Auge um Auge, Zahn um Zahn

Deutschland, Europa und auch die USA sind überwiegend christlich geprägt. Christliche Werte bestimmen den Alltag und den (Aber)Glauben der Menschen. JapanerInnen haben damit kein Problem. Wir sind zwar überwiegend Buddhisten, aber irgendwo auch Shintoisten und christliche Bräuche mögen wir auch recht gern.

Als Buddhistin war ich vom Religionsunterricht befreit, habe mich aber freiwillig neben meine Freundin Nathalie gesetzt und den Geschichten um Jesus und seine Apostel gelauscht. Schon damals fielen mir gewisse Ähnlichkeiten mit dem Buddhismus auf. Ich mochte die friedlichen Christen.

Eine Japanerin (be)sucht Gott

Klein-Mayumi ist also tapfer mit in die Kirche marschiert und hat der Pfarrerin zugehört. Eines Tages, ganz meiner Natur entsprechend, hat sich mein Widerspruch geregt, als ich von den 10 Plagen gelesen habe. „Warum hat dieser Gott Kinder umgebracht?“, wollte ich wissen, „das war falsch!“ Die Pfarrerin erklärte mir, dass Gott sich niemals irre und wir ihn nicht mit menschlichen Maßstäben messen könnten.

Wenn ich mich richtig erinnere, ich war damals erst 9 Jahre alt, habe ich der Geistlichen heftig widersprochen und gesagt „Wenn dieser Gott wirklich so mächtig ist, wieso hat er die Juden nicht einfach aus Ägypten geführt? Wieso musste er diese 10 Plagen schicken?“ Wieso, weshalb, warum …?

„Buddha lehrt uns keine Gewalt auszuüben“, habe ich ihr erklärt, „er hätte das niemals getan!“ „Aber du hast doch auch schon Jungs verprügelt“, kam der schmunzelnde Konter. „Ich habe mich gewehrt!“, gab ich empört zurück. „Außerdem leben die ja noch und sie haben angefangen!“ Kindermund tut Wahrheit kund.

Friede sei mit euch!?

Die Frau hat mit viel Geduld versucht mich zu überzeugen und ist natürlich gescheitert. Danach empfand ich die Christen als weniger friedlich und ihr Gott war mir suspekt. Ich habe Nathalie in den buddhistischen Tempel in Düsseldorf mitgenommen, das fand sie richtig toll. Mit der Zeit hat sie beschlossen ihren eigenen Glauben zu pflegen. Buddha für immer.

Ich habe trotzdem in der Bibel gelesen und ab und an mit der Pfarrerin debattiert. Die Frau war nett, aber mir geistlich nicht gewachsen. Dabei sind Buddhas Lehren für jedermann. Aber offenbar nichts für evangelische Christen. Was mich zum eigentlichen Kern des Beitrags führt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Damit habe ich so mein Problem.

Da haben wir also dieses „Tier“ in Syrien, wie der Herr Trump den syrischen Herrscher bezeichnet hat. Der Herr Trump, das wissen wir alle, twittert für sein Leben gern. Und der Herr Trump ist auch der oberste Weltpolizist. Er und seine USA. Geht ja mal so überhaupt nicht, dass so ein Diktator wie der Herr Assad die eigene Bevölkerung massakriert! Das machen die Amerikaner zwar auch, aber die nennen das anders. Was macht das schon, wenn mal wieder ein Cop einen unschuldigen Schwarzen erschießt! Fair wäre es, wenn dann eine afrikanische Armee in die USA marschiert. Rufen wir doch mal im Kongo an.

The Good, the Bad and …?

Als guter Christ muss der Herr Trump also christliche Raketen schicken, die den Herrn Assad bestrafen. Zwar hat er keinerlei Beweise, aber als Weltpolizist ist er sowas wie Gott und der irrt sich bekanntlich nicht. Die Anschuldigung genügt sich also wieder einmal selbst, wie schon im Fall Skripal. Ich weiß nicht, welches Gift angeblich gegen den Mann eingesetzt worden ist, aber ich habe meinen Onkel, den Polizisten gefragt und der sein Team vom Labor.

Wenn es Nervengift war, so deren einhellige Meinung, war die Dosis minimal. Sonst wären Dutzende, vielleicht Hunderte gestorben. Das ist so bei Nervengift. Mal ehrlich, so stümperhaft kann kein Geheimdienst sein. Vielleicht war es auch nur eine Warnung? Nein, mit Nervengift spaßt man nicht. Auch minimale Spuren sind langfristig tödlich. Wobei lang relativ zu sehen ist. Aber die deutschen Medien verschweigen das. Oder sie haben mal wieder einen schlampigen Job gemacht. Kann ja mal passieren …

Überhaupt sollten die Medien hellhörig geworden sein, als die Amerikaner angebliche Forschungseinrichtungen der Syrer bombardierten. Man beschießt also Einrichtungen, in denen vermutlich chemische Kampfstoffe lagern und riskiert zig Tausend Tote? Wieso denkt eigentlich keiner nach bevor er den Mund aufmacht und solchen Quatsch verbreitet? Ich vergaß, weil die Medien das denken für die Bevölkerung übernehmen. Vielleicht ist es an der Zeit genau das zu ändern.

Ein bisschen Frieden

Nun sind auch BuddhistInnen nicht immer friedlich, wie man an meinem Beispiel gut erkennt. Nur schieben wir niemals den Glauben vor, wenn wir anderen den Hintern versohlen. Wir haben immer einen anderen Grund. Das Argument „Myanmar“ ist übrigens so dumm wie lächerlich. Was dort passiert ist purer Rassismus und hat nichts mit dem Glauben zu tun. Aber auch das hat wieder niemand gewusst.

Japan hat eine kriegerische Vergangenheit und auch mir sind Maßnahmen gegen Ungerechtigkeit nicht fremd. Nur kann ich unterscheiden wann es eine Backpfeife gibt und wann einen Tritt in den Hintern. Der Herr Trump, den seine ultrageheimen Geheimdienste auf Kurs gebracht haben, hat erneut überreagiert. Und morgen schießt er dann Raketen nach (Land deiner Wahl)?

Was die meisten übersehen, ein Präsident der USA ist nur für einige Jahre gewählt. Die Geheimdienste aber bleiben für immer. Vielleicht schaut der eine oder andere einmal nach dem Begriff „Tiefer Staat.“ Vielleicht gehen dann einigen die Augen auf. Aber vielleicht schlafen sie auch für immer.

The Bad, the Ugly and …?

Wer ist nun böse, wer zeigt der Welt wirklich die hässliche Fratze der Gewalt? Vielleicht sollte sich der Westen intensiver um die Weißhelme in Syrien kümmern und nachfragen wer die gegründet hat. Vielleicht wäre man überrascht, dass es ein britischer Ex-Söldner war. Vielleicht sollten sich deutsche MedienvertreterInnen fragen, warum deren Angehörige IS-Flaggen tragen, oder warum der IS oft nebenan residiert.

Vielleicht wäre die Öffentlichkeit auch überrascht, dass die USA die Weißhelme mit 23 Millionen US-Dollar und die Briten mit 32 Millionen Pfund unterstützen. Und vielleicht, aber nur vielleicht sollte man weniger Tagesschau glotzen und vielleicht auch keinen Antisemiten zujubeln, denen eine verblödete Musikindustrie auch noch Echos verleiht. (M)Ein Lob an Campino, der das sofort angesprochen hat.

Der Herr Assad ist nun mit Sicherheit kein Heiliger, so wenig wie das der Herr Putin ist. Und der Herr Trump ist auch kein Guter, aber das haben wir alle schon gewusst. Wer wirklich die Fäden zieht, was so in Syrien passiert, das füllt nun bereits mehrere Bücher, die natürlich alle von angeblichen Verschwörungstheoretikern geschrieben worden sind. Die könnte man auch lesen. Alternativ auch mich.

Es steht in der Zeitung, es ist also wahr!

