Die Wut der Homo-Ehe-Gegner – Wenn Argumente keine sind

Die Debatte um die Homo-Ehe ist neu entfacht. Nicht nur in der Politik wird laut gestritten, auch Volkes Zorn scheint nun erwacht. Zumindest wenn man so manche Kommentare in sozialen Netwerken und Foren zur Kenntnis nimmt. Dabei fällt immer wieder ein Argument auf, das völlig daneben ist: der Vergleich Homosexueller mit Pädophilen.

Aber Heteros scheinen noch weitaus mehr Probleme mit „Andersartigen“ zu haben, wie die Unkenntnis des Unterschiedes von Transsexuellen und Transvestiten zeigt. Während Transsexuelle lediglich im falschen Körper geboren werden und meist alles tun, um das andere Geschlecht zu bekommen, ist Transvestitismus unabhängig von der sexuellen Orientierung und kommt mehrheitlich unter Heterosexuellen vor.

„Meine Mama heißt Klaus – geht´s noch?“, hat ein Homophober in meinem Blog geschrieben und zeigt damit deutlich, wie Menschen denken. Dumm nur, die wenigsten schwulen Männer tragen Frauenkleider. Das Kind eines Männerpaares würde also zwei Väter haben. Wo ist das Problem? Den Link zum Artikel und Kommentar gibts hier: KLICK MICH, ODER LASS ES 

Homosexuelle werden auch gern mit Pädophilen gleichgesetzt. Klar, wer „anders“ ist, wird sich auch an Kindern vergehen, so die Meinung einiger Menschen. Dumm nur, dass es meist Heteros sind, die Kinder missbrauchen. Aber vermutlich finden Homo-Gegner genau den Gedanken geil und verbergen so ihre eigenen Neigungen. Denkbar wäre es. Oder warum sonst bringen sie diesen Schwachsinn aufs Papier?

Fakt ist, dass es immer mehr Kinder in Regenbogenfamilien gibt. Und denen geht es gut. Auch Yuki und ich wollen und werden Kinder haben. Unsere „Karate-Kids“, ist doch klar. Das Argument Kinder brauchen eine männliche Bezugsperson wird auch nicht greifen. Dafür sind unsere Väter da. Die streiten sich jetzt schon scherzhaft, wer wann die Kinder halten darf. Männer eben. Aber Männer, die ich mag.

Werteverfall, Aufgabe der Kultur, Abkehr von Traditionen, sind weitere (Schein)Argumente, die Gegner der Homo-Ehe vorbringen. Aber schaut man sich Kulturen an und wie diese z. B. mit Frauen umgehen, wird mir sofort wieder schlecht. In Afrika werden Mädchen noch immer grausamst verstümmelt, wenn ein offiziell verbotenes Beschneidungsritual ihre Klitoris entfernt.

In der ach so christlichen Bibel werden Menschen zu Tode gesteinigt. Auch in einigen arabischen Ländern ist das noch immer so. Ist das die Tradition, die zu erhalten ist? Sind das die Werte unserer Zeit? Dieses Verhalten ist finsterstes Mittelalter. Und in ihrer Denkweise sind Homo-Gegner davon nicht sehr weit entfernt.

Wenn alle Stricke reißen, werden noch Tiere ins homophobe Spiel gebracht. „Dann könne man auch gleich die Ehe mit Tieren erlauben“, heißt es oft. Ist das nicht ein tolles Argument? „Ich finde es widerlich, wenn sich zwei Männer küssen!“, heißt es oft von Mann. Komisch nur, als Kind hatte er damit kein Problem. Auch Homophobe haben Väter. Und diese mit Sicherheit geküsst.

„Ja, aber nicht so!“, höre ich die Gegner rufen. „Versuchs doch einfach mal“, halte ich dem entgegen. Ein Kuss kann auch unschuldig sein. Ausdruck von Freude, von tiefen Emotionen. Und so ist er gut.

Wirkliche Argumente gegen die Ehe-Öffnung gibt es keine. Lediglich einige Kirchen sehen ihr Geschäftsmodell in Gefahr. Und deshalb machen sie Front und verschweigen, dass Homosexualität in den eigenen Reihen ein großes Thema ist. Flucht nach vorn nennt man das.

Angeblich sei es von Gott gewollt, dass nur Mann und Frau heiraten dürfen, habe ich schon oft gehört. Das sei so in der Bibel vermerkt. Dumm nur, die Bibel hat kein Gott geschrieben, das waren Menschen ihrer Zeit. Steht Gott nicht für Liebe? Liebe für alle Menschen?

