Lesbensex und harte Tritte – Die Suchbegriffe im September 2020

Lesbensex und harte Tritte – Die Suchbegriffe im September 2020

Nach langer Pause habe ich erneut ein „Best off“ der Suchbegriffe aus 30 Tagen auf meinem Blog gemacht. Allzu krasse oder herrlich dämliche Begriffe habe ich allerdings weggelassen. Trotz meiner umfangreichen „Corona-Berichterstattung“, hat in den letzten Monaten so gut niemand bei mir danach gesucht. Das kann verschiedene Gründe haben, wie ein Shadowban von WordPress oder Google, vielleicht lag es auch am Überangebot. Dafür überwiegen erneut die Sex-Anfragen von Menschen, die offensichtlich scharf auf Lesben sind. Aber auch an Kampfkunst interessierte besuchen meine Seite. Auffällig ist, dass immer wieder „Wing Chun“ eingegeben wird. Also habe ich mir die (keine) Mühe gemacht und einige launige Antworten geschrieben. Vielleicht möchte die jemand lesen.

1. – lesben lieben männer – Aber auf jeden Fall und zwar täglich! Auch wir haben schließlich Väter, Brüder und Cousins.

2. – lesben haben eine fickerei mit männern – Träum(t) weiter.

3. – sex urlaub japan – Dumm für notgeile Touristen, käuflichen Sex in Japan gibt’s für Ausländer nur mit Frauen aus China oder Korea.

4. – wie ist der sex mit japanerin – Gut natürlich. Für nur eine Handvoll Dollar mehr gibt es intimere Details. Bitte überweisen an das Konto SEX SEX SEX bei der Typo-Geheimnisbank.

5.- können sich chinesen und japaner unterhalten – Ja, in jeder Sprache, die beide sprechen. Nur die wenigsten Japaner sprechen Kantonesisch oder Mandarin und Chinesen selten Japanisch. Zum Teil können sich beide mit den Schriftzeichen – in Japan „Kanji“ genannt – verständigen. Das ist allerdings nicht immer einfach, da es sowohl in China wie auch in Japan Reformen der Zeichen gab, die vom jeweils anderen Land nicht übernommen worden sind.

6. – kleine japanerinnen – Hallo! So klein sind wir nun auch wieder nicht!

7. – lesbische neugier – Die gibt es wirklich bei einigen Frauen. Ohne ins Detail zu gehen, diese Art von Neugier ist für beide Seiten unbefriedigend.

8. – amazonen dominieren männer – Das ist so nicht richtig. Man(n) sollte zwischen dem Matriarchat und den durch das aufkommende Patriarchat entstandenen und auch dadurch geprägten wenigen Amazonen unterscheiden. Allerdings ist nach wie vor umstritten, ob es beides gab. Ich zumindest glaube daran. Das Matriarchat hat niemand in der Art dominiert, wie es das Patriarchat noch heute macht. Jeder hatte seine Rolle, die Gemeinschaft wurde allerdings von Frauen geführt. Damals hat Frau das noch gekonnt. Heute und mit Blick auf diverse Staatsoberhäupter, bin ich mir nicht mehr sicher.

9. – warum muß sie zur strafe ihre freundinnen lecken/sexgeschichte – Vielleicht hatten die Freundinnen Honig an den Fingern? Süß waren sie bestimmt.

10. – warum haben lesben sex – Warum haben Heteros Sex?

11. – nandalya – Was wollt ihr alle von mir?

12. – der coronastaatsstreich – Den gab es meiner Meinung nach auch. Nachzulesen hier: Die Corona-Krise: Pandemie oder Staatsstreich?  

13. – kenjutsu – Kenjutsu ist der Oberbegriff der japanischen Schwertkünste. Bevor ich lange Erklärungen schreibe: Das ist Kenjutsu! 

14. karate oder kung fu besser – Es gibt keine „beste Kampfkunst.“ Jede steht für sich und so ist es gut. Aber nicht jeder hat das gleiche Talent. Daher ist es für einige schwieriger und für andere leichter, diese oder jene Kampfkunst zu lernen.

15. – japan karate dominiert – Niemand ist unbesiegbar, wenn das mit diesem Suchbegriff ausgedrückt werden soll. Allerdings gewinnen japanische Sportler sehr oft bei Karate-Wettkämpfen.

16. – leung ting kernspecht – Tausendmal erklärt, gern noch einmal. Leung Ting ist der selbsternannte Wing Chun-Großmeister aus Hongkong. Angeblich hat ihn Ip Man, der Lehrer von Bruce Lee trainiert, was noch immer unbewiesen ist. Soweit ich weiß hat er sein Wing Chun bei einem Schüler von Ip Man gelernt und führt widerrechtlich den Titel Großmeister. Keith R. Kernspecht ist von Leung Ting vor vielen Jahren in dieser Kampfkunst unterrichtet worden und hat das System dann nach Deutschland und Europa gebracht und die European Wing Tsun Organisation (EWTO) gegründet. Die EWTO steht wegen ihrer Trainingsmethoden und der Kommerzialisierung des Wing Chun seit Jahren im Kreuzfeuer der Kritik.

17, – gutes wing chun – Da ist sie wieder, die ewige Frage. Wer eine durchaus interessante Art der Selbstverteidigung lernen möchte, der kann das gern machen. Der Trainer sollte aber keinem Verband angehören. Sonst wird es teuer und der Schüler lernt fast nichts. Yuki und ich haben das System vor einigen Jahren bei einem wirklich guten Sifu gelernt. Kombiniert mit z. B. Kickboxen oder Taekwondo, kann Wing Chun durchaus brauchbar sein. Umfassender erklärt habe ich das in diesem Beitrag: Wing Chun – Der ewige Frühling

18. leung ting idiot liar – Ob Leung Ting ein Idiot ist möchte ich nicht beurteilen. Zu seiner Person habe ich bereits weiter oben etwas geschrieben.

19. – wing chun strassenkampf – Die Definition ist meiner Meinung nach korrekt.

20. – selbstverteidigung hoden unfair – Was soll daran unfair sein, wenn eine Frau sich gegen einen Angreifer mit einem Tritt in die Hoden wehrt?

21. – markus langemann club der klaren worte – Den Youtube-Kanal und die Webseite von Markus Langemann kann ich jedem empfehlen, der eine von Ideologien und Parteien unabhängige Meinung sucht.

22.- dr. landar – Frau Dr. Landar ist mein virtuelles Alter Ego. Zusammen mit meinem Kumpel Teufelchen löse ich kniffelige Fälle oder rette die Welt.

23. – gez staatsfunk – Als Staatsfunk habe ich bereits vor Jahren die deutschen von der GEZ finanzierten Medien bezeichnet, da sie meist reine Propaganda bringen.

24. – liebesbrief an frau – Nicht danach suchen, selbst schreiben! Dann freut sie sich. Punkt!

25. – auto frau – Ja, auch Frauen fahren Autos und das sehr oft sehr gut.

26. – japan wasserstoff – Japan und Korea, bzw. diverse Konzerne, forcieren die Herstellung der Brennstoffzelle. Allerdings nicht nur für Autos.

27. – queer gedacht – Zwar bin ich wirklich queer, aber ich denke das sollte quer gedacht heißen. Über die Querdenker habe ich nun schon mehrfach berichtet. Allerdings bin ich noch skeptisch.

28. – tuning chip – Ein schwieriges Thema. Vermutlich ist Chiptuning, also die Leistungssteigerung von Turbo-Motoren gemeint. Dass es etwas bringt ist unbestritten. Unsachgemäßes Tuning kann allerdings den Motor und das Getriebe schädigen. Ebenso diverse Billig-Chips, die dem Motor-Steuergerät falsche Zahlen vorgaukeln.

29. – yuki onna – Mit der Yuki-onna, der Schneefrau bin ich verheiratet. Spaß beiseite, meine Frau heißt Yuki und ist wie ich auch Japanerin. Allerdings ist sie ebenso hübsch wie die Yuki-onna der Legenden. Dafür aber weniger tödlich und kein bisschen rachsüchtig.

30. – japan china krieg – Eine aktuelle Kriegsgefahr zwischen Japan und China sehe ich nicht. Wir manövieren geschickt durch die US-Sanktionen gegen China und machen gute Geschäfte.

31. – neoliberalismus  – Der Neoliberalismus beherrscht uns seit Jahrzehnten. Zur Zeit gehen die Meinung weit auseinander. Es gibt Stimmen, die sehen ihn in den letzten Zügen. Ich sehe das anders, aber das kann ich an dieser Stelle nicht in wenigen Worten erklären. Vielleicht schreibe ich darüber einen eigenen Beitrag. Wer mehr über den Neoliberalismus lesen möchte: „Der Unsichtbare – Neoliberalismus in der Kritik“

Die japanischen Gespräche: Teil 2

Die japanischen Gespräche: Teil 2

Hier nun der 2. Teil der japanischen Gespräche. Ungefiltert, ehrlich und direkt. Viel Spaß beim lesen.

Karin: „Wie stehst du zu der These einer Weltwirtschaftskrise oder eines baldigen Börsencrashs?“

Mayumi: „Die Krise ist schon längst da, aber der Crash wird von den Notenbanken verhindert. Wann sie die Blase endgültig platzen lassen weiß niemand so genau.“

Karin: „Du glaubst also, dass der Crash gesteuert wird?“

Mayumi: „Ich würde das so machen.“ (Die weiteren fachlichen und sehr trockenen Ausführungen haben wir weggelassen, sie würden den Rahmen dieses Beitrags sprengen)

Karin: „Einiges ist wirklich seltsam, da gebe ich dir recht. Du hast bestimmt vorgesorgt?“

Mayumi: „Wir haben nur in solche Projekte investiert, die auch nach einem Börsencrash mit Sicherheit weiterlaufen.“

Karin: „Magst du einige nennen?“

Mayumi: „Öffentliche Tipps werde ich keine geben.“

Karin: „Was hältst du von Kryptowährungen? Du hast doch auch dort schon spekuliert. Hast du keine Angst alles zu verlieren?“

Mayumi: „Ich habe schon vor Jahren in Bitcoin investiert und einen satten Gewinn gemacht. Die meisten Anteile habe ich daher wieder verkauft und in sichere Projekte reinvestiert. Einen kleineren Rest lasse ich stehen und freue mich, wenn die Währung steigt. Fällt sie ins Bodenlose, habe ich nichts verloren.“

Karin: „Würdest du kleinen Anlegern 2020 zum Einstieg in Kryptowährungen raten?“

Mayumi: „Ich werde keine Empfehlungen aussprechen. Außerdem hast du doch selbst BWL studiert und viel mehr Ahnung von Finanzen als ich!“

Karin: „Jetzt wo du es sagst … Anderes Thema: Auto. Du arbeitest doch immer noch für die Autoindustrie. Magst du erzählen was du genau machst?“

Mayumi: „Auto fahren.“

Karin: „Du bist doof!“

Mayumi: „Ich habe dich auch lieb. Aber gut. Wie du weißt setzt Japan beim Auto auch auf Wasserstoff. Ich habe einen Wasserstoff-Testwagen vor der Tür, der mit einem stets wechselnden Software-Setup gefahren wird. Es geht dabei um Alltagstauglichkeit, Reichweite und Haltbarkeit. Auch um Tuning. Wir werden bald wieder nach Kalifornien fliegen, um dort unter extremeren Bedingungen zu testen.“

Karin: „Magst du Details nennen?“

Mayumi: „Das geht leider nicht.“

Yuki: „Wir haben auch noch einen anderen Testwagen, der ganz normal mit Benzin betrieben wird. Da steht Porsche drauf.“

Karin: „Echt jetzt, ihr fahrt Porsche?!“

Mayumi: „Was ist so besonders daran? Es handelt sich dabei um einen modifizierten Porsche Cayman GT4, der wesentlich mehr PS als das Serienmodell hat. Der wird aber nur auf einer abgesperrten Strecke gefahren, da er keine Straßenzulassung hat.“