Ich zitiere mich selbst aus meinem Beitrag vom letzten Jahr: „Unsere Medien werden zum größten Teil von nur drei globalen Nachrichtenagenturen gefüttert, mit Sitz in New York, London und Paris. Kein Redakteur einer Lokalzeitung war also jemals vor Ort in Kriegsgebieten oder hat mit einem Staatschef ein Interview geführt.

Daher sind die Überschriften oft nicht nur ähnlich, sie sind so identisch, als ob es sich um eineiige Zwillinge handelt. Eine Untersuchung  der Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz illustriert diese Effekte deutlich: 78% aller Artikel basieren ganz oder teilweise auf Agenturmeldungen, jedoch 0% auf investigativer Recherche.

82% aller Kommentare und  Interviews sind USA/NATO-freundlich, während Propaganda ausschließlich der Gegenseite zugeordnet wird. So werden Meinungen gemacht, das neue Feindbild entsteht.

Die Namen der drei Agenturen kennt jeder: AP (Associated Press), mit weltweit über 4.000 Mitarbeitern und Sitz in New York. AP versorgt rund 12.000 Medien weltweit und erreicht so die Hälfte der Weltbevölkerung.

AFP (Agence France Press), mit Sitz in Paris, ist der zweite Kandidat. Auch hier man rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt und teilt sich den restlichen Markt mit Reuters in London, die etwas mehr als 3.000 Mitarbeiter hat.

DPA, SDA (Schweizerische Depeschenagentur), ADA (Austria Presse Agentur) sind nur relativ kleine (nationale) Lichter, wobei die Deutsche Presse Agentur führend ist und noch rund 1.000 eigene KorrespondentInnen unterhält.

Wenn man jetzt noch weiß, dass das amerikanische Pentagon mehr als 27.000 PR-Spezialisten beschäftigt, diese über ein jährliches Budget von rund 5 Milliarden Dollar verfügen, diese Spezialisten nichts anderes tun, als Geschichten zu verbreiten, ahnt man vielleicht das ganze Ausmaß der Manipulation.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, niemand bezichtigt das Pentagon der Lüge, aber sie liefern Informationen an die drei Agenturen, die niemand nachprüfen kann. Also schlagen vielleicht „russische Rakten“ in Syrien ein und implizieren einen russischen Aggressor.

Dass die Raketen von den Rebellen stammen, sieht die Öffentlichkeit natürlich nicht. Und kein Journalist prüft es nach. Keiner? Wer es doch wagt, wer vielleicht arabisch spricht, wer eine andere Meinung propagiert, wird sofort als Lügner und Verschwörer abgestraft. Damit Putin „der Böse“ bleibt.“

Auge um Auge, Zahn um Zahn bekommt auf diese Weise eine völlig neue Bedeutung. Die Welt, das ist kein friedlicher Ort, die Welt, das ist in Wirklichkeit ein Dschungel, der von Raubtieren und Schafen bevölkert ist. Nur leider haben die Schafe vergessen, dass sie in der Überzahl sind. Endlich aufzuwachen wäre gut.

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Deutschland unter roter Sonne

Wir schreiben das Jahr 2017, ein roter Stern geht über Deutschlands Himmel auf. Sein Name ist Maddin, bei den GenossInnen auch liebevoll „Mr. 100 Prozent“ genannt. Der Maddin, das ist nämlich ein Guter, der viel Erfahrung mit den Prozenten hat.

Das muss ich natürlich genauer wissen und habe ihn um ein Interview gebeten. Zu meiner Überraschung hat sich am BILDtelefon nur die kräftige Hanni gemeldet, die hocherfreut ist mich zu sehen. „Nanni!“, ruft sie verzückt, „wir haben lange nicht gesprochen!“

„Hallo, Hannchen“, sage ich und schenke ihr ein zuckersüßes Lächeln, „sag, ob ich den Maddin vielleicht kurz sprechen kann? Ich würde gern mehr über das Geheimnis der roten Sonne wissen.“ Die ist zwar eigentlich eine Williams Birne, aber Namen waren schon immer Schall und Rauch.

Hanni zuckt zusammen, ihre Mundwinkel nähern sich dem Boden. „Der Maddin ist am Zug“, sagt sie leise. „Also ich meine im, wenn du verstehst?! Aber da gibt es zur Zeit Rangierprobleme. Jemand hat ihn auf ein totes Gleis gestellt.“

Als sei dies ein Stichwort taucht hinter Hanni überraschend mein alter Kumpel Teufelchen auf, der ihr einen Vogel zeigt und vehement das hornlose Köpfchen schüttelt, als ich etwas sagen will.

„Na ja“, sage ich zu Hanni, „vielleicht kannst du mir weiterhelfen? Immerhin hast du doch jetzt richtig viel Zeit nach dem Debakel in Düsseldorf. Oder bist du anderweitig beschäftigt? Ich habe gehört in Hamburg sind noch Ressourcen frei.“

Während ich mir das Lachen verkneifen muss, als Teufelchen mir das Bild eines Sportwagens zeigt, kann Hanni diesen Schelm nicht sehen. Aber sie spricht ganz offen von ihrem neuen Garten in LINKShausen, in dem sie nur noch GRÜNzeug pflanzen will.

„RotKohl soll sehr gesund sein“, bemerke ich. „Der hilft vielleicht auch dir wieder auf die Sprünge. Ich hätte da eine aktuelle Adresse zum Bezug, die Firma HEL, hab nur Mut!“ Wohlweislich verschweige ich, dass deren Chef Andi Fah kein Biogärtner ist und nebenbei das Hotel Roter Hahn im Schwarzen Block betreibt.

„Nee, Nannilein“, gibt die Hanni zurück, „das lassen wir mal besser. Dieser Kohl schmeckt so fade. Da verlieren selbst alte Kanzler ihre Stimme und ergrauen in allen Ehren. Aber was ist mit dir, können wir uns mal wieder sehen? Du weißt schon wo, der alten Zeiten willen. Ja?“

Teufelchen hält sich den Bauch vor Lachen und zeigt mir Bilder als Erinnerung. Wir beiden Mädels sind damals viel mit ihrem Porsche auf der KÖ gefahren. Spitzname „Diablo.“ Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Den Maddin habe ich dann doch noch gesprochen. Zusammen mit Erzengel Gabriel, dem Auslandsbeauftragten der himmlischen Scharen, habe ich ihn auf dem Berliner Abstellgleis besucht. Eva Gott hat das für mich arrangiert.

Überrascht bin ich dann schon, als ich dort auch die Bundesmutti und Vollhorst antreffe, die mit dem Maddin Monopoly spielen. Im Gegensatz zum Original sind die Straßen aber Länder. Und Angela hält eine Schlüsselposition.

Murrend zahlen Vollhorst und Maddin die Zeche, als sie über Italien nach Österreich ziehen. Auffällig, der Weg nach Osten ist versperrt. „Den hält der Urbi äh … Orbi“, flüstert mir Teufelchen heimlich zu, der schon wieder unsichtbar neben mir steht.

Das Trio blickt auf und ist zu einem Interview bereit. „Aber nur gemeinsam“, sagt Mutti und klatscht strahlend in die Hände, „dafür gibt es keine Alternative in Deutschland!“

Die Gewalt im Buddhismus

Schon die Überschrift wirkt provokant. Gewalt im Buddhismus, wie soll das gehen? Ist der Buddhismus nicht absolut friedlich und ruft zu Güte und Achtsamkeit auf? Die Antwort liegt auch hier nicht an der Oberfläche sondern ist wie bei vielen Dingen im Detail versteckt.

Um die Frage wirklich zu beantworten muss man sich zwingend auch mit den beiden großen, monotheistischen Religionen beschäftigen, die ihren Herrschaftsanspruch mit dem Glauben an einen „einzig wahren Gott“ begründen. Wobei Herrschaft durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Konflikte zwischen Christentum und dem Islam waren also vorprogrammiert. Im Namen ihres Gottes schlagen sich beide Parteien seit vielen Jahren die Köpfe ein. Darauf angesprochen kommen Verfechter beider Lager gern aus der Deckung und zeigen mit dem Finger auf Japan und das alte China. Haben dort Buddhisten nicht auch Menschen umgebracht?

