Die Narren sind los – Zwischen Karneval und Fasching

Wer in Düsseldorf oder Köln das Wort „Fasching“ auszusprechen wagt, wird sofort mit schiefen Blicken bedacht. Ich mache mir seit Jahren einen Spaß daraus und habe stets über die (gespielte) Aufregung gelacht.

2017 hatten wir weder Fasching noch Karneval auf dem Plan, eigentlich sollten wir noch in Los Angeles sein. Aber Wolfs Hilferuf und die Krise der Tuningschmiede, hat uns über Schweden zurück nach Deutschland gebracht.

In den letzten Tagen habe ich Düsseldorf unsicher gemacht und alte Freundinnen besucht. Natürlich auch meine Eltern, wo glaubt ihr wohnten wir? Meine Mutter hat sich riesig gefreut uns zu sehen und auch mein Vater war begeistert. Zumindest kann man sein Lächeln so deuten.

Vier Farben Schwarz

Er hat eine Überraschung für mich, die mir fast die Sprache verschlägt. Und ganz (un)typisch Mayumi habe ich ihn dafür umarmt. „Die Wartezeit für den 4. Dan im Karate ist für dich von 4 auf 3 Jahre verkürzt worden“, so die Nachricht. Nun werde ich üben müssen. Die Prüfung selbst ist kein Problem.

„Wir haben eine Wohnung für euch gefunden“, erklärt mir der liebenswerte Patriarch und schon regt sich Widerspruch bei mir. Ein Blick in Yukis strahlendes Gesicht lässt mich wieder lächeln. „Das sehen wir noch“, erwidere ich sanft. „Aber wehe du fragst wann es endlich Enkel gibt, dann werden wir in Holland  wohnen! Du hast doch kein Problem damit.“

Ich liebe diese kleinen Streitigkeiten und bin vermutlich die einzige Person, die meinen Vater jemals schallend lachen hörte. So ist es beschlossen und verkündet, dass Stuttgart vorerst kein Thema mehr sein wird.

Zwar fällt uns der Abschied schwer, aber jede Veränderung bietet auch positive Effekte. Nur den Fasching (!) werden wir dieses Jahr wieder im Süden verbringen. Schauen wir mal, was dort so geht.

Die Narren sind los

Aber während die Narren nur eine kurze Saison für ihren Auftritt haben, sieht das bei PolitikerInnen ganz anders aus. Deren Narreteien erleben wir das ganze Jahr.

Da wird ein Spesenbetrüger Kanzlerkandidat und verbreitet linken Nebel, der weder Substanz noch irgendeine Zukunft hat. Schulz, der Merkels Politik voll unterstützt, ist für mich der größte Clown von allen. Aber viele Deutsche kapieren das mal wieder nicht. Schulz hat vielleicht noch mehr Dreck am Stecken, als der GRÜNE Özdemir.

Schulz erhielt als Parlamentspräsident ganz automatisch ein Tagegeld von 304 Euro und zwar an 365 Tagen im Jahr. Darauf von einem Reporter angesprochen, hat Schulz „Nein“ gesagt. Dumm nur, dass der SWR die Beweise für jene 110.960 Euro hat, die Schulz steuerfrei bekam. Wofür stand der Mann noch gleich?

Aber mit der Wahlpropaganda „Wir räumen die Agenda 2010 nun endlich auf“, wird er die GEZ-Verdummten blenden. Die, das wissen wir, sehnen sich nach einem Regierungswechsel. Und Angela, die Unbeliebte, muss bekanntlich weg.

Büttenreden und eine Wahl

Vielleicht schafft Schulz das Wunder und schickt die Frau in Rente. Rot-Rot-Grün schafft dann Deutschland endgültig ab und wir werden Zone D im EU-Bundesstaat. Aber bis zu diesem Punkt schiebt der heilige Thomas noch schnell einige Afghanen ab, um Platz für gut ausgebildete Spitzenkräfte aus Absurdistan zu schaffen.

Was wie eine Büttenrede klingt ist kein Hirngespinst. Anders als für die Narren, ist am Aschermittwoch in der Politik noch lange nicht Schluss. Deutschlands Erwachen wird nach der nächsten Bundestagswahl kommen. Den Eliten ist egal, ob ein vermerkelter Schulz nun Kanzler wird oder Mutti uns weiter regiert. Sie haben die Notfall Koffer längst gepackt.

