Karate als Therapie

Dieser Beitrag ist noch vor unserer Abreise nach Los Angeles entstanden und hat es erst jetzt auf meinen Blog geschafft. 

Bekanntlich hatte ich meine Cousine nach Deutschland geholt, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Ihre Töchter waren begeistert und haben unsere Herzen im Sturm erobert. „Tante Yumi mach mal Spaß!“, war noch die harmlose Variante ihrer Begeisterung.

Karate ist ein Fremdwort in der Familie meiner Mutter. Diese Tradition hat sich über meinen Vater an mich vererbt. Nur mein Onkel ist als Polizist damit vertraut. Die Mädchen trainieren tapfer mit, als wir sie mit ins Training nehmen. Sie haben das schon öfter gemacht und ihre Mutter schaut immer dabei zu. Meine Cousine ist etwas älter als ich, wir hatten nie sehr innigen Kontakt. Vermutlich war ich ihr zu wild, ich habe immer nur mit Cousin Ken gespielt.

Trotzdem ist unser Verhältnis gut, in unserer Familie gibt es keinen Streit. Unsportlich war meine Cousine nie, sie hat in der Schule Leichtathletik gemacht. Aber das ist nun schon eine Weile her. Seit der Geburt der Kinder ist sie Hausfrau gewesen.

Die Mädchen zeigen uns stolz ihr Können, meine Cousine lächelt und freut sich für sie. „Was wäre, wenn du es auch versuchst?“, stelle ich die entscheidende Frage. Yuki schaut mich an, sie weiß was jetzt passiert.

Cousinchen reagiert auf typisch japanische Art, sie lächelt verlegen und hält sich die Hand schnell vor den Mund. „Ja, ja, ja, Mama!“, rufen die Mädchen im Chor und auch die anderen Frauen nicken. Die Trainerin macht sowieso was ich sage, sie war früher meine Schülerin.

Es macht nun keinen Sinn im Einzelnen auf das Training einzugehen. Geholfen hat es, was nicht immer selbstverständlich ist. Die Depression meiner Cousine ist durch den Schock des Betruges ausgelöst worden, auch wenn es schon vorher in der Ehe kriselte.

In langen Gesprächen haben wir die Wahrheit erfahren. Schon als sie 2015 zu Besuch in Deutschland war gab es kleinere Probleme. Die Details bleiben privat. Wer länger verheiratet ist, wer vielleicht selbst schon eine Scheidung hinter sich hat, wird wissend nicken. Ehekrisen sind weltweit immer gleich.

Während meine Cousine auf ihre Art um die Beziehung kämpfte, hat ihr Mann schon damals andere Frauen gehabt. Er hat es ihr gestanden, was mich in Rage brachte. Prompt habe ich gehandelt. Wie, das wisst ihr bereits.

Seit unserer Rückkehr nach Deutschland trainiert meine Cousine bei uns mit und beweist einiges Talent. Zumindest was die weiche Abwehr von Angriffen betrifft. Nur selbst zuzuschlagen fällt ihr schwer. Dabei ist die Idee fernöstliche Kampfkünste als Therapie einzusetzen nicht neu. In einer Studie hat man bereits an Parkinson Erkrankte ins Karate geholt.

Als ich meine Tante und Ken informiere, zeigen sie sich begeistert. „Barbie-Cousinchen, du bist die absolute Wucht!“, ruft er ins Telefon. „Ja klar“, erwidere ich trocken, „jetzt kann dich auch deine Schwester endlich verhauen.“

Der Psychologe in Los Angeles hat mittlerweile bestätigt, dass die Idee Früchte trägt. Meine Cousine ist auf dem Weg der Besserung. Karate als Therapie! Ich liebe es, wenn (m)ein Plan funktioniert. 

Advertisements

Living in America

„Living in America“, hat der Sänger James Brown einst gesungen. Living in America, das gilt auch für mich. Wir haben uns am Wochenende auf die lange Reise gemacht und sind ohne Komplikationen angekommen. Andere hatten weniger Glück.

Im Gefolge haben wir meine Cousine samt Töchtern und auch Ken ist mit dabei. Geld ist unwichtig, wenn es um Hilfe geht. Und die braucht meine Cousine dringend. Tante Makiko hat bereits alles arrangiert und einem guten Psychologen konsultiert. Er ist Japaner und lebt schon sein halbes Leben in den USA. Beste Voraussetzungen also. Das wäre geschafft.

„Und was ist mit den Kindern?“, werden sich einige LeserInnen fragen, „was ist mit ihrem Vater?“ Trennungen laufen in Japan anders ab. Dort gilt die Schuldfrage immer noch. Der Vater hat so gut wie keine Chance, das Sorgerecht für Kinder zu erhalten und meist auch keinerlei Interesse daran. Aber er zahlt sehr oft auch keinen Unterhalt. Stattdessen wird bei der Scheidung eine Einmalzahlung geleistet.

Mit einem Typen wie Ken, ist jede Reise lustig. Abwechselnd bespaßen wir die Mädchen. Die sind total aufgeregt. „Was ist Amerika, wie lange dauert es noch?“ Selbst meine Cousine freut sich. Schon die Reise nach Deutschland tat ihr gut.

Tante Makiko holt uns vom Flughafen ab, wir haben uns viel zu erzählen. In Los Angeles ist noch Sommer, die Sonne lächelt auf uns herab. Der Nissan wartet ungeduldig, endlich kann ich wieder „oben ohne fahren“. Wir werden Ken den BMW überlassen, ab sofort darf er seine große Schwester kutschieren. Das macht er gern, auch für ihn ist die Familie wichtig.

Er freut sich auf Los Angeles und hat viele Ideen, was er dort fotografieren will. Nur von Tai Chi hält er wenig. „Ich werde mir ein richtiges Dojo suchen!“, hat er im Scherz gesagt,„ihr könnt dann weiter euer komisches Ballett tanzen.“ Prompt geht er in Deckung, als ich „Willst du sterben?“, frage. „Gewalt gegen Männer sollte strafbar sein“, sagt er und lacht. Wie auf Kommando kitzeln wir ihn alle.

Wir sind müde, aber glücklich. Deutschland wird zur Erinnerung, Wahlkampf und Dieselgipfel zu Fremdworten reduziert. Die USA kennen andere Probleme. Ally und Heather freuen sich und haben eine kleine Party organisiert. Auch Fan Fan und Feng sind eingeladen.

Neun Stunden Zeitunterschied werfen erneut die Frage auf, wie es mit meinem Blog weitergehen wird. Was werde ich beruflich machen, wie sieht meine Zukunft aus? Auf all das und noch mehr, wird es Antworten geben. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

„Living in America“, hat der Sänger James Brown einst gesungen. Living in America, das gilt auch wieder für mich. Wir haben uns am Wochenende auf die lange Reise gemacht und sind ohne Komplikationen angekommen. Deutschland, es war schön mit dir.

 

Kein schöner Land in dieser Zeit

Deutschland im September 2017. Kein schöner Land in dieser Zeit. Wir sind zurück aus Frankfurt, die IAA (Internationale Automobilausstellung) ist für uns Geschichte. Kurz habe ich darüber nachgedacht einen Bericht über diese bunte Glitzerwelt zu schreiben, aber der Besuch ist nur in Teilbereichen interessant.

Wolf, der Chefingenieur von Yukis Vater, hat uns begleitet. Durch seine Kontakte haben wir eine ganz andere IAA gesehen. Außerdem hat er uns einen Audi TT mitgebracht, der 370 Z ist schon in den USA. Wie immer mahnt er „Mach ihn nicht kaputt!“, was prompt meinen Mittelfinger zur Folge hat. Wann habe ich jemals einen Motor zerstört!

Während Audi gern mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik wirbt“, versucht sich auch die Politik mit tollen Sprüchen. Alle wollen es besser machen, jede Partei hat ein eigenes Konzept. Davon zu halten ist wenig. Die meisten sind am Folgetag der Wahl vergessen.

Hand aufs Herz liebe LeserInnen, wer kennt alle Wahlprogramme? Wer hat sich die Mühe gemacht und sie miteinander verglichen? Wie wählen Deutsche überhaupt? Spielt Sympathie die entscheidende Rolle oder nur der reine Protest?

Auch ich habe mir meine Gedanken gemacht. Wen soll ich wählen und warum? Zum Glück kann Frau die Wahlprogramme lesen, aber um jeden Satz zu verstehen müsste man Juristin sein. Ich habe es trotzdem getan und werde zu SPD und CDU eigene Beiträge bringen. Mehr geht nicht, mir fehlt die Zeit.

Glücklicherweise gibt es Kurzversionen, die ich auch benutzen kann. Ähnlichkeiten in der Wortwahl und bei gewissen Themen lassen sich bei der SPD und den GRÜNEN finden. SPD und CDU haben die Polizei im Visier, bei der sie 15.000 neue Stellen schaffen wollen.

Das verwundert wenig, die CDU gibt sich unter Merkel linker als die SPD. Die Ein-Mann-Partei FDP scheint noch im Selbstfindungsprozess zu stecken. Wirkliche Akzente setzt sie kaum. Einiges wirkt wie „schon mal gesehen“ und findet sich in ähnlicher Form auch beim Rest der Blockparteien wieder.

Die AfD hat ihre Hausaufgaben gemacht und auf 74 Seiten 16.000 Worte untergebracht. Damit bleibt die junge Partei deutlich hinter den Etablierten zurück, die ihre Absichtserklärungen wesentlich ausführlicher präsentieren. Was davon zu halten ist wird man bald sehen.

Die LINKEN als Gesamtpaket bleiben mir suspekt, auch wenn ich Sahra Wagenknecht für kompetent und sympathisch halte. Ihr Wahlprogramm ist in Teilen absurd. Wer die Geheimdienste abschaffen will, öffnet Spionen Tür und Tor. Auch aus Russland, das müssen die WählerInnen wissen.

Was ich (noch) von den GRÜNEN halte, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Ich hoffe wirklich, dass sie eine herbe Schlappe erleiden, die dann endlich personelle Konsequenzen hat. Was auch für die SPD gilt. Gabriel, Schulz & Co. haben fertig. Neue Sozis braucht das Land.

Dass die CDU/CSU die Wahl gewinnt, sollte niemand wirklich wundern. Gäbe es keine Angela Merkel, ich hätte weniger Probleme damit. Aber diese Frau ist die eigentliche Gefahr für Deutschland. Daher braucht es eine starke Opposition, die „Mutti“ auf die Finger schaut.

Auch wenn ich keine Hellseherin bin, die Fortsetzung der GroKo scheint unausweichlich zu sein. Aber Rot-Rot-GRÜN wäre die noch schlimmere Alternative. Was bleibt ist Schwarz-GRÜN oder Schwarz-Gelb. Vielleicht auch ein neues Dreigestirn.

Ein Trio in meinem Bett sorgt für Heiterkeit, Yuki hat meine Nichten als Verstärkung geholt. Die Mädchen jauchzen, wenn „Tante Yumi“ wach gekitzelt wird. Nur halb bei Verstand ist meine Cousine. Eine schwere Depression hat sie im Griff. Ob das auch für Deutschland gilt?

Der Zusammenbruch kam durch den Seitensprung ihres Mannes, schon in Japan haben wir uns um die Mädchen gekümmert. Was keine wusste, die Ehe kriselte vorher schon. Nun hat sich der Betrug offenbart. Ihr Mann hat ein Verhältnis mit seiner Sekretärin, die (s)ein Kind erwartet.

Auch in Deutschland kriselt es seit Jahren. Hier geht man mit unheilvollen Ideen schwanger. Kommt der Austausch der Bevölkerung? So zumindest tönt es von den Dächern. Die Menschen haben Angst, die Politik hat einmal mehr versagt.

Niemand stoppt mich, wenn meiner Familie Unrecht geschieht. In Japan fange ich den Seitenspringer nach der Arbeit ab und nur seine schwangere Freundin verhindert einen Eklat. Wie ein begossener Pudel steht er da, als ich ihm lautstark einige weniger nette Worte sage.

Lautstark sollten alle mündigen BürgerInnen gegen die Halbwahrheiten der Blockparteien protestieren. Gegen gesteuerte Berichterstattung der durch die Zwangsabgabe finanzierten Medien. Oder hat Deutschland wirklich schon den Herbst der Existenz erreicht und bereitet sich nun auf sein Ende vor?

Die Geliebte des Seitenspringers schämt sich, Arbeitskollegen schauen konsterniert. Der Auftritt ist Absicht. Ich weiß genau, wie Mann sein Gesicht verliert. Meiner Cousine hilft das wenig, aber ihr Mann muss sie finanziell unterstützen. Außerdem ist sein Ruf nun ruiniert.

