration wird durch Rassismus, Sexismus und Kapitalismus hervorgebracht“, heißt es weiter. Und da hat Frau Künkel recht. Bemerkenswert ist ihre Kritik an den Linken. Gemeint ist damit aber keine Partei.

Jenny Künkel: „Die Liberalisierung der Migrationsgesetzgebung in den letzten Jahren führte zu einem Anwachsen von Menschenhandel, mehr toten Flüchtlingen im Mittelmeer und Armutsmigration.“

Es sind genau diese Linken, zu denen man auch Frau Merkel zählen kann, die zum Teil aus wirklicher Überzeugung, aber auch aus ideologischer Verblendung, Deutschland für immer verändern wollen.

Sie, die keine Identität mehr haben, sprechen sie auch allen anderen ab. Das war bei den alten Linken anders, dort war man durchaus stolz auf das eigene Land.

Mit ohne Stolz

Ich war immer stolz darauf einen deutschen Pass zu haben. Und ja, ich war eine Linke. Überrascht? Aber und auch das muss ich betonen, politisch schon immer (sozial)liberal-konservativ eingestellt. Das macht mich eher zu einer SPD-Anhängerin oder doch zum CDU-Mitglied.

Aber meine Welt waren die GRÜNEN, denen ich lange viel verziehen habe. Damit ist Schluss. Es sind diese GRÜNEN, es sind Frauen wie Roth, Künast, Göring-Eckardt und Peter, denen ich den politischen Krieg erklärt habe.

Genau diese GRÜNEN braucht niemand mehr! Diese, vom System korrumpierten Gestalten, die träge in ihren Sesseln im Bundestag sitzen und über 52 verschiedene Geschlechter diskutieren. Da schüttele selbst ich den Kopf.

Wenn der Flüchtling kommt …

… wird kräftig verdient. Aber das Thema hatten wir schon. Was die meisten nicht verstehen, junge Männer haben keine Frauen. Sie wollen sie erst in Deutschland finden. Hier, so heißt es, seien diese willig und leicht zu haben.

Erste Tests sogenannter Antänzer, haben wir ab Silvester 2015 gesehen. Danach stiegen die sexuellen Übergriffe dramatisch. Inklusive Mord, wenn Mann seinen Willen nicht bekommt, der kein Jugendlicher sondern schon über Dreißig ist.

All das hätte man vermeiden können. Statt pro Monat bis zu  € 5000 für einen (angeblichen) unbegleiteten Jugendlichen auszugeben, wäre diese Summe in dessen Heimatland viel besser aufgehoben. Damit kann man zig Menschen gut und reichlich ernähren. Aber das bringt der Flüchtlingsindustrie kein Geld.

Der FOCUS präsentiert bereits den Handschlag von Schulz und Merkel, um die Wählerinnen auf die neue GroKo einzustimmen. Vier weitere Jahre Mutti werden folgen und Deutschland schafft sich weiter ab.

 

Kuro-obi – Black Belt

Auf besonderen Wunsch einer Leserin, aber eigentlich weil ich es so möchte, wird es nun doch diesen Beitrag über meine (unsere!) Dan-Prüfung(en) geben. Er bildet die Ankunft in Japan und die jüngere Vergangenheit ab. Viel Spaß beim lesen.

Japan, Fukuoka, Heimat. Nie zuvor, habe ich das derart intensiv empfunden. Bin ich keine Deutsche mehr? Deutschland hat mich tief geprägt. Dafür werde ich auf ewig dankbar sein. Aber ich bin und bleibe Japanerin. Und so ist es gut.

Die Tante, der Onkel und meine Eltern erwarten uns in Fukuoka. Die Begrüßung ist für japanische Verhältnisse herzlich. „Hallo mein kleines Mädchen“, höre ich meine Mutter sagen. Hat sie etwa Tränen im Gesicht? Mein Papa schmunzelt, als ich „Hast du mich vermisst, Väterchen?“, frage.

