Täglich nachgedacht: Die Rückkehr der Linken

Täglich nachgedacht: Die Rückkehr der Linken

Auf der Suche nach Neuigkeiten, war ich vor einigen Tagen  wieder auf der Seite des Publizisten Markus Langemann. 45 Minuten später, hatte ich erneut das legendäre Interview von Günter Gaus mit Rudi Dutschke gesehen. Wer es nicht kennt, der sollte sich dieses Stück Zeitgeschichte auf keinen Fall entgehen lassen. Selbst bei völlig konträrer Meinung ist es zumindest gute Unterhaltung und ein Beispiel von gutem Journalismus.

Eigentlich müsste die Überschrift dieses Beitrags „Die Rückkehr der echten Linken“ heißen. Nein, gemeint sind keine Kommunisten stalinistischer Prägung oder etwa die Extremisten der Antifa, die sich in Leipzig drei Tage lang Straßenschlachten mit der Polizei geliefert haben. Diese Typen verfolgen ein klares Ziel, die Gesellschaft und Deutschland zu zerstören. Mit Duldung und Schweigen eines Bundespräsidenten-Darstellers, der kein Wort über den „heldenhaften Einsatz“ der Polizei verliert. Doppelmoral pur. Helmut Schmidt würde sich im Grab umdrehen.

Der Geist der alten SPD spukt nur noch in der Erinnerung weniger, was wirklich schade ist. Aber gibt es vielleicht einen Hoffnungsschimmer am Horizont? Schon seit Monaten, noch bevor die Querdenker in Stuttgart auf die erste Demo gingen, gibt es die Wochenzeitung „Demokratischer Widerstand“ in Berlin. Einer der Herausgeber ist der Journalist Anselm Lenz, der sich selbst als liberalen Linken sieht. Nun bin ich stets skeptisch, wenn die beiden Worte gemeinsam vor mir sehe. Aber jeder hat eine Chance verdient.

Im direkten Vergleich mit Dutschke schneidet Lenz jedoch etwas schlechter ab. Im fehlt es an Charisma und Brillanz. Was den Mensch Rudi Dutschke betrifft, so ist es ist eine seltsame Faszination, die selbst nach dieser langen Zeit von ihm ausgeht. Ich habe das Interview schon mehrfach gesehen und bin doch immer wieder begeistert. Weniger von Dutschkes sozialistischen Utopien oder dem Fakt dass er ein Mann ist, aber von seiner Leidenschaft. Warum ist einfach zu erklären, dieses Feuer brennt auch in mir.

Wenn ich Dutschke zuhöre, kann ich die Grundlagen der GRÜNEN erkennen. Diese haben ihren vorausgesagten Marsch durch die Institutionen (fast) beendet, aber auf diesem Weg sind sie falsch abgebogen. Sie selbst bemerken das natürlich nicht und halten sich für die Retter von Klima und ungefähr 75 erfundenen Geschlechtern. Ich sage es an dieser Stelle klar, das Erwachen wird grausam sein. Ihr, liebe Ex-Freunde von den GRÜNEN, werdet bei eurer heiligen Mission vom neokapitalistischen System ausgenutzt und vorgeführt.

Anselm Lenz sieht das anders. Er glaubt, der Neoliberalismus habe ausgedient und liege in den letzten Zügen. Den „Tod“ des Neoliberalismus hat man schon bei der Bankenkrise vor 10 Jahren propagiert. Aber die Global Player haben lediglich kurz Luft geholt und munter weiter gemacht. Diese Gefahr sehe ich zur Zeit wieder.

An der Verteilung von Macht und Geld und Geld und Macht wird sich auch nach einem möglichen globalen Reset wenig ändern. Man gibt dem Kind vorübergehend einen neuen Namen, installiert vielleicht eine totalitäre Staatsform, um dann doch wieder „gute Geschäfte“ zu machen. Die Verlierer werden einmal mehr die Bürger sein. Die Gewinner finden sich wie immer auf der Forbes-Liste. Nein, der Neoliberalismus ist alles andere als tot, er macht sich nur vorübergehend unsichtbar. Das gilt es aufzudecken und zu verhindern.