Meiner ist natürlich ungebrochen, alle Kinder lieben mich. Aber kann man zwei kleine Mädchen so einfach von ihrem Vater trennen? Die Antwort ist einfach. Ich habe „Du willst keinen Ärger mit mir!“ zu ihm gesagt. Das hat er verstanden.

Ein Leben lang auf Reise

Unser Leben ist zur Zeit eine große Reise. Waren wir letzte Woche noch in Fukuoka, ist nun Deutschland angesagt. Aber vorher haben wir Zeit in Los Angeles verbracht und einige wichtige Dinge geregelt.

Wie zum Beispiel die Zukunft unseres Apartments, das wir vorübergehend an ein Frauenpaar vermietet haben. Nicht ganz überraschend, haben sich Riko und Madison bei uns gemeldet, die beiden Mädels vom Dina Shore. Sie sind seid Juni in Los Angeles und haben Probleme mit ihrer Wohnung bekommen.

„Wir haben keine Nacht geschlafen, so laut war es dort“, erzählt Madison, als wir uns treffen. Der Vermieter macht Ärger und besteht auf dem Vertrag. Aber Riko ist Anwältin und weiß was sie machen muss. Sie sind schon auf der Suche nach einer neuen Bleibe und wohnen in einem günstigen Motel.

Mir kommt eine Idee, die ich mit Yuki per Augenkontakt abstimme. „Wir können euch unser Apartment überlassen“, biete ich den beiden an, wir werden einige Monate nicht in Los Angeles sein.“ „Vermutlich kommen wir erst im September wieder“, fügt Yuki hinzu, „aber das wissen wir noch nicht.“

Unsere beiden neuen Freundinnen sind total aus dem Häuschen vor Glück. Vor allem, als ich ihnen den Preis nenne und die Lage. Klar ist es teurer als ihr jetziges Motel, aber ich verlange keinen Wucherpreis. Und Sicherheiten haben beide.

Sicher im Flieger, hat uns unser Weg über Düsseldorf nach Stuttgart geführt. Wir waren auch in Hamburg, haben kurz Berlin unsicher gemacht und sind dann nach Frankfurt geeilt. Zur Zeit besuchen wir in Holland Freunde und fahren in Kürze wieder nach Düsseldorf. Und im August ruft wieder Japan.

Yuki nehmen die Reisen mehr mit, als sie eingestehen will. Ich bemerke es und spreche es an. „Alles gut“, sagt sie und strahlt mich an, „wenigstens ist mit dir das Leben nie öde. Die Mama deiner Kinder kann ich später noch spielen.“ Seht ihr nun das wahre Biest?

Eher milde gestimmt, rauscht das politische Leben scheinbar unbeachtet an mir vorbei. Ich verfolge die Neuigkeiten mit Interesse, aber nehme absichtlich Abstand davon. Habe ich aufgegeben?

Fast könnte man das glauben, haben wir doch immerhin unseren bisher größten Sieg errungen. „Wir“, das ist die deutsche LGBT-Community. Wahltaktisch klug von der SPD eingefädelt, wird sie kein Kapital aus der Eheöffnung für alle schlagen. Ohne Merkels Zustimmung, wäre die Sache geplatzt.

„Aber sie hat doch dagegen gestimmt!“, höre ich meine LeserInnen sagen. Ja, das hat sie. Aber sie hat die Abstimmung möglich gemacht. Und da sie das positive Endergebnis vorher kannte, hat sie dagegen gestimmt.

Dieser so einfach, wie geniale Schachzug, hätte auch von einer Japanerin kommen können. Auch wenn ich Merkel nicht mag, das hat sie klug gemacht. Reicht das schon zur erneuten Kanzlerschaft?

Ist das nun der endgültige Durchbruch für Homosexuelle oder doch nur ein weiterer Meilenstein? Ich rechne mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und einer Grundgesetzänderung. Mich stört das wenig, Yuki war schon immer meine Frau.

Die Politik muss vorerst ohne meine Kommentare leben. Und auch  dieser Blog wird vorerst stiller werden. Momentan fehlen mir Zeit und Lust dafür.

Dabei gäbe es eine Menge zu erzählen. Etwa wie ich kurz im MMA unterwegs gewesen bin oder der unschöne Zwischenfall mit einer Koreanerin in Fukuoka.

Ich könnte auch von dem Waisenhaus berichten und wie uns dort die Kinderherzen zugeflogen sind. Aber wir haben entschieden in Zukunft weniger Privates zu zeigen. Auch davon wird der nächste Beitrag handeln. Bis dahin dürft ihr den Sommer genießen. Wir lesen uns. Bis bald!

 

 

 

 

Eine Liebe in Fukuoka

Was macht(e) Frau in Japan, werden sich einige LeserInnen fragen. Fröne ich dem Nichtstun oder ist Arbeit angesagt? Wie schon erwähnt, habe ich meinem Vater assistiert und einige vielversprechende Karate-Talente gesehen.

Auch mein eigenes Training habe ich forciert und hilfreiche Kommentare meines Vaters bekommen. Cousin Ken, der mittlerweile den 2. Dan im Kyokushin Kaikan hält, will es (spaßeshalber) wissen und fordert mich zum Kumite auf. Mit Zustimmung seines Sensei, der darüber auf seine Art lacht.

Ken hat wirklich geübt und ist viel schneller als noch vor einem Jahr. Genau so schnell liegt er wieder auf den Hosenboden. Alle lachen und er gleich mit. „Du bist so gemein, Cousinchen!“, lässt er mich wissen und verbeugt sich vor mir. Wer mir zu nahe kommt, der (f)liegt.

Noch während des Trainings ist mir ein Europäer aufgefallen, den ich sofort als Deutschen erkenne. Ich spreche ihn an und wirklich kommt Peter aus Magdeburg. Vor einem Jahr ist er nach Japan ausgewandert.

„Es war im Urlaub vor zwei Jahren“, verrät er schmunzelnd, „als ich die Frau meines Lebens traf.“ Er stellt sie uns vor, sie holt ihn nach dem Training ab. Momoka ist 45 und Peter 53 Jahre alt. Aber beide sehen viel jünger aus.

Spontan laden sie uns zu sich nach Hause ein. Dass Yuki und ich ein Paar sind, wird von beiden lächelnd zur Kenntnis genommen. Ken muss leider gehen, sein Freund wartet zu Hause. „Morgen gibt’s Revanche, Cousinchen!“, ruft er mir zum Abschied zu und reibt sich demonstrativ den Hintern.

Momoka arbeitet als Tourguide und hat auf diese Weise Peter getroffen. Sie lächelt sehr japanisch, als ich sie frage „War es Liebe auf den ersten Blick?“ Für Peter war das so, Momoka brauchte deutlich länger, um diesen durchaus interessanten Gaijin in ihr Leben zu lassen.

Wer der Chef im Hause ist weiß ich sofort. Peter ist lammfromm neben seiner Ehefrau. Und das sehr gern, obwohl der Mann sich durchsetzen kann. „Ich war mehr als 30 Jahre Polizist“, erzählt er uns. „Aber in Deutschland ist das ein Kampf gegen die Politik.

Ich habe gekündigt und unterrichte in Japan Deutsch und Englisch. Mein Haus in Deutschland habe ich gut vermietet, das Geld reicht also locker. Und Momoka verdient auch sehr gut.“

Wie gut zeigen die beiden uns, als wir ihr Haus betreten. Peter hat es gekauft und ist mittlerweile auch Familienvater. „Bin ich schon länger“, sagt er und grinst, als er uns Bilder seiner beiden erwachsenen Kinder zeigt. „Meine Frau hat sich scheiden lassen, da ich nie zu Hause war. Aber so ist das nun mal so als Polizist.“

Auch Momoka, die mit ihren 1 Meter 59 noch kleiner ist als ich, war schon verheiratet. „Ich habe mich mit 18 Jahren verliebt und ein Jahr später waren wir verheiratet“, erzählt sie uns. „Als ich keine Kinder bekam, hat er mich wieder verlassen.“ Ein Schatten legt sich über ihr Gesicht.

Momoka war tief verletzt und hat lange Jahre keinen Mann mehr angeschaut. Bis Peter kam. „Er ist ein Barbar“, sagt sie und lacht, als es an der Tür klingelt und er kurz den Raum verlässt, „aber ich habe ihn mir gut erzogen!“

Diese für Japanerinnen eher ungewöhnliche Offenheit, ist auf ihren langjährigen Kontakt mit Ausländern zurückzuführen. „Ich war in Frankreich, Italien und den USA“, sagt sie. „Dort habe ich viel über andere Kulturen gelernt.“

Momoka spricht ein fast perfektes Englisch, wenn auch mit typisch japanischem Akzent. „Ich war überrascht, dass dieser Deutsche sich für mich interessierte“, gibt sie freimütig zu. „Wo bin ich denn interessant? Aber ich mag große Männer.“ Peter ist locker über 1 Meter 80.

Auch mit ihren 45 Jahren ist Momoka noch attraktiv. „Wunderbar kochen kann sie!“, schwärmt Peter, der mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm den Raum betritt. Hinter ihm geht eine Japanerin, die Momoka sehr ähnlich sieht. „Meine Schwester Riko“, erklärt uns Momoka. „Sie passt auf Hina auf, wenn wir beide arbeiten.“

Hina ist vier Jahre alt und adoptiert. Die Kleine ist zuckersüß und verbeugt sich artig vor uns Gästen. „Ich habe Peter vor die Wahl gestellt entweder ein Kind mit mir zu haben, oder wieder abzureisen“, sagt Momoka. Aber das ist japanischer Humor, den Europäer nur schwer verstehen.

In Wirklichkeit wollten sie beide einem kleinen Mädchen die Familie geben, die sie sonst vielleicht nie gefunden hätte. Hinas leibliche Mutter leidet unter schweren Panikattacken und kann sich nicht mehr um die Kleine kümmern. Ihren Vater kennt sie nicht.

Peter war Schieß- und Einsatztrainer bei der Polizei. „Karate und Jujutsu mache ich seit fast 40 Jahren. Nur ein Meister werde ich nie“, fügt er nach einer kurzen Pause hinzu. „Im Schießen bin ich viel besser.“ Liebevoll schaut er Momoka und Hina an. „Diese beiden sind meine Meisterinnen.“

Wie für viele Menschen, ist Karate für Peter nur Ausgleichssport. „Es hält mich fit“, sagt er. Uns wird die Ehre zuteil, die Kleine ins Bett zu bringen, das von allerlei Kuscheltieren bevölkert wird. Sie hat allen Namen gegeben, wie sie uns munter erzählt. Dann gähnt sie herzhaft und ist einfach eingeschlafen. Kleine Kinder können so einfach sein.

Momoka hat unsere Blicke gesehen. „Möchten Sie Kinder?“, fragt sie leise. Wir nicken beide und sie schmunzelt. „Einen Moment bitte“, sagt sie und schwebt aus dem Raum, um kurz darauf mit einem Zettel wiederzukommen. „Schauen Sie doch einmal in dieses Waisenhaus. Vielleicht werden Sie dort von einem Kind gefunden.“

Gefunden haben wir dann etwas anderes, worüber ich vielleicht im nächsten Beitrag schreibe. Wir sind wieder in Los Angeles, die USA haben uns wieder. Vorübergehend zumindest, der Flug nach Deutschland steht bereits fest. 

Die Neidgesellschaft

Neid, so heißt es, sei eine Mischung aus Minderwertigkeitsgefühlen, Feindseligkeit und Ärger. In einem Interview bin ich über das Wort gestolpert. Und das im buchstäblichen Sinn. Neid, so sagt der Prominente, habe Deutschland vergiftet. Aber ist Neid nur regional begrenzt?

Wer sich mit anderen vergleicht, wird stets das eigene Manko finden. Man ist zu dick, zu dünn, zu wenig tolerant und diese Schnepfe von nebenan, hat schon wieder einen anderen Freund! Aber wo ist das Problem? Den Satz „Ich bin was ich bin und das ist alles was ich bin“, sollte sich jeder verinnerlichen. Ich habe, ihr auch?

Neider finden sich oft bei unzufriedenen Menschen, die vielleicht in einer (Lebens)Krise stecken. „Neidisch“ richtet sich der Blick der dreifachen Mutter auf die kinderlose Managerin, die noch immer eine schlanke Taille hat und einen Sportwagen fährt. Sie weiß nicht, dass diese keine Kinder bekommen kann.

„Neidisch“ blickt der Buchhalter auf seinen beruflich erfolgreicheren Kollegen. Er, der mit Frau und Tochter in einem Reihenhaus lebt, will auch in die Chefetage. Aber sein Reihenhaus ist bezahlt, der Kollege bezahlt den besseren Job mit nun schon zwei Herzinfarkten.