Ja, das haben sie. Auf grausamste Art und Weise. Aber niemals im Namen Buddhas. Es ging stets um politische und wirtschaftliche Interessen. Vielleicht auch um Antipathie. Die verfeindeten Brüder Japan und China haben sich nie wirklich gemocht.

In der Bibel und dem Koran gibt es zahlreiche Stellen, die explizit zur Gewalt aufrufen. Gegen Verbrecher oder Andersgläubige, die Grenzen bleiben fließend. Der Buddhismus dagegen verbreitet keine Gewalt in seinen Schriften. Wenn Buddhisten töten, hat das meist einen weltlichen Hintergrund.

Und schon wird nahezu hämisch der Finger gehoben und auf Birma – Myanmar gezeigt. Die Presse hat mehrfach darüber berichtet. So ist unter anderen auf ZEIT Online ein Artikel mit der reißerischen Überschrift „Der Zorn der Mönche“ erschienen Wer ihn lesen mag klickt HIER.

Nun muss man wissen, dass Myanmar stets eine Sonderstellung in der buddhistischen Welt hatte. Vor Jahrhunderten bildete sich innerhalb der buddhistischen Gemeinde Birmas allmählich eine strikte Hierarchie heraus, die kaum der von Buddha festgelegten Gleichberechtigung aller Mitglieder entsprach.

Es gab dort einen „Wächter der Religion“, was starke Ähnlichkeit mit dem islamischen Glauben hat. Dieser Wächter, der von bis zu zwölf weiteren, älteren Mönchen unterstützt wurde, befand sich in direktem Austausch mit dem König. Aber die Mönche waren mehr, als nur reine Befehlsempfänger. Sie haben auch den König kontrolliert.

Dabei ging es nicht immer um die Einhaltung des Glaubens, die Mönche traten auch als Sittenwächter auf. Vom König wurden sie als Diplomaten eingesetzt, sie kontrollierten Steuerzahlungen und die Einhaltung der Gesetze. Auch das Schulwesen lag in ihrer Hand.

Jeder männliche Einwohner Birmas inklusive des Königs, musste einen Teil seiner Jugend im Kloster verbringen. Dort brachten die Mönche den Kindern Schreiben bei und unterrichteten sie in religiösen Themen. Diese gegenüber anderen Ländern großen Unterschiede hoben die Grenzen zwischen den Menschen auf. Der Bauer wurde zum Teilzeit-Mönch. Ein Effekt, der im Islam noch immer vorherrscht.

Dieser enorme Einfluss der Mönche hat sich nie ganz abgeschwächt. Selbst heute spielen sie noch eine entscheidende Rolle, wenn es um die politische Entwicklung des Landes geht. Die Motive der mordenden Mönche sind eher politisch, vielleicht sogar persönlich-rassistisch. Der Buddhismus wird dabei nur vorgeschoben.

Gleiches gilt für die christlichen Kreuzzüge und späteren Glaubenskriege des Islam. Da spielte die Gier nach Macht keine unwesentliche Rolle. Natürlich ist es nicht entschuldbar, wenn Menschen getötet werden. Aber in dem Artikel wird nicht zwischen Glauben und den (wahren Motiven) Menschen unterschieden.

Der Artikel auf ZEIT Online ist auch lediglich ein Auszug aus einem Buch, das sich viel tiefgehender mit der Problematik beschäftigt hat. Auch mit den vielen Minderheiten des Landes, die stets Probleme miteinander hatten. Wer Fragen zu dem Konflikt hat, wer mehr über die Hintergünde und Motive erfahren möchte, darf sich gern an die Regierung von Myanmar wenden oder vielleicht den Dalai Lama kontaktieren. Zu geistlichen Fragen wird anderswo auch ein Priester befragt.

Wirklich interessant und aufschlussreich ist die Verbreitungsgeschichte der Religionen. Während Christentum und Islam sich auf dem Wege von Kolonisation und Zwangsmissionierung weltweit verbreitet haben, hat der Buddhismus neue Länder meist gewaltlos für sich gewonnen.

Meist deshalb, da Herrscher ihn durchaus „gewaltsam“ durchgesetzt haben. Aber hier ist von einer Doktrin die Rede und nicht von echter Gewalt. Den Buddhismus dann anzunehmen war stets ein freiwilliger Akt. Und kein Mensch hat sich dabei jemals wehgetan.

Nun gibt es die These, dass vom Buddhismus stark geprägte Gesellschaften deutlich weniger zu Gewalt und Kriegen neigen. Als Beispiele werden die Mongolei und Tibet angeführt, die beide vor Annahme des Buddhismus höchst expansive Mächte waren.

Japan bildet, wie so oft, die Ausnahme, was an der besonderen Sicht- und Denkweise der JapanerInnen liegt. Der Buddhismus in Japan ist staatlichen Interessen untergeordnet worden und war nie wirklich prägend für die Gläubigen.

Man hat ihn angenommen und trotzdem den Shintoismus weiter gepflegt. Und wenn die Fürsten Krieg befahlen, hat man sich gegenseitig umgebracht. In nur wenigen Fällen ging es dabei um innerreligiöse Gründe. Auf keinen Fall sind sie mit den verheerenden früheren Religionskriegen des Abendlandes zu vergleichen.

Vergeblich wird man daher nach Quellen suchen, die dem Buddhismus Gewalt attestieren. Vergleicht man seine Geschichte mit den monotheistischen Religionen bis hin zur Neuzeit, wird der Unterschied noch deutlicher. Selbst heute noch wird im Namen des „einen Gottes“ gefochten.

Die Sicht vieler Gläubiger war und ist dabei erschreckend. Allein die Vorstellung, dass ein Gott eines Blutopfers bedarf, um Sünde vergeben zu können, zeugt von einem perversen, in jedem Fall aber infantilen Gottesbild. Buddha hat Tieropfer stets abgelehnt. Für ihn war das reiner Aberglaube.

Es ist daher auch heute kaum vorstellbar, dass Buddhisten mit Feuer und Schwert ihren Glauben verbreiten. Buddha eignet sich dafür einfach nicht. Seine Lehren sind friedlich. DIE Gewalt im Buddhismus gibt es also nicht. Sie geht immer von Menschen aus, die eigene Motive verfolgen. Würden das die Anhänger von Christentum und Islam auch endlich erkennen, die Welt wäre ein friedlicherer Ort.

Ein Engel für Deutschland

Es gibt Tage, an denen mich wirklich der Teufel reitet. Zumindest bildlich gesprochen. Als prominenteste Lesbe Deutschlands, habe ich bekanntlich kein Interesse an irgendwelchen Kerlen. Aber wie anders sähe mein Leben aus, wenn ich eine Blondine wäre.

Aber wie verwandelt sich eine dunkelhaarige Japanerin in eine unterkühlte Schönheit? Diese Antwort wissen nur diverse Götter. Und von denen kenne ich mehr als genug. Dumm nur, die himmlische Hotline ist besetzt. Klar, da rufen auch Millionen an. Aber Eva Gotts geheime Nummer rettet mir den Tag.

„Yumi“, das ist aber schön deine Stimme zu hören“, flötet mir Frau Gott ins japanische Ohr. „Eben noch haben wir von dir gesprochen.“ „Quatsch mal nicht rum“, unterbreche ich ihren Redefluss, „ich hätte da gern mal ein Problem!“

Hätte nun Captain Kirk „Scotty, beamen!“, gesagt, ich wäre kaum überraschter gewesen. So aber finde ich mich prompt im Bernsteinzimmer wieder. Umgeben von einer wahrhaft himmlischen Schar. Eva und Adam sitzen Hand in Hand, ihnen gegenüber die Zwillinge Gabriel und Michael, die mich finster mustern.