Beenden möchte ich diesen Artikel mit der Aussage des amerikanischen Wrestlers und Schauspielers „Stone Cold“ Steve Austin, die er zur Homo-Ehe machte und dabei die Kirche(n) ins Visier genommen hat: „Which one of these motherfuckers talked to God, and God said that same-sex marriage was a no-can-do?“ Mehr gibt es darüber nicht zu sagen. Daumen hoch, lieber Steve!

Lesbisch zu sein ist keine Wahl!

Man hat immer einer Wahl im Leben, haben kluge Menschen einst gesagt. Egal, ob nach links oder rechts, wir können unsere Wege wählen. Aber nicht unsere Sexualität. Und schon sind wir beim Thema, das viele nicht verstehen. Lesbisch / schwul zu sein kann man nicht wählen, du bist es von Geburt.

In unserer noch immer zum Teil sehr homophoben Gesellschaft, wird das gern anders gesehen. Politiker, Kirchenvertreter und Wunderheiler wollen den Fehlgeleiteten helfen. Schwachsinniger geht es kaum. Lesbisch zu sein, ist keine Krankheit. Unnormal sind nur die anderen, die LGBT-Menschen zu etwas zwingen wollen, was sie nicht sind.

In Deutschland, Japan und der ganzen Welt, leiden Menschen unter Homophobie. Sie werden geächtet, oder belächelt. Sogar Gewalt gibt es gegen sie. Das fängt schon zu Hause an, wenn Eltern mit Unverständnis reagieren. Drastische Strafen, Therapien und Liebesentzug sind oft die bittere Konsequenz, wenn die Tochter lesbisch ist.

Nicht jede Frau hat meine Stärke und auch bei meinen Eltern hatte ich Glück. Daher verheimlicht Frau oft was und wie sie wirklich ist. Gleiches gilt für Mann. Ich spreche jetzt weniger von Scheinehen, die es vor allem in Asien gibt. Dort heiraten oft Lesben und Schwule, um den schönen Schein zu wahren. Und Kinder gibt es auch. Nur keinen Sex. Den haben sie mit ihren heimlichen Partnern. Liebe, die verborgen ist.

Ich habe nie gelitten, dieser Zustand ist mir fremd. Außer Regelschmerzen durch die Endometriose kenne ich kein schlechtes (Bauch)Gefühl. Aber ich weiß von Freundinnen, wie schwer sie es im Leben hatten. Und ich kenne mehr als einen Fall, der fast in die Katastrophe führte. Aber Selbstmord kann nie die Lösung sein! Es gibt immer Hilfe, niemand ist jemals ganz allein.

Der britische Forscher Havelock Ellis hielt viele Lesben für pseudohomosexuell. Nach seiner These konnten Lesben keinen Mann ergattern und sind deshalb bei Frau gelandet. Der krasseste Spruch des homophoben Forschers: „Ohne einen männlichen Penis könnten Frauen keine sexuelle Befriedigung erfahren.“ Lauter habe ich nie gelacht.

Immerhin hat Ellis damit verhindern können, dass weibliche Homosexualität unter Strafe gestellt worden ist. Wo nichts ist, kann man nichts bestrafen. Wie arm sind manche Menschen? Homosexualität ist keine Krankheit, kein Weg, den man wählen kann.

Wer anderen Menschen die freie Entfaltung verbietet sollte dringender in Therapie, als die Regenbogenkinder. Der Regenbogen leuchtet für alle Menschen. Und das ist richtig und gut.

Männer, Mörder, Homosexuelle – Afrikas Weg in die Homophobie

Viele Menschen träumen von Afrika, das angeblich die Wiege der Menschheit ist. Und Afrika hat wirklich viel zu bieten, die Schönheit des Landes ist legendär. Bewusst klammere ich die Armut aus, bewusst den Kampf um Bodenschätze. Denn seit einer Weile präsentiert sich Afrika als Vorreiter der Homophobie.

Nun kann ein ganzer Kontinent keine Schuld tragen, oder Verbrechen an der Menschlichkeit begehen. Das machen einmal mehr verbohrte (alte) Männer, die Schwule und Lesben als „abartig und anders“ ansehen. So geschehen nun im Tschad. Ein neues Gesetz sieht dort vor, Homosexualität ausdrücklich strafbar zu machen. Und da fasse ich mir an den Kopf.

Wo ist das Problem dieser alten Säcke, die vermutlich zig Frauen ihr eigen nennen, Patriarchen von eigenen Gnaden sind und Frauen als minderwertig ansehen. Ja, ich verurteile an dieser Stelle, ja ich klage an! Ich zeige mit dem Finger auf Afrikas Greise, die lebensfeindlich gegen die Liebe sind. Und das schlimmer noch, als der Rest der Welt.