Weder besagte Mutter noch der angesprochene Buchhalter erkennen, wie erfolgreich sie in ihrem Leben sind. Vielleicht wäre die Managerin mit drei Kindern überfordert und die Frau des Buchhalters würde die Scheidung verlangen, wenn er zwölf Stunden und länger bei Besprechungen sitzt.

Neid kann durchaus negative Auswirkungen auf das Gefühlsleben und die Beziehungen zu Mitmenschen haben. Das kann von verbalen Attacken bis zur Gewaltanwendung gehen. Man hat vielleicht selbst nur ein altes Auto, also schlägt man den Wagen des Nachbarn heimlich kaputt.

Oft baden neidische Menschen in Selbstmitleid. „Wie ungerecht, dass der / die alles hat!“, heißt es schnell. „Ich habe nichts!“ Dass der Neider zu faul war, um die Universität zu besuchen, hat er bereits vergessen. Wer andere beneidet macht deren Glück zum eigenen Unglück. Jeder Mensch ist einzigartig, er muss es nur erkennen.

Die Mutter könnte nun also die Managerin für ihren Erfolg bewundern. So wie diese es heimlich macht, wenn sie deren Kinder sieht. Und der Buchhalter könnte einfach aufrichtig sein und den Führungsstil des erfolgreicheren Kollegen bewundern, der ihm ein guter Vorgesetzter ist.

Ich schaue zurück auf meine Jugend und wie ich aufgewachsen bin. Mir fehlte es an nichts, aber hohe Ansprüche hatten immer nur die anderen. Klein-Mayumi waren Bücher, Karate, saubere Jeans und Sweatshirts lange genug. Und mein erstes Auto war gebraucht.

Ich habe nie neidische Gefühle entwickelt. Einerseits bin ich so (auf sanfte Art) erzogen worden, andererseits ist das meine Natur. Trotzdem habe ich Erfahrung mit Neid und Missgunst gemacht. Was einerseits an meinem sozialen Status und andererseits an meinem Aussehen lag.

Meine Eltern haben bereits kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland ein Haus gekauft, was damals ein hohes finanzielles Risiko war. Finanziert haben sie es mit harter Arbeit. Mehr muss niemand wissen. Aber es hat Neid ausgelöst, das haben sie mir später erzählt.

Ich bin etwa 10 Jahre alt, als „Arroganza Neureich“ mich verbal attackiert. Eigentlich heißt sie Saskia und ich habe HIER schon über sie geschrieben. Saskia mustert mich herablassend und plustert sich vor mir auf.

„Deine Eltern können dir wohl kein anständiges Kleid kaufen“, sagt sie, „oder warum trägst du sonst immer diese alten Hosen?“ Ihr Gefolge lacht und verstummt prompt, als mein Konter kommt. „Bis du neidisch?“, frage ich und schaue sie mitleidig an. „Bei dem Hintern würden dir Hosen auch kaum passen.“

Wortlos rauscht sie davon. Dabei habe ich bewusst übertrieben, bei Saskia stimmte alles. Von einer Freundin weiß ich, dass sie neidisch auf meine dunklen Haare ist. Sie hat „nur“ blonde Locken. Frauen waren oft neidisch auf mein Aussehen. Ich bin nun mal das komplette Gegenteil einer blonden Deutschen.

Dafür kann ich nichts, das sind die Gene meiner Eltern. Oder besser meiner Mutter, deren Kopie ich sozusagen bin. Weniger vom Charakter, der ist deutlich feuriger bei mir. Aber war ich wirklich niemals neidisch?

Ansatzweise unzufrieden, wobei ich das immer mit Humor gesehen habe, war ich auf meine geringe Körpergröße, die sich in einen gewissen Neid, aber stets spaßig formuliert, auf größere Mädchen bei Ballsportspielen definierte.

Im Basketball und Volleyball war ich niemals gut, dafür habe ich umso besser Handball gespielt. Ich sah meine Körpergröße nie als Manko und habe sie durch Schnelligkeit kompensiert. Den Ball konnte ich gut durch die Beine der Torfrau werfen. Meist war die zu langsam für mich.

Neid kann sich im positiven Sinn, als Ehrgeiz definieren. „Die“ hat eine gute Note? Das kann „ich“ besser! Im Sportkarate lediglich neidisch auf die „Meisterin“ zu sein bringt wenig. Ich habe sie mir angeschaut, den Stil analysiert und sie beim nächsten Turnier geschlagen.

Das brachte nun mir das typische Verhalten von „Neidern“ ein, besonders von anderen Frauen. Auf meinen beruflichen Erfolg sind die weniger gut zu sprechen. Deren kleines Ego bekam scheinbar Oberwasser, wenn ich eine Weile „arbeitslos“ war.

„Hättest du mal den Job bei (…) angenommen“, hieß es dann süffisant, um später über den 370 Z, meinen Urlaub und was auch immer zu lästern. Ich habe immer nur gelacht und gesagt: „Mitleid bekommt man gratis, aber Neid muss man sich verdienen.“

„Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“ – Wilhelm Busch

Das Interview – Teil 2: Quo vadis, Mayumi?

Düsseldorf, im Juli 2015. Ein Interview erschüttert die Welt. KLICK MICH Meine beste Freundin hat es mit mir geführt. Unterstützung kam von (m)einer frechen Elfe. Heute nun der zweite Teil. Aus den Zeilen gehen kaum die Lacher hervor, die es dabei gab. Im Gegensatz zum letzten Interview, haben wir eine andere Form gewählt, um die einzelnen Personen hervorzuheben. Und nun viel Spaß beim lesen.

Düsseldorf, im Februar 2017. Ich (Karin) bin unterwegs zu Mayumis Elternhaus, aber leider ganz allein. Meine drei Süßen liegen stark erkältet im Bett, mir geht es schon viel besser. Aber warum kribbelt plötzlich mein Bauch?

Wie immer wenn ich an Yumi denke, erscheint ein Lächeln auf meinem Gesicht. Dabei war unsere erste Begegnung fast ein Schock für mich. Heute, viele Jahre später, ist sie die beste Freundin der Welt. Auch wenn das Wort „Biest“ bei ihr noch untertrieben ist. Lässt man sie, teilt sie nach allen Seiten aus.

Kritische Fragen zu stellen ist Yumis Weg, um eingefahrene Denkmuster aufzubrechen. Die wenigsten können damit und fühlen sich sofort provoziert. Selbst mich lockt sie damit noch aus der Reserve und ich sollte es eigentlich besser wissen.

Als ich ankomme steht der rote Flitzer vor der Tür. Sie war also schon in Stuttgart und hat ihn abgeholt. Ich schmunzele, sie kann es nicht lassen! Ihre Mutter öffnet und begrüßt mich lächelnd. Ich mag diese Frau, die wie eine ältere Ausgabe einer gemäßigten Mayumi wirkt. Die Ähnlichkeit ist offensichtlich.

„Karin“, sagt sie mit deutlichem Akzent, „wie schön dich zu sehen.“ Yuki flitzt aus der Küche und winkt mir mit mehlverstaubten Händen zu. „Wir sind am kochen!“, lässt sie mich wissen und Yumis Mutter nickt dazu. „Sie übt unten mit ihrem Vater“, sagt sie leise und schaut mich wissend an. Im Geist sehe ich einen zur Unkenntlichkeit verknoteten Mann, der hilflos auf der Matte liegt.

Ich habe die beiden schon trainieren sehen und war einfach fasziniert! Das sah so echt aus, mir wurde Angst und bange! Yumi kann ihren Vater mit reiner Kraft nicht schlagen. Aber ich habe nie zuvor jemand gesehen, der solche Reflexe hat und eine derartige Körperbeherrschung. Niemand kann ihren Kicks widerstehen.

Ich erschrecke, als eine Stimme „Buh!“ sagt und Yumi im Karate-Gi lachend neben mir steht. „Ich gehe schnell duschen“, sagt sie und ist schon wieder weg. Ihr Vater hat das Nachsehen, sie war immer schon zu schnell für ihn. Aber er lächelt und sagt ebenfalls „Hallo“ zu mir.

Yumis Mutter bringt Tee und setzt sich mit Yuki neben mich. Wir unterhalten uns, bis „das Biest“ wiederkommt. Statt Karate-Gi trägt sie ein ärmelloses T-Shirt und eine kurze Hose. Wieder fallen mir ihre fast schon muskulösen Oberschenkel auf. Sie sind der Grund warum Yuki immer „Dicke“ zu ihr sagt. Yumi ist gertenschlank!

Vielleicht werden sich nun LeserInnen wundern, warum ich „Yumi“ und nicht „Mayumi“ schreibe. Als einer der wenigen Menschen darf ich die Kose- bzw. Kurzform ihres Namens nutzen. Normalerweise sage ich „Miststück“ zu ihr. (Für diese Bemerkung habe ich den Mittelfinger gesehen.)

Ja, es gibt Menschen, die sofort der Mittelpunkt sind, wenn sie einen Raum betreten. Yumi ist ein solcher Mensch. Schon in der Schule war sie der Star. Das ist noch heute so. Sie bestimmt und alle machen mit. Nun gibt es Menschen, die das mit lauter Stimme machen. Yumi laut? Das habe ich selten erlebt.

Yumis Vater, ist ein liebenswerter und sehr gebildeter Mann, mit dem ich mich schon oft unterhalten habe. Wie Yumi ist er eine natürliche Respektsperson, aber sie hat ihn locker im Griff. Zwar hört sie ihm zu, aber vertritt auch vehement ihre Meinung. Und es ist keine Lüge wenn ich sage, er ist furchtbar stolz auf sie.

„Du riechst lecker“, sagt sie zu Yuki, die nur die Augen verdreht und leise „Baka“ murmelt. Aber so kenne ich die beiden. Unzertrennlich und doch mit eigenem Kopf. Wir tauschen Neuigkeiten aus bis Yumis Vater wiederkommt. Es folgt ein typisch japanisches Mittagessen, das unbeschreiblich köstlich ist.

„Wehe du steckst uns an!“, sagt Yumi, als ich mir nach dem Essen das Näschen putze und zieht uns lachend in ihr Jugendzimmer. Als wir es uns auf ihrem Bett gemütlich machen, muss ich fast automatisch an Natalie denken. Wie oft haben wir drei hier gesessen!

Wir reden über tausend Dinge, als mich eine plötzliche Idee anspringt. Was auch daran liegt, dass ich in Yumis Blog gestöbert habe und das alte Interview fand. „Du suchst doch immer nach Beiträgen“, beginne ich und schaue Yuki an. „Wollen wir einen zweiten Teil des Interviews machen?“

Als Yuki strahlt und nickt, weiß ich die Antwort schon. „Wenn ihr wollt“, gibt Yumi scheinbar gelangweilt zurück. Aber ich kenne sie, die Idee gefällt ihr gut. Handys werden gezückt und plötzlich heißt es „Vorsicht Kamera“ oder „Aufnahme läuft.“

Karin: „Schön, dass du wieder in Deutschland bist, du Reisetante. Bleibst du uns nun eine Weile erhalten?“

Mayumi: „Hast du mich vermisst?“

Karin: „Du bist …“

Mayumi: „Doof, ich weiß. Ich habe dich auch lieb.“

Karin: „Wie war Amerika, haben sich eure Erwartungen erfüllt?“

Mayumi: „Etwas zu erwarten bedeutet, dass man enttäuscht werden kann.“

Karin: (lachend) „Könntest du bitte konkreter werden? Sonst macht das Interview doch keinen Sinn!“

Mayumi: „Das Leben in den USA ist anders. Schneller, wenn du so willst. Hinzu kommt, dass in Los Angeles eine ganze eigene Art von Menschen leben. Ich spreche weniger von der LGBT-Community, sondern meine das allgemein. Düsseldorf oder Stuttgart sind tiefste Provinz, wenn man die Städte vergleicht.“

Karin: „Hast du dort berufliche Kontakte gefunden?“

Mayumi: „Ja und nein. Wir waren für die Tuning Firma in Detroit, aber neue Kontakte im Sinn neuer Aufträge gab es keine. Das würde aus mehreren Gründen nicht funktionieren. Was weniger an der Sprache, als an den amerikanischen Gesetzen liegt.“

Karin: „Wie war das Wetter dort? Angeblich scheint dort immer die Sonne.“

Mayumi: „Wer hat dir diesen Unsinn erzählt? Es war recht kühl, man könnte das herbstliche Temperaturen nennen. Nur mit dem Schnee war Fehlanzeige. Den hatten wir dann in Schweden.“

Karin: „Du machst mich total neidisch! Aber ich finde es toll, dass du um die halbe Welt geflogen bist, um der Firma zu helfen. Hat sich das ausgezahlt?“

Mayumi: „Wir haben dafür kein Geld bekommen. Nur Flug und Unterkunft waren umsonst. Ich bin schon dabei ein Konzept zu erstellen, das die Firma vor dem Konkurs retten wird.“

Karin: „So schlimm ist es?“

Yuki: „Sie übertreibt, aber die Sache ist schon ernst.“

Mayumi: „Der Kunstgriff wird sein auf Wachstum zu setzen, aber keine böse BWL zu nutzen. Gib mir noch eine Woche und alles ist wasserfest.“

Karin: „Darf ich das dann sehen? Bitte?“

Mayumi: (Feixend) „Um mich zu kopieren? Klar darfst du. Als Gegenleistung erwarte ich einen Nachmittag mit deinen Kindern. (Yuki strahlt und nickt)

Karin: „Abgemacht. Die beiden sind sowieso verrückt nach euch. Aber lass uns über deinen Blog sprechen, wenn du magst. Ich habe viele deiner Texte gelesen und eine Veränderung festgestellt. Du bist politischer geworden. Kann das sein?“

Mayumi: „Wie du am besten weißt, war ich früher mehr der unpolitische Typ. Zwar GRÜNE, aber sonst wenig an Politik interessiert.“

Karin: „Du glaubst doch überhaupt nicht an Politik!?“

Mayumi: „Wen fragst du, die rationale oder emotionale Komponente meines Seins?

