Wenn die Gespenster kommen

Halloween ist vorbei, aber noch immer gehen Gespenster in Deutschland um. Ihre Namen sind Angst, Hass und Lüge. Die drei Gesellen wissen um ihre Stärke und bringen den blanken Horror mit. Ängstlich ducken sich die Menschen, die wie das sprichwörtliche Kaninchen wirken. Die Schlangen sitzen in Brüssel und Berlin. Aber die giftigste Otter ist Amerika.

Ein kluger Mensch hat einst das Wort Angst so definiert. „Konkrete und vor allem reaktive Angst sei einer der überlebensnotwendigen Grundaffekte“, hat er gesagt. „Angst sei gegenstandsbezogen und solle besser als Furcht bezeichnet werden. Angst entstehe aus einer Notwendigkeit heraus und verlange eine Reaktion.“

Der westliche Mensch hat „eigentlich“ keinen Grund Angst zu empfinden. Und Gespenster gibt es nur im Film. Aber „eigentlich“ ist so ein furchtbar böses Wort. Das Leben im Westen ist geordnet, die Menschen haben (meist) Arbeit und Geld. Nur noch selten bedroht die Natur ihre Existenz. Also sucht man nach einem Grund sich zu fürchten.

Die (geschürte) Angst löst Funken aus, die sich rasend schnell verbreiten. Die Reaktion auf Angst ist da. Der Mann im Spiegel spricht halbherzig vom neuen Faschismus. Nur um zu erklären, wer ihn entstehen ließ und warum. Die Kritik der reinen Vernunft sieht anders aus.

Apropos Vernunft! Wenn die Angst kommt, geht die Vernunft. Das wissen die Gespenster, deren Worte laut wie Explosionen sind. Erschüttert steht der Mensch vor solcher Grausamkeit. „Mein Haus, mein Boot, man will sie mir nehmen!“ Perfekt haben die Gespenster ihren Auftritt inszeniert. Sie benutzen (zum manipulieren) die Massenmedien.

Aber das Haus ist alt und die Wände brüchig. Und das Boot schon lange voll … Wasser und kurz vorm Untergang. Zeit, um sich von alten Zöpfen zu trennen. Neue Mauern braucht das Land! Damit in schönem Glanze, die Nation neu entsteht.

Eine kleine Schar Aufrechter wehrt sich tapfer gegen die Gespenster. Ein Katzenbuch-Autor hat geistige Blähungen, beim untauglichen Versuch ironisch zu sein. Ein Mann vom Bach pinkelt in eben jenen. Nichtsahnend, dass dort schon wer drinnen steht. Der so besudelte wehrt sich mit Schlamm und ruft zur Schlacht. „Ach Kinder, morgen wirds was geben!“

Gegeben hat es dann die Nazi-Keule, die seit vielen Jahren ein probates Mittel ist. Denn der ist „Rechts“, der (s)eine Meinung laut vertritt. So die absurde Definition in diesem (unfreien) Land. „Achtung! Die Augen Rechts! Im Gleischritt Marsch!“ Komisch nur, dass es „Links, zwo, drei, vier“, heißt.

Moralische (Schein)Empörung soll wieder nur vertuschen, dass die Mächtigen die schlimmsten Angstmacher sind. Brandstifter, Schlangen, deren (Doppel)Moral die Masse quält. Die Gespenster aber lachen im Takt ihrer Schritte, die Saat der Angst wächst mit.

Deutschland ist zur Angstgesellschaft mutiert. Vorbei die Zeit der großen Helden. Und auch Goethe ist schon tot. (Von der Politik gesteuerte) Schlechte Nachrichten kriechen in des Menschen Seele. Schwächelnder (T)Euro, bankrottes Griechenland und nun auch noch die (gesteuerte) Flüchtlingskrise.

Menschen werden bewusst in Angst versetzt. Um sie zu leiten, wie eine Herde Hammel. Während die Massen weiter strömen weiß ein Abgeordneter Rat. Er fordert die „Dienstpflicht“ für alle Jugendlichen, das berühmte soziale Jahr. Alternativ darf es auch wieder die Bundeswehr sein. Zur Sicherung der deutschen Grenze. In Passau und nicht am Hindukusch.

