Girls, Girls, Girls! – The Dinah Shore Weekend

Mayumi: „It’s 106 miles to the Dinah, we got a full tank of gas, it’s not really dark … and we’re wearing sunglasses.“

Yuki, Ally and Heather: „Hit it!“  

(Sehr frei zitiert aus dem Film Blues Brothers)

Dieses Zitat ist recht passend, da es von Los Angeles nach Palm Springs wirklich diese berühmt gewordenen 106 Meilen sind. Also fast. Wir haben nicht nur die Bikinis eingepackt, auch unsere amerikanischen Freundinnen sind mit dabei. Sie haben lange gespart, das Leben in den USA kann teuer sein. Und auch beim Dinah Shore Event regiert der Kommerz.

Wer noch nie etwas von diesem einzigartigen Festival gehört hat, dem will ich kurz auf die Sprünge helfen: The Dinah Shore Weekend in Palm Springs, ist die größte lesbische Party der Welt. Punkt. Noch Fragen? Keine? Gut, dann will ich in Verbindung mit einigen Bildern meine Eindrücke schildern. Wer die nicht lesen möchte, der klickt an genau dieser Stelle weg.

Freundinnen von Ally waren bereits dort und haben uns vor einer gewissen Zügellosigkeit gewarnt. „Da laufen auch Jägerinnen durch die Gegend“, hat uns Keira gesagt, „die suchen gezielt nach Beute und schleppen sie in die Hotels ab.“ Sie schmunzelt und gibt zu, dass sie auch ein „Opfer“ war. „Na ja, nicht wirklich“, schränkt sie ein, „ich bin ja gern mit und hatte jede Menge Spaß.“

Hände am Po, anzügliche Kommentare, aber alles im Rahmen von ungezwungener Fröhlichkeit, sind beim Dinah Shore Weekend normal. „Wer hier empfindlich ist, hat keinen Spaß“, sagt Keira und zwinkert mir zu. „So?“, fragt Yuki und haut mir auf den Hintern. „Darauf stehst du doch“, sagt sie frech und bekommt prompt einen Kuss dafür.

Das Gepäck ist im Kofferraum, natürlich haben wir viel zu viel dabei. Vier Frauen auf der Reise, da kommt einfach Freude auf. Lippenstift, Deo und Slip-Einlagen, die Frau von Welt muss immer gut gerüstet sein. Und wo ist noch der Nagellack?

Der BMW schnurrt die Meilen ab, Palm Springs erwartet uns mit 30 Grad. Sonne pur und gute Laune, das Hotelzimmer ist auch für 4 Personen groß genug. Dinah Shore wir kommen!

Wir haben uns VIP-Tickets besorgt. Die sind nur scheinbar teuer, aber gewähren ungehinderten Zugang zu allen Events. Warum ist einfach erklärt, ich habe keine Lust ewig Schlange zu stehen.

Die Bilder vermitteln nur einen Teil jener Atmosphäre, die uns fast erschlagen hat. Ausgelassenheit, Lachen und ein unbeschreibliches Lebensgefühl. Das alles und noch mehr ist „The Dinah.“ Wir treffen Frauen, die fröhlich und total aus dem Häuschen sind. Nur wenige sehen wie Models aus. Aber die richtig!

Die Eröffnungsfeier findet am 29. März ab 21 Uhr in Zelda’s Nightclub statt. Ally und Heather trinken Alkohol in Maßen, bei noch immer 25 Grad und einer aufgeheizten Stimmung, wäre alles andere ein KO-Kriterium.  Wir treffen Anke aus Hamburg, die uns mit ihren 175 Zentimetern deutlich überragt. „Ich bin extra für das Event in die USA geflogen“, erzählt sie uns, „und ich bin hin und weg!“

Wir tauchen in eine Welt, die fremd und doch so vertraut für uns ist. Musik und gute Laune pur, Normalität war gestern. Prominente gehen vermutlich im Meer der Frauen unter. Ich habe niemand erkannt. Am Ende wird es in der Presse stehen.

Gefühlte 100 Unterhaltungen später sprechen uns zwei Mexikanerinnen an. Recht schnell wird klar, dass sie mehr als nur ein Lächeln wollen. Höflich lehnen wir ab und ernten enttäuschte Blicke. Auch das ist Dinah Shore. Noch mehr Gesichter und Namen ziehen vorbei, das Stimmengewirr raubt uns die Sinne.

Ally und Heather suchen meine Nähe. Sie sind überwältigt, aber weniger selbstbewusst. Stunden später taucht Anke wieder aus der Menge auf und strahlt über das ganze Gesicht. Ihre Kurzhaarfrisur ist zerzaust und sie wirkt ziemlich ausgelaugt. „Ich kann nicht mehr“, sagt sie lachend, „ich habe die ganze Zeit nur getanzt.“

Gegen 1 Uhr verlassen wir die Party und fahren zu unserem Hotel. Anke nehmen wir mit, ihr Quartier liegt auf dem Weg. „Eigentlich wollte ich mit meiner Freundin zum Dinah“, erzählt sie uns, „aber wir haben uns gestritten. Sie lebt noch im Schrank, wenn du verstehst?“ Ich verstehe gut. „Habt ihr euch getrennt?“, frage ich nach. „Ich mich“, sagt Anke. „Wir leben im 21. Jahrhundert, da muss keine Frau mehr Angst vor ihren Eltern haben.“

Wir schlafen gut und frühstücken noch besser. Danach erkunden wir Palm Springs. Noch von Los Angeles aus habe ich ein Dojo gefunden, das wir um 15 Uhr betreten. Der Sensei freut sich ehrlich uns zu sehen. Er ist aus Puerto Rico und seit mehr als 15 Jahren im „Geschäft.“

Wir absolvieren ein leichtes Training, ohne Sport fehlt mir einfach was. Ich zeige meine Kunst und wirbele einige Schüler über die Matte. Aikijujutsu hat hier noch keiner gesehen. Und meine Kicks lösen staunende Gesichter aus.