Gepackt hat mich nun der närrische Virus, was eine Woche Pause vom Blog bedeuten wird. Vielleicht kommentiere ich ab und zu, aber dies wird bis zum Aschermittwoch mein vorerst letzter Beitrag sein.

Ob Narren oder Jecken nun Karneval, Fastnacht oder Fasching sagen oder ob nun Alaaf oder einfach nur Helau der Ausruf ist, wünschen dürft ihr alle euch ein nächstes Thema, das 1. Die nackte Dyke oder 2. Spätzle im Spitzenhöschen ist.

In diesem Sinn Alaaf und Helau von einer närrischen Mayumi!

Narrenschiff Deutschland

Die „tollen Tage“ sind vorbei, es ist Normalität im Land eingekehrt. Moment bitte, Normalität? Gut, die Pappnasen liegen zu Hause, aber einige sind noch immer aktiv. Menschen, die Köln als Mythos verleugnen und närrische Schönrednerei betreiben.

Und was ist nicht alles gesagt worden! Selbst Feministinnen haben sich erklärt und den Fokus sofort auf die deutschen Männer gerichtet und wie die mit Gewalt umgehen. Ja, das machen sie. Aber in Köln haben andere gegrabscht.

Das Geschehen in Köln sei ein symbolisches „Gespräch“ unter Männern gewesen, schreiben Dagmar Dehmer und Andrea Dernbach im Tagespiegel. [LINK] Vor allem ältere weiße Männer hätten darauf mit der Urangst reagiert, dass ihnen potente, junge, wilde Fremde, die Frauen wegnähmen. Mit der Aussage „Fremdenfeindliche Frauen hätten in Köln mit falschen Anzeigen reagiert verhöhnen sie die Opfer der Silvesternacht.

Normalerweise ist Frau Dehmer zuständig für die Umweltberichterstattung, besondere Schwerpunkte sind der Klimawandel und die Energiewende. Sie berichtet außerdem über entwicklungspolitische Themen und über Afrika, speziell Ostafrika und Nigeria. (Quelle Tagesspiegel) Wer aber Afrika kennt, der sollte nicht solche Lügen verbreiten. Aber vielleicht haben Umwelteinflüsse ihre Wahrnehmung getrübt. Das kann schon mal passieren.

Andrea Dernbach ist ein anderes Kaliber. Immerhin schreibt sie über Migration, Minderheiten, Bürgerrechte und Geschlechterpolitik. Vermutlich aus einer recht distanzierten Sicht. Oder sie denkt mit dem Schwanz, wie Henryk M. Broder formulierte. Hat der Mann vielleicht recht?

Natürlich versuchen zur Zeit alle politischen Lager, Köln für eigene Zwecke auszunutzen. Und mir graut bei dem Gedanken, die AfD in den Parlamenten zu sehen. Das Prekäre daran: die AfD ist zur Zeit die einzige Opposition gegenüber einer Politik, die immer verlogener und verworrener wird. Aber da wären ja noch „Die Linken“, die Nachfolgepartei der SED. Und in einer fernen Vergangenheit, hat es eine FDP gegeben. Und „Die Grünen“ sind auch nur noch angepasst.

Dieses Schöngerede, dieses abwiegeln, hat System. Der Öffentlichkeit werden nun verstärkt sportliche Ereignisse präsentiert, die den Blick von den offenen Grenzen lenken. Und wirksam zum Auftakt des Karnevals, hat die Polizei (mutmaßliche) islamische Terroristen entdeckt. Wie naiv muss man sein, um nicht die Absicht hinter solchen Aktionen zu sehen.

Wie tief gespalten unsere Gesellschaft ist, wie vergiftet das Gedankengut, zeigt das Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken im Deutschlandfunk. Auf die Frage, ob die Silvesternacht Deutschland verändert habe, antworte Frau Vinken mit folgendem Satz: „Nicht insofern, als es tatsächlich zu mehr Gewalt oder zu einer anderen Form von Gewalt kam und diese schon gar nicht von Flüchtlingen ausging.“ Und da fasse ich mir an den Kopf.