Was vielleicht an Teufelchen liegt, der ihnen Honig auf die Stühle klebte. „Sorry Mama“, murmelt er in Richtung Eva und winkt mir danach fröhlich zu. „Frau Landar!“, ruft er ausgelassen, „was bringt dich in diese Schlangengrube?“

„Mit dir habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen“, sage ich, „Buddha ist immer noch total besoffen. Wie konntest du ihm auch nur ein ganzes Fass reinen Wein einschenken? Der verträgt doch höchstens 15 Liter. Jetzt flirtet er mit Shiva, die sich kaum noch vor ihm retten kann.“

„Was können wir für dich tun?“, will Adam wissen, der wirklich wie das fleischgewordene Bild von da Vinci aussieht. „Dem Leo habe ich Modell gestanden“, gibt er flüsternd zu.“ Ich schnaufe erbost, jetzt kann der Kerl auch noch Gedanken lesen!

„Na ich wäre gern mal eine Deutsche“, sage ich trotzdem keck. „Ihr wisst schon, so mit langen Beinen und Körbchengröße 80 C.“ „Du willst größer werden?“, vergewissert sich Adam. „Den deutschen Pass hast du doch schon.“ „Mann!“, empöre ich mich gekonnt. „Ich rede von blauen Augen und blondem Haar!“

„Wozu soll das gut sein?“, fragt Gabriel, der sich noch immer den Hintern mit grünen Papierservietten wischt. Klar, er hatte auch eine wahrhaft teuflische Niederlage. „Oder willst du für die CDU kandidieren?“

„Nein danke!“, erwidere ich und spüre eine Gänsehaut auf meinem Rücken. „Die haben doch schon ihre blonden Hoffnungen verheizt. Ich will einfach nur wissen, wie das so ist. Kann mir dabei denn keiner helfen?“

„Ich, hier ich!“, ruft Teufelchen und schnipst mit dem Finger. „Sag Mama darf ich? Das ist doch genau mein Ding!“ „Du willst Leute veralbern?“, will nun Eva wissen, „oder wie sonst darf ich deinen Wunsch verstehen?“ „Als pure Neugier“, erwidere ich. „Albern sind nur die anderen, das weißt du doch.“

„Einen Tag und keine Sekunde länger“, beschließt Eva und zieht sich mit Adam in den Garten Eden zurück. „Wehe ihr haltet euch nicht dran“, ruft sie noch. „Dann grüßt euch jeden Tag das Murmeltier für die nächsten Jahre.“

„Die gehen schon wieder Kinder machen“, verrät mir Teufelchen frech. „Komm mit, wir müssen in die Hölle. Hier oben fehlt mir die Luft zum zaubern.“ Gesagt, getan und eine Lichtsekunde später bestaune ich mein neues Spiegelbild. Claudia Schiffer wäre ein Mauerblümchen gegen mich.

„Boah siehst du krass aus!“, schwärmt Teufelchen und leckt sich lüstern seine Lippen. „Zu dumm, dass du nur auf Frauen stehst.“ Als ich die Nase rümpfe korrigiert er seinen Fehler schnell. „Aber ich könnte meine weibliche Seite zeigen“, bietet er mir an. „Der Teufel ist doch auch nur eine Entität.“

Mein ausgestreckter Mittelfinger lässt ihn schallend lachen. „So mag ich dich, Blondie. Und jetzt lass uns zu Vadder Abraham gehen!“ Ich überlege kurz und nicke. „Dann los du Schlumpf. Aber denk dran, da ist nix mit bücken!“

Weniger himmlische, als vielmehr teuflische Kontakte, haben mir eine Stunde später den Zugang zu einer Casting Show verschafft. „Ein Engel für Deutschland“, heißt die Chose, die von Diedär B. Nixzuholen geleitet wird. Und „The Diedär“, wie ihn Freunde auch gern nennen, steht total auf blonde Frauen.

Schlagfertig überstehe ich die erste Runde. Und plötzlich haben alle Mädels blaue Augen. Teufelchen fällt fast um vor Lachen. „Das war großes Karate!“, ruft er immer wieder und versucht mich zu imitieren. „Los, jetzt mischen wir den Diedär auf.“

Heels und seidige Strümpfe lassen meine Beine noch länger wirken. Diedär schwitzt, der alte Schwerenöter ist heute schon bei den anderen Mädels abgeblitzt. In mir sieht er seine letzte Chance. Aber als Teufelchen in Gestalt einer Rothaarigen die Szene betritt, bin ich fast vergessen.

Es ist Vadder Abraham, der mir den Abend rettet. Der Schussel vergibt alle Punkte an mich und geht dann Boxen kucken. Arthur, sein Ziehsohn hat gerufen. Und ich nehme den Titel „Engel für Deutschland“ mit. Im Rausch der Sinne will ich jubeln, als die Szene plötzlich wechselt und Teufelchen mich schnell zurück ins heimische Wohnzimmer schubst.

Gerade rechtzeitig! Schon läuft mir ein Schauer über den Rücken, als eine eiskalte Hand mein Gesicht berührt. Es ist Yuki, die ihrem Namen alle Ehre macht. „Kommst du zum Essen?“, fragt sie lieb. „Es gibt Bohnen. Die kannst auch du (B)Engelchen essen.“

Die Leiden der Frau Gott

Ich komme kaum zur Ruhe in diesen Tagen. Ständig rufen Prominente bei mir an, die Rat und Hilfe wollen. Von Trump bis Böhmermann sind alle dabei. Irgendwie scheinen Männer auf mich zu stehen. Was wenig verwunderlich ist, da ich Deutschlands lesbische Hoffnung bin.

Aber so komme ich nie zu meinem neuen Buch. Wer soll die Rechnungen bezahlen? Immerhin durfte ich einen Blick in den Lesbenhimmel werfen und bin noch immer angenehm überrascht. Teufelchen und der Rat der Engel sind zufrieden. Im Handumdrehen habe ich die himmlischen Finanzen saniert.

„Was überrascht dich so mein Kind?“, erklingt eine angenehme Frauenstimme. Ich schrecke hoch und sehe Frau Gott vor mir. Kurze Pause, harter Schnitt. Woher kann ich wissen wer sie ist? Natürlich ist Buddha schuld, mit dem ich gestern ein Arbeitsessen hatte.

„Weißt du“, hat er zwischen zwei Bissen Brust oder Keule gesagt, „ich muss dir was erzählen. Dieser Christengott, also du weißt schon wer, hat euch jetzt mehr als zwei Jahrtausende an der Nase herumgeführt. „Ich glaube du verwechselt da was“, unterbreche ich ihn ruppig. „Ich bin keine Christin sondern Zen-Buddhistin!“

Aber der Dicke schmunzelt nur und langt weiter zu. „Ob du noch etwas Braten hättest?“ Nachdem auch der und jede Menge Nachtisch in seinem Kugelbauch verschwunden ist, lehnt sich Buddha seufzend zurück. „Das war jetzt echt gut“, sagt er. „Gibt’s auch noch was zu trinken?“

Fünf Liter Reiswein später schwebt Buddha nun auf Wolke 7. „So“, lallt er, „wo warsch schtään gebliebhän?“ „Oh Gott!“, entfährt es mir. „Nun isser auch noch besoffen.“ „Gott, tschawoll ja“, sagt Buddha und schlägt sich auf den Bauch. „Weissu, der … also die Alte, die ist auch nur ’ne Frau.“

Müßig zu sagen, dass ich Chauvi zu ihm sage, was ihn beleidigt zum Teufel gehen lässt. „Hammisch eingeladen“, ruft er mir zum Abschied zu. „Issän äscht nettär Kärl.“ „Du mich auch!“, gebe ich ihm mit auf seinen Weg. „Komm erst wieder, wenn du nüchtern bist und Satori wieder aus dir spricht.“

Frau Gott lächelt fein, als sie mir in die Augen schaut. „Wieso siehst du so aus wie ich?“, will ich wissen und bin kein bisschen überrascht. „Das Göttliche steckt in jedem Mensch“, erwidert sie orakelhaft. „Hast du das noch nicht gewusst? Ich bin du und du bist ich.“