Nach dem Abendessen holen wir Anke wieder ab, die froh ist uns zu sehen. „Mir ist voll die Decke auf den Kopf gefallen“, gibt sie zu. „Dankeschön, dass ich mit euch kommen darf!“ Wir sehen sie nicht wieder, sie reist am nächsten Morgen überraschend ab. Ihre „Ex“ habe angerufen, lässt sie uns per SMS wissen.

Die Tage verschwimmen, Pink Pussy Party, Wet – Wild Pool Party, Dinah Comedy House, Hollywood Party, Sunday Funday Party ziehen wie im Rausch an uns vorbei. Die meisten Gespräche bleiben oberflächlich. „Hallo, wie geht es euch, wo kommt ihr her?“

Jegliches Zeitgefühl geht verloren. Tanzen, schlafen und alles geht von vorne los. Irgendwann sehen wir irgendwo Mariah Hanson, die Veranstalterin des Dinah Shore. Sie rauscht vorbei und ist auch schon wieder weg. Lass diese Party nie zu Ende gehen!

Die Comedy ist super, die Mädels machen richtig gute Witze. Plötzlich steht Keira mit ihrer neuen Freundin neben uns. „Wir können nur einen Tag bleiben“, sagt sie und begrüßt uns herzlich. „Ihr habt mich doch bestimmt vermisst!“

Später werfen wir sie in den Pool, was in einer allgemeinen Wasserschlacht endet. Sonntags erreicht uns eine SMS von Anke. „Meine Freundin hatte ihr Coming Out!“ Die Worte lassen mich lächeln. Vielleicht hat sich wieder gefunden, was zusammen gehört.

„The Dinah“ zu beschreiben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Hier wird mit der Legende aufgeräumt, dass für Frauen Partys weniger wichtig seien. Angeblich suchen Lesben viel öfter den Aufenthalt in der Natur, als schwule Männer. Das mag zutreffend sein, auch wir sind keine absoluten Party Girls.

Mit dem Dinah Shore Weekend, haben wir uns einen Traum erfüllt. Eifersüchtig sind nur die anderen. Wir schauen interessiert und es gibt wirklich viel zu sehen. Hier tummelt sich alles, vom stylischen Tomboy mit Kurzhaarfrisur, bis hin zu grell geschminkten Lipstick Lesben. Dazwischen wir. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

Natürlich haben wir nicht permanent Party gemacht. Selbst meine Kondition hat Grenzen. Und auch der Speicher meines Handys. Ich habe so einige neckische Bilder gemacht. Aber die werde ich auf keinen Fall mit euch teilen, ihr bekommt nur die normalen zu sehen.

Es wäre bestimmt unanständig, eine klatschnasse Mayumi im Bikini zu zeigen! Was habt ihr denn nun gedacht? „Hey Laydeeeees!“, schallt es über das Gelände, die DJane sorgt für Stimmung pur. „Das ist Wahnsinn!“, lässt mich Yuki mehrfach wissen. „Wehe du gehst mir fremd!“

Sie lacht bei diesen Worten, auch das gehört zu unserem Ritual. Wir lieben uns, da besteht keine Gefahr. Plötzlich spricht uns eine Japanerin an. Riko ist in den USA geboren, aber ihr japanisch ist perfekt. „Ich freue mich euch zu treffen“, sagt sie. Vertraute Klänge, ist das Osaka Dialekt?

Riko und ihre Freundin Madison kommen aus Kentucky. „Wir wollen nach Kalifornien ziehen“, verraten sie uns. Die beiden sind ein schönes Paar. Riko ist eindeutig der „Boss“. Kaum größer als ich, mit langen Haaren, zieht sie die blonde Madison hinter sich her.

Die lacht nur. „So macht sie das immer“, ruft sie, „wir sind gleich wieder da!“ Wenig später stehen sie wieder neben uns. Madison ist Schriftstellerin. „Na ja, ich will es werden“, schränkt sie ein. „Aber ich habe schon für einige TV-Produktionen das Drehbuch korrigiert.“

Riko schaut verliebt und ist stolz auf sie. „Ich bin leider nur Anwältin“, sagt sie lächelnd. „Und was für eine!“, protestiert Madison sofort. „Sie gewinnt jeden Fall!“ Die Chemie zwischen uns stimmt, das bestätigen später auch Ally und Heather.

„Wir ziehen im Juni um“, sagt Riko und nennt uns die Adresse. „Ich habe schon einen Job in einer kleinen Kanzlei und Madi darf dann die Hausfrau machen.“ Die schnauft gespielt empört und grinst dann doch. So einfach kann Liebe sein.

Zum Abschied tauschen wir Handynummern aus. „Danke!“, sagen beide und meinen das auch. Ich tausche einen Blick mit Yuki. Wortlose Zustimmung, wir bleiben vorerst in den USA. Aber dass, so weiß ich, wird ein Kraftakt werden.

Trotzdem habe ich auf das Armdrücken mit den beiden Mädels auf den Foto verzichtet, die sind deutlich stärker als ich. Was das Bild nicht zeigt sind die Lacher der beiden. Und wir haben mitgelacht.

Als wir uns Montags von Palm Springs verabschieden, sind wir alle ziemlich geschafft. Jetzt steht wieder Normalität auf dem Programm. Wobei Kalifornien eigentlich immer eine Art von Urlaub ist.