Yuki freut sich ebenfalls. Familie ist nun mal wichtig, das habe ich schon immer gesagt. Und Yuki gehört ganz selbstverständlich dazu. Meine Cousine wird sofort von allen bemuttert. Die verlorene Tochter ist heimgekehrt. Wird die Therapie halten? Alle hoffen es.

Die Mädchen sind müde aber glücklich, so viele bekannte Menschen zu sehen. Ken wirkt traurig. Sein Freund hat sich feige per SMS getrennt. Manche Menschen sind einfach nur Idioten. Aber Ken schüttelt den Kopf, als ich meine Hilfe anbiete.

Glück und Tränen

Yuki vermisst ihre Eltern. Das war schon in Santa Barbara so. Was sie nicht weiß, die beiden sind längst in Japan angekommen. Kurz darauf fließen bei Elfchen die Tränen vor Glück und ihre Mutter weint gleich mit. Was die nur immer haben! Ich bin natürlich völlig cool.

Es fühlt sich ungewohnt und doch richtig an, um diese Jahreszeit in Japan zu sein. Ich mache einige schlechte Bilder der vorweihnachtlichen Hakata Station. Die spinnen meine Japaner! Aber so sind wir, traditionsbewusst und doch Neuerungen aufgeschlossen. Und auch Santa Claus habe wir natürlich adoptiert.

Es gibt viel zu erzählen, die Zeit vergeht wie im Flug. Nach einer kleinen Ewigkeit landen wir todmüde im Bett. Ich träume klar und laufe über verschneite Wiesen. Neben mir freut sich die Inari. Auch sie werde ich besuchen. „Du bist zu Hause, Mayumi“, sagt sie leise. „Ich freue mich auf dich.“

Dojo

Die Tage vergehen, im Dojo assistiere ich meinem Vater, der plötzlich die höheren Kata von mir sehen will. Was hat er nun schon wieder vor? Ich tue ihm den Gefallen und laufe sie perfekt. Nur die amtierende Weltmeisterin kann das noch besser.

Aber die, um einen Vergleich mit Autorennen zu ziehen, fährt in der Formel 1. Ich nur in der Oberliga. Die SchülerInnen schauen fast ehrfürchtig zu. „Das ist doch keine Meisterschaft!“, liegt mir auf der Zunge, aber ich verkneife mir den Satz. Manchmal kann auch ich ein Engel sein.

Es macht Spaß in Japan zu trainieren. Alles ist vertraut und doch ganz anders. Disziplin wird hier bewusst gelebt. Im Ausland wird Karate oft mit Kickboxen gleichgesetzt. Ein Fehler, der fatale Folgen haben kann.

Traditionelles Karate kennt keinen Erstangriff, aber die Verteidigung ist effektiv. Der aus dem Karate entstandene Sport lässt den spirituellen Hintergrund vermissen. Salopp ausgedrückt prügelt man sich dort nur.

Der Test

Bekanntlich ist mir ein Teil der Wartezeit zum 4. Dan erlassen worden. Alles ist möglich, wenn man das von offizieller Seite will. Yuki wird für den 1. Dan geprüft. Sie ist ein wenig aufgeregt, aber guter Dinge. Und dann ist es endlich soweit.

Ich verzichte auf die Einzelheiten der Prüfung, die wären nur für wirkliche Kenner interessant. Yuki besteht mit Bravour. Ich habe die Ehre ihr den Schwarzen Gürtel umzubinden. Sie war schon immer (m)eine Meisterin. Nur auf den Kuss muss ich verzichten. Manche Regeln gelten auch für mich.

Dann bin ich an der Reihe. Unter kritischen Blicke zeige ich mein Können, beantworte Fragen und erkämpfe mir den Weg im Kumite. Wie immer muss ich mich zügeln und darf keine fremden Techniken nutzen. Normalerweise mache ich das instinktiv.

Hochkonzentriert beende ich den letzten Prüfungsteil. Plötzlich gibt es eine unerwartete Pause. Ist irgendwas passiert? Man bittet mich um einen Augenblick Geduld, die Prüfer beraten sich.

