Wenn der Linke kommt – Gedanken zum G20-Gipfel

Hamburg, die Randale beim G20-Gipfel, ist an mir vorbei gegangen. Wir waren in Prag und haben unsere eigene Randale gemacht. In Form eines Kampfkunst-Seminars, das Stilübergreifend gewesen ist. Krav Maga, Musado, (Aiki)Jujutsu, von allem war etwas mit dabei.

Dabei waren in Hamburg auch Chaoten, denen es um Gewalt und Zerstörung gegangen ist. Ob es wirklich Linke waren, wird die Polizei besser wissen. Aber die war, von der Politik einmal mehr im Stich gelassen, überfordert. Aber ist das wirklich so?

Was genau ist in Hamburg passiert, was wird der aufgebrachten Öffentlichkeit vermittelt? Wem nutzt die Randale, wem schadet sie? Schaut man sich die folgenden Sätze an wird klar, dass in Hamburg Wahlkampf gemacht worden ist.

„Seien Sie unbesorgt: Wir können die Sicherheit garantieren. Wir werden Gewalttaten und unfriedliche Kundgebungsverläufe unterbinden“, hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz im Vorfeld angekündigt. „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus.“

Das klingt im ersten Moment gut, weiß der Mann etwa was er tut? Der Antifa ist „Onkel Olaf“ gut bekannt. Immerhin duldet er sie in seiner Stadt. Oder glaubt wirklich irgendwer, dass solche Krawalle ohne das Wissen der Mächtigen möglich wären?

Ist Onkel Olaf der Bundesmutti auf den Leim gegangen und Opfer seiner eigenen Geister geworden? Blanker Hohn dabei, auf beiden Seiten standen vom Staat bezahlte „Aktivisten.“ Wie ich das meine? Nachdenken hilft.

100 Millionen Euro für den „Kampf gegen Rechts“, hat sich Deutschland genehmigt. Auch damit wird indirekt die Antifa finanziert, die einmal mehr Wahlkampfhilfe für Mutti betrieb. Und Onkel Olafs Entschuldigung klingt lahm. Von Rücktritt reden wir später.

Ja. Angela I., hat sich Wahlkampfhilfe nach Deutschland geholt und zwar in Form von weiteren 19 Regierungschefs. Das soll den interessierten BürgerInnen zeigen, „Seht nur her, was ich die Mutti alles kann!“

Aber warum Hamburg und nicht die Lüneburger Heide? Damit der Bürger was zu schauen hat, wenn sein Kleinwagen lichterloh brennt und auch Oma Lieschens Bäckerei in Flammen aufgeht. Dann und nur dann kann man schärfere Gesetze machen. Dämmert etwas, meine Damen und Herren?

Dämmern wird es vielen nach den nächsten Wahlen, dass sie ihr eigenes (Todes)Urteil unterschrieben haben. Vielleicht nicht sofort. Die Veränderungen werden langsam kommen. Aber sie kommen. Mit Sicherheit. Hat jeder das Wortspiel erkannt?

Natürlich meldet sich auch der gute Heiko zu Wort. Immer mit Maß und klarem Ziel. „Das sind asoziale Schwerstkriminelle“, hat er BILD gesagt und auf den bösen Vermummten gezeigt. Und heimlich übt die Bundeswehr den Häuserkampf. Fragt sich gegen wen. Das sehen wir spätestens dann, wenn die KSK auch gegen (Thema der eigenen Wahl) Demonstranten eingesetzt wird.

Was die Öffentlichkeit nicht begreift und was sofort die „Verschwörungstheorie!“ Rufer aus den Hinterzimmern lockt, wir werden von den Eliten vorgeführt. In der Politik gibt es keine Zufälle. Dort wird eiskalt taktiert. Kollateralschäden inklusive. Kaputte Scheiben? Nicht so schlimm! Das Ziel ist alles.

Deutschland entwickelt sich seit Jahren weg von der (Schein)Demokratie. Die Eliten haben erkannt, dass damit kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Und der Nationalstaat ist sowieso ein Produkt aus der Vergangenheit. Es leben die „Vereinigten Staaten“ Die von Europa, was habt ihr denn nun gedacht?