Karin: „Na dich!“

Mayumi: „Komme ich authentisch rüber?“

Karin: „Ja und nein. Ich kann schon erkennen wer da schreibt, aber du wirkst oft so anders.“

Mayumi: „Wie wirke ich denn auf …(Yuki hält ihr den Mund zu. Dazu muss ich erklären, dass Yumi im Blog oft flapsig und dann wieder regelrecht eisig wirkt. Ich kenne sie besser. Ihr Humor ist echt, aber in Wirklichkeit ist sie wesentlich japanischer, als sich das in Worten liest. Kühle Logik gepaart mit fernöstlicher Freundlichkeit.)

Karin: „Danke! Also zur Politik, was hat sich für dich geändert und warum erst jetzt?“

Mayumi (kitzelt Yuki): „Man hat mich darauf angesprochen, dass dieses neue Interesse an Politik erst 2015 erwacht sei. Das ist falsch. Ich beschäftige mich lediglich viel intensiver damit. Vor allem, um bei einer Partei zu bleiben, mit dem seit Jahren vorhandenen Unwohlsein über die GRÜNEN.

Das lag mit am Parteiprogramm, aber maßgeblich an gewissen Personen, die ich weltfremde FundamentalistInnen nenne. Die Namen sind euch gut bekannt. Als unsere Kanzlerin ihre Grenzentscheidung traf, als ganz schnell klar geworden ist, dass primär junge Männer und keine Familien über die Grenze kommen, habe ich das kritisiert.“

Karin: „Hattest du Angst?“

Mayumi: „Warum sollte ich Angst haben? Ich kann lediglich besser rechnen und habe vor allem die kommenden Probleme gesehen. Es wird nicht mehr lange dauern und der letzte Fahnenschwenker wird begriffen haben, dass es auch an seine Ersparnisse geht. Dann werden wir das wahre Gesicht der Pseudolinken sehen!

Hilfe ist eine Sache, aber jedem ohne Kontrolle den Zugang in die Sozialsysteme zu gewähren, hat eine andere Qualität. Ein Großteil dieser Menschen wird den Staat auf Jahrzehnte belasten, einige sogar für immer.“

Karin: „Das klingt im ersten Moment sehr ablehnend, ja kalt.“

 Mayumi: „Dürfen sich Ökonomen von Gefühlen leiten lassen? Gezielte Entwicklungshilfe für afrikanische und arabische Staaten, hätte einen Teil des Problems abgefedert. Statt einem Menschen in Deutschland 1.000 Euro pro Monat zu geben und damit in der Summe die Sozialsysteme zu sprengen, hätte er in seiner Heimat mit viel weniger auskommen können. Diese 1.000 Euro können in Afrika zwischen zehn und zwanzig Leben retten, das weißt du sehr gut.“

Yuki: „Hast du Widerstand gespürt, also von anderen Bloggern?“

Mayumi: „Ja. Es gab immer wieder subtile Versuche, um meine Aussagen unglaubhaft zu machen. Auch Hasskommentare, die ich nie veröffentlicht habe. Ich kann mich an mehrere Leser erinnern, die eine Statistik als Beleg meiner Aussagen forderten. Solche Stimmen sind mittlerweile verstummt, die Zahlen stehen fest.“

Karin: „Worin siehst du den wahren Grund der Flüchtlingskrise?“

Mayumi: „Im Neoliberalismus, der grenzenlosen Gier der Eliten, die Afrika und die arabischen Länder ausbeuten. Aber auch ganz klar in der amerikanischen Geopolitik. Schau dir genau an was passiert ist, man hat die Staaten destabilisiert.

Mit dem Kampf gegen den Terror hatte das nichts zu tun. Der ist sowieso frei erfunden. Der Gag dabei, diese Länder waren keine Gottesstaaten, sie waren säkular. Es geht um Macht, Einfluss und die schwindenden Ressourcen. Und wo liegt weltweit das meiste Öl?“

Karin: „Ich weiß was du meinst. Aber du kritisiert vor allem den Islam massiv. Hast du keine Angst dadurch in die rechte Ecke gedrückt zu werden?“ (Mayumi lacht, als ich sie das frage.)

Mayumi: „Ich bezeichne mich als liberal-konservativ mit linken Anleihen. Eigentlich war ich das immer schon. GRÜN passt mir nur besser wegen dem LGBT Ansatz. Und was ist rechts? Die CDU/CSU ist rechts. Und es ist in Deutschland noch immer ein gern gespieltes Foul, Kritiker zu diskreditieren und die Nazi-Keule auszupacken.

Zum Teil unbewusst, ein Großteil der deutschen Bevölkerung ist wenig politisch interessiert und hängt gläubig an den Lippen der Journalisten, die angeblich immer die Wahrheit sagen. Getreu dem Motto: Es war im Fernsehen, also muss es richtig sein. In einem Schnappatmer Reflex (sie imitiert einen nach Luft ringenden Fisch), wird dann blind um sich geschlagen, wenn irgendwer konträr zur politisch korrekten Meinung ist, die man den Menschen eingetrichtert hat.“

Karin: „Wirklich konservativ sieht aber anders aus. Du bist alles andere, als von gestern. Einerseits bist du weltoffen und dann verteidigst du vehement deutsche und japanische Traditionen. Wie passt das zusammen?“

Mayumi: „Sehr gut sogar. Ich finde Halt in Kultur und Sprache, in Traditionen und arbeite trotzdem an progressiv-innovativen Ideen mit.“

Karin: „Warum kritisierst du den Islam so heftig? Wir haben doch auch türkische Freundinnen.“

Mayumi: „Welche unserer Freundinnen sind radikale Islamistinnen? Der Islam ist keine Religion, er ist und bleibt eine Ideologie, die sich auf einen unbeweisbaren Schöpfergott beruft und den Anspruch auf absolute Herrschaft hat. Diese Herrschaft bezieht sich auch auf das Privatleben der Menschen. Die Scharia schreibt vor, wie sie zu leben, zu denken und zu handeln haben.

Diese steinzeitliche Denkweise, ist eine Gefahr für den aufgeklärten Westen und beschneidet freiheitlich denkende Menschen in ihren Grundrechten. Anders formuliert muss sich für den Muslim der Westen, also Deutschland derart ändern, dass er für ihn als neue Heimat passt. Er aber wird sich nicht ändern, das verbietet ihm sein Allah.

Von einer Freundin weiß ich, dass ein türkischer Vater vehement ein Verbot von Schweinefleisch für alle Kinder im Kindergarten forderte und das Kreuz im Büro der Leiterin nicht sehen wollte. Und das geht viel zu weit. Nicht „wir“ müssen uns an ihn, er hat sich an dieses Land anzupassen.

Muslime können ihren Islam gern privat leben. Öffentliche Forderungen, speziell von diesem sogenannten Zentralrat, sind politische Forderungen und der Versuch Einfluss auf deutsche oder europäische Politik und damit die westliche Lebensweise zu nehmen.“

Karin: „Gibt es Anfeindungen von Muslimen?“

Mayumi: „Warum sollte es die geben? Glaubst du wirklich, dass die so verbohrt sind und nun gleich das Messer zücken?“

Yuki: „Hasst du Muslime?“

Mayumi: „Warum sollte ich andere Menschen hassen? Ich wehre mich nur gegen Bevormundung und Übergriffe, die, nach meiner Erfahrung, überwiegend aus dieser Gruppe kommen. Schau dir an was 2016 alles geschehen ist und wer, neben der Politik, die Verantwortlichen sind. Für die meisten dieser Typen sind westliche Frauen nur Huren, die sie benutzen dürfen.“

Yuki: „Aber du bist Japanerin!“

Mayumi: „Wie du auch, mein Schatz. Es spielt für viele keine Rolle, woher wir kommen oder wie wir aussehen. Für sie sind alle Frauen benutzbar, die sich westlich, offen kleiden. Medien und Politik unterdrücken viel zu oft Meldungen, wenn es um Übergriffe gegen Frauen geht. Aber sie nehmen zu, wie du weißt.“

Karin: „Was wäre, wenn wir vielleicht mehr und intensivere Hilfe oder Aufklärung für diese Menschen leisten?“

Mayumi: „NLP-Technik als Frage getarnt? Netter Versuch. (Sie lacht.) Niemand versagt wirklich Hilfsbedürftigen die Hilfe. Aber viele Migranten verschwinden sofort in Parallelgesellschaften und leben dort für immer. Sie wollen Geld, aber keine deutschen Werte teilen. Das bestätigen auch immer mehr voll integrierte Muslime, die wenig mit den altvorderen Worten des Korans anfangen können.

Und wir sollten endlich damit aufhören, alle die nach Deutschland kommen als Flüchtlinge zu bezeichnen. Genau das sind sie nämlich nicht! Wer einen florierenden Handel im Libanon aufgibt, sich als Syrer tarnt, um hier von Sozialhilfe zu leben, der ist grundverkehrt in diesem Land.“

Karin: „Du hast schon mehrfach erwähnt, dass es einen Krieg der Religionen oder Ideologien gäbe und man Muslime gezielt gegen Christen aufhetze. Wer macht das? Magst du dazu noch etwas sagen?“

Mayumi: „Das ist ein sehr komplexes Thema. Jeder der sich damit beschäftigt, bewegt sich am Rand der Verschwörungstheorie. Meiner Meinung nach, die aber auf den Studien anderer Wissenschaftler basiert, wird die Auseinandersetzung gesteuert und alte Vorurteile neu belebt.

Pauschal zu sagen, die USA steckten dahinter, ist falsch. Es sind nicht die USA allein, es ist das Großkapital, das zusammen mit der Politik eine Art Kartell bildet, quasi eine unheilige Allianz. Hinzu kommen in Deutschland noch die durch die GEZ finanzierten Medien. Der Gag schlechthin, wir zahlen für staatliche Propaganda.“

Karin: „Das klingt sehr vage!?“

Mayumi: „Es ist vage. Warum? Weil es eben keine feste Gruppe gibt, die sich in Kapuzen gehüllt trifft und als Geheimzirkel die Welt regiert. Wenn, so ist es eine Kooperation verschiedener Großkonzerne, Lobbyisten, PolitikerInnen, allerdings primär aus den USA, die ihren Reichtum auf Kosten der Bevölkerung mehren.

Jeder vernünftige Mensch kann und wird die Anzeichen erkennen, wenn er sich damit beschäftigt. Problematisch sind die vielen Spinner, die schnelles Geld mit der Angst von Menschen machen und von Geheimbünden reden, die aus Außerirdischen bestehen. Du verstehst, was ich damit meine?

Was wir (er)leben, ist eine Art Scheindemokratie, die uns manipuliert. Das muss kein Nachteil sein, wenn alle genug zu essen haben. Leider ist das nicht der Fall, was an der Gier und dem Neid innerhalb der Eliten liegt.“

Karin: „Noch ein Worte zur Presse. Gibt es noch guten Journalismus in Deutschland?“

Mayumi: „Für JournalistInnen wird es zunehmend schwieriger sich gegen den Einfluss von Politik und Kapital, also Werbung, durchzusetzen. Wenn der Chefredakteur ein bestimmtes Parteibuch hat, ist das so gut wie unmöglich.