Die Regierung im Tschad erklärt, man wolle mit diesem Gesetz die Familie schützen und die Wünsche der Gesellschaft erfüllen. Nun hat diese Gesellschaft dort kaum etwas zu sagen, demokratische Strukturen sind meist unbekannt. Zum Schein gewählte Diktatoren machen eigene Gesetze, die den Rest der Bevölkerung ungebildet und in Armut halten.

An Afrikas Problemen ist aber auch der Westen schuld. Man hofiert Regierungen und Diktatoren, um an Gold, Edelsteine und Erdöl zu kommen. Daher wird nur halbherzig mit dem Zeigefinger gedroht, wenn ein weiterer afrikanischer Staat Homosexuelle umbringt.

Denn darauf läuft es letztlich hinaus. Verfolgung, Internierung, Tod. Afrikas Gefängnisse sind kein Zuckerschlecken. Auch in Gambia und Uganda stößt man ins gleiche Horn. Auch dort sind es wieder Männer, die sich als homophob erweisen. Und immer wieder wird die Bibel zitiert. Will deren Gott ein Mörder sein?

Und Mörder sind diese Männer in Afrika, die ein Buch, einen Gott für ihre Zwecke benutzen. Ich warte nun auf eine Reaktion der restlichen Welt, auf mögliche Sanktionen. Nur glaube ich kaum, dass sie kommen werden. Wen interessiert schon ein homosexueller Mensch in Afrika?

Die Liebe ist kein Spiel

Eigentlich bin ich ein toleranter Mensch und respektiere die Meinung anderer. Aber das war nicht immer so in meinem noch recht jungen Leben. Trotz japanischer Eltern, Meditation und Philosophie, kannte ich oft nur Schwarz und Weiß. Besonders krass war das bei Freundinnen, die plötzlich nicht mehr lesbisch waren. Auch, wenn ich heute der Meinung bin, dass Bisexualität nichts verwerfliches ist, so habe ich mit radikalen Aussteigern doch ein Problem. Denn meist wenden sich diese Leute nicht einfach nur von der LGBT-Community ab, sie bekämpfen ehemalge FreundInnen auch noch bis aufs Blut.

Es gibt immer wieder krasse Beispiele von Menschen, die nun für die „andere Seite“ sind. Vor einigen Jahren etwa den Exodus-Chef John Paulk. Der „geheilte“ und mit einer „Ex-Lesbe“ verheiratete Vorsitzende der damals weltweit größten Ex-Gay-Bewegung wurde dann aber in einer Schwulenbar erwischt, in der er heimlich Männer treffen wollte. Exodus hat im Jahr 2013 aufgegeben, nachdem sich die Gruppe zunehmend lächerlich machte und immer mehr Mitglieder als (noch immer) homosexuell geoutet wurden, oder sie in Richtung anderer Bewegungen verließen.

Was treibt nun Menschen dazu an, sich gegen ihre sexuelle Orientierung auszusprechen? Ist es wirklich nur die Liebe eines anderen Menschen, der sie zu diesem Schritt zwingt? So ganz kann ich nicht an diese These glauben. Auch, wenn ich mittlerweile eine erklärte Befürworterin, der Liebe unter allen Menschen bin. Der Schritt zurück in die Normalität mag für viele einfach nur ein Ausweg sein, um der Ächtung durch Freunde und Familie zu entgehen. Im noch weitestgehend homophoben Asien gehen Lesben und Schwule oft Scheinehen ein und haben sogar durch künstliche Befruchtung entstandene Kinder. Alles nur, um den schönen Schein zu wahren.

Oft mag es auch der neue Hetero-Partner und Homo-Hasser sein, der nun seinerseits die totale Abkehr von der Szene fordert. Und so werden aus glühenden LGBT-Verfechtern oft wutschäumende Gegner, die kein gutes Haar an ehemaligen Freunden lassen. Im Fall von Chloe – siehe „Die falsche Lesbe Teil 1 – 3“ bin ich mir noch immer nicht sicher, was in sie gefahren war. Von Ulrike weiß ich, dass Chloe wie ausgewechselt ist und kein Vergleich zu früher mehr. Und genau ihr Verhalten bringt mich zu einem Punkt, der immer wieder zur Sprache kommt: Die Rückkehr von Ex-Lesben und Ex-Schwulen in ihre alte Welt.