Karin: „Krass! Darf ich mal mitfahren?“

Mayumi: „Der Wagen hat leider nur einen Fahrersitz und ohne A-Lizenz darf den niemand fahren. Außerdem sind mir wegen der Versicherung die Hände gebunden.“

Karin: „Schade. Aber gut. Wie siehst du die Zukunft des Autos?“

Mayumi: „Deutschland macht den Fehler zu sehr auf die Elektromobilität zu setzen. Meiner Meinung nach ist das falsch. Wir werden aber noch eine ganze Weile auch den Verbrennungsmotor auf den Straßen sehen. Elektroautos für die Stadt, Wasserstoffautos und Verbrenner bzw. Hybridfahrzeuge für längere Strecken. Japanische und koreanische Firmen sind übrigens beim Wasserstoffauto schon sehr weit. Ich denke dass man in vier bis fünf Jahren Wasserstoffautos serienmäßig herstellen wird. Und das zu einem vernünftigen Preis.“

Karin: „Du hast, bzw. ihr habt in diese Firmen investiert?“

Mayumi: „Ja, schon vor einigen Jahren. Wie gesagt sind wir sehr breit aufgestellt und werden jede Wirtschaftskrise finanziell überleben. Mir tun nur die Leute leid, die keine Ahnung von Finanzen haben oder Betrügern aufgesessen sind.“

Karin: „Du hast BWL und VWL studiert und hast auch als Unternehmensberaterin gearbeitet. Wenn ich deine Blog-Beiträge lese frage ich mich immer, ob du dein Pulver nicht an der falschen Stelle verschießt. Du wärst doch vielleicht bei einem Online-Magazin besser aufgehoben.“

Mayumi: „Überlegt habe ich schon. Aber ich bin nun mal keine Journalistin und auf meinem Blog entscheide ich selbst, ob und wann ich etwas schreibe. Vor allem über was. Dann gäbe es da noch das klitzekleine Problem meiner geschäftlichen Aktivitäten, die immer mehr Zeit verschlingen.“

Karin: „Hält dich das von Karate ab? Du hast jetzt den 5. Dan. Und im Aikido hast du doch auch einen Schwarzen Gürtel. Reicht dir das oder möchtest du noch mehr?“

Mayumi: „Warum sollte mich die Arbeit davon abhalten? Ich kann das wunderbar miteinander kombinieren.“

Yuki: „Das musst du gesehen haben! Sie springt dann plötzlich auf und läuft eine Kata oder kickt durch die Gegend. Oder verhaut mich Ärmste. Gilt das eigentlich als Gewalt in der Ehe?“

Mayumi: „Glaub ihr kein Wort! Sie haut mir immer auf den Po. Angeblich um meine Reflexe zu testen.“

Yuki: „Ich liebe dich.“

Mayumi: „Ich dich auch.“

Karin: „…“

Doris: „…“

Mayumi: „Wo waren wir? Ach ja … Also ich brauche keine Gürtel um glücklich zu sein. Das unterscheidet mich vermutlich von diversen Großmeistern, die schon zu Lebzeiten den 10. Dan bekommen haben. Was ich aber festgestellt habe, dass ich mit einem hohen Dan-Grad mehr Gehör in der Community habe und dass es einfacher ist für Seminare gebucht zu werden. Dass ich überhaupt weitergemacht habe, hat auch etwas mit Respekt und Dankbarkeit für meinen Vater zu tun.“

Karin: „Er muss mächtig stolz auf dich sein!“

Mayumi (schmunzelnd): „Klar, daher verhaut er mich auch regelmäßig beim Training.“

Karin: „Nee, ist klar! Yuki, stimmt das?“

Yuki: „Was glaubst du?“

Karin: „Dass sie viel besser ist!“

Mayumi: „Jeder Meister ist stolz darauf, wenn ihn seine Schüler übertreffen. Dann hat er etwas richtig gemacht.“

Karin: „Sprach das japanische Orakel! Aber sag, du unterrichtest in deinem Dojo ausschließlich Frauen, nur bei den Kindern sind auch Jungs dabei. Magst du erläutern warum?“

Mayumi: „Die Kindergruppe ist durch Aiko entstanden. Sie braucht Freunde, das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Allerdings werde ich keine männlichen Teenager unterrichten. Spätestens mit zwölf Jahren ist Schluss. Aber bis dahin dauert es noch eine Weile und die wenigen Jungs sind alle sehr lieb. Bei den Frauen handelt es sich um eine neue Geschäftsidee, die ich zusammen mit einem befreundeten Ehepaar verwirklicht habe. Er ist Japaner und war im Vollkontakt-Karate aktiv, sie hat schon als Kind in Hongkong Kung Fu gelernt.“

Karin (verblüfft): „Eine japanisch-chinesische Ehe?“

Mayumi: „Was ist daran so seltsam? Grace stammt aus Hongkong und hat schon als Kind japanisch gelernt. Die privaten Beziehungen zwischen China und Japan sind nämlich nicht so schlecht, wie es die Presse gern verkauft. Ihr Vater war beruflich regelmäßig in Japan und hat sie und ihre Mutter oft mitgenommen. Bei einem dieser Besuche haben sie dann eine Koreanerin als Kindermädchen eingestellt, die neben ihrer eigenen Sprache auch Japanisch und Englisch sprach.

Wir haben Grace und ihren Ehemann Hitomi bei einem Karate-Turnier getroffen. Yuki und ich sprachen Deutsch, Hitomi versteht einige Worte. Er war als Kind mehrfach in Deutschland bei Verwandten. So kamen wir ins Gespräch. Die beiden betreiben eine Agentur für Bodyguards, vermitteln allerdings nur Frauen. Überwiegend sind das Chinesinnen. Aber seit wir mit im Boot sind, haben wir auch Japanerinnen und Koreanerinnen im Angebot.“

Karin: „Wie muss ich mir das vorstellen, was bringst du den Frauen bei und wer genau kann Bodyguard werden und warum nur Frauen?“

Mayumi: „Frauen deshalb, da potenzielle Angreifer meist Männer sind, die nicht mit einer weiblichen Security rechnen. Jede Bewerberin muss zwingend Vorkenntnisse in mindestens einer Kampfsportart haben und darf bei der Einstellung nicht älter als 25 Jahre sein. Grace übernimmt die taktische Ausbildung. Ich ergänze das mit Aikijujutsu, Kenjutsu und Karate. Cousin Ken ist übrigens auch dabei. Ob du es glaubst oder nicht, aber Ken kann ziemlich gemein sein, wenn es darauf ankommt. Die Frauen müssen gegen ihn oder Hitomi im Sparring antreten.“

Karin: „Das klingt brutal! Wie hoch ist die Durchfallquote?“

Mayumi: „Als Bodyguard muss man zur Not den eigenen Körper als Schutz einsetzen. Wer das nicht kann oder will, hat in diesem Beruf nichts zu suchen. Aber wir hatten bisher nur zwei Ausfälle. Eine der Frauen war schwanger und hat es nicht gewusst. Sie hat sich für das Kind entschieden, was ich absolut begrüße. Leider ist sie auch die beste Kendo-Kämpferin, die ich in meinem Leben gesehen habe und sollte nach der Ausbildung mit mir als Co-Trainerin arbeiten.“

Karin: „Besser als du?“

Mayumi: „Ich kann kein Kendo!“

Karin: „Ist klar, du haust nur so aus Spaß mit dem Schwert auf andere ein.“

Mayumi (mit gespielt finsterem Blick): „Kenjutsu ist der eigentliche Schwertkampf, Kendo ist nur der Sport. Im Kenjutsu, wie in allen traditionellen Kampfkünsten, gibt es keine Regeln. Daher gewinne ich im Sparring gegen Kendo-Schüler. Aber zurück zu deiner Frage. Wir werden das Mädel nach der Geburt wieder als Sensei sehen, zumindest ist das so abgemacht. Ein andere Frau ist beim Training mit Grace unglücklich gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Leider so kompliziert, dass es vermutlich nie wieder so belastbar wie vorher werden wird. Damit ist sie als Bodyguard leider raus. Sie arbeitet aber mittlerweile als Assistentin für Grace und trainiert immer noch mit. Natürlich weniger hart als zuvor. Aber sie kann ganz toll kochen.“

Karin (lacht): „Grace hat sie doch kaum wegen ihrer Kochkünste genommen oder irre ich mich?“

Mayumi: „Sie ist ein Organisationstalent und nimmt uns viel Arbeit ab. Grace vergisst keine Freunde, darin sind wir uns ähnlich.“

Karin: „Wirst du auch als Bodyguard arbeiten? In Deutschland hast du das doch kurz gemacht.“

Mayumi: „Ich habe in wenigen Fällen für Privatpersonen gearbeitet. Das hatte aber eher wenig mit einer klassischen Bodyguard zu tun. Es war mehr Privattraining. Darin sehe ich keine Zukunft für mich. Ich habe mich finanziell in die Firma eingebracht und werde bei der Ausbildung neuer Frauen helfen.“

Karin: „Und dann nur noch Autos fahren? Warum machst du das eigentlich?“

Mayumi: „Ich finde die Abwechslung gut. Auch in der Kampfkunst. Nur mit Karate und Aikijūjutsu bzw. Aikido wäre ich nie glücklich geworden.“

Karin: „Magst du das genauer erklären?“

Mayumi: „Klassisches Karate dient der reinen Selbstverteidigung und kennt keinen Erstangriff. Allerdings hat man diese Art der Selbstverteidigung für kriegerische Auseinandersetzungen geschaffen. Als Kind hatte ich viel zu viel Energie und wollte immer kämpfen (Kumite / Sparring). Daher hat mir mein Vater erlaubt an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen. Das hat meine Neugier nur noch mehr geweckt und ich wollte weiter lernen.“

Karin: „Aber ist das nicht deinem eigentlichen Stil eher hinderlich?“

Mayumi: „Das genaue Gegenteil ist der Fall. Okinawa-Te, aus dem Karate entstand, ist von zwei Kung-Fu-Strömungen beeinflusst worden. Während mein Goju-Ryu vom Kranich-Stil / White Crane abgeleitet werden kann, dürfte es sich beim Shorin-Ryu um ein reduziertes (südliches) Shaolin-Kung-Fu handeln. Ich habe beides trainiert und noch einige Stile mehr.“

Karin: „Was genau meinst du mit reduziert?“

Mayumi: „Wenn du genau hinschaust, wirst du viele Ähnlichkeiten zwischen den Formen des chinesischen Kung Fu und den japanischen Kata erkennen. Man hat in Japan lediglich überflüssige Elemente eliminiert. Karate wirkt daher oft steifer, als die fließenden Bewegungen der Kung Fu-Stile. Das muss aber kein Nachteil sein.“

Karin: „Inwieweit helfen dir andere Stile bei Karate?“

Mayumi: „Obwohl Goju-Ryu-Karate meiner Meinung nach mit das beste Karate überhaupt ist, haben auch andere Stile gute Techniken. Ich schaue mir das an, vergleiche, wäge ab und nehme sie vielleicht in meinen eigenen Stil auf. Der sich genau aus diesen verschiedenen Stilen entwickelt hat.“

Karin: „Du kombinierst doch dieses Aikijūjutsu oft mit Karate wenn ich das richtig verstehe. Ist das dann quasi eine Art von Mayumi-Jūjutsu?“

Mayumi (lachend): „Wenn du es so nennen möchtest.“

Doris: „Ich habe mal Videos dieser Gracie-Familie gesehen. Die sagen und zeigen auch, dass sie jeden anderen schlagen können und ihr Brasilian JiuJitsu (BJJ) das Beste sei.“

Mayumi: „Ich möchte die Verdienste der Gracies nicht in Frage stellen, aber weder sind sie oder ihr BJJ unbesiegbar, noch haben sie bei der Auswahl ihrer Gegner besonderen Mut gezeigt. Die durften nämlich nur nach den sportlichen Regeln der Gracies kämpfen und haben daher verloren.“

Doris: „Würdest du dir einen Wettkampf mit einem Gracie-Schüler zutrauen?“

Mayumi: „Schon. Aber nach welchen Regeln soll das vor sich gehen? Ich kann kein BJJ, die können kein Karate.“