Hinzu kommt noch, dass viele junge JournalistInnen nur Zeitverträge haben. Sie werden also vorsichtiger mit ihren Artikeln sein, um eine Verlängerung ihres Vertrages nicht zu gefährden. Darüber spricht natürlich niemand. Leider ist es traurige Wahrheit.“

Karin: „Ein spannendes Thema, aber da bin ich ganz bei dir! Glaubt man dir, wenn du das schreibst?“

Mayumi: „Es geht weniger darum mir zu glauben, sondern darum, die Dinge kritischer zu sehen. Die Menschen müssen wieder lernen nicht gleich jedem Wort der Politdarsteller blind zu vertrauen. Anhören, analysieren, eine zweite oder dritte Meinung einholen und sich selbst ein Bild machen. So funktioniert das wesentlich besser. Aber dieser kritiklose, blinde Gehorsam in Deutschland, ist wirklich erschreckend.

Viele werden von der herrschenden Klasse automatisiert, ihres Verstandes beraubt und auf Kurs gebracht. Bei Beamten ist das ganz schlimm. Schon wieder höre ich oft, dass „man“ ja lediglich den Vorgaben der Regierung folge.

Das haben die Kriegsverbrecher auch gesagt, als man sie mit den Bildern der Konzentrationslager konfrontierte. Ohne Sinn und Verstand, nur auf den eigenen kleinen Vorteil bedacht, werden Dinge ausgeführt, die langfristig für noch mehr sozialen Sprengstoff sorgen.“

Karin: Deine Kritik an den USA, den Herrschenden, wirkt sehr linkslastig auf mich!?“

Mayumi: „Die Kritik an der Demokratie, hat wenig mit politischen Überzeugungen zu tun. Eine echte Demokratie lebt von der Kritik, der Auseinandersetzung zwischen  BürgerInnen und PolitikerInnen.

Aber wenn man es genau nimmt, so stimme ich zumindest in einigen Punkten mit Frau Wagenknecht überein, die ich für sehr sympathisch und durchaus ehrlich halte. Zumindest im vorgegeben Rahmen, den auch sie nicht verlassen kann.“

Yuki: „Apropos Kritik! Du hattest einige Auseinandersetzungen mit anderen Bloggern, die ziemlich heftig wirkten. Bereust du das?“

Mayumi: „Heftig für wen? Ich streite mich nie im Internet, das ist und bleibt verlorene Lebenszeit. Richtig ist, dass es einige Versuche gab, die aber gescheitert sind.

Ich lese das durch, analysiere die möglichen Motive der Person und antworte vielleicht. Im Grunde genommen tun mir diese Menschen leid. Einige sind nur verblendet, wieder andere haben psychische Probleme.“

Karin: „Kannst du das präzisieren?“

Mayumi: „Für psychisch Kranke ist das Internet oft die einzige Möglichkeit um Dampf abzulassen. Ich bin dann sozusagen das Ventil für sie. Warum also soll ich ihnen schaden? Ich lasse sie vielleicht auflaufen, beweise ihnen das Gegenteil oder lösche den Kommentar. Danach herrscht meist Funkstille. Unabhängig davon finde ich es mehr als schwierig mich mit Menschen zu streiten, die mehr Achselhaare als Bildung und politischen Sachverstand haben.“

Karin: (Muss schallend lachen) „Wie kommst du nur immer auf solche Vergleiche! Aber ich habe den Eindruck, dass einige LeserInnen weder deine Intention noch deine Antworten verstehen.“

Mayumi: (schmunzelnd) „Was war jetzt die Frage? Schau, ich freue mich, wenn ich LeserInnen vielleicht ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann oder ihnen dabei helfe ein Problem zu lösen. Oft reicht eine gezielte Frage aus, um ihren Blickwinkel zu ändern. Und die stelle ich.“

Yuki: „Was oft für Unverständnis sorgt. Ist das Absicht?“

Mayumi: „Es geht darum anderen zu zeigen, wie sehr man sie manipuliert hat. Leider fällt ihnen das umdenken schwer. Es ist nicht so, dass ich keine andere Meinung gelten lasse, aber wenn ich Dinge besser weiß, hört man mir besser zu.“

Yuki: „Deine Texte wirken oft so, als ob nur du die absolute Wahrheit kennst.“

Mayumi: (lacht) „Ich bin keine ausgebildete Journalistin und schreibe Texte auf meine eigene Weise. Dass ich mich dabei einiger literarischer Stilmittel bediene, sollte jeder wissen. Und wenn ich gut ankomme, habe ich doch etwas richtig gemacht.

Ich bin nun mal von mir und meiner Meinung überzeugt und bringe das auch zum Ausdruck. Und manchmal will ich provozieren, um den Denkprozess in Gang zu setzen. Vernünftiger Kritik bin ich immer zugänglich! Persönliche Attacken kontere ich aus.“

Yuki: „Immer?

Mayumi: „Nein. Wie ich schon sagte, was bringt es, wenn ich Depressiven die Leviten lese? Das dringt kaum durch den Tablettennebel. Ich lösche sie und gut. Und linke Hetze besteht meist nur aus persönlichen Beleidigungen. Mehr als dumpfe Parolen können die kaum. Wer keine eigenen Fakten hat, für den ist jeder ein Feind.“

Karin: „Und doch wirkst du oft sehr radikal in deinen Texten. Ich kenne dich gut und weiß damit umzugehen. Aber warum schreibst du keine Gedichte oder Kurzgeschichten mehr?“

Mayumi: „Mein Tag hat nur 24 Stunden. In einem Gedicht kann ich nicht immer das ausdrücken, was ich mit einem längeren Beitrag kann. Um Zeit zu sparen, wäre ein Haiku besser. Aber ich mag einfach die Themenvielfalt.“

Yuki: „Du hast dich an Weihnachten 2016 von fast zwanzig Blogs getrennt. Warum? Macht dir das nichts aus?“

Mayumi: „Viele waren verwaist. Wer mehr als sechs Monate keine Artikel schreibt, hat andere Interessen. Bei einigen Blogs habe ich bemerkt, dass ich diejenige bin, die kein Interesse mehr an den Inhalten hat. Also warum den Reader damit weiter belasten?“

Karin: „Das klingt sehr rational.“

Mayumi: „Ist es und nie persönlich.“

Yuki: „Apropos persönlich! Belasten dich Anfeindungen? Ich finde es immer eklig, wenn man dich gezielt angreift.“

Mayumi: „Warum sollten die mich belasten? Ich diskutiere mit jedem, der halbwegs sachlich bleibt. Wer mir dumm kommt, wer nur provozieren will, ist keiner Antwort wert.“

Karin: „Ich kann mich da an einige Diskussionen auf der Uni erinnern, also da sind wirklich die Fetzen geflogen!“

Mayumi: „Du meinst diese arroganten Brüder? Also da war ich wirklich zahm!“

Karin: „Ist klar! Warum waren die plötzlich so still?“

Mayumi: „Weil ich sie kognitiv suboptimiert nannte?“

Karin: (fällt fast vom Bett vor Lachen) „Jetzt erinnere ich mich wieder! Hast du weniger LeserInnen seit du politisierst?“

Mayumi: „Das Gegenteil ist der Fall. Allerdings werden politische Artikel von deutlich weniger Menschen kommentiert, als zum Beispiel meine Reiseberichte. Interessant dabei, die, die mir angeblich nicht mehr folgen, lesen noch immer heimlich mit. WordPress zeigt das sehr genau.“

Yuki: „Warum denkst du machen sie das, gibt es dafür einen Grund?“

Mayumi: „Neugier oder der Versuch Munition gegen mich zu finden. Besonders gern mag ich die Fraktion der „Statistiker“, die sich regelmäßig blamiert. Richtig armselig sind Anonyme, die zu feige sind um mit ihrem richtigen Account zu schreiben. Vielleicht sollte ich ein <<Best of>>, der Beleidigungen schreiben.“

Karin: „Warum äußern sich Menschen weniger zur Politik? Aus Unkenntnis oder haben sie Angst?“

Mayumi: „Beides. Viele wählen eine Partei nicht aus politischer Überzeugung, sondern machen eine Personenwahl. Wer ihnen sympathisch ist, der bekommt die Stimme. Klar spielt bei der schweigenden Mehrheit meiner LeserInnen der Faktor Angst eine Rolle.

Manche wollen sich auch nicht blamieren oder ihre wahre politische Überzeugung verbergen. Ein anderer Grund, ist eine befürchtete soziale Ächtung, wenn sie sich zum Beispiel als CDU WählerInnen outen.

Karin: „Bald sind Wahlen. Wie stehst du zur AfD? Siehst du sie auch als reine Populisten und Volksverhetzer, die zum Teil verkappte Nazis sind?“

Mayumi (schüttelt lachend den Kopf): „Das, meine Süße, ist eine Suggestivfrage. Aber gut. Der AfD stehe ich sehr kritisch gegenüber! Einzelnen Personen in dieser Partei noch mehr. Mit Frau Dr. Alice Weidel dagegen, würde ich mich gern länger und rein fachlich unterhalten. Auch mit Professor Jörg Meuthen. Vielleicht ergibt sich das noch.

Spannend daran, wir sind mehr oder weniger vom gleichen Fach. Eine Diskussion wäre also auf einem hohen Niveau zu Sachfragen möglich und jenseits von jeglichem Populismus. Bisherige Versuche einer Diskussion mit Leuten der AfD waren eher bescheiden.

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass das auch bei GRÜNEN, SPD oder CDU-Anhängern kaum besser war. Die blubbern ihre leeren Parolen und bewegen sich dabei knapp über Stammtischniveau.“

Karin: „Treibt die AfD die CDU vor sich her?“

Mayumi: „Ja. Salopp ausgedrückt, wird sie den konservativen Flügel der CDU wieder auf Kurs bringen, davon gehe ich ganz stark aus. Nüchtern betrachtet, ist die AfD also eine Bereicherung der verkrusteten Parteienlandschaft.

Dabei sollte niemand vergessen, dass auch sie nur Teil des politischen Systems ist. Entweder gesteuert oder einfach nur mit anderen Ideen. Das wird die Zukunft zeigen.“

Karin: „Was genau meinst du mit gesteuert?“

Mayumi: „Ich habe es schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass Deutschland fest in der Hand linker Kräfte ist. Die CDU/CSU hat sich diesem Zeitgeist angepasst, was wir Frau Merkel zu verdanken haben.

Aber es rumort tief in den Eingeweiden der Konservativen. Daher suchen sie händeringend nach dem geeigneten Mittel, um das Land wieder gerade zu rücken. Die AfD könnte dieses Mittel sein.

Man kann also hinterher sagen „Schaut nur, wir haben das Land vor den Rechten gerettet und jetzt bricht eine neue (konservative!) Zeit für Deutschland an. Die Linken sind dann auch nur noch Schnee von gestern, die werden mit der AfD entsorgt.“

Karin: „Man stigmatisiert die AfD also nur als Nazi-Partei, um eigene Fehler zu verschleiern? Und was meinst du mit hinterher?“

Mayumi: „So könnte man das durchaus sagen, ja. Wir erleben zur Zeit wieder einen Kampf der Eliten, die gegeneinander und gegen das Volk ins Feld ziehen. Mit hinterher meinte ich, dass ultrakonservative Kräfte innerhalb der Eliten versuchen werden, die Führung zu übernehmen.

Die Linken, die das Spiel entweder noch nicht begriffen haben oder einfach nur ideologisch verblendet sind, reagieren mit dem Schnappatmer-Reflex und sehen lediglich die AfD als Feindbild, die sie mundtot machen wollen. Aber noch leben wir in einer Gesellschaft, die andere Meinungen erlaubt, auch wenn es zunehmend schwieriger wird.

Karin: „Du hast die Meinungsfreiheit angesprochen. Siehst du die in Gefahr?“

Mayumi: „Ja! Schau dich nur um, rede mit anderen. Wo sind die großen Geister, die Philosophen? Wir leben in einer Generation, die kaum noch große Denker hat. Nimm Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, von mir aus auch noch den umstrittenen Martin Heidegger. Wo sind solche Menschen heute?“

Yuki: „Basiert die Studentenrevolte und ihre Folgen denn nicht genau auf Adorno und Horkheimer?“

Mayumi: „Auch, ja. Aber vergiss Horkheimer, der eigentlich führende Kopf dieser Zeit war meiner Meinung nach Adorno. Auch wenn das ein Herbert Marcuse vermutlich anders sehen würde.“

Karin: „Bewunderst du Adorno?“

Mayumi: „Er war ein großer Denker, der andere zum denken anregen konnte. Selbst heute noch, viele Jahre nach seinem Tod. Wer denkt, der sei nicht wütend, hat er einmal gesagt. Diesen Spruch hat die Antifa nie verstanden.

Wenn ich jemanden in Teilbereichen bewundere, falls man das Wort in seiner ganzen Tiefe ausschöpfen möchte, so ist das, neben Doris Lessing, die großartige Hannah Arendt! Vermutlich haben die meisten Jugendlichen den Namen noch nie gehört. Und das finde ich erschreckend.