Es gibt so einiges, was ich an Dutschkes Ideen mag. Der Verzicht auf Berufspolitiker ist nur ein Punkt, die ständig mögliche Abwahl von Volksvertretern ein anderer. Auch mein Gesellschaftsmodell wäre die direkte Demokratie, mit totalitären Systemen habe ich ein Problem. Genau dazu haben sich sozialistische und kommunistische Staaten stets entwickelt. Deutschland ist nur einen Schritt von einer „Hygiene-Diktatur“ entfernt. Was allerdings auch für andere Nationen gilt.

Was mich massiv stört, ist die momentane Unausgewogenheit der Querdenker und des Demokratischen Widerstands. Egal wie liberal Linke sein wollen, sie brauchen stets ein Gegengewicht. Was auch für die Konservativen gilt. Dass die Große Koalition mehr schlecht als recht funktioniert, hat verschiedene Gründe. Einer heißt Merkel, der andere ist das miserable Personal der Sozialdemokraten. GRÜNE und die Ex-SED kann man getrost vergessen. Diese Typen sind in der Mehrzahl ideologische Spinner. Einzig die von mir sehr geschätzte Sahra Wagenknecht stellt eine Ausnahme dar und mit Abstrichen bei den GRÜNEN Boris Palmer.

Dutschkes Interview wirkt in diesen Tagen fast ebenso aktuell, wie es 1967 war. Wie ist es möglich, dass sich in 53 Jahren kaum etwas verändert hat? Sein berechtigte Kritik am System, an den Parteien, gilt noch immer. Kann der Demokratische Widerstand, können die Querdenker Dutschkes Vision vollenden? Wo stünde Dutschke heute, wo würde er als dann noch junger Mann, seine Energie einbringen?

Der Untergang des Journalismus – Eine Branche schafft sich ab

Der Untergang des Journalismus – Eine Branche schafft sich ab

Von deutschen, europäischen, aber auch amerikanischen Journalisten-Darstellern, habe ich keine gute Meinung mehr. Vorbei sind die Zeiten guter Recherchen, die Skandale aufdeckten oder einer Regierung die Leviten lasen. Seit einigen Jahren gibt es nur noch medialen Gleichschritt. Wer sich die Atlantik-Brücke anschaut, die Verbindungen deutscher Chef-Redakteure zu ihren amerikanischen Kollegen, der wird vielleicht nachdenklich oder stutzig werden. Sieht so unabhängiger Journalismus aus?

Fette Gehälter, Einheitsmeinung, zum Teil erfundene oder lückenhaft verbreitete Geschichten, all das macht den Journalisten-Darsteller dieser Tage aus. Beispiele gibt es genug. In Berlin hat diese „Lückenpresse“ wieder zugeschlagen, als man aus mehreren hunderttausend Demonstranten, 17 – 20.000 machte. Gelogen ist das nicht, es wurde einfach nur ein Teil der Demonstration gezeigt. Die dazugehörigen Bilder hat man mehrere Stunden vor der Großkundgebung aufgenommen und medial verbreitet. Dass private Geldgeber wie etwa Bill Gates, den „notleidenden“ SPIEGEL mit Millionen unterstützen, ist natürlich kein Beleg für die einseitige Berichterstattung des ehemals kritischsten Blattes der Nation.

FOX-News, der einzige verbliebene konservative Sender der USA, will sein Angebot erweitern und auch deutsche Zuschauer und Leser erreichen. Nun mag ich Vielfalt, also begrüße ich diesen Schritt. Gespannt bin ich darauf, wie viele Steine man FOX in den Weg legen wird, um diese Erweiterung zu verhindern. Aber wo ist das Problem? Wer möchte kann sich schon jetzt im Internet bei FOX-News darüber informieren, dass Donald Trump zwar ein „Alphatier“ aber kein Monster ist, das die USA in den Untergang führen möchte. Zwar sehe auch ich Trump zum Teil kritisch, aber gegenüber dem halb senilen Biden ist er noch immer die bessere Wahl.

Deutsche Journalisten-Darsteller, wie etwa ein gewisser Joachim Müller-Jung von der FAZ, haben sich nun Professor Dr. Sucharit Bhakdi als Zielscheibe vorgenommen. Da hat es der Professor doch wirklich gewagt, dem vorgegebenen Corona-Narrativ mehrfach zu widersprechen! Das ist natürlich verboten in der sozialistischen Republik Deutschland. Also muss man den Professor in Grund und Boden schreiben. „Pseudoexperten, die pausenlos Unsinn verzapfen, können durchaus auch Leute vom Fach sein“, schreibt Jung. Wer hat Jung die Legitimation erteilt, den Professor derart zu beleidigen? Als „Pseudoexperte“ bezeichnet zu werden, würde ich mir als Top-Virologe nicht gefallen lassen. Aber genau das ist die Masche der Journalisten-Darsteller. Sie denunzieren, ohne selbst Fakten vorzubringen. Wie sollten sie auch, die haben sie nicht.