Ja, die BürgerInnen werden wieder Mutti wählen und eine Schwarz-Gelbe Koalition. SPD, GRÜNE, LINKE und vermutlich die AfD, werden nach der Wahl traurig in der Ecke sitzen und sich gegenseitig auf die Finger schauen. Die Politik machen andere.

Die Weichen sind gestellt, Mutti wird uns weiter regieren. Dafür gibt es keine Alternative. Bis dahin werden sich friedliche Demonstranten und Polizisten die Wunden lecken und auf Rache sinnen. Das ist zwar menschlich, aber ziemlich dumm.

Dumm, da es den Eliten in die Hände spielt, die beide Seiten nur benutzen. Der Gag, beide sind BürgerInnen Deutschlands, das abgeschafft wird. Aber ich habe bekanntlich „keine Ahnung.“ Oder doch?

Vergewaltigung per Seminar

In meinem gestrigen Artikel hatte ich bereits über die Pick Up Artists (PUA) und Julien Blanc geschrieben. Bereits am Sonntag gab es dazu einen Artikel der Bloggern lesbomat, auf den ich an dieser Stelle hinweisen möchte. Ebenso auf ihren gestrigen Beitrag, wie sich Frauen gegen Übergriffe wehren sollten.

Klick 1: A really nice guy

Klick 2: Wie können sich Frauen gegen aggressive Anmache wehren?

Aber fertig mit den PUA bin ich noch lange nicht! Was diese Typen unbedarften Männern anbieten sind Seminare zur Vergewaltigung von Frauen. Ich sage das ganz bewusst auf diese Weise, denn letztlich läuft es genau darauf hinaus. Ist die Frau einmal „klar gemacht“, darf und wird Mann alles mit ihr machen. So der Tenor von Julien Blanc.

Auch in Deutschland wird 2015 ein solches Seminar abgehalten. In Hamburg vom 7. – 9. Mai. Der genaue Ort ist noch unbekannt, aber nicht der Preis. Nachwuchs-Casanovas müssen 400 Euro Anzahlung leisten. Das komplette Schwachfug-Semiar steht mit 1600 Euro bereit. Ein Schnäppchen für den Aufreißer. Muss er doch für käufliche Liebe ähnliche Summen berappen. Aber das ist ein anderes Thema, das sich hoffentlich bald erledigt hat.

In diesen Seminaren zeigt sich die ganze Erbärmlichkeit von Menschen, für die Frauen nur Objekte sind. Bei den PUA wird von sogenannten „Targets“ gesprochen. Das Ziel ist klar: Frauen ohne großen Aufwand ins Bett zu bekommen. Und da wird mir schlecht.

Kein Wort von Gefühlen, von Liebe, Romantik, oder trauter Zweisamkeit. Die Frau als Ware. Für den Neu-Aufreißer einfach wunderbar. Deren Tricks sind so wirkungsvoll wie einfach, Mann baut auf die Neugier von Frau. Mit gezielten Beleidigungen, oder gespieltem Desinteresse, wird die Aufmerksamkeit der Frau gesucht.

Aus der Sicht einer lesbischen Frau ist das gleich doppelt widerlich. Auch wir daten Frauen, aber wir beschimpfen sie nicht. Und es gibt auch keine Lesbe, die Flirt-Kurse für teures Geld anbietet. Warum bitte sollten wir das tun? Wir lieben Frauen und wir vergewaltigen sie nicht.

Meine Satire „Was Männer schon immer über Lesben wissen wollten“, hat plötzlich ein völlig neues Gewicht. Die Wahrheit schimmert gnadenlos durch. Und NEIN, dies ist KEIN Rundumschlag gegen die Spezies Mann! Aber gegen Typen wie Julien, gegen jeden Menschen, der andere Menschen benutzt und nicht respektiert.