Mayumi: „It’s 106 miles to Los Angeles, we got a full tank of gas, it’s not really dark … and we’re wearing sunglasses.“

Yuki, Ally and Heather: „Hit it!“  

Und das habe ich gemacht.

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Närrisch

Es ist beschlossen und hiermit verkündet, dass ihre Biestigkeit Mayumi I. samt Prinzessin Yuki und weiteren Hofdamen, den Kölner Karneval besuchen wird. Als Teenager war ich ein größerer Fan von solchen tollen Tagen. Heute meide ich diesen Trubel gern. Frau wird weise. Nur leise, werde ich nie.

Aber Köln hat für uns zentrale Bedeutung. Wir Frauen zeigen Präsenz und lassen uns von Grapschern nicht erschrecken. Und egal ob Minirock oder neckische Bluse, unser Körper ist allein unser Revier! Klare Ansage an diverse Narren, die in Frauen nur Huren sehen, wer uns anfasst hat ein Problem!

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat klare Worte gefunden. „Es ist wichtig, dass wir jetzt keine Debatte darüber anstoßen, ob Frauen ihr Verhalten ändern müssen, sondern die Männer, die übergriffig werden, müssen ihr Verhalten ändern und vor allem zur Rechenschaft gezogen werden“, hat sie gesagt.

„Die Zeiten, wo wir Frauen uns nicht frei bewegen dürfen, wo wir Frauen keine Miniröcke tragen sollen, die sind vorbei“, kam auch von ihr. Das klingt besser, als Frau Rekers Blödsinn, „Fremde auf Armlänge entfernt zu halten.“ Gut gemeint, aber naiv. Von Gewalt hat die Frau wenig Ahnung, obwohl sie schon selbst Opfer war.

Ob und wie ich mich verkleide wollt ihr wissen? Elfchen lacht frech und sagt „Als Miss Köln!“ Nun musste ich diesen Artikel wirklich unterbrechen und meiner Süßen die Leviten lesen. Also so ein bisschen, na ja fast. Weil eine Düsseldorferin bekanntlich keine Miss Köln sein kann. Das geht mal so überhaupt und niemals nicht!

In Wirklichkeit hat sie mich mit Küssen bestochen und noch Schokolade draufgelegt. Elfenglück. Liebe, die ich meine. Aber zurück zu den Kostümen. Falls wer eine Catwoman sieht, die von Batgirl begleitet wird, habt ihr eine Idee, was und wer wir sind. Und der Rest der Truppe ist auch sehr bunt.

Dieser Blog wird also bis zum Aschermittwoch Pause haben. Dann werde ich wieder berichten. Kölle wir kommen! Alaaf und Helau!

Lesben, Sex und Suchbegriffe

Auch in den letzten 30 Tagen habe ich neue LiebhaberInnen gefunden. Dabei habe ich nicht nach ihnen gesucht. Warum auch? Ich habe (m)eine Elfe nach der ich süchtig bin. Die beliebtesten Suchbegriffe drehen sich um Lesben. Was kaum verwunderlich ist, ich habe einen lesbischen Blog.

1. – nandalya: Molly! Hast du dir immer noch kein Lesezeichen gesetzt?

2. – lesbenradar / Gaydar: Hat Frau, oder eben nicht. Meins hat noch immer funktioniert. Freundinnen versagen auf der ganzen Linie.

3. – lesbe hetero frau angemacht: Ja, das machen Lesben bei Interesse. Oft auch wegen fehlendem „Gaydar.“

4. – aikido wird verweichlicht: Der Sinn dieser Suchanfrage erschließt sich mir nicht. Aikido hat sich natürlich im Lauf der Jahre verändert und jeder Meister eigene Ideen. Aikido wird aber niemals Breitensport, oder bei Wettkämpfen zu sehen sein. Man muss aber den Unterschied zum klassichen Daitō-ryū Aiki-jūjutsu und dem heutigen Aikido machen. Aikido kennt weder Schläge noch Tritte. Beim Daitō-ryū Aiki-jūjutsu gibt man dem Angreifer aber gern einen davon mit. Um ein Bild zu haben sollten sich LeserInnen den Schauspieler und Aikido-Meister Steven Seagal vor Augen halten. Seagal tritt, hebelt und schlägt in seinen Filmen. Und das mache ich auch.

5. – anzeichen von lesbischer anmache: Bei fehlendem Gaydar schwer zu erraten für manche Frauen. Wobei es doch nun wirklich einfach ist. Sucht „sie“ den Augenkontakt. macht Komplimente, fragt nach der Handynummer, oder einem Wiedersehen, das vielleicht noch in einer Szene-Bar, so wird sie kaum nur Höflichkeiten tauschen wollen. Leider ist die Gefahr abgewiesen zu werden sehr groß. Daher agieren viele Lesben sehr unsicher und zurückhaltend.

6. – sucht ein wing tsun meister einen schüler: Vermutlich hast du zu viele chinesische Martial Arts Filme gesehen, lieber Besucher. Den gütigen, weisen Meister wirst du kaum finden. Den hat Hongkongs Filmindustrie erfunden. Oder meinst du etwa den selbsternannten Großmeister Leung Ting? Ich habe keine Ahnung, was der alte Herr da fabriziert. Aber mit klassischem Wing Chun hat das nicht mehr viel zu tun. Wer in Deutschland gutes Wing Chun / Wing Tsun lernen will, sollte sich den Namen Sifu Philipp Bayer merken. Oder diesen Artikel von mir lesen:  Von Großmeistern und Geschäften

7. – musashi zu narzissmus: Dazu hat Japans größter Samurai nichts gesagt soweit ich weiß. Ich könnte mir aber vorstellen, dass er kein Freund solchen Verhaltens war.

