The way of the Blog

Blogs leben von Lesern, oft liebevoll auch (Ver)Folger genannt. Seit einer Weile habe ich davon mehr als 250. Und das macht mich stolz. Nun kann ich selbst unmöglich 250 + Blogs pro Tag lesen, oder kommentieren. Das bitte ich alle LeserInnen zu verstehen. Meine Elfe droht sonst mit Scheidung, was ich kaum riskieren kann. Und Geld verdienen muss ich auch. Natürlich in High Heels am Steuer teurer Wagen. Was habt ihr denn nun gedacht?

Ironiemodus off und zurück zu den harten Fakten. Was macht eine Testfahrerin eigentlich im Winter, werden sich viele LeserInnen fragen. Die Antwort ist einfach: testen! Im Idealfall auf Eis und Schnee und bei fetten Minusgraden. Norwegen ist schon gebucht. Ja Norwegen steht vor der Tür. Wolfs Team wird dort einige Tage verbringen und die getunten Wagen testen. Aber erst in einigen Wochen. Ich berichte dann davon.

Yuki und ich werden dabei sein und die Wagen auf vereisten Seen fahren. Zwar ist eine Menge Spaß garantiert, aber es ist auch Arbeit pur. Bis dahin düse ich zum Beispiel mit einem RS8 durch die Gegend, bei dem Wolf den Motor hochgezüchtet hat. Im Idealfall verbinde ich diese Arbeit mit einem Job als Beraterin. Vorgestern habe ich auf diese Weise einen Firmenchef verblüfft. „Sie fahren einen solchen Wagen …?“, hat er gefragt. Natürlich habe ich genickt und den Job bekommen. Vermutlich hat den Mann der Anblick bis in die Träume verfolgt. Am nächsten Tag hat er sich bei Wolf gemeldet umd einen umgebauten RS8 geordert. Was mir Prozente bringt. Seid umschlungen ihr Millionen!

Auch getrennt habe ich mich noch 2014. wieder. Von verwaisten Blogs natürlich! Was habt ihr denn nun gedacht? Der Grund ist einfach und nie persönlich gemeint. Wer einige Monate nichts veröffentlicht, der bloggt nicht mehr. Ich finde es schade, wenn ich solche Blogs aus dem Reader lösche. Aber es gilt den Überblick zu behalten, Wehmut hilft da kaum weiter. Wer wiederkommt, zu dem finde ich gern zurück. Bis dahin: macht es gut.

Aktuell folge ich 60 Blogs und diese Zahl möchte ich nicht mehr überschreiten. Aber wenn ich Zeit habe stöbere ich in meiner Liste und habe schon diverse Perlen gefunden. Die kommentiere ich, aber nicht regelmäßig. Es gibt auch Blogs,  die ich bewusst gestrichen habe. Als Zielscheibe frustrierter Internet-Papiertiger tauge ich kaum. Noch weniger für Chauvinisten.

„Warum schreiben Yuki oder du nicht über japanische Küche?“, hat mich nicht nur Frau gefragt. Meine Antwort: Weil ich das langweilig finde. Ja, ich kann kochen. Und das sehr gut. Überwiegend japanisch, deutsches Essen mag ich nicht. Fette Haxen, verbrannte Schnitzel, oder Gulasch soll essen wer will. Mir wird davon schlecht. Aber ich lese zumindest einige Food-Blogs gern. Und da gibt’s auch immer „lecker Kuchen!“

Yuki hat wenig bis keine Zeit zum bloggen. Studium und Masterarbeit sind wichtig. Und nebenbei hilft sie noch mir. Beim fahren und beraten. Merke: Eine erfolgreiche Frau braucht immer eine Frau, die neben ihr steht. Gleichberechtigt. Und das ist meine Elfe.

Wohin führt mich dieser Blog? Diese Frage ist rhetorisch und wenig Überlegung wert. Er führt immer zum nächsten Artikel, den ich oft spontan entscheide. Egal ob über Feminismus, Politik, oder einfach noch’n Gedicht.

Japaner und die deutsche Küche – Kulturschock, oder große Liebe?

Auf mehrfachen Wunsch möchte ich heute darüber schreiben, wie Japaner die deutsche Küche sehen. Nicht die von Bulthaup, Boffi, oder Eggersman! Die Rede ist vom Essen. Nun bin ich keine typische Japanerin. Aber deutsches Essen liegt mir nicht. Und meist schwer im Magen. Daher lasse ich es sein. Aber wohl der Frau, die eine japanische Mutter hat. Und die kommt erstmals auf meinem Blog zu Wort.

Ich erkläre ihr worüber ich schreiben möchte und dass ich ihre Meinung brauche. Und fast unmerklich nickend stimmt sie zu.
„Sag Mama“, beginne ich. „Was denkst du über das deutsche Essen?“
Der Gesichtsausdruck meiner Mutter ist unbeschreiblich. Eine Mischung zwischen Freundlichkeit und kühler Distanz. Und nur ich kann den lesen.
Aber ich brauche Worte. Mit japanischen Emotionen ist keinem Leser gedient.
„Och Mama“, bettele ich mit Kleinmädchenstimme. „Sag doch einfach was dazu.“
„Ich hatte bereits von meiner Brieffreundin vom deutschen Essen gehört“, sagt sie leise. „Und ich habe es auch versucht.“
Wieder zeigt sie mir ihr Lächeln.
Mit ihrer Brieffreundin meint sie Tante Helga. Aber davon später mehr.