Ich kenne etliche Fälle, die genau so abgelaufen sind. Lesbische Frau trifft auf Mann, bekommt ihr Wunschkind und verlässt ihn nach einiger Zeit für eine Frau. Mit Kind versteht sich. Die Frage stellt sich nun, ob das nur ein Spiel war, oder ob es jemals wirkliche Gefühle für den Mann gegeben hat. Beantworten kann ich die Frage nicht. Nur Vermutungen äußern. Ein Teil dieser Menschen kann sich nicht für einen Partner entscheiden. Hin und her gerissen taumeln sie von einem ins nächste Bett. Von Frau zu Mann und wieder zurück. Das sind die Unsicheren, die nicht mit sich im Reinen sind.

Andere haben einfach ihren Spaß und verlieben sich in Frau oder Mann. Nicht „und“, das ist der kleine Unterschied. Denn diese Menschen gibt es auch. Sie haben ganz bewusst Affären mit beiden Geschlechtern, oder sogar Ménage-à-trois. Das ist alles nicht verwerflich und in vielerlei Hinsicht normal. Wobei ich dieses Wechselspiel für mich kategorisch ausschließe. Ein weiterer Teil dieser Menschen ist unglücklich. Sie haben vielleicht einen liebenden Partner gefunden, sehnen sich aber zutiefst nach dem anderen Geschlecht. Viele werden früher oder später wieder in die Arme der LGBT-Gemeinde eilen.

„Ich stehe auf Männer, aber ich liebe Frauen“, hat eine Bekannte einst gesagt. Sie hat viele Frauenherzen gebrochen wegen ihrer Penissucht. Liebe ist anders, das war sexuelle Gier. Hardcore-Lesben lehnen diese Springer ab und vermeiden jeglichen Kontakt. Sie trauen den Reumütigen nicht sonderlich und wollen nicht (erneut) verlassen werden. Und ich kann sie gut verstehen. Liebe ist unendlich, aber sie ist kein Spiel.

Hilfe, mein Kind ist normal!

Immer wieder gibt es Horromeldungen, dass Kinder von homosexuellen Paaren Probleme mit der Lebensweise ihrer Eltern haben. Oder, dass sie psychisch darunter leiden, gar selbst homosexuell werden. Besonders gern wird davor gewarnt, dass solche Kinder einer größeren Gefahr ausgesetzt sind, um sexuell missbraucht zu werden. Bewegen sich doch solche Eltern oft in der LGBT-Community. Meist werden solche Meldungen und Studien von erklärten homophoben Menschen und Organisationen verbreitet. Das Ziel ist klar, man will die Institution Familie und sich vor Andersartigen schützen. Aber nichts davon ist wahr. Die „normale Familie“ mag zwar ein Bild sein, aber sie ist kein Abbild der Gesellschaft. Und das ist gut.

Mein heutiges Thema hat aber einen anderen Hintergrund und ist auf Anregung eines anderen Bloggers entstanden. Für die meisten Menschen gibt es nur eine Lebensweise: Mann – Frau – Kind. Diese (Schein)Welt der Harmonie, wird gern und oft in Büchern und Filmen beschworen und von schmalzlockigen Sangesknaben besungen. Dass einige von denen schwul sind, vergisst der Hörer gern. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Wie reagieren homosexuelle Eltern nun, wenn ihr Kind ein anderes „normales“ Kind trifft und mit nach Hause bringt? Nicht etwa zum spielen. Kinder haben keine Probleme mit Homosexuellen. Die werden ihnen erst von Erwachsenen eingeimpft. Nein, die Rede ist von der ersten Liebe. Wenn die hetero Tochter eines lesbischen Paares den hetero Freund ihren beiden Müttern vorstellt.

Natürlich habe ich mich umgehört und auch mit solchen Eltern gesprochen. Und dann saß ich doch einigermaßen ratlos am Laptop. Denn scheinbar gibt es kein Problem. Die Paare mit denen ich sprach haben durchweg positive Erfahrungen mit hetero Freunden ihrer Kinder gemacht. Aber das war auch nicht die Frage. Eher die, wie es in der Psyche der Eltern ausschauen mag. Und dazu fällt mir eine Menge ein. Ich habe mir vorgestellt, dass Yuki und ich Kinder hätten. Töchter versteht sich! Und dass diese Töchter nun langsam flügge werden und erste Freunde mit nach Hause bringen. Ehrlich gesagt, hätte ich damit nun aktuell ein Problem. Mein Bild von Mann ist zwar gemildert, aber er bleibt außerhalb meiner Welt. Das gilt aber nur für mich und ist nicht die Regel bei Regenbogenfamilien.