Karin: „Aber du kannst doch auch Hebel und Würfe?“

Mayumi: „Ja, klassisches Karate und Aikijujutsu sind voll davon. Aber im reinen Bodenkampf bin ich einer erfahrenden Wettkämpferin trotzdem unterlegen. Womit wir wieder bei den Regeln wären. Ohne Regeln sieht das anders aus, macht aber wegen der Gefahr einer Verletzung keinen Sinn. Wenn wir vielleicht nach Kickbox-Regeln sparren, sieht das schon wieder anders aus. Aber dann wird eine reine Judoka null Chancen gegen mich haben. Die bezieht die Prügel ihres Lebens.“

Karin: „Selbstbewusst wie immer, so kenne ich dich. Stichwort Wing Chun. Ich finde das toll. Würdest du mir zu einem Wechsel raten?“

Mayumi: „Sicher. Vor allem, wenn du darauf stehst finanziell ausgenutzt zu werden und jahrelang kein richtiges Training zu bekommen. Versteh mich nicht falsch, das System an sich ist recht gut, die Verbände und ihre Meister haben aber oft nur kommerzielle Interessen. Ich hatte vor Jahren das große Glück einem Sifu (chinesich für Meister) zu begegnen, der Yuki und mir alles vermittelt hat, was wir wissen und lernen wollten. Die klebenden Hände kannte ich bereits aus dem Goju-Ryu und durch Aikijujutsu war ich auch den Nahkampf gewohnt. Außerdem hatte ich mich schon vor Jahren auch mit Tai Chi beschäftigt, Wing Chun war daher weniger ein Problem, allerdings wird die Ausführung der Techniken nie so gut aussehen, wie bei reinen Wing Chun-Schülern.“

Karin: „Nutzt du es noch?“

Mayumi: „Die Techniken der verschiedenen Stile sind sich zum Teil so ähnlich, dass eine Unterscheidung schwierig ist.“

Karin: „Was würdest du jemand raten, der keine Lust mehr auf Karate hat?“

Mayumi: „Dass die Person sich vielleicht beim Taekwondo oder Thai Boxen umschauen soll, aber Karate trotzdem weiter praktiziert. Man kann dabei nur besser werden.“

Karin: „Ich habe aber gehört, dass man dabei die eigenen Fähigkeiten verschlechtert. Was stimmt denn nun?“

Mayumi: „Kein Meister der etwas von Kampfkunst oder -sport versteht, würde eine solche Aussage machen. Wer es doch macht, hat etwas zu verbergen oder verfolgt rein kommerzielle Interessen.“

Karin: „Gibt es einen besten Stil?“

Mayumi: „Gibt es ein bestes Auto?“

Karin: „Yumi! Jetzt sag, findest du Vergleiche zwischen den verschiedenen Stilen sinnvoll?“

Mayumi: „Kann man Sushi mit Currywurst vergleichen? Du magst kein Sushi, ich keine Currywurst. Jeder Stil, egal ob Kampfkunst oder -sport, hat seine Berechtigung und ist für sich gesehen gut.“

Karin: „Aber es gibt doch immer wieder mal Wettkämpfe mit Sportlern verschiedener Stile.“

Mayumi: „Ja, aber sportliche Wettkämpfe haben Regeln, die möglicherweise einen der beiden behindern und den anderen favorisieren. Darüber haben wir doch eben schon geredet. Nehmen wir Aikido. Dort werden hauptsächlich Partnerübungen gemacht, Wettkämpfe gibt es keine. Angenommen wir beide machen Sparring. Du schlägst und kickst ich verteidige mich mit Aikido. Was glaubst du geschieht?“

Karin (im Brustton der Überzeugung): „Du brichst mir die Finger!“

Mayumi: „Nee, ich knutsche dich zu Tode! Aber Spaß beiseite, diese Vergleichskämpfe sind einfach nur Mist und werden von geistig Unreifen gemacht.“

Karin: „Ach? Wie war das, als du diese MMA-Sportlerin vermöbelt hast?“

Mayumi: „Ich habe sie nicht vermöbelt, sondern ihr lediglich das Handgelenk leicht verstaucht.“

Karin: „Wie muss ich mir das vorstellen, da lässt eine vermutlich erfahrene MMA-Sportlerin dich so einfach gewähren? Kannte die deinen Hintergrund nicht?“

Mayumi: „Sie wusste nur von Karate und ging entsprechend überheblich an die Sache heran. Also habe ich sie in eine Falle gelockt und ihr quasi den Nahkampf angeboten. Als sie nach meiner Hand griff, habe ich gehandelt. Sie hat da schon fast geheult. Ein wenig Druck mehr und ihre Hand wäre Geschichte gewesen. Natürlich bin ich damit das kalkulierte Risiko eingegangen, dass sie ihrerseits etwas unternimmt.“

Karin: „Wie genau ging dieser Kampf weiter?“

Mayumi: „Sie hat beim nächsten Angriff meine Beine attackiert und ich habe sie mit dem Ellenbogen im Rücken … (kurze Pause) gekitzelt. Beides war gegen die sportlichen Regeln, ist aber Teil der traditionellen Kampfkünste. Da sind dann wirklich die Tränchen geflossen. Bei der dritten Attacke habe ich sie mit einem Hüftwurf zu Boden gebracht und angedeutet, was weiter geschehen kann. Danach gab sie auf.“

Karin: „Was wäre gefolgt?“

Mayumi: „Traditionelles Aikijujutsu ist für das Schlachtfeld gedacht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Karin: „Ich glaube ich verstehe … Trotzdem hat es dir dein Vater beigebracht. Ist das kein Widerspruch?“

Mayumi: „Mein Vater hat stets darauf geachtet, dass ich mich in einem möglichen Ernstfall verteidigen kann. Ich muss bei einer Abwehr niemand ernsthaft verletzen. Das ist im Karate ebenso. Gezielt oder dosiert eingesetzt wirkt beides Wunder.“

Karin: „Deine gezielte Dosierung habe ich schon erlebt. Da fällt mir ein, in China gibt es diesen MMA-Typen, der klassische Kampfkünstler herausgefordert und geschlagen hat. Beweist das nicht, dass es doch einen besten Stil gibt?“

Mayumi: „Das beweist lediglich, dass ein erfahrener Wettkämpfer einen im sportlichen Zweikampf unerfahrenen geschlagen hat, was ihm herbe Kritik einbrachte. Außerdem waren seine Gegner wesentlich älter als er. Im Endeffekt hat er bereits sein Gesicht verloren und ist in der Szene unten durch.“

Karin: „Du hast mal gesagt, dass es beim Kampfsport auch immer auf den Mensch ankommt.“

Mayumi: „Ja. Ein hoher Gürtel sagt wenig aus. Der beweist oft nur, dass der Träger die Techniken erlernt hat. Es gibt Schwarzgurte, die grottenschlechte Kämpfer sind und Gelbgurte, denen das Sparring im Blut liegt. Das gilt für Kampfsport und die klassischen Stile. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass viele Kampfkunst-Experten zwar tolle Lehrer sind, aber in einem sportlichen Wettkampf mangels Erfahrung verlieren.“

Karin: „Was denkst du über Mixed Martial Arts (MMA)?

Mayumi: „Im Endeffekt ist MMA doch auch nur die Rückbesinnung auf die klassischen Stile, aber durch sportliche Regeln abgemildert. Ich halte nichts davon. Im Endeffekt stehen da zwei Primitivlinge im Ring und hauen sich gegenseitig die Fresse ein. Wer das toll findet, gehört in die gleiche Kategorie.“

Karin: „Das sind harte Worte, aber ich denke ähnlich. Um das Thema abzuschließen, was denkst du über diese Shaolin-Mönche? Sind die wirklich unschlagbar gut oder ist nur eine Legende?“

Mayumi: „Dazu müsste abschließend geklärt werden, ob es den echten Shaolin-Stil überhaupt noch gibt. Daran bestehen zumindest Zweifel. Unschlagbar ist übrigens niemand. Ich behaupte aber, dass z. B. ein Kickboxer gegen einen echten Shaolin-Mönch keine Chance hätte. Der Unterschied liegt auch im Zeitaufwand den beide betreiben. Der Mönch lebt Kung Fu 24 Stunden am Tag. Der Kickboxer trainiert pro Woche nur wenige Stunden. Allerdings kämpfen Mönche nicht im Ring. Die es angeblich tun sind keine, sondern von der chinesischen Regierung bezahlte Wushu-Darsteller. Klar sind die gut, die machen den ganzen Tag nichts anderes.“

Karin: „Also so wie du … Wann steigst du wieder in den Ring?“

Mayumi: „Hier und jetzt mit dir?“ (Wir müssen alle lachen)

Karin: „Jetzt mal ernsthaft, hättest du keine Lust?“

Mayumi: „Welche Aussagekraft haben Titel und Pokale? Keine! Als Jugendliche habe ich das anders gesehen. Heute muss ich niemand mehr etwas beweisen. Allerdings habe ich den Wunsch (sie schmunzelt bei diesen Worten) Weltmeisterin in der Erziehung unseres kleinen Wildfangs zu werden. Das ist Herausforderung genug für mich.“

Karin: „Ist Aiko wirklich so wild? Sie wirkt so sanft und verletzlich.“

Mayumi: „Beides ist richtig. Aber sie kann sehr böse werden, wenn man sie ärgert. Von sich aus fängt sie nie Streit an! Aber sie wehrt sich sehr effektiv. Ich muss immer darauf achten nicht zu lachen, wenn ich Zeuge davon werde. Mein Papa ist begeistert von ihr, er sagt sie habe ein großes Talent, das aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss. Bei mir habe er ja bekanntlich versagt …“

Karin: „Das ist doch jetzt ein Witz?!“

Mayumi: „Du kennst doch den Humor meines Vaters.“

Karin: „Japanischer Humor ist manchmal schwer zu verstehen. Aber ich gebe mir große Mühe. Als Frau und Mutter kann ich deutlich sehen, dass ihr einen Narren an der Kleinen gefressen habt. Hat sich euer Leben stark verändert seit ihr sie kennt?“

Mayumi: „Was bitte sollte sich verändern? Wenn sie unartig ist, wird sie natürlich in den finstersten Keller gesperrt, das machen Japaner nun mal so. Sonst noch Fragen?“

Karin: „Du bist …!

Mayumi: „Die Tochter meines Vaters.“

Karin: „Yumi, bitte!“

Mayumi: „Ist ja gut. Aiko ist eine verletzte Seele, die ich Tag und Nacht beschützen will und werde. Sie wird ihren Weg gehen, das weiß ich. Eines Tages wird sie mich beschützen und die bessere Kriegerin sein.“

Yuki: „Das witzige daran, sie hängt an uns beiden. Mit Yumi kämpft sie gern und ich muss mit ihr schmusen. Das kann aber auch das genaue Gegenteil sein und sie hängt wie eine Klette an ihr.“

Karin: „Wollt ihr noch mehr Kinder adoptieren?“

„Mayumi: „Wollen wir Elfchen?“

Yuki: „Jaaaa!“

Karin: „Eine letzte Frage zu deinem Blog. Wie lange willst du noch schreiben?“

Mayumi (zögert kurz): „Eigentlich wollte ich ihn schon vor einer Weile schließen, aber ohne Blog fehlt mir was. Allerdings werde ich nur noch dann Beiträge schreiben, wenn mich ein Thema wirklich interessiert.“

Karin: „Gibt es immer noch Anfeindungen und Provokationen?“

Mayumi: „Sie sind seltener geworden, aber alle paar Monate taucht so ein Spinner bei mir auf.“

Karin: „Handelt es sich dabei nur um Männer?“

Mayumi: „Zum größten Teil. Testosteron scheint bei manchen eine ungeahnte Wirkung zu haben.“

Karin: „Was genau schreiben die dir?“

Mayumi: „Das ist unterschiedlich und reicht von Sex-Offerten bis zu persönlichen Angriffen.“

Karin: „Ich glaube ich habe das schon einmal gefragt, aber belastet dich das nicht?“

Mayumi: „Was soll mich daran belasten, wenn mir ein völlig Fremder an die Wäsche will? Das sind alles Maulhelden, die nur an der Tastatur eine große Klappe haben.“

Karin: „Und Frauen? Was schreiben dir dir so?“

Mayumi: „Das ist subtiler. Wobei einige schon richtige Zicken sind. Ich lese, lache und lösche das meist unkommentiert. Einigen bin allerdings auf die Zehen getreten. Wer wirklich diskutieren möchte, hat keine Attacken nötig. Leider gibt es in Deutschland keine richtige Streitkultur. Statt sachlich zu bleiben, werden viele persönlich.“

Karin: „Das kenne ich nur zu gut! Aber nur mal angenommen jemand steht vor deiner Tür, wie gehst du dann damit um?“

Mayumi: „Ich biete ihm vielleicht einen Tee an bevor ich ihn ins Jenseits schicke.“

Karin, Doris und Yuki im Chor: „Du bist unmöglich!“

Mayumi (lachend):  „Das habt ihr doch bereits gewusst.“

Ende

Ich hoffe, dass damit alle (Un)Klarheiten beseitigt sind, die Aiko, Yuki und mich betreffen. Vielleicht wird es irgendwann eine Fortsetzung geben. Bis dahin sage ich auch im Namen von Yuki, Karin und Doris: Vielen Dank fürs lesen.

