Die undemokratische Gesellschaft

Köln kommt nicht zur Ruhe. Dabei geht es weniger um die massenhaften Übergriffe von muslimischen Männern gegenüber deutschen Frauen, sondern um den Bundesparteitag einer demokratischen Partei.

Ich finde es schäbig, ja schwach, dass die meisten Journalisten, dass sogar PolitikerInnen, keine klaren Worte gegen Übergriffe auf Menschen fanden. Gewalt ist keine Lösung, wenn man einen politischen Gegner bekämpft.

Aber der linke Intellektuelle war gestern, heute skandieren seine Enkel „Deutschland verrecke!“ Diese SPIEGEL-Online Kolumne beschreibt es hart und fair: Jagdszenen am Rhein. Danke, Jan Fleischhauer, das haben Sie gut gemacht!

Wahlk(r)ampf

Wahlkampf wird mit Worten ausgetragen. Wenn ich finde, dass Partei A schlecht und Partei B Spitze ist, werde ich das in einem sachlichen Streitgespräch vor möglichst vielen Leuten klären, aber Worte wie „Nazi-Schlampe“ oder „Linksversiffte Hure“ vermeiden.

Wer Eisenstangen statt Argumenten benutzt, wer lieber Pflastersteine statt Sachthemen wirft, stellt sich außerhalb der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und gehört hart und konsequent bestraft.

Aber ein Staat, der mehrheitlich von linken Kräften geleitet wird, dieser Staat braucht offensichtlich Fußsoldaten, die hirn- und planlos Steine gegen politische Gegner werfen. Der von diesen Kräften eingesetzte Bundespräsident, hat geschwiegen. Und damit den ersten Fehler seiner neuen Karriere gemacht.

(K)Ein Wort

„Es ist falsch politischen Parteien, auch wenn man sie nicht mag, die sich aber innerhalb der Regeln der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegen, ihr Existenzrecht zu bestreiten.“ Diese oder eine ähnliche Aussage vermisse ich.

Sie kam dann doch, aber von dem Wissenschaftler Professor Werner Patzelt, der den Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich an der TU Dresden hat. Professor Patzelt zur Demonstration in Köln wörtlich:

„Es wäre Sache des Bundespräsidenten gewesen an dieser Stelle darauf hinzuweisen, was denn tatsächlich die Spielregeln unserer Demokratie sind. Und dass einschüchtern von politischen Gegnern ganz gewiss nicht dazu gehört.“

Deutschland duldet und finanziert (Anti)Faschisten, die gegen alles und jeden sind. Vielleicht sollte man in Berlin ernsthaft darüber nachdenken, ALLE gewalttätigen Gruppierungen, sofern das juristisch machbar ist, endlich zu verbieten. Und ich meine wirklich alle, egal ob „Links“ oder „Rechts.“

Die Antifa schert sich so wenig um Recht und Gesetz, wie die Glatzen mit den Springerstiefeln. Beide Seiten, da werde ich ganz unjapanisch deutlich, sind hirnlose Vollpfosten für mich.

Gelebte Demokratie

Vielleicht sollte man MinisterpräsidentInnen auf einen Schnellkurs in Demokratie schicken, wenn ihnen entfallen ist, dass gemäß Parteiengesetz, § 9 Mitglieder- und Vertreterversammlung (Parteitag, Hauptversammlung), eine demokratische Partei einen Bundesparteitag abhalten muss.

Man stelle sich nur das Aufgebot an Polizei und Geheimdiensten vor, wenn plötzlich eine Partei beim Bundesparteitag der Linksgrünmittigen demonstriert. Vermutlich wäre sie danach verboten.

Deutschlands freiheitliche Ordnung gründet auf dem „Streit“, dem Diskurs über politischen Positionen. Ich finde es bezeichnend, dass die meisten Deutschen keine Ahnung von Demokratie zu haben scheinen und nur noch die Propaganda des durch Zwang finanzierten Staatsfunks plärren.

„Wir“ und  die anderen

Sind wir alle zu gewalttätigen Hooligans geworden, die entweder Pro oder Contra (Partei der eigenen Wahl einsetzen) sind und den „Gegner“ mit Böllern und Fäusten bekämpfen?

Mir zeigt es klar die Defizite unserer politischen Kultur: Aufgehetzte Massen, die zur Selbstjustiz greifen, vom Volk entfremdete PolitdarstellerInnen (Eliten), die sich von „Blitzumfragen“ treiben lassen und JournalistInnen, die klar selbst politische AktivistInnen (geworden) sind.