Natürlich hat nun keine Million Flüchtlinge Straftaten begangen. Aber die Marokkaner, Tunesier, Algerier vor Ort! Vierzig Täter hat die Polizei bisher ermittelt. Und auch wenn abgewiegelt wird, nur jeder Vierte habe einen Asylantrag gestellt, woher bitte stammt der Rest? Die wenigsten sind Deutsche, oder werden es. Warum sie noch hier sind? Ihre Heimatländer verweigern die Aufnahme ihrer abgeschobenen Staatsbürger aus Deutschland. Da frage ich mich warum.

Mehr als tausend Anzeigen liegen der Kölner Polizei nun vor. Dabei werden all die anderen Städte gern verschwiegen. Und die jeden Tag stattfindenden Übergriffe. Frau Vinken sieht das etwas anders. Sie spricht von einem Angstszenario, einem Mythos. „Unsere deutschen, milchweißen Frauen und fremde, dunkle Männer.“ Frau Vinken geht dann noch einen Schritt weiter und fühlt sich an den Raub der Sabinerinnen erinnert, der dazu führen solle „dass der Hass durch das Land brause und die Fremden vertrieben werden.“

Der Raub der Sabinerinnen war Fiktion. Köln war echt. Das hat Frau Vinken vergessen. Ich weiß nicht wie und wo diese Frauen leben. Aber sie leben nicht in meiner Welt. Und auch nicht in der Welt von Freundinnen aus Afrika und anderen Ländern, die mindestens so schockiert über Köln wie wir alle sind. Diese Frauen kannten die Gefahr. Ein Grund, warum sie aus ihrer alten Heimat flohen. Warum fragt man diese Menschen nicht?

Bundespräsident Gauck und nun auch unsere Kanzlerin machen erste Versuche eine Katastrophe abzuwenden, die Merkels Willkommenskultur angerichtet hat. Aber was bringen Worte, wenn selbst Politiker uneinig sind und SPD-Minister beim Asylgesetz nicht richtig lesen. Und mit welchem Recht hat Frau Merkel unsere Grenzen geöffnet und uns zur Lachnummer der restlichen Welt gemacht?

Der Journalist Reinhard Müller bringt es in seinem Kommentar in der FAZ auf den Punkt. Zwar habe jeder Mensch seine unveräußerlichen Rechte, die er in einem fairen Verfahren durchsetzen können müsse. Aber er müsse ein Asylverfahren nicht unbedingt in Deutschland durchlaufen und habe weder nach deutschem noch nach Europa- oder Völkerrecht einen Anspruch darauf, nach Deutschland zu kommen, oder in irgendein anderes bestimmtes Land.

Frau Merkel hat genau das vergessen. Ein klarer Rechtsbruch sagen Experten, der ihr nun eine Verfassungsklage beschert. Ausgearbeitet hat sie der Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider, der aber vermutlich damit scheitern wird. Kann ja nicht sein, dass sich eine deutsche Kanzlerin (ver)irrt! Aber irgendwer sollte diese Frau stoppen und ihre wirren Ideen. Deutsche Polizei nun an den Bosporus? Geht’s noch Frau Merkel?

Für eine befreundete japanische Familie, hat die momentane Lage alles geändert. Sie denken laut über eine Rückkehr nach Japan nach. Und das nach fast fünfzehn Jahren in Deutschland. Panik, völlig überzogen, lieber in Ruhe warten, was wann und wo passiert? Nein, nur ihre Sicht der Dinge als JapanerInnen. Denn Fremdenhass macht auch vor Klein Tokio in Düsseldorf nicht halt. Als Fremde in Deutschland darf ich dann nach allen Seiten schauen, hat mir die Frau gesagt. Da wähle sie lieber Osaka.

Aber vielleicht besinnt sich Deutschland und auch die Politik, bevor es zum offenen Bürgerkrieg kommt. Der übrigens schon lange im Szenario ausgearbeitet ist. Ebenso wie mögliche Terrorakte und die Einsatzpläne der Polizei. Das ist Deutschland, liebe LeserInnen. Ein Narrenschiff, das sich selbst versenkt.

Selbst versenkt, haben sich auch Düsseldorf und Mainz. Dort hatte man die Umzüge abgesagt. Angeblich wegen dem Wetter. Aber war das der wirkliche Grund? Nun kann ich nur über Düsseldorf berichten. Ein dunkler Himmel und einige Böen waren die einzig große Gefahr. Und meine gespielt finstere Miene, als wir zum Zuch nach Kölle gefahren sind, um richtig Spaß zu haben. Was haben wir gelacht!