Unsere Philosophen heute heißen Daniela Katzenberger und Kollegah! Vollverblödete Automaten, die sich Menschen nennen, stieren in die Glotze oder vegetieren bis zu ihrem Tod dahin. Hinterfragt wird fast nichts mehr, selbst nachzudenken ist aus der Mode gekommen.“

Yuki: „Hat die Bildung in Deutschland gelitten? Wenn ja, warum?“

Mayumi: „Ja. Das hat auch viel mit den neuen Medien zu tun. Schau dir nur an, wie lange selbst wir oft vor den Rechnern sitzen. Jugendliche wachsen mittlerweile mit dem Handy auf, der Playstation und dem Internet. Spaß steht an erster Stelle. Sie werden zu einer Gesellschaft von Robotern gemacht, die nach dem Willen der Eliten funktionieren.

Die <<Erziehung zur Mündigkeit>> nach Adorno, wird von Spieleherstellern übernommen. Ziviler Ungehorsam war gestern. Schuld daran tragen aber auch die Linken, die andere Ideen und Meinungen mit faschistischen Methoden unterdrücken.“

Karin: (schmunzelnd) „Du bist eine Kämpferin und hast schon vielen Menschen geholfen, so kenne ich dich. Und du machst seit Ewigkeiten Karate. Ich bewundere dich dafür. Musstest du dich jemals wirklich verteidigen?“

Mayumi: „Du meinst, ob es um mein Leben ging. Ja, damals in Dortmund und auch schon in Düsseldorf. Ohne Karate wäre das übel ausgegangen.“

Karin: „Provozierst du nicht oft den Streit? Und einmal hast du mir Angst gemacht. Du erinnerst dich bestimmt.“ (Mayumi schaut mich mit ihren dunklen Augen an und auch als ihre beste Freundin, wird mir flau im Magen.)

Mayumi: „Buddha lehrt uns, dass uns niemand beleidigen kann und es daher auch keiner Vergebung bedarf. Ich habe einen ganz eigenen Sinn für Gerechtigkeit. In den meisten Fällen prallen die Worte an mir ab und verletzen den, der sie geworfen hat.

Aber wer meine Familie bedroht, wer die Hand gegen mich hebt, wer für den Tod eines mir nahestehenden Menschen mit verantwortlich ist, auch wenn es nur passiv war, der wird ein Problem mit mir bekommen.“

Karin: (Muss schlucken, als die Erinnerung an Natalies Tod wiederkommt.) „Vermisst du Nati sehr?“

Mayumi: „Ich habe keinen Zugang zu westlicher Trauerkultur. Ich erinnere mich und weiß, dass ich Nati irgendwann wiedersehen werde.“

Yuki: „Hasst du Tom immer noch?“ (Tom war Natalies Ehemann und trägt eine Mitschuld an ihrem Tod.)

Mayumi: „Ich hasse niemand. Aber er geht mir besser aus dem Weg.“ (Die letzten Worte klingen eisig.)

Karin: „Du bist Buddhistin. Könntest du trotzdem jemand umbringen, also nur so theoretisch, wenn dein Leben in Gefahr ist?“

Mayumi: „Du bist Christin. Könntest du trotzdem jemand umbringen, also nur so theoretisch, wenn dein Leben oder das deiner Familie in Gefahr ist?“

Karin: „…“

Yuki: „Was bedeutet Buddhismus für dich?“

Mayumi: „Primär eine andere Sicht der Dinge zu haben. Ich habe es mal so ausgedrückt, dass ich zwar auf den Papier Buddhistin bin, aber stets meinen eigenen Weg gehe. Durch meinen Vater kenne ich den Zen-Buddhismus sehr gut, aber ich bin keine vergeistigte Gläubige.“

Karin: „Du überrascht mich oft mit Aussagen, wenn ich das genaue Gegenteil von dir erwarte.  Oder du handelst einfach wenig buddhistisch. Warum?“

Mayumi: „Ich bin Feuer und Wasser, der See mit glatter Oberfläche, die den Vulkan verbirgt. Reicht dir das als Antwort?“

Yuki: „Wie stehst du zu Gewalt?“

Mayumi: „Gewalt von wem und gegen wen? Krieg ist die größte Sprachlosigkeit von Menschen. Auch wenn ich Karate lehre, bin ich keine sprachlose Kriegerin.“

Karin: „Aber du benutzt Gewalt doch selbst!“

Mayumi: „Wo habe ich jemals jemand ohne Grund angegriffen? Ich gehöre zu den Menschen, die sich zu wehren wissen und keine Hemmungen haben, das Erlernte einzusetzen. Aber Gutmenschen, mit rosa Brille, haben selbst damit ein Problem.“

Karin: „Warum benutzt du das Wort Gutmensch so oft? Du kennst doch bestimmt seine Herkunft.“

Mayumi: „Natürlich. Ich attackiere damit bewusst links-grüne Gesinnungsfanatiker, die in einer rosa Filterblase leben.“

Karin: „Du bist wirklich eine Samurai-Prinzessin!“

Mayumi: „Danke!“ (Sie lacht)

Yuki: „Themawechsel bitte. Könntest du dir vorstellen Deutschland für immer zu verlassen und in einem anderen Land zu leben?“

Mayumi: „Das liegt auch an dir. Ich kann mir alles, auch Japan vorstellen, wenn du bei mir bist.“

Yuki: „Japan und LGBT sind wie Feuer und Wasser. Es wird noch viele Jahre dauern bis Normalität einkehrt.“ (Mayumi lächelt und nickt.)

Mayumi: „Vielleich sollten wir die Szene dort aufmischen, was denkst du?“

Yuki: „Dass du Fieber hast!“ (Was folgt ist die typische Rauferei der beiden, bei der Yumi absichtlich verliert.)

Karin: (Fünf Minuten und unzählige Lacher später.) „Was sind deine Pläne bezüglich Kindern? Du … ihr wolltet doch welche adoptieren?“

Mayumi: „Das wollen wir immer noch. Aber unser Lebensstil gibt das zur Zeit nicht her.“

Karin: „Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe.“

Mayumi: „Korrekt. Aber wir können keine kleinen Mädchen mit in die USA, Schweden, zurück nach Deutschland und dann wieder Japan bringen.“

Karin: „Du und deine Mädchen!“

Mayumi: „Sagt die Mama, die selbst zwei Töchter hat.“

Karin (schnauft): „Lass uns noch mal über Politik sprechen. Wie siehst du die Chancen, dass die aktuelle Krise gelöst werden kann? Also Flüchtlinge, EU und Parteienkrise.“

Mayumi: „Die sogenannte Flüchtlingskrise ist hausgemacht und wird meiner Meinung nach gesteuert. Zum Teil zumindest. Die in Syrien geborene Österreicherin Laila Mirzo hat in einer Diskussion im österreichischen Fernsehen erzählt, dass ihr, bei ihrer Tätigkeit als Flüchtlingshelferin, immer wieder junge Männer aufgefallen seien, die schon nach wenigen Tagen zurück in ihre Heimat wollten. Gefragt warum, hätten sie die Aussage verweigert, bzw. das ginge sie nichts an gesagt.

Frau Mirzo hat dann irgendwann begriffen, dass sie Schleppern gegenüber stand, die mit den Flüchtlingen kamen und auf Staatskosten zurück wohin auch immer flogen. Und dort haben sie das Spiel erneut begonnen. Es gilt genau dem einen Riegel vorzuschieben, Schleppern vor Ort das Handwerk zu legen und sie drastisch zu bestrafen.

Es gilt auch dafür zu sorgen, dass sich die Lebensbedingungen von Menschen in arabischen und afrikanischen Staaten verbessern. Deutschland, Europa, kann nicht die ganze Welt aufnehmen. Das funktioniert finanziell auf Dauer nicht. Menschen in Not sollte man weiter helfen. Aber nur im Ausnahmefall in Deutschland selbst. Wie ich schon sagte, die Hilfe muss vor Ort erfolgen.“

Yuki (schmunzelnd): „Du sprichst wie Thilo Sarrazin.“

Mayumi: „Viel mehr Menschen sollten den Mann lesen. Was er vor Jahren schrieb, wird momentan Realität. Wir haben in Deutschland schon jetzt eine seltsame Mischkultur, die deutsche Traditionen und Werte verachtet und eine Art Neusprech, also dieses typische „was guckst du“ Gefasel geschaffen hat. Die Frage ist, ob wir das wollen. Ich will das nicht.“

Karin: „Ich auch nicht. Die Veränderungen in Deutschland machen mir Sorgen. Glaubst du wir schaffen das, wie Frau Merkel es formuliert?“

Mayumi: „Merkels Durchhalteparolen sind fast schon mit den letzten Tagen des Hitler-Regimes vergleichbar. Die Frau hat einen großen Fehler gemacht, zu dem sie öffentlich nicht steht. In Wirklichkeit hat sie ihre Position, wie so oft zuvor, schon wieder völlig geändert und betreibt eine Art Anti-Flüchtlingspolitik. Die Medien verschweigen das geschickt oder liefern nur nebulöse Bilder, aus denen sich fast niemand die Wahrheit ziehen kann.

Noch ein Wort zur Parteienkrise, der Vertrauensverlust der BürgerInnen und zur EU. Deutschland hat keinen Euro gebraucht und Deutschland braucht auch keine übermächtige EU-Bürokratie. Brüssels Macht muss in der jetzigen Form weg. Die alte EWG reicht völlig aus.

Was nun die deutschen Parteien betrifft, die brauchen von Grund auf eine Reform. Wir brauchen keine ParteisoldatInnen, denen man auf dem Weg ins Parlament das Rückgrat bricht und die dann dort angekommen nur noch Marionetten ohne eigenen Willen sind.

Ich möchte gern ehrliche Menschen im Parlament sehen, die sich um die Interessen der BürgerInnen kümmern und sie auch stets zu Wort kommen lassen, Stichwort Volksbefragung. Mehr direkte Demokratie und vor allem weg vom Neoliberalismus, das muss ein erklärtes Ziel für eine kommende Generation von PolitikerInnen sein.“

Karin: „Wirst du weiterhin politische Beiträge schreiben? Und um das zu erweitern, glaubst du, dass dein Blog die richtige Plattform ist? Du erreichst doch damit nur wenige Menschen.“

Mayumi: „Den Blog hatte ich vor vier Jahren als Spaßprojekt gestartet, um mich mit anderen lesbischen Frauen auszutauschen, vielleicht den ein oder anderen Tipp zum Coming Out zu geben. Über Facebook hätte ich natürlich eine Masse an LeserInnen mehr, aber müsste auch die Zensurkeule fürchten.

Das ist eine Sache und hat nichts mit Angst zu tun. Die andere, der Faktor Zeit und Geld. Ich kann mir den Blog nur leisten, da ich mehr oder weniger auf einem guten Fundament stehe, also finanziell abgesichert bin. Jede Stunde, die ich für den Blog investiere, kostet Geld.

Nicht im wörtlichen Sinn! Aber wenn ich blogge, wenn ich für Artikel recherchiere, mir Videos anschaue oder Bücher lese, so ist das mit einem immensen Zeitaufwand verbunden, den ich gegenfinanzieren muss. Auf Dauer gesehen werde ich kürzer treten müssen, so leid mir das auch tut.“

Karin: „Glaubst du, dass du mit deinem Blog Dinge ändern kannst?“

Mayumi: „Was passiert mit einem Schneeball, der vom Abhang eines Berges nach unten rollt? Unten angekommen ist er entweder größer oder zu einer Lawine geworden.“

Yuki: „Ein Wort zu Martin Schulz?“

Mayumi: „Ein Blender.“

Karin: „Warum gehst du nicht selbst in die Politik? Ich würde dich sofort wählen!“

Mayumi: „Du bist meine beste Freundin, also voreingenommen. Und in welche Partei soll ich gehen?“

Yuki: „Hast du nicht in deinen Beiträgen davon gesprochen, dass Parteien nur von den Eliten geschaffen worden sind, um dem Volk eine scheinbare Wahl zu präsentieren?“

Mayumi: „Ja. Aber ich möchte mich nicht immer auf der Metaebene bewegen. Gegen die Finanzeliten kann ich als Einzelne kaum etwas unternehmen. Aber ich kann ihre Handlanger kritisieren, ausbremsen und „gute BWL“ verkaufen. Und dann hoffe ich auf den schon angesprochenen Schneeballeffekt.“

Karin: „Wen wählst du?“

Mayumi: „Schauen wir uns die Parteien genauer an, ohne auf die Metaebene abzugleiten. Die SPD ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Schröder hat die Sozialdemokratie verkauft und kommt nun, da Merkels Ende naht, aus der Deckung, um ihr noch einen finalen Tritt zu geben. Gabriel ist gescheitert. Schon wieder.