Aber das passt zum Bild der Lämmer und Eliten, das ich schon mehrfach gezeichnet habe. Dieses Bild lässt mich schwarz für Deutschlands Zukunft sehen, wenn niemand diesen Trend stoppt.

Die Wut der Homo-Ehe-Gegner – Wenn Argumente keine sind

Die Debatte um die Homo-Ehe ist neu entfacht. Nicht nur in der Politik wird laut gestritten, auch Volkes Zorn scheint nun erwacht. Zumindest wenn man so manche Kommentare in sozialen Netwerken und Foren zur Kenntnis nimmt. Dabei fällt immer wieder ein Argument auf, das völlig daneben ist: der Vergleich Homosexueller mit Pädophilen.

Aber Heteros scheinen noch weitaus mehr Probleme mit „Andersartigen“ zu haben, wie die Unkenntnis des Unterschiedes von Transsexuellen und Transvestiten zeigt. Während Transsexuelle lediglich im falschen Körper geboren werden und meist alles tun, um das andere Geschlecht zu bekommen, ist Transvestitismus unabhängig von der sexuellen Orientierung und kommt mehrheitlich unter Heterosexuellen vor.

„Meine Mama heißt Klaus – geht´s noch?“, hat ein Homophober in meinem Blog geschrieben und zeigt damit deutlich, wie Menschen denken. Dumm nur, die wenigsten schwulen Männer tragen Frauenkleider. Das Kind eines Männerpaares würde also zwei Väter haben. Wo ist das Problem? Den Link zum Artikel und Kommentar gibts hier: KLICK MICH, ODER LASS ES 

Homosexuelle werden auch gern mit Pädophilen gleichgesetzt. Klar, wer „anders“ ist, wird sich auch an Kindern vergehen, so die Meinung einiger Menschen. Dumm nur, dass es meist Heteros sind, die Kinder missbrauchen. Aber vermutlich finden Homo-Gegner genau den Gedanken geil und verbergen so ihre eigenen Neigungen. Denkbar wäre es. Oder warum sonst bringen sie diesen Schwachsinn aufs Papier?

Fakt ist, dass es immer mehr Kinder in Regenbogenfamilien gibt. Und denen geht es gut. Auch Yuki und ich wollen und werden Kinder haben. Unsere „Karate-Kids“, ist doch klar. Das Argument Kinder brauchen eine männliche Bezugsperson wird auch nicht greifen. Dafür sind unsere Väter da. Die streiten sich jetzt schon scherzhaft, wer wann die Kinder halten darf. Männer eben. Aber Männer, die ich mag.

Werteverfall, Aufgabe der Kultur, Abkehr von Traditionen, sind weitere (Schein)Argumente, die Gegner der Homo-Ehe vorbringen. Aber schaut man sich Kulturen an und wie diese z. B. mit Frauen umgehen, wird mir sofort wieder schlecht. In Afrika werden Mädchen noch immer grausamst verstümmelt, wenn ein offiziell verbotenes Beschneidungsritual ihre Klitoris entfernt.

In der ach so christlichen Bibel werden Menschen zu Tode gesteinigt. Auch in einigen arabischen Ländern ist das noch immer so. Ist das die Tradition, die zu erhalten ist? Sind das die Werte unserer Zeit? Dieses Verhalten ist finsterstes Mittelalter. Und in ihrer Denkweise sind Homo-Gegner davon nicht sehr weit entfernt.

Wenn alle Stricke reißen, werden noch Tiere ins homophobe Spiel gebracht. „Dann könne man auch gleich die Ehe mit Tieren erlauben“, heißt es oft. Ist das nicht ein tolles Argument? „Ich finde es widerlich, wenn sich zwei Männer küssen!“, heißt es oft von Mann. Komisch nur, als Kind hatte er damit kein Problem. Auch Homophobe haben Väter. Und diese mit Sicherheit geküsst.

„Ja, aber nicht so!“, höre ich die Gegner rufen. „Versuchs doch einfach mal“, halte ich dem entgegen. Ein Kuss kann auch unschuldig sein. Ausdruck von Freude, von tiefen Emotionen. Und so ist er gut.

Wirkliche Argumente gegen die Ehe-Öffnung gibt es keine. Lediglich einige Kirchen sehen ihr Geschäftsmodell in Gefahr. Und deshalb machen sie Front und verschweigen, dass Homosexualität in den eigenen Reihen ein großes Thema ist. Flucht nach vorn nennt man das.