Die japanischen Gespräche: Teil 1

Die japanischen Gespräche: Teil 1

Dieser Beitrag entstand bereits im Dezember 2019 und ist eine erneute Co-Produktion meiner besten Freundin Karin, ihrer Frau Doris, meiner Elfe und mir. Allerdings sind die Dialoge nachträglich literarisch aufgearbeitet. Die Lacher während des Gesprächs, haben ohnehin jeden Rahmen gesprengt. Primär hat meine Freundin Karin das Gespräch geführt, der das einen diebischen Spaß machte.

Karin: Während die Einreise in Japan kein Problem war, hat mich der Kulturschock doch getroffen. Die USA sind bereits heftig für eine Düsseldorferin, aber in Japan wäre ich hoffnungslos verloren. Yumi fliegt mir förmlich entgegen und drückt mich herzlich, was völlig unüblich für sie ist. „Na Große“, flachst sie, „hast du mich vermisst?“

Während sie Doris und unsere Mädchen begrüßt, kommt Yuki langsam näher. An ihrer Hand hat sie ein kleines Mädchen, das mich mit großen Augen anschaut. „Guten Tag Tante“, höre ich auf Deutsch mit deutlichem Akzent, „wie geht es dir?“ Verblüfft schaue ich Yumi an. „Wir haben ihr Deutsch beigebracht“, erklärt sie mir. „Sie war immer neugierig, wenn Elfchen und ich Deutsch gesprochen haben.“

Ich bin fasziniert von Aiko. Auch meine Frau und meine Mädchen starren die Kleine an. Ich habe wenig Ahnung vom japanischen Schönheitsideal, aber dass Aiko einmal eine bildhübsche Frau sein wird, das kann ich deutlich sehen. Nur die Augen stören dieses Bild. Ich glaube Trauer und Verletzlichkeit zu erkennen, die sie hinter ihrem Lächeln verbirgt. „Sie vermisst ihre Mutter immer noch“, flüstert mir Yumi zu, die meinen Blick gesehen hat.

„Mein Name ist Aiko“, sagt sie, „wie bitte heißt du?“ Prompt ist jedes Eis gebrochen und alle reden auf die Kleine ein, die sich lachend die Hände an die Ohren hält. Nachdem wir unser Gepäck gefunden haben geht es ins neue Elfenheim. Wir werden in den bisher ungenutzten Zimmern untergebracht. „Was hast du vor?“, will ich später wissen, „soll das ein Hort für weitere Elfenkinder sein?“ Sie lacht und ich höre ein „Das werden wir noch sehen.“

Die nächsten Tage vergehen wie im Flug und ich lerne Yumis restliche Familie kennen. Von ihrer Tante bin ich sofort begeistert. Yumi hat mir bereits mehrfach erklärt, dass in Japan die Frauen wesentlich stärker mitbestimmen, als das in den Westen transportiert worden ist. „Das war nicht immer so“, sagt sie später. „Im alten Japan galten strenge Regeln. Wir Mädels hätten damals schlechte Karten gehabt. Japanerinnen machen das aber sehr geschickt und drängen sich nie in den Vordergrund. Vorlaut, das sind immer nur die anderen.“ „Also du“, lästert Yuki und wir müssen alle lachen.

Am dritten Abend unserer Reise, die Kinder schlafen schon, sitzen wir alle zusammen. „Ich vermisse Deutschland“, erkläre ich. „Wir alle machen das. Aber die USA faszinieren mich, die Perspektiven dort sind scheinbar unbegrenzt.“

Doris: „Ich kann mich nicht oft genug bedanken, dass ihr uns beim Umzug geholfen hat. Hoffentlich kommt ihr bald wieder nach Kalifornien. Die Mädchen sind total begeistert von Santa Barbara und bringen schon den Nachbarkindern Düsseldorfer Mundart bei. Unser Englisch wird auch immer besser.“

Mayumi: „Wir werden noch eine Weile in Japan bleiben, es gibt eine Menge zu erledigen.“

Yuki (lachend): „Ja, meine allerliebste Frau geht mal wieder mit tausend Gedanken schwanger und ich Ärmste muss darunter leiden.“

Mayumi (todernst): „Schwanger, hm? Stimmt, du hast total zugenommen. Ich suche mir eine Jüngere!“

Karin: „Könnt ihr mal mit diesem Spielchen aufhören? Ich weiß nie, ob das echt ist.“

Yuki (ebenfalls todernst): „Wie jetzt? Die betrügt mich doch seit Jahren mit ihrem Blog, hast du das etwa nicht gewusst?“

Karin: „Ihr seid beide doof! Apropos Blog, wolltest du nicht auch einen schreiben?“

Yuki: „Früher wollte ich immer, aber Yumi schreibt einfach so viel besser als ich. Sie hört ein Wort, liest einen Satz und fünf Sekunden später legt sie los.“

Doris: „Aber du schreibst viel weniger, als noch vor Jahren. Gehen dir die Ideen aus?“

Mayumi: „Mein Blog war immer nur ein Nebenprodukt. Durch den Umzug nach Japan hat sich einiges verändert.“

Yuki (schmunzelnd): „Wollen wir dieses Gespräch vielleicht als Interview veröffentlichen? Dann werden wir alle berühmt.“

Mayumi: „Das haben wir doch erst vor …“

Yuki: „… drei Jahren zum letzten Mal gemacht! Du bist jetzt fällig meine Süße!“

Mayumi: „Na gut, aber bitte nur politisch korrekt!“

Karin: „Vergiss es! Aber wie Doris schon sagte, du schreibst viel weniger. Auch … wie soll ich sagen … anders?

Mayumi: „Es gibt diesen französischen Film mit dem Titel: Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss. Du kennst ihn vielleicht. Unser Leben ist im Fluss und verändert sich daher ständig. Ruhige Passagen wechseln sich mit Wildwasser ab.“

Karin: „Das ist ein toller Vergleich! Ich vermisse trotzdem deine künstlerische Seite. Du schreibst fast nur noch über Politik. Gibt es keine Haiku oder Kurzgeschichten mehr vor dir?“

Mayumi: „Es gibt einige Gründe warum das so ist. Mehrere Kurzgeschichten warten seit Monaten auf ihre Veröffentlichung. Ab und zu lese ich sie und korrigiere hier ein Wort und dort einen Satz. Dann geschieht wieder etwas auf der Welt und ich kommentiere das.“

Doris: „Aber warum?“

Mayumi: „Erinnerst du dich daran, wie du vor einigen Jahren auf der Straße von diesen Typen belästigt worden bist?“

Doris: „Ja, worauf willst du hinaus?

Mayumi: „Auf die Einmischung der beiden Jugendlichen. Wollte dieser betrunkene Kerl dich nicht küssen?“

Doris: „Das ist aber doch etwas völlig anderes! Du kannst Politik doch nicht mit ….“

Mayumi: „Doch! Ohne die Einmischung der beiden wäre vielleicht noch mehr passiert. So bist du mit dem Schreck davongekommen und der Kerl saß auf dem Hosenboden.“

Karin: „Doris Schatz, Yumi hat schon irgendwo recht. Aber können Worte wirklich viel bewirken? So viele LeserInnen hast du doch nicht.“

Mayumi: „Woher weißt du das? Kennst du meine Statistik? Die Likes sagen nichts über die Zahl der Zugriffe aus.“

Karin: „Ach so. Magst du die Zahl verraten?

Mayumi: „Wozu?“

Karin: „Treffer, versenkt. Ich würde aber schon gern wissen, warum jemand wie du, die Politik für eine Lachnummer hält, sich derart politisch auf ihrem Blog engagiert.“

Mayumi: „Weil es meine Natur ist sich einzumischen, wenn ich Ungerechtigkeiten sehe.“

Doris: „Wo siehst du dich eigentlich heute politisch, inwiefern haben sich deine Ansichten in den letzten Jahren geändert?“

Mayumi: „Würde ich an Politik glauben, dann hätte ich mich von einer links-liberalen zu einer liberal-konservativen Wählerin gewandelt.“

Karin: „Hat man dich nicht früher auch als Salonlinke bezeichnet?“

Mayumi (lachend): „Ja, das stimmt. Den linken Feministinnen passte ich nie ins Bild, da ich ihre „Genderitis“ abgelehnt habe. Ich bin eine Frau und möchte nicht das Gender-Stigma „Lesbe“ verpasst bekommen. Klar bin ich eine. Und? Macht mich das weniger zu einer Frau?“

Karin: „Da gebe ich dir völlig recht. Aber so ganz will mir die Bezeichnung liberal-konservativ nicht gefallen. Du hast doch immer noch sehr viele eher links angesiedelte Ideen. Und irgendwie wirkst du manchmal auch libertär. Kann man dich also wirklich irgendwo einordnen?“

Mayumi: „Das ist alles mehr oder weniger richtig. Ich finde, dass wir in einigen Bereichen zu viel Staat haben, aber auch zu viel Einfluss der Wirtschaft, der Konzerne. Außerdem stört mich die weltweite Aufrüstung. Wusstest du, dass Deutschland bis zu 20% des Staatshaushalts für das Militär ausgeben will? Alles auf Druck der USA versteht sich. Meine konservativen Ansichten sind auch meiner patriotischen Haltung geschuldet. Raubtierkapitalismus oder Neoliberalismus lehne ich ab.“

Karin: „Diese Aufrüstung macht mir auch Sorgen. Apropos Kapitalismus, du nutzt die Möglichkeiten des Kapitalismus doch schamlos aus. Wie verträgt sich das mit deinen sozialen Ideen?“

Mayumi: „Sehr gut sogar. Allerdings achte ich so gut es geht darauf niemand über den Tisch zu ziehen. Wo man mich einordnen kann? Auf meiner eigenen Seite. Ich habe keine Berührungsängste mit Angehörigen der verschiedenen politischen Lager. Die allerdings mit mir. Gut, mit Neo-Nazis zu reden ist verlorene Lebenszeit. Deren dumpfe Geisteshaltung liegt jenseits meiner Welt. Gleiches gilt auch für die Schlägertrupps der Antifa. Diese hirnlos-bekifften Typen sind doch lediglich bezahlte Sklaven der Regierung.“

Karin: „Du bist echt eine Marke! Aber noch mal eine Frage zu deiner Arbeit. Du hast soweit ich weiß richtig lukrative Aufträge von Firmen abgelehnt. Sogar Angebote Posten zu übernehmen. Magst du erzählen warum?“

Mayumi: „Das ist richtig. Vor einigen Jahren sollte ich eine Firma auf Kosten der Belegschaft sanieren. Stattdessen habe ich beim Management angesetzt. Das Konzept hätte prima funktioniert, aber diese Herren wollten keinen Cent vermissen. Also haben sie einen anderen Unternehmensberater engagiert, viele Mitarbeiter entlassen und sind krachend gescheitert.“

Karin: „Das war aber doch nicht alles?“

Mayumi: „Details kann ich dazu keine geben, wenn dieses Gespräch veröffentlicht werden soll. Vor Jahren hatte ich auch das Angebot einer Geschäftsführerin. Aber das hätte viele Reisen bedeutet und Yuki wäre allein geblieben. Und von Elfchen trenne ich mich nicht! Ein Anhängsel von mir muss sie auch nicht sein, wir arbeiten zusammen als Team.“

Ende des 1. Teils.

