Lesbisch, jung, sucht – 30 Fragen braucht das Land

Rein und unverfälscht gibt es heute eine neue Kostprobe menschlicher Such(t)begriffe. Das Beste aus 30 Tagen. Zum Wohl, meine Damen und Herren.

1. – agresiver budismus – Die Rechtschreibung gehört offenbar nicht zur starken Seite des Besuchers. Aber auch von aggressivem Buddhismus habe ich noch nie etwas gehört. Wenn Buddhisten aggressiv sind, hat das nie etwas mit ihrem Glauben zu tun. In buddhistischen Schriften findet sich keine Stelle, die zur Gewalt aufruft.

2. – mike sehr bodybuilding – Ist das einer dieser „natural“ Bodybuilder, die mehr Testosteron intus haben, als gut für sie ist? Vor zwei Jahren habe ich einen Bodybuilder auch zu diesem Thema interviewed, der mir tieferen Einblick in die Eisenszene gab. Wer das nachlesen möchte klickt HIER.

3. – lesbisch chefin verliebt signale – Die Signale von Verliebten sind immer gleich. Problematisch wird es sie zu entschlüsseln. Vor allem für Frauen. Die stehen oft auf der längsten Leitung der Welt. Ob ich „Schubser Seminare“ anbieten soll?

4. – frauen gehören vor den herd – Unbedingt, der Meinung bin ich auch! Mann steht nämlich schon dahinter und bettelt verzweifelt um Liebe und Essen.

5. – sextreffen in japan – Nee, ist klar.

6. – wie nennt man eine lesbische frau die noch nie etwas mit einem mann hatte – Und hier haben wir das absolute Highlight, den Brüller in Breitwand, die Mutter aller Such(t)begriffe! Als klügste Lesbe der Welt kann und werde ich diese Frage natürlich gern und zur vollen Zufriedenheit beantworten. Ein solche Frau nennt man … klug! Wisst ihr jetzt warum ich so schlau bin?

7. – wie fühlt sich scissoring an – Ich habe immer noch keine Ahnung. Mag mir wer helfen?

8. – japanerin flirten – Machen sie. Und zwar richtig gut! Aber nicht mit dir, lieber unbekannter Besucher.

9. – neid gene – Sind mir unbekannt. Womit ich vermutlich zu einer Minderheit gehöre.

10. – wie sind japanische frauen – Bildhübsch, klug und liebenswert.

11. – lesbensex realität – Das würde Mann vermutlich gern wissen. Wird er aber nie erfahren und muss daher weiter gefakte Lesbenpornos schauen.

12. – lippman walter neoliberalismus – Herr Lippman hat den Neobliberalismus quasi mit erfunden. Und was war jetzt die Frage?

13. – unkorrekte lesbe – Gibt es bestimmt. Ich kenne keine.

14. – hetero frauen werden lesbisch – Endlich! Willkommen liebe „Schwestern!“

15. – lesbischsein erkennen – Das ist für Außenstehende manchmal leichter, als für die Betroffene(n) selbst. Aber wenn sich die Gedanken einer Frau stets um andere Frauen drehen, sollte das ein guter Hinweis sein.

16. – hetero frau verliebt sich in lesbe – Das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Oder soll ich nun die Legende erzählen, wie man eine Hete umdreht?

17. – 10 satz geschichte – Findet sich auf meinem Blog nicht (mehr).

18. – frauen siex lesbian – Ja, ja …

19. – liebe, sex tokyo – Gibt es dort bestimmt.

20. – japanisch-porn-mutter-toschter – Muss ich das kommentieren?

21. – nandalya – Hier, hier, ich! Wobei ich mittlerweile festgestellt habe, dass mein Netzname Nachahmerinnen fand. Macht mich das nun berühmt?

22. – cindy allemann freund – Die Cindy hat eine eigene Webseite. Vielleicht einfach mal nachschauen? Das hilft! KLICK MICH

23. – sex mit japanerin – Den haben überwiegend Japaner. Noch Fragen?

24. – liebesbrief an eine frau lesbisch – Warum sollten sich Liebesbriefe an Lesben und Heten unterscheiden?

25. – frauen in tokyo finden – Augen aufmachen hilft. Dort gibt es jede Menge.

26. – warum fährt paul walker immer autos mit lenkrad auf der rechten seite? – Immer stimmt so nicht. Paul Walker hat einige Autos gefahren, die in und für Japan produziert worden sind. Und bekanntlich gibt es in meiner Heimat Linksverkehr.

27. – amazonen und männer – Hier müssen wir zwischen dem Matriarchat, dem friedlichen Zusammenleben von Frau und Mann und den (vermutlich) durch das aufkommende Patriarchat entstandenen Amazonen unterscheiden. Über letztere habe ich bereits HIER geschrieben.

28. – wie dominiere ich als lesbe – Warum sollte eine Frau eine andere dominieren wollen? Dieses klassische Missverständnis sieht man in schlechten Lesbenfilmen und wird von einigen wenigen Frauen als Klischee gepflegt, die in ihrem Verhalten sehr männlich sind. Partnerschaften zwischen Frauen sind in der Regel sehr harmonisch und von gegenseitigem Respekt und Achtung geprägt. Zumindest in meiner Welt.

29. – lesben sind keine freundlichen menschen – Dieser Suchbegriff könnte fast traurig machen. Die meisten lesbischen Frauen sind freundlich und hilfsbereit. Dass wir Mann in die Schranken weisen, wenn er uns an die Wäsche will, sollte selbstverständlich sein. Und selbst dabei bleiben wir meist freundlich.

30. – deutschland und die anderen – Welche anderen? Länder, Menschen, Marsianer? Deutschland tut sich als Vasallenstaat der USA schwer Profil zu zeigen und leidet noch immer unter (s)einer verlorenen Identität.

Eine Liebe in Fukuoka

Was macht(e) Frau in Japan, werden sich einige LeserInnen fragen. Fröne ich dem Nichtstun oder ist Arbeit angesagt? Wie schon erwähnt, habe ich meinem Vater assistiert und einige vielversprechende Karate-Talente gesehen.

Auch mein eigenes Training habe ich forciert und hilfreiche Kommentare meines Vaters bekommen. Cousin Ken, der mittlerweile den 2. Dan im Kyokushin Kaikan hält, will es (spaßeshalber) wissen und fordert mich zum Kumite auf. Mit Zustimmung seines Sensei, der darüber auf seine Art lacht.

Ken hat wirklich geübt und ist viel schneller als noch vor einem Jahr. Genau so schnell liegt er wieder auf den Hosenboden. Alle lachen und er gleich mit. „Du bist so gemein, Cousinchen!“, lässt er mich wissen und verbeugt sich vor mir. Wer mir zu nahe kommt, der (f)liegt.

Noch während des Trainings ist mir ein Europäer aufgefallen, den ich sofort als Deutschen erkenne. Ich spreche ihn an und wirklich kommt Peter aus Magdeburg. Vor einem Jahr ist er nach Japan ausgewandert.

„Es war im Urlaub vor zwei Jahren“, verrät er schmunzelnd, „als ich die Frau meines Lebens traf.“ Er stellt sie uns vor, sie holt ihn nach dem Training ab. Momoka ist 45 und Peter 53 Jahre alt. Aber beide sehen viel jünger aus.

Spontan laden sie uns zu sich nach Hause ein. Dass Yuki und ich ein Paar sind, wird von beiden lächelnd zur Kenntnis genommen. Ken muss leider gehen, sein Freund wartet zu Hause. „Morgen gibt’s Revanche, Cousinchen!“, ruft er mir zum Abschied zu und reibt sich demonstrativ den Hintern.