Angeblich sei es von Gott gewollt, dass nur Mann und Frau heiraten dürfen, habe ich schon oft gehört. Das sei so in der Bibel vermerkt. Dumm nur, die Bibel hat kein Gott geschrieben, das waren Menschen ihrer Zeit. Steht Gott nicht für Liebe? Liebe für alle Menschen?

Beenden möchte ich diesen Artikel mit der Aussage des amerikanischen Wrestlers und Schauspielers „Stone Cold“ Steve Austin, die er zur Homo-Ehe machte und dabei die Kirche(n) ins Visier genommen hat: „Which one of these motherfuckers talked to God, and God said that same-sex marriage was a no-can-do?“ Mehr gibt es darüber nicht zu sagen. Daumen hoch, lieber Steve!

Die Kriecher sind los!

In meiner Eigenschaft als (S)Expertin bin ich vielen LeserInnen schon bekannt. Aber eine Frau Dr. Landar kann noch soviel mehr! Und das werde ich heute beweisen. Als diplomierte Besserwisserin habe ich im Nebenfach „Belästiger im Gestern und Heute“ studiert und dort viel über Ungeziefer gelernt. Und laut einer Meldung von Antenne Silberfisch, ist es in den letzten Tagen zu einem vermehrten Auftreten des fast in Vergessenheit geratenen gemeinen Kriechers gekommen.

Der gemeine Kriecher sollte auf keinen Fall mit dem allgegenwärtigen Bückling verwechselt werden. Zwar ist beiden Exemplaren eine gewisse Gebeugtheit eigen, der Bückling ist aber meist harmloser. Nicht so der Kriecher. Meist (spät)pubertärer Natur haust er als ewig Gestriger gern in einer feuchten Kellerwohnung. Dort, zwischen ihn wärmenden elektormagnetischen Strahlen überdimensionierter Flat- und Touchscreens, fühlt er sich im eigenen Saft schmorend pudelwohl.

Der gemeine Kriecher verlässt nur selten sein Domizil, in freier Wildbahn ist er so gut wie niemals anzutreffen. Meist handelt es sich bei dem Kriecher um männliche Exemplare, die ich der Einfachheit halber „Männchen“ nenne. Ein kurzes Wort für kurze Beine, das macht Sinn. Der weibliche Kriecher ist ein Sonderexemplar und vom Aussterben betroffen. R.I.P. von mir an dieser Stelle. Die wenigen noch verbliebenen Exemplare sind ohnehin nur nachtaktiv und werden, im Zug der voranschreitenden Evolution, schon bald Geschichte sein.

Es wäre nun ein Fehler anzunehmen, dass es sich bei dem gemeinen Kriecher um ausnahmslos hirnbefreite Wesen handelt. Das muss an dieser Stelle klar verneint werden! Allerdings unterliegt diese Spezies einer deutlichen Beschränktheit ihrer Emotionen. Man könnte sie daher auch emotional verkrüppelt nennen. Diese Verkrüppelung zeigt sich auch deutlich bei der Sprache, die von Grunzlauten dominiert wird.

Gemeine Kriecher sind meist stark kurzsichtig und ihr Sichtfeld auf ein Minimum begrenzt. Dafür ist ihr Geruchssinn gut ausgeprägt, der sie mit unnachahmlicher Sicherheit zu potenziellen Opfern leitet. Von meist schwächlicher Natur scheuen sie die offene Konfrontation und attackieren ihre Gegner aus dem Verborgenen. In den meisten Fällen bleibt es aber bei verbalen Attacken, die sie wollüstig im eigenen Heim zelebrieren. Natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und wenn überhaupt, so nur vor anderen Kriechern.

Gern hinterlässt der gemeine Kriecher auch seine Losung an den Heimen der Ahnungslosen. Diese Duftmarken steigern sein kaum vorhandenes Selbstbewusstsein ins Uferlose! Vor allem dann, wenn ein Hausbewohner versehentlich auf einen solchen Auswurf tritt. Derart beschmutzt wird er zur leichten Beute des Kriechers, der sein Opfer dann mit Haut und Haaren verschlingt. Wer aber auf seine Schritte achtet, wird nie ein Opfer sein.