8.- japaner lesbisch: Es heißt Japanerin. Und ich bin eine. Und lesbisch. Noch Fragen?

9. – cyndie allemann verheiratet: Davon habe ich noch nichts gehört. Aber ich kann sie ja die Tage mal fragen.

10. – weibliche form japs: Da muss ich doch glatt nach Luft … japsen. Japs ist eine abwertende Bezeichnung für Japaner, die niemals benutzt werden sollte.

11. – eine lesbin ansprechen: Vermutlich soll das Lesbe heißen. Die Frage ist doch nun: warum? Zum Spaß? Suchst du ein Abenteuer? Bist du selbst eine Lesbe? Oder doch nur Mann, der uns gern auf seine Seite holen will? Im letzten Fall vergiss es wieder. Lesben wollen keinen Mann.

12. – carina vogt beziehung: Keine Ahnung. Ich hoffe, dass sie eine hat.

13. – ich weiblich habe mich in eine frau verliebt 2015 / als heterofrau in lesbe verliebt: Liebe ist ein großes Wort. Wenn du hetero bist, wird das schwer. Sei dir sicher, dass es nicht nur freundchaftliche Gefühle sind. Frauen empfinden oft mehr und tiefer. Aber ist das wirklich Liebe? Und sei dir auch bewusst, dass diese Frau nicht auf genau dich wartet. Sie hat vermutlich schon immer andere Frauen getroffen. Also warum solltest nun du an der Reihe sein?

14. – video japanische lesben liebe blog: Falsche Baustelle. Oder sollte ich mit Yuki einen youtube-Channel machen?

15. –  dr landar: Ist mein echter akademischer Titel mit meinem Internet-Namen gemischt. Als „Sexpertin“ gebe ich dabei humorvolle Tipps über das Leben und die Liebe.

16. – japanische lesbische fraun.com: Echt jetzt? Krasser Name! Darf ich da auch mal …? Ich wollte doch schon immer mal japanische lesbische Frauen sehen.

17. – wie merkt man ob eine japanerin an einem interessiert ist: Wie  merkt man(n), ob eine Deutsche, Französin, Italienerin Interesse hat? Na? Mann schau hin! Hör ihr zu, achte auf ihre Körpersprache. Bei aller Disziplin, ist auch eine Japanerin eine Frau. Leider verwechseln Männer japanische Höflichkeit schnell mit mehr. Junge Japanerinnen sind sehr weltoffen und stark an westlichen Bräuchen, Sprache und Menschen interessiert. Die Hindernisse für eine dauerhafte Beziehung sind sehr groß. Aber wenn sie funktioniert, hast du ein Juwel gewonnen. So, wie ich.

18. – lesbenforum rasiert: Wir sind ja dafür bekannt oft Haare auf den Zähnen zu haben. Aber von rasierten Lesbenforen habe ich noch nie etwas gehört. Hat wer eine Idee?

19. – lesbenselbstbefriedigung: Okay. Ich geb’s zu. Ich beichte. Es befriedigt mich total, wenn ich mich über diese dämlichen Anfragen lustig machen kann.

20. – gute lesbische anmache: Vielleicht sollte ich einen Flirtkurs für Nachwuchs-Lesben geben? Mal ehrlich jetzt Schwester: Zieh dir „The L-Word“, „Lip Service“ und noch ein Dutzend andere Filme rein. Danach machst du es einfach. Und wenns nicht klappt dann halt noch mal. Aber vielleicht bleibst du auch einfach nur du selbst und startest mit einem Lächeln. Das kommt meist gut an.

21. – lesbish zex: Fake Lesbensex gibts in der Videothek deines Vertrauens. Mann achte dabei besonders auf die langen Fingernägel macher Darstellerinnen, die eine prickelnde Erfahrung für die Partnerin sind. Oder den Strapon! Logisch, dass Lesben den brauchen mangels Penis. (Ironie off)

22. – liebesbrief noch nie getroffen: Frei laufende Liebesbriefe sind schwer zu finden in diesen Tagen. Daher schreibe ich die auch lieber selbst.

23. – ist das nur eine phase, dass kristen stewart lesbisch ist?: Ich könnte nun lang und breit erklären, was „lesbisch sein“ wirklich ist. Außerdem wer sagt, dass sie es ist? Nur weil sie mit ihrer besten Freundin unterwegs ist? Das war ich früher auch und es ist nie etwas passiert. Und selbst wenn sie auf Frauen steht, so ist Kristen technisch gesehen bisexuell. Sie muss selbst wissen, was es für sie ist. Aber Liebe ist Liebe und die kennt kein Geschlecht!

24. – die liebe findet einen weg – Das tut sie! Und zwar hier: (Klick mich) Und dieser Artikel nun ein Ende. Auf Wiederlesen bis zum nächsten Mal.

Warum wer auch immer (nicht) lesbisch ist

Die Schmierfinken und Paparazzi der Welt, haben ein neues Opfer entdeckt. Die aus den Twilight-Filmen bekannte Schauspielerin Kristen Stewart steht seit einer Weile im Fokus des meist männlichen Interesses. Nun ist das nicht weiter schlimm mag sich mancher Leser denken. Publicity ist die Schauspielerin gewohnt. Aber wie sie dazu steht nun als lesbisch erklärt zu werden, hat eine völlig andere Qualität.