Ich bleibe dabei: für mich und für viele andere Frauen sind die Seminare der PUA ein Aufruf zur Vergewaltigung. Noch weiß ich nicht, wie ich gegen die Typen vorgehen kann. Aber Schweigen hilft nicht weiter. Daher möchte ich zumindest möglichst viele Frauen über die Machenschaften der Truppe informieren und ihren Blick für das Wesentliche schärfen. Damit ihr auch morgen noch die normalen Männer küssten könnt.

Adel verpflichtet

Dieser Beitrag ist einige Monate alt. Und eigentlich wollte ich ihn nicht bringen. Das Original hätte Graf Werner geoutet und ich mich um Kopf und Kragen geschrieben. Das galt es zu vermeiden. Auch eine weitere „Rote Karte“, die Yuki mir symbolisch zeigte. Also habe ich einge Passagen gestrichen und den kompletten zweiten Teil. Er war zu verräterisch. Hier also nun (m)eine kleine Geschichte, wie ich zu meinem Job als Unternehmensberaterin kam.

Ob es den Zufall wirklich gibt, haben schon viele Menschen bezweifelt. Viele nennen es Schicksal, wenn der Zufall ihr Leben verändert. Ich glaube weder an den Zufall noch an Schicksal. Nur an mich selbst. Aber die Begegnung mit einem außergewöhnlichen Menschen wird alles verändern. Sayonara Uni, willkommen Rest meines Lebens.

Graf Werner lässt bitten, schmunzelnd führt er uns in den Salon.
„Das freut mich jetzt wirklich Sie beide wiederzusehen“, sagt er.
Von Düsseldorf aus sind wir nach Norden gefahren. Gut motorisiert mit dem 370Z und wie immmer voller Tatendrang.
Hamburg präsentiert sich diesig und ich wähle Graf Werners Nummer.
Der Termin steht schon seit einigen Tagen. Aber unangemeldet mag ich nicht.
„Meine Frau spricht oft von dem Urlaub“, lässt er uns wissen. „Sie wird sich riesig freuen.“
Japan zu Gast bei Freunden.

Bei Tee und Gebäck vergeht die Zeit im Flug. Graf Werner will den Z gern sehen.
„Denk an deine Bandscheibe“, mahnt seine Frau.
Aber der alte Unternehmer lacht.
Yuki unterhält sich weiter mit ihr, während ich den Grafen zum Nissan führe.
„Der sieht chic aus“, lobt er das Design. „Nur komme ich kaum dort rein.“
Aber der Sitz passt wie angegossen.

Fauchend erwacht der Z zum Leben und Graf Werners Augen leuchten.
„Serie ist das nicht“, stellt er mit geschultem Ohr fest.
„Nein“, erwidere ich. „Dieses Schätzchen hat über 400 PS.“
Wir rollen die Einfahrt zu Graf Werners Villa entlang und er lotst mich zur Autobahn.
„Wunderbar!“, entfährt es ihm immer wieder. „Dieses Gefühl habe ich lange vermisst.“
Freiheit kann so einfach sein.

Wir fachsimpeln über Autos, Beruf und Sport.
„Ich habe auf der Uni mal geboxt“, lässt er mich wissen. „Und Sie wollen Ihre Kunst wirklich in Vollzeit lehren?“
„Davon werde ich kaum leben können“, erwidere ich. „Aber ich habe noch andere Ideen. Nur Angestellte mag ich keine mehr sein.“
„Mit Ihren Kenntnissen könnten Sie viel Geld verdienen“, meint der Graf. „Vor allem durch ihren Titel.“
Titel, Thesen, Temperamente.

Er zwinkert mir verschwörerisch zu.
„Sie glauben kaum, wie wichtig Titel sind“, fährt er fort. „Obwohl der Adel in Deutschland offiziell abgeschafft ist, interessiert das niemanden. Sie werden als Graf ganz anders behandelt. Mir hat es den Weg geebnet und vieles deutlich erleichtert. Und irgendwann verdient sich das Geld ganz von allein.“
Understatement pur, der Mann war schon immer Multimillionär.
Aber über Geld redet man/n in diesen Kreisen nicht.