Und damit zieht das Düsseldorfer Mädchen, Mayumi I., ab aus der Bütt und beendet die festliche Rede. Denn heute, am Aschermittwoch, ist alles vorbei. Und die wahren Narren servieren uns wieder Lügenbrei. Darauf ein dreifach donnerndes Alaaf und Helau!

Närrisch

Es ist beschlossen und hiermit verkündet, dass ihre Biestigkeit Mayumi I. samt Prinzessin Yuki und weiteren Hofdamen, den Kölner Karneval besuchen wird. Als Teenager war ich ein größerer Fan von solchen tollen Tagen. Heute meide ich diesen Trubel gern. Frau wird weise. Nur leise, werde ich nie.

Aber Köln hat für uns zentrale Bedeutung. Wir Frauen zeigen Präsenz und lassen uns von Grapschern nicht erschrecken. Und egal ob Minirock oder neckische Bluse, unser Körper ist allein unser Revier! Klare Ansage an diverse Narren, die in Frauen nur Huren sehen, wer uns anfasst hat ein Problem!

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat klare Worte gefunden. „Es ist wichtig, dass wir jetzt keine Debatte darüber anstoßen, ob Frauen ihr Verhalten ändern müssen, sondern die Männer, die übergriffig werden, müssen ihr Verhalten ändern und vor allem zur Rechenschaft gezogen werden“, hat sie gesagt.

„Die Zeiten, wo wir Frauen uns nicht frei bewegen dürfen, wo wir Frauen keine Miniröcke tragen sollen, die sind vorbei“, kam auch von ihr. Das klingt besser, als Frau Rekers Blödsinn, „Fremde auf Armlänge entfernt zu halten.“ Gut gemeint, aber naiv. Von Gewalt hat die Frau wenig Ahnung, obwohl sie schon selbst Opfer war.

Ob und wie ich mich verkleide wollt ihr wissen? Elfchen lacht frech und sagt „Als Miss Köln!“ Nun musste ich diesen Artikel wirklich unterbrechen und meiner Süßen die Leviten lesen. Also so ein bisschen, na ja fast. Weil eine Düsseldorferin bekanntlich keine Miss Köln sein kann. Das geht mal so überhaupt und niemals nicht!

In Wirklichkeit hat sie mich mit Küssen bestochen und noch Schokolade draufgelegt. Elfenglück. Liebe, die ich meine. Aber zurück zu den Kostümen. Falls wer eine Catwoman sieht, die von Batgirl begleitet wird, habt ihr eine Idee, was und wer wir sind. Und der Rest der Truppe ist auch sehr bunt.

Dieser Blog wird also bis zum Aschermittwoch Pause haben. Dann werde ich wieder berichten. Kölle wir kommen! Alaaf und Helau!

Maskenball des Lebens

Die Zeit der Narren ist vorbei, der graue Alltag hat uns wieder. Die Masken werden gut verstaut und gegen das normale Gesicht getauscht. Die oft aufgesetzte Fröhlichkeit weicht bitterernster Mine. Auffällig für mich ist, wie wenig Humor Narren oft im normalen Leben haben.

Die Miesepetrigkeit ist zurück, wenn der Weingeist weicht und die Cognacröte staubiger Blässe Platz machen muss. Die Büttenreden sind vergessen. Nun wird wieder im normalen Jargon geätzt.
Ich schaue Yuki an. Sie wirkt verschlafen, aber gut gelaunt. So, wie immer. Schlechte Laune? Fehlanzeige! „Mit der Zeit wird die Maske zum Gesicht“, lautet ein Zitat. Aber bei vielen Menschen stimmt das nicht. Ihre Fröhlichkeit ist aufgesetzt, Teil eines immerwährenden Spiels.

In Japan hat man das bis zur Perfektion entwickelt. Das Land des Lächelns zeigt wenig Gefühl. Aber das hat einen anderen Grund. Yuki und ich brauchen keine Drogen, um fröhlich, um positiv zu sein. Aber tragen wir nicht auch manchmal Masken? Das gilt es zu erforschen und ich interviewe meine Frau.