Das ganze Gespräch auf einer Seite zu bringen, war meiner Meinung nach zu viel für einen Beitrag. Daher habe ich einen Zweiteiler daraus gemacht. Im zweiten Teil geht es unter anderem um die Weltwirtschaft, Kinder, Autos und Karate.

Das Kind der Liebe

Das Kind der Liebe

Die Dialoge des folgenden Beitrags sind literarisch aufgearbeitet. Sie 1:1 zu übersetzen macht wenig Sinn. Die Ereignisse bilden einen Zeitraum von fast einem Jahr ab, so lange kennen wir Aiko, das Kind der Liebe schon. 

Eigentlich, wie meine LeserInnen wissen liebe ich dieses Wort, wollte ich keine großen Worte über Aiko verlieren. Aber kann es jemals genug Worte über ein kleines Menschenwesen geben, dessen Lachen uns verzaubert hat? Aiko, was in diesem Fall „Kind oder auch Tochter der Liebe“ heißt, ist ein knapp fünf Jahre altes Waisenmädchen, mit dem wir uns vor einiger Zeit angefreundet haben. Und das kam so.

Über Freunde sind wir an ein Waisenhaus geraten, das dringend finanzielle Hilfe braucht. Wir waren dort und haben uns umgesehen. Nur zwei Dutzend Kinder werden von vier überforderten Erzieherinnen betreut, eine ist der Wildfang Aiko. Vielleicht wird der Name Assoziationen mit Prinzessin Aiko wecken, die eigentlich „Toshi-no-miya Aiko Naishinnō“ heißt.

Der Tritt, mit dem Aiko einen älteren Jungen zu Boden befördert, ist klassisch und wirklich gut. Wer auch immer ihr Karate beigebracht haben mag, hat ganze Arbeit geleistet. Mit funkelnden Augen steht die Kleine in fast perfekter Kampfstellung da, die kleinen Händchen zu Fäusten geballt.

Fassungslosigkeit steht auf dem Gesicht des deutlich größeren Jungen geschrieben, der nun auf dem Hosenboden sitzt. „Geh weg von mir!“, höre ich das Mädchen sagen, ihr Name ist mir zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Mit letzter Selbstbeherrschung verkneife ich mir ein Lachen, dieses Kind muss ich mir näher ansehen.

Eine Erzieherin will sie für den Tritt bestrafen. Aber ich weiß es besser, der Junge hat Schuld. „Er hat sie von hinten an den Haaren gezogen“, erkläre ich der Frau, „sie ist erschrocken und hat sich nur gewehrt.“ „Aiko macht das ständig“, höre ich. „Sie muss lernen, dass sie das nicht darf.“ „Ganz im Gegenteil hat sie alles richtig gemacht“, erwidere ich und schaue der Frau fest in die Augen. Verlegen senkt sie den Blick.

Ich gehe vor Aiko in die Knie, nun sind wir auf Augenhöhe. „Magst du mir sagen warum du den Jungen so fest getreten hast?“, will ich wissen. Ich schaue in Augen, die  so dunkel wie meine sind, wenn ich zornig bin. Als sie mich sieht verschwindet der böse Blick und macht einem unwiderstehlichen Lächeln Platz.

„Der ärgert mich immer“, sagt sie leise. „Ich mag nicht, wenn er mich anfassen will!“ Das kann ich verstehen und wechsele das Thema. „Ich bin Mayumi“, sage ich, „und das ist Yuki, magst du mir auch deinen Namen sagen?“ „Aiko“, erwidert sie und verbeugt sich artig. Sie schaut mich an. „Warum seid ihr hier?“ Ich muss lächeln, ihre Frage kommt wie aus der Pistole geschossen. Aiko erinnert mich an Klein-Mayumi.

„Wir sind zu Besuch und wollen schauen, ob es  hier artige Kinder gibt“, erwidere ich. „Bist du ein artiges Kind?“ Aiko strahlt mich an und nickt heftig. „Ja!“, sagt sie voller Überzeugung und stellt eine Frage, die Japans  Sonne auf Yukis Gesicht aufgehen lässt. „Warst du immer artig Tante Mayumi?“

„Natürlich“, erwidere ich, „also fast. Ich habe auch mal einen Jungen getreten, der böse zu mir gewesen ist. Aber man darf das nur in einem Notfall machen, verstehst du das. Sag, wer hat dir den Tritt beigebracht?“ „Meine Mama“, höre ich, „aber ich kann mich kaum an sie erinnern. Sie ist … weg.“ Aikos Schultern sinken nach unten, Tränen laufen über ihr Gesicht. Instinktiv lege ich meine Arme um das Mädchen.

Der kleine Körper zittert, ich habe einen wunden Punkt getroffen. „Alles gut“, flüstere ich ihr ins Ohr. Yukis Blick spricht Bände, schimmern etwa ihre Augen feucht? „Magst du vielleicht ein wenig mit uns reden?“, frage ich, „damit wir uns besser kennen lernen können?“ Das Mädchen nickt. Ahnt Aiko wer wir sind und was wir wirklich in dem Waisenhaus wollen?

In der folgenden Stunde gibt sie sich brav und selbstbewusst. Von den Erzieherinnen erfahren wir, dass sie Vollwaise ist. Die Mutter ist vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ein betrunkener Autofahrer hat die junge Frau an einer Ampel übersehen und noch zwei weitere Menschen schwer verletzt.

Nachforschungen der Behörden haben keine Spur von Aikos Vater gefunden, das Mädchen ist unehelich. Spätere Recherchen meines Polizisten-Onkels ergeben, dass Aikos Mutter ebenfalls eine Waise war, aber eine akademische Ausbildung abgeschlossen hat. Auch in der Karate-Gruppe der Universität war sie aktiv und stand kurz davor den 1. Dan zu bekommen.

Mein Onkel vermutet, dass sie die Geliebte eines reichen Japaners war. „Sie hat jeden Monat eine große Summe in bar eingezahlt“, erklärt er mir und zeigt mir entsprechende Kontoauszüge. „Jemand, vielleicht ein Kommilitone oder sogar Professor, hat sie vermutlich ausgehalten und ihr Leben finanziert.“ Er schaut mich düster an, als er sagt „Weitere Einzahlungen sind sechs Monate vor Aikos Geburt ausgeblieben. Vermutlich war der Vater des Kindes nicht mit der Schwangerschaft einverstanden.“

Wir haben Aiko nach dieser ersten Begegnung so oft wie möglich besucht und durften sie auch mit nach Hause nehmen. Wenn wir im Ausland waren, hat sie uns vermisst. Feuer und Flamme war und ist sie immer, wenn wir sie mit ins Dojo nehmen. Dort blüht sie auf und beweist unglaubliches Talent,  als „Karate Kid.“

Mein Vater ist von ihr begeistert. „Sie erinnert mich an dich“, hat er gesagt. Als er noch etwas hinzufügen will, schaue ich ihn gespielt böse an und er sucht schmunzelnd das Weite. Meine Mutter ist skeptischer. „Sie ist ein schwieriges Kind“, sagt sie mir. Aber mittlerweile hat auch sie das Kind der Liebe in ihr Herz geschlossen. Aiko dankt es ihr stets mit einem bezaubernden Lachen.

Schnell haben wir einen Narren an der Kleinen gefressen. Sie weiß das oder ahnt es schon. „Hast du keinen Mann, Tante Yumi?“, will sie bei einem der ersten Besuche wissen und schaut mich dabei wissend an.„Weißt du“, erwidere ich, „ich liebe eine Frau. Findest du das schlimm?“ „Ach Jungs sind voll doof“, sagt sie, „das passt dann wohl schon“, gibt sie uns ihren Segen. Das ist die Zustimmung zur Liebe in kindliche Worte gefasst.

Cousin Ken wird dann zum ersten männlichen Helden in ihrem Leben. Wie gut er mit Kindern kann, hat er schon oft bewiesen. Mit meinem Vater streitet er zum Spaß, wer die Kleine besser in Karate unterrichten kann. Klar, dass Sensei Papa stets gewinnt. Zumindest lasse ich ihn in diesem Glauben und habe ihr noch einige Würfe beigebracht. Muss ich erwähnen, dass sie auch die schon ausprobiert hat? Wie ich als Kind, scheint sie Ärger magisch anzuziehen.

Mit Yuki hat Aiko schon mehrfach in der Küche gestanden und sie nach allen Regeln der Kunst verwüstet. Unabsichtlich, sie ist einfach noch zu klein dafür. Aber dort nun gleich zwei Elfen zu sehen finde ich höchst erfreulich. Prompt habe ich mich gefragt, ob dort noch Platz für weitere ist. Aber das werden wir dann sehen. Wichtig ist, dass Aiko uns beide akzeptiert. Das hat sie auf ihre eigene Art gemacht.

Unsere eigene Art haben wir auch mit ihren Wünschen umzugehen. Da Yuki und ich nie streiten, bekanntlich habe ich (nicht!) die Hosen an, diskutieren wir alles aus. Zumindest tun wir so. In Wirklichkeit bestimme natürlich … An dieser Stelle hat Yuki Einspruch eingelegt, dem ich gern stattgegeben habe.

Ernsthaft ist es wirklich so, dass es so gut wie keine Verstimmungen zwischen uns gibt und auch Aiko bisher keine Anstalten macht, uns gegeneinander auszuspielen. Sie findet alles spannend und neu, täglich gibt es neue Dinge zu entdecken. Auch in den USA war sie mit uns schon und hat den Flug trotz Müdigkeit genossen. Wo wir später dauerhaft leben werden, ist allerdings noch ungewiss.

Aikos Adoption war reine Formsache. Rechtlich gibt es  dafür in Japan kein Hindernis, eine Adoption ist dort auch für Singles möglich. Und als solche gelten wir leider immer noch. Also haben wir uns gespielt um Aiko gestritten und ich habe sie letztendlich adoptiert. „Das nächste Kind gehört dann aber mir!“, hat Yuki im Scherz gesagt und mir Aiko aus den Armen genommen. „Bis dahin gehe ich mit deinem Kind mein Küchen-Karate machen.“ Was soll Frau dazu sagen? Elfchen hat die Macht.

 

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Die Engel von Dortmund

Die Engel von Dortmund

Dortmund im Sommer vor einigen Jahren. Ein Samstagabend, es ist spät. Die Japanerin Rika ist auf dem Rückweg zu ihrem Auto. Den Tag hat sie mit einer Freundin verbracht, deren Küsse noch auf ihren Lippen brennen. Rika lächelt versonnen. „Wir werden uns bald wiedersehen“, murmelt sie. Geparkt hat Rika in einer Seitenstraße, die plötzlich völlig anders aussieht. Entschlossen geht sie den Weg zurück, als eine Stimme zu hören ist.

„Hey Kleine!“, ruft ein Mann, „wohin willst du so allein?“ Rikas Blick fällt auf einen Hauseingang. Mehrere Zigaretten glimmen. Das sieht nach Ärger aus. Rika schaut sich um, während die Männer zügig in ihre Richtung gehen. Zurück kann Rika nicht, die Männer schneiden ihr den Weg ab. Die Japanerin hat den Schwarzen Gürtel in Karate, aber ein Kampf in der schlecht beleuchteten Straße birgt Risiken. Soll sie es mit Worten versuchen?

Die Leuchtreklame einer Kneipe glimmt ein Stück entfernt. Ohne zu zögern läuft Rika los und hört, wie die Männer ihr folgen. Rika ist schnell, aber ist weglaufen die beste Idee? Ihre Verfolger kommen fluchend näher, im letzten Moment reißt Rika die Tür der Kneipe auf. Ist die Japanerin in Sicherheit?

