Wenn das Grau(en) erwacht

Wenn der Sommer schlafen geht, werden auch die Menschen müde. Die Gesichter, eben noch fröhlich lachend, verwandeln sich in starre Masken. Eine Armee von Schatten schleicht durchs Land. Und düster, voller Trauer sind oft auch die Worte. Der Herbst ist angekommen. Die ersten kühlen Tage lassen die Menschen herzerweichend jammern. Komisch, wie ich finde. Bei 40 Grad im Schatten, haben sie auch gestöhnt.

Ein Blick in Blogs und Foren zeigt mir das gleiche Bild. Düstere Schwermut wohin mein Auge blickt. Die Menschen schrei(b)en ihre Not ins Land. Das Internet als Therapie? Die Bemerkung einer Freundin bringt es auf den Punkt. „Haben die ihre Antidepressiva vergessen?“ Sie darf das sagen, sie weiß wovon sie spricht. Aber sind Tabletten wirklich der Weisheit letzter Schluß?

Ein Mangel an Sonne macht uns angeblich anfälliger für Melancholie. Nüchtern betrachtet ist Dunkelheit nur das absolute fehlen von Licht. Und auch die Nacht hat gute Seiten. Ebenso der Herbst mit seinen bunten Farben. Aber für viele Menschen ist ein Glas immer halb leer. Egal, ob sie bereits daraus getrunken haben.

Jeder dritte Deutsche sei vom Herbstblues betroffen. Sagt die Statistik. Und die lügt bekanntlich nie. Nun ist es Fakt, dass Sonne gute Laune macht. Im Sommer sind Menschen aktiver. Der Herbst dagegen lockt mit der Couch. Und genau das kann ein Fehler sein. Ist das Grau(en) in der Seele erst einmal erwacht, wird es so schnell nicht mehr weichen.

Sport hilft gegen den herbstlichen Blues. Jede Art von Bewegung. Und schon höre ich die Ausreden warum dies und das nicht geht. „Ich habe doch keine Zeit“, sagen viele und verbringen selbst die Mittagspause im Büro. Klar, dort ist es mollig warm. Internet inklusive.

Yuki und ich sind immun gegen den Blues. Wir sehen die Dinge meist positiv. Es ist so einfach glücklich und aktiv zu bleiben. Wir Regenbogenmädels wissen das. Wer immer nur jammert, ist mir sowieso suspekt. Das gilt für Blogs und reale Menschen. Beide meide ich.

„Ich kann keine Minis mehr tragen,“ heult sich eine Freundin bei uns aus. Hautenge Leggins lösen das Problem der kalten Beine. Yuki und ich haben die ärmellosen Shirts mit dicken Baumwollhemden getauscht. In die kann Frau sich wunderbar kuscheln. Und warm halten sie auch. So einfach ist das mit dem Herbst.

„Draußen ist es kalt und eklig“, jammern Frauen gern. Mann rümpft über Regenwetter seine Nase und fährt lieber PKW. Dabei ist es so einfach in Bewegung zu bleiben. Joggen reicht, es muss nicht gleich Karate sein. Und selbst Nordic Walking ist besser, als Kuchen und ein Liebesfilm. Beides kann Frau sich nach dem Sport noch gönnen. Mit PartnerIn versteht sich. Gemeinsam kriegt man alles besser hin.