Heimat ist mehr als ein Gefühl

Über das Wort „Heimat“ scheiden sich die Geister. Heimat, das schreiben sogar Philosophen, sei nur ein Gefühl. Aber ist das wirklich so? Sind wir, die wir in einem Land mit Tradition und Geschichte leben, nicht auch nur heimatlos?

Wikipedia definiert Heimat auf diese Weise: „Der Begriff Heimat verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen.“

Ich bin in Japan geboren und habe dort meine ersten Jahre verbracht. Eine Erinnerung daran fehlt mir leider. Ich war damals einfach noch zu klein. Und doch ist Japan auf ewig meine Heimat, wie es auch Deutschland für mich ist. Ein Widerspruch, ein Spagat?

Vergessen wir mich für eine Weile und schauen uns einen beliebig Deutsche an. Geboren vielleicht in Frankfurt oder Magdeburg. Nennen wir unseren Charakter Franziska. Die weibliche Form liegt mir mehr. Franzi(ska) wächst in einem geborgenen Umfeld auf, sie geht zur Schule und macht auch Abitur.

Danach studiert sie in London und Paris, arbeitet in New York und kommt Mitte Dreißig wieder in Frankfurt an. Dort verliebt sie sich und bekommt zwei Kinder.

Wo ist die Heimat für diese Frau? Ist sie vielleicht nur eine Weltbürgerin, die nirgendwo und überall zu Hause ist, oder doch eine heimatverbundene Person, die sich nach ihrem Deutschland sehnt.

Bei Franzi kann ich nur spekulieren, aber bei meiner Person weiß ich es genau. Deutschland ist Heimat für mich, ich mag dieses Land. Ich mag auch seine Menschen. Deutschland ist mehr als ein vages Gefühl für mich. Hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich zu Hause.

Die Traditionen und Kultur Deutschlands haben mich schon immer interessiert. Auch die Geschichte, die einzigartig ist. Gleiches gilt für Japan, das ich ebenfalls als Heimat sehe.

Für welches der beiden Länder mein Herz im Kriegsfall schlüge, hat man mich vor Jahren gefragt. „Für beide“, habe ich damals gesagt und stehe dazu noch immer.

„Deutschland und Japan würden niemals Krieg gegeneinander führen. Aber miteinander sind sie stark.“ Prompt hat man(n) damals die Nazikeule ausgepackt und mich als „Spinnerin“ tituliert. So ist das eben, wenn man(n) keine Argumente und kein Gefühl für Heimat hat.

Die TAZ hat vor einer Weile auch über das Phänomen Heimat geschrieben und kam, ganz in linker Tradition, zu dem Schluss, dass Heimat ein Wort der „rechten Szene“ sei.

Dumm nur, Heimat, ahd. heimuoti, ist ein urdeutsches Wort und keine Erfindung irgendwelcher Nazis. Ich habe damals den Kopf geschüttelt und hätte dem Schreiberling gern einige Takte gesagt. Aber vermutlich war er staatenlos und ist im Weltall aufgewachsen.

The Sound of Silence

Manchmal muß Frau schweigen, um einen bestimmten Klang zu hören. Und genau das habe ich in den letzten Tagen getan. Berlin, Leipzig, Hamburg und zurück nach Stuttgart. Tausend Kilometer und mehr im neuen Audi R 8 V10 +. 610 nicht aufgeladene PS schieben den Wagen brachial nach vorn. Turbo war gestern, das ist ein reiner Saugmotor.

Und aus den Fingern gesaugt, wird zur Zeit auch die (deutsche) Eurpapolitik. Aber eigentlich ist die ebenso abgeschafft, wie Merkels Durchhalteparolen. Man fragt sich wirklich, wie lange diese Frau noch so weitermachen will. Oder wie lange man(n) sie lässt.

Warum ich das schreibe? Ich habe ihr zugehört. Immer. Und stets auf Besserung gehofft. Aber was Audi so brillant designte, hat Merkel nie geschafft. Ihre Sprachlosigkeit, ihre fehlenden Ideen, gehen einher mit ihrem stark gealterten Gesicht.

Frisch und jung wirkt dagegen der Audi, dessen rassige Formen mich im Himmel schweben lassen. Prompt knufft mich Yuki, die gespielt eifersüchtig ist. Eifersüchtig wacht auch die Kanzlerin über ihre Macht, die sie fast täglich mehr verliert.

Gewonnen habe ich den Audi. Als Testwagen leider nur. Und gelassen bin ich zur Arbeit gefahren, die hat mich nun wieder. Und der Osten auch. Von Regierungsvertretern als „Pack“ beschimpft, habe ich ein anderes Bild der Menschen vor mir.

Der schnelle Audi fällt in Berlin kaum auf, er ist nur ein weiterer Vertreter seiner Art. Auffällig dagegen, wie sehr sich das Bild der Städte verändert hat. Ist das noch mein Deutschland?

Während der Motorsound mir fast die Tränen in die Augen treibt, wird an der Kasse der dm-Drogerie Pfefferspray verkauft. Zur Abwehr von Tieren versteht sich. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. In Köln kämpft ein 12jähriger Junge um sein Leben und auf dem Münchner Oktoberfest grabscht Mann wieder.

Lachend lese ich, dass eine junge Schweizerin Mann einen Tritt verpasste. Gut gemacht sage ich da nur. Gut gemacht hat es auch Audi. Mal wieder. Der R 8 ist ein echter Überflieger. Über 200.000 Euro ist der Wagen wert und liegt damit mehr als fünfmal über meinem Z. Dafür fährt er sich anders.

Besser? Eher ähnlich wie der GT-R, dessen Hauptkonkurrent er werden dürfte. Aber auch dieser Nissan kostet weniger. Zugegeben klingt der V10 Motor wesentlich besser. Ich glaube ich habe mich neu verliebt. Elfchen lacht, als ich das Lenkrand streichele. „Hast du Fieber?“, fragt sie frech und fasst an meine Stirn.