Schulz ist ein Linkspopulist und Karrieresüchtiger, ein ambitiöser Macho, der nur an die Fleischtöpfe will. Mit ihm als Kanzler, ist Deutschland verloren. Der Mann ist ein Eurokrat mit neoliberaler Gesinnung. Der SPD fehlen echte Sozialdemokraten, die diesen Namen auch verdienen.“

FDP: Was soll man zu dieser mittlerweile profillosen Partei noch sagen? Seit Jahren stolpern sie als Wendehälse ohne Plan durch die Welt. Sie versuchen zur Zeit einen Spagat und besetzen auch AfD-Positionen. Aber ihnen fehlten immer schon die richtigen Ideen. Außer einigen wenigen guten PolitikerInnen, hatten sie nie viel zu bieten.

CSU: Seehofer ist ein Papiertiger. Die ganze Münchner Riege auch. Die CSU im Land ist anders. Konservativer, aber niemand hört auf sie. Ich kann Seehofers Taktik zwar verstehen, aber er ist und bleibt zu zögerlich. Irgendwann muss er sich klar bekennen. Der CSU als bundesweit auftretender Partei, wäre vermutlich ein größerer Erfolg beschieden, als sie sich das selbst vorstellen könnte.“

CDU: Ist zur Merkel Union geworden. Mutti befiehlt und alle folgen. Konservativ war gestern. Heute sind sie linker als die SPD. Klar ist das Absicht, aber mit Merkels dogmatischer Haltung, wird sie auf Dauer scheitern. Leider ziehen sie uns bis dahin mit in den Abgrund.

Die GRÜNEN: Die vermutlich größte Enttäuschung seit Jahren. Wenn dort die Realos übernehmen, wenn Künast, Roth, Peter, Göring-Eckhardt und einige andere verschwinden, wenn sie endlich wieder vernünftige Ideen haben, dann kann man die erneut auf Bundesebene wählen. Lokal geht das zum Teil noch.

Die LINKE: Hat mit Frau Wagenknecht und Herrn Gysi genau zwei Leute, die Dinge klar beim Namen nennen. Ansonsten ist die Partei irgendwie seltsam und wird den SED-Geruch in diesem Leben nicht mehr los. Bewusst habe ich Herrn Lafontaine ausgeklammert. Der gehört eigentlich in die SPD. Da hätte er bleiben sollen und Schröder stürzen.

AfD: Zu neu, zu unerfahren, mit teilweise den falschen Leuten im Kader. Auf dem Papier gute Ansätze, aber auch realitätsfern. Wie ich schon sagte, ich stehe der Partei sehr kritisch gegenüber. Aber ich verteufele sie nicht, wie das pseudolinke Schnappatmer gern tun. Es ist wichtig auch mit dieser Partei zu reden. Das ist Demokratie.“

Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich als Selbstständige mit wirklich Liberalen mehr anfangen könnte, als mit allen heutigen Parteien. Als LGBT-Aktivistin und Feministin wären mir die GRÜNEN lieber, aber leider in der Summe nicht mehr.

Sogar mit rein marxistischen Ideen kann ich mich zum Teil anfreunden. Weniger mit diesem Staatsterror, auch Kommunismus genannt. Wen ich wähle, wird sich noch zeigen. Vielleicht vermeide ich das und geben meinen deutschen Pass zurück.“

Karin: (Fassungslos, als Mayumi diese Worte sagt.) „Das meinst du jetzt wirklich? Du willst die deutsche Staatsbürgerschaft ablegen?“

Mayumi: „Ja. Wir haben darüber nachgedacht. Seit 2015 haben wir wieder gültige japanische Pässe. Damit können wir nach Japan, aber auch in die USA.“

Karin: (kommen die Tränen) …

Yuki: „Du bist mal wieder unmöglich, jetzt heult Karin wegen dir! Wir wollten ihr das doch schonend sagen.“

Mayumi: „Was nichts am Ergebnis geändert hätte.“

Karin: (Beruhigt sich wieder und holt tief Luft.) „Du wirkst immer so kalt und kontrolliert. Warum bist du so?“

Mayumi: „Glaubst du das wirklich? Schau, jeder Mensch hat Gefühle. Ich habe meine nur besser im Griff.“

Yuki: „Ich bewundere dich dafür. Gegen dich bin ich die reinste Heulsuse!“

Karin: (Schüttelt vehement den Kopf.) „Ihr habt beide eine Selbstdisziplin, die mir immer fremd bleiben wird.“

Mayumi: „Sollen wir dich mit nach Japan nehmen?“

Mitgenommen habe ich (Karin) etwas von Yumis Ausstrahlung und Energie. Wer sie als Freundin hat, braucht keine Feinde mehr. Den Satz habe ich mir lachend erkämpft. Vielen Dank fürs lesen und bis zum nächsten Mal, sagen Karin, Yuki und das Biest.


Elfe und Biest machen einige Tage Pause und besuchen das Dinah Shore Event. Kommentare kann und werde ich erst wieder nächste Woche freischalten.

Lichter der Großstadt – Teil 5: Jane got a Gun

Fun Fan (Fan)

Wang Yifan, die jeder nur Fan Fan nennt, ist ein kleiner Wirbelwind. Feng zuliebe hat sie Tai Chi gelernt und ist darin schon recht gut. Aber was für Feng Leidenschaft ist sieht bei ihr (nach)lässig aus. Wir treffen Fan Fan im zweiten Training und verstehen uns sofort.

Mein Talent mit (neuen) Menschen umzugehen, hat mir auch bei diesem Paar geholfen. Vielleicht lag es auch nur daran, dass wir alle Asiaten sind. Zwischen jungen Japanern und Chinesen gibt es kaum Vorurteile. Zumindest soweit es mich betrifft.

„Weißt du wie verrückt es ist, dass man in China verschiedene Sprachen spricht?“, sagt Fan Fan nach dem Training. Wir müssten uns schriftlich (Kanji) verständigen, wenn ich Feng nicht in Los Angeles sondern in Hongkong getroffen hätte und er kein Englisch könnte!“

Ich nicke. Auf diese Weise haben sich früher auch Japaner und Chinesen unterhalten. Und das machen sie heute noch. Zwar haben sich die Kanji in beiden Ländern verändert, aber dafür gibt es DolmetscherInnen. Und schon ist alles gut.

Heimat

Fan Fan stammt ursprünglich aus Hongkong und zieht Feng als „Beutechinesen“ auf. „Der kann nicht mal kantonesich!“, hat sie sich im Spaß empört. Ihr britischer Akzent ist lustig, den hat sie in Hongkong gelernt.

Wir erklären der staunenden Ally, was einzelne Zeichen im jeweils anderen Land bedeuten, was für Lachanfälle und Heiterkeit sorgt. „Asien“, sagt sie, „fand ich neben Deutschland schon immer interessant.“ „Okay“, sage ich, „wann fliegen wir?“

Spontan lade ich sie und Heather ein, uns im Sommer in Fukuoka zu besuchen, was für strahlende Gesichter sorgt. Nur das leidige Thema Geld verhindert ihren Plan für den Moment.

„Deutschland würde ich auch gern besuchen“, sagt Feng. „Berlin soll toll sein! Und dieses Hofbräuhaus in München!“ „Der mag Bier!“, empört sich Fan Fan, „dabei verträgt er absolut nichts!

Erzähl doch mal, wie ich dich nach Hause bringen musste, als du zu viel davon getrunken hast.“ Fengs ganzes Gesicht verwandelt sich in Lachen. Der Mann hat einen riesigen Humor. Und er liebt Fan Fan, das ist klar zu sehen.

„Vermisst ihr eure Heimat?“, will Fan Fan wissen und hält sich erschrocken die Hand vor den Mund. Ich habe verstanden. Die Frage ist, wo unsere Heimat ist. Ich schaue Yuki an und sie nickt zögernd. „Schon“, sagt sie. „Aber ich finde es auch toll in den USA zu sein.“

„Ich bin dort zu Hause, wo Yuki ist“, ist meine Antwort. „Vielleicht kommen wir permanent nach Amerika, vielleicht gehen wir zurück. Und Japan ist auch eine Option. Aber wirklich nur im Notfall. Ich bin zu sehr im Westen sozialisiert.“

Fan Fan und Feng nicken synchron. „Das geht uns beiden auch so“, sagt sie. „Außerdem leben in unserer Heimat zu viele Chinesen“, ergänzt Feng und grinst dabei. Humor der besonderen Art.

Wir sprechen über seine Sorgen, von seinen SchülerInnen leben kann er leider nicht. Es ist kein jammern, er erzählt es ganz gelassen. „In spätestens sechs Monaten ist der Laden dicht.“

Kanji vs. Hanzi

„Ich habe mal vor einer Weile versucht einen japanischen Text zu lesen“, erzählt uns Fan Fan. „Einige Hanzi konnte ich erkennen, aber diese anderen Symbole nicht. Wie ist das bei euch, könnt ihr chinesische Texte verstehen?“

„Wir nennen die Symbole Kanji“, erwidere ich. Die anderen Schriften sind Hiragana und Katakana. Auch wir verstehen nur einen Teil komplexer Texte. Das hat einen besonderen Grund.

Japan benutzt noch die Langzeichen und hat eine Reform gemacht, mit der die Volksrepublik China nicht einverstanden war. Die hat dann die Kurzzeichen eingeführt und wir dürfen nun raten. Das funktioniert zwar, aber dann gibt es wieder die unterschiedlichen Bedeutungen.“

Fan Fan schmunzelt und nickt, als Elfchen das Wort ergreift. „Wir könnten uns zwar Briefe schreiben und sinngemäß die meisten Formulierungen verstehen. Aber eben wirklich nur fast! Missverständnisse inklusive.“

Ich kenne einige der Unterschiede und male sie auf einen Block. Vor allem Feng lacht schallend, als ich das Kanji für Toilettenpapier schreibe, das in Japan Brief bedeutet. Prompt nenne ich ihn „Baka.“ Er kennt das Wort und lacht noch mehr.

The new Deal

Einige Tage vergehen, das Leben plätschert seicht. Die USA warten auf Trump und ich auf Merkels Fenstersturz. Aber während „El Presidente“ bald auftrumpfen darf, wird der Abgang Merkels noch dauern.

Ein kleines Highlight reißt uns aus der Routine von Firmenberatung und Übersetzungen. Allys Dad, der Oberstleutnant, hat eingeladen, die Base hat einen Tag der offenen Tür. Es ist Samstag, Ally und Heather sind dabei und unsere neuen Freunde Feng und Fan Fan.

Überall wimmelt es von Uniformen und Rangabzeichen, die ich bisher nur aus Filmen kannte. Stolz werden uns Ausrüstung und Fahrzeuge gezeigt. Die Sporthalle weckt mehr mein Interesse.

Eine blonde Frau, die mich locker um zwei Köpfe überragt, wirbelt einen jungen Mann über die Matte. Der arme Kerl versucht alles, aber ich erkenne eine Judoka. Feng darf gegen einen Sergeant antreten, der gut ist, aber keine Chance hat. Allys Dad schaut zu und nickt immer wieder anerkennend.

„Jetzt sehen Sie unser Problem“, sagt er zu Feng. „Es fehlt ein guter Trainer!“ Er überlegt kurz und spricht dann mit der Blonden, die er uns als Major Nancy Obermeier vorstellt. „Ja“, sagt sie und lacht, „ich habe deutsches Blut in mir. Leider kann ich nur wenige Worte sprechen.“

Zwei Soldaten  machen Sparring, was einfach nur fürchterlich schlecht aussieht. Nancy bemerkt meinen Blick und seufzt. „Können Sie Karate?“ „Etwas“, erwidere ich. Darf ich?“ Ich korrigiere den Stand der Männer und zeige, was falsch an ihrer Deckung ist.

Nancy nickt. „Sie sind eine Sensei, stimmts?“ „Ja“, sage ich. „Karate liegt mir im Blut.“ Wir sprechen über ihren und meinen Werdegang. Dann muss ich ihr die Unterschiede zwischen Aikido und der alten Form zeigen. „Wow!“, sagt sie. „Das habe ich nicht gewusst.“ Dafür weiß ich längst mehr. Die Frau ist eine Schwester.

„Grob gesagt wird der „Gegner“ im Aikido weich geführt“, erkläre ich. „Es gibt weit ausholende Bewegungen. Im Aikijujutsu ist die Bewegung kurz und hart, was im Ernstfall einen Gegner (für immer) ausschalten wird.“ Yuki und ich machen es vor und Elfchen darf nun auch mich zu Boden werfen. Sanft natürlich, was habt ihr denn nun gedacht!

Achtung Baby!