Wenn die Seele Trauer trägt

Wer kennt nicht jene Tage an denen die Seele Trauer trägt. Die Menschen baden in ihrem Leid, ergeben sich herbstschwerer Melancholie. Vielleicht wirft sie auch ein Unglück aus der Bahn und prompt versinken sie im Sumpf. Bewusst klammere ich krankheitsbedingte Depressionen aus. Das hat eine andere Qualität, dagegen können Medikamente helfen.

Menschen, die einen Schicksalschlag erleiden, neigen oft zu emotionalen Reaktionen. Sie jammern und suhlen sich im Selbstmitleid. Andere fluchen und schimpfen den ganzen Tag und suchen einen Schuldigen, den sie verantwortlich machen können. All diesen Reaktionen gemeinsam, ist der massive Austoß an negativer Energie. Aber ist das wirklich schlecht?

„Nutze negative Gefühle, um etwas Positives zu schaffen“, habe ich einer anderen Bloggerin geschrieben. „Über Negatives zu lamentieren, sich diesen Gefühlen hinzugeben, lässt Energie in das negative Ereignis fließen und beraubt weiterer Kraft. Diese negative Energie, dieser noch flüchtige Schatten, kann sich durch die so gewonnene Energie erst manifestieren und Gewalt über dich gewinnen. Dieses Gespenst ist dann quasi ein Resonanzpunkt für das nächste negative Ereignis und und und … Erkenne diesen Schatten, lach ihm frech ins Gesicht und lenke deine Energie um.“

Während sie es verstanden hat, möchte ich auch dem Rest meiner LeserInnen diese „Technik“ erläutern. Kraft, Stärke sind grundsätzlich positiv. Man kann damit etwas bewegen. Sich selbst, aber auch anderen Menschen helfen. Das ist positiv gedacht. Für positiv Denkende, ist ein Glas stets halb voll. Und mit genügend Inhalt kann man diesen teilen. So, wie ich das seit einer Weile mache.

Im Aikido lenken wir den Angriff des Gegners zu seinem Nachteil um und schaffen eine für uns positive Lage. Wir sind (wieder) sicher, der Angreifer (die negative Energie) wird ausgenutzt. Aber wie können wir das mit Panikattacken, mit Schicksalsschlägen machen? Bei Panikattacken bin ich keine Kompetenz. Das können Psychologen besser. Aber ich weiß, wie man ihnen vorbeugen kann: mit positiven Gedankengängen und mit Sport. Und darin bin eine Meisterin.

Als Beispiel werden wir vielleicht von einem geliebten Menschen verlassen. Liebesdinge treffen viele Menschen hart. In meinem jungen Leben habe ich etlichen Freundinnen über diese Trauer geholfen. Und manchmal war ich dabei wenig zart. Die Kopfwäsche à la Mayumi ist legendär. Haare raufen? Nicht bei mir! Höchstens daran rupfen und ein Schubs. Und schon stimmt die Richtung wieder. Schwupps!

Aber was genau können wir tun, wenn wir ins Liebeschaos stürzen? Schokolade soll hilfreich sein, resultiert aber in den (un)beliebten Hüftgold-Ringen. Die sind kaum erstrebenswert und gesundheitlich gefährlich. Also lassen wir das und raffen uns lieber auf. Meine Freundin Karin hat auf diese Weise ihre Doktorin gemacht. Sie hat damals Frust und Wut am Computer ausgelebt und ihre Dissertation geschrieben. Zugegeben hatte mein jüngeres Ich seinen Anteil an diesem Werk. Ich habe ihr mehrfach die Leviten gelesen. Karin hat verstanden und mich noch mehr geliebt.

Mein Cousin Ken hat nach einer Trennung seine bisher besten Bilder geschossen. Er hat nicht gejammmert, er hat agiert! Und das kann jeder Mensch, der einen Schicksalschlag erlitten hat. Die Gespenster der Trauer, haben dann keine Macht. Im Gegenteil werden sie noch zu Verbündeten und liefern die benötigte Energie, um Positives zu erschaffen. Und das schaffst auch DU!

Wer mehr über Frau Dr. Karin (Sommer) lesen möchte, der darf gern hier klicken: Die Lesbe