Kinder von Regenbogenfamilien haben es in vielen Dingen besser, als ihre Artgenossen. Sie werden oft von ihren Eltern mehr gefördert und mehr Liebe gibt es auch. Das hat auch damit zu tun, dass es sich bei all diesen Kindern um Wunschkinder handelt, die eben nicht bei einem One Night Stand gezeugt worden sind. Aber selbst mir, als früher erklärte Männerhasserin, ist klar, dass Kinder Kontakt zu beiden Geschlechtern brauchen. Eine weibliche, oder männliche Bezugsperson muss also her, die den Einstieg ins Leben für das Kind erleichtert. Hätte ich Kinder, so wäre das mein schwuler Cousin Ken, der auch der Vater meiner Kinder wäre. Der findet die Idee super, da er Yuki und mich liebt. Brüderlich versteht sich und nicht sexuell.

Mein Hintergrund mit Mann ist den meisten LeserInnen dieses Blogs bekannt. Immer wieder traf ich auf Dummheit, Intoleranz und sogar Gewalt. Und gegen die konnte ich mich erfolgreich wehren. Und kann es immer noch. Auch, wenn ich heute kaum noch kämpfe. Nun muss ich zu keiner Psychologin gehen, um mein Seelenheil zu retten, oder Dinge über mich zu erfahren. Ich weiß wie ich bin und ich weiß auch warum ich so bin. Und es ist nicht so, dass ich Männer überhaupt nicht mag. Als Beispiel dienen mein Vater, mein Schwiegervater und mein Cousin Ken. Und sehr viele und meist ältere Männer, die mir niemals an die Wäsche wollen. Mit denen kann ich, da sie mich immer akzeptierten, förderten und auch beschützten. Nur bin ich Frau genug, um allein für meinen Schutz zu sorgen. Aber das gehört nicht hierher.

Die noch immer homophob angehauchte Gesellschaft prägt das Verhältnis zwischen Frau und Mann. Und aus diesem Grund kann noch keine Normalität eintreten. Wenn eines Tages homosexuelle und heterosexuelle Elternpaare Tür an Tür leben, wenn ewig gestrige Homophobe auf den Mars ausgewandert sind, erst dann wird sich die Situation verbessern. Dann wird es normal sein, dass ein Kind zwei Mütter, oder zwei Väter hat. Und dann werden auch Eltern sich keine Sorgen mehr darüber machen, ob ihr Kind in einer der beiden „H-Beziehungen“ glücklich wird. Ich schon. Aber das bleibt meine Sache. Ein Problem sehe ich darin nicht. Die abschließende Frage an meine LeserInnen lautet: Wie geht ihr mit euren Kindern um, die sich vielleicht als Teenager lesbisch oder schwul outen. Wäre das nicht einen Artikel wert?

Ich bin (nicht) anders!

Wir schreiben das Jahr 2014, wir sind im 21. Jahrhundert. Die Welt hat sich verändert und ist noch dabei. Aufklärung und Toleranz haben gesiegt. Friede auf Erden und alles ist gut. An dieser Stelle kommt ein harter Schnitt und der Blick auf die Realität. Auf das, was die Welt wirklich ist.

Die Welt ist homophob, das habe ich bereits oft genug geschrieben. Auch, wenn immer mehr amerikanische Bundesstaaten den Weg des Regenbogens gehen, sieht es in Afrika viel düsterer aus. Kirche und Menschen leben dort noch im tiefsten Mittelalter. Homosexualität steht oft unter Strafe und wird einem Verbrechen gleichgesetzt. Der Gott der Juden und Christen wird dazu als Alibi benutzt. Gern wird auch aus einem legendären Buch zitiert, das sich in Textpassagen gegen Homosexuelle richten soll. Nur hat kein Gott dies Werk geschrieben. Das waren Menschen ihrer Zeit.

Die bekannte lesbische TV-Moderatorin Bettina Böttinger hat es in einem Interview auf den Punkt gebracht, den ich nicht vorenthalten möchte: „Alle reden davon, wie frei und tolerant wir hierzulande sind. Ich glaube aber, wir werden lediglich geduldet. Der Punkt ist genau dann erreicht, wenn die Forderungen von Schwulen und Lesben auch nur ein bisschen zu weit gehen. Wenn Homosexuelle auch nur ein Stückchen zu selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten, dann ist genau dieser Punkt erreicht, an dem es wieder einen Schritt zurück geht.“ Und da stimme ich ihr zu.