Im Halbdunkel erkennt sie ein halbes Dutzend Biker, es riecht nach Alkohol und Zigarettenrauch. „Hilfe!“, sage sie mit fester Stimme, „ich brauche bitte Hilfe, ich werde verfolgt!“ „Was ist los?“, hört sie und ein riesiger Kerl taucht hinter dem Tresen auf, „komm rein, hier bist du in Sicherheit.“

„Ich bin auf dem Weg zu meinem Auto“, erklärt Rika wahrheitsgemäß, „aber ich habe mich in der Straße geirrt. Mindestens vier Männer sind hinter mir her.“ Der Hüne, offenbar der Wirt, kneift die Augen zusammen und schaut in die Richtung der anderen Gäste. Die nicken wie auf ein geheimes Kommando und marschieren auf die Straße.

„Du bleibst hier“, sagt der Wirt und folgt den Männern. Hart fällt die Tür ins Schloss. Während sich Rika in der Kneipe umschaut hört sie von draußen einen Disput, dem dumpfe Geräusche und Schreie folgen. Kurz darauf stehen die Biker grinsend vor Rika. „Alles gut“, sagt der Wirt, „da hatten sich welche in der Adresse geirrt.“

Die Männer winken nur ab, als Rika sich bedankt, der Wirt gibt eine Runde aus. „Komm,“ sagt er zu der Japanerin, „trink mal einen auf den Schreck.“ Rika schaut ihn an und schenkt ihm ein typisch japanisches Lächeln. „Asiaten vertragen doch keinen Alkohol“, erwidert sie, „aber ich nehme gern einen Saft.“ Wird der Mann sie verstehen?

„Stimmt“, sagt er, „sorry, war mein Fehler. Saft haben wir leider keinen, aber ich kann dir ein Ginger Ale geben.“ „Kann ich bitte die Flasche haben?“, fragt Rika und schaut ihn offen an. „Cleveres Mädchen“, sagt der Wirt anerkennend, „aber wie ich bereits sagte, hier droht dir keine Gefahr. Finde ich aber gut, dass du so vorsichtig bist. Das habe ich meiner Tochter auch beigebracht. Mein Name ist übrigens Frank.“

Rikas Anspannung löst sich, während sie aus der Flasche trinkt. Zwar hat sie stets den Ausgang im Blick, aber die Männer haben nichts Böses im Sinn. Wer sie sind ist ihr sofort klar, als sie die Kutten der Biker sieht. „Wo sind eure Motorräder?“, will Rika wissen, „oder seid ihr zu Fuß unterwegs?“ 

„Die stehen im Hinterhof“, sagt der Wirt, „willst du sie mal sehen?“ Stolz präsentieren die Männer ihre Maschinen. Im grellen Licht einer Leuchtstoffröhre sieht Rika, dass keiner der Biker unter 40 ist. „Wir sind alles normale Menschen, die Spaß am Motorradfahren haben,“ wird ihr erklärt. Das 1%-Abzeichen an ihren Kutten sagt das Gegenteil aus. Aber Rika ist keine Richterin.

Zurück in der Kneipe unterhalten sich die Männer mit ihr. „Japanerin bist du also“, sagt einer der Biker, der sich als Stefan vorgestellt hat und dem Wirt sehr ähnlich sieht. Er ist sein jüngerer Bruder wie Rika kurz darauf erfährt und hat früher auch Karate trainiert. „Glaubt man kaum“, lacht Stefan und deutet auf seinen Bauchansatz, „aber ich bin immer noch ziemlich flink!“

Er steht auf und zeigt einige fast perfekte Tritte, allein die Lederhose hindert ihn etwas daran. „Darf ich?“, fragt Rika und stellt sich neben ihn. „Schau, so ist es besser.“ Der Biker sperrt Mund und Nase auf, als Rikas Bein blitzartig zur Seite schnellt. „Super!“, hört sie, „das kannst du aber gut! Hast du den Schwarzen Gürtel?“ Rika lächelt und nickt. „Mein Papa hat mir Karate beigebracht.“

Prompt fachsimpeln die Männer über Selbstverteidigung, der Wirt fragt Rika gezielt nach einem Kampfsport für seine Tochter. „Lass sie Krav Maga lernen“, sagt Rika, „das geht schnell und ist wirklich effektiv.“ Mittlerweile ist es 02:30 Uhr. Rika ist müde und möchte nach Hause. „Kein Ding“, sagt der Wirt, „aber wir begleiten dich zu deinem Auto. Du müsstest mir nur sagen, wo es in etwa steht.“ Rika versucht sich zu erinnern und beschreibt einige Details. „Das ist eine Straße weiter“, erklärt Frank. „Los Jungs, wir bringen sie.“

Es ist ein komisches Gefühl für Rika von sechs Männern umringt zu sein, die wachsam wie Raubtiere ihre Umgebung mustern. Die Gruppe geht durch eine Querstraße, die wenig vertrauenerweckend wirkt. Ein Betrunkener übergibt sich, zwei falsche Mädels schleppen einen Touristen ab. „Der wird sich wundern, wenn die ihre Dödel auspacken“, flachst der Wirt und die Männer lachen.

Rikas Auto ist unversehrt, sie hat nichts anderes erwartet. Niemand stiehlt einen alten Toyota. „Wie, kein Sportwagen?“, fragt Frank, „ich dachte hier steht ein japanischer Flitzer.“ „Den ich warum brauche?“, fragt Rika und erntet ein dröhnendes Lachen. Die Biker verabschieden sich, Rika bedankt sich ein weiteres Mal. Plötzlich bleibt Frank stehen und kommt zu ihr zurück.

„Du hast kein bisschen Angst gehabt, oder?“, will er von Rika wissen. „Ich meine als du in die Kneipe kamst. Immerhin bist du eine Frau und wir keine wirklichen Engel.“ Rikas Lächeln lässt ihn nicken. „Das habe ich mir gedacht“, sagt er. „Was hättest du gemacht, wenn wir dir nicht geholfen hätten?“ „Um mein Leben gekämpft“, erwidert Rika wahrheitsgemäß und erntet einen anerkennenden Blick.

Rika hat weder den Wirt noch einen der anderen Biker jemals wiedergesehen. Als sie einige Monate später aus Neugier nach der Kneipe sieht, ist diese verschwunden. An ihrer Stelle hat ein Dönerladen aufgemacht.

 

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Gedanken einer Ausländerin: It’s in the Water

Gedanken einer Ausländerin: It’s in the Water

Während Deutschland bereits unter sommerlicher Hitze leidet und Klima-Hysteriker immer offener über eine CO2-Abgabe faseln, herrschen in Santa Barbara angenehme 24 Grad. Vermutlich hat das etwas mit den Bemühungen des Bundesstaates Kalifornien zu tun, ein grünes Klima zu schaffen. An dieser Stelle sollte sich jeder einen Zwinker Smiley denken, er hat allerdings keinen Platz in meinem Text. Sicherlich werden sich einige meiner LeserInnen die Frage stellen, was die Japanerin in den USA so macht. Die Antwort gibt es einfach und schnell, ich teste ein neues Automobil. Das übrigens mit Wasserstoff angetrieben wird. Strom war gestern, aber das begreift selbst Kanzlerin Merkel nicht. Wie könnte sie auch, die Frau war bekanntlich ausgetrocknet. Wie wichtig Wasser auch für eine zitternde Kanzlerin ist, hat man nach mehreren Gläsern gesehen. Leider hat sie der Öffentlichkeit verschwiegen, was noch im Wasser gewesen ist.

Wasser marsch!

Ob die Designer von Toyota auch zu wenig Wasser hatten oder Schnaps die Ursache für den hässlichen Mirai gewesen ist, werden wir vermutlich nie erfahren. Im Unterschied zu diesem steht ein schmucker Renner vor mir. 450 PS katapultieren ihn in unter 5 Sekunden auf Tempo 100. Mehr ist momentan unmöglich, Schuld daran ist das noch zu hohe Gewicht. Aber der Wagen ist lediglich ein Prototyp. Weder Motor noch PS-Zahl stehen felsenfest. „Wir könnten auch auf 700 PS erhöhen“, hat mir Wolf augenzwinkernd erzählt. „Aber teste erst mal die kleinere Variante.“ Mit Wolf ist übrigens jener Chefingenieur aus der Firma von Yukis Vater gemeint, der mir seit Jahren ein väterlicher Freund und Begleiter ist.

Während ich erste Runden drehe und langsam ein Gefühl für den Wagen bekomme, schaltet Yuki die verschiedenen Modi des Soundboosters um. Natürlich ist das V8-Setup mein Favorit, der Wagen selbst hat nur 6 Cylinder. Was keine wirkliche Rolle im Alltag spielt. Einzig der Verbrauch ist wichtig, der je nach Fahrweise zwischen 0,7 bis 1,3 kg Wasserstoff liegt. Wirklich preiswert ist das auf keinen Fall. Noch ist die Herstellung von Wasserstoff teuer und verbraucht eine Menge CO2, was viele Argumente der Klima-Hysteriker unbrauchbar macht. Mir sind die ohnehin herzlich egal, ich sehe kommende Veränderungen sportlich. Während Schule schwänzende Kinder gläubig hinter Greta Thunberg stehen und die Öl-Lobby darin das personifizierte Böse sieht, habe ich schon lange auf beiden Seiten investiert.

Muskelmänner

Während der Wagen mit kreischenden Reifen aus der Schikane kommt, muss ich an einen jungen Amerikaner denken, der mir vor einigen Tagen in einem Einkaufszentrum über den Weg gelaufen ist. Der kalifornische Schönling mit blendend weißen Zähnen war derart von sich eingenommen, dass er meinen warnenden Blick einfach übersehen hat. „Wen haben wir denn da“, setzt er sich in Szene. Himmelblaue Augen strahlen mich an, seine durchtrainierte Brust schwillt um mehrere Zentimeter. Ob er absichtlich unsere „Lesbian-Pride“ T-Shirts ignoriert oder nur einfach selten dämlich ist, spielt für diesen Beitrag keine Rolle.

„Du verschwendest deine Zeit“, sage ich noch einigermaßen höflich aber bestimmt. „Und jetzt lass uns einfach in Ruhe.“ Aber der Schönling will es wissen und macht einen Schritt auf mich zu. „Schau Prinzessin, du bist im Leben nicht lesbisch. Wenn dann höchstens bisexuell. Wir treffen uns später bei mir und danach bist du geheilt, versprochen“, verkündet er. „Von mir aus bringst du auch deine kleine Freundin mit“, fügt er nach einem Blick auf Yuki hinzu. „Ich werde dich mit Sicherheit treffen, versprochen“, erwidere ich und schenke ihm mein schönstes Lächeln. Sofort ist mein Gegenüber siegesgewiss. „Wusste ich es doch! Wann?“, will er wissen. „Die Frage ist wo“, erwidere ich trocken und lasse meinen Fuß in seine Richtung schnellen. Fluchend springt er zurück. „Hey hast du sie noch alle?“, ruft er empört. „Komm näher und finde es raus“, sage ich noch immer freundlich und sehe einen riesenhaften Wachmann in unsere Richtung laufen.