Später erfahren wir, dass Allys Dad Feng als Trainer anheuern will. Zwar gibt es noch einiges zu klären, aber der Deal ist per Handschlag schon perfekt. Feng wird die Soldaten einige Stunden pro Woche unterrichten. Das bringt Geld und hilft ihm weiter. „Super!“, freut er sich. „Jetzt kann mein kleiner Club weiter bestehen.“

Oberstleutnant John muss noch zu einem anderen Termin, aber Nancy führt uns weiter. Auf dem Schießstand angekommen leuchten Allys Augen auf. „Dad hat mich schon als Mädchen mitgenommen“, erzählt sie uns. „Ich habe sogar eine eigene Pistole.“

„Ob ich das bitte versuchen darf?“, meldet sich überraschend Fan Fan. „Was ist mit euch? Macht ihr mit?“ „Man soll Gegner genau studieren“, erwidere ich und muss an die Abwehrtechniken gegen Waffen denken. „Erklärt mir wer, was zu beachten ist?“

Sergeant Brenda, eine resolute Frau, der die Butch auf der Stirn geschrieben steht, erklärt uns die Regeln und weist uns ein. Mir verpasst sie eine Glock, die ich anerkennend trage. Nun habe ich eine Menge Talente, Schießen gehört (noch) nicht dazu.

Zwar knallt es toll, aber die Scheibe zeigt keine Löcher. Was habe ich falsch gemacht? Brenda kümmert sich mütterlich um mich und erklärt mir Kimme und Korn. „So halten und dann eine Linie bilden lassen, Druck am Abzug verstärken und PENG!“

Immerhin treffe ich im zweiten Durchgang die Scheibe. Ally macht mir vor, wie es wirklich geht. Und Fan Fan ist auch besser als ich. „And the Winner is China!“, verkündet sie und wir müssen alle lachen. Dann gibt sie zu, dass sie schon früher geschossen hat. Feng und Yuki passen, sie schauen lieber zu.

Trotz Ohrschützern dröhnt mir der Kopf, als Brenda eine .44 Magnum schießt. „Desert Eagle“, sagt sie stolz. „Das ist Baby Jane.“ Mir fallen Nancys Blicke auf, die kaum die Augen von Brenda lassen kann.

Ich weiß, wenn ich zwei Liebende sehe. Und die beiden sind definitiv ein Paar. Nancy hat meinen Blick bemerkt. Als ich auffordernd nicke macht sie einen Schritt auf Brenda zu und umarmt sie kurz. „Sie ist mein Baby“, sagt sie leise. Alles klar?“

Don’t ask, don’t tell

„Bis vor einigen Jahren war Homosexualität bei den amerikanischen Streitkräften geächtet“, erklärt Brenda. „Wer sich öffentlich machte, musste mit Konsequenzen rechnen. Don’t ask, don’t tell, war viele Jahre die Devise.

„Wir kennen uns schon lange“, erzählt Nancy. „Brenda war meine Ausbilderin.“ „Und sie die schlechteste Schülerin“, ergänzt Brenda und lacht verschmitzt. „Nein, natürlich war sie gut! Ich habe mich irgendwie gleich in sie verliebt, aber das durfte niemand wissen.“

Brenda ist mit ihren vierzig Jahren sechs Jahre älter als Nancy. Die beiden sind seit 2010 offiziell ein Paar, getroffen haben sie sich schon früher. Und geheiratet haben sie auch. „Ich bin im dritten Monat“, gesteht uns Nancy.

Ein Freund der beiden ist der Vater, künstliche Befruchtung hat das Wunder möglich gemacht. Nancys Augen leuchten. Wenn es um Kinder geht sind alle Frauen gleich. Die Waffen sind längst vergessen und der arme Feng ist abgemeldet. Bis Fan Fan ein Einsehen hat und ihn liebevoll küsst.

Auch ich habe ein Einsehen und beende für heute diesen Artikel. Im nächsten Teil beleuchte ich die dunkle Seite der USA, die viel zu oft aus Drogen und Gewalt besteht.

Japan, deine Frauen!

Hartnäckig hält sich bei Europäern das Gerücht, dass japanische Frauen willige Mäuschen sind und leicht zu haben. Vermutlich ist daran die Pornoindustrie schuld, die gern piepsende Mädels zeigt, die sich fesseln und begatten lassen. Unabhängig von der geschmacklosen Darstellung solcher Werke, sind sie so dumm wie falsch.

Wie sind nun Japans Frauen wirklich, was ist das Geheimnis ihrer Faszination? Ich nehme meine Frau als Beispiel, die viel japanischer in ihrem Wesen ist, als ich es vermutlich jemals werde. Wer aber nun glaubt, dass dieses elfenhafte Wesen lediglich (m)eine Gespielin ist, der liegt so was von daneben!

Yuki hat ihren Master in Germanistik gemacht und kann perfekt Japanisch ins Deutsche übersetzen. Umgekehrt ebenso und das macht sie auch zur Zeit. Zwar sanft in ihrem Wesen, weiß sie genau was sie will. Mich natürlich, aber das nur nebenbei. Sonst wird sie (gespielt) böse und ich muss mir selbst das Essen kochen.

Apropos kochen, das kann sie wirklich gut. Und obwohl ich ebenso gern in der Küche werke, ist und bleibt diese ihr Revier. Da haben wir eine fast schon klassische Verteilung der Rollen. Zwar lässt sie mich kochen und steht dann helfend mit dabei. Liebe geht bei uns auch durch den Magen.

In Japan herrscht leider noch das Patriarchat. Politik ist und bleibt dort reine Männersache. Die wenigen Ausnahmen bleiben blass und haben kaum Einfluss auf Entscheidungen. Auch die großen Konzerne werden meist von Männern geleitet. Frau findet sich vielleicht im unteren Management.

Daher war es schon fast ein Affront, als mein Vater mich vor einem Jahr zu einem Geschäftsabschluss schickte, den ich bekanntlich gut gemeistert habe. Auch Japans Männer werden umdenken müssen. Was dauern wird, wie alles in diesem Land.

Japans Frauen streben langsam aber sicher zu mehr Unabhängigkeit und gehen selbstbewusst durchs Leben. Die Zeiten sind vorbei, als Frau nach der Schule heiratete und Kinder bekam. Immer mehr Japanerinnen studieren. Von Heirat reden sie später. Auch das ein japanisches Problem.

Berufstätige Frauen sind oft Singles und kinderlos, was die Politik mit Besorgnis sieht. Die Japaner werden immer älter und der Nachwuchs fehlt. Tradition und Moderne beißen sich hier erneut. Frau soll über sich selbst bestimmen, aber dann bekommt sie keine Kinder mehr.

Ein Trend der nachdenklich macht, kann bei der älteren Generation beobachtet werden. Immer mehr Japanerinnen lassen sich scheiden, wenn der Ehemann in Pension geht. Warum ist einfach zu erklären, wenn man die japanischen Sitten kennt.

Die Geschlechter leben ein mehr oder weniger eigenes Leben. Der Mann verlässt früh das Haus und kommt erst spät am Abend zurück. Die Frau lebt mit Kindern und hat ein ganz eigenes, soziales Netz. Das aus anderen Frauen besteht. Männer passen da nicht herein.

Die Ehe kann auf diese Weise zur reinen Zweckgemeinschaft verkommen. Was soll Frau mit einem Mann anfangen, der ihr nach der Pensionierung nur noch auf die Nerven geht. Mann hingegen sucht sich sein Vergnügen oft außer Haus. Beim Karaoke mit Kollegen und vielleicht einer sogenannten Nichte.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Japans Männer auf den Schulmädchen Look stehen. Natürlich sind es keine Teenager, die weiß bestrumpft und kurz berockt vor Männern stehen. Selbst mit über dreißig Jahren, tragen Japanerinnen noch diesen Look.

Sie wissen genau, wie sie Mann um den Finger wickeln und ein sorgenfreies Leben haben können. Von Liebe reden wir später. Auch das ist Japan, auch das sind Japans starke Frauen. Diese kleinen Persönchen, die so engelsgleich durchs Leben gehen, sollte kein Mann jemals unterschätzen.

JapanerInnen tragen Masken zur Schau, das ist die Realität. Die willige Gespielin ist meist auch eiskalte Geschäftsfrau, die ein neues Auto braucht. Oder eine größere Wohnung. Liebe als Geschäft, hat nicht nur in Japan Tradition. Das gilt für ganz Asien. Ist Mann nun enttäuscht?

Japans Frauen haben einen eiseren Willen. Ich weiß das sehr gut. Meine Frau sitzt neben mir. Und bekommt immer was sie will. Mich, aber das habt ihr bestimmt gewusst. Und in Japan haben sie auch die Hosen an. Sie zeigen es nur nicht. Was vielleicht die Frage aufkommen lässt, wer bei uns das sagen hat. Ich natürlich, was habt ihr denn nun gedacht?

Die unmündigen Zwillinge

In meiner Eigenschaft als Televisionärin, habe ich mir das Fernsehen vorgeknöpft. Bewaffnet mit Fernbedienung und Handy, habe ich trendig durch die Kanäle gezappt. Nun bin ich voll im BILDe und ihr seit das bald auch.

Der Tag der deutschen Einheit ist Geschichte und „das Pack“ hat in Dresden protestiert. Der Claudia hat das nicht sonderlich gefallen. Sie schimpft und geifert wieder wirr. Aber das kennt man schon von dieser Dame. Mehr braucht es nicht um GRÜN zu sein.

Der Bruno, das war früher mal ein Netter, den aber heute keiner mehr sehen will. Daher wird er nun von linken Staatsfunk eingeladen, um über das Volk als Problem zu wettern. Dem Markus gefällt das. Vor allem gefällt er sich selbst. Daher bricht er auch immer (s)eine Lanze. Die Wahrheit bleibt dabei außen vor.

Nach der Meinung diverser Experten steht nun also fest, der Deutsche kann keine Demokratie. Erst die Alliierten haben sie Deutschland als „Geschenk“ gebracht. Zwar haben die Weimar vergessen, das macht aber nix. Kann ja jedem LINKEN mal passieren.

Der Deutsche, der ist nämlich immer noch ein „später Nazi“, wenn man diversen Medien Glauben schenken soll. Das liegt daran, dass er nie erwachsen wird. Seit vielen Jahren wird er von Mutti drangsaliregiert. Das hat totale Tradition im deutschen Land und kommt niemals aus der Mode.

Mode sind auch Muttis grünrotschwarze Jäckchen, die ihren Zeitgeist karikieren. Bisher konnte sie geschickt verbergen, dass der marxistisch-leninistisch ist. So ist das eben als Kind des Kaders. Aber das hat nur Mielke gewusst.

Mutti hat zwei Kinder, die zum Problem geworden sind. Sie heißen Wessi und Ossi und sind eigentlich Zwillinge von Geburt. Aber der Wessi ist fett geworden und irgendwie lethargisch. Zumindest wenn es um politische Fragen geht.

Sein Ossi Bruder ist anders. Der geht Montags auf die Straße und spielt bei der Willkommenskultur nicht mit. Mutti hat das irritiert. Weiß sie doch was gut für ihre Kinder ist. Also hat sie eine Doktrin erlassen und „Wir schaffen das!“, gesagt.

Und damit ihre Doktrin auch eingehalten wird, hat sie den Heiko und den Thomas eingesetzt. Die maßregeln alles von innen nach außen und zensieren gleich noch mit. Wessi hat fleißig genickt und ist zur Arbeit gegangen. Um brav seine Steuern zu bezahlen, die unsere Andrea dann verprasst.

Die Andrea, das ist nämlich eine Gute! Die will, dass Muttis Kinder länger malochen und noch mehr Steuern abdrücken. Damit die Rentenformel weiter stimmt und wir Muttis uneheliche Kinder finanzieren. Davon hat sie nämlich eine Menge, was sie bisher verheimlicht hat.

Wessi zahlt brav für deren neue Kleider, bis er selbst bald nichts mehr hat. Dem Ossi hat das nicht gefallen und er hat den Mund weit aufgemacht. Aus Angst, er könne seinen trägen Bruder auch verderben, wird er (weg)gezüchtigt. Mutti schafft auch das.

Ich schaffe an dieser Stelle den Kunstgriff von der Satire zur Realität und möchte mit zwei Zitaten von Theodor W. Adorno enden über die jeder selbst nachdenken kann.

Kritik ist aller Demokratie wesentlich. Nicht nur verlangt Demokratie Freiheit zur Kritik und bedarf kritischer Impulse. Sie wird durch Kritik geradezu definiert …

Mit der Voraussetzung von Demokratie, Mündigkeit, gehört Kritik zusammen. Mündig ist der, der für sich selbst spricht, weil er für sich selbst gedacht hat und nicht bloß nachredet; der nicht bevormundet wird.

Das erweist sich aber in der Kraft zum Widerstand gegen vorgegebene Meinungen und, in eins damit, auch gegen nun einmal vorhandene Institutionen, gegen alles bloß Gesetzte, das mit seinem Dasein sich rechtfertigt.