„Setz dich“, sage ich und deute auf den Sessel neben mir. „Du willst mir doch kaum erzählen, dass du mich abwerben willst? Und könntest du damit aufhören in Rätseln zu sprechen? Das habe ich bei Buddha auch schon exorziert.“

Frau Gott setzt sich und ich schaue sie mir genauer an. Vor mir sitzt meine exakte Kopie. „Soll ich dir auch die Bücher machen?“, frage ich und spiele auf den Wunsch des Himmels an. „Und was willst du eigentlich hier? Solltest du nicht auf der universellen Götterkonferenz abgeblieben sein?“

Sie winkt ab und sieht plötzlich ganz traurig aus. „Die quatschen jetzt seit 5 Milliarden Jahren“, erwidert sie. „Weiter als bis zum „who is who“ sind wir noch nicht gekommen. Verstehst du jetzt, warum es auf der Erde so gottlos ist?“

„Moment mal“, unterbreche ich. „Du hast doch die Menschen angeblich erst vor kurzer Zeit erschaffen!“ „Wer ich?“, empört sich Frau Gott sofort. „Ey hast du ’ne Meise, oder was? „Ich habe damit eigentlich gar nix zu tun, ja? Aber was kann ich dafür, wenn Adam so ’nen tollen Body hat.“

„Wie jetzt?“, frage ich verwirrt. „Du hattest was mit Adam?“ Frau Gott wird wirklich rot und nickt. „Ja“, flüstert sie. „Findest du das schlimm?“ „Ja, also nein“, murmele ich und schüttele den Kopf. „Aber ich dachte seine Frau sei Eva?“ „Aber ich bin doch die Eva!“, höre ich. „Ich bin die absolute Weiblichkeit.“

„Oh Mann!“, entfährt es mir, „das ist ja alles total kompliziert. „Und wer war dann die Schlange und was ist mit Kain und Abel? Hast du Teufelchen wirklich in die Hölle geschafft und …“ Ich unterbreche meine Rede und schaue Eva an. Was hat sie mir zu sagen?

„Es gab keine Schlange“, erklärt mir Eva leise. „Die habe ich erfunden nachdem ich schwanger war. Du kannst dir kaum vorstellen, was die Menschen so alles von mir glauben, wenn ich das wirklich will.“ „Waren Kain und Abel deine Kinder?“, will ich wissen. „Und was ist eigentlich mit Adam geschehen?“

„Quatsch!“, sagt Eva und winkt ab. „Teufelchen ist mein erstgeborener Sohn. Was glaubst denn du warum der sonst in den Himmel darf? Aber die Zwillinge Gabriel und Michael sind total neidisch auf ihn. Und der Rest der Familie irgendwie auch. Er ist der Größte. Auch wenn er viel kleiner ist.“

Eva macht eine kurze Pause und sieht sich in meiner Wohnung um. „Schön hast du es hier“, lobt sie mich. „Ich würde auch gern bei dir wohnen. Aber und das finde ich total witzig, in deinem Herzen hat nur dieser dicke Buddha Platz. Wie passt der da eigentlich rein?“

Sie erwartet keine Antwort und lächelt verschmitzt. Auch das hat sie von mir abgeschaut. „Adam vertritt mich als Platzhalter bei der Konferenz“, fährt sie dann fort. „Und nicht nur dort. Wir haben ihn als Vorbild für den lieben Gott genommen. Mich würden die ja olle Zicke nennen, oder Biest.“

Wir müssen beide lachen, der Witz ist angekommen. Was mich erneut zur Frage der Menschen bringt und ihren geistigen (Ver)Führern. „Ich wäre kaum so blöd und würde Menschen nach meinem Ebenbild erschaffen“, sagt Eva. „Eines Tages waren die da. Vielleicht habe ich sie geträumt. Kann ja mal passieren, oder?“

„Und was ist mit Jesus?“, will ich wissen. „Kennst du den, war der wirklich dein lieber Sohn?“ „Darüber möchte ich doch lieber schweigen“, sagt Eva und schaut mich nachdenklich an. „Andererseits ist es schon erschreckend, was die Menschen aus ihm machten. Ich fand das nie besonders gut.“

„Und warum hast du nicht eingegriffen?“, will ich wissen und ahne die Antwort schon. „Habe ich doch! Was glaubst du denn, wer Maria Magdalena war? Hm? Aber diese alten Patriarchen haben sie verleugnet und zur Sünderin gemacht. Und ich hatte weder Zeit noch Lust mich mit denen weiter zu streiten.“

„Warum bist du wirklich hier?“, frage ich. „Du hast doch was auf dem Herzen?“ „Ich lese dein Blogjournal“, gesteht sie mir. „Auch Eva Gott ist im Heute angekommen! Ich finde es gut, wie sehr du dich für Frauenrechte engagierst. Das wollte ich dir einfach nur mal sagen.“

Plötzlich beugt sie sich vor und blinzelt verschwörerisch. „Und ich fand es herzerfrischend, wie du Teufelchen an den … äh … Hörnern gepackt hattest. Der braucht manchmal eine harte Frauenhand, um ihm den Weg zu weisen …“

„Was machst du denn, mit wem sprichst du?“, höre ich Yukis Stimme und prompt schwebt Elfchen neben mich. Wild schaut sie sich um. „Ich hätte schwören können, dass du eine andere Frau bei dir hattest! „Ja“, mein Spiegelbild“, sage ich sanft und ziehe meine Süße auf den Schoß. „Und eine wahrhaft göttliche Idee.“ Hat sie euch gefallen?

Friede sei mit euch – Der Islam und die Gewalt

Japanische Buddhisten haben keine Berührungsängste mit anderen Religionen. Glaubenskriege gab es in Japan noch nie. Anders als in Europa und den arabischen Staaten, hat man in Japans Kriegen nie einen Gott fürs töten Tausender bemüht. Es waren immer politische Gründe.

Deutschlands Geschichte ähnelt der Japans sehr. Mit dem (f)einen Unterschied, dass man in Deutschland im Namen eines Gottes Menschen erschlug. Verantwortlich waren die damaligen Machthaber der noch unreformierten katholischen Kirche. Mit Religion und wahrem Glauben, hatte das wenig zu tun.

Apropos Religion! Theologen hinterfragen auch die Existenz von Jesus. War er nur ein Mythos, oder doch eine historische Gestalt? Ich habe kein Problem mit seiner Existenz. Für mich war Jesus ein jüdischer Prediger, der buddhistische Thesen in leicht abgewandelter Form verbreitet hat.

Den jüdischen Priestern war das ein Dorm im Auge. Daher haben sie ihn bei den römischen Besatzern angeschwärzt und man hat ihn umgebracht. Der Rest ist bloße Legende. Auferstanden ist Jesus nie. Ketzerei? Nur meine Sicht der Dinge, die ich ohne Todesdrohung sagen darf.

Die Trennung von Staat und Kirche, war für Deutschland ein Segen. Und natürlich Martin Luther, der mit seinen Thesen kanpp dem Tod entging. Die Vorstellung lässt schaudern, was im Fall von Luthers Ermordung geschehen wäre. Wäre Deutschland dann ein Gottesstaat?

In der islamischen Welt ticken die Uhren noch immer anders. Deren Ideologie steckt im siebten Jahrhundert fest. Worte wie Scharia und Dschihad lassen selbst westlich geprägte Muslime noch verstummen. Sie ducken sich vor einem überholten System.

Aus dessen Mitte kommen jene Gotteskrieger, die mit Mord und Feuer durch die Lande ziehen. Das Problem aller friedlichen Muslime liegt in ihrem Verständnis des Islam. Als Menschen gelten demnach nur Muslime. Andere Religionen sieht man als minderwertig an. Islam, das heißt übersetzt Unterwerfung. Und nach diesem Prinzip wird seit Jahrhunderten gehandelt.