Übersetzt heißt das: Es hat ihr nicht geschmeckt. Aber das würde meine Mutter niemals sagen. Sie ist viel zu höflich dafür.
Aber ich brauche mehr Informationen. Also muss ich meine Mutter provozieren. Nur gelingt mir das nie wirklich. Sie ist zu beherrscht dafür.
„Wie findest du denn die Unterschiede?“, will ich wissen. „Deutsches Essen gilt ja als schwer, deftig und oft fettig. Fällt dir dazu etwas ein?“
„Die deutschen Würstchen habe ich gemocht“, erwidert sie. „Man kann Frankfurter auch in Japan kaufen. Und die sind sehr beliebt.“
„Und was denkst du über Eisbein, Sauerkraut und Leberknödel?“, hake ich nach.
„Auch die haben ihre Berechtigung“, sagt meine Mutter und lächelt wieder.
Merkt ihr, wie ich leide?

Übersetzt heißt das: Sie findet diese Gerichte schrecklich und würde nicht einmal im Traum daran denken sie zu kochen.
„Und was denkst du über die Vielfalt der deutschen Küche?“, frage ich. „Oder gibt es etwas, das dich stört?“
„Jedes Land hat eigene Sitten und Gebräuche“, kommt die erwartete Antwort. „In Deutschland isst man mehr Fleisch und größere Portionen.“
Und damit hat sie recht.
Japaner in Deutschland machen oft den Fehler in Restaurants mehrere Hauptgerichte zu bestellen. Fischspeisen werden fröhlich mit Fleisch gemischt und Berge von Salaten aufgefahren. Jedes Gericht sättigt den Besteller schon allein. Aber er wird von jedem Teller nur Häppchen essen. Im Unterschied zu Deutschland werden in Japan verschiedene Gerichte in kleinen Schälchen serviert, die gemeinsam verzehrt werden.
Japanisch sein ist anders.

„Du warst doch mit Tante Helga in diesem deutsch-japanischen Kochclub“, fahre ich fort. „Was genau habt ihr dort gekocht?“
Als Tante Helga bezeichne ich die älteste Freundin meiner Mutter. Sie haben sich schon als junge Mädchen kennengelernt. Und über die Jahre ist eine tiefe Freundschaft entstanden, die einzigartig ist. Tante Helga wohnt auch in der Nähe und ist seit Ewigkeiten ein absoluter Japan-Fan.
„Meistens waren es Rezepte, die noch von deiner Großmutter stammen“, erwidert meine Mutter. „Alle Frauen haben die Gerichte sehr gemocht. Auch du, als kleines Kind.“
„Und dann musste ich Hamburger probieren“, platzt es aus mir heraus. „Weil sie so anders waren.“
„Es war dein Wille“, sagt meine Mutter lächelnd.
„Ja“, grummele ich. „Und mein armer Bauch.“
So wird das nichts. Ich brauche einen anderen Plan.

Ich habe eine Idee und flitze zum Telefon.
„Tante Helga? Mayumi hier. Sag hast du vielleicht Lust auf einen Tee zu uns zu kommen?“
Yuki wirft mir einen mahnenden Blick zu. Der bedeutet „Halt dich zurück, du wohnst nicht mehr hier.“
Aber selbst meine Mutter konnte mich nie stoppen, wenn ich am organisieren war.
„Du hast doch nichts dagegen, Mama?“, frage ich dann doch.
„Es ist auch dein Haus“, bekomme ich zu hören.
Mama pur. Und ich liebe sie dafür.

Tante Helga ist eine kräftige Frau mit strahlendem Lachen.
Drei Kinder und viel leckerer Kuchen haben ihr die Figur ruiniert. Das zumindest erzählt sie immer. Die Frau hat Humor.
Vor ihren Umarmungen ist niemand sicher. Auch Yuki und ich bekommem unser Teil. Und es ist nicht schlimm. Ich mag diese Frau.
Der Vorname meiner Mutter ist Misaki. Und das bedeutet schöne Blüte. Und im Unterschied zu anderen Japanerinnen kann meine Mutter über ihren Schatten springen.
Und so umarmt auch sie die „glücklich-Gesunde“, wie Helga übersetzt heißt.
Bei leckerem Tee und japanischem Gebäck greife ich mein Blogthema wieder auf.
Wäre doch gelacht, wenn das nicht klappt.

Tante Helga ist sofort begeistert.
„Ich mag die japanischen Fischgerichte sehr“, lässt sie mich wissen. „Und natürlich Reis. Und die Nudeln erst!“
„Wo liegen deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen den Essgewohnheiten?“, frage ich.
„Wir essen einfach zu viel in Deutschland“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.
Lachend tätschelt Tante Helga ihren Bauch.
„Ich dachte daran seien deine Kinder schuld“, necke ich sie.
„Mehr die Süßigkeiten deiner Mama“, gesteht mir Tante Helga. „Die waren schon immer Nervennahrung für mich. Und ihre weise Art.“
Frauenfreundschaft der besonderen Art.

Es wird ein lustiger Nachmittag. Ich entlocke meiner Mutter auf diese Weise noch mehr Aussagen zu deutschem Essen, die aber alle distanziert und höflich bleiben.
Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass beide Küchen keine Gemeinsamkeiten haben. Zwar sind Yuki und ich durchaus neuen Dingen aufgeschlossen, aber bei üppigem, deutschen Essen passen wir. Da kommt dann eher Tante Helga wieder ins Spiel, die durchaus auch Bratwürste zu Hause kocht. Wir bleiben lieber schlank. Und das aus Tradition.