Wie gefährlich sind nun diese Kriecher und welche Gegenmittel gibt es gegem sie, werden sich meine LeserInnen fragen. Und an genau dieser Stelle setzt mein Expertenwissen an. Gegen den gemeinen Kriecher ist ein ganz besondees Kraut gewachsen, das sich in jedem Garten findet. Die Ignoraris-Pflanze eignet sich ganz vortrefflich zur Bekämpfung. Einmal angewandt hält sie auch den mutigsten Kriecher fern.

Ein weiteres probates Mittel ist die Conscientia-Droge. Eine gehörige Portion davon ausgestreut, lässt die Kriecher flugs das Weite suchen. Alternativ kann ich auch mein neues Buch „Die Kriecher sind los!“ empfehlen. Dort gehe ich genauer auf Kriecher und andere Insekten ein.

Das liebe LeserInnen wars für heute wieder. Im nächsten Beitrag werde ich über Schnüffler und Krabbler schreiben, die immerhin artverwandt mit dem gemeinen Kriecher sind. Alternativ kann es aber auch ein Beitrag über die Spottdrossel sein. Piep!

Angst fängt im Kopf an – Mut auch

Gewalt gegen Frauen ist (noch immer) an der Tagesordnung. Frau in der Opferrolle, das war schon immer so. Körperlich Mann unterlegen, wird sie unterdrückt und ausgenutzt. Nicht jede Frau hat das Glück im „Goldenen Westen“ zu leben, in der aufgeklärten Welt. Aber selbst in Europa gibt es Übergriffe. Und nicht immer ist Hilfe in Sicht. Also müssen wir Frauen uns wehren. Die Frage ist nur wie.

Das Wort Selbstverteidigung wird von Frauen meist mit Gewalt gleichgesetzt. Sofort haben sie das Bild von prügelnden Männern vor Augen, die hemmungslos die Fäuste schwingen. Und diesen Irrtum gilt es aufzuklären. Selbstverteidigung fängt mit Worten an. Deeskalation ist immer die Devise. Eine Faust nur der allerletzte Weg.

Schon sehe ich die Frage in den Augen meiner Leserinnen, wie das funktionieren soll. Selbstverteidigung ohne Körperkontakt, einfach nur mit Worten? Geht denn das? Die Antwort ist einfach: JA! In meinen Kursen für Frauen lehre ich, wie sie sich aus scheinbar brenzligen Situationen befreien können. Und oft ist Reden die beste Waffe, um einem Übergriff vorzubeugen. Und weglaufen gehört auch dazu.

„Kämpfen lernen, um nicht kämpfen zu müssen“, ist ein Motto, das hierzu gern benutzt wird. Und genau dieses Motto macht auch Sinn. Aber der Kampf fängt im eigenen Kopf an. Dort gilt es Hemmschwellen zu überwinden. Jede Frau kann sich mit einfachsten Mitteln verteidigen. Hemmungen sind in diesem Fall fehl am Platz, es geht um Gesundheit und Leben.

Frau muss lernen die eigene Stimme als erste Waffe zu nutzen. Ein lautes „NEIN!“ wirkt wahre Wunder. Laute Worte wie „Lassen Sie mich in Ruhe!“, im Bus, in der Straßenbahn zu einem Pöbler gesagt, kann diesen durchaus zur Flucht bewegen. Merke: wer schweigt ist bereits ein Opfer. Und genau das sind wir Frauen nicht!

Selbstverteidigung stärkt das Selbstbewusstsein und holt jeden Menschen aus der Opferrolle. Genau darum geht es. Täter suchen Opfer und keine Gegner. Das Gegenargument „Die meisten Menschen werden vermutlich nie mit Gewalt konfrontiert“, habe ich schon oft gehört. Gewalt trifft doch immer nur die anderen.

Was machen wir im Notfall? Schauen wir nur zu? Oder greifen wir aktiv ins Geschehen ein? Helfen wir dem Menschen in Not? Ja, das machen wir! Vielleicht nur mit Worten, vielleicht nur per Handy-Notruf. Nicht jede Frau ist schließlich Karate-Meisterin. Aber Situationen meistern sollte sie können. Wer Kinder bekommt, der kann auch einem Angreifer in den Hintern treten.

Ein weiterer Aspekt von Selbstverteidigung ist das gestärkte Selbstbewusstsein, das Frau auch im Alltag hilft. Noch immer werden Frauen unterdrückt und nicht für voll genommen. Schöne Larven, die ihre Rolle als Mutter und Hausfrau spielen. Biologischer Auftrag erfüllt und am Ende ab ins Altersheim? Mit mir zumindest nicht. Angst fängt im Kopf an – Mut auch! Wann also fangt ihr an euch zu wehren?