Boris Reitschuster, der viele Jahre für den FOCUS tätig war und den ich noch als echten Journalisten bezeichne, hat Professor Bhakdi kürzlich interviewt. Sehr fair wie ich finde. Prompt hat Youtube das Video gelöscht.

Corona–Zensur: Hier das von Youtube gelöschte Bhakdi-Interview

Die „Freien Medien“ sollten in diesen Tagen erste Anlaufstellen sein, wenn es um gute und sachliche Informationen geht. Was ich zum Beispiel bei KenFM, Rubikon, Achgut und Tichys Einblick lese, hat wirkliche Qualität und stellt keine Einheitsmeinung dar. Allenfalls sind sich alle mit ihrer Kritik am „System Merkel“ einig. Womit sie in guter Gesellschaft sind. Die Branche selbst verliert ständig Leser. Wer braucht noch FAZ oder SPIEGEL, wenn dort nur Merkels Wahrheit steht.

Ein Land schreibt sich schön

Im (vor)weihnachtlichen Deutschland tobt seit Tagen ein Sturm der Entrüstung, es rauscht gewaltig im Blätterwald. Der zum Hurrikan gewordene Nordwind Claas, seinem Wesen nach ein streichelweiches Vorzeige-Lüftchen, ist mit Vehemenz ins Innere des Spiegelpalastes gekrochen und hat dort eine Menge Glas zerschlagen. Wie nur konnte das geschehen?

Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe?

Wenn es so einfach wie diese Zwischenüberschrift wäre, wenn besagter Claas Relotius wirklich nur dem Druck des eigenen Anspruchs, oder dem seines Arbeitgebers gerecht werden wollte, wenn er in panischer Versagensangst immer weitere Lügengebilde aus dem Wolkenkuckucksheim literarischer Finessen entführt hätte, man könnte den nun in Ungnade Gefallenen irgendwann wieder rehabilitieren. Aber genau hier liegt der Fehler.

Deutschland, die (Alternativen) Medien, alle prügeln nun mit einer gewissen Häme auf den Schreiberling ein, der als Journalist versagt, als Fake News-Autor aber Bestseller geschrieben hat. Schaut man sich die Berichterstattung der letzten Jahre in Deutschland an, besonders ab dem Herbst 2015, als eine gewisse Angela Merkel Millionen von Menschen die Einreise nach Deutschland ermöglichte, fallen viele solcher Beiträge im Stil von Herrn Relotius auf.

Relotius ist nur die Spitze des Eisbergs. Ohne Namen zu nennen, kritische LeserInnen wissen wen ich meine, finden sich in fast allen deutschen Medien ähnlich positive Berichte, die auf mich schon immer wie Groschenromane wirkten. Von „Reugees welcome“ über „In China fällt ein Sack Reis vom Himmel“, gibt es dort alles zu lesen. Wobei wir natürlich alle wissen, dass das nur Fake-Reis gewesen sein kann.

„Die Sache ist so selbstentlarvend wie nur irgendwas. Ein Fest für die, die es schon geahnt hatten“, hat ein Leser meines Blogs als Kommentar zum SPIEGEL-Haiku geschrieben, das diesem Beitrag vorausgegangen ist. Heißt das nun, dass alle Medien lügen? Niemand hat das jemals behauptet. Aber wie kann es sein, dass ein einzelner Journalist unbemerkt Lügen in Deutschlands ehemals besten Nachrichtenmagazin verbreiten kann?

Lügen fürs System

Als ich vor zwei Jahren mit meinen Reportagen über die Beeinflussung durch die Medien begann, war die Skepsis vieler LeserInnen groß. Von ungläubigem Staunen bis zu offener Ablehnung, habe ich die ganze Palette der Emotionen erlebt. Jene, die mich als „Verschwörungstheoretikerin“ bezeichnet haben, sind längst ihrer Wege gegangen und leben vermutlich noch immer in ihrem rosa Wolkenkuckucksheim. Andere nicken wissend und fallen doch nur wieder auf neue Fake-News herein. „Aber der Sprecher von der Tagesschau hat doch gesagt …!“

Den einzelnen Reporter trifft keine Schuld, auch Relotius ist ein Opfer. Ein Opfer, das auch über in der Atlantik-Brücke (Vorsitzender Friedrich Merz) vernetzte Chefredakteure und Intendanten geschaffen worden ist. Den USA genehme Nachrichten, werden auf diese Weise an deutsche Redaktionen vermittelt. Die Mitglieder der Atlantik-Brücke sind frei recherchierbar. Anschauen, staunen und dann erst wissend nicken.