„Sag Elfchen“, beginne ich. „Warum tragen Menschen im Alltag Masken?“
Yuki weiß sofort, was ich sagen will.
„Aus Angst und Unsicherheit“, erwidert sie. „Sie verbergen ihr wahres Gesicht, um unangreifbar zu sein.“
„Und was ist mit den Arroganten?“, will ich wissen. „Oder den Karnevalsnarren, die nur wenige Wochen aufgesetzt fröhlich sind.“
„Ich glaube Menschen haben generell ein Problem damit Gefühle zu zeigen“, sagt Yuki. „Denk nur an das maskenhafte Lächeln von Models. Oder nimm Tom Cruise. Schau ihm in die Augen und du weißt, was er denkt und ist.“

Nun mag ich Tom nicht wirklich, weiß aber was Yuki meint.
„Das sind nun Extrembeispiele“, sage ich. „Aber warum haben die Menschen verlernt freundlich und fröhlich zu sein? Warum müssen sie immer Masken tragen?“
„Aber wir tragen doch alle eine Maske“, wirft Yuki ein. „Zumindest ab und zu.“
„Dir stand die Gesichtsmaske gestern wirklich gut“, hänsele ich sie. „Du sahst so lecker aus mit den Gurkenscheiben.“
Prompt werde ich mit einigen japanischen Schimpfwörtern bedacht, die ich mir an dieser Stelle spare.

Ich muss an eine Kollegin denken, die  ich Heike nennen möchte.
Heike war stets gut gelaunt und immer für andere da. Niemand ahnte, was sie wirklich dachte. Vor einem Jahr kam der Zusammenbruch. Eines Morgens fanden wir Heike bewusstlos im Büro. In ihrer Handtasche war ein halbes Arzneilabor versteckt. Aufputschmittel und Anditdepressiva. Und als Krönung Ritalin. Im Schreibtisch dann noch Alkohol.

Heike hatte oft die Nacht zum Tag gemacht, um ihr Arbeitspensum zu schaffen. So rekonstruierte es die Polizei.
„Erinnerst du dich an meine Kollegin Heike?“, will ich wissen. „Ich hatte dir von ihr erzählt.“
Yuki nickt. „Die Frau der tausend Masken“, fällt ihr dazu ein. „Die Frau, die privat niemals lachte.“
Heikes Schicksal war tragisch. Sie war nicht nur außergewöhnlich hübsch sondern auch überdurchschnittlich intelligent. Aber ihre Schönheit half ihr nichts im Leben. Männer benutzten sie als Vorzeiegobjekt und ließen sie danach links liegen.
Wer will schon eine clevere Frau?

Heike lernte Masken zu tragen. Sie funktionierte im Beruf und suchte sich per Internet Männer fürs Bett. Das Ritalin half ihr dabei. Kurz zur Erklärung: Ritalin wird normal bei hyperaktiven Kindern angewandt, um ihre Konzentration und Aufmerksamkeit zu stärken. Es dämpft die Unruhe.
Bei Erwachsenen steigert es die Leistungsfähigkeit enorm. Heike hat zum Schluss 4 Ritalin pro Tag genommen. Und als die Nebenwirkungen begannen, mit Antidepressiva gegengesteuert. Als studierte Medizinerin kannte sie sich aus. Nur nicht mit der eigenen Seele.

Heike ist nie mehr aufgewacht aus ihrem Traum. Mit leeren Augen sitzt sie am Fenster und blickt in eine andere Welt. Spricht man sie an, so erscheint oft mechanisch ein Lächeln auf ihrem Gesicht. So will niemand enden.

„Vielleicht sollten wir alle mehr unser wahres Gesicht zeigen“, sagt Yuki. „Als wir uns noch nicht kannten, habe ich mich auch oft verstellt. Heute kann ich dir problemos sagen, dass du doof bist und muss dich nicht belügen.“
Sie lacht bei diesen Worten. Yuki live, Humor der besonderen Art.
„Ich weiß, was du meinst“, erwidere ich. „Freundlichkeit und falsches Lachen sind zwei verschiedene Dinge. Aber irgendwann vermischen die sich. Da bleibe ich lieber das Biest.“
„So biestig bist du gar nicht mehr“, meint Yuki. „Das muss mein guter Einfluss sein.“
Eingebildet ist meine Elfe nicht.

„Maskenball des Lebens“, denke ich laut nach. „Den finde ich nicht wirklich toll.“
„Dann lass uns in die Sonne gehen“, schlägt Yuki vor. „Die zeigt immer ihr wahres Gesicht. Und ich dir meins auch.“
Muss ich sagen, wie sehr ich diese unmaskierte Elfe liebe?

.