Angst ist nur ein Gefühl

Wer von sich behauptet keine Angst zu kennen, den nehme ich nicht ernst. Angst kennt jeder Mensch, Angst ist ein Grundgefühl des Lebens. Angst tritt immer dann auf, wenn situationen als bedrohlich empfunden werden. Aber eine Bedrohung kann vieles sein. Angst vor der Klausur, Angst vor dem Verlust geliebter Menschen. Angst ist also ein Teil unseres Lebens. Nur beherrschen sollte sie uns nicht.

Leider ist genau das immer häufiger der Fall und betrifft nicht selten Frauen. Schon junge Mädchen haben ein falsches Selbstbild und halten sich für zu dick, oder zu dünn. Sie entsprechen nicht der Norm, die andere angelegt haben. Und schon beginnt die Angst. Einmal ausgelöst bleibt sie oft lebenslanger Begleiter und bohrt sich tief in den Verstand.

Die Frau, der Mensch wird stets Angst vor etwas haben. Vor Arbeitslosigkeit und Verlust. Aber auch Männer kennen Angst, wenn auch vermutlich aus anderen Motiven. Letztlich mündet diese Angst aber in Angst vor dem Leben, in einem verlassen des Wohlfühlzone. Und auch das gibt mir zu denken. Was bitte ist mit den Menschen los?

Das Leben ist für mich (m)eine Wohlfühlzone. Ich bin mittendrin statt nur dabei. Verlasse ich diese Zone bin ich tot. Wenn auch nicht im wörtlichen Sinn. Leben bedeutet Glück, Aufregung und Lachen. Aber auch Wut und Trauer gehören dazu. All das sind Gefühle, wie die Angst. Und Angst vor der Angst zu haben, das braucht kein Mensch.

Ein Satz geht mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf. Und das gibt mir zu denken. „Das Leben geht dahin, wo die Angst sitzt“, schrieb eine andere Bloggerin. Eine Kollegin hat genau diesen Satz zu ihr gesagt. Spontan fallen mir die Worte Angststörung und Panikattacke ein. Aber warum haben Menschen diese krankhaft übersteigerte Form der Angst? Darauf habe ich keine Antwort, ich kenne nur Mittel und Wege gegen Angst.

Angst ist nur ein Gefühl, hat ein kluger Mensch gesagt. Und da stimme ich zu. Angst kommt und geht, aber sie ist in meinem Haus kein Dauergast. Wobei ich Angst für mich anders definiere. Nehmen wir die alles entscheidende Klausur. Ich habe gelernt und beherrsche den Stoff. Warum also sollte ich mich fürchten?  Natürlich bin ich aufgeregt, aber Angst ist das nicht. Bei mir ist das eher Ungeduld, ich weiß das Gefühl „Angst“ positiv zu nutzen. Und das kann jeder Mensch.

Ist nun die Angst ein Gegner, den man besiegen kann und muss? Ich kann die Angst nicht endgültig besiegen, aber wie im Aikido ihre Kräfte nutzen. Die Angst lähmt mich nicht, sie motiviert meinen Geist. Ich nutze den Schwung der Aufregung, um meine Ziele zu erreichen. Einen Kampf zu führen, seine Kraft zu verschwenden, das lohnt meist nicht. Aber wie nutze ich die Kraft dieses scheinbar so überlegenen Gegners aus? Geht das überhaupt?

Miyamoto Musashi, Japans größter Samurai hat folgendes in seinem Buch der fünf Ringe geschrieben: „Der Gegner ist als »Ehrengast« zu betrachten. Man muß bereit sein, das eigene Leben als unwesentlich zu erachten und die Furcht abzulegen.“ Wenn die Angst kommt, so nehme ich sie an und stelle mich ihr. Ich erkenne, dass sie keine Macht hat und verharre nicht in Agonie.

In (schlechten) Filmen werden Frauen gern als kreischende Wesen dargestellt, die voller Todesangst erzittern. Von Emotionen getrieben stolpern sie in Panik davon und verlieren im entscheidenden Moment den Autoschlüssel. Ich will die Frau dann packen und rufen „Schwester, bleib doch stehen! Denk nach, atme, nimm den Gegner an. Er ist nicht überlegen, er nutzt nur das Gefühl der Angst. Und das kannst auch du.“