Diese Vernetzung findet natürlich auch mit deutschen PolitikerInnen statt, denen deutsche MedienvertreterInnen gern am Rockzipfel hängen. Wer weiß, ob sonst die GEZ-Milliarden weiter sprudeln. Aussteiger werden gnadenlos in Grund und Boden denunziert und um ihre berufliche und persönliche Existenz gebracht. Des Deutschen größter Feind war immer schon der Deutsche. Nein, ich bin kein Feind der Deutschen und auch nicht von Claas Relotius. Ich werde letztlich nur in meiner Medienkritik bestätigt.

Mut zur Demut

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, Amerika ist auf keinen Fall das Reich des Bösen. Ich habe die Menschen als freundlich erlebt. Bei amerikanischer (Geo)Politik sieht das schon wieder anders aus. Die ist für den Normalbürger entweder unsichtbar, oder sehr schwer zu verstehen. Stichwort „Die Eliten (Hochfinanz) hinter der Politik.“ Und die nimmt über die Atlantik-Brücke Einfluss auf deutsche Redaktionen. Das gilt es im Hinterkopf zu behalten.

Zurück zum SPIEGEL, der den Deutschen nun verkauft, dass man Relotius intern entlarvt habe. Warum glauben LeserInnen das? Darf zum Beispiel eine Polizeibehörde gegen den eigenen Präsidenten ermitteln? Ist es nicht vielmehr so, dass dann das Landeskriminalamt (LKA) eingreift? Die SPIEGEL-Redaktion gibt sich demütig und gelobt Aufklärung für diesen Fall, natürlich auch zukünftig eine bessere Kontrolle. Aber wer kontrolliert die Kontrolleure?

Man könnte dem SPIEGEL nun unterstellen, dass man absichtlich mit der Enthüllung der Geschichte bis kurz vor Weihnachten gewartet hätte. Jeder ist mit Vorbereitungen beschäftigt, letzte Geschenke werden von vergesslichen Männern gekauft. Die Menschen wollen Abstand vom Alltag. Chepeau SPIEGEL, dumm ist anders! Aber die Wahrheit sieht wie immer ganz anders aus. Wer (gut) Englisch kann, dem empfehle ich diese Webseite zu lesen. Dort findet sich die eigentliche Quelle des Skandals. Wer lieber heimische Zeichen lesen möchte, könnte sich auch diesen deutschen Beitrag genehmigen. Oder sind auch das nur Lügen, die dem SPIEGEL schaden wollen?

Helden wie wir

Beim SPIEGEL wird die „Causa Relotius“ anders dargestellt. Ein neuer Held, Juan Moreno, der angebliche Enthüller des Skandals, ist bereits gefunden. Wäre ich SPIEGEL-ChefredakteurIn, es gäbe nun einen Mehrteiler zu lesen, der Vertrauen ohne Grenzen schafft. Meiner Meinung nach hat der SPIEGEL fertig, meiner Meinung nach ist das Sturmgeschütz der Demokratie ohnehin schon seit Jahren verstummt. Aber vielleicht kommt die Aufklärung von der BILD, dort hat man schon immer alles besser gewusst.

Auch wenn noch die entsprechenden Beweise fehlen, Claas Relotius dürfte kein Einzelfall gewesen sein. Der politisch-mediale Komplex, gern auch System Merkel genannt, weiß was er tut, das hat man aus der DDR mit in den (goldenen) Westen gebracht. Aber Merkel ist und war keine goldene Henne, ihre den Deutschen massenhaft ins Nest gelegten faulen Eier stinken erbärmlich. So, wie diese SPIEGEL-Geschichte. Ein Land schreibt sich schön, wäre der bessere Titel der Enthüllungen gewesen. So sieht die Wahrheit ab dem Jahr 2015 aus.

Hier spricht der Staatsfunk!