Mehr als „Ich werde …“ kann der Blondschopf nicht mehr sagen, dann hat ihn der schwarze Amerikaner wie einen Hasen im Genick gepackt. „… jetzt ganz schnell nach Hause gehen“, grollt der Hüne mit tiefer Stimme, seine Muskeln sprengen fast sein Hemd. Kreidebleich sackt der Schönling in sich zusammen, was leider auch für unseren starken Prototypen gilt. Ein Problem mit einem Überdruckventil hat den kompletten Wasserstoff entweichen lassen, aber das ist völlig ungefährlich und weder schädlich noch schlimm. Während die Techniker den Wagen reparieren denke ich noch einmal an die Szene im Einkaufszentrum zurück. Natürlich habe ich mich artig bei dem Wachmann bedankt. Aber der hat nur gelacht, die Augen verrollt und mich „Karate-Girl“ genannt. „Ich kann es nun mal nicht leiden, wenn solche Typen Frauen anmachen“, lässt er uns zum Abschied wissen. „Außerdem habe ich selbst zwei Mädchen zu Hause und ihnen Karate beigebracht.“

Pool Boys and Girls

Zurück auf der Strecke vergehen die Stunden wie im Flug, Runde um Runde spult der Wagen ab, Yuki liest mir aus Deutschlands Medienpool vor. Dort hat der Wahlkampf längst begonnen, die Parteivorsitzenden haben sich bereits positioniert. Ein schmollender Ex-Generalsekretär, der zurück ins Rampenlicht will und sein gut bezahltes Gnadenbrot im Verteidigungsministerium frisst, hat den feigen Mord an einem CDU-Politiker für seine Zwecke genutzt und will bösen Rechten die Grundrechte entziehen. Den gleichen Schnappatmer Reflex habe ich schon mehrfach gesehen, wenn halbgebildete PolitdarstellerInnen etwas verkünden wollen, wovon sie offensichtlich keine Ahnung haben. Thüringens CDU-Chef Mohring hat das sofort begriffen und Taubers Vorschlag abgelehnt. „Der einschlägige Grundgesetzartikel (GG Artikel 18) sei von eher symbolischer Natur“, hat er gesagt, „sein rechtlicher Gebrauchswert tendiere gegen Null.“ Hut ab, offenbar gibt es doch noch kluge Männer.

Zunehmend unklug zeigt sich dagegen Angela Merkels Nachfolgerin im Amt der Parteivorsitzenden. Ehrlich gesagt halte ich die Frau für völlig inkompetent. Vielleicht sollte sie ihre Vorstellungen besser wieder im Saarland geben, ihre feuchtfröhlichen Auftritte als Putzfrau begeisterten das dortige Publikum. Für durchaus clever und würdig an der Spitze der CDU zu stehen sehe ich nach wie vor Hans-Georg Maaßen, den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes. Aber der ist nach Meinung linker Wirrköpfe bekanntlich ebenso ein „Nazi“, wie jeder, der eine andere Meinung als der Mainstream hat. Maaßens Spiel zu durchschauen ist schwierig, aber ich habe bereits vor Monaten gesagt, dass von ihm noch mehr zu hören sein wird. Nur von meiner Seite ist heute Schluss. Ein neuer Tag und meine Elfe im Pool warten schon auf mich, was dem Titel meines Beitrags eine völlig neue Bedeutung gibt.

Die Diktatur des Genderismus

„Deutschland wird von einer ideologisch verbissenen und moralisch verwahrlosten Elite ganz bewusst gegen die Wand gefahren.  (Markus Gärtner)“

Deutschland verrecke

schallt es aus tausend Kehlen

der grünen Gefahr

Mit diesem Gedicht möchte ich einen weiteren Beitrag über die von den Medien gehypten GRÜNEN und den von ihnen propagierten Genderismus beginnen, der, das sage ich als lesbische Frau ganz offen, absoluter Schwachsinn ist. All jenen Menschen, die für absolute Gleicheit brennen, bescheinige ich entweder Dummheit oder Naivität.

Unendliche Geschlechter

Im Gegensatz zur Genderismus-Sichweise linksgrüner Feministinnen gibt es nur zwei biologische Geschlechter auf der Welt, die man als Frau und Mann bezeichnet. Eine Ausnahme stellen Intersexuelle dar, die ohne eindeutiges Geschlecht geboren werden. Transsexuelle dagegen sind kein biologisches Geschlecht. Sie werden als Frauen und Männer im falschen Körper geboren und passen diesen durch operative Eingriffe an.

Schon diese Sätze werden VertreterInnen des Gendergaga zur Weißglut treiben, was durchaus beabsichtigt ist. Aber den Unsinn, die Bezeichnung Frau und Mann sei ein soziales Konstrukt, eine Erfindung des heterosexuellen weißen Patriarchats, mache ich nicht länger mit. Vielleicht ist es der Penisneid, der aus manchen Frauen spricht. Chirurgen helfen da bestimmt.

Eltern! Eltern?

In Frankreich haben weltfremde Parlamentarier beschlossen, die Bezeichnungen Mutter und Vater in Eltern 1 und 2 zu ändern. Wo das Problem sein soll zwei Mütter oder Väter in die Geburtsurkunde eines Kindes einzutragen, erschließt sich mir als queere Feministin leider nicht. Im Gegensatz zu linken SelbstverleugnerInnen, die ihre Identität täglich neu aushandeln, weiß ich wer und was ich bin.

GRÜNE, deren verschwurbelte Ideologie jenseits wissenchaftlicher Erkenntnisse liegt, sehen das natürlich anders, was vermutlich eine vererbte Spätfolge ihrer kiffenden Großeltern ist, die 1968 mit Rudi Dutschke auf die Straße gingen. Dutschke hat nicht mehr erlebt, was aus seiner Idee geworden ist, die auch auf den Lehren von Theodor Adorno basiert. Vermutlich würden sich beide im Grab umdrehen, sähen sie den heutigen Zustand Deutschlands.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Während eine offensichtlich psychisch verwirrte GRÜNIN eine „feministische Außenpolitik“ von der Bundesregierung fordert, bin ich über die Aussage eines anderes Wesens gestolpert, das zumindest vom Aussehen her weiblich ist.

„Menstruation ist nichts strukturell weibliches. Es ist etwas, was manche Körper tun und manche nicht. Ob die Person weiblich ist oder nicht, hat damit nichts zu tun. (Annika Spahn)“

Jeder, der diesen Unsinn liest, müsste nun schallend lachen. Auch ich hätte Frau Spahn gern einige Takte gesagt. Vielleicht bin ich als studierte BWLerin zu dumm, um den Sinn des Satzes zu begreifen. Immerhin hat die liebe Annika „Gendergaga“ studiert. Aber vielleicht hat sie den Satz nur ale ironische Metapher gemeint. Dann ist alles wieder gut.

Gendern ist in

Lesbisch oder schwul mit Migrationshintergrund zu sein, wird bei den GRÜNEN gern gesehen. Nach Möglichkeit noch Antideutsch und / oder Muslim(a), das bringt neuen Schwung in die an Kindern arme Republik. Den Rest besorgen Migranten, oft fälschlich Flüchtlinge genannt, die sich an deutschen Mädchen und Frauen vergehen und auch gern junge Männer attackieren.

Einige offen homosexuell lebende Menschen, wie der schwarze Hetzaktivist Tarik Tesfu, haben es sich mittlerweile zum Ziel gemacht, die Mehrheitsbevölkerung zu denunzieren. Seinen Hass auf weiße Männer lebt er bei Youtube aus. Dort verkündet er gequält witzig, was falsch ist an einer weißen Familie. Zugegeben habe ich ihn mir früher auch angesehen. Deutschland, das auch ihm Heimat und Sicherheit gibt, derart zu diskreditieren, käme mir niemals in den Sinn.

Der lila Pudel

Menschen wie Tarik Tesfu oder der GRÜNEN-Chef Robert Habeck wollen nicht begreifen, dass sie es sind, die Hetze und Hass verbreiten. Das Schlimme daran ist ihr absolutes Mittelmaß, weder Tesfu noch Habeck sind sonderlich intelligent. Was auch für einen Großteil der im Bundestag sitzenden Abgeordneten gilt. Das Mittelmaß geht quer durch alle Altparteien. Plagiatvorwürfe bei Doktorarbeiten sind daher fast schon die Regel.

In meinen Augen ist sind Tarik und Habeck lila Pudel. Ein Lila Pudel ist ein männliches Wesen, welches sich bedingungslos dem (linken) Feminismus andient und Frauen über alles stellt. Da GRÜNE ihr Geschlecht täglich neu aushandeln passt das recht gut. Wer die GRÜNEN wählt, schafft Deutschland ab. Aber die EUdSSR als Alternative ist keine Lösung.

Die grüne (Frauen)Macht

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die GRÜNEN unbedingt in (an!) die Regierung wollen. Böse Zungen könnten nun sagen, diese Absicht habe etwas mit der Gier nach den Fleischtöpfen zu tun, denn fett im Amt geworden ist bei den GRÜNEN nicht nur Joschka Fischer. In geschickt gemachten Umfragen liegen die Antideutschen schon bei ca. 20 Prozent. Ein Wert, der jedem noch einigermaßen klar denkenden Menschen, das blanke Entsetzen ins Gesicht treiben sollte.

Als Befürworterin von Frauenrechten, als Feministin, bin ich trotzdem eine absolute Gegnerin der „grünen Weiber“ im Bundestag. Diese Frauchen sind das Endprodukt des Kulturmarxismus und schaffen jubelnd die eigene Ethnie ab. Vielleicht sollten sich deutsche Männer wieder darauf besinnen, dass sie keine lila Pudel sondern echte Kerle sind. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

(M)Eine Analyse

Die Hype um die GRÜNEN hat viel mit der im Niedergang begriffenen SPD zu tun. Was die Sozialdemokraten an Stimmen verlieren, wird hauptsächlich zwischen der AfD und den GRÜNEN aufgeteilt. Aber während die Blauen immer weniger Akzente setzen können, knittert sich GRÜNEN-Chef Robert Habeck durch die Medien und verkündet dümmlich lächelnd seine Strategie.

Leider werden die wenigsten Deutschen begreifen, dass sie nur ein Spielball der Mächtigen sind, dass „Linke“ wie „Rechte“ nur verschiedene Namen für das gleiche Ziel darstellen. Den GRÜNEN geht es weder um Frauen noch um Umweltschutz. Primär geht es um eine krude Ideologie, die diese Partei den Deutschen aufzwingen möchte. Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes versteht sich. Deutschland rettet die Welt? Dümmer geht es nimmer.

Wenn dieser Beitrag erscheint, werde ich in Schweden sein. Wie (fast) jedes Jahr ist Eisdriften angesagt. Danach gebe ich ein Gastspiel in Deutschland und werde unter anderem Düsseldorf unsicher machen.

Deutschland, hörst du mich?

Deutschland, hast du mich vermisst?

Deutschland, ich komme!

 

Gedanken einer Ausländerin: Feindbild weißer Mann

Als lesbische Frau bin ich weit davon entfernt Männer zu lieben. Aber sie so zu hassen, wie es oft linksgrüne Feministinnen tun, käme mir niemals in den Sinn. Deren Feindbild sind (alte) weiße und natürlich heterosexuelle Männer, die für alles Unheil auf der Welt verantwortlich sind. Bei solchen Aussagen schüttele ich nur den Kopf und frage mich, ob diese Mädels noch richtig ticken oder schon ein Fall für den Psychiater sind.

Patriarchat

Richtig ist, dass überwiegend Männer die Welt regieren. Falsch ist, dass es lediglich alte weiße Männer sind. Es gäbe da noch die alten schwarzen Männer, die in Afrika zu Hause sind. Vergessen haben sie auch die alten asiatischen Männer, die allerdings keine gelbe Hautfarbe haben. Aber wir tun mal so als ob. Schließlich sind linksgrüne Frauen oft kognitiv suboptimiert, was man besonders gut im Deutschen Bundestag sehen kann.

Die meisten Frauen, die dieses Narrativ benutzen und dabei vergessen, dass auch sie (alte) weiße und natürlich heterosexuelle Männer als Väter haben, sind Heten und das Opfer einer ideologischen Strömung, die sich wie schleichendes Gift tief in ihr Bewusstsein gefressen hat. Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage dies zu bemerken, aber das betrifft jede Ideologie.

Was diesen Hass auf weiße Männer auslöst ist schwer zu sagen. Von enttäuschter Liebe bis hin zu Rassismus kommt mir dabei alles in den Sinn. Vielleicht spielt auch die Benachteiligung von Frauen eine Rolle. Verständlich also, dass Frau sich nun endlich emanzipiert und ihre Unterdrücker mit Gebärverweigerung ausrotten will. Was das letztlich für sie selbst bedeutet, begreifen sie nicht.