In Gesprächen fällt mir immer auf, wie unsicher die Leute Homosexuellen gegenüber sind. Toleranz wird oft und gern versichert, auch Unterstützung zugesagt. Aber immer wieder höre ich den Satz „Ich bin aber nicht lesbisch / schwul!“ Selbst bei Bloggern habe ich das schon erlebt und ich frage mich warum. Warum diese (un)bewusste Abwehr, dieses „ich stehe hier und du da drüben!“ Mir zeigt es deutlich, dass die Aufklärung nicht wirklich gegriffen hat. Schade.

Homosexuelle sind noch immer Außenseiter. Und daran haben sie zum Teil selbst schuld. Bewusste Provokation in allen Ehren, aber was fehlt ist der Schritt (zurück) zur Normalität. Dabei geht es nicht um Anpassung pur. Leider reduzieren sich Homosexuelle gern auf Sex. BDSM, Lack und Leder sind hoch im Kurs. Nur gehört Sex ins Schlafzimmer und nicht per Sklavenhalsband in eine breite Öffentlichkeit. Und Exhibitonismus ist auch nur eine Spielart von vielen.

Beide Seiten machen Fehler, das muss man ganz klar sehen. Mir geht es um Respekt, um Toleranz. Selbst ich, als früher erklärte Männderfeindin, versuche das zu leben. Nur fällt mir das schwer in einer männlich dominierten Welt, die meine Rechte immer wieder mit Füßen tritt. Und bekanntlich trete ich dann gern zurück. Und das nicht von einem Amt. Die fast schon unschuldig-naiv anmutende Frage der pensionierten Lehrerin Brigitte, ob wir auch Kinder wollen, hat Hoffnung gemacht. Für die alte Dame war diese Frage normal. So, wie für uns auch.

„Was ist entartet, was normal?“, hat eine Band gesungen. Und diese Frage stelle ich nun auch. Bin ich wirklich anders, muss ich mich so sehen? Ich sage NEIN und ich stehe dazu. Denn wahre Liebe kennt kein Geschlecht. Ich bin Frau und liebe (m)eine Frau, das wird auch niemals anders sein. So gesehen bin ich völlig normal. Was seid ihr? Warum muss im 21. Jahrhundert eine solche Abgrenzung existieren? Warum können nicht alle Menschen ganz normal Schwestern und Brüder sein?

Lesbensex und Männerträume

Ich habe schon immer gewusst, dass lesbische Frauen ein großes Thema sind. Pünktlich zum Frühling häufen sich eindeutige Suchanfragen auf meinem Blog. „haben lesben auch sex mit männern nur zum spaß“, will ein unbekannter Besucher wissen. Und das ist nicht der einzige Suchbegriff dieser Art.

„Hochattraktiv sei dies in der Vorstellung von Mann“, hat eine holländische Freundin mir einst gesagt. „Männer stehen nun mal auf Frauen, das liegt in ihrer Natur. Und viele Männer erregt der Gedanke zwei Frauen beim Sex zu sehen.“
„Oder welchen mit ihnen zu haben“, füge ich hinzu und verziehe angewidert das Gesicht.
Sie lacht und nickt.
„Es gibt sogar Lesben, die sich Schwulenpornos anschauen“, verrät sie mir. „Aber das ist eine ganz besondere Gattung Frau. Und die mag ich nicht.“

Marike ist deutlich älter als ich und eine wahre Persönlichkeit.
Wenn ich eine Alpha bin, ist sie der Typ Übermutter. Eine Frau, die alle dominiert. Und das ohne Zwang. Ich bin knapp 18 Jahre jung, als ich Marike kennenlerne. Sie ist mit ihrer Frau Tomke unterwegs und ihren Kindern. Der Ort ist Holland, ein großes Festival. Fast alle sind queer und ich mittendrin statt nur dabei.
Natürlich dürfen meine beiden besten Freundinnen nicht fehlen. Natalie und Karin sind immer dabei. Und eine kleine Geliebte.

Die meist schwulen Männer sind keine Gefahr für mich. Sie sind ausgelassen, aber nett. Höflich und nie aggressiv.
Einige Heteros haben sich ebenfalls hierher verirrt. Das ist normal und wird toleriert. Weniger normal sind die gierigen Blicke.
Auch wir werden gemustert, abgeschätzt.
Marike tritt den Männern entgegen und verhindert eine Konfrontation. Was sie sagt verstehe ich nicht, dafür ist es zu laut.
Die Typen versteinern und suchen schnell das Weite.
„Alles gut“, sagt Marike und lächelt uns an. „Wir werden keinen Ärger haben.“
Ich gebe es zu, Marike beeindruckt mich. Und das auf positive Art. Ich erkenne sie als „Mutter“ an. Und das ist selten bei mir.

Ich habe Marike und ihre Frau oft getroffen. In Holland, Deutschland. Kein Problem. Wir sind Freundinnen geworden und das ist gut.
Sie wird eine Art Lehrerin für mich. Und das ist noch viel besser.
Lebenserfahrung, Bildung, Philosophie. Verständnis über Landesgrenzen.
„Du bist so, wie ich als Mädchen war,“ hat Marike mir gesagt. „Nur habe ich niemanden verprügelt.“
Marikes Bild von Mann ist anders. Distanziert, aber weniger radikal. Aber das kann sie mich nicht lehren, da versagt ihre mütterliche Kunst.

Zurück auf meinem Blog schaue ich mir die Suchbegriffe an und zu welchen Artikeln sie vermutlich führen. Der (Be)Sucher ist vermutlich enttäuscht, was er dort findet. Geschichten, oder Bilder von Lesbensex gibt es dort nicht. Erotische Geschichten finde ich meist wenig attraktiv. Eigentlich alles, was sich um dieses eine Thema dreht.
Aber die Gedanken der Menschen sind frei. Nur muss ich sie nicht lesen.

„Zwei Frauen haben eine doppelte Wirkung auf Mann“, hat Marike mir erklärt. „Männer sind visuell geprägt, Frauen gefühlsbetont.“
Sie lacht, als sie meine skeptische Mine sieht.
„Ja ich weiß, du bist gefühlsbetont und visuell“, fügt sie hinzu. „Aber wir sind Lesben. Und anders.“
„Es ist vermutlich nur sein Trieb“, erwidere ich trocken. „Sein von der Evolution vorgegebenes Verhalten. So zumindest redet Mann sich raus, wenn er Frau bespringen will.“
„Du bist zu hart mit Mann“, wirft Tomke ein. „Nicht alle sind so, oder böse.“
Marike kann das nicht stehen lassen.
„Zeig einem Mann deine Beine und er legt dir die Welt zu Füßen“, sagt sie zu ihrer Frau. „Zeig ihm noch mehr und er legt die Sterne dazu. Bis die Nächste kommt.“

Und der nächste umtriebige Besucher wird auch auf meinen Blog kommen, davon bin ich überzeugt.“Selbstbefriedigung Lesben“, wird dann dort wieder stehen. Oder „Lesbische Träume.“ Wie gut, dass ich meine eigenen Träume habe. Und diese lebe. Aber nicht als Worte teile. Vor allem nicht mit Mann.

 

 

 

 

 

Die kleine Welt der Homo-Hasser

Die Homo-Hasser sind los!
Wie eine Horde Zombies laufen sie geifernd durch Stuttgarts Straßen und predigen das Wort des Herrn.

Als Buddhistin habe ich kein Problem mit Christen, oder einer anderen Religion. Aber Fundamentalisten mag ich nicht. Egal wessen Fahne sie tragen.
Wir sind allen Menschen gegenüber tolerant. Verfolgungen Andersgläubiger, Hexenjagden, Religionskriege, hat es im Buddhismus nie gegeben.
Die Zeit des Hexenhammers ist vorbei, möchte ich den Zombies sagen, die ferngesteuert ihre Parolen rufen.
Toleranz ist anders, ihr habt sie nicht.

Gegen die Homo-Ehe wird ebenso gewettert, wie gegen den Bildungsplan an Schulen.
Dabei hat Aufklärung noch niemals geschadet. Aber vermutlich haben die Fundamentalisten genau an diesem Tag gefehlt.
Überhaupt frage ich mich, wer eigentlich diese Homo-Gegner sind.
Die Medien sprechen auch von Rechtspopulisten, ich habe einen anderen Verdacht. Schon die NSU war ein riesiges Fake, aber das möchte ich nicht weiter vertiefen.
Vielleicht sollten wir den Blick mehr nach Links und zur Mitte hin lenken.
Brandstifter sind schnell geschaffen. Und das ganz (in)offiziell.

Für mich leben Homo-Gegner im Gestern, in ihrer eigenen, beschränkten Welt.
Das ist ihre Wahl, die sie gern für sich treffen können. Ich hindere sie nicht daran in einer mittelalterlichen Weltanschauung zu versinken, sofern sie mich in Ruhe lassen.
Aber diese selbsternannten Retter des Abendlandes tragen Feuer und Schwert in ihren Händen, wie einst die Christen im Heiligen Land.
Die Brandstifter sind unter uns, leben unter unserem Dach. Und sie werden zündeln und verhetzen, bis das Haus abbrennt.
Und die Feuerwehr schaut tatenlos zu.

Aber an genau dieser Stelle stehe ich und noch Tausend andere mehr. Im Unterschied zu den Zombies kann ich nämlich kämpfenn, das habe ich gelernt.
Nicht, wie Alice gegen ganze Hundertschaften in „Resident Evil“, und auch nicht unbedingt mit einem Schwert. Es können und dürfen auch gern Worte sein, die ich in die Waagschale werfe. Und das kann ich gut.
Streitgespräch gefällig?

Im Stuttgarter Entwurf zum Bildungsplan 2015 ist vorgesehen, dass in Schulen künftig für die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ geworben wird. Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität sollen im Unterricht intensiver behandelt werden. Mehr steht da nicht drin.
Und genau dagegen laufen angeblich besorgte Eltern Sturm.
Sie hätten nichts gegen homosexuelle Menschen, tönen sie. Nur um gleichzeitig zu betonen, diese sollten aber auch nicht versuchen, ihre Lebensweise als Normalität darzustellen. Sie fordern stattdessen von Schwulen und Lesben, dass diese nicht mehr als Propagandisten über ihre sexuelle Orientierung sprechen.
Und das liebe Homo-Gegner ist ein schlechter Witz.
„Wir erwarten dass Homosexuelle und andere sexuell abweichend Veranlagte als Bürger in der Republik ebenso in erster Linie bürgerlich handeln wie wir es tun“, fordern die Fundamentalisten. „Wir wenden uns lediglich als besorgte Eltern gegen die Beeinflussung unserer Kinder!“

Mit genau diesen Forderungen werden Homosexuelle wieder in den Untergrund gedrängt, in dem sie viele Jahre leben mussten. Und das kanns einfach nicht sein und wird auch nicht passieren. Mit Sicherheit werde ich meine Lebensweise nicht aufgeben, oder meine Ehefrau verstecken. Im Gegenteil werde ich weiter dafür kämpfen, dass die Regenbogenflagge ein akzeptierter Teil unserer Gesellschaft wird. Und nicht nur ein lustig-bunter Farbtupfer an eurem graugeistigen Horizont.

Krieg der Petitionen

Der Engel Gabriel ist vermutlich den meisten Menschen in Deutschland ein Begriff. Seit einigen Wochen auch der Name Gabriel Stängle. Bei besagtem Herrn handelt es sich um einen evangelichen Aktivisten, Reallschullehrer und Homo-Gegner. Er hat die Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ ins Leben gerufen.

Nun hat jeder Mensch das Recht auf (s)eine Meinung. Nur gefällt mir die Art und Weise nicht. Stängles Petition ist nichts weiter, als Volksverhetzung. Gezielte Propanda gegen Homosexualität. vor allem die Rechte Szene jubliliert und hat sich dem Protest schon angeschlossen. Klar, Schwule und Kommunisten waren schon immer deren erklärtes Ziel.

Dabei ist der Bildungsplan der Rot-Grünen Landesregierung deutlich zu begrüßen. Er richtet sich gegen Vorurteile und Mobbing Homosexueller. Mit einem Satz: Er richtet sich gegen Homophobie. Stängle sieht das anders. Seiner Meinung nach verstoße der Plan gegen das Grundgesetz und mache Schüler psychisch krank.

Vermutlich lebt der Mann in einem fernen Jahrhundert, in seiner eigenen, durch und durch von Homophobie geprägten, kleinen Welt. Wie anders ist ein solcher Satz noch zu erklären. Zum Glück gibt es Menschen, die ganz anderer Meinung sind. Und es werden immer mehr. Einer davon hat nun eine Gegenpetition ins Leben gerufen. Und deren Zuspruch explodiert! Noch während ich diese Zeilen schreibe, schnellt die Zahl tausendfach nach oben.

Es herrscht Krieg in Deutschland, ein Krieg der Petitonen, ein Krieg für ein aufgeklärtes Miteinander und gegen konservativ-rückständige Homophobie. Und das ist gut so! Umso mehr Menschen sich gegen Stängle und seine Glaubensgenossen wenden, umso mehr wird für die Regenbogensache getan. Denn letztlich profitieren alle Menschen von der Gleicheit, der Freiheit und der Brüderlichkeit.

Queer.de schreibt, dass gegen Stängle inzwischen Strafanzeige und eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingegangen ist. Dies habe ein Sprecher des Stuttgarter Kultusministeriums mitgeteilt. Vielleicht wird Stängle nun am eigenen Leib erfahren, was Homosexuelle nicht nur in diesem Land fast täglich erleben dürfen.