Momoka arbeitet als Tourguide und hat auf diese Weise Peter getroffen. Sie lächelt sehr japanisch, als ich sie frage „War es Liebe auf den ersten Blick?“ Für Peter war das so, Momoka brauchte deutlich länger, um diesen durchaus interessanten Gaijin in ihr Leben zu lassen.

Wer der Chef im Hause ist weiß ich sofort. Peter ist lammfromm neben seiner Ehefrau. Und das sehr gern, obwohl der Mann sich durchsetzen kann. „Ich war mehr als 30 Jahre Polizist“, erzählt er uns. „Aber in Deutschland ist das ein Kampf gegen die Politik.

Ich habe gekündigt und unterrichte in Japan Deutsch und Englisch. Mein Haus in Deutschland habe ich gut vermietet, das Geld reicht also locker. Und Momoka verdient auch sehr gut.“

Wie gut zeigen die beiden uns, als wir ihr Haus betreten. Peter hat es gekauft und ist mittlerweile auch Familienvater. „Bin ich schon länger“, sagt er und grinst, als er uns Bilder seiner beiden erwachsenen Kinder zeigt. „Meine Frau hat sich scheiden lassen, da ich nie zu Hause war. Aber so ist das nun mal so als Polizist.“

Auch Momoka, die mit ihren 1 Meter 59 noch kleiner ist als ich, war schon verheiratet. „Ich habe mich mit 18 Jahren verliebt und ein Jahr später waren wir verheiratet“, erzählt sie uns. „Als ich keine Kinder bekam, hat er mich wieder verlassen.“ Ein Schatten legt sich über ihr Gesicht.

Momoka war tief verletzt und hat lange Jahre keinen Mann mehr angeschaut. Bis Peter kam. „Er ist ein Barbar“, sagt sie und lacht, als es an der Tür klingelt und er kurz den Raum verlässt, „aber ich habe ihn mir gut erzogen!“

Diese für Japanerinnen eher ungewöhnliche Offenheit, ist auf ihren langjährigen Kontakt mit Ausländern zurückzuführen. „Ich war in Frankreich, Italien und den USA“, sagt sie. „Dort habe ich viel über andere Kulturen gelernt.“

Momoka spricht ein fast perfektes Englisch, wenn auch mit typisch japanischem Akzent. „Ich war überrascht, dass dieser Deutsche sich für mich interessierte“, gibt sie freimütig zu. „Wo bin ich denn interessant? Aber ich mag große Männer.“ Peter ist locker über 1 Meter 80.

Auch mit ihren 45 Jahren ist Momoka noch attraktiv. „Wunderbar kochen kann sie!“, schwärmt Peter, der mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm den Raum betritt. Hinter ihm geht eine Japanerin, die Momoka sehr ähnlich sieht. „Meine Schwester Riko“, erklärt uns Momoka. „Sie passt auf Hina auf, wenn wir beide arbeiten.“

Hina ist vier Jahre alt und adoptiert. Die Kleine ist zuckersüß und verbeugt sich artig vor uns Gästen. „Ich habe Peter vor die Wahl gestellt entweder ein Kind mit mir zu haben, oder wieder abzureisen“, sagt Momoka. Aber das ist japanischer Humor, den Europäer nur schwer verstehen.

In Wirklichkeit wollten sie beide einem kleinen Mädchen die Familie geben, die sie sonst vielleicht nie gefunden hätte. Hinas leibliche Mutter leidet unter schweren Panikattacken und kann sich nicht mehr um die Kleine kümmern. Ihren Vater kennt sie nicht.

Peter war Schieß- und Einsatztrainer bei der Polizei. „Karate und Jujutsu mache ich seit fast 40 Jahren. Nur ein Meister werde ich nie“, fügt er nach einer kurzen Pause hinzu. „Im Schießen bin ich viel besser.“ Liebevoll schaut er Momoka und Hina an. „Diese beiden sind meine Meisterinnen.“

Wie für viele Menschen, ist Karate für Peter nur Ausgleichssport. „Es hält mich fit“, sagt er. Uns wird die Ehre zuteil, die Kleine ins Bett zu bringen, das von allerlei Kuscheltieren bevölkert wird. Sie hat allen Namen gegeben, wie sie uns munter erzählt. Dann gähnt sie herzhaft und ist einfach eingeschlafen. Kleine Kinder können so einfach sein.

Momoka hat unsere Blicke gesehen. „Möchten Sie Kinder?“, fragt sie leise. Wir nicken beide und sie schmunzelt. „Einen Moment bitte“, sagt sie und schwebt aus dem Raum, um kurz darauf mit einem Zettel wiederzukommen. „Schauen Sie doch einmal in dieses Waisenhaus. Vielleicht werden Sie dort von einem Kind gefunden.“

Gefunden haben wir dann etwas anderes, worüber ich vielleicht im nächsten Beitrag schreibe. Wir sind wieder in Los Angeles, die USA haben uns wieder. Vorübergehend zumindest, der Flug nach Deutschland steht bereits fest. 

Und sie bewegt sich doch!

Die Welt steht still! Unglaubliches ist geschehen! Atemlos und wie gebannt schaut man auf die USA. Kein anderes Thema, kein anderes Land scheint die Menschheit so zu bewegen, wie ein älterer Herr mit blondierten Haaren. Sein Name: Donald Trump.

Ja, es ist unglaublich, die Amerikaner haben ihn zum Präsidenten gewählt. Alle Amerikaner? Nein. Wer das amerikanische Wahlsystem kennt weiß, dass Mehrheiten dort anders funktionieren. Wer das dortige Establishment kennt weiß auch, wie man seit Monaten fieberhaft nach einer Möglichkeit sucht, um den ungeliebten „Onkel Donald“ wieder abzusetzen.

Bisher vergeblich, dieser Onkel macht munter weiter und vertritt plötzlich einen für Partner und Feinde völlig unberechenbaren Kurs. „Wird Trump gefeuert?“, steht im CICERO und ein deutscher Wissenschaftler hofft in einer Talkshow nun ganz stark, dass der amerikanische Präsident „seines Amtes enthoben wird.“

Diese Hexenjagd kann bei niemand ohne Folgen bleiben. Sie erinnert stark an die Inquisition und wie man dort mit angeblichen Hexen umgegangen ist. Ein Dampflauderer aus Deutschland hält Trump sogar für brandgefährlich. Selbsternannte Feuerwehrleute plappern das gedankenlos nach.

Auch Vladimir Putin ist Im Visier der Jäger. Der „böse Russe“ will sich doch wirklich 2018 wieder zum Präsidenten wählen lassen. Vermutlich dann mit Hilfe von „Onkel Donald“, dem er angeblich ins Amt geholfen hat.

In Deutschland sind ganz (un)demokratisch bei der Auszählung der Landtagswahl einige tausend Stimmen für die AfD unterschlagen worden. Aber das macht ja nichts, das kann in den besten (Wahl)Kreisen schon mal passieren.

Immerhin besinnt sich Deutschland wieder auf seine christlichen Wurzeln, wie der evangelische Kirchentag zeigt. Zwar hatte man den Drohnenkönig Obama eingeladen, aber was macht das schon. Frieden schaffen, mit immer mehr Waffen, ist offenbar die neue Devise der EKD.

Vermutlich denken auch (Staats)Terroristen ähnlich, die mal so eben einige Dutzend Menschen in Stücke bomben. Ist klar, das macht man(n) so als infantiler Fanatiker. Unterdessen dreht die Welt sich weiter. So, als wäre nie etwas geschehen.

Lichter der Großstadt – Teil 9: Sehnsucht

Der penetrante Summton des Handys beendet die Nacht. Während sich Yuki demonstrativ die Decke über das hübsche Köpfchen zieht, schaue ich wer der Anrufer ist. Meine Mutter, das muss wichtig sein!