Der gute und der böse Mann

„Männer sorgen für grausame Schlagzeilen. Wer dabei als Mann ein schlechtes Gewissen empfindet, ist auf dem richtigen Weg“, hat der Journalist Mark Heywinkel einst geschrieben. Ursprünglich schrieb dieser linke weiße Mann über den „weißen Mann“ und hat dafür massive Kritik geerntet. Also hat er seinen Beitrag korrigiert und „weiße“ gestrichen. Wir stellen also fest, ein linker weißer Mann ist noch einigermaßen akzeptiert, alle anderen sind schlecht.

„Ich bin Mann – und könnte offenbar keiner gefährlicheren Gruppe von Menschen angehören“, schrieb Mark Heywinkel in seinem unsäglichen Artikel. Das zeugt von Selbsthass pur. „Ich bin ein Mensch – und könnte offenbar keiner gefährlicheren Spezies angehören“, müsste die korrekte Aussage sein. Aber auch bei ihm hat die linksgrüne Ideologie gegriffen, auch ihn haben vermutlich Frauen zu solchen Aussagen gebracht.

Nach der Definition vieler linksgrüner Feministinnen sind weiße Männer grundsätzlich böse und schwarze (ausländische) Männer grundsätzlich gut. In meinen Augen ist es purer Rassismus, wenn Feministinnen solche Hass-Attacken reiten. Vor allem dann, wenn sie selbst schwarze Migrantinnen sind. Es gibt auch jene linksgrünen Feministinnen, die alle Männer verteufeln, aber Marx als Gott verehren. Natürlich sehen sie darin keinen Widerspruch. So ist das mit der linken Logik, die war schon immer etwas schräg.

Die grüne Sekte

In meinen Augen sind die GRÜNEN ideologische Brandstifter, die eine marxistische Öko-Ideologie verbreiten, gegen alles und jeden sind, aber keinerlei eigene Inhalte haben. Ihr Traum von der bunten Öko-Gesellschaft, von offenen Grenzen und Frieden auf der Welt, wird immer dann vergessen, wenn sie selbst ein Teil der Regierung sind. Der Hambacher Forst ist nur ein kleines Beispiel dafür.

„Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag‘ ich dir den Schädel ein!“, wäre als Wahlspruch der grünen Sekte passender, als die aktuellen Slogans. Mit den in hoher Zahl nach Deutschland strömenden jungen und oft schwarzen Männern, scheint das Weltbild linksgrüner Feministinnen aufzugehen. Dass ihre Ideologie durchaus ein böses Ende nehmen kann, wird offenbar in Kauf genommen. In diesem Zusammenhang dient das Totschlag-Argument „Deutsche morden doch auch!“, als moralische Schuldkeule und soll jede Diskussion im Keim ersticken.

Als Paradebeispiel linksgrüner Ideologie kann die bayerische Spitzenkandidatin der GRÜNEN, Katherina (Kathi) Schulze, bezeichnet werden. Wer auch immer diese Frau aufgestellt haben mag, der hat mit Bayern, ja ganz Deutschland, nichts Gutes im Sinn. Aber null Kompetenz, gepaart mit ideologischer Verblendung, ist in diesen Tagen ganz offensichtlich Grundvoraussetzung, um Mitglied bei den GRÜNEN zu sein.

Frauen sind besser!?

Noch vor einigen Jahren habe ich meist scherzhaft die These vertreten, dass Frauen die besseren Männer sind. Und nach wie vor setze ich mich für misshandelte und unterdrückte Frauen ein, egal aus welchen Ländern sie auch kommen. Mit dem Unterschied, dass ich die Hilfe vor Ort propagiere und niemand aus seinem gewohnten Umfeld reißen will. Deutschland kann nicht die Probleme von Afrika lösen, indem es alle Afrikaner nach Deutschland holt.

Sind Frauen wirklich besser? Wir können lediglich einige Dinge besser und sehen auch viel hübscher aus.  Aber auch Frauen morden, womit wir wieder bei den linksgrünen Feministinnen sind. Sie, das ist kaum zu leugnen, haben aus Männern nun Männchen gemacht. Derart zum Gespött geworden verwundert es kaum, wenn Männer, in Unkenntnis des täglich neu ausgehandelten Geschlechts, ihren Wohlstandsbauch für eine Schwangerschaft halten und am Kölner Hauptbahnhof Prügel beziehen.

Frauen können als gleichberechtigte Partnerin der Männer zu einer friedlicheren Welt beitragen. Dass aber nach wie vor ein Ungleichgewicht existiert, ist unbestritten. Der Blick der Feministinnen sollte sich allerdings auf Afrika und die arabischen Länder richten. Dort werden Frauen massiv unterdrückt. Aber im oft von Linken beherrschten Westen ist es einfacher, auf Männer einzuprügeln. Was wäre, wenn ihr das in Saudi-Arabien versucht?

Als lesbische Frau bin ich weit davon entfernt Männer zu lieben. Aber sie so zu hassen, wie es oft linksgrüne Feministinnen tun, käme mir niemals in den Sinn. Auch wenn ich nur eine „kleine Japanerin“ bin, habe ich genügend Selbstbewusstsein, um ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Vielleicht sollten das die angeblichen Feministinnen auch wieder tun.

Fazit: So sehr ich auch für Meinungsfreiheit plädiere, so vehement stelle ich mich gegen den zur Schau gestellten Rassismus gegen weiße Männer. Wie krank müssen Menschen sein, die ihre eigene Herkunft verleugnen und die eigene Art auslöschen wollen. Aber so ist das mit linken Ideologen, Hass und Hetze verbreiten immer nur die anderen. Mein Rat: Einfach an die eigene Nase fassen, Toleranz ist immer gut.

Erinnerungen an Deutschland

„Wie ist das eigentlich in die eigene Heimat auszuwandern?“, hat mich meine Freundin Karin mit Tränen in den Augen gefragt, als sie uns verabschiedet hat. Mit dieser Frage hat sie bereits verraten, was ich euch ab heute erzähle. Ich spreche von meiner (vorläufigen) Rückkehr nach Japan, dem Land in dem ich geboren worden bin. Aber geht das so einfach, finde ich mich dort zurecht? Immerhin sind die Kulturunterschiede riesig.

Viele Deutsche sind von Japan fasziniert. Auf mich wirkt das wie eine Art von mystischer Verklärung, die keine Grundlage hat. Abgesehen von der Schönheit japanischer Frauen. Ich muss das wissen, eine sitzt bekanntlich immer neben mir. Leider konnte ich sie seit einigen Jahren nicht mehr dazu überreden, auch eigene Beiträge zu verfassen. „Mach du“, hat sie gesagt. „Ich schimpfe dann, wenn du über mich schreibst.“

Natürlich ist das nur Spaß. Streit, den haben nur die anderen. „Wie ist das eigentlich in die eigene Heimat auszuwandern?“, habe ich auch Yuki gefragt und ein gespielt empörtes „Das habe ich nur wegen dir gemacht!“ als Antwort bekommen. Aus diesem Wortgeplänkel habe ich ein Interview gemacht. Viel Spaß beim lesen.

„Für ein Schwabenmädel kann Japan ein Kulturschock sein“, sagt Yuki. „Zum Glück spreche ich japanisch!“ „Ist das so?“, necke ich sie im Fukuoka Dialekt und bekomme ihre Zunge zu sehen. „Ist ja gut meine Süße“, sage ich ungerührt, „du lässt dich bestimmt gleich wieder scheiden.“

„Das hättest du wohl gern!“, höre ich und empört stemmt sie die Hände in die Hüften. „Wehe du schaust nach einer anderen Frau! Mich wirst du nämlich nicht mehr los, damit das klar ist!“ Yuki (gespielt) wütend ist eine Sensation, sie wird dann gleich noch eine ganze Spur hübscher.

Wie immer wechseln wir zwischen unseren beiden Sprachen hin und her, aber unser Verhalten wird zunehmend japanischer. „Vermisst du etwas in Japan?“, will ich wissen. „Klar doch“, erwidert Yuki, „den Ritt auf einem wilden Mann.“ Ich schenke ihr einen (gespielt) finsteren Blick, prompt folgt ihr silberhelles Lachen. „Wie du meinst“, sage ich, „morgen kaufe ich dir einen GT-R.“

Wir albern herum und packen weiter unzählige Kartons aus, die in einem Seecontainer nach Japan gekommen sind. Die Stuttgarter Wohnung haben wir verkauft und das Geld anderweitig investiert. Die Nachbarin hat uns alles Gute gewünscht. „Sind Sie und Ihre Schwester jetzt mit dem Studium fertig?“, will sie wissen. Die alte Frau hat nie verstanden wer wir wirklich sind. Kein Ding für uns, wir haben sie trotzdem gemocht.

„Was vermisst du?“, will nun Yuki wissen. „Alles und nichts“, erwidere ich. „Das Leben ist nun mal Veränderung. Und was weiß ich heute schon, ob wir für immer bleiben …“ Yuki scharf ausgestoßener Atem lässt mich schmunzeln. „Wehe du hast schon wieder etwas vor!“, höre ich.

Ich kann sie beruhigen, alle Reisen sind vorerst abgesagt. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele Aufträge bekommen“, sagt Yuki. Sie spricht von unserer kleinen Zweifrau-Firma, die wir in Fukuoka gegründet haben.

Ein erstes Seminar haben wie bereits gegeben und JapanerInnen den Umgang mit Deutschen erklärt. Inklusive dem Satz „Ein Bier bitte!“ Wir haben alle herzlich über die Fehler bei der Aussprache gelacht. Humor der anderen Art, der neue Freunde schafft.

Das Interesse an Deutschland ist in Japan groß. Wie lebt man dort, was kann man unternehmen? Ist es vielleicht sogar gefährlich als Ausländer? Diese und andere Fragen beantworte ich gern. Ein Mann in meinem Alter, der kurz vor der Abreise nach Düsseldorf steht, spricht mich auf die Morde an jungen Mädchen in Deutschland an. „Ich habe eine kleine Tochter“, sagt er. „Muss ich mir Sorgen machen?“ Ich rate ihm gewisse Gegenden zu meiden. Er verbeugt sich und versteht.

„Vermisst du die USA?“, frage ich Yuki weiter, „immerhin war es recht lustig dort.“ „Japaner sind schon manchmal komisch“, erwidert Yuki, „daran muss ich mich noch gewöhnen.“ Sie spricht von der generellen Nichtbeachtung unserer Ehe, die in Japan nicht anerkannt wird.

Uns interessiert das herzlich wenig, wir gehen trotzdem Hand in Hand. Die Akzeptanz von LGBT ist in Japan noch weit von der Realität der USA und Europa entfernt, aber es wird langsam besser. Vielleicht sollte ich mich engagieren.

„Was hältst du von der politischen Lage in Deutschland?“, frage ich weiter und kenne Yukis Antwort schon. „Ich fühle mich viel sicherer hier.“ Was ich unterschreiben kann. In Fukuoka kann Frau allein durch Parks und Straßen gehen. Die Yakuza sind normalerweise wenig an Ärger interessiert, zur Not gibt es einen Mittelfinger.

Die japanische Polizei hat wenig Probleme und ist zum Teil sogar überpräsent. Tiefere Einblicke in die japanische Polizeiarbeit habe ich durch meinen Onkel bekommen. Das war sein Dank für meine Hilfe, die Yakuza hinter Gitter zu bringen.

Mit den Worten „Wir brauchen immer gute Polizisten“, beweist er Humor, „du würdest bestimmt eine gute Ermittlerin sein.“ „Klar“, fügt Ken hinzu. „Die würde sie doch alle verhauen!“ Prompt boxe ich ihm liebevoll in den Magen, er hat den Schlag nicht kommen sehen.

„Macht dir das Wetter zu schaffen?“, frage ich Yuki. „Die Sommer in Deutschland waren lange nicht so warm.“ Die Frage ist rein rhetorisch bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und 34 Grad. Durchgehend versteht sich, auch in der Nacht kühlt es kaum ab. „Ach was“, erwidert Elfchen und schaut mich frech an. „Wo du bist, muss es einfach hitzig sein.“