Aber Fieber ist anders, mein Verstand ist gewohnt kühl. Was auch besser ist, dieser Bolide fährt mehr als 300 km/h. Anthrazitschwarze Aluminium-Schmiederäder im 10-Speichen-Y-Design lassen den Wagen wie ein Brett auf der Straße liegen. Und natürlich sein Fahrwerk, das schon fast außerirdisch ist.

Nicht von dieser Welt ist auch Deutschland in diesen Tagen. Und eine Regierung, die sich nur noch selbst gefällt. Merkels Macht schwindet, die AfD marschiert. Nicht durch oder davon, aber sie sorgt für Wind im Blätterwald. Deutschland im Herbst. Wie geht es weiter?

Was so harmlos klingt, ist harte Arbeit für mich.Auf öffentlichen Straßen fahre ich zahm. Auf diversen Rennstrecken sieht das anders aus. Selbst ein Allrad Auto kann driften, wenn dort der Name Audi steht.

Per Radar-App checkt Yuki den Verkehr. Punkte will ich mir nicht leisten, mein Gewissen bleibt rein. Nicht rein ist der CO2-Außstoß des Wagens, der ist unterirdisch schlecht. Ebenso der Benzinverbrauch. Aber darüber reden wir später.

Geredet habe ich mit Yuki. Dies ist der vermutlich letzte Autotest. Unsere Tage sind gezählt, wir wollen sie nicht vergeuden. Es gilt Abschied zu nehmen. Von FreundInnen und einem Land, das lange unsere Heimat war. Während der V10 schreit, knurrt und röchelt, denke ich an Japan zurück. An unsere Reise, die so ganz anders gewesen ist.

Auch in Japan haben wir FreundInnen besucht. Und auch Großvater Satoshi. Dem alten Mann geht es gut. Er wirkte viel frischer, als im letzten Jahr. Frischen Wind bräuchte auch Deutschland, das seit Jahren Sepukku begeht. Schuld daran hat nicht allein Frau Merkel. Aber sie ist nun mal die „Flüchtlingskanzlerin.“

Flüchtig ist auch der Audi, als er den anderen Wagen die Endrohre zeigt. Schon eilt das Wochenende heran und mit ihm unsere neuen Freundinnen aus den USA. Ich mache mir den Spaß und fahre mit dem Audi, um Ally und Heather abzuholen. Und Yuki folgt mir mit dem SUV.

Das Wiedersehen ist herzlich. Und auch die Überraschung, dass beide nun offiziell verheiratet sind. Meinen (Ver)Folgern möchte ich an dieser Stelle sagen, dass in den nächsten 14 Tagen wenig von mir zu erwarten ist. Wir werden Deutschland bereisen oder was davon noch übrig ist. Manchmal muß Frau schweigen. Und so ist es gut.

Damals in Japan – Teil 1: Heimat

Japan, das ist für viele ein unbekanntes Land. Legenden ranken sich um die sprichwörtliche Freundlichkeit der Menschen, die Natur, die Tempel, um Samurai und brutale Kriege. All das ist Japan und noch so viel mehr. Japan, das ist Heimat für mich.

Ich habe darüber nachgedacht, was ich dieses Jahr berichten soll. Sogar eine Menge Bilder habe ich gemacht, auf denen nicht nur Yuki zu sehen ist. Aber die Motivation detailliert diese spezielle Reise zu beschreiben, ist nie aufgekommen. Daher wird das kein klassischer Reisebericht.

Und doch war ich auf einer Reise, die mich zurück zu meinen Wurzeln führte. Die japanischen Pässe erleichtern die Einreise sehr. Die Müdigkeit verfliegt, als Cousin Ken mich vor Freude fast erdrückt. Aber er darf das und bekommt als Belohnung einen Rippenstoß.

Ich bin in Japan angekommen, meiner Heimat, meinem Land. Eine von 126 Millionen, die, nach Meinung von Europäern, alle gleich aussehen. Fremde gibt es hier kaum. In Japan lebende Chinesen und Koreaner sind Teil der asiatischen Familie und äußerliche Unterschiede kaum vorhanden.

Wir fahren zur Tante. Yuki hat sich in meinen Arm gekuschelt. Meine Mutter sitzt neben mir. Vorn unterhalten sich Ken und mein Vater. Ich höre ihnen nur mit halbem Ohr zu. Ein Gedanke geht mir durch den Kopf, als ich die vielen JapanerInnen sehe. Wenn ich hier auf Dauer lebte, wäre ich dann integriert?

Hintergrund der Frage, ist das FAZ-Interview mit Sawsan Chebli, der stellvertretenden Sprecherin des Bundesaußenministers. Ihre Worte gehen mir selbst in Japan nicht aus dem Kopf. Und das hat einen Grund.

Sawsan Chebli ist die Vorzeige-Muslimin der SPD und sogar in Deutschland geboren. Sie hat die Chancen dieses Landes genutzt, um sich Bildung anzueignen und Karriere zu machen. Mit Hilfe der SPD natürlich, für die alles Fremde bekanntlich zu hofieren ist. Dass sie dabei die eigenen Bürger gern vergisst, wird sich noch bitter rächen.

Als meine Eltern nach Deutschland kamen, haben sie bereits recht gut Deutsch gesprochen. Sie haben es in der Schule und über Brieffreundschaften gelernt. Und in den letzten dreißig Jahren, haben sie die Sprache perfektioniert. Auch sie werden immer Japaner bleiben und sind doch integriert.

Sawsan Cheblis Vater spricht kaum ein Wort Deutsch. Und der Mann lebt seit 46 Jahren hier. Sie findet das nicht weiter schlimm, ist ihr Vater doch nach ihrem Verständnis viel integrierter, als „ein AfD-Funktionär.“ Viele Deutsche werden nun begeistert nicken, geht es doch wieder gegen die „bösen Rechten“. Jenem angeblich so braunen Sumpf, in dem das Land zu versinken droht.

Dumm nur, dass dieses Land fest in der Hand rot-grüner Ideologen ist, die alles dafür tun, um Deutschland langfristig abzuschaffen. Mir will es nicht in meinen Kopf, was Frau Sawsan Chebli verzapft. Und warum deutsche Politiker sie nicht daran hindern. Oder hat niemand den entscheidenden Fehler in ihrer Argumentation gesehen?

Sawsan Cheblis Vater ist nie in Deutschland angekommen! Er hat das nicht gewollt. So wenig, wie eine Masse von Fremden, die Deutschland nur als Zahlmeister sehen. Wer das immer noch nicht glaubt, ist wirklich blind. Den wenigen Syrern, die wirklich nach Deutschland kamen, stehen 70 Prozent allein reisende junge Araber und Afrikaner gegenüber, die aus allen möglichen Ländern stammen.

Darunter gibt es Schmarotzer, die nur auf ein gutes Leben in Deutschland hoffen. Natürlich auch normale Männer, die falschen Versprechungen folgten. Aber die meisten werden weder Arbeit noch Frauen bekommen. Und das ist aufgestauter Sprengstoff pur.

In Japan gibt es kaum Muslime. Wir nehmen keine Flüchtlinge auf. Dafür zahlen wir 1,6 Milliarden Dollar, die sich in 810 Millionen Dollar für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak und 750 Millionen Dollar für Infrastrukturprojekte im Nahen Osten aufschlüsseln. Hilfe die ankommt und besser für alle ist.

„Mama“, sage ich, „glaubst du ich könnte in Japan leben?“ Meine Mutter schaut mich seltsam an. „Du kannst überall leben“, sagt sie rätselhaft und schenkt mir ein Lächeln. „Überall, wo deine Yuki ist.“

Ich bin in Japan angekommen, meiner Heimat, meinem Land. Ich spreche die Sprache, kenne die Sitten und Bräuche. Aber ich bin auch in Deutschland angekommen. Dort sind mir nur die Lederhosen fremd. Und Sauerkraut. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

Japan, das ist für viele ein unbekanntes Land. Legenden ranken sich um die sprichwörtliche Freundlichkeit der Menschen, die Natur, die Tempel, um Samurai und brutale Kriege. All das ist Japan und noch so viel mehr. Japan, bin auch ich.

Die Täter von Köln – Fakten vom BKA

Alltag in Deutschland. König Fußball dominiert. Köln, Düsseldorf, Darmstadt, die Flüchtlingswelle, hat Otto Normalbürger bereits vergessen. Gäbe es da nicht das Bundeskriminalamt, auch kurz BKA genannt. Das hat, fast unbemerkt von den Medien, nun Fakten zu Köln & Co. geliefert.

Es muss ein Schlag ins Gesicht der Verleugner sein, dass sich die Videobilder bestätigt haben. Daher schweigen sie nun ganz heftig. Aber Schadenfreude ist unangebracht. Nur die Fakten zählen. Und die sind heftig.

Fast 70 Prozent der ausländerrechtlich erfassten nichtdeutschen Tatverdächtigen seien zum Tatzeitpunkt weniger als ein Jahr im Land gewesen, gibt das BKA bekannt. Wobei deutsch in diesem Fall Migranten bedeutet.

Die meisten Tatverdächtigen kamen demnach mit der Flüchtlingswelle und hielten sich erst seit kurzer Zeit in Deutschland auf. 15,3 Prozent kamen aus Syrien, 11,9 Prozent aus Algerien und 10,1 Prozent aus Marokko, gefolgt von Irakern, Serben und Tunesiern. Und das spricht für sich.

Man darf dabei nicht übersehen, dass die Mehrheit der Zuwanderer keine Straftaten begangen hat. Aber das BKA gibt weiter bekannt, dass im ersten Quartal 2016 ca. 69.000 Straftaten begangen durch Zuwanderer (einschließlich Versuche) registriert worden sind. Und das ist deutlich zu hoch.

Die Zahl sei allerdings rückläufig heißt es weiter. Auffällig, die hohe Zahl von Diebstählen und Fälschungsdelikten, bei denen Nord- und Schwarzafrikaner an vorderster Stelle stehen. Gefolgt von Gewalttaten und Sexualdelikten. Aber die Presse schweigt dazu. Berichte über Unwetter und die Fußball EM sind wichtiger.

Nun mit dem Finger auf alle Zuwanderer zu zeigen ist so dumm wie falsch. Man sollte in diesem Zusammenhang aber auch die Wortwahl beachten. Ein Zuwanderer hat nichts mit einem echten Flüchtling zu tun. Die werden kaum bleiben, wenn der Krieg in ihrer Heimat zu Ende ist. Kriminelle Schmarotzer dagegen schon.

Die politische Verantwortung für Köln, für die neue Kriminalität, für Brandanschläge auf Flüchtlingsheime und die starke AfD, trägt ganz klar eine Person. Ihr Name ist Angela Merkel, unsere Bundeskanzlerin.

Ihre Kurzschlusshandlung, die Grenzen zu öffnen, den unkontrollierten Zustrom zuzulassen, hat erst zum sprunghaften Anstieg der Kriminalität geführt. Und das kann nach dieser Analyse des BKA niemand mehr leugnen. Aber die Schönredner schauen trotzdem weg.

Auch die drei Männer, die einen Anschlag in Düsseldorf geplant hatten, sind über die Balkanroute nach Deutschland gekommen. Und noch viele andere mehr, die bisher unentdeckt geblieben sind. Aber viele Menschen glauben noch immer an das Märchen der netten Migranten, die für Deutschlands Zukunft schuften gehen.

Reflexartig werden nun wieder LeserInnen die Nazikeule aus dem Keller heulen und mir damit böse drohen. „Die Japanerin hat doch sowieso keine Ahnung! Was bildet die sich eigentlich ein, unser Deutschland so zu sehen!“ Das ist der Tenor, den ich oft erlebe.

Ja, ich sehe Dinge anders. JapanerInnen sind traditionell Patrioten, das war schon immer so. Wir lieben unser Land und stellen eigene Bedürfnisse hinter das der Allgemeinheit zurück. Für mich ist Deutschland zur Heimat geworden. Und ich bin glücklich, dass meine Eltern mich hierher brachten.

Gesunder und normaler Patriotismus wird oft und gern mit Nationalismus verwechselt, dem bösen Unwort deutscher Geschichte. Jeder ist sofort „Rechts“, der eine national-liberale Einstellung hat. Kritik an Merkel, dem missbrauchten Asylrecht oder dem Islam, wird sofort mit Verachtung geahndet.

Viele Deutsche übertreffen sich darin, die Fähnchen der Willkommenskultur zu schwenken. Das hat weniger mit echter Liebe für Neubürger zu tun, es ist die pure Angst als intoleranter Menschenfeind (Nazi) gebrandmarkt zu werden. So sieht die Wahrheit aus.

Witzig dabei, dass diese Deutschen während der jetzt laufenden Fußball EM wieder glühende Patrioten sind und für ihre Kicker gröhlen. Brot und Spiele, Volksverblödung pur. Götze und Schweini werden es richten. Und Deutschland sich selbst.

Narrenschiff Deutschland

Die „tollen Tage“ sind vorbei, es ist Normalität im Land eingekehrt. Moment bitte, Normalität? Gut, die Pappnasen liegen zu Hause, aber einige sind noch immer aktiv. Menschen, die Köln als Mythos verleugnen und närrische Schönrednerei betreiben.

Und was ist nicht alles gesagt worden! Selbst Feministinnen haben sich erklärt und den Fokus sofort auf die deutschen Männer gerichtet und wie die mit Gewalt umgehen. Ja, das machen sie. Aber in Köln haben andere gegrabscht.

Das Geschehen in Köln sei ein symbolisches „Gespräch“ unter Männern gewesen, schreiben Dagmar Dehmer und Andrea Dernbach im Tagespiegel. [LINK] Vor allem ältere weiße Männer hätten darauf mit der Urangst reagiert, dass ihnen potente, junge, wilde Fremde, die Frauen wegnähmen. Mit der Aussage „Fremdenfeindliche Frauen hätten in Köln mit falschen Anzeigen reagiert verhöhnen sie die Opfer der Silvesternacht.

Normalerweise ist Frau Dehmer zuständig für die Umweltberichterstattung, besondere Schwerpunkte sind der Klimawandel und die Energiewende. Sie berichtet außerdem über entwicklungspolitische Themen und über Afrika, speziell Ostafrika und Nigeria. (Quelle Tagesspiegel) Wer aber Afrika kennt, der sollte nicht solche Lügen verbreiten. Aber vielleicht haben Umwelteinflüsse ihre Wahrnehmung getrübt. Das kann schon mal passieren.

Andrea Dernbach ist ein anderes Kaliber. Immerhin schreibt sie über Migration, Minderheiten, Bürgerrechte und Geschlechterpolitik. Vermutlich aus einer recht distanzierten Sicht. Oder sie denkt mit dem Schwanz, wie Henryk M. Broder formulierte. Hat der Mann vielleicht recht?

Natürlich versuchen zur Zeit alle politischen Lager, Köln für eigene Zwecke auszunutzen. Und mir graut bei dem Gedanken, die AfD in den Parlamenten zu sehen. Das Prekäre daran: die AfD ist zur Zeit die einzige Opposition gegenüber einer Politik, die immer verlogener und verworrener wird. Aber da wären ja noch „Die Linken“, die Nachfolgepartei der SED. Und in einer fernen Vergangenheit, hat es eine FDP gegeben. Und „Die Grünen“ sind auch nur noch angepasst.

Dieses Schöngerede, dieses abwiegeln, hat System. Der Öffentlichkeit werden nun verstärkt sportliche Ereignisse präsentiert, die den Blick von den offenen Grenzen lenken. Und wirksam zum Auftakt des Karnevals, hat die Polizei (mutmaßliche) islamische Terroristen entdeckt. Wie naiv muss man sein, um nicht die Absicht hinter solchen Aktionen zu sehen.

Wie tief gespalten unsere Gesellschaft ist, wie vergiftet das Gedankengut, zeigt das Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken im Deutschlandfunk. Auf die Frage, ob die Silvesternacht Deutschland verändert habe, antworte Frau Vinken mit folgendem Satz: „Nicht insofern, als es tatsächlich zu mehr Gewalt oder zu einer anderen Form von Gewalt kam und diese schon gar nicht von Flüchtlingen ausging.“ Und da fasse ich mir an den Kopf.

Natürlich hat nun keine Million Flüchtlinge Straftaten begangen. Aber die Marokkaner, Tunesier, Algerier vor Ort! Vierzig Täter hat die Polizei bisher ermittelt. Und auch wenn abgewiegelt wird, nur jeder Vierte habe einen Asylantrag gestellt, woher bitte stammt der Rest? Die wenigsten sind Deutsche, oder werden es. Warum sie noch hier sind? Ihre Heimatländer verweigern die Aufnahme ihrer abgeschobenen Staatsbürger aus Deutschland. Da frage ich mich warum.

Mehr als tausend Anzeigen liegen der Kölner Polizei nun vor. Dabei werden all die anderen Städte gern verschwiegen. Und die jeden Tag stattfindenden Übergriffe. Frau Vinken sieht das etwas anders. Sie spricht von einem Angstszenario, einem Mythos. „Unsere deutschen, milchweißen Frauen und fremde, dunkle Männer.“ Frau Vinken geht dann noch einen Schritt weiter und fühlt sich an den Raub der Sabinerinnen erinnert, der dazu führen solle „dass der Hass durch das Land brause und die Fremden vertrieben werden.“

Der Raub der Sabinerinnen war Fiktion. Köln war echt. Das hat Frau Vinken vergessen. Ich weiß nicht wie und wo diese Frauen leben. Aber sie leben nicht in meiner Welt. Und auch nicht in der Welt von Freundinnen aus Afrika und anderen Ländern, die mindestens so schockiert über Köln wie wir alle sind. Diese Frauen kannten die Gefahr. Ein Grund, warum sie aus ihrer alten Heimat flohen. Warum fragt man diese Menschen nicht?

Bundespräsident Gauck und nun auch unsere Kanzlerin machen erste Versuche eine Katastrophe abzuwenden, die Merkels Willkommenskultur angerichtet hat. Aber was bringen Worte, wenn selbst Politiker uneinig sind und SPD-Minister beim Asylgesetz nicht richtig lesen. Und mit welchem Recht hat Frau Merkel unsere Grenzen geöffnet und uns zur Lachnummer der restlichen Welt gemacht?

Der Journalist Reinhard Müller bringt es in seinem Kommentar in der FAZ auf den Punkt. Zwar habe jeder Mensch seine unveräußerlichen Rechte, die er in einem fairen Verfahren durchsetzen können müsse. Aber er müsse ein Asylverfahren nicht unbedingt in Deutschland durchlaufen und habe weder nach deutschem noch nach Europa- oder Völkerrecht einen Anspruch darauf, nach Deutschland zu kommen, oder in irgendein anderes bestimmtes Land.

Frau Merkel hat genau das vergessen. Ein klarer Rechtsbruch sagen Experten, der ihr nun eine Verfassungsklage beschert. Ausgearbeitet hat sie der Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider, der aber vermutlich damit scheitern wird. Kann ja nicht sein, dass sich eine deutsche Kanzlerin (ver)irrt! Aber irgendwer sollte diese Frau stoppen und ihre wirren Ideen. Deutsche Polizei nun an den Bosporus? Geht’s noch Frau Merkel?

Für eine befreundete japanische Familie, hat die momentane Lage alles geändert. Sie denken laut über eine Rückkehr nach Japan nach. Und das nach fast fünfzehn Jahren in Deutschland. Panik, völlig überzogen, lieber in Ruhe warten, was wann und wo passiert? Nein, nur ihre Sicht der Dinge als JapanerInnen. Denn Fremdenhass macht auch vor Klein Tokio in Düsseldorf nicht halt. Als Fremde in Deutschland darf ich dann nach allen Seiten schauen, hat mir die Frau gesagt. Da wähle sie lieber Osaka.

Aber vielleicht besinnt sich Deutschland und auch die Politik, bevor es zum offenen Bürgerkrieg kommt. Der übrigens schon lange im Szenario ausgearbeitet ist. Ebenso wie mögliche Terrorakte und die Einsatzpläne der Polizei. Das ist Deutschland, liebe LeserInnen. Ein Narrenschiff, das sich selbst versenkt.

Selbst versenkt, haben sich auch Düsseldorf und Mainz. Dort hatte man die Umzüge abgesagt. Angeblich wegen dem Wetter. Aber war das der wirkliche Grund? Nun kann ich nur über Düsseldorf berichten. Ein dunkler Himmel und einige Böen waren die einzig große Gefahr. Und meine gespielt finstere Miene, als wir zum Zuch nach Kölle gefahren sind, um richtig Spaß zu haben. Was haben wir gelacht!

Und damit zieht das Düsseldorfer Mädchen, Mayumi I., ab aus der Bütt und beendet die festliche Rede. Denn heute, am Aschermittwoch, ist alles vorbei. Und die wahren Narren servieren uns wieder Lügenbrei. Darauf ein dreifach donnerndes Alaaf und Helau!

Urlaub zu Hause

„Ich bin dann mal weg“, oder „Schöne Ferien“, könnte der Titel dieses Beitrags sein. Aber kann ich meinen LeserInnen wirklich mehr als 4 Wochen Mayumilose Zeit zumuten? Einige werden froh darüber sein, dass die „olle Japanerin“ Ruhe gibt. Endlich keine (kritischen) Fragen. Freut euch. Alles gut.

Aber was ist Urlaub, was bedeutet uns diese „schönste Zeit des Jahres?“ Erholung, Entspannung vom Alltag, werden viele sagen. Endlich mal kein Stress! Nur um dann auf extreme Bergtouren zu gehen, Tiefsee Tauchurlaub zu machen, oder abenteuerliche Segelfahrten. Andere liegen träge in der Sonne, oder saufen am Ballermann. Ist das Urlaub? Kaum!

Yuki und ich verwirklichen uns über das tägliche Leben, den Alltag. Kurztrips in andere Städte inbegriffen. In den letzen Monaten sind wir quer durch die Republik gedüst. Rostock, Kiel und München sind 3 Stationen unserer Fahrt. Wir hatten Spaß, haben nebenbei (viel) Geld verdient und Menschen in Not (damit) geholfen.

Japan ist Heimat für uns. Urlaub machen dort nur die anderen. Wir aber kehren zu unseren Wurzeln zurück und tanken Kraft für neue Abenteuer. Vielleicht erleben wir sie auch. Dieser Blog hat nun Sommerpause und wird (vielleicht) wieder Ende August seine Pforten öffnen. Vielleicht bleiben wir auch länger, das werden wir noch sehen.

Daher an dieser Stelle (k)ein „Sayonara!“

Japanisch, lesbisch, Frau

Japanisch, lesbisch, Frau sind die drei Vorurteile, die mich mein Leben lang begleiten. Nun lamentiere ich darüber nicht, ich zeige lediglich die Fakten auf. Wobei ich bewusst die Frage stelle, warum die Welt zum Teil rassistisch ist.

Wenn du als kleines Kind nach Deutschland kommst, siehst du die Welt mit anderen Augen. Deutschland war spannend, neu und regnerisch kalt. Das sind meine ersten Erinnerungen an Düsseldorf im Winter. Und ja, ich liebe diese Stadt. Und dieses Land, das seit 28 Jahren meine Heimat ist.

Rassismus und Vorurteile habe ich erstmalig als kleines Mädchen erlebt. Am eigenen Leib, als mich ein Junge hart zu Boden stieß. Und am Boden liegen auch all die Flüchtlinge, die in den Augen vieler Deutscher „anders“ sind. Eine andere Hautfarbe, ein anderer Glaube macht sie zu Außenseitern.

„Nein, die wollen wir in Deutschland nicht!“ So der Tenor vieler Gruppen, die sich Rassismus auf die Fahnen schrieben. Dumm nur, dass auch diese Menschen Ausländer in jedem anderen Land der Erde sind. Und auf dem Mars sowieso. Da gehören sie hin. Weit weg von uns, von mir. Und das war nun auch schon fast rassistisch.

Hart, aber fair ist meine Devise im Leben. Und das ist untypisch für die Durchschnittsfrau. Aber weder bin ich Durchschnitt noch das Mäuschen von nebenan. In mir steckt eine Kämpferin, die auch an Schienbeine tritt. Oder blutige Nasen verteilt, wie bei dem schubsenden Jungen. Er hat es nie wieder getan.

Die meisten Menschen kennen Vorurteile nur aus Büchern. Ich erlebe Intoleranz fast täglich. Da stehe ich als kleine Japanerin mit Doktortitel und werde von Mann belächelt. Von Mann, der die Entscheidung trifft, ob ich den Job als Beraterin bekomme, um seine Firma zu retten. „Ach Sie können das …?“ Hätte er das mal studiert.

Noch mehr Gegenwind schlägt mir bei den aggressiven Jägern unter der Spezies Mann entgegen, die mich lüstern mustern. Mann träumt vom Dreier mit „zwei Lesben“ und dass nur (s)ein Penis alles dominiert. Dieser nicht vorhandene „Mehrwert“ taugt vielleicht für jene Frauen, die sich nach Begattung sehnen. Dumm nur, dass selbst nicht lesbische Frauen keine reinen Sexobjekte sind. Mannes Fantasie hat sie nur dazu gemacht.

Man(n) hat mich „Schlitzauge“ und „Japs“ genannt. Beliebt ist auch „Kleine.“ Und das sind nur die nicht vulgären Worte. Auf die anderen verzichte ich in diesem Blog. Als Kind zweier Welten kann ich immer beide Seiten sehen. Ich verstehe die Angst der Menschen ebenso, wie ihre Vorurteile. Ja, auch ich bin nicht frei davon.

Als ich von meinem Frieden mit Mann schrieb, war das ehrlich gemeint. Männer sind nicht länger erklärte Feinde für mich. Aber um gleichberechtigte Partner zu werden bedarf es einiger Mühe, die von beiden Seiten kommen muss. Da hilft es wenig, wenn Machos über meinen Blog herfallen, oder dummdreiste Hooligans ein Küsschen wollen. Da erwacht dann sofort das Biest in mir. Mit oft harten Konsequenzen. Aber nicht für mich.

Japanisch, lesbisch, Frau sind  die drei Begriffe, die ich niemals ändern kann. Und warum sollte ich das wollen? Was ich aber möchte ist mehr Toleranz unter den Menschen. Egal ob sie von Deutschen kommt, oder mir, „der kleinen, lesbischen Japanerin.“ Ich gehe dann mal an mir arbeiten. Habt einen schönen Tag!

Wer mehr lesen möchte: Lass Mann mal ran – Gewalt gegen Frauen und Mein Frieden mit Mann

Weihnachten zu Hause

Wir, die wir im Wohlstand leben, werden an Weihnachten zu Hause sein. Aber wo ist „zu Hause“ überhaupt? Viele Menschen haben auch dieses Jahr ihr Heim, ihr Land verloren. Hilflos irren sie durch fremde Länder und werden kaum anerkannt. Ohnmächtig, ohne Geld und Sprache, schauen sie auf die für sie Reichen dieser Welt.

Wieder einmal, wie schon seit Jahrhunderten, wird Religion für Krieg benutzt. Machthungrige Patriarchen überziehen die Welt mit Feuer und Schwert. Und das ist falsch. Alte Männer opfern einmal mehr die Jugend der Welt. Und der Teufel lacht, um es mit christlicher Symbolik zu sagen.

„Kriege entstehen aus dem Scheitern, das Menschsein der Anderen zu verstehen“, hat der Dalai Lama gesagt. Ich sage, dass es billigste Machtgier ist, um dem eigenen Ego zu schmeicheln. Um Geld und Ressourcen anzuhäufen.

Die Mächtigen der Welt spielen ein böses Spiel. Es ist Schach mit dem Glauben der Menschen. Bauernopfer inklusive. Die Leidtragenden sind die Menschen, die hilflos vor dem Terror fliehen. Sie haben ihr Zuhause verloren, sie sind an Weihnachten allein. Rechte Hohlköpfe stehen nun in Deutschland auf, um Front gegen „Ausländer“ zu machen. Gegen den Islam, gegen Menschen die anders sind.

Anders als wer, frage ich? Wir alle, die wir satt und sicher in unseren Heimen sitzen, sind AusländerInnen in einem anderen Teil der Welt. Das sollten wir nie vergessen, wenn wir rührselig in weihnachtliche Stimmung verfallen und dicke Geschenke unser eigen nennen.

Auch ich werde Weihnachten im Kreis der Familie verbringen. Meine Eltern sind bereits hier. Wir sind in Deutschland zu Hause. Wir, dir wir aus Japan sind. Aber wir geben immer ein Stück von unserem Glück weiter. Und zur Not kämpfen wir auch dafür. Auch für die, die anders sind. Macht ihr das auch?

Wir, die wir im Wohlstand leben, sollten aufhören zu jammern. Wen interessiert es angesichts des Elends auf der Welt, ob der Zweitwagen von Familie Neureichoberprotz, einen Reifenschaden hat. Reicht denen die Hand, die alles verloren haben. Das wünsche ich mir für dieses Weihnachten, für das kommende Jahr. Und weniger Jammerblogs, auf allerhöchstem Niveau.

Schließen möchte ich diesen Beitrag mit den Worten von Charles Dickens: „Und ich werde an Weihnachten nach Hause kommen. Wir alle tun das oder sollten es tun. Wir alle kommen heim oder sollten heimkommen. Für eine kurze Rast, je länger desto besser, um Ruhe aufzunehmen und zu geben.“  

In diesem Sinn wünsche ich allen meinen LeserInnen friedliche und frohe Weihnachten. Wir lesen uns bald wieder. Nie angepasst und immer kämpferisch.

Nur der Himmel ist die Grenze

Japans Sonne scheint warm an diesem Tag. Die Regenzeit ist endlich vorüber. In einer Nachtschicht haben wir mit Ken zusammen seinen Skyline fahrbar gemacht. Die neuen Tubolader sind schnell eingebaut, der Rest des Umbaus ist bereits Geschichte. Müde aber glücklich sitze ich am Steuer. Ken hat mir die Ehre der ersten Fahrt überlassen.

Der Nissan Skyline GT-R R34 ist als Filmstar wohlbekannt. Paul Walker hat ihn in den „Fast and Furious“ Filmen gefahren. Aber wer nimmt schon 280 PS, wenn er getunte 500 PS haben kann? Die Beschleunigung presst uns in den Sitz. Aber keine Angst, wieder wird dies kein Bericht über Autos werden. Der Name Skyline passte nur so gut.

Wir lachen und haben Spaß. Wieder ist es ein komisches Gefühl auf der scheinbar falschen Seite zu sitzen. Und doch bin ich hier richtig, denn hier bin ich zu Hause. Japan ist in meiner Seele, meinem Herzen. Nie war ich japanischer, als in diesem Jahr.

Als ob Yuki meine Gedanken lesen kann, liegt ihre kleine Hand plötzlich auf meiner. Ich weiß was du denkst, sagen ihre Augen. Und auch dafür liebe ich sie. Ken räuspert sich, er kann uns fühlen. Aber bei aller Sensibiltät bleibt er doch Mann. Und Tränen zeigen nur die anderen.

In der Tuning-Branche wird gern und viel geschraubt. Dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf, als aus dem Autoradio ein Lied ertönt. „Sky is the limit“, höre ich. Und da stimme ich natürlich sofort zu. Für mich gibt es kaum Grenzen, ich mache immer was ich will.

Schule, Studium, Beruf, Karate, all das gehört zu mir und meinem Weg. Und wer soll mich schon stoppen? Das macht dann die Polizei. Aber wir waren nicht zu schnell. Der Beamte weist nur freundlich auf eine Vollsperrung hin, die ein umgestürzter LKW verursacht hat.

Ich sehe sein Interesse an dem Wagen, aber er ist im Dienst und darf nicht fragen. Wir werden umgeleitet und entschließen uns spontan einen Ausflug zu machen. Die Insel Nokonoshima ist nicht weit entfernt. Wir stellen den Skyline ab und setzen mit der Fähre über.

Erster Hunger meldet sich und wir kaufen uns ein Frühstück. Grüner Tee weckt unsere Lebensgeister. Wir mieten Fahrräder und fahren um die Wette. Natürlich sind wir zu laut, natürlich fallen wir auf. Fettnäpfchen, ich komme! Aber die Menschen lächeln nur, es sind nur wenige Japaner auf der Insel.

Wir treffen ein amerikanisches Ehepaar aus Boston. Er ist Ex-Soldat und war früher in Mannheim stationiert. „Ich habe 17 Jahre in Deutschland gelebt“, lässt Bill uns wissen. Er kann noch immer deutsch und ist stolz darauf. Seine Frau stammt aus dem Süden der USA, genauer Alabama. Ich kann sie nur schwer verstehen, der Dialekt ist fürchterlich.

Sie sind zwar typische Amerikaner, aufgeschlossen, freundlich, aber doch sehr an fremden Kulturen interessiert. „In Japan habe ich auch gelebt“, sagt Bill. „Und in Korea. Aber Deutschland vermisse ich sehr. Wir werden nächstes Jahr dort Urlaub machen.“

Der Tag vergeht, die Amerikaner verabschieden sich. Die Fähre bringt uns zurück aus dem Blumengarten. Wir brauchen Schlaf, selbst Tee kann uns jetzt nicht helfen. Ken hat die meiste Energie und fährt nun stolz seinen Wagen. Ziemlich fertig kommen wir bei Tante Kazumi an. Die fackelt nicht lange und steckt uns ins Bett.

Tanze Kazumi ist die forschere Ausgabe meiner Mutter. Herzensgut, aber weniger sanft. Und sie mag klare Worte, was eher untypisch für eine Japanerin ist. Aber damit kann ich und ich liebe sie dafür. Nur Ken mault kurz, als er nach Hause geschickt wird. Ein Blick seiner Mutter lässt ihn zum Lämmchen werden. Frauenpower pur!

Im Bett liegend muss ich immer wieder an Deutschland denken. Der Name weckt ein Gefühl in mir. Ich vermisse meine Mädels, die Drachenzwerge, mein Wing Chun. Und doch bleibt meine andere Heimat hier in Japan so fremd. Warum kann ich nicht in beiden Ländern leben? Die Idee ist geboren, Umsetzung folgt. „Sky is the limit?“ Nicht für mich!

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – Teil 2

Japans Zauber muss noch warten. Übermüdet gehen wir zu Bett.
Sanft schlummere ich in Yukis Armen ein und träume klar.
Ich laufe durch einen Kirschblütenhain. Auch Karin und Natalie sind da. Alle meine lieben Menschen und Yuki geht mit mir Hand in Hand.
Klar zu träumen, den Traum selbst zu bestimmen, das ist nicht jedem Mensch gegeben. Ich kann es seit ich bewusst denken kann.
Alpträume haben nur die anderen. Mein Schlaf ist stets erfrischend. Wenn er nur länger gewesen wäre.
Und ich kann ziemlich zicken, wenn man meine Ruhe stört.

Vom Gefühl her sind nur Minuten vergangen, als Ken lautstark ins Zimmer stürmt.
„Aufstehen!“, ruft er immer wieder. „Es ist schon spät!“
Er reißt uns die Decke weg und Tante Kazumi schimpft ihn aus.
Mein Kick trifft ihn leicht in den Bauch und lachend fällt er auf den Hosenboden.
„Raus du Verrückter“, sage ich bestimmt und versuche böse zu schauen. Aber das ist alles Spaß, ein altes Ritual seit Kindertagen.
Er rappelt sich auf und läuft noch immer lachend davon. Ich höre „Schlafmütze!“ und Yuki wirft ein Kissen nach ihm.
Treffer, versenkt. Meine Elfe wirft nie daneben. Das hat er nun davon.

Fukuoka präsentiert sich noch immer europäisch. 27 Grad, bewölkt, Regenrisiko 30 Prozent.
Es ist ein großes Hallo an diesem Tag, wir verteilen die Geschenke. Auch der Onkel ist da und freut sich riesig mit und über uns.
Gefühle zeigen nicht immer nur die anderen. Und das finde ich richtig gut.
Meine Cousinen nehmen mich in Beschlag. Bis auf wenige Mails haben wir kaum Kontakt. Sie haben Familie, sie leben ihr eigenes Leben. Aber Deutschland steht für beide auf dem Reiseplan.
Natürlich haben wir sie eingeladen. Und wenn irgend möglich, werden wir ihnen unsere andere Heimat zeigen.
Ich schmuse mit meiner kleinen Nichte und Yuki schaut mich seltsam an.
Ahnt ihr was sie denkt?

Der Tag vergeht mit viel Reden und noch mehr Neuigkeiten. Irgendwann sehnt sich mein Körper nach Sport.
Ken deutet meinen Blick richtig und rettet unser Leben. Die Sportsachen sind schnell gepackt und gemeinsam verlassen wir das Haus.
Wir fahren in sein Dojo, der Sensei erinnert sich an uns.
„Willkommen“, sagt er. „Ich freue mich sehr. Ihr dürft gern mit uns trainieren.“
Stolz erzählt Ken von meinem 1. Aikido-Dan. Er ist ein kleines Plappermaul.
„Der wahre Meister schweigt von seiner Kunst“, wird er vom Sensei prompt getadelt. „Dann zeig uns bitte, was du dagegen kannst.“
Ken schaut leicht belämmert, stimmt aber zu.
Ich lache. Endlich darf ich meinen Cousin werfen!

Er gibt sich Mühe und Yuki feixt. Auch der Meister schmunzelt. Alle haben Spaß.
Ein Novum im Dojo. Aber der Mann ist wirklich nett und sehr westlich aufgeschlossen. Und auch die Schüler erinnern sich und lachen mit.
„Bleib weg von ihr“, rät der Sensei Ken. Aber der will nicht hören und versucht immer wieder Schläge und Kicks.
Er gibt auf, als ich ihm mehrfach den Schwung nehme. Es macht sich nicht gut am Boden zu sein.
„Du bist gemein“, lässt er mich wissen und macht ein schmollendes Gesicht. Spaß im Übermaß der Gefühle. Ken ist eine Marke für sich.
In Wirklichkeit ist Ken ein Meisterschüler, aber selbst wenn er es könnte, er schlägt seine Cousine nicht.

Der Unterricht wird ernst, ich genieße die Stunde.
Ich mag den Sensei, er ist sehr gut in dem was er tut. Und der Sport bringt mir die Energie zurück.
Wir haben ausgemacht, dass wir zweimal pro Woche in dem Dojo trainieren. Und der Sensei mag gern mein Aikido sehen.
Ich werde die ein oder andere Stunde leiten und meine Kunst vermitteln. Auch das ein Novum, aber der Sensei will es so.
Natürlich sind einige Schüler skeptisch. Aber ohne vorzugreifen, sie haben mich akzeptiert.
Auch das Bild der Frau in Japan ändert sich. Vor allem, wenn sie überzeugen kann.

Für Yuki ist Kyokushin-Karate fremd. Aber Angst hat sie keine. Und die Erinnerung an den Vorfall vor einem Jahr ist lange vergessen.
Und wer mag schon ernsthaft mit einer Elfe kämpfen?
Das mache ich und prompt kitzelt sie mich.
„Du machst dich gut mit einem Kind im Arm“, lässt sie mich plötzlich wissen. „Du solltest das viel öfter tun.“
Ich ahne was sie mir sagen will. Aber bin ich, sind wir wirklich schon dazu bereit?
Frauen sind schon seltsame Wesen, findet ihr nicht?

Entspannt fahren wir nach Hause. Ken plappert unentwegt.
Er erzählt von seiner Arbeit und mag von unserem Studium wissen. Natürlich auch von meiner Selbstständigkeit.
„Ich habe leider wenig Zeit“, lässt er uns wissen. „Sonst wäre ich schon wieder bei euch dort. Die Projekte stapeln sich und das ist gut.“
„Was hast du mit dem Skyline gemacht, dem alten Wagen?“, frage ich. „Den hast du doch nicht etwa verkauft?“
Ken lacht herzlich. „Bin ich denn verrückt? Der steht in der Tiefgarage und wartet auf neue Turbolader. Dann wird er richtig schnell.“
Ich erzähle vom getunten GT-R und seine Augen leuchten.
Auch Ken hat Benzin im Blut.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, heißt es in einem Gedicht von Hermann Hesse.
Ja, ich fühle mich zu Hause. Ja, ich fühle mich gut. Wir sind in Japan angekommen. Deutschland ist ein Name geworden, ein halb vergessener Traum.
Ich werde meinen Traum von Japan träumen. Zusammen mit meiner Elfe. Zusammen in einem verzauberten Land.
Sayonara!