Die Fakten: Kristen hat über Weihnachten und Sylvester Urlaub mit ihrer Freundin Alicia Cargile gemacht. Geldgeile Paparazzi haben die Frauen dabei fotografiert, wie sie … ACHTUNG … Händchen haltend über den Strand spazierten und nebeneinander saßen. Stille im Publikum. Der Saal hält den Atem an … Dann erklingt ein silberhelles Elfenlachen und die lapidare Frage „Na und?“

Und genau an dieser Stelle sollten alle meine LeserInnen lachen. Denn zu mehr taugen die Schlagzeilen der Presse nicht. Liebe Schmierfinken, die ihr euch Journalisten nennt, selbst alte Damen gehen oft Arm in Arm spazieren. Und Händchen halten wir Mädels schon im Kindergarten. Im Gegensatz zu Mann haben wir wenig Angst vor Nähe. Wir genießen sie. Und das hat meist keinen sexuellen Hintergrund.

Zwar ist es mir nicht völlig egal, ob Kristen nun bi, lesbisch, oder doch nur Hete ist, aber im Grunde genommen spielt es keine Rolle. Wichtig ist nur, dass hier ein Mensch glücklich ist und Zeit mit einem anderen Menschen verbringen kann. Und auch wenn dieser Mensch nun zufällig eine Frau ist, was in aller Götter Namen ist dabei?

Aber wenn ich mir das Geschmiere und Geseiere auf diversen Webseiten anschaue, wird mir schon wieder schlecht. Mannes Auswurf ziert lustvoll-gierig die virtuellen Blätter. „Kristen Stewart und Alicia Cargile – lesbische Liebe?“, steht zum Beispiel dort. Vor meinem geistigen Auge sehe ich die Kleinhirne der Schwachmaten schon rattern, um einen Blick auf „lesbischen Sex“ zu erhaschen.

Diverse Kommentare unter den Arikeln zeigen mir, welcher Geist so manchen Poster leitet. Vielleicht solltet ihr euren Kopf gegen die Wand stoßen, an Kristen kommt ihr auch damit nicht ran. Und das ist auch gut so. Mir zeigt der Umgang mit dieser „Neuigkeit“, die schon lange keine mehr ist, wie die Welt wirklich denkt. Lesbisch zu sein, ist noch lange nicht normal. Dabei kennt Liebe kein Geschlecht.

Girltrash – South of Nowhere meets the L-Word

Seit einigen Jahren bin ich ein Fan von meist lesbisch geprägten Web-Serien. Girltrash gehört mit dazu. Geschrieben von der großartigen Angela Robinson einer Produzentin von „The L-Word.“ Die Serie entstand zwischen 2007 und 2009 und hatte nur kurze Folgen. Mehr als 3 bis 5 Minuten sind solche Filmchen selten lang.

Die leider unvollendete Serie basierte auf dem Leben von Tyler und Daisy, zwei kriminellen Sängerinnen, gespielt von Michelle Lombardo  und Lisa Rieffel. Bei Tyler dachte ich damals schon an eine Neuausgabe von Shane, wenn auch auf anderem Niveau. Daisy / Lisa ist einfach sie selbst. Witzig, lustig, talentiert.

Macht man sich bewusst, dass die DarstellerInnen oft kein Geld dafür bekommen, jeder Film aber trotzdem Geld kostet, so kann man sich die Schwierigkeiten solcher Produktionen gut ausmalen. Und doch sind in den letzen Jahren wahre Perlen entstanden. Gedreht mit wenig Geld, dafür mit um so mehr Herzblut. Diesen Weg zu gehen zeigt aber auch das große Problem lesbischer Kunst, sie wird selten von großen Studios finanziert.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Leider auch genug schlechte Beispiele, in denen Lesben als dümmliche Witzfiguren auftreten. Der Grund ist klar, die Regisseurin muss sich verbiegen um ihr Werk an den Mann, bzw. die Frau zu bringen. Entsprechend harsch ist dann auch die Kritik der Szene. Vor allem, wenn Lesben tragisch sterben müssen, um die heilige Kuh „Hetero-Ehe“ zu retten.

Auch Girltrash, auch Angela Robinson hatte diese Probleme. Aber als 2009 die Ankündigung kam einen Film aus der Serie zu machen, waren wir alle gespannt. Immerhin hat das bei D.E.B.S  wunderbar funktioniert. Kurzfilm meets Langversion und das mit großem Erfolg.

Nun gibt es die Legende des Einhorns in der Fantasy-Welt. Und ähnliches geschah nun mit Angelas Film. Die Monate vergingen und Jahre zogen ins Land. Gesehen hat man Girltrash nie. Dabei war der Film gedreht und Angelas Frau, Alexandra Kondracke, hat sogar Regie geführt. Nur gab es offenbar keinen Verleih, kein Studio hat sich dafür interessiert. Geld zu sammeln hieß nun die Devise. Und das wird im oft erzkonservativen Amerika recht schwer.

Ich bin ehrlich: ich hatte die Serie fast vergessen und den Film schon lange abgehakt. Bis, ja bis Herbst 2013, als eine Nachricht die Szene erschütterte. Girltrash: All Night long wird auf DVD veröffentlicht! Mit Herzklopfen las ich weiter und meine Augen wurden schmal. Ein Musical sei der Film geworden und Angela Robinson habe sich im Streit davon distanziert. Und mit ihr auch ein Teil der Crew und Darstellerinnen. Was war hier geschehen?

Vielleicht kennt der ein oder andere meiner Leser die Serie „South of Nowhere,“ die Liebesgeschichte von Spencer und Ashley. Die beiden Darstellerinnen, Gabrielle Christian und Mandy Musgrave, spielten auch bei Girltrash eine kleine Rolle. Zusammen mit Kurzauftritten von Amber Nicole Benson, die in der Serie Buffy, die lesbische Hexe Tara spielte und Rose Rollins aus „The L-Word.“

Aber während die Serie fast nur auf Tyler und Daisy basierte, ging der Film einen anderen Weg. Plötzlich stand dort die Liebesgeschichte zwischen Gabrielle Christian, als Colby und Mandy Musgrave, als Misty im Vordergrund. Kein Fehler, um es vorweg zu sagen, aber eine Überraschung für mich. Und die beiden Darstellerinnen haben dem Film etwas die Show gestohlen und alle anderen degradiert. Leider war Amber Nicole Benson nicht mehr dabei. Dafür Rose Rollins, die wieder nur sehr kurze, aber durchaus überzeugende Auftritte hatte.