„Ein Freund von mir hat eine marode Firma gekauft“, sagt er. „Dem Inhaber fehlte es an Kapital, aber sein Produkt ist Spitze. Nun sucht er Werbestrategen und Unternehmensberater. Hätten Sie Interesse?“
Eigentlich habe ich mit BWL abgeschlossen. Aber Unternehmensberater sind durchaus kreativ. Und das traue ich mir zu.
„Warum nicht“, sage ich. „Eine Herausforderung ist es auf jeden Fall.“
Selbstbewusstsein pur. Scheitern werden nur die anderen.

Graf Werner strahlt und nickt.
„Ich mag ihren frischen Geist“, sagt er und greift zum Handy. „Wir fahren jetzt bei Fritz vorbei.“
Fritz, das ist Dr. Friedrich Holm (Name geändert), der beste Freund des alten Grafen. Und zigmal so reich wie er.
„Lassen Sie sich bloß nicht übervorteilen von dem alten Knaben“, sagt der Graf. „Der liebt es nur zu feilschen. Geld ist ihm egal.“
Wissen ist oft unbezahlbar.

Ich informiere Yuki, dass es länger dauert und erzähle ihr von dem Angebot des Grafen.
„Ja, mach“, sagt sie sofort begeistert. „Ich trinke dann noch eine Tasse Tee und schaue mir die Villa an. So eine kaufen wir dann auch, wenn wir gemachte Leute sind.“
Yuki-Humor und ich muss lachen.
Koffein brauche ich keins, jetzt gilt es einen klaren Kopf zu haben.
Logik sei mein Gast.

Dr. Holm ist sympathisch, aber skeptisch. Ein Gentleman der alten Schule. Frauen gegenüber reserviert, zeigt er mir dann doch die Bilanzen.
Graf Werner schmunzelt, als meine Blicke über die Zahlen fliegen.
Hochkonzentriert erkenne ich sofort einige Posten, die nach Streichung schreien.
BWL ist so einfach, wieso sieht Mann das nicht?
Dr. Holm prüft nach und stimmt mir zu.
Ippon! Der Punkt geht klar an mich.

„Sie haben den Job“, sagt Dr. Holm spontan und nennt mir eine Summe, für die er mich engagieren will.
Fast unmerklich schüttelt Graf Werner den Kopf und bedeutet mir mit den Fingern eine andere Zahl.
Dr. Holm schluckt, als ich sie ihm nenne und greift sich theatralisch ans Herz.
„Sie wollen einen alten Mann ruinieren“, sagt er und kann sich ein Lachen kaum verkneifen. „Aber Ihr Auftreten gefällt mir, also abgemacht.“
Die Zeche zahlen immer die anderen. Und Adel verpflichtet … nur die Besten.
Und zu denen gehöre ich.

Für Interessierte, die nicht alle Hintergründe kennen, hier die Links zur Historie:

Wie ich Graf Werner traf: Teil 1Teil 2Teil 3

Meine Selbstständigkeit: Ich, mein Selbst und das ständig

Yukis Rote Karte an mich: Eine Frau sieht Rot

Eine Frau sieht Rot

Pfingesten ist vorbei und mein Schweigen hat ein Ende. Es waren tolle und heiße Tage, die wir mit Freunden und Familie verbrachten. Wer aber nun glaubt, dass ich nun nahtlos an meine Blog-Artikel anschließe, der ist im falschen Film. Zwar wird es auch weiterhin Eintrittskarten geben, aber meine ist ab sofort Rot. Ja, ich habe die rote Karte gesehen. Und die habe ich mir selbst gezeigt.

Ursprünglich sollte an genau dieser Stelle ein Zweiteiler folgen, in dem ich über einen weiteren Grund meiner Selbstständigkeit schreibe. Aber bei der Korrektur des Artikels ist mir bewusst geworden, dass das so nicht geht. Auch, wenn ich keine echten Namen nenne, einige unverwechselbare Fakten hätten die echten Personen dahinter ins Licht der Öffentlichkeit gebracht. Und das wird nicht geschehen.