Dumm nur, dass sich im Koran viele Zitate zu biblischen Texten finden. Und die Bibel, das wissen wir, hat einen jüdischen Hintergrund. Allah heißt auch nur Gott, das vergessen Muslime gern. Und ihre Gebetsschnur entspricht dem christlichen Rosenkranz. Und die haben ihn den Buddhisten und Hinduisten abgeschaut.

Die Arroganz des einzig wahren Glaubens besaßen einst auch Katholiken. Dank Luther, ist das längst vorbei. Nicht so im unreformierten Islam. Dort gelten lange überholte Werte. Arabische Terroristen können sich daher oft problemlos unter ihresgleichen verstecken. Einen Moslembruder verrät man nicht.

Weder das Christentum noch der Islam können als friedlich und gewaltlos bezeichnet werden. Wobei im Islam alles noch viel schlimmer ist. Gläubige Muslime dürfen demnach Ungläubigen den Kopf abschneiden und handeln damit im Einklang mit Allah. Solche Taten sind Mord. Und Schriften die das tolerieren Volksverhetzung.

Die Doppelmoral vieler Muslime wird besonders deutlich, wenn der Zentralrat der Muslime Deutschlands seine Stimme erhebt. Meist in Gestalt seines Vorsitzenden versteht sich, der alle seine Glaubensbrüder nun als Sündenböcke sieht, wenn die Rede auf Köln und die Vorfälle an Silvester kommt.

Da helfen auch keine Worte wie „unislamisches Verhalten“, die er zu den Tätern sagt. Was fehlt ist die klare Abgrenzung zur allgegenwärtigen Gewalt im Islam. Stattdessen grenzen sich Muslime oft in Parallelgesellschaften aus, die Brutstätten für radikale Islamisten sind.

Aber man muss den Koran und seine Ideologie kritisch betrachten. Und genau diese Kritik lassen Fanatiker nicht zu. Schon geringste Zweifel an Mohammed werden mit dem Tod bestraft. Die Beispiele sind bestimmt bekannt.

Es ist bei Strafe verboten Mohammed in Zweifel zu ziehen, oder negativ über den Islam zu sprechen. Schließlich, so denken Muslime, ist der Koran das von Allah an den Propheten gegebene Wort, das auf keinen Fall verändert werden darf.

Mohammed war kein friedlicher Mann. Er war ein Feldherr, der seine Ideologie mit dem Schwert verbreitet hat. Der Einwand vieler Muslime, auch Christen hätten Glaubenskriege geführt ist zwar richtig, aber nach Luther haben sie damit langsam aufgehört.

Wie unterschiedlich die beiden Ideologien sind, wird am Fall einer Ehebrecherin deutlich. „Der werfe den ersten Stein, der ohne Sünde hat“, sagt Jesus. Mohammed dagegen „Steinigt sie!“ Buddha hat lediglich vor den Konsequenzen gewarnt, die durch den Ehebruch entstehen.

Aber Mohammed, das sagen mittlerweile selbst Islamwissenschaftler, hat den Koran keinesfalls allein verfasst. Wie schon bei den Evangelien der Bibel, haben andere vieles nach dem Tod von Jesus und Mohammed aufgeschrieben und dabei stets den momentanen Zeitgeist gespiegelt. Und vermutlich eigene Interessen.

Zwar gehen Wissenschaftler davon aus, dass der heutige Koran zun größten Teil mit dem Text identisch ist, den Mohammed einst verfasste, aber so ganz sicher sind sie nicht. Mehrere Versionen des Werks, verschwundene Suren, sprechen eine andere Sprache. Wer die Bibel schrieb das weiß ich nicht. Aber es war kein Gott, das waren Menschen ihrer Zeit.

Unterscheiden muss man im Islam, wie im Christentum auch, zwischen dem theologischen und volkstümlichen (Aber)Glauben. Einfache Menschen bilden Mythen um Götter und legen viele Dinge anders aus. Das ist durchaus normal. Auf keinen Fall normal ist die Verbreitung einer Ideologie mit Feuer und Schwert.

In diesem Kontext muss man auch das Handeln von Christen kritisch betrachten. Die waren auch nicht immer nett. Mit dem feinen Unterschied, dass, bewusst übertrieben ausgedrückt, in islamischen Ländern keine christlichen Fanatiker durch die Straßen ziehen, um dort ihren Glauben zu verbreiten. Im Gegenteil werden Christen dort meist als Menschen zweiter Klasse unterdrückt, wie das Beispiel der Kopten in Ägypten zeigt.

Bewusst verzichte ich beim Islam auf den Begriff Religion. Er ist eine politisch geprägte Ideologie, die den Anspruch hat die Welt zu beherrschen. Wobei das Wort Welt mit Vorsicht zu betrachten ist, wie alles in solch alten Schriften. Die Welt von Jesus und Mohammed war recht klein.

Bibel und Koran sind archaische Dokumente aus einer Zeit, die lange vergangen ist. Und mit ihr die Menschen, die diese Schriften erst verfassten. Oft waren es Fanatiker, aber mit Sicherheit hat es auch friedliche Gläubige gegeben. Nur hat man die offenbar vergessen.

Die Sprüche „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, der Bibel und „Tötet die Ungläubigen wo ihr sie findet“, aus dem Koran, müssen zwingend vor dem Hintergrund der damaligen Zeit gesehen und verstanden werden. Daraus nun „Heilige Kriege“ abzuleiten ist total daneben.

Islamischen Terroristen ist das egal. Sie ermorden im Namen Allahs Ungläubige. Was fehlt sind dann scharfe Verurteilungen dieser Taten von jenen Staaten, die den Islam als Staatsideologie haben. Und da haben wir erneut die Doppelmoral. Warum protestiert bei Terroakten nicht die friedliche islamische Welt?

Mit dem Zustrom von (Wirtschafts)Flüchtlingen nach Europa, könnte das Gewaltproblem des Islam weiter eskalieren. Wir wir mittlerweile wissen, haben sich unter ihnen Fanatiker und Terroristen versteckt. Einer der Attentäter von Paris, hat in deutschen Flüchtlingsheimen gelebt.

Es ist ein gefährlicher Irrglaube, dass immer mehr Moslems in christlichen Ländern, für Frieden und Verständnis der Kulturen sorgen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Schuld daran sind zum größten Teil Politiker, die, übertrieben ausgedrückt, den Kniefall machen, wenn Muslime sich beleidigt fühlen und auf die Straße gehen, oder gewalttätig werden.

„Muslime sollten Rücksicht auf die Grundprinzipien der freien Welt nehmen, wenn sie darin leben wollen“, habe ich in einer Diskussion gehört. Wobei ich „sollten“ durch „müssen“ ersetze. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus.

In öffentlichen Debatten werden nur jene Menschen verdammt, die Gebrauch von ihren Freiheiten machen. Der Gewalttäter wird mit Nachsicht behandelt, stammt er doch aus einem zerbombten Land. Die Meinungsfreiheit wird geopfert und der eigene Bürger niedergemacht.

Schon jetzt warnt das BKA vor einer Radikalisierung muslimischer Migranten, die willige Rekruten für gewaltbereite Islamisten sind. Paradoxerweise die gleichen Islamisten, vor denen sie (angeblich) aus ihrer Heimat flohen. Willig deshalb, da es wenig Perspektiven für sie geben wird. Sie sind Versprechungen gefolgt, die niemand erfüllen kann und will.

Nun ist es nicht so, dass niemand Muslime in Europa haben will. Ich sehe Multikulti noch immer als Bereicherung. Aber nur bis zu einem gewissen Maß. Oder randalieren Japaner in Düsseldorfs Straßen, um ihren Zwist mit Chinesen wegen irgendwelcher Inseln auszutragen?

Was der Islam, was die Welt braucht, sind endlich Zugeständnisse islamischer Geistlicher, den Koran nicht mehr wörtlich zu nehmen. Was die islamische Welt braucht sind Veränderungen, die ehrlich und nicht nur halbherzig sind. Aber wer Menschen noch immer öffentlich enthauptet, hat wenig dazu gelernt.