Die Neuigkeiten sind wenig überraschend. Meine Eltern werden Deutschland auf unbestimmte Zeit verlassen. Der Grund heißt olympisches Karate, mein Vater hat auf Probe als Trainer zugesagt. Wer mehr darüber wissen möchte, der klickt bitte HIER. 

Meine Mutter hat Bedenken. 30 Jahre Deutschland wiegen schwer. Können meine Eltern wieder in Japan heimisch werden? Für Yuki und mich bedeutet das ein Haus (auf Zeit) zu haben, wenn wir wieder in Deutschland sind.

Elfchen wirkt nachdenklich, als ich ihr davon erzähle. Wollen wir wirklich wieder zurück? Mein Vater hätte mich gern an seiner Seite gewusst, um die Jugendlichen zu unterrichten. Das hatte ich bisher, bei aller Liebe für ihn, Japan und Karate, abgelehnt. Aber seit einiger Zeit, ist die Sehnsucht nach Japan in mir erwacht.

Wir frühstücken, der CD-Spieler verbreitet japanische Klänge. „An was denkst du?“, fragt Yuki und stupst mich an. Dann lacht sie, als ich ihre Zehen kitzele. „Ich habe einen Blick ins Morgen gewagt“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Was machen wir, wo werden wir sein?“

„Wo willst du sein?“, hakt Yuki nach und übernimmt spontan die Führungsrolle. Wir tauschen gern die Charaktere. Aus Spaß haben wir das schon mit den Namen gemacht. Wer uns nur flüchtig kennt, wird uns sowieso für Schwestern halten.

Für Yuki ist es schwieriger zu dominieren, während ich problemlos die scheue Japanerin spielen kann. Zumindest so lange bis ich vor Lachen platze. Aber heute will ich Mäuschen sein.

Wir albern herum und mixen die Sprachen. Aber wie redet man bei uns? Immer so, wie wir denken. In Deutschland überwiegend deutsch und in Japan japanisch, mit eingeschobenen deutschen Worten. Nur auf Englisch verzichten wir.

„Die Frage sollte lauten, wo wir sein wollen“, greife ich das Thema wieder auf. „Was hältst du davon für immer in den USA zu bleiben?“ Yuki versucht die Stirn in Falten zu legen, was natürlich kläglich scheitert. Elfen haben eine glatte Haut.

Los Angeles, die große LGBT-Community, hat Vorteile zu bieten. Zwar zittert die Erde, aber wir sind vor Homophobie und Terror sicher. Dafür gibt es hier mehr Gewalt, die durchaus erschreckend ist.

Weniger für mich, ich kann mich wehren. Aber werden (adoptierte) Kinder hier sicher sein? Warum die USA, werden sich nun einige fragen, ist Deutschland nicht der bessere Platz?

Diese Frage hätte ich noch vor einigen Jahren mit einem dicken JA beantwortet. Zur Zeit ist Deutschland kein sicherer Ort. Multikulti ist ebenso gescheitert, wie Frau Merkels Flüchtlingspolitik. Ich habe keine Lust mehr auf ständige Kämpfe, die ich mit wem auch immer führen soll.

Kinder sollten in einem Umfeld aufwachsen, das nicht von Hass und Gewalt zerfressen ist. Lieber lebe ich im noch immer weitgehend homophoben Japan, als „Angst“ vor offenen Grenzen, Terror und schleichender Islamisierung zu haben.

Es war Yukis Idee längere Zeit in Los Angeles zu verbringen. Sie hat den Virus der Sonne geleckt. Und mir geht es kaum anders, das Leben hat viele Vorteile hier. Aber in Japan könnte ich (Jugendliche) unterrichten.

Elfchen schaut mich an und ist plötzlich ganz still. Wir brauchen keine Worte, um die andere zu verstehen. „Ich gehe packen“, sagt sie leise. Und in Gedanken flüstert die Inari mir „Gute Reise“ zu.

 

 

And Emily plays

Based on a True Story. Der Titel ist dem Lied „And Emily plays“ von Pink Floyd geschuldet. 

Es waren nur vier kurze Worte, die Emilys Welt auf den Kopf stellten. „Vero ist tot!“, stand auf dem Display des Handys. Eine zweite SMS, abgehackte Worte, die von purer Verzweiflung zeugten. Emily las. Plötzlich war dort wo ihr Herz sein sollte nur noch ein Schwarzes Loch. Ein Laut entwich Emilys Kehle, wie ihn sonst nur waidwunde Tiere ausstoßen. „Vero ist tot!“, hämmerte es in ihrem Kopf.

„Was ist passiert?“, wollte ihre Freundin wissen, die sofort Unheil ahnte. Wortlos reichte ihr Emily das Handy und ging ins Schlafzimmer. Ohne nachzudenken, aber doch mit einem klaren Ziel, wühlte sie im Kleiderschrank. Als sie den Teleskopschlagstock fand lächelte sie. „Time to play“, murmelte sie und ihre Augen blickten kalt.

Ihre Freundin weinte. Auch sie hatte Vero gut gekannt. „Was … was ist denn passiert? Warum nur …? Emilys Lächeln war eisig, als sie den Schlagstock durch die Finger wirbeln ließ. „Lass uns fahren“, sagte sie. „Ich muss etwas tun.“

Etwas zu tun war normal für Emily. Sie mischte sich stets ein, wenn es Probleme gab. Meist für Frauen, vor denen sie schützend stand. Der Schwarze Gürtel in Karate war durchaus hilfreich dabei. Mit Emily war nicht zu spaßen, wenn sie der Zorn überkam. Und zornig war sie oft, wenn auch stets eiskalt kontrolliert.

Einige Menschen hatten das nicht ernst genommen und ihren Fehler bitter bereut. Einem Mann hatte sie die Finger gebrochen, als er ihr an den Hintern fasste. Und eine stadtbekannte Lesbe ging ihr auch nach Jahren noch aus dem Weg. Die Ohrfeigen hatte sie nie vergessen.

Emilys Clique wartete schon. Ein halbes Dutzend Frauen und alle hatten Vero gut gekannt. Trauer lag in der Luft. Eine Stadt weint, wenn ein Engel geht. Emily schaute in die Runde. Ihr kaltes Lächeln verwirrte alle. „Klärt mich vielleicht mal jemand auf?“, fragte sie.

„Sie hatte wieder Streit mit ihrem Lover“, meldete sich Kim. „Und ich hatte ihr noch gestern gesagt, dass sie Abstand braucht. Einfach eine Auszeit, um den Kopf klar zu bekommen.“ Zustimmendes Gemurmel folgte ihren Worten. Auch Emily nickte. Sie wusste, Kim hatte recht.

„Ich hätte ihr die Beziehung ausreden müssen“, sagte Emily leise. „Oder vielleicht besser ihm!“ Kim schüttelte die rote Wuschelmähne. „Du hast es doch versucht, wir alle haben das! Du weißt doch selbst, was für ein Dickkopf Vero sein konnte. Vero …“

Kims Tränen flossen und alle Frauen weinten mit. Nur Emily nicht. Sie saß einfach nur da und lächelte. Ihre Freundin nahm vorsichtig ihre Hand. Sie kannte dieses Lächeln gut. „Mach keine Dummheiten!“, bettelte sie. „Das bringt Vero nicht zurück.“

Veronika, von allen Vero genannt, war Emilys älteste und beste Freundin. Die beiden waren zusammen aufgewachsen und hatten alles geteilt. Nur nicht die Liebe, Emily liebte Frauen. Vero hatte immer nur gelacht, wenn Emily sie aus Spaß mit anderen Mädels verkuppeln wollte.