Und mit dem Hinweis auf „Buffy“ schließt sich dann der Kreis. Ursprünglich sollte der Titel des Beitrags „Buffy meets the L-Word“ heißen. Weniger wegen der Darstellerinnen, aber auch die spielten eine Rolle. Vielmehr wegen der Natur des Films als Musical. Eine der Buffy-Folgen „Once more, with Feeling“,  hat man ebenfalls als Musical gedreht.
Dieses Konzept war damals neu und ungewohnt, hat aber durchaus gepasst. Entsprechend gespannt war ich auf Girltrash und die Umsetzung der Serie als Film-Musical.

Natürlich kann man mit einem geringen Budget keine Wunder erwarten, aber die Crew hat ihren Job gut gemacht! Ja, es gab kleine Schwächen bei Beleuchtung und Ton, ja die nun singenden Darstellerinnen wirkten am Anfang komisch. Aber wer die Web-Serie nicht kennt, dem wird der Film vielleicht uneingeschränkt gefallen. Angela Robinson hat das völlig anders gesehen und die Szene damit schockiert:

“Girltrash!” is a project close to my heart.

I was trying to find a way to make affordable, quality lesbian entertainment and develop a brand that would encompass web series, movies, television, graphic novels and stage musicals.  To this end, after first making a web series and a penning a graphic novel, I produced “Girltrash: All Night Long” with Stacy Codikow.

I love the movie and each and every person that tirelessly worked on this project – the crew and mentees that donated their time and energy for free or for cut rates, the incredible musicians, Lisa Rieffel and Johnny Dunn, who wrote fantastic songs, the awesome actors who worked all night long for months on end, Luke Tierney, the composer and Chris Hill, the editor, and of course, Alex Kondracke, the amazing director. I am extremely proud of the work that was done.

But POWER UP is presenting a version of the film that I have not seen, that is unfinished and that has not been creatively approved by me and as a result, I do not support nor validate any screenings or commercial sales of “Girltrash: All Night Long” at this time.

Working with Stacy Codikow and POWER UP has been, without a doubt, the worst experience of my career. Because Stacy has been so horrible I will never again be involved in any project in which Stacy Codikow or POWER UP is involved.

Vor dem Hintergrund dieser Aussage sehe ich den Film zwigespalten an. Ich habe mich auf das Wiedersehen mit „alten Freundinnen“ gefreut und die Zeit genossen. Und so geht es vielen Fans, die vom Streit hinter den Kulissen nicht viel wissen. Lesbische Filme sind scheinbar auch weiterhin vom Glück verlassen. Sie sind und bleiben eine Randerscheinung, werden wenig akzeptiert. Und gibt es dann noch Streit im lesbischen Lager, wird es niemals weitergehen. Ich kann den Film trotzdem empfehlen. Wer Musik und Handlung mag, der kommt auf seine Kosten.

Suchet, so werdet ihr finden!

„Suchet, so werdet ihr finden“, lautet ein altes Bibel-Zitat. Gefunden haben mich auf diese Weise neue Leser, was ich an dieser Stelle kommentieren möchte. Die absoluten Highlights fehlen, aber ich habe trotzdem kurz gelacht. Eigentlich wollte ich meine LeserInnen mit diesen Begriffen verschonen. Sie ähneln sich einfach zu sehr. Aber vielleicht mögt ihr sie ja lesen und kommentieren, oder habt Fragen dazu.

scharfe mädchen – Ich kenne welche! Wer noch?

sprüche von frauen zum thema sex – Ja, auch Frauen haben dafür flotte Sprüche. Ich natürlich nicht!

filme die ich mag – Das war einer meiner ersten Artikel. Mag ihn wer lesen?

geliebtes halbwesen – Weder bin ich ein Wesen noch halb. Dafür ganz und gar ich selbst. Und meine Elfe ist auch immer ganz für mich da.

regenbogen – Der beleuchtet meinen Weg.

lesbische japanische mädels sprechen deutsch – Hier! Ich! Und es gibt noch einige.

anmache von lesbe – Die gibt es. Wenn auch immer noch mit mehr Niveau, als bei so manchem Mann.

lesbische anmache erkennen – Zugegeben flirten Frauen oft recht subtil. Aber jede Hetero-Frau wird es bemerken. Problem dabei: Sie erwartet es nicht. Und schon wird’s kompliziert.

bin lesbisch und werde nur von männern angemacht? – Vielleicht sollte Frau mehr in Szene-Clubs gehen. Dann klappt’s auch mit der Anmache durch Mädels.

nandalya blog / nandalya beast blog – Bookmarks helfen, liebe LeserInnen.

mir gefällt sex mit männern nicht lesbisch? – Schwer zu sagen. Vielleicht hast „du“ noch nicht den Richtigen gefunden.

mia farrow – lesbe – Nicht, dass ich wüsste. Gerüchte gab es immer wieder. Nur sie selbst kann dazu Stellung nehmen.

ganz besondere berührende liebesbriefe – Hat die nicht jeder schon bekommen, oder selbst geschrieben?

soll ich meiner frau einen brief schreiben – Auf jeden Fall! Sie wird sich sehr darüber freuen.

gay radar lesbisch / lesbenradar – Habe ich. Trefferquote 99,9 %. Wird auch „Gaydar“ genannt.