Kein Zweifel

Ich habe keinen Zweifel, dass ich bestanden habe. Aber etwas geht hier vor, das ich nicht auf der Rechnung habe. Ein älterer Sensei mit freundlichen Augen winkt mich herbei. Neben ihm sitzt mein Vater und der Rest der Kommission.

Japaner haben die Fähigkeit völlig ausdruckslos zu blicken. Das kann ich besser und schaue ungerührt zurück. Bei meinem Vater hat das noch immer in einem Schmunzeln resultiert. Man(n) teilt mir mit, dass ich die Prüfung bestanden habe. Plötzlich kommt ein „Aber …“

„Ihre Leistungen sind außerordentlich“, beginnt der alte Mann. „Wir haben das sehr ausführlich geprüft und auch wenn Sie normalerweise aufgrund ihres noch jungen Alters und der soeben erst bestandenen Prüfung zum 4. Dan, die Voraussetzungen für den 5. Dan nicht erfüllen, wird es, auf Antrag ihres Lehrers, eine Ausnahme geben. Sind Sie bereit?“

Yukis fassungsloses Gesicht werde ich nie vergessen. Für einen Moment spüre ich einen kleinen Stich im Bauch. Dann blicke ich in die Augen meines Vaters. „Du verdienst es!“, lese ich dort und er nickt mir aufmunternd zu. Einige Stunden später erhebt er mich in die Meisterklasse.

Meisterlich

Dan-Grade zu überspringen ist eine absolute Ausnahme und war lange verpönt. In meinem Fall und das erklärt man mir auch, ist es die lange Trainingszeit, meine überzeugende Darstellung der Techniken und mein Wissen, die diesen Schritt erst möglich machen.

Vermutlich liegt es auch daran, dass man Nachwuchs braucht und daher fördert. Und so ein wenig ist es Respekt vor meinem Vater, der immerhin einer Berufung folgte und die Jugendauswahl für Olympia trainiert.

Auch zahlt sich aus, dass ich bei meinen zahlreichen Seminaren immer „Gōjū-Ryū Karate“ unterrichtet habe. Zumindest auf dem Papier. Jetzt verstehe ich endlich, warum Schlitzohr Papa Kopien davon wollte. Diese Seminare werden als außerordentliche Leistung gewertet.

Ich brauche keinen Dan, als Aushängeschild, aber diese Ehrung erfüllt mich mit Stolz. Wer nun glaubt man habe mir diesen Gürtel geschenkt, der hat keine Ahnung von Karate! Die Prüfung war ultrahart, jeder Schritt, jede Antwort musste stimmen.

Eigentlich, das sagt man mir auch, hätte es keiner Prüfung bedurft. Wieder war es mein Vater, der genau darauf bestand. „Um Vorteilnahme auszuschließen“, erklärt er mir später. Das finde ich gut, er hätte mir den Gürtel auch schenken können, Dan Grade können in Ausnahmefällen ohne technische Prüfung vergeben werden.

„Und was erwartest du dafür?“, will ich von meinen Vater wissen, als wir wieder zu Hause sind. „Dass du eine gehorsame Tochter bist“, kommt seine Antwort wie aus der Pistole geschossen. Er flüchtet, als er meine Blicke sieht und meine Mutter lacht. Das ist japanischer Humor, wie ich ihn gern mag.

Der 5. Dan bedeutet für mich, dass ich nicht länger Schülerin bin. Ab dieser Stufe zähle ich zur Meisterklasse, wo mein Vater schon lange zu Hause ist. Er ist mächtig stolz, das kann er kaum verbergen. Auch auf Yuki, die er wie eine zweite Tochter liebt.

Japan, Fukuoka, Heimat. Nie zuvor, habe ich das derart intensiv empfunden. Ich bin zu Hause angekommen. Frohe Weihnachten euch allen. Wir lesen uns, das ist doch klar.