Vero mochte nur Männer und war unsterblich in Kevin verliebt. Gemeinsam bezogen sie schon früh eine Wohnung. Aber Kevins Eifersucht, sein krankhafter Zwang Menschen zu kontrollieren, hatte viel Unglück über die Beziehung gebracht. Und doch blieb Vero ihm treu, er war die Liebe ihres Lebens.

Emily hatte sie fast angefleht Kevin zu verlassen. Aber Worte sind machtlos, wenn Liebe den Verstand übernimmt. Es gab oft Streit. In letzter Zeit noch mehr. Und gestern war Vero in die Nacht geflohen. Durch den Schleier der Tränen sah sie den Wagen nicht. Ein Schlag, ein stummer Schrei und wieder hatte das Schicksal einen Engel umgebracht.

„Wo ist er?“, fragte Emily mit kalter Stimme. „Er wird bereuen, dass er geboren worden ist!“ Wahnsinn tobte durch die Nacht, der brennende Wunsch nach Rache. „Kommt ihr?“, fragte sie zu Kim und ihrer Freundin gewandt. „Lasst uns spielen gehen.“ Ohne sich umzudrehen marschierte sie zu ihrem Wagen.

Kim, Vero und Emily waren als Trio legendär. Beste Freundinnen seit Kindertagen. Und bei diesen Drei war keine zu viel. Auf dem Weg zu Veros Wohnung sprach niemand. Die Frauen wussten, dass niemand Emily stoppen konnte.

Emily klingelte. Ein Unbekannter öffnete, Emily hatte ihn noch nie gesehen. „Geh mir aus dem Weg“, sagte sie und trat dem Mann brutal zwischen die Beine, als der einen Moment zu lange zögerte. Noch während er ächzend zu Boden ging, war Emily mit einem schnellen Schritt in der Wohnung.

„Kevin!“, rief sie. „Zeig dich du Held!“ Zwei Männer versperrten ihr den Weg und die Mädels machten Front. „Verschwindet ihr Affen“, sage Emily. „Oder ihr könnt im Krankenhaus Runden drehen.“ Der Schlagstock pfiff durch die Luft. Die Männer wichen zurück, die Drohung wirkte.

Emilys Zorn kannte keine Grenzen, die Schleusen des Hasses öffneten sich. Emily war dazu in der Lage, die Flut aus Emotionen in die richtige Bahn zu lenken. Aber sie würden Kevin überrollen, das stand fest.

Ein Gespenst schwebte auf Emily zu. Sie erkannte Kevin, um dessen Augen dunkle Ränder lagen. Er wankte, die beiden Männer mussten ihn stützen. Als er Emilys Gesichtsausdruck sah, begann er zu zittern. „Ich …, es tut mir so leid!“, stammelte er. „Vero …, ich habe sie doch geliebt!“

Emily musterte die traurige Gestalt, dieses armselige Zerrbild eines Menschen. „Liebe? Du?“ Sie spuckte ihm ins Gesicht. „Du hast sie auf dem Gewissen! Deine Eifersucht, dein krankes Ego! Dafür zahlst du hier und jetzt!“ Einer der Männer griff nach ihr und wollte sie zur Seite drängen. Der Schlagstock traf und knackend brach sein Unterarm.

Emily kickte den Schreienden zu Boden. „Ruf wer die Polizei, die ist ja nicht normal!“, hörte sie und war mit einem Schritt bei dem Sprecher. „Normal?“, fauchte sie und riss das Knie nach oben. „Nein, normal ist wirklich anders. „Der da, hat meine beste Freundin umgebracht!“

Kevin nutzte den Moment und lief los. Hinter ihm schrien Menschen. Und ein Rachedämon folgte ihm. Auf der Straße holte Emily Kevin ein. „Time to play“, sagte sie. Kevin sah die Tritte nicht kommen, sie explodierten an Unterleib und Kinn. Wie vom Blitz gefällt ging er zu Boden und krümmte sich vor Schmerz.

Emily lächelte, ein gezielter Schlag zur Kehle und alles wäre aus. Ein plötzlicher Windstoß trieb ihr Sand in die Augen. Sie blinzelte und glaubte für einen Moment ihre tote Freundin zu sehen. Die Erscheinung weinte und Emily ließ Kevin los. Sie wischte sich übers Gesicht. „Vero?“, murmelte sie. Aber niemand antwortete, das Bild war fort.

„Bi … bitte“, schluchzte Kevin, „lass mich doch. Ich habe …“ „Halt den Mund!“, fauchte Emily und brach ihm mit einem gezielten Schlag die Nase. Mitleidlos sah sie zu, wie das Blut zu Boden floss. „Geh mir aus dem Augen du Stück Dreck“, sagte sie. „Aber wage es zur Beerdigung zu kommen und du bist tot!“

Emilys Freundin zitterte am ganzen Leib und war doch mächtig stolz auf sie. Emily war es nicht. Aber Rache ist manchmal der einzige Weg. Kevin blieb der Beerdigung fern. Er lag mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus. Sagte er. Die Wahrheit hat viele Gesichter.

Die Qual der Wahl

Deutschland hat gewählt. Ganz Deutschland? Nein! Nur ein Bundesland, das lange meine Heimat war. Hier bin ich bunt und Multikulti aufgewachsen, hier hat das Konzept einst funktioniert. Aber PolitikerInnen, die sich im Glanz des Mammons sonnen, haben die Idee davon verkauft.

Sieger und die VerliererInnen hecheln ihre Phrasen in die Mikrofone und Frau Kraft tritt beleidigt zurück. Sind wir ehrlich, welcher Firmenchef, der schlechte Zahlen einfährt, wird nun so einfach das Handtuch werfen? In der Politik ist das Brauch. Vielleicht machen die Unternehmensberaterin Kraft und die Lehrerin Löhrmann nun eine Wohngemeinschaft für Gescheiterte auf. Aber bitte ehrlich bleiben, meine Damen!

Kommen wir zu den Siegern der Wahl, zu denen neben FDP und AfD, auch die LINKEN gehören. Christian Lindners One-Man-Show, die übernommenen Inhalte der AfD, der Nimbus der „Etablierten“, all das hat Früchte in NRW getragen. Nun will der Mann noch Vizekanzler werden. Man darf gespannt sein, wohin er sein gelbes Fähnchen dreht.

Die LINKEN tun mir fast schon leid. Zwar haben sie sich deutlich verbessert, für den Landtag hat es wieder nicht gereicht. Vielleicht sollte man sich gemeinsam mit der SPD auf Gemeinsamkeiten besinnen. Eine nach links rückende SPD, die gegen NATO und Kriegseinsätze ist, die sich gegen den Neoliberalismus und Sozialabbau stellt, diese Partei könnte in der Wählergunst steigen. Aber dann ohne Engel Gabriel oder heiligen Martin und mit Frau Wagenknecht als Chefin.

Auch die Antifa hat nicht verhindert, dass die AfD im nächsten Landtag sitzt. Aber die „Pfui!“ Rufer und Antidemokraten, werden mangels sprudelnder Geldquellen bald verstummen. Oder glaubt wirklich jemand, dass diese Chaoten den Protest aus freien Stücken initiieren?

Ich hatte das Ergebnis in ähnlicher Höhe erwartet. Wobei ich finde, dass GRÜNE und SPD noch zu milde abgestraft worden sind. Abgestraft für eine desaströse Schul- und Bildungspolitik und den Verlust der Inneren Sicherheit. Hätte sich Frau Kraft von Innenminister Jäger distanziert und ihn nach Köln I gefeuert, die Wahl wäre vielleicht anders ausgegangen.