Yuki und ich habe lange darüber gesprochen und das „Für und Wider“ abgewägt. Auch sie ist der Meinung, dass ich über zu viele intime Dinge schreibe, die so nicht ins Internet gehören. Und ich höre auf meine Frau. Wer soll mir sonst das Essen kochen? Das nur als Scherz am Rande. Ich koche viel besser als sie. Vor Wut natürlich, was habt ihr denn nun gedacht?

Vermutlich werde ich die beiden Texte umschreiben und fiktive Kurzgeschichten daraus machen. Und auch den Ort der Handlung ändern. Was schade ist, denn Hamburg ist schön. Nur am Wetter sollte man dort arbeiten. Das ist im Süden besser. Also bis die Tage wieder, wenn ich bei mir selbst angekommen bin. Momentan fahren meine Gedanken Achterbahn. Und das liegt an der enormen Hitze. 36 Grad sind zu heiß für mich.

Grüße aus der Badewanne. Von einer coolen

Mayumi

Liebe liegt in der Luft

„Kann ich Ihnen noch etwas bringen?“, drang die Stimme der Stewardess an Annas Ohr.
Sie schaute auf und in zwei wunderbare Augen.
Ein Lächeln schwebte zwischen den Frauen.
Anna war nicht auf den Mund gefallen, aber beim Anblick der Stewardess fehlten ihr die Worte.
Ein Kribbeln enstand in ihrem Bauch.
„Ja noch etwas Orangensaft bitte“, hörte sie sich selbst sagen.
Sie wusste selbst, wie lahm das klang. Aber mehr brachte sie nicht über die Lippen.

Die Maschine war fast leer. Ein Flug Hamburg – München.
Anna war auf dem Weg nach Hause. Zurück in ihre Berge.
Ihre Tante aus Hamburg hatte gerufen, die weit entfernte Nichte vermisst. Und ein Wochenende mit Tante Marie war immer eine Reise wert.
Die dunklen Augen lagen noch immer auf Anna. Und langsam wurde sie nervös.
Der Orangensaft floß langsam in den Becher. Und wie unabsichtlich streifte die Stewardess Annas Hand.

Anna war lesbisch, aber mit anderen Lesben hatte sie seit jeher ein Problem. Es passte einfach nie.
Vier Beziehungen waren im Sand verlaufen. Und immer waren die Frauen eigentlich heterosexuell und nun wieder bei Mann.
Warum sie sich immer in Heten verliebte, das wusste Anna nicht. Und auch bei der Stewardess war sie sich ganz sicher, dass die eigentlich auf Männer stand.
Nur warum flirtete sie so offen mit ihr? Das wollte Anna wissen.
Tapfer, aber mit wild klopfendem Herz, ging sie in Richtung Toilette. Dort in der Nähe wusste sie die Notsitze, auf denen die Stewardessen oft saßen.
Und Anna hatte recht.

Die Augen der Frauen hielten ein stummes Zwigespräch. Sie hatten sich längst erkannt.
Aber wie flirtet Frau mit Frau?
Anna begann mit einem Lächeln.
„Ist der Flug immer so leer?“, fragte sie. Beim letzten Mal durfte ich auf den Notsitz. Aber das ist schon fast 2 Jahre her.“
„In letzter Zeit sind viele Flüge nicht ausgebucht“, erwiderte die Stewardess. „Die Konkurrenz wird immer größer, Billigflieger überall.“
„Und kein Service, ich weiß“, warf Anna ein.
Die Frauen verstanden sich, sie hatten ihr Thema gefunden.

„Ich hoffe Sie sind mit unserem Service zufrieden“, sagte die Stewardess und versuchte nicht einmal ihr Lächeln zu verbergen.
„Mein Name ist übrigens Alina.“
Anna fühlte erneut das Kribbeln im Bauch.
„Und ich bin Anna“, sagte sie.
Die Minuten verrannen, dehnten sich zur Stunde und Worten, die ihr Ziel erreichten.
Und auch Alina war jetzt nervös.