Nur wenn es progressiven Kräften im Islam gelingt, die Oberhand zu erlangen, wenn die Fanatiker endlich in ihre Schranken gewiesen werden, wenn die Masse der Moslems akzeptieren kann, dass auch andere Menschen einen Glauben haben, ist der Weg zur friedlichen Koexistenz aller Religionen frei.

 

Sei du selbst!

Weisheit bezeichnet vorrangig ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren. (Quelle Wikipedia)

Auf der Suche nach Weisheit leben Menschen als Eremit, oder gehen auf große Pilgerfahrt. Sie fasten vielleicht, oder legen Schweigegelübde ab. Aber macht das alles Sinn? Als kleines Mädchen habe ich viele Fragen gestellt, die meist mein Vater beantwortet hat. „Was ist Zen?“, wollte ich wissen. „Wie lerne ich das? Warum muss ich still sitzen?“

„Magst du lieber nach draußen gehen und laufen?“, hat er mich gefragt. Als ich bejahe, haben wir uns umgezogen und einen Waldlauf gemacht. Danach war es zu spät für die Karate Stunde. Und ich habe eine Lektion gelernt. Am nächsten Tag sind wir nicht gelaufen und haben meditiert und Karate geübt.

Laut meinem Vater soll ich die ausgefallene Stunde um Mitternacht und im Pyjama eigenständig nachgeholt haben. Meine Mutter und er haben mich dann schlafend im Keller-Dojo entdeckt und mich ins Bett gebracht. Damals war ich sechs Jahre alt. Und mein Vater hat eine Lektion gelernt.

Zen-Buddhismus, der japanische Weg, kann nie mit Gewalt vermittelt werden. Zen-Buddhismus zu verstehen, ist eine Lebensaufgabe. Manche scheitern gleich zu Beginn. Bevor jemand Zen studiert, sind Berge einfach Berge und Wasser ist Wasser. Das ist so, daran gibt es nichts zu ändern.

Aber Zen-Schüler sind klug und nach einem ersten Blick in die Wahrheit des Zen sind Berge nicht mehr Berge, und Wasser ist nicht länger Wasser. Plötzlich sind sie durchdrungen von spirituellen Wahrheiten und einem tieferen Sinn. Wird aus einem Schüler ein Meister, der Erleuchtung erreicht, sind Berge wieder Berge, und Wasser ist wieder Wasser. Das ist so, daran gibt es nichts zu ändern.

In vielen Filmen und Darstellungen sieht man scheinbar hochvergeistigte Mönche, die würdevoll durch alte Tempel schreiten. Keine Mine regt sich in ihrem Gesicht, das wie aus Stein gemeißelt wirkt. Und dann taucht der Dalai Lama im Fernsehen auf und räumt lachend mit diesem Unsinn auf.

Zwar ist der Dalai Lama kein Zen-Buddhist, aber er gilt als die Respektperson unter allen Buddhisten. JapanerInnen kennen mehrere Religionen. Japaner vermischen Shintoismus, Buddhismus und christliche Elemente zu einer eigenen Form des Glaubens. Und über allem schwebt augenzwinkernder Humor.

Diesen Humor, habe ich schon als Kind in christlichen Kirchen vermisst. Warum muss ich mich vor einem Gott fürchten? Kein Buddhist fürchtet Buddha. Der hätte über diese Vorstellung schallend gelacht.

Gefragt was es bedeutet Buddha zu sein, hat der japanische Zen-Meister Kodo Sawaki folgendes gesagt. „Buddha zu sein bedeutet ganz du selbst zu sein – hier und jetzt. Ganz in diesem Moment zu sein. Ganz eins zu sein mit dem, was du tust. An diesem Ort ganz eins zu sein mit allen Aspekten deines täglichen Lebens.“

Den meisten Menschen wird das nie gelingen. Eingespannt, in den unerträglichen Lärm der Zivilisation, vergeuden sie ihr wahres Potenzial. Vielleicht streben sie nach Macht, Reichtum und Besitz. Vielleicht danach, wie ihre Idole zu sein. Aber Idole fallen oft vom Sockel, auf den Menschen sie gestellt haben. „Ich will besser sein!“, sagt der Herausforderer zum Weltmeister. Aber der Gegner ist immer das eigene Ich. Das gilt es zu überwinden.

„Ich will wie du sein!“, habe ich als Mädchen zu meinem Vater gesagt und tapfer Karate geübt. Sein Lächeln habe ich damals nicht verstanden und auch seine Worte gaben mir Rätsel auf. „Warum willst du wie ich sein, wenn du du selbst sein kannst“, hat er gesagt.

Die Menschenfischer

Die Flüchtlingskrise spaltet Deutschland. Noch nie war der Riss so offensichtlich, der sich quer durch alle Schichten zieht. Aber aus den Trümmern einer maroden Gesellschaft erhebt sich 2013 eine Partei, die anders sein will. Die Alternative für Deutschland (AfD) tritt ins Rampenlicht.

Die Partei ist klar rechts von der CDU/CSU aufgestellt und sieht sich als national-konservativ. Politik und Medien rümpfen die Nase und werfen der AfD vor, rechtspopulistisch oder rechtspopulistisch beeinflusst zu sein. Mit solchen Leuten reden? Nie!

Um die AfD nicht zu adeln und auf die eigene Stufe zu stellen, wird sie totgeschwiegen und diffamiert. Ein Fehler, der sich bitter rächen wird. Nichts schweißt mehr zusammen als ein Schulterschluss von Verfolgten, die gegen das System aufstehen.

Nur zögernd nimmt die Presse Notiz von linken Übergriffen gegen die Partei. Mitleid mit der AfD will niemand zeigen. Aber wenn deren Parteibüros immer wieder von Linken angegriffen werden, wenn es zu Handgreiflichkeiten und Sachbeschädigungen kommt, ist klar die Polizei gefordert. Oder misst Deutschland mit zweierlei Recht?

Jeder Angriff auf die AfD treibt ihr mehr Fische in die Netze. Aber das begreifen linke Schläger kaum. „Petri Heil!“, ist die traditionelle Grußformel der Fischer und Angler. (Quelle Wikipedia) Vielleicht mag Frau Petry diesen Ruf. Weniger die Schmährufe der Antifaschisten (Antifa), die immer wieder provozieren.

Man kann die AfD-Chefin Frauke Petry durchaus mit einer Fischerin vergleichen. Im Gegensatz zu echten Neo-Nazis, die gern im Trüben fischen, hat die Frau einen Angelschein und weiß was sie macht. Und genau das stößt den etablierten Anglern der Regierung bitter auf.

Eine funktionierende Demokratie sollte mit allen politischen Strömungen umgehen können. Aber die Bundesregierung hebt stattdessen Gräben aus, um die Kluft zwischen Arm und Reich noch zu vergrößern. Mit fast allen Entscheidungen treibt sie der AfD mehr Wähler in die Arme. Absicht oder politische Ignoranz. Von Dummheit will man kaum sprechen.

Jüngster Vertreter von Verboten, ist der Berliner Erzbischof Heiner Koch, der sich gegen die Pegida ausspricht. „Ich denke, auf manche Entwicklungen im Dritten Reich, als sie noch abwendbar waren, hat man zu spät beziehungsweise nicht eindeutig genug reagiert. Das darf nicht wieder passieren“, hat er gesagt. Ist klar, Herr Bischof. Morgen verbieten wir dann Gott.

Ich bin gut und du bist böse!

Gut und Böse sind Werte, die schon unsere Vorfahren kannten. Die Nacht ist dunkel und bringt den Schrecken. Der Tag aber die warme Sonne zurück. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Dort verbrennt eine gnadenlose Sonne Mensch und Tier, die sich davon im schützenden Mantel der Nacht erholen.

Von Freundinnen bin ich oft als „Biest“ bezeichnet worden. Für (manche) Männer bin ich ein Albtraum auf zwei Beinen. Aber reicht das aus, um mich zu einem bösen Menschen zu machen? Ich selbst halte mich ganz selbstbewusst für gut.