Das Scheitern der SPD geführten Politik hat auch bundespolitische Gründe. Und die liegen noch immer bei der CDU, die liegen noch immer bei Angela Merkel. Sie, die „Getriebene“, hat durch ihre Grenzöffnung und die Flüchtlingskrise, das ganze Ausmaß des Politikversagens möglich gemacht.

Auch Krafts Leugnung von „No-Go-Areas“, der falsche Kanzlerkandidat der SPD, haben mit zum schlechten Ergebnis beigetragen. Wer das noch immer verneint ist blind. Aber welcher Politdarsteller hat schon jemals die ganze Wahrheit gesagt.

Wie geht es nun weiter in NRW? Wird die CDU nun mit eisernem Besen die Kriminellen im Land auskehren? Kann sie das ohne massiven Protest der Linken und Grünen Fraktion? Oder wird auch die nächsten vier Jahre wieder nichts passieren und das Land langsam aber sicher vor die Hunde gehen.

„Nach der Wahl ist vor der Wahl“, heißt es. Nun konzentriert sich alles auf die Bundespolitik. Ob wir dort Frau Kraft oder Frau Löhrmann wiedersehen oder sogar Herrn Jäger als Retter der Nation, werden die nächsten Wochen zeigen. Ich finde, dass diese Truppe niemand braucht. Aber NRW braucht eine andere, eine bessere Politik.

Ob die von der (Landes)CDU kommen kann, wird Armin Laschet nun zeigen müssen. Aber sollte FDP-Chef Lindner eine „Ampel“ anstreben, wird das sein Ende für den Einzug in den Bundestag sein. Die WählerInnen sind klar gegen eine weitere SPD-Regierung.

Vielleicht trägt der CDU-Erfolg auch die Handschrift eines Mannes, den man als einen der wenigen ehrlichen Menschen in der CDU ansehen kann. Die Rede ist von Wolfgang Bosbach, dessen letzten Auftritt wir in diesem Jahr sehen. Ausgerechnet er, der Merkel-Kritiker, hat der CDU in NRW mit zum Sieg verholfen.

Deutschland hat gewählt. Ganz Deutschland? Nein! Nur ein Bundesland, das lange meine Heimat war. Hier bin ich bunt und Multikulti aufgewachsen, hier hat das Konzept einst funktioniert. Ich bin gespannt auf die nächsten vier Jahre, die ich vermutlich nicht mehr in Deutschland erleben werde. Meine Wahl steht ohnehin schon lange fest. Sie heißt Yuki und ist die beste Frau der Welt. Meine! Was habt ihr denn nun gedacht?

 

Lichter der Großstadt – Teil 8: Life in the USA

Schon mehrfach hat man (Frau) mir die Frage gestellt, wie es sich in den USA so lebe, ob sich „die Amis“ wirklich nur für Sport und Lokalklatsch interessieren. Außerdem gab es die Frage, was ich denn bitteschön so den ganzen Tag über mache.

Natürlich kann und will ich diese Fragen gern beantworten und habe aktuell (10. Mai 2017) in die Zeitung geschaut. Die Los Angeles Times hat die Schlagzeile „Trump urged Comey to go after Clinton — and then fired him for it.“ Gemeint ist damit die Entlassung des FBI-Direktors James B. Comey, die völlig überraschend kam.

„Why we took a stand on Trump“, lautet die nächste Schlagzeile, die unter der Rubrik „Editorial Series“ zu finden ist. Erst 14 mehr oder weniger lokale Meldungen später, eine lautet immerhin „Turkey: U.S. decision to provide arms to Syrian Kurds is ‚unacceptable‚“, und steht unter der Überschrift „World“, gibt es eine Eishockey News.

Scrollt Frau weiter nach unten, stehen dort Entertainment und Klatsch, sowie weitere „Local California“ Meldungen. Wer gut aufgepasst hat und den deutschen Medienwald kennt, wird sofort Unterschiede entdecken, die ich mit der FAZ abbilden will.

10. Mai 2017, Meldung 1: „Entlassung des FBI-Chefs Warum Trumps Manöver an Watergate erinnert.“ Daneben Meldung 2: „Entlassung von FBI-Chef Comey Kam er Trump zu nahe?“ Nun frage ich mich (nicht!) ernsthaft, warum eine deutsche Zeitung als Schlagzeile über die USA berichtet, wenn es genug Probleme im eigenen Land gibt.

Immerhin ist der FAZ das Geständnis des „Bochumer Vergewaltigers“ einen kleinen Artikel wert. Der FOCUS hatte darüber schon längst als „Eilmeldung“ berichtet. Deutsche Politik sucht man bei der FAZ vergebens, sieht man von Videos mit Ursula von der Leyen und Patrick Lindner ab.

Während sich also die Los Angeles Times auffällig mit Innenpolitik beschäftigt, die Welt quasi ausblendet, stellt sich mir die Frage, ob die FAZ deshalb nichts schreibt, da es keine Meldungen aus Deutschland gibt, oder ob deutsche JournalistInnen wirklich nur, wie ich schon berichtet habe, am Tropf der großen Nachrichtenagenturen hängen und Meldungen über Herrn Trump wichtiger sind, als deutsche Innenpolitik.

Was mich zu meinem Innenleben bringt, das natürlich aus geldprotziger Dekadenz und Dauerparty besteht. Wirklich? Aktuell schaffe ich den Balanceakt, deutsch-japanische Firmeninteressen aus Los Angeles zu betreuen, mich um die Geschäfte meines Vaters zu kümmern, eine mögliche Kooperation mit einer kleinen Tuning Werkstatt im Großraum Los Angeles anzuleiern und Karate zu trainieren.

Lustig ist anders, die Zeitverschiebung kann ziemlich nervig sein. Der Verkehr in Los Angeles ebenfalls und auch die Gespräche mit dem Inhaber der Werkstatt, auf dessen Diskretion ich bauen muss. Offiziell darf ich in den USA nicht arbeiten. Daher werden wir uns die Greencard besorgen. Hilfe wird es dabei von Onkel Jiro geben. Und vermutlich (bestimmt), werden wir sie noch im Sommer bekommen. Dann aber in Deutschland, bevor es nach Japan geht.

Hilfreich zur Genehmigung der Greencard wird sein, dass die Stuttgarter Tuningschmiede quasi nach Kalifornien expandiert. Wolf wird in den nächsten Tagen hier erwartet. Wenn alles klappt, wovon ich ausgehen kann, habe ich bald wieder einen offiziellen (Neben)Job und darf getunte Autos testen. Ich hätte da schon die eine oder andere Idee.

Privat, das möchte ich noch kurz erwähnen, ist alles in Ordnung bei uns. Yuki war die eigentliche Auslöserin unseres Greencard Experiments. Ihr gefällt es gut in Los Angeles, auch wenn das Leben etwas teurer ist.

Nun habe ich natürlich meinen eigenen Kopf, der aber zunehmend weltbürgerlicher wird. Eigentlich, da bin ich ehrlich, war ich das immer schon und habe mich nie exklusiv als „nur“ Deutsche oder „nur“ Japanerin gesehen. Und doch liebe ich beide Länder.

Hinzu kommt die Offenheit der Menschen in Los Angeles, die zwar oft nur gespielt und oberflächlich ist, aber auch positive Seiten hat. Wo sonst trifft man mal eben so nebenbei Filmstars und Sternchen, die auch noch einige Worte im Golds Gym mit dir wechseln.

Ja, wir haben den legendären Fitness Tempel besucht und versuchen uns in etwas mehr Gewichtstraining. Aber Arnold (Schwarzenegger) haben wir noch nicht gesehen. Wenn der trainiert schlafen wir vermutlich noch. (Super)Ellen wäre mir ohnehin lieber.

Deutschland geht zum Teufel

Unsanft werde ich von einem Glockenschlag geweckt. Es ist weit nach Mitternacht, aber mein Hellphone zeigt 6 Uhr 66. Kein gutes Zeichen sondern Alarmstufe Rot. „Der nun wieder!“, murmele ich, als Teufelchens Konterfei auf dem Display  erscheint. „Frau Landar, du musst mir helfen“, ruft er aufgeregt, „ich habe total den Ärger am Hals!“

Wer nun nicht weiß, was ein Hellphone ist, den kläre ich an dieser Stelle auf. Teufelchen ist Unternehmer geworden und hat die Firma VER-Äppel gegründet, die Hellphones herstellt. Bis auf die Uhrzeit App sind die Teile recht gut. Und zur Hölle fahren kann man damit auch.

„Also was ist los?“, will ich wissen, „was hast du wieder angestellt?“ „Wie jetzt?“, empört sich Teufelchen, „ich war voll lieb, aber bei dem Kim aus Mordkorea sieht das ganz anders aus.“ „Mordkorea?“, versichere ich mich, „habe ich richtig gehört?“ „Ja“, erwidert Teufelchen, „das Land heißt in der Hölle so.“

„Und was genau hat der Kim nun gemacht?“, frage ich nach und sehe drohendes Unheil kommen. „Also der Kim, der eigentlich mein Freund ist, der hat mir meine Spielfiguren weggenommen! Dabei hat mir der Don, der auch mein Freund ist, ein Mitspielrecht gegeben.“

„Wir sprechen von Kim Jong-un und Donald Trump?“, hake ich nach. „Bist du von allen guten Geistern verlassen?“ Teufelchen lacht laut und nickt. „Das hast du wirklich gut erkannt, Frau Landar. Immerhin habe ich einen gewissen Ruf zu verlieren. Aber ich fange mal von vorn an, ja?

Der olle Obama, der nie mein Freund war, hat mich nie mitspielen lassen! Der saß da nämlich immer allein im Pentagon und hat mit den Drohnen alles und jeden abgeschossen! Also habe ich Vlad kontaktiert und der hat mir dabei geholfen, den Don an die Macht zu bringen.“

„Vladimir Putin hat Donald Trump zum Präsidenten gemacht? Das kann ich mir nicht vorstellen!“, sage ich. „Das war schon ich“, gibt Teufelchen freimütig zu, „aber der Vlad hat mir gezeigt wie man das geschickt anstellt. Wenn ich das klassisch arrangiere, hätte ich dazu Pest und Cholera gewählt. Und die braucht doch heute keiner mehr.“

„Okay“, sage ich, „Don hat dir also erlaubt mit den Drohnen zu spielen, habe ich das richtig verstanden?“ Teufelchen strahlt. „Ja,“ erwidert er, „das hat auch echt Spaß gemacht. Der Kim und ich haben eine Weile World of Mordcraft gezockt. Auf der gleichen Seite versteht sich! Und jetzt rate, wer unsere Gegner waren.“

„Keine Ahnung“, sage ich wahrheitsgemäß, „die Amerikaner wohl kaum.“ „Nee, das stimmt“, sagt Teufelchen, „aber die irren Perser und den Sultan vom Bosporus habe ich da gesehen. Nur die Flinten-Uschi hat geschummelt und uns so einen altersschwachen Tornado geschickt.“

Ich brauche eine Weile, um Teufelchens Worte in die richtigen Bahnen zu lenken. Plötzlich kommt mir ein Verdacht. „Sag, hast du etwa mit den Irranern Geschäfte gemacht?“ „Das ist mein Mädchen!“, ruft Teufelchen entzückt und klatscht freudig in die Hände, „endlich habe ich dich auf meinen Diskurs gebracht.

Ja, den Irranern habe ich die Tage Kims Arschbomben verkauft, als der mir die Drohnen mopste! Ich habe einfach behauptet, dass die den neuen sozialen Fake-Sprengstoff, das „Kahanit“ enthalten und die haben das sofort geschluckt. Aber ein bisschen enttäuscht war ich dann doch, als die immer was von einem Laller riefen und auch noch Mama angezweifelt haben.

Weil die Lallers, die weiß ich in in Baden-Württemberg zu Hause. Bei denen war ich schon öfter mal zu Gast. Wonnetrunken versteht sich, was hast du nun wieder gedacht? Überhaupt bin ich gern in Deutschland unterwegs. Dort hat man mein Alter Ego „Teufel“ erfunden. Und den Erwin kenne ich ziemlich gut.“

„Oh Mann!“, entfährt es mir, um mich sofort selbst mit den Worten „Teufel auch!“, zu korrigieren. „Gibt es einen Ort auf der Welt ohne dich?“ „Ja“, erwidert er und grinst. „Ich war noch nie so wirklich in Sachsen. Weil, also na ja, die reden da glaube ich klingonisch!“

„Du willst doch nicht über die Sachsen sprechen?“, frage ich, „die sind eigentlich ganz nett. Wo liegt nun der Hase begraben, sprich!“ „Begraben weniger“, erwidert Teufelchen. „Und eigentlich ist sie ein süßes Häschen und liegt bei mir im Höllenbett. Und jetzt ist der Kim total eifersüchtig und will mir die Rübe abhacken.“

„Höllensumpf und Hexenkessel“, fluche ich ganz unjapanisch, „du willst mir weismachen, dass du Angst vor jemand hättest?“ Teufelchen schaut mich ernst an. „Ja, habe ich“, gibt er freimütig zu. „Vor dir! Deshalb rufe ich doch an, Frau Landar. Der Kim, also der hat gesagt, dass er dich angeworben hätte und du mir als Racheengel erscheinst. Ist da was dran?“

Ich erinnere mich an einen dubiosen Anruf mit unterdrückter Nummer. „Den habe ich weggedrückt“, sage ich und Teufelchen seufzt erleichtert. „Aber wenn nicht dich, wen dann? Vielleicht sollten wir Mama fragen“, denkt er laut nach. „Du kommst doch mit?“

Bevor ich etwas sagen kann finde ich mich bereits im Himmel wieder. Was angesichts meiner kurzen Pyjamahose vermutlich komisch auf die Anwesenden wirkt. „Scharfes Teil“, lästert Teufelchen und lässt dabei offen was oder wen er damit meint.

Aber er begibt sich auffällig schnell aus meiner Reichweite und strahlt seine Mama an. „Sorry für den Auftritt“, murmelt er, „hast du vielleicht mal eine Lichtminute?“ Eva, die über irgendwelchen alten Pergamenten sitzt, winkt mir freundlich zu, bevor sie sich wieder ihrem Erstgeborenen widmet, der ihr sofort sein Herz ausschüttet.

„Nein, Kim hat nicht Mayumi angeheuert“, spricht sie mich mit meinem richtigen Namen an, „im Gegenteil hat er eine andere Deutsche als Killerin ausgewählt. Die Geschichte wird sie später als Grenzfall kennen.“

„Angela?“, fragen Teufelchen und ich im Chor. „Kim will die Bundesmutti auf mich hetzen?“, will er wissen. Eva nickt und verrät uns noch, dass Frau Merkel sich nach göttlichem Beistand sehne. „Sie hat schon mehrfach um Rat nachgefragt. Aber so leid es mir auch tut, für diese Frau ist der Himmel leer.“

Teufelchens Grinsen friert ein. Er schluckt schwer. „Und was mache ich wenn die Deutschland zum Teufel schickt? Da muss es doch bitte eine Lösung geben! Die Hölle ist jetzt schon viel zu voll.“

„Vielleicht wäre ein Besuch des Don ein Signal für diese Frau“, sinniere ich und zwinkere Teufelchen zu. „Der könnte ihr einige Takte sagen. So ein kleiner Verwandlungszauber ist doch easy. Und im manipulieren bist du der ungeschlagene Meister.“

„Das habe ich nicht gehört“, lässt uns Eva wissen. „Aber einen Versuch ist es auf alle Fälle wert. Wehe, wenn du Unsinn machst. Und jetzt müsst ihr mich entschuldigen, ich habe ein Universum zu regieren.“

Zurück im heimischen Schlafzimmer schaut Elfchen konsterniert, als sie Teufelchen unvermittelt auf unserem Bett sitzen sieht. Aber sie kennt ihn schon und weiß, dass er harmlos ist.

„Ich muss euch was gestehen“, sagt Teufelchen unvermittelt. „Den Don, also Mr. President, den gibt es eigentlich nicht. Ich habe ihn schon vor Jahren durch einen Unterteufel ausgetauscht. Der echte sitzt in einer Zeitschleife fest und träumt von seinen Milliarden.“

„Und du hast die Kontrolle verloren?“, kommt mir ein Gedanke. „Ist doch so, oder?“ Teufelchens Gesicht sagt mehr, als alle Worte. „Ja, der Don macht jetzt was er will. „Aber du kannst den doch einfach wieder austauschen“, sage ich und ernte ein Kopfschütteln.

„Nee“, gesteht mir Teufelchen, „da hat der Vlad etwas dagegen. Weil der echte Don ja in Sibirien sitzt und Vlad mag ihn mir nicht mehr geben. Und was soll ich gegen Leute machen, die meine Existenz verleugnen? Ich habe doch nur Macht über jene, die an mich glauben.“

Ich tausche einen Blick mit Yuki und Elfchen nickt. „Lass uns das machen“, sage ich. „Die Superheroinen retten auch dich.“ „Wie soll das gehen?“, will Teufelchen sofort wissen. „Darf ich bitte mit?“ Er durfte. Zuschauen, was auch sonst?

Als ich einige Tage später einen Blick in den Höllenboten werfe, die Zeitung mit Feuer im Blatt, muss ich unwillkürlich lächeln. „Wintereinbruch in Sibirien“, lese ich und schaue auf das bezeichnende Titelbild.

„Der Redaktion bekannte Täter, haben einen antiken Gegenstand erfolgreich aus einem sibirischen Mausoleum entwendet und seiner wahren Bestimmung zugeführt. Wir beglückwünschen sie ausdrücklich zu diesem Coup und hoffen, auch beim nächsten Abenteuer wieder höllische Zeugen zu sein.“

Während meine Yuki-onna ihr eiskaltes Händchen auf meinen Unterarm legt und Cousin Fuyu Shogun sich lässig aufs Sofa lümmelt, sehe ich im Geist schon die nächste Schlagzeile des Höllenboten vor mir.

„Deutschland gerettet! Bundeskanzler Lu Zifers Partei, LfD = Licht für Deutschland, erzielte einen Erdrutschsieg mit 66 Prozent und wird für die nächsten Jahre mit Sicherheit regieren.“ Muss ich erwähnen, dass ich selten so laut lachte?

Launige Lesben und lustige Besucher

Nach einigen Monaten Pause gibt es heute eine neue Folge der lesbisch-lustigen Suchbegriffe und meiner launigen Antworten. Der Großteil der Suchanfragen betraf erneut „Sex mit Japanerin“, was vom Niveau der Besucher zeugt.

Angeblich ist Deutschland „Weltmeister“ in Sachen Pornos online schauen. Ob ich mich auch „entblößen“ sollte? Pro Klick bekäme ich dann bestimmt 1.000 Euro! Ach, das wäre was! Einige der Suchbegriffe, hatte ich schon mehrfach behandelt. Andere waren so dämlich, dass sie keine Beachtung fanden.

1.-  lesbischsein erkennen / frau in frau verliebt anzeichen = Viele lesbische Frauen hatten vor ihrem Coming Out Beziehungen zu Männern. Wie weiß Frau also, dass sie einen Mann liebt? Ich kann diese Frage nicht beantworten. Aber ich weiß, dass Liebe kein Geschlecht kennt. Wenn es also im Bauch kribbelt, wenn Frau kaum noch an etwas anderes, als die „tolle Frau“ denken kann, so könnte das ein Anzeichen sein. Easy, isn‘t it.

2.-  beziehung mit einer japanerin = Kann DER Volltreffer, aber auch DER Albtraum für jeden Deutschen werden. Die kulturellen Unterschiede sind gewaltig und Japanerinnen auf keinen Fall die schüchternen Mäuschen, die Mann so gern sieht.

3. – wie dominiere ich als lesbe = Warum willst „du“ dominieren? Zwar gibt es auch bei lesbischen Paaren durchaus eine Rollenverteilung, aber nicht im klassischen Sinn. Es sei denn, dass „du“ eine devote, hörige Gespielin suchst. Die gibt es bestimmt. Ich kenne keine. Und wenn „du“ nicht dominant bist, im positiven Sinn, wirst „du“ es auch niemals werden.

4. – schnappatmer psyche = Der vermutlich beste Suchbegriff seit langer Zeit. Der „gemeine Schnappatmer“, ist eine vom Aussterben bedrohte Spezies, die durch eine abgehackte Sprache und ein rotes Köpfchen auffällt. Nicht zu verwechseln mit der ordinären Schnapsdrossel, die ist viel zu vergeistigt dafür.

5. – bi frau liebt hetero frau = Was vermutlich unglücklich endet. Heten können Freundin, aber nie Partnerin für queere Frauen sein. Sie umzudrehen funktioniert meist nur begrenzt und ist dann der Neugier von Frau geschuldet.

6. – scissoring mit hetero freundin – Ich könnte mich immer wieder wegwerfen vor Lachen, wenn ich das Wort „scissoring“ lese. Das sind reine Fantasien von Männern, die mit heterosexuellen Darstellerinnen Pornos für andere Männer drehen. Beide reiben sich dann vermutlich die feuchten Hände.

7. – lesbe sex mit mann = Klassiker Nr. 1! Meine klassische Antwort: Lesben haben keinen Sex mit Mann.

8. – www frauen befriedigen sich mit besenstiel.com = Klassiker 2! Klassisch ist auch die Seite www mann hat den besenstiel im Hintern. Unbedingt anschauen und ausprobieren. Vielleicht gibt es dann weniger dämliche Suchanfragen.

9. – frauen lieben lesben = Logisch. Alle Frauen lieben mich.

10. – wing chun dauer um es zu lernen = Mit einem guten und fairen Sifu (Meister), dem nicht nur am Geld gelegen ist, sehr viel Talent und genug Zeit, ist Wing Chun in 1 – 2 Jahren vollständig erlernbar. Ich spreche dabei von der reinen Technik. Ein wirklicher Sifu ist man dann noch nicht. Mit weniger Zeit, aber doch regelmäßigem Training gehe ich  von etwa 5  Jahren aus. Wer länger braucht ist vermutlich in der EWTO oder EVTF und wird dort finanziell abgezockt.

11. – was heißt auf japanisch wohin gehst du = Doko iku no / Doko ni iku no

12. – was mögen japanerinnen beim sex = Natürlich stehen sie auf Gewalt und Peitschenhiebe, die sie dem Mann ihrer Wahl angedeihen lassen.

13. – lesbische freundin mann = Das funktioniert vermutlich wenn Mann begreift, dass sie nicht in sein Beuteschema passt und Respekt für ihn kein Fremdwort ist. Mir ist bewusst, was die Frage auch bedeuten kann. Aber das wird in einem anderen Punkt behandelt.

14. – stehen lesben auf high heels? = Ja, aber ziemlich wackelig.

15. – erotik unter frauen erfüllender = Über auch. Ja.

16. – opfer spottdrossel = Ach „du“ warst das?

17. – deutsche lesben von mann bekehrt = Träumt weiter.

18. – wer steuert die antifa = Jeder, der diese Linksfaschisten bezahlt. Zur Zeit sind das überwiegend die „linken“ Parteien. Wer die Antifa als harmlos bezeichnet, hat noch immer nicht begriffen, was das Ziel dieser Chaoten ist. Aber Deutschland bleibt auf dem linken Auge blind.

19. – ich hete in lesbe verliebt = Ich höre dieses verschämte „Ich bin zwar heterosexuell, aber habe schon mit einer Frau geschlafen“, immer wieder. Wenn „du“ eine Frau liebst, bist „du“ entweder bisexuell oder selbst lesbisch. Steh dazu und hör damit auf dir etwas vorzumachen.

20. – frauen lieben frauen was passiert = Etwas tolles, sie werden ein Paar!

Die Neidgesellschaft

Neid, so heißt es, sei eine Mischung aus Minderwertigkeitsgefühlen, Feindseligkeit und Ärger. In einem Interview bin ich über das Wort gestolpert. Und das im buchstäblichen Sinn. Neid, so sagt der Prominente, habe Deutschland vergiftet. Aber ist Neid nur regional begrenzt?

Wer sich mit anderen vergleicht, wird stets das eigene Manko finden. Man ist zu dick, zu dünn, zu wenig tolerant und diese Schnepfe von nebenan, hat schon wieder einen anderen Freund! Aber wo ist das Problem? Den Satz „Ich bin was ich bin und das ist alles was ich bin“, sollte sich jeder verinnerlichen. Ich habe, ihr auch?

Neider finden sich oft bei unzufriedenen Menschen, die vielleicht in einer (Lebens)Krise stecken. „Neidisch“ richtet sich der Blick der dreifachen Mutter auf die kinderlose Managerin, die noch immer eine schlanke Taille hat und einen Sportwagen fährt. Sie weiß nicht, dass diese keine Kinder bekommen kann.

„Neidisch“ blickt der Buchhalter auf seinen beruflich erfolgreicheren Kollegen. Er, der mit Frau und Tochter in einem Reihenhaus lebt, will auch in die Chefetage. Aber sein Reihenhaus ist bezahlt, der Kollege bezahlt den besseren Job mit nun schon zwei Herzinfarkten.

Weder besagte Mutter noch der angesprochene Buchhalter erkennen, wie erfolgreich sie in ihrem Leben sind. Vielleicht wäre die Managerin mit drei Kindern überfordert und die Frau des Buchhalters würde die Scheidung verlangen, wenn er zwölf Stunden und länger bei Besprechungen sitzt.

Neid kann durchaus negative Auswirkungen auf das Gefühlsleben und die Beziehungen zu Mitmenschen haben. Das kann von verbalen Attacken bis zur Gewaltanwendung gehen. Man hat vielleicht selbst nur ein altes Auto, also schlägt man den Wagen des Nachbarn heimlich kaputt.

Oft baden neidische Menschen in Selbstmitleid. „Wie ungerecht, dass der / die alles hat!“, heißt es schnell. „Ich habe nichts!“ Dass der Neider zu faul war, um die Universität zu besuchen, hat er bereits vergessen. Wer andere beneidet macht deren Glück zum eigenen Unglück. Jeder Mensch ist einzigartig, er muss es nur erkennen.

Die Mutter könnte nun also die Managerin für ihren Erfolg bewundern. So wie diese es heimlich macht, wenn sie deren Kinder sieht. Und der Buchhalter könnte einfach aufrichtig sein und den Führungsstil des erfolgreicheren Kollegen bewundern, der ihm ein guter Vorgesetzter ist.

Ich schaue zurück auf meine Jugend und wie ich aufgewachsen bin. Mir fehlte es an nichts, aber hohe Ansprüche hatten immer nur die anderen. Klein-Mayumi waren Bücher, Karate, saubere Jeans und Sweatshirts lange genug. Und mein erstes Auto war gebraucht.

Ich habe nie neidische Gefühle entwickelt. Einerseits bin ich so (auf sanfte Art) erzogen worden, andererseits ist das meine Natur. Trotzdem habe ich Erfahrung mit Neid und Missgunst gemacht. Was einerseits an meinem sozialen Status und andererseits an meinem Aussehen lag.

Meine Eltern haben bereits kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland ein Haus gekauft, was damals ein hohes finanzielles Risiko war. Finanziert haben sie es mit harter Arbeit. Mehr muss niemand wissen. Aber es hat Neid ausgelöst, das haben sie mir später erzählt.

Ich bin etwa 10 Jahre alt, als „Arroganza Neureich“ mich verbal attackiert. Eigentlich heißt sie Saskia und ich habe HIER schon über sie geschrieben. Saskia mustert mich herablassend und plustert sich vor mir auf.

„Deine Eltern können dir wohl kein anständiges Kleid kaufen“, sagt sie, „oder warum trägst du sonst immer diese alten Hosen?“ Ihr Gefolge lacht und verstummt prompt, als mein Konter kommt. „Bis du neidisch?“, frage ich und schaue sie mitleidig an. „Bei dem Hintern würden dir Hosen auch kaum passen.“

Wortlos rauscht sie davon. Dabei habe ich bewusst übertrieben, bei Saskia stimmte alles. Von einer Freundin weiß ich, dass sie neidisch auf meine dunklen Haare ist. Sie hat „nur“ blonde Locken. Frauen waren oft neidisch auf mein Aussehen. Ich bin nun mal das komplette Gegenteil einer blonden Deutschen.

Dafür kann ich nichts, das sind die Gene meiner Eltern. Oder besser meiner Mutter, deren Kopie ich sozusagen bin. Weniger vom Charakter, der ist deutlich feuriger bei mir. Aber war ich wirklich niemals neidisch?

Ansatzweise unzufrieden, wobei ich das immer mit Humor gesehen habe, war ich auf meine geringe Körpergröße, die sich in einen gewissen Neid, aber stets spaßig formuliert, auf größere Mädchen bei Ballsportspielen definierte.

Im Basketball und Volleyball war ich niemals gut, dafür habe ich umso besser Handball gespielt. Ich sah meine Körpergröße nie als Manko und habe sie durch Schnelligkeit kompensiert. Den Ball konnte ich gut durch die Beine der Torfrau werfen. Meist war die zu langsam für mich.

Neid kann sich im positiven Sinn, als Ehrgeiz definieren. „Die“ hat eine gute Note? Das kann „ich“ besser! Im Sportkarate lediglich neidisch auf die „Meisterin“ zu sein bringt wenig. Ich habe sie mir angeschaut, den Stil analysiert und sie beim nächsten Turnier geschlagen.

Das brachte nun mir das typische Verhalten von „Neidern“ ein, besonders von anderen Frauen. Auf meinen beruflichen Erfolg sind die weniger gut zu sprechen. Deren kleines Ego bekam scheinbar Oberwasser, wenn ich eine Weile „arbeitslos“ war.

„Hättest du mal den Job bei (…) angenommen“, hieß es dann süffisant, um später über den 370 Z, meinen Urlaub und was auch immer zu lästern. Ich habe immer nur gelacht und gesagt: „Mitleid bekommt man gratis, aber Neid muss man sich verdienen.“

„Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“ – Wilhelm Busch