Ein Signal ertönte, die Landung stand kurz bevor.
Alina sprang auf.
„Sie müssen sich bitte setzen“, bat sie Anna. „Ich habe nach dem Flug frei. Wenn Sie möchten …?
Anna wollte und strahlte Alina an.
Dann sah sie den Ring an ihrer Hand.
Ein Schlag in den Magen hätte kaum schlimmer sein können. Enttäuscht wollte Anna gehen.
„Nein“, hörte sie Alina leise sagen. „Bitte …, es … so ist es nicht. Warten Sie am Ausgang auf mich. Ich möchte gern weiter mit Ihnen reden.“

Anna nahm all ihren Mut zusammen.
„Geh, sie spielt mir dir!“, flüsterte eine Stimme. „Sie  wird dich nur enttäuschen, sie hat einen Mann.“
Aber Anna blieb. Tapfer und doch aufgeregt sah sie Alina kommen.
„Danke!“, waren deren erste Worte. „Ich dachte schon du … Sie …. Ach Mist!“
Beide lachten.
„Du passt schon“, sagte Anna fest. „Worüber magst du mit mir reden?“
„Über alles“, flüsterte Alina. „Über mich, dich. Uns? Wollen wir etwas essen gehen?“
Anna mochte.

Alina lebte getrennt. Das machte sie sofort klar.
„Ich habe mich selbst schon lange gefunden. Nur meine wahre Liebe noch nicht.“
„Und das ist eine Frau?“, wollte Anna wissen. Und versank fast im Boden dafür.
Aber Alina lachte und nahm vorsichtig ihre Hand.
„Ja“, erwiderte sie bestimmt. „Das ist nur eine Frau.“
Wie selbstverständlich legte Anna auch ihre andere Hand auf Alinas schlanke Finger.
„Du bist verrückt!“, flüsterte sie und der Kloß in ihrem Hals begann noch mehr zu wachsen.
„Mit mir und Frau funktioniert es einfach nicht.“
„Jetzt kennst du ja mich“, warf Alina ein. „Lass es uns versuchen?“

Zwei Jahre gingen ins Land. Ein Flug München – Hamburg.
Wieder war die Maschine fast leer.
„Kann ich Ihnen noch etwas bringen?“, drang eine warme Stimme an Annas Ohr.
Sie schaute auf und in die wunderbaren Augen ihrer Frau.
Anna war unterwegs zur Tante. Natürlich kam Alina mit.
Und wieder lag Liebe in der Luft. Für immer.

 

Ich geb Gas – Ich will Spaß! (Teil 3)

Hand in Hand gehen wir in einen neuen Morgen. Symbolträchtig und in trauter Zweisamkeit. Wie Zuckerguss bedeckt der Schnee das Land. Ein Bild des Friedens.
Der gleiche Frieden ist auch in mir. Hier und jetzt muss ich nicht kämpfen.
Wir reden. Über uns und unser Leben. Über Pläne und Ziele, den Weg zum Glück.
Plötzlich lässt mich Yuki los und wirft Schnee nach mir.
Ausgelassen tollen wir durch die weiße Pracht. Es gibt keine Siegerin. Nach wenigen Minuten sehen wir beide wie eine Yuki-onna aus. Der Spaziergang in der Kälte hat uns gut getan. Wir sollten das viel öfter machen. An der frischen Luft denkt es sich viel besser. Worüber wir geredet haben werde ich in einem anderen Beitrag schreiben, der wieder richtig vernünftig wird. Versprochen!
„Ich habe Hunger“, sagt Yuki. „Wollen wir frühstücken gehen?“

Zurück im Hotel treffen wir auf Graf Werner. Er winkt uns freundlich zu
„Wir gehen Skifahren, kommen Sie mit?“
Aber wir haben andere Pläne.
„Schade“, sagt er und verabschiedet sich. „Und denken Sie daran mich zu besuchen, wenn Sie in Hamburg sind.“
Wir zahlen und fahren los. Durch Winter, Sonne und Schnee. Leben pur. Ich liebe es.
Die Reise reißt ein dickes Loch in unser Budget. Vernunft ist anders.
Wie gut, dass es noch meine Eltern gibt und deren finanzielle Hilfe. Ich nutze sie nie aus, das habe ich nie getan. Aber Geld erleichtert viele Dinge. Und ich bin dankbar dafür.