Das Wort „Lügenpresse“ ist zum Unwort des Jahres geworden. Auch ich benutze es gern und oft. Der Hintergrund ist einfach und wird von den meisten gern übersehen. Es geht dabei nicht um geschönte Zahlen oder um Lügen, wie im Fall der amerikanischen Präsidentenwahl. Oder etwa doch?

Mutet es nicht seltsam an, wenn in der ARD Grafiken gezeigt werden, die Hillary Clinton als Siegerin zeigen? Mit geringer Fehlerquote, wie der Moderator uns souffliert. Dumm nur, die Grafik war so falsch, wie das Lächeln des Mannes. Einmal mehr hat uns der Staatsfunk abgezockt.

Deutschland hat als einziges Land dieser Erde, die sogenannte Gebühreneinzugszentrale = GEZ. Damit werden die öffentlich-rechtlichen Medien zwangsfinanziert. In deren Aufsichtsrat Mitglieder der Parteien sitzen. Von unabhängigen Medien kann also keine Rede sein, wenn diese durch Steuergelder finanziert worden sind.

Die GEZ hat im Jahr 2015 stolze 8,131 Milliarden Euro an Rundfunkbeiträgen eingenommen und diese Zwangssteuer an ARD und ZDF verteilt. Und es ist wirklich ein Schelm, wer Böses dabei denkt, wenn die Chefs der Sendeanstalten aus gewissen politischen Lagern kommen.

Die Volksverdummung durch Tagesschau & Co., wird seit Jahrzehnten ganz gezielt betrieben. Und in diesen Tagen erinnern Nachrichtensendungen an die „Aktuelle Kamera“ der DDR.

Getreu der Merkel-Doktrin wird ZuschauerInnen immer wieder eingehämmert, was gut ist und was böse. Das habe ich schon mehrfach beleuchtet, aber es tut trotzdem gut, es wieder und wieder zu bringen.

In meinen Augen hat der deutsche Journalismus „fertig“, um es ganz salopp zu sagen. Oder wie es Alexander Kissler so treffend im CICERO schrieb: „Der bevormundende Journalismus ist am Ende.“ Ich habe es in einem Kommentar an einen meiner Leser so formuliert:

„Medien haben die Aufgabe neutraler Beobachter und Berichterstatter. Davon ist nicht (mehr) viel zu sehen. Nur ein kleines Häufchen Aufrechter schreibt gegen die Merkel-Doktrin an. Als Beispiel nehmen wir die Ideologie der „ZEIT.“ Dort liefen nach der Pro-Flüchtling Kampagne, die Abonnenten und Anzeigekunden weg. Plötzlich zeigt „man“ Reue.

Die JournalistInnen dieser Tage sind nur noch ein Schatten dessen, was sie einst waren. Egal wie ich als (Chef)RedakteurIn über eine Sache denke, das darf niemals in einen Artikel einfließen. Unser Staat, allen voran die beiden Herren mit „M“ geben die Richtung ihrer Chefin vor und die (meisten) Medien folgen willig.“

Natürlich ist das provokativ. Aber genau darum geht es doch. Menschen zum nachdenken anzuregen, zum Widerspruch, zur Diskussion. Nüchtern betrachtet und nüchtern zu sein ist (m)ein Idealzustand, greifen die Medien natürlich immer den Zeitgeist auf und schlachten ihn aus.

Die allseits (un)beliebte BILD mit leeren Phrasen, die, trotz aller Kritik, immer ihr Ziel erreichen und oft vernichtend treffen. Spiegel online (SPON) mit klarer Linkstendenz und ständigen Angriffen auf „das rechte Lager.“ Der FOCUS dreht sein Fähnlein täglich anders. Aber das kennt man schon von diesem „Blatt.“

ZEIT, WELT und FAZ taumeln durch den Mainstream, tauchen unter, ab und wieder auf, um dann im Fall der FAZ doch noch halbwegs die Kurve zu bekommen und in Gestalt einiger Redakteure, ab und zu recht gute Kommentare zur Lage in der Welt zu verfassen.

Aber im Endeffekt sind sie alle parteiisch und schrei(b)en ihre Vorlieben in die Welt. Neutral zu sein, hat heute offenbar wenig Gewicht. Genau diese Haltung, hat mich von einer Tätigkeit als Journalistin abgehalten. Weder folge ich Vorlagen noch will ich meine Klappe halten.