zeig mir die lesbische frauen – Nö! Die musst du selbst finden, lieber (Be)Sucher.

meine abf lesbisch gesteht romantisch die liebe zu mir – Was bitte ist eine „abf?“ Alte Busen Freundin? Wer immer du bist: Nimm es als großes Kompliment an.

lesbisch verliebt, ersten schritt machen – Das ist für viele Frauen schwer. Die Gefahr abgewiesen zu werden ist ungleich höher, als mit Mann. Tipp: Das Thema auf eine „flüchtige, lesbische Bekannte“ bringen und sehen, wie die Angebetete auf das Thema reagiert. Bei Interesse kann ich auch einen Artikel darüber schreiben.

lesbisch und verliebt wer macht den ersten schritt? 2014 – Bei zwei Lesben ist die Sache normalerweise einfacher. Es sei denn, dass sie schüchtern sind. Aber jetzt mal ehrlich, Schwester, wenn du vor der Frau deiner Träume stehst, dann mach den Mund auf! Sie wird es vermutlich nicht tun und eine Chance auf Liebe ist vertan.

verhalten verliebt lesbisch – Das unterscheidet sich nur unwesentlich von Hetero-Frauen.

liebe findet immer einen weg – Das ist 1. richtig und 2. der (von mir aus einem Buch übernommene) Titel eines Blogeintrags.

lesben auf der toilette – Auch Lesben haben Bedürfnisse.

meine tochter ist exhibitonismus – Eher Exhibitonistin. Es ist ihr Leben, wo ist das Problem?

sex mit besen stiel – Dieser Suchbegriff taucht Monat für Monat auf. Und natürlich verlustieren wir uns damit. Es gibts nichts schöneres, als den Besen zu schwingen. Ironie off.

lesbenselbstbefriedigung story – Falscher Blog. Darüber schreibe ich nicht.

flotten krassen lesbian dreier – Oh Mann …

scharfe nicole – Wo?

trage nur noch röcke umd kleider – Schön für dich. Ich trage meist Cargohosen.

tragen lesben roecke – Ja.

alle spannende bdsmmöbel – Ich habe keine und interessiere mich auch nicht dafür.

sei in deinem leben die heldin nora ephron – Nur „du“ allein kannst die Heldin deiner Träume sein.

gibt es ein typisches lesben tattoo – Die Doppelaxt als Tattoo kann ein Hinweis auf eine Lesbe sein. Aber auch auf eine heterosexuelle Feministin. Auch ein Schmetterling wird von Lesben getragen. Aber auch von noch mehr Heten. Trägt Frau natürlich Tattoos wie „GayPride“, oder einen „Regenbogen“, ist die Sache ziemlich klar.

Lesbisch und Karriere – Ein Widerspruch?

Für Frauen ist es schwer genug Karriere zu machen. Und das besonders, wenn sie lesbisch sind. Wer das nicht glaubt, der stellt sich bitte einen Montag in der Firma vor. Hetero-Menschen berichten dort vom Wochenende und was sie erlebt haben. Alle Augen richten sich nun auf die noch nicht geoutete lesbische Frau. Und die hat nun genau zwei Möglichkeiten. 1. die Lüge und einen Freund zu erfinden. Aber Lügen sind keine Alternativen, die kommen immer raus. 2. Die Wahrheit. „Ich war mit meiner Frau auf einem Konzert.“

Während Mann nun vermutlich die Kinnlade nach unten fällt, reagiert die Kollegin vielleicht toleranter. Vieleicht aber auch nicht. Und schon ist „die Lesbe“ unten durch und das Mobbing beginnt.
„Ich wusste ja nicht, dass du auf Frauen stehst“, wird mit falschem Lächeln geflötet. „Aber ich habe damit ja kein Problem.“
Hat sie doch, die Worte zeigen das schon. Hinterrücks wird dann getuschelt und die Karriere ist versaut. Ende, aus, vorbei.
Und das ist noch immer viel zu oft deutsche Realität.

Als ich vor knapp vier Jahren in den Beruf einstieg, habe ich mir den genau ausgesucht. Und auch das Team, die Chefin. Auch habe ich vom ersten Tag an klargestellt, was und wer ich bin. 1,62 Meter Selbstbewusstsein pur. Es hat gewirkt. Aber den Beruf habe ich gekündigt. Er war kein Weg auf Dauer.
„Wenn ich mich oute, muss ich doppelt stark sein, als Frau und als Lesbe. Das will ich nicht“, sagt Frau sehr oft und schweigt.
Auch, wenn der Regenbogen immer heller leuchtet, ist das für manche die bessere Idee.
Ich könnte das nicht. Noch weniger angestellt arbeiten. Dazu in Kürze mehr.

Lesbisch zu sein, wird von der Gesellschaft zwar eher toleriert, als der schwule Mann. Dafür steht der aber mehr im Vordergrund. Lesbische Frauen werden oft als „süß“ und „niedlich“ belächelt. Besonders vom Voyeur Mann, der gern von einem Dreier träumt. Aber er selbst mit einem anderen Mann?
„No way, mein Hintern gehört mir!“
Genau das hat Mann gesagt und nichts verstanden.
Liebe beginnt nie am A … llerwertesten.

In der Welt der Patriarchen wird auch die öffentliche Diskussion vom schwulen Mann geprägt. Lesbische Frauen werden kaum wahrgenommen.
Gut, da gibt es eine Hella von Sinnen, Anne Will, oder Bettina Bottinger. Aber das sind „nur“ Künstlerinnen, die machen sowas gern. Sagt Mann. Und Frau.
Oder Ulrike Folkerts, die Schauspielerin. Auch nur eine Nebenrolle.
Guido Westerwelle war immerhin im Außenamt. Dort zwar außen vor und abgeschrieben, aber öfter im Gespräch.
Aber Mutti Merkel hat immerhin die Macht. Nur ist die nicht lesbisch sondern bei der CDU.