Der Buddhismus kennt keinen weltimmanenten Dualismus von Gut und Böse. Dort kämpft kein „Teufel“ gegen einen „Gott.“ Der Mensch ist von Natur aus weder gut noch schlecht. Der Mensch ist das Produkt seiner karmischen Konditionierung. Im Positiven wie im Negativen.

Einzig die Menschen haben beide Wertbegriffe geschaffen. Keine überirdische Macht hat sie dabei geleitet. In manchen Religionen werden diese Werte absichtlich ausgenutzt, um klare (Feind)Bilder zu schaffen. Und plötzlich schlagen sich „Brüder“ die Köpfe ein.

Angeblich „gute Götter“ verlangen Blutopfer. Allein die Vorstellung, dass irgendein Gott eines Blutopfers bedarf, um Sünde vergeben zu können, zeugt von einem perversen, in jedem Fall aber infantilen Gottesbild. Das haben klar Menschen ihrer Zeit erschaffen. Viel geändert hat sich daran bis heute nichts.

In der Philosophie gibt es keine einheitliche Definition für Gut und Böse, da es sich um subjektive Wahrnehmungen handelt. Und Menschen können beides sein. Der strahlende Held, der als Arzt täglich Leben rettet und abends seine Frau verprügelt, die als Hausfrau gut ist und in Wirklichkeit (bösen) Sex mit der Nachbarin hat.

Der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau, hat es anders ausgedrückt. Für ihn ist der Mensch von Natur aus gut. Seiner Meinung nach ist die Gesellschaft und der Eigensinn, die zum Bösen führen. Ganz vorn: das Eigentum. Karl Marx hat es dann abgeschafft. Prompt sind Teile der Welt im (bösen) Staatsterror versunken.

Immanuel Kant sieht das auf seine Weise. „Der Mensch besitze die Freiheit, sich für das Gute oder das Böse zu entscheiden“, hat er gesagt. „Indem er sich für das Böse entscheide, verstoße er gegen das Sittengesetz, das mit Vernunft erkannt werden könne.“

„Das Böse“ hat mehrere Gesichter und tritt in vielerlei Gestalten auf. Sie heißen Lug, Trug und Mord und tanzen lachend um die Feuer. Der Mensch hat daraus den Teufel gemacht. Klar, es ist immer einfacher, die Schuld bei anderen zu suchen. Niemand will ein Mörder sein. Dieses Prädikat verdienen jene Politiker, die Krieg gegen andere führen. Um „Gutes“ zu tun, ist klar.

Zur Hölle mit mir – Interview mit Herrn Teufel

Auf der Suche nach neuen Gesprächspartnern, ist mir heute eine Idee gekommen. Wer kann das Chaos auf der Welt besser erklären, als der Teufel selbst? Gut, zugegeben, ich habe es vorher schon bei Herrn Gott versucht. Aber der nächste freie Termin wäre in 5 Äonen-Jahren. Außerdem ist er zur Zeit auf der Götterkonferenz. Und diese Tagung kann noch dauern.

Kein Problem für mich, flugs wähle ich 06-666-TEUFEL und prompt meldet er sich. „Frau Dr. Landar, wie schön Sie endlich live am Telefon zu haben! Ich bin ein großer Fan ihrer Biestigkeit. Was kann ich für und gegen Sie tun?“

Bekanntlich erschüttert mich wenig auf dieser Welt. „Tachchen auch, Herr Teufel“, sage ich. „Hätten Sie vielleicht für ein Interview Zeit? Wir könnten über so vieles reden, was Sie schon immer sagen wollten. Ich weiß ja, dass sie nur mit ausgesuchten Menschen sprechen.“

Herr Teufel muss nicht lange überlegen. „Aber sicher doch, gnädige Frau“, schallt es mir ins japanische Ohr. „Kommen sie nur einfach die Treppe runter. Ich lebe unten. Im Heizungskeller und dann rechts. Sie finden mich schon, Sie werden sehen.“

Zwar bin ich furchtlos, aber naiv sind nur die anderen. Also gehe ich mit Buddhas Segen in den Keller. Und wirklich öffnet sich im Heizungskeller eine höllisch rote Tür. Ich trete ein und sehe … nichts! „Ey hömma Alder“, protestiere ich sofort. „Das hier ist aber nicht die Hölle! Komm jetzt raus und zwar sofort!“

„Die Hölle?, erklingt neben mir eine amüsierte Stimme. „Die Hölle, liebe Frau Dr., die Hölle ist in dir. Sie ist das, was du aus deinem Leben macnst. Ich bin nur der Verwalter geplatzter Träume. Schau nur genauer hin.“

Ein nackter Mann tritt neben mich, die Lippen diabolisch grinsend. „Gefällt dir, was du siehst?“ Mir fällt das Sprichwort ein, den Teufel bei den Hörnern zu packen. Oder war es nur ein Stier? In Ermangelung von Hörnern greife ich Herrn Teufel ans Gemächt. Ächzend sinkt er auf die Knie. „Das war ein fieser Trick, Karate-Chick!“

„Nö“, sage ich. „Du weißt doch, dass ich lesbisch  bin. Was musst du mich auch nackig erschrecken!“ „Als wenn du vor Männern Angst hättest“, gibt er zurück. „Lässt du mich jetzt bitte wieder los?“ Als ich meine Finger öffne, verschwindet Herr Teufel einfach so. Ein kleiner Junge tritt an seine Stelle. „Du wirst doch keine Kinder hauen?“

Klein Teufelchen führt mich in sein Spielzimmer, das einfach aus dem Nichts erscheint. XBox, Playstation, Multimedia-PC. Abgerundet von einem guten Dutzend Breitwand-Fernseher. „Damit ich euch besser beobachten kann!“ „Das also machst du den ganzen Tag?“, will ich wissen. „Klar“, sagt er. „Sonst käme ich vor Langeweile um.“

„Erzähl mir von dir, deinem Fall und …“ „Wie Fall?“, unterbricht Teufelchen mich. „Ich bin total freiwillig hier. Der Alte, also Dad, ist doch verreist. Und die Engel wollten noch nie mit mir spielen. Spießer, die sie sind! Aber die Menschen, die Menschen sind anders. Die glauben an mich und nehmen mich ernst.“

„Du bist also das personifizierte Böse?“, will ich wissen. „Der Guy, den man anruft, wenn man seine Feinde töten will.“ „Häh, was ist?“, unterbricht Teufelchen mich schon wieder. „Bist du irgendwie doof im Kopf? Ich habe noch nie wen umgebracht. Das machen die Menschen ganz allein.“

„Aber du holst dir doch ihre Seelen und lässt sie in der Hölle schmoren“, fahre ich unbeirrt mit meinem Vorwurf fort. Aber wieder schüttelt Teufelchen den Kopf. „Siehst du hier wen außer dir und mir? Die Menschen knipsen sich selbst die Lichter aus. Wenn überhaupt, so leistet mein Name Sterbehilfe.“

„Du gibst es also zu“, rufe ich triumphierend. „Und was machst du dann mit all den Seelen?“ Teufelchen seufzt und sieht plötzlich richtig traurig aus. „Die, Frau Landar, die schicke ich nach oben. Damit sie den Himmel überrennen. Das  hält die Engel auf Trab und die können nicht mehr pennen.“

Nun bin ich doch etwas verwirrt. Ein Interview mit Herrn Teufel habe ich mir anders vorgestellt. „Belügst du mich etwa?“, will ich wissen. „Mach’s und ich reiße dir die …!“ „Nee, nee“, ruft Teufelchen schnell und wird ganz blass ums Näschen. „Komm ich zeigs dir, lass uns in den Himmel gehen.“

„Wie jetzt?“, frage ich perplex. „Du kannst so einfach da nach oben?“ „Ja klar, Schwester“, grummelt Teufelchen und schaut mich frech an. „In Abwesenheit des Alten bin ich der himmlische Verwalter.“