Lügenpresse hat für mich als BWLerin noch eine andere Definition. So werden dort gern Statistiken falsch dargestellt. Der Trick ist einfach, man zeigt nur einen Teilbereich des Ganzen, der dann plötzlich ganz anders aussieht, als die eigentliche Grafik.

Das lernt jeder BWL-Student im 1. Semester. Nur die Öffentlichkeit bemerkt das nicht. Wie könnte sie auch, ist sie doch vom Dschungel Camp gefesselt. Aber das kennt man alles schon. Und so lauschen die Gläubigen dem Staatsfunk und Muttis Rede zur Lage der Nation, die doch nur alle vergau(c)kelt.

Journalisten heute – Berichte zwischen Freud und Leid

Täglich bin auf der Suche nach Neuigkeiten, ich bin interessiert an Menschen und der Welt. Meist finde ich nur Tod und Leid. Gezielt wird uns grauer Einheitsbrei verkauft, absichtlich werden wir ins Meer der Tränen gestoßen. „Good news are bad news – and bad news are good news“, heißt die Devise für Journalisten. Aber muss das wirklich sein? Wir werden täglich für dumm verkauft und manipuliert. Von einer Sorte Mensch, die sich der Aufklärung verschrieben hat. In Wirklichkeit geht es oft nur noch um Geld.

Freitag, 31. Januar 2014, die Welt online präsentiert auf einen Blick die fünf meistgelesenen Artikel:

1. „Maybrit Illner“ Der „Prophet des Bösen“ antwortet aus Washington
2. Mordprozess Gericht verurteilt Amanda Knox zu 28 Jahren Haft
3. Syrien Assads Folterkammern sind die Hölle
4. Auftragskiller Was es kostet, einen Menschen töten zu lassen
5. Dschungelcamp Tag 14 Tot stellen verhilft Tanja auch nicht zum Rauswurf

Böse, Mord, Folter / Hölle, töten, tot stellen. Fünf mal negative Schlagzeilen, das habt ihr wieder prima gemacht! Ich empfehle noch etwas Homophobie und einen schrecklichen Verkehrsunfall. Natürlich alles mit Todesfolge! Vielleicht noch gewürzt mit der einen oder anderen Naturkatastrophe. Das hätte doch was. Andererseits braucht niemand weichgespülte Nachrichten, oder Neuigkeiten aus dem Dschungelcamp. Das ist Volksverblödung pur. Dann vielleicht doch die Rezension des neuen Pilcher-Romans. Die Welt in rosa ist dann immer noch besser, als Möchtegern, oder Ex-Prominente mit Wurmbefall. Zur Ehrenrettung der Journalisten muss man aber auch klar sagen, dass Leser eine große Mitschuld tragen. Ohne die zahlreichen Klicks auf Leid und Sensationen, verginge der Presse schnell die Lust auf mehr.

Ohne auf Besserung zu hoffen klicke ich auf das Lesezeichen der ZEIT online. Henning Mankell ist an Krebs erkrankt lese ich. Das tut mir natürlich leid. Ulrich Greiner, Kulturkorrespondent der Zeit, schreibt darüber in seiner Kolumne „Fünf vor 8:00.“ Ohne viel zu erwarten fliegen meine Augen über die Zeilen. Dann hole ich tief Luft. Im ersten Moment will ich den Kolumnisten in der Luft zerreißen. Und das kann ich richtig gut! Aber dann schüttele ich den Kopf. Warum sollte ich den Mann attackieren? Er hat durchaus Recht. Auch, wenn er vielleicht nicht immer die passenden Worte findet.

Henning Mankell will den Kampf gegen seinen Krankheit öffentlich machen. Und dagegen schreibt Greiner an. Auf der einen Seite der Autor, der ohne Menschen nicht leben kann, auf der anderen Seite ein Journalist, der vom Leid der Menschen lebt. Wer kanns besser?  Beide leben von- und sterben miteinander. Eine unheilige Koexistenz. Mankell sagt, es ging letztlich ja um Schmerzen und Leiden, die viele Menschen empfänden. Das soll seine Rechtfertigung sein. Leid und den Schmerz anderer ausgebreitet zu finden, erscheint Greiner als eine besonders aufdringliche Form des Narzissmus. Das ist seine Meinung, die bewerte ich nicht. Eher zynisch mutet aber folgende Aussage Greiners an: „Man sollte, wenn man es kann, den großen Todesromanen der Literaturgeschichte einen neuen hinzufügen. Oder lieber schweigen.“

Schade, dass Sie sich nicht an ihren eigenen Satz gehalten haben, Herr Greiner.