Ich muss an die Bloggerin Charlotte denken. Sie erlebt täglich Natur pur hier in der Schweiz. Fast bin ich neidisch und muss ihr das unbedingt sagen.
Aber ist das Gras auf der anderen Seite des Meeres nicht immer etwas grüner?
Auf youtube habe ich das Lied von Markus gefunden. „Ich will Spaß, ich will Spaß“, krächzt er aus dem Handy.
Wir müssen lachen. Spaß, den haben wir.
Kugelblitze und Raketen heißt das Album.
Steht Golf R für Rakete? Das werden wir dann sehen.

Wir cruisen durch ein von Kälte erstarrtes Land. Malerisch, verzaubert liegen Wald und Flur. Und majestätisch erheben sich die Berge.
Snow Patrol „Chasing Cars“ läuft im Radio. „Let’s waste time“, höre ich.
Nein, wir verschwenden keine Zeit. Zeit ist ein zu kostbares Gut. Zeit wissen wir immer gut zu nutzen. Wichtig ist, dass wir zusammen sind.
Wir fahren zurück nach Deutschland, verlassen die schöne Schweiz.
Der Golf darf endlich zeigen, was wirklich in ihm steckt. Aber R steht nicht für Rakete, bei 250 km/h ist mit dem Vortrieb Schluss. Und doch hat der Wagen Flair. Aber fast 40.000 Euro ist uns der Spaß nicht wert. Woher sollten wir die auch nehmen?
Manchmal heißt es vernünftig sein.

Warum auch immer kommt mir die Ralleyfahrerin Jutta Kleinschmidt in den Sinn. Sie war eine der Heldinnen meiner Teenagerzeit. Eine starke Frau in einer von Männern dominierten Welt. Und die erste Frau, die jemals die Ralley Paris-Dakkar gewonnen hat. Vielleicht steht beim Golf das R für Ralley. Ich sollte das bei Gelegenheit testen. Lust hätte ich dazu.
Noch einmal denke ich an die Schweiz zurück, an den Winter. Wie schön wäre es in einem fremden Land einfach abzutauchen. Eine Weile nichts tun außer Schreiben.
„Bring doch deine Haikus endlich als Buch raus“, sagt Yuki. „Ich helfe dir dabei. Und deine Texte schauen wir auch alle durch. Die kombinieren wir dann mit deinem Blog zu einem Buch mit Kurzgeschichten.“
Vor Jahren hatte ich diese Idee selbst gehabt, aber lange wieder verworfen. Ich bin keine Schriftstellerin, das bilde ich mir nicht ein.
„Stimmt, du bist doof“, sagt Yuki. „Und jetzt gib endlich Gas. Oder lass mich ans Steuer.“
Natürlich höre ich auf sie. Yuki fährt wirklich gut. Nur anders. Vernunft regiert bei ihr.

Yuki schaut mit dem Handy nach Mails.
„Wir bekommen in den nähsten Wochen einen BWM 235i zum Test“. lässt sie mich wissen. „3 Liter Hubraum, 326 PS, 450 Nm, 250 Spitze. In Rot! Wie gefällt dir das?“
Ich bin sofort begeistert und trete spontan das Gaspedal durch.
Der Golf stürmt los und röhrt vor Freude.
Yuki lacht.
Vernunft ist anders.

Wir suchen auch in Deutschland die Natur und parken den Raketengolf am Waldrand. Fuchs und Hase sagen sich hier gute Nacht. Das mögen wir.
Mein Handy klingelt. Es ist mein Lieblingscousin Ken. Er fragt wie es uns geht und ob wir nicht endlich Kinder wollen.
Ich beschimpfe ihn aus Spaß und höre sein Lachen. Er ist wirklich ein verrückter Kerl.
Als ich ihm vom Golf erzähle will er alles wissen. Ich muss Bilder machen und ihm schicken.
Ken ist völlig aus dem Häuschen, aber als er den Preis des Wagens hört schweigt er betroffen.
Unvernunft hat ihren Preis.

