Das Interview – Teil 2: Quo vadis, Mayumi?

Düsseldorf, im Juli 2015. Ein Interview erschüttert die Welt. KLICK MICH Meine beste Freundin hat es mit mir geführt. Unterstützung kam von (m)einer frechen Elfe. Heute nun der zweite Teil. Aus den Zeilen gehen kaum die Lacher hervor, die es dabei gab. Im Gegensatz zum letzten Interview, haben wir eine andere Form gewählt, um die einzelnen Personen hervorzuheben. Und nun viel Spaß beim lesen.

Düsseldorf, im Februar 2017. Ich (Karin) bin unterwegs zu Mayumis Elternhaus, aber leider ganz allein. Meine drei Süßen liegen stark erkältet im Bett, mir geht es schon viel besser. Aber warum kribbelt plötzlich mein Bauch?

Wie immer wenn ich an Yumi denke, erscheint ein Lächeln auf meinem Gesicht. Dabei war unsere erste Begegnung fast ein Schock für mich. Heute, viele Jahre später, ist sie die beste Freundin der Welt. Auch wenn das Wort „Biest“ bei ihr noch untertrieben ist. Lässt man sie, teilt sie nach allen Seiten aus.

Kritische Fragen zu stellen ist Yumis Weg, um eingefahrene Denkmuster aufzubrechen. Die wenigsten können damit und fühlen sich sofort provoziert. Selbst mich lockt sie damit noch aus der Reserve und ich sollte es eigentlich besser wissen.

Als ich ankomme steht der rote Flitzer vor der Tür. Sie war also schon in Stuttgart und hat ihn abgeholt. Ich schmunzele, sie kann es nicht lassen! Ihre Mutter öffnet und begrüßt mich lächelnd. Ich mag diese Frau, die wie eine ältere Ausgabe einer gemäßigten Mayumi wirkt. Die Ähnlichkeit ist offensichtlich.

„Karin“, sagt sie mit deutlichem Akzent, „wie schön dich zu sehen.“ Yuki flitzt aus der Küche und winkt mir mit mehlverstaubten Händen zu. „Wir sind am kochen!“, lässt sie mich wissen und Yumis Mutter nickt dazu. „Sie übt unten mit ihrem Vater“, sagt sie leise und schaut mich wissend an. Im Geist sehe ich einen zur Unkenntlichkeit verknoteten Mann, der hilflos auf der Matte liegt.

Ich habe die beiden schon trainieren sehen und war einfach fasziniert! Das sah so echt aus, mir wurde Angst und bange! Yumi kann ihren Vater mit reiner Kraft nicht schlagen. Aber ich habe nie zuvor jemand gesehen, der solche Reflexe hat und eine derartige Körperbeherrschung. Niemand kann ihren Kicks widerstehen.

Ich erschrecke, als eine Stimme „Buh!“ sagt und Yumi im Karate-Gi lachend neben mir steht. „Ich gehe schnell duschen“, sagt sie und ist schon wieder weg. Ihr Vater hat das Nachsehen, sie war immer schon zu schnell für ihn. Aber er lächelt und sagt ebenfalls „Hallo“ zu mir.

Yumis Mutter bringt Tee und setzt sich mit Yuki neben mich. Wir unterhalten uns, bis „das Biest“ wiederkommt. Statt Karate-Gi trägt sie ein ärmelloses T-Shirt und eine kurze Hose. Wieder fallen mir ihre fast schon muskulösen Oberschenkel auf. Sie sind der Grund warum Yuki immer „Dicke“ zu ihr sagt. Yumi ist gertenschlank!

Vielleicht werden sich nun LeserInnen wundern, warum ich „Yumi“ und nicht „Mayumi“ schreibe. Als einer der wenigen Menschen darf ich die Kose- bzw. Kurzform ihres Namens nutzen. Normalerweise sage ich „Miststück“ zu ihr. (Für diese Bemerkung habe ich den Mittelfinger gesehen.)

Ja, es gibt Menschen, die sofort der Mittelpunkt sind, wenn sie einen Raum betreten. Yumi ist ein solcher Mensch. Schon in der Schule war sie der Star. Das ist noch heute so. Sie bestimmt und alle machen mit. Nun gibt es Menschen, die das mit lauter Stimme machen. Yumi laut? Das habe ich selten erlebt.

Yumis Vater, ist ein liebenswerter und sehr gebildeter Mann, mit dem ich mich schon oft unterhalten habe. Wie Yumi ist er eine natürliche Respektsperson, aber sie hat ihn locker im Griff. Zwar hört sie ihm zu, aber vertritt auch vehement ihre Meinung. Und es ist keine Lüge wenn ich sage, er ist furchtbar stolz auf sie.

„Du riechst lecker“, sagt sie zu Yuki, die nur die Augen verdreht und leise „Baka“ murmelt. Aber so kenne ich die beiden. Unzertrennlich und doch mit eigenem Kopf. Wir tauschen Neuigkeiten aus bis Yumis Vater wiederkommt. Es folgt ein typisch japanisches Mittagessen, das unbeschreiblich köstlich ist.

„Wehe du steckst uns an!“, sagt Yumi, als ich mir nach dem Essen das Näschen putze und zieht uns lachend in ihr Jugendzimmer. Als wir es uns auf ihrem Bett gemütlich machen, muss ich fast automatisch an Natalie denken. Wie oft haben wir drei hier gesessen!

Wir reden über tausend Dinge, als mich eine plötzliche Idee anspringt. Was auch daran liegt, dass ich in Yumis Blog gestöbert habe und das alte Interview fand. „Du suchst doch immer nach Beiträgen“, beginne ich und schaue Yuki an. „Wollen wir einen zweiten Teil des Interviews machen?“

Als Yuki strahlt und nickt, weiß ich die Antwort schon. „Wenn ihr wollt“, gibt Yumi scheinbar gelangweilt zurück. Aber ich kenne sie, die Idee gefällt ihr gut. Handys werden gezückt und plötzlich heißt es „Vorsicht Kamera“ oder „Aufnahme läuft.“

Karin: „Schön, dass du wieder in Deutschland bist, du Reisetante. Bleibst du uns nun eine Weile erhalten?“

Mayumi: „Hast du mich vermisst?“

Karin: „Du bist …“

Mayumi: „Doof, ich weiß. Ich habe dich auch lieb.“

Karin: „Wie war Amerika, haben sich eure Erwartungen erfüllt?“

Mayumi: „Etwas zu erwarten bedeutet, dass man enttäuscht werden kann.“

Karin: (lachend) „Könntest du bitte konkreter werden? Sonst macht das Interview doch keinen Sinn!“

Mayumi: „Das Leben in den USA ist anders. Schneller, wenn du so willst. Hinzu kommt, dass in Los Angeles eine ganze eigene Art von Menschen leben. Ich spreche weniger von der LGBT-Community, sondern meine das allgemein. Düsseldorf oder Stuttgart sind tiefste Provinz, wenn man die Städte vergleicht.“

Karin: „Hast du dort berufliche Kontakte gefunden?“

Mayumi: „Ja und nein. Wir waren für die Tuning Firma in Detroit, aber neue Kontakte im Sinn neuer Aufträge gab es keine. Das würde aus mehreren Gründen nicht funktionieren. Was weniger an der Sprache, als an den amerikanischen Gesetzen liegt.“

Karin: „Wie war das Wetter dort? Angeblich scheint dort immer die Sonne.“

Mayumi: „Wer hat dir diesen Unsinn erzählt? Es war recht kühl, man könnte das herbstliche Temperaturen nennen. Nur mit dem Schnee war Fehlanzeige. Den hatten wir dann in Schweden.“

Karin: „Du machst mich total neidisch! Aber ich finde es toll, dass du um die halbe Welt geflogen bist, um der Firma zu helfen. Hat sich das ausgezahlt?“

Mayumi: „Wir haben dafür kein Geld bekommen. Nur Flug und Unterkunft waren umsonst. Ich bin schon dabei ein Konzept zu erstellen, das die Firma vor dem Konkurs retten wird.“

Karin: „So schlimm ist es?“

Yuki: „Sie übertreibt, aber die Sache ist schon ernst.“

Mayumi: „Der Kunstgriff wird sein auf Wachstum zu setzen, aber keine böse BWL zu nutzen. Gib mir noch eine Woche und alles ist wasserfest.“

Karin: „Darf ich das dann sehen? Bitte?“

Mayumi: (Feixend) „Um mich zu kopieren? Klar darfst du. Als Gegenleistung erwarte ich einen Nachmittag mit deinen Kindern. (Yuki strahlt und nickt)

Karin: „Abgemacht. Die beiden sind sowieso verrückt nach euch. Aber lass uns über deinen Blog sprechen, wenn du magst. Ich habe viele deiner Texte gelesen und eine Veränderung festgestellt. Du bist politischer geworden. Kann das sein?“

Mayumi: „Wie du am besten weißt, war ich früher mehr der unpolitische Typ. Zwar GRÜNE, aber sonst wenig an Politik interessiert.“

Karin: „Du glaubst doch überhaupt nicht an Politik!?“

Mayumi: „Wen fragst du, die rationale oder emotionale Komponente meines Seins?

Karin: „Na dich!“

Mayumi: „Komme ich authentisch rüber?“

Karin: „Ja und nein. Ich kann schon erkennen wer da schreibt, aber du wirkst oft so anders.“

Mayumi: „Wie wirke ich denn auf …(Yuki hält ihr den Mund zu. Dazu muss ich erklären, dass Yumi im Blog oft flapsig und dann wieder regelrecht eisig wirkt. Ich kenne sie besser. Ihr Humor ist echt, aber in Wirklichkeit ist sie wesentlich japanischer, als sich das in Worten liest. Kühle Logik gepaart mit fernöstlicher Freundlichkeit.)

Karin: „Danke! Also zur Politik, was hat sich für dich geändert und warum erst jetzt?“

Mayumi (kitzelt Yuki): „Man hat mich darauf angesprochen, dass dieses neue Interesse an Politik erst 2015 erwacht sei. Das ist falsch. Ich beschäftige mich lediglich viel intensiver damit. Vor allem, um bei einer Partei zu bleiben, mit dem seit Jahren vorhandenen Unwohlsein über die GRÜNEN.

Das lag mit am Parteiprogramm, aber maßgeblich an gewissen Personen, die ich weltfremde FundamentalistInnen nenne. Die Namen sind euch gut bekannt. Als unsere Kanzlerin ihre Grenzentscheidung traf, als ganz schnell klar geworden ist, dass primär junge Männer und keine Familien über die Grenze kommen, habe ich das kritisiert.“

Karin: „Hattest du Angst?“

Mayumi: „Warum sollte ich Angst haben? Ich kann lediglich besser rechnen und habe vor allem die kommenden Probleme gesehen. Es wird nicht mehr lange dauern und der letzte Fahnenschwenker wird begriffen haben, dass es auch an seine Ersparnisse geht. Dann werden wir das wahre Gesicht der Pseudolinken sehen!

Hilfe ist eine Sache, aber jedem ohne Kontrolle den Zugang in die Sozialsysteme zu gewähren, hat eine andere Qualität. Ein Großteil dieser Menschen wird den Staat auf Jahrzehnte belasten, einige sogar für immer.“

Karin: „Das klingt im ersten Moment sehr ablehnend, ja kalt.“

 Mayumi: „Dürfen sich Ökonomen von Gefühlen leiten lassen? Gezielte Entwicklungshilfe für afrikanische und arabische Staaten, hätte einen Teil des Problems abgefedert. Statt einem Menschen in Deutschland 1.000 Euro pro Monat zu geben und damit in der Summe die Sozialsysteme zu sprengen, hätte er in seiner Heimat mit viel weniger auskommen können. Diese 1.000 Euro können in Afrika zwischen zehn und zwanzig Leben retten, das weißt du sehr gut.“

Yuki: „Hast du Widerstand gespürt, also von anderen Bloggern?“

Mayumi: „Ja. Es gab immer wieder subtile Versuche, um meine Aussagen unglaubhaft zu machen. Auch Hasskommentare, die ich nie veröffentlicht habe. Ich kann mich an mehrere Leser erinnern, die eine Statistik als Beleg meiner Aussagen forderten. Solche Stimmen sind mittlerweile verstummt, die Zahlen stehen fest.“

Karin: „Worin siehst du den wahren Grund der Flüchtlingskrise?“

Mayumi: „Im Neoliberalismus, der grenzenlosen Gier der Eliten, die Afrika und die arabischen Länder ausbeuten. Aber auch ganz klar in der amerikanischen Geopolitik. Schau dir genau an was passiert ist, man hat die Staaten destabilisiert.

Mit dem Kampf gegen den Terror hatte das nichts zu tun. Der ist sowieso frei erfunden. Der Gag dabei, diese Länder waren keine Gottesstaaten, sie waren säkular. Es geht um Macht, Einfluss und die schwindenden Ressourcen. Und wo liegt weltweit das meiste Öl?“

Karin: „Ich weiß was du meinst. Aber du kritisiert vor allem den Islam massiv. Hast du keine Angst dadurch in die rechte Ecke gedrückt zu werden?“ (Mayumi lacht, als ich sie das frage.)

Mayumi: „Ich bezeichne mich als liberal-konservativ mit linken Anleihen. Eigentlich war ich das immer schon. GRÜN passt mir nur besser wegen dem LGBT Ansatz. Und was ist rechts? Die CDU/CSU ist rechts. Und es ist in Deutschland noch immer ein gern gespieltes Foul, Kritiker zu diskreditieren und die Nazi-Keule auszupacken.

Zum Teil unbewusst, ein Großteil der deutschen Bevölkerung ist wenig politisch interessiert und hängt gläubig an den Lippen der Journalisten, die angeblich immer die Wahrheit sagen. Getreu dem Motto: Es war im Fernsehen, also muss es richtig sein. In einem Schnappatmer Reflex (sie imitiert einen nach Luft ringenden Fisch), wird dann blind um sich geschlagen, wenn irgendwer konträr zur politisch korrekten Meinung ist, die man den Menschen eingetrichtert hat.“

Karin: „Wirklich konservativ sieht aber anders aus. Du bist alles andere, als von gestern. Einerseits bist du weltoffen und dann verteidigst du vehement deutsche und japanische Traditionen. Wie passt das zusammen?“

Mayumi: „Sehr gut sogar. Ich finde Halt in Kultur und Sprache, in Traditionen und arbeite trotzdem an progressiv-innovativen Ideen mit.“

Karin: „Warum kritisierst du den Islam so heftig? Wir haben doch auch türkische Freundinnen.“

Mayumi: „Welche unserer Freundinnen sind radikale Islamistinnen? Der Islam ist keine Religion, er ist und bleibt eine Ideologie, die sich auf einen unbeweisbaren Schöpfergott beruft und den Anspruch auf absolute Herrschaft hat. Diese Herrschaft bezieht sich auch auf das Privatleben der Menschen. Die Scharia schreibt vor, wie sie zu leben, zu denken und zu handeln haben.

Diese steinzeitliche Denkweise, ist eine Gefahr für den aufgeklärten Westen und beschneidet freiheitlich denkende Menschen in ihren Grundrechten. Anders formuliert muss sich für den Muslim der Westen, also Deutschland derart ändern, dass er für ihn als neue Heimat passt. Er aber wird sich nicht ändern, das verbietet ihm sein Allah.

Von einer Freundin weiß ich, dass ein türkischer Vater vehement ein Verbot von Schweinefleisch für alle Kinder im Kindergarten forderte und das Kreuz im Büro der Leiterin nicht sehen wollte. Und das geht viel zu weit. Nicht „wir“ müssen uns an ihn, er hat sich an dieses Land anzupassen.

Muslime können ihren Islam gern privat leben. Öffentliche Forderungen, speziell von diesem sogenannten Zentralrat, sind politische Forderungen und der Versuch Einfluss auf deutsche oder europäische Politik und damit die westliche Lebensweise zu nehmen.“

Karin: „Gibt es Anfeindungen von Muslimen?“

Mayumi: „Warum sollte es die geben? Glaubst du wirklich, dass die so verbohrt sind und nun gleich das Messer zücken?“

Yuki: „Hasst du Muslime?“

Mayumi: „Warum sollte ich andere Menschen hassen? Ich wehre mich nur gegen Bevormundung und Übergriffe, die, nach meiner Erfahrung, überwiegend aus dieser Gruppe kommen. Schau dir an was 2016 alles geschehen ist und wer, neben der Politik, die Verantwortlichen sind. Für die meisten dieser Typen sind westliche Frauen nur Huren, die sie benutzen dürfen.“

Yuki: „Aber du bist Japanerin!“

Mayumi: „Wie du auch, mein Schatz. Es spielt für viele keine Rolle, woher wir kommen oder wie wir aussehen. Für sie sind alle Frauen benutzbar, die sich westlich, offen kleiden. Medien und Politik unterdrücken viel zu oft Meldungen, wenn es um Übergriffe gegen Frauen geht. Aber sie nehmen zu, wie du weißt.“

Karin: „Was wäre, wenn wir vielleicht mehr und intensivere Hilfe oder Aufklärung für diese Menschen leisten?“

Mayumi: „NLP-Technik als Frage getarnt? Netter Versuch. (Sie lacht.) Niemand versagt wirklich Hilfsbedürftigen die Hilfe. Aber viele Migranten verschwinden sofort in Parallelgesellschaften und leben dort für immer. Sie wollen Geld, aber keine deutschen Werte teilen. Das bestätigen auch immer mehr voll integrierte Muslime, die wenig mit den altvorderen Worten des Korans anfangen können.

Und wir sollten endlich damit aufhören, alle die nach Deutschland kommen als Flüchtlinge zu bezeichnen. Genau das sind sie nämlich nicht! Wer einen florierenden Handel im Libanon aufgibt, sich als Syrer tarnt, um hier von Sozialhilfe zu leben, der ist grundverkehrt in diesem Land.“

Karin: „Du hast schon mehrfach erwähnt, dass es einen Krieg der Religionen oder Ideologien gäbe und man Muslime gezielt gegen Christen aufhetze. Wer macht das? Magst du dazu noch etwas sagen?“

Mayumi: „Das ist ein sehr komplexes Thema. Jeder der sich damit beschäftigt, bewegt sich am Rand der Verschwörungstheorie. Meiner Meinung nach, die aber auf den Studien anderer Wissenschaftler basiert, wird die Auseinandersetzung gesteuert und alte Vorurteile neu belebt.

Pauschal zu sagen, die USA steckten dahinter, ist falsch. Es sind nicht die USA allein, es ist das Großkapital, das zusammen mit der Politik eine Art Kartell bildet, quasi eine unheilige Allianz. Hinzu kommen in Deutschland noch die durch die GEZ finanzierten Medien. Der Gag schlechthin, wir zahlen für staatliche Propaganda.“

Karin: „Das klingt sehr vage!?“

Mayumi: „Es ist vage. Warum? Weil es eben keine feste Gruppe gibt, die sich in Kapuzen gehüllt trifft und als Geheimzirkel die Welt regiert. Wenn, so ist es eine Kooperation verschiedener Großkonzerne, Lobbyisten, PolitikerInnen, allerdings primär aus den USA, die ihren Reichtum auf Kosten der Bevölkerung mehren.

Jeder vernünftige Mensch kann und wird die Anzeichen erkennen, wenn er sich damit beschäftigt. Problematisch sind die vielen Spinner, die schnelles Geld mit der Angst von Menschen machen und von Geheimbünden reden, die aus Außerirdischen bestehen. Du verstehst, was ich damit meine?

Was wir (er)leben, ist eine Art Scheindemokratie, die uns manipuliert. Das muss kein Nachteil sein, wenn alle genug zu essen haben. Leider ist das nicht der Fall, was an der Gier und dem Neid innerhalb der Eliten liegt.“

Karin: „Noch ein Worte zur Presse. Gibt es noch guten Journalismus in Deutschland?“

Mayumi: „Für JournalistInnen wird es zunehmend schwieriger sich gegen den Einfluss von Politik und Kapital, also Werbung, durchzusetzen. Wenn der Chefredakteur ein bestimmtes Parteibuch hat, ist das so gut wie unmöglich.

Hinzu kommt noch, dass viele junge JournalistInnen nur Zeitverträge haben. Sie werden also vorsichtiger mit ihren Artikeln sein, um eine Verlängerung ihres Vertrages nicht zu gefährden. Darüber spricht natürlich niemand. Leider ist es traurige Wahrheit.“

Karin: „Ein spannendes Thema, aber da bin ich ganz bei dir! Glaubt man dir, wenn du das schreibst?“

Mayumi: „Es geht weniger darum mir zu glauben, sondern darum, die Dinge kritischer zu sehen. Die Menschen müssen wieder lernen nicht gleich jedem Wort der Politdarsteller blind zu vertrauen. Anhören, analysieren, eine zweite oder dritte Meinung einholen und sich selbst ein Bild machen. So funktioniert das wesentlich besser. Aber dieser kritiklose, blinde Gehorsam in Deutschland, ist wirklich erschreckend.

Viele werden von der herrschenden Klasse automatisiert, ihres Verstandes beraubt und auf Kurs gebracht. Bei Beamten ist das ganz schlimm. Schon wieder höre ich oft, dass „man“ ja lediglich den Vorgaben der Regierung folge.

Das haben die Kriegsverbrecher auch gesagt, als man sie mit den Bildern der Konzentrationslager konfrontierte. Ohne Sinn und Verstand, nur auf den eigenen kleinen Vorteil bedacht, werden Dinge ausgeführt, die langfristig für noch mehr sozialen Sprengstoff sorgen.“

Karin: Deine Kritik an den USA, den Herrschenden, wirkt sehr linkslastig auf mich!?“

Mayumi: „Die Kritik an der Demokratie, hat wenig mit politischen Überzeugungen zu tun. Eine echte Demokratie lebt von der Kritik, der Auseinandersetzung zwischen  BürgerInnen und PolitikerInnen.

Aber wenn man es genau nimmt, so stimme ich zumindest in einigen Punkten mit Frau Wagenknecht überein, die ich für sehr sympathisch und durchaus ehrlich halte. Zumindest im vorgegeben Rahmen, den auch sie nicht verlassen kann.“

Yuki: „Apropos Kritik! Du hattest einige Auseinandersetzungen mit anderen Bloggern, die ziemlich heftig wirkten. Bereust du das?“

Mayumi: „Heftig für wen? Ich streite mich nie im Internet, das ist und bleibt verlorene Lebenszeit. Richtig ist, dass es einige Versuche gab, die aber gescheitert sind.

Ich lese das durch, analysiere die möglichen Motive der Person und antworte vielleicht. Im Grunde genommen tun mir diese Menschen leid. Einige sind nur verblendet, wieder andere haben psychische Probleme.“

Karin: „Kannst du das präzisieren?“

Mayumi: „Für psychisch Kranke ist das Internet oft die einzige Möglichkeit um Dampf abzulassen. Ich bin dann sozusagen das Ventil für sie. Warum also soll ich ihnen schaden? Ich lasse sie vielleicht auflaufen, beweise ihnen das Gegenteil oder lösche den Kommentar. Danach herrscht meist Funkstille. Unabhängig davon finde ich es mehr als schwierig mich mit Menschen zu streiten, die mehr Achselhaare als Bildung und politischen Sachverstand haben.“

Karin: (Muss schallend lachen) „Wie kommst du nur immer auf solche Vergleiche! Aber ich habe den Eindruck, dass einige LeserInnen weder deine Intention noch deine Antworten verstehen.“

Mayumi: (schmunzelnd) „Was war jetzt die Frage? Schau, ich freue mich, wenn ich LeserInnen vielleicht ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann oder ihnen dabei helfe ein Problem zu lösen. Oft reicht eine gezielte Frage aus, um ihren Blickwinkel zu ändern. Und die stelle ich.“

Yuki: „Was oft für Unverständnis sorgt. Ist das Absicht?“

Mayumi: „Es geht darum anderen zu zeigen, wie sehr man sie manipuliert hat. Leider fällt ihnen das umdenken schwer. Es ist nicht so, dass ich keine andere Meinung gelten lasse, aber wenn ich Dinge besser weiß, hört man mir besser zu.“

Yuki: „Deine Texte wirken oft so, als ob nur du die absolute Wahrheit kennst.“

Mayumi: (lacht) „Ich bin keine ausgebildete Journalistin und schreibe Texte auf meine eigene Weise. Dass ich mich dabei einiger literarischer Stilmittel bediene, sollte jeder wissen. Und wenn ich gut ankomme, habe ich doch etwas richtig gemacht.

Ich bin nun mal von mir und meiner Meinung überzeugt und bringe das auch zum Ausdruck. Und manchmal will ich provozieren, um den Denkprozess in Gang zu setzen. Vernünftiger Kritik bin ich immer zugänglich! Persönliche Attacken kontere ich aus.“

Yuki: „Immer?

Mayumi: „Nein. Wie ich schon sagte, was bringt es, wenn ich Depressiven die Leviten lese? Das dringt kaum durch den Tablettennebel. Ich lösche sie und gut. Und linke Hetze besteht meist nur aus persönlichen Beleidigungen. Mehr als dumpfe Parolen können die kaum. Wer keine eigenen Fakten hat, für den ist jeder ein Feind.“

Karin: „Und doch wirkst du oft sehr radikal in deinen Texten. Ich kenne dich gut und weiß damit umzugehen. Aber warum schreibst du keine Gedichte oder Kurzgeschichten mehr?“

Mayumi: „Mein Tag hat nur 24 Stunden. In einem Gedicht kann ich nicht immer das ausdrücken, was ich mit einem längeren Beitrag kann. Um Zeit zu sparen, wäre ein Haiku besser. Aber ich mag einfach die Themenvielfalt.“

Yuki: „Du hast dich an Weihnachten 2016 von fast zwanzig Blogs getrennt. Warum? Macht dir das nichts aus?“

Mayumi: „Viele waren verwaist. Wer mehr als sechs Monate keine Artikel schreibt, hat andere Interessen. Bei einigen Blogs habe ich bemerkt, dass ich diejenige bin, die kein Interesse mehr an den Inhalten hat. Also warum den Reader damit weiter belasten?“

Karin: „Das klingt sehr rational.“

Mayumi: „Ist es und nie persönlich.“

Yuki: „Apropos persönlich! Belasten dich Anfeindungen? Ich finde es immer eklig, wenn man dich gezielt angreift.“

Mayumi: „Warum sollten die mich belasten? Ich diskutiere mit jedem, der halbwegs sachlich bleibt. Wer mir dumm kommt, wer nur provozieren will, ist keiner Antwort wert.“

Karin: „Ich kann mich da an einige Diskussionen auf der Uni erinnern, also da sind wirklich die Fetzen geflogen!“

Mayumi: „Du meinst diese arroganten Brüder? Also da war ich wirklich zahm!“

Karin: „Ist klar! Warum waren die plötzlich so still?“

Mayumi: „Weil ich sie kognitiv suboptimiert nannte?“

Karin: (fällt fast vom Bett vor Lachen) „Jetzt erinnere ich mich wieder! Hast du weniger LeserInnen seit du politisierst?“

Mayumi: „Das Gegenteil ist der Fall. Allerdings werden politische Artikel von deutlich weniger Menschen kommentiert, als zum Beispiel meine Reiseberichte. Interessant dabei, die, die mir angeblich nicht mehr folgen, lesen noch immer heimlich mit. WordPress zeigt das sehr genau.“

Yuki: „Warum denkst du machen sie das, gibt es dafür einen Grund?“

Mayumi: „Neugier oder der Versuch Munition gegen mich zu finden. Besonders gern mag ich die Fraktion der „Statistiker“, die sich regelmäßig blamiert. Richtig armselig sind Anonyme, die zu feige sind um mit ihrem richtigen Account zu schreiben. Vielleicht sollte ich ein <<Best of>>, der Beleidigungen schreiben.“

Karin: „Warum äußern sich Menschen weniger zur Politik? Aus Unkenntnis oder haben sie Angst?“

Mayumi: „Beides. Viele wählen eine Partei nicht aus politischer Überzeugung, sondern machen eine Personenwahl. Wer ihnen sympathisch ist, der bekommt die Stimme. Klar spielt bei der schweigenden Mehrheit meiner LeserInnen der Faktor Angst eine Rolle.

Manche wollen sich auch nicht blamieren oder ihre wahre politische Überzeugung verbergen. Ein anderer Grund, ist eine befürchtete soziale Ächtung, wenn sie sich zum Beispiel als CDU WählerInnen outen.

Karin: „Bald sind Wahlen. Wie stehst du zur AfD? Siehst du sie auch als reine Populisten und Volksverhetzer, die zum Teil verkappte Nazis sind?“

Mayumi (schüttelt lachend den Kopf): „Das, meine Süße, ist eine Suggestivfrage. Aber gut. Der AfD stehe ich sehr kritisch gegenüber! Einzelnen Personen in dieser Partei noch mehr. Mit Frau Dr. Alice Weidel dagegen, würde ich mich gern länger und rein fachlich unterhalten. Auch mit Professor Jörg Meuthen. Vielleicht ergibt sich das noch.

Spannend daran, wir sind mehr oder weniger vom gleichen Fach. Eine Diskussion wäre also auf einem hohen Niveau zu Sachfragen möglich und jenseits von jeglichem Populismus. Bisherige Versuche einer Diskussion mit Leuten der AfD waren eher bescheiden.

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass das auch bei GRÜNEN, SPD oder CDU-Anhängern kaum besser war. Die blubbern ihre leeren Parolen und bewegen sich dabei knapp über Stammtischniveau.“

Karin: „Treibt die AfD die CDU vor sich her?“

Mayumi: „Ja. Salopp ausgedrückt, wird sie den konservativen Flügel der CDU wieder auf Kurs bringen, davon gehe ich ganz stark aus. Nüchtern betrachtet, ist die AfD also eine Bereicherung der verkrusteten Parteienlandschaft.

Dabei sollte niemand vergessen, dass auch sie nur Teil des politischen Systems ist. Entweder gesteuert oder einfach nur mit anderen Ideen. Das wird die Zukunft zeigen.“

Karin: „Was genau meinst du mit gesteuert?“

Mayumi: „Ich habe es schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass Deutschland fest in der Hand linker Kräfte ist. Die CDU/CSU hat sich diesem Zeitgeist angepasst, was wir Frau Merkel zu verdanken haben.

Aber es rumort tief in den Eingeweiden der Konservativen. Daher suchen sie händeringend nach dem geeigneten Mittel, um das Land wieder gerade zu rücken. Die AfD könnte dieses Mittel sein.

Man kann also hinterher sagen „Schaut nur, wir haben das Land vor den Rechten gerettet und jetzt bricht eine neue (konservative!) Zeit für Deutschland an. Die Linken sind dann auch nur noch Schnee von gestern, die werden mit der AfD entsorgt.“

Karin: „Man stigmatisiert die AfD also nur als Nazi-Partei, um eigene Fehler zu verschleiern? Und was meinst du mit hinterher?“

Mayumi: „So könnte man das durchaus sagen, ja. Wir erleben zur Zeit wieder einen Kampf der Eliten, die gegeneinander und gegen das Volk ins Feld ziehen. Mit hinterher meinte ich, dass ultrakonservative Kräfte innerhalb der Eliten versuchen werden, die Führung zu übernehmen.

Die Linken, die das Spiel entweder noch nicht begriffen haben oder einfach nur ideologisch verblendet sind, reagieren mit dem Schnappatmer-Reflex und sehen lediglich die AfD als Feindbild, die sie mundtot machen wollen. Aber noch leben wir in einer Gesellschaft, die andere Meinungen erlaubt, auch wenn es zunehmend schwieriger wird.

Karin: „Du hast die Meinungsfreiheit angesprochen. Siehst du die in Gefahr?“

Mayumi: „Ja! Schau dich nur um, rede mit anderen. Wo sind die großen Geister, die Philosophen? Wir leben in einer Generation, die kaum noch große Denker hat. Nimm Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, von mir aus auch noch den umstrittenen Martin Heidegger. Wo sind solche Menschen heute?“

Yuki: „Basiert die Studentenrevolte und ihre Folgen denn nicht genau auf Adorno und Horkheimer?“

Mayumi: „Auch, ja. Aber vergiss Horkheimer, der eigentlich führende Kopf dieser Zeit war meiner Meinung nach Adorno. Auch wenn das ein Herbert Marcuse vermutlich anders sehen würde.“

Karin: „Bewunderst du Adorno?“

Mayumi: „Er war ein großer Denker, der andere zum denken anregen konnte. Selbst heute noch, viele Jahre nach seinem Tod. Wer denkt, der sei nicht wütend, hat er einmal gesagt. Diesen Spruch hat die Antifa nie verstanden.

Wenn ich jemanden in Teilbereichen bewundere, falls man das Wort in seiner ganzen Tiefe ausschöpfen möchte, so ist das, neben Doris Lessing, die großartige Hannah Arendt! Vermutlich haben die meisten Jugendlichen den Namen noch nie gehört. Und das finde ich erschreckend.

Unsere Philosophen heute heißen Daniela Katzenberger und Kollegah! Vollverblödete Automaten, die sich Menschen nennen, stieren in die Glotze oder vegetieren bis zu ihrem Tod dahin. Hinterfragt wird fast nichts mehr, selbst nachzudenken ist aus der Mode gekommen.“

Yuki: „Hat die Bildung in Deutschland gelitten? Wenn ja, warum?“

Mayumi: „Ja. Das hat auch viel mit den neuen Medien zu tun. Schau dir nur an, wie lange selbst wir oft vor den Rechnern sitzen. Jugendliche wachsen mittlerweile mit dem Handy auf, der Playstation und dem Internet. Spaß steht an erster Stelle. Sie werden zu einer Gesellschaft von Robotern gemacht, die nach dem Willen der Eliten funktionieren.

Die <<Erziehung zur Mündigkeit>> nach Adorno, wird von Spieleherstellern übernommen. Ziviler Ungehorsam war gestern. Schuld daran tragen aber auch die Linken, die andere Ideen und Meinungen mit faschistischen Methoden unterdrücken.“

Karin: (schmunzelnd) „Du bist eine Kämpferin und hast schon vielen Menschen geholfen, so kenne ich dich. Und du machst seit Ewigkeiten Karate. Ich bewundere dich dafür. Musstest du dich jemals wirklich verteidigen?“

Mayumi: „Du meinst, ob es um mein Leben ging. Ja, damals in Dortmund und auch schon in Düsseldorf. Ohne Karate wäre das übel ausgegangen.“

Karin: „Provozierst du nicht oft den Streit? Und einmal hast du mir Angst gemacht. Du erinnerst dich bestimmt.“ (Mayumi schaut mich mit ihren dunklen Augen an und auch als ihre beste Freundin, wird mir flau im Magen.)

Mayumi: „Buddha lehrt uns, dass uns niemand beleidigen kann und es daher auch keiner Vergebung bedarf. Ich habe einen ganz eigenen Sinn für Gerechtigkeit. In den meisten Fällen prallen die Worte an mir ab und verletzen den, der sie geworfen hat.

Aber wer meine Familie bedroht, wer die Hand gegen mich hebt, wer für den Tod eines mir nahestehenden Menschen mit verantwortlich ist, auch wenn es nur passiv war, der wird ein Problem mit mir bekommen.“

Karin: (Muss schlucken, als die Erinnerung an Natalies Tod wiederkommt.) „Vermisst du Nati sehr?“

Mayumi: „Ich habe keinen Zugang zu westlicher Trauerkultur. Ich erinnere mich und weiß, dass ich Nati irgendwann wiedersehen werde.“

Yuki: „Hasst du Tom immer noch?“ (Tom war Natalies Ehemann und trägt eine Mitschuld an ihrem Tod.)

Mayumi: „Ich hasse niemand. Aber er geht mir besser aus dem Weg.“ (Die letzten Worte klingen eisig.)

Karin: „Du bist Buddhistin. Könntest du trotzdem jemand umbringen, also nur so theoretisch, wenn dein Leben in Gefahr ist?“

Mayumi: „Du bist Christin. Könntest du trotzdem jemand umbringen, also nur so theoretisch, wenn dein Leben oder das deiner Familie in Gefahr ist?“

Karin: „…“

Yuki: „Was bedeutet Buddhismus für dich?“

Mayumi: „Primär eine andere Sicht der Dinge zu haben. Ich habe es mal so ausgedrückt, dass ich zwar auf den Papier Buddhistin bin, aber stets meinen eigenen Weg gehe. Durch meinen Vater kenne ich den Zen-Buddhismus sehr gut, aber ich bin keine vergeistigte Gläubige.“

Karin: „Du überrascht mich oft mit Aussagen, wenn ich das genaue Gegenteil von dir erwarte.  Oder du handelst einfach wenig buddhistisch. Warum?“

Mayumi: „Ich bin Feuer und Wasser, der See mit glatter Oberfläche, die den Vulkan verbirgt. Reicht dir das als Antwort?“

Yuki: „Wie stehst du zu Gewalt?“

Mayumi: „Gewalt von wem und gegen wen? Krieg ist die größte Sprachlosigkeit von Menschen. Auch wenn ich Karate lehre, bin ich keine sprachlose Kriegerin.“

Karin: „Aber du benutzt Gewalt doch selbst!“

Mayumi: „Wo habe ich jemals jemand ohne Grund angegriffen? Ich gehöre zu den Menschen, die sich zu wehren wissen und keine Hemmungen haben, das Erlernte einzusetzen. Aber Gutmenschen, mit rosa Brille, haben selbst damit ein Problem.“

Karin: „Warum benutzt du das Wort Gutmensch so oft? Du kennst doch bestimmt seine Herkunft.“

Mayumi: „Natürlich. Ich attackiere damit bewusst links-grüne Gesinnungsfanatiker, die in einer rosa Filterblase leben.“

Karin: „Du bist wirklich eine Samurai-Prinzessin!“

Mayumi: „Danke!“ (Sie lacht)

Yuki: „Themawechsel bitte. Könntest du dir vorstellen Deutschland für immer zu verlassen und in einem anderen Land zu leben?“

Mayumi: „Das liegt auch an dir. Ich kann mir alles, auch Japan vorstellen, wenn du bei mir bist.“

Yuki: „Japan und LGBT sind wie Feuer und Wasser. Es wird noch viele Jahre dauern bis Normalität einkehrt.“ (Mayumi lächelt und nickt.)

Mayumi: „Vielleich sollten wir die Szene dort aufmischen, was denkst du?“

Yuki: „Dass du Fieber hast!“ (Was folgt ist die typische Rauferei der beiden, bei der Yumi absichtlich verliert.)

Karin: (Fünf Minuten und unzählige Lacher später.) „Was sind deine Pläne bezüglich Kindern? Du … ihr wolltet doch welche adoptieren?“

Mayumi: „Das wollen wir immer noch. Aber unser Lebensstil gibt das zur Zeit nicht her.“

Karin: „Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe.“

Mayumi: „Korrekt. Aber wir können keine kleinen Mädchen mit in die USA, Schweden, zurück nach Deutschland und dann wieder Japan bringen.“

Karin: „Du und deine Mädchen!“

Mayumi: „Sagt die Mama, die selbst zwei Töchter hat.“

Karin (schnauft): „Lass uns noch mal über Politik sprechen. Wie siehst du die Chancen, dass die aktuelle Krise gelöst werden kann? Also Flüchtlinge, EU und Parteienkrise.“

Mayumi: „Die sogenannte Flüchtlingskrise ist hausgemacht und wird meiner Meinung nach gesteuert. Zum Teil zumindest. Die in Syrien geborene Österreicherin Laila Mirzo hat in einer Diskussion im österreichischen Fernsehen erzählt, dass ihr, bei ihrer Tätigkeit als Flüchtlingshelferin, immer wieder junge Männer aufgefallen seien, die schon nach wenigen Tagen zurück in ihre Heimat wollten. Gefragt warum, hätten sie die Aussage verweigert, bzw. das ginge sie nichts an gesagt.

Frau Mirzo hat dann irgendwann begriffen, dass sie Schleppern gegenüber stand, die mit den Flüchtlingen kamen und auf Staatskosten zurück wohin auch immer flogen. Und dort haben sie das Spiel erneut begonnen. Es gilt genau dem einen Riegel vorzuschieben, Schleppern vor Ort das Handwerk zu legen und sie drastisch zu bestrafen.

Es gilt auch dafür zu sorgen, dass sich die Lebensbedingungen von Menschen in arabischen und afrikanischen Staaten verbessern. Deutschland, Europa, kann nicht die ganze Welt aufnehmen. Das funktioniert finanziell auf Dauer nicht. Menschen in Not sollte man weiter helfen. Aber nur im Ausnahmefall in Deutschland selbst. Wie ich schon sagte, die Hilfe muss vor Ort erfolgen.“

Yuki (schmunzelnd): „Du sprichst wie Thilo Sarrazin.“

Mayumi: „Viel mehr Menschen sollten den Mann lesen. Was er vor Jahren schrieb, wird momentan Realität. Wir haben in Deutschland schon jetzt eine seltsame Mischkultur, die deutsche Traditionen und Werte verachtet und eine Art Neusprech, also dieses typische „was guckst du“ Gefasel geschaffen hat. Die Frage ist, ob wir das wollen. Ich will das nicht.“

Karin: „Ich auch nicht. Die Veränderungen in Deutschland machen mir Sorgen. Glaubst du wir schaffen das, wie Frau Merkel es formuliert?“

Mayumi: „Merkels Durchhalteparolen sind fast schon mit den letzten Tagen des Hitler-Regimes vergleichbar. Die Frau hat einen großen Fehler gemacht, zu dem sie öffentlich nicht steht. In Wirklichkeit hat sie ihre Position, wie so oft zuvor, schon wieder völlig geändert und betreibt eine Art Anti-Flüchtlingspolitik. Die Medien verschweigen das geschickt oder liefern nur nebulöse Bilder, aus denen sich fast niemand die Wahrheit ziehen kann.

Noch ein Wort zur Parteienkrise, der Vertrauensverlust der BürgerInnen und zur EU. Deutschland hat keinen Euro gebraucht und Deutschland braucht auch keine übermächtige EU-Bürokratie. Brüssels Macht muss in der jetzigen Form weg. Die alte EWG reicht völlig aus.

Was nun die deutschen Parteien betrifft, die brauchen von Grund auf eine Reform. Wir brauchen keine ParteisoldatInnen, denen man auf dem Weg ins Parlament das Rückgrat bricht und die dann dort angekommen nur noch Marionetten ohne eigenen Willen sind.

Ich möchte gern ehrliche Menschen im Parlament sehen, die sich um die Interessen der BürgerInnen kümmern und sie auch stets zu Wort kommen lassen, Stichwort Volksbefragung. Mehr direkte Demokratie und vor allem weg vom Neoliberalismus, das muss ein erklärtes Ziel für eine kommende Generation von PolitikerInnen sein.“

Karin: „Wirst du weiterhin politische Beiträge schreiben? Und um das zu erweitern, glaubst du, dass dein Blog die richtige Plattform ist? Du erreichst doch damit nur wenige Menschen.“

Mayumi: „Den Blog hatte ich vor vier Jahren als Spaßprojekt gestartet, um mich mit anderen lesbischen Frauen auszutauschen, vielleicht den ein oder anderen Tipp zum Coming Out zu geben. Über Facebook hätte ich natürlich eine Masse an LeserInnen mehr, aber müsste auch die Zensurkeule fürchten.

Das ist eine Sache und hat nichts mit Angst zu tun. Die andere, der Faktor Zeit und Geld. Ich kann mir den Blog nur leisten, da ich mehr oder weniger auf einem guten Fundament stehe, also finanziell abgesichert bin. Jede Stunde, die ich für den Blog investiere, kostet Geld.

Nicht im wörtlichen Sinn! Aber wenn ich blogge, wenn ich für Artikel recherchiere, mir Videos anschaue oder Bücher lese, so ist das mit einem immensen Zeitaufwand verbunden, den ich gegenfinanzieren muss. Auf Dauer gesehen werde ich kürzer treten müssen, so leid mir das auch tut.“

Karin: „Glaubst du, dass du mit deinem Blog Dinge ändern kannst?“

Mayumi: „Was passiert mit einem Schneeball, der vom Abhang eines Berges nach unten rollt? Unten angekommen ist er entweder größer oder zu einer Lawine geworden.“

Yuki: „Ein Wort zu Martin Schulz?“

Mayumi: „Ein Blender.“

Karin: „Warum gehst du nicht selbst in die Politik? Ich würde dich sofort wählen!“

Mayumi: „Du bist meine beste Freundin, also voreingenommen. Und in welche Partei soll ich gehen?“

Yuki: „Hast du nicht in deinen Beiträgen davon gesprochen, dass Parteien nur von den Eliten geschaffen worden sind, um dem Volk eine scheinbare Wahl zu präsentieren?“

Mayumi: „Ja. Aber ich möchte mich nicht immer auf der Metaebene bewegen. Gegen die Finanzeliten kann ich als Einzelne kaum etwas unternehmen. Aber ich kann ihre Handlanger kritisieren, ausbremsen und „gute BWL“ verkaufen. Und dann hoffe ich auf den schon angesprochenen Schneeballeffekt.“

Karin: „Wen wählst du?“

Mayumi: „Schauen wir uns die Parteien genauer an, ohne auf die Metaebene abzugleiten. Die SPD ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Schröder hat die Sozialdemokratie verkauft und kommt nun, da Merkels Ende naht, aus der Deckung, um ihr noch einen finalen Tritt zu geben. Gabriel ist gescheitert. Schon wieder.

Schulz ist ein Linkspopulist und Karrieresüchtiger, ein ambitiöser Macho, der nur an die Fleischtöpfe will. Mit ihm als Kanzler, ist Deutschland verloren. Der Mann ist ein Eurokrat mit neoliberaler Gesinnung. Der SPD fehlen echte Sozialdemokraten, die diesen Namen auch verdienen.“

FDP: Was soll man zu dieser mittlerweile profillosen Partei noch sagen? Seit Jahren stolpern sie als Wendehälse ohne Plan durch die Welt. Sie versuchen zur Zeit einen Spagat und besetzen auch AfD-Positionen. Aber ihnen fehlten immer schon die richtigen Ideen. Außer einigen wenigen guten PolitikerInnen, hatten sie nie viel zu bieten.

CSU: Seehofer ist ein Papiertiger. Die ganze Münchner Riege auch. Die CSU im Land ist anders. Konservativer, aber niemand hört auf sie. Ich kann Seehofers Taktik zwar verstehen, aber er ist und bleibt zu zögerlich. Irgendwann muss er sich klar bekennen. Der CSU als bundesweit auftretender Partei, wäre vermutlich ein größerer Erfolg beschieden, als sie sich das selbst vorstellen könnte.“

CDU: Ist zur Merkel Union geworden. Mutti befiehlt und alle folgen. Konservativ war gestern. Heute sind sie linker als die SPD. Klar ist das Absicht, aber mit Merkels dogmatischer Haltung, wird sie auf Dauer scheitern. Leider ziehen sie uns bis dahin mit in den Abgrund.

Die GRÜNEN: Die vermutlich größte Enttäuschung seit Jahren. Wenn dort die Realos übernehmen, wenn Künast, Roth, Peter, Göring-Eckhardt und einige andere verschwinden, wenn sie endlich wieder vernünftige Ideen haben, dann kann man die erneut auf Bundesebene wählen. Lokal geht das zum Teil noch.

Die LINKE: Hat mit Frau Wagenknecht und Herrn Gysi genau zwei Leute, die Dinge klar beim Namen nennen. Ansonsten ist die Partei irgendwie seltsam und wird den SED-Geruch in diesem Leben nicht mehr los. Bewusst habe ich Herrn Lafontaine ausgeklammert. Der gehört eigentlich in die SPD. Da hätte er bleiben sollen und Schröder stürzen.

AfD: Zu neu, zu unerfahren, mit teilweise den falschen Leuten im Kader. Auf dem Papier gute Ansätze, aber auch realitätsfern. Wie ich schon sagte, ich stehe der Partei sehr kritisch gegenüber. Aber ich verteufele sie nicht, wie das pseudolinke Schnappatmer gern tun. Es ist wichtig auch mit dieser Partei zu reden. Das ist Demokratie.“

Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich als Selbstständige mit wirklich Liberalen mehr anfangen könnte, als mit allen heutigen Parteien. Als LGBT-Aktivistin und Feministin wären mir die GRÜNEN lieber, aber leider in der Summe nicht mehr.

Sogar mit rein marxistischen Ideