Der Schlangenbiss

Der Schüler eines großen Samurai ging nach dem Training nach Hause. Es war schon spät und der Junge müde. Also beschloss er, die Abkürzung durch den Wald zu gehen. Seine kleine Laterne spendete nur wenig Licht. Bevor er sich versah trat er auf eine Schlange, die ihn prompt biss.

Voller Panik lief der Schüler zu seinem Meister zurück. „Hilf mir, Sensei“, rief er schon von draußen, „eine Schlange hat mich im Wald gebissen!“ Der Samurai sah sich die Wunde an, die zwar schmerzhaft, aber harmlos war. Keine Spur von Gift.

Er behandelte seinen Schüler und gab ihm Medizin. Sofort fühlte der Junge sich besser. Aber die Angst blieb. „Sensei“, bat er, „kannst du mich nicht nach Hause bringen? Ich habe Angst, dass mich die Schlange wieder beißt.“

Der Samurai ging in die Küche und kochte Tee, den er in aller Seelenruhe trank. Als die Tasse leer war sah er seinen Schüler lange an. „Es gibt immer mehrere Wege, die uns ans Ziel führen“, sagte er. Ist es weise in der Finsternis durch den Wald zu gehen?“

Der Schüler schämte sich, als er die Worte hörte und ging den längeren Weg nach Hause. Dort gab es Fackeln und in vielen Häusern brannte noch Licht. Freudestrahlend kam er am nächsten Tag zum Training. „Danke, Sensei“, sagte er und verbeugte sich. „Du hast mein Leben gerettet.“

Aber nach dem Training kam seine Angst zurück und als die anderen Schüler gegangen waren, bat er den Samurai erneut um Rat. „Sensei“, sagte er, „was mache ich, wenn ich noch einmal einer Schlange begegne und die vielleicht giftig ist?“

„Wenn du ihr nicht aus dem Weg gehen kannst“, erwiderte der Samurai, „schlägst du ihr ohne zu zögern den Kopf ab. Aber entscheiden musst du, was besser für dich ist.“

Das Licht von Arda

Into the light

Das Licht von Arda

Meine Schritte werden kürzer. Ein langer Weg neigt sich dem Ende zu. Aber will ich ankommen, ist nicht immer der Weg auch das Ziel? Meine Reise hat mich um die ganze Welt geführt. Über sturmgepeitschte Meere bin ich gesegelt, längst vergangene Orte habe ich gesehen.

Ja, meine Augen haben gesehen. Die Königreiche der Menschen sind lange vergangen. Nur noch wenig erinnert an die Altvordere Zeit. Wir, die Erstgeborenen, wir sind noch immer hier. Einsam ist die Welt geworden, verlassen von den großen Helden. Wo sind sie, die Gefährten aus den alten Tagen? Wo, die Helden, die einst so ruhmreich gewesen sind. Vergangen sind die Tage. Nur ich bin noch immer hier.

Die Grauen Anfurten sind nicht mehr fern. Dort werde ich die Welt verlassen und in den nächsten Morgen gehen. Ein Schiff bringt mich in den Goldenen Westen, zurück nach Valinor. Arda ruft. Viel habe ich erlebt in meiner Zeit. Aber ohne Wehmut blicke ich auf jene Tage zurück. Ich höre die Gefährten lachen, scherzen. Nur noch Schatten der Erinnerung. Die Zeit hat mir alles genommen. Nur mir kann sie nichts tun. Elben leben ewiglich.

Licht und Dunkelheit

Winter in meiner Seele

Eisig weht der Wind

Hell brennt das Licht von Arda

Warm ist auch der Elfe Kuss

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Inspiriert vom Herrn der Ringe und meiner Elfe