Ken kündigt an im März wieder in Deutschland zu sein. Er hat die Bilder seiner letzten Reise gut verkauft und etwas Geld gemacht.
Ich freue mich. Diesmal werden wir auch zusammen ins Training gehen.
Kaum hat Ken aufgelegt, als das Handy wieder klingelt.
Es ist Ilka, die Juristin. Sie lädt uns für kommendes Wochenende zum Abendessen ein, denn sie hat etwas zu feiern. Der Grund heißt immer noch Amelie.
Auch das freut mich und ich gönne ihr das Glück von Herzen.
Ich starte den Golf und gebe Gas. Im Tiefflug nach Hause. Ein letztes Mal Unvernunft, ein letztes Mal Fahrspaß pur.

„Ich geb Gas – Ich will Spaß!“, hat Markus vor mehr als 30 Jahren gesungen. Manchmal können auch Männer ganz (un)vernünftig sein.

Wenn Zwei sich trauen – Tagebuch eines Plans (3)

Die Vorbereitungen zur Hochzeit sind soweit abgeschlossen. Kleider und Schmuck liegen bereit, das Essen ist bestellt, Einladungen verschickt. Feiern werden wir in einem angemieteten Saal. Bis dahin wird Cousin Ken auch wieder von seiner Deutschland Tour zurück sein. Es geht ihm übrigens gut, er war bereits in München, Berlin und ist zur Zeit in Hamburg unterwegs. Er wird auch unser Fotograf sein. Das kostet weniger. Clever, oder? Außerdem wäre er sonst beleidigt gewesen. Und Ken als Fotograf ist wirklich gut!

Ich blicke gespannt nach vorn und auch ein wenig nachdenklich zurück. Werde ich jetzt (endlich) erwachsen? Bedeutet die Heirat den Abschied von meiner Jugend? Keine Angst, weder bekomme ich kalte Füße noch bin ich depressiv! Aber ich stehe wirklich vor großen Veränderungen in meinem Leben. Als Japanerin / Asiatin sehe ich immer noch sehr jugendlich aus. Und so fühle ich (mich) auch. Mein Alter ist nur eine Zahl! Bei mir zwickt und tickt nichts 😛 Und graue Haare suche ich auch vergebens. Das liegt aber bei uns in der Familie. Und wenn ich dann mal welche finde, in sagen wir 30 Jahren, dann färbe ich die weg.

Unsere Eltern sind total von der Rolle. Meine haben angekündigt endlich in unsere Nähe zu ziehen. Wird auch Zeit! Ich ahne bereits, dass mein Papa dann wieder mein (unser) Trainer wird. Soll er, dann wird ihm auch nicht langweilig. Sie haben einen Käufer für das Haus gefunden und suchen nun ein passendes Objekt im Süden. Vermutlich wieder viel zu groß mit viel zu vielen Zimmern. Aber es könnte ja Besuch kommen! Ich vermute in der stillen Hoffnung, dass wir bei ihnen einziehen. Dann wären natürlich Yukis Eltern beleidigt. Eltern, die unbekannten Wesen …

Wir wissen nun auch, wer unsere Trauzeugen sein werden. Unsere besten Freundinnen, wer auch sonst? Leider können wir nicht auf Hochzeitsreise gehen. Die hatten wir im Sommer schon. Aber vielleicht nächstes Jahr. Japan, wir kommen! Auf jeden Fall freue ich mich total auf meine Frau. Klingt doch gut, oder? 🙂

Dies wird der vorerst letzte Eintrag zur Hochzeit sein. Ob ich in den nächsten Tagen viel Zeit zum Schreiben habe weiß ich nicht. Aber „The Beast“ bleibt der Blogger Welt erhalten.  Bis dann ihr da draußen, wir lesen uns!