Es wird noch eine Weile dauern bis die Montagsgespräche anders ablaufen. Wenn Karl von seinem Date mit Frank erzählt und Inge von dem Kuss mit Melanie.
Bis dahin wird eisern geschwiegen. Offen lesbisch sind nur die anderen.
Und meine Elfe und ich. Aber das wusstet ihr schon.
Wir machen auch Karriere. Auf unsere Weise, auf unserem Weg. Zu stoppen sind wir nicht.

Dating, Sex und scharfe Mädchen

Düsseldorf im Frühling 2004. Ich bin süße zwanzig Jahre jung und mir meiner Selbst schon lange bewusst. Ja, ich bin wild und ziemlich ungezügelt. Noch ist keine Yuki in Sicht und niemand kann mich bremsen. Spaß steht bei mir im Vordergrund. Während Teile der L-Szene sich für Dates bereits in Internet-Portalen tummeln, ziehe ich das richtige Leben vor. Direkt wie ich bin schrecke ich auch vor Heten nicht zurück. Wobei oft schon die Neugier von Frau auf mich überwiegt und auch der Zufall Liebe bringt.
Ein Kuss ist ein Kuss.

Ich habe Affären, alles völlig spielerisch. Dramen haben nur die anderen.
„Du bist eine Verführerin“, hat meine Freundin Karin zu mir gesagt. „Aber du machst das richtig gut.“
Sie darf so zu mir sprechen, ihr nehme ich nichts krumm.
Aber ich bin trotz allem keine Shane.

Nicole ist vier Jahre älter als ich, hetero und supersüß. Ich lerne sie als Freundin einer Freundin kennen. Alles ganz einfach und unkompliziert.
Der sprichwörtliche Blitz schlägt ein und ich mache sie nervös. Kaum kann sie ihre Augen von mir lassen.
Karin stupst mich an und zwinkert mir zu.
„Da hat dich jemand im Visier“, flüstert sie. „Aber pass auf bei der, ihr Freund ist furchtbar eifersüchtig.“
Herausforderungen haben mich schon immer gereizt. Auch bei Nicole ist das nicht anders.
Im Handumdrehen sind wir im Gespräch.

Nicole mag Kinder und möchte Lehrerin werden.
„Und zwei eigene Kinder sollen es auch sein“, verrät sie mir.
„Also die klassische Familie“, erwidere ich frech. „Haus, Kinder und Wohlstandsbauch. Genügt dir das?“
Nicole wird rot und dann verlegen. Sie ahnt mehr als sie weiß, was wirklich zählt.
„Ich habe nicht den Mut um offen lesbisch zu sein,“ gesteht sie leise. „Aber ich sehne mich nach weicher Haut.“
Zeit der Zärtlichkeit.

„Also hattest du schon was mit Frauen?“, frage ich. „Und hat es dir gefallen?“
„Ja“, haucht sie. „Aber es ist schon eine Weile her. Und mein Freund ist eifersüchtig.“
Sofort werde ich hellhörig. Was genau soll das bedeuten?
„Er weiß davon?“, stelle ich sicher.
„Ich habe es ihm natürlich erzählt“, erwidert sie. „Wir reden über alles. Er hat gesagt es sei okay, aber nur bei einem Dreier.“
Drei sind einer zuviel.

Ich muss lachen, mein Verdacht hat sich bestätigt.
„Männerfantasien“, winke ich ab. „Lesben haben nichts mit Männern.“
Nicole wirkt enttäuscht, sie hat sofort verstanden.
Während sie noch überlegt, ist das Thema für mich bereits abgehakt.
Ein Gang zur Toilette bringt mich auf andere Gedanken.
Auch andere Mütter haben schöne Töchter.

Die Bedienung der L-Bar schwebt vorbei. Wie unabsichtlich streift sie meine Hüften.
Ihr Blick ist heiß und ihre Küsse auch. Die Nacht mit ihr ist wie ein Rausch.
Als ich Karin am nächsten Tag in der Uni treffe schaut sie mich seltsam an.
„Was hast du mit dieser Nicole gemacht?“, will sie wissen. „Die ist wie ein begossener Pudel abgezogen.“
„Die wollte mich als zweite Frau für ihren Freund“, antworte ich und muss bei dem Gedanken lachen. „Sie steht nicht zu sich und wird früher oder später scheitern.“
Die Lebenslüge als Weg.

Eine Woche später steht Nicole aufgelöst vor mir. Sie beweist Mut und überrascht mich damit.
Sie hat sich von ihrem Freund getrennt. Aber eigentlich war es schon lange vorbei. Und die Beziehung einfach nur bequem.
„Du gehst mir nicht aus dem Kopf“, gesteht sie mir. „Und ich bin so dumm gewesen.“
„Dumm ist der, der Dummes tut“, zitiere ich Forrest Gump und gebe Nicole einen ersten Kuss.
Dumm sein ist anders.

Die Freundschaft mit Nicole währt nicht lange.
Dating, Sex und scharfe Mädchen, das war mein Leben in dieser Zeit.
Spaß pur und wilde Küsse, was fehlte war Geborgenheit. Aber die habe ich dammals nie vermisst. Kein Wunder, wenn man süße Zwanzig ist.
Flieg bunter Schmetterling zur nächsten Blume hin.
Heute bin ich schon lange angekommen. Und niemand, außer meiner Elfe, gebührt der Platz neben mir. Sie ist das schärfste Mädchen und mein Date für immer.