Journalismus, Mord und Poesie

Das Rauschen im (virtuellen) Blätterwald geht mir seit Jahren auf die Nerven. Gemeint sind nicht die Blätter von Bäumen, das klingt meist wunderschön. Vielmehr sind es die Medien, die ich an den Pranger stelle. Für ihr Schweigen, aber auch für unnötigen Lärm. Gezielt werden wir mit dünnen Fakten bombardiert, mit Mord, Tod und Gewalt. Und natürlich mit solch hochinteressanten Themen wie dem Dschungelcamp. Genüsslich berichten Reporter über (ehemalige) Möchtgern-Prominente und ihren Hang zur Selbstdarstellung. Gierig stürzt sich der Kleingeist auf solche Themen, lenken sie doch vom ungeliebten Alltag ab.

Egal ob nun Syrien, Afghanistan, oder Iran, Mord und Totschlag muss her. Wen interessieren schon die schönen Dinge? So zumindest müssen Reporter und Chefredakteure denken, die uns täglich mit diesem Schmutz besudeln. Ihr Zwang dies zu tun kann nur gesteuert sein. Welcher vernünfitige, liebende und an Kunst interessierte Mensch würde sonst so handeln? Natürlich besteht die Welt nicht nur aus Glück und Harmonie. Schöngeredet wird zuviel auf dieser Welt. Aber wer sich Nachrichten gezielt anschaut, wer eine Zeitung aufmerksam liest, der wird schnell erkennen was ich meine. Negative Schlagzeilen überwiegen. Sie werden uns als meist kommentarloser Einheitsbrei serviert, der schwer verdaulich in unseren Bäuchen liegt.

Und dann gibt es die Witzbolde, die Homophoben und die sarkastischen Schreiberlinge. Die mag ich besonders gern … aufs Korn nehmen. Aktuell ist es ein gewisser David Hugendick von der ZEIT online. Er macht sich über Julia Engelmann Gedanken. Wie, kennt ihr nicht? Doch kennt ihr! Julia Engelmanns youtube-Spot sprengt seit Wochen jeden Rahmen. Die Studentin der Psychologie ist quasi über Nacht mit diesem Beitrag  berühmt geworden. Ihr Poetry-Slam-Text ist beindruckend, in die Tagesschau hat er es nie geschafft. Auch nicht ins heute-Journal. Dafür nun immerhin ins Oberstübchen eines von der ZEIT Gesegneten. Und der findet den wohl nicht so gut.

Der Herr Hugendick hat natürlich Germanistik und Politikwissenschaft studiert. Und er betreut bei der ZEIT den Schwerpunkt Literatur. Natürlich macht ihn das zum Fachmann, wie alle Germanisten. Aber witzig ist anders werter Herr. Wer sich profilieren muss, der schmiert solche Zeilen an die Wand. Dabei ist Graffiti meist Kunst. Hugendicks Worte nicht. Süffisant macht er sich Gedanken über die Botschaften in Julia Engelmanns Poetry-Slam-Text. Befremdlich wirke es, wenn eine Autorin sich bereits mit 21 Jahren großmütterlich um ihren narrativen Nachlass sorge.

Ich muss zugeben, ich habe bei diesem Satz tief Luft geholt. Er zeigt wieder deutlich, wo Deutschland in Bezug auf Gleichberechtigung steht. Mann bestimmt also nach wie vor. Auch über die Worte und den Bauch von Frau. Klar, ohne seinen Erguss geht es nun mal nicht. Ohne die geistigen Ergüsse von Menschen wie Hugendick schon. Vielleicht sollte er probeweise das Ressort wechseln und über Kommunalpolitik schreiben. Bestimmt fiele ihm auch zur Sanierung von Abwässerkanälen, das eine oder andere sprachliche Glanzstückchen ein. Und es röche dann weniger streng. Auf jeden Fall würde ihm bestimmt ein Durchmarsch gelingen.

„Man sollte ja immerhin über jeden Zwanzigjährigen froh sein, der lieber übernächtigt auf Dächern rumstehe, anstatt von einer Karriere in einer Unternehmensberatung zu träumen“, fabuliert Hugendick. Ich überlege kurz, wo er in diesem Alter war. Aber ich kann es mir denken. Und das liegt am Stallgeruch. Vor meinem geistigen Auge sehe ich ihn ebenfalls auf Dächern stehen und unterdrücke den Impuls zu rufen „Spring!“ Das wäre schließlich gemein. Wobei Menschen wie Hugendick immer weich fallen und gut schwimmen können. Allerdings nie gegen den Strom. Menschen wie er suhlen sich im Ätzbrei eigener (Fremd)Worte, die sie im Studium in sich hineingewürgt haben und die sie nun zum Besten geben.

Zu guter Letzt macht er sich Gedanken darüber, ob nicht jede Generation die Massagelyrik bekäme, die sie verdiene. Bei diesem nur als zynisch zu bezeichnenden Auswurf wird mir richtig übel. Ich frage mich ernsthaft, was Hugendick widerfahren sein muss, was ihn so negativ geprägt hat. Da steht eine junge Frau, fast noch ein Mädchen und schenkt uns wundervolle Worte. Und das mit 21 Jahren. Sie denkt, sie dichtet, sorgt sich. Ja, Frauen sorgen sich, das ist ihre Natur. Und lieber benutze ich ihre Worte zur Seelenmassage, als weiter im journalistischen Abfall zu lesen.

Mir graut es davor, wenn Menschen wie Hugendick den ZEITgeist vermitteln wollen. Und der besteht wie immer nur aus Mord, Hass und Gewalt. Nie aus den schönen Dingen des Lebens. Daher muss es ihm ein Bedürfnis gewesen sein, auch Julias Lyrik zu zerreden. Glaubt er wenigstens. Lassen wir ihn in diesem Wahn. Julias Worte sind gewaltig und schön. Hugendicks Artikel nicht. Julias Worte werden die ZEIT überdauern, sie sind soviel mehr als nur „Noch ’n Gedicht.“

Die Gier nach Leid und Sensationen

Wie armselig die Presse wirklich ist zeigt sich in diesen Tagen. Sensationslüstern wird der Orkan Xaver ausgeschlachtet. Journalisten sind im Dauereinsatz, um live vom Ort des Geschehens zu berichten. Vor allem aber deshalb, um die Gier nach Sensationen noch armseligerer Menschen zu befriedigen. Offenbar reicht denen ihr erbärmliches, kleines Leben nicht mehr aus. Nun müssen sie sich noch am Leid anderer ergötzen. Dieser Sensationsjournalismus, diese Gier nach Leid, wird täglich mehr. Wer darauf achtet was die Medien der Masse präsentieren, wird erstaunt sein. Meist sind es negative Schlagzeilen. Muss das wirklich sein?

Vor einigen Jahren wollte ich Journalistin werden. Das war lange bevor ich BWL studierte. Zum Glück habe ich mich anders entschieden. Ich kann mit dieser verlogenen, manipulierenden Bande von Schmuddelschreibern einfach nicht. Dann ändere etwas, höre ich die Leute sagen. Das kann ich leider nicht. Sex and Violence sells! Das habe ich schon lange begriffen. Statt über die schönen Dinge des Lebens zu schreiben, geht es lieber zum nächsten Sturm, dem nächsten, tödlichen Verkehrsunfall, oder dem verlorenen Baby einer Prominenten.

Leid, Trauer, Tod! Jeden Tag werden wir damit berieselt. Selbst in den Blogs ist ständig davon zu lesen. Fast möchte man meinen, die ganze Welt sei ein Meer aus Tränen. Geht es den Menschen wirklich nicht mehr gut? Müssen sie jeden Tag im Tränensee ertrinken? Mir wird das langsam zuviel. Ich schreibe meine eigenen Geschichten. Und dort gibt es keine Tränen. Wenn überhaupt weinen meine Helden vor Freude. Die Gier nach Sensationen ist mir unverständlich. Gaffer, die auf der Autobahn anhalten, um möglichst viel von dem Verkehrsunfall zu sehen, sollten einen Strafzettel bekommen.

Die Menschen genießen ihr kleines Leben, aus dem sicheren und warmen Wohnzimmer heraus. Die Glotze zeigt, was Sache ist. Das Leid der Anderen ist immer weit weg. Nie vor der eigenen Tür. Diesen Menschen wünsche ich, dass sie niemals in eine solche Lage kommen. Um dann von anderen Gaffern gierig begafft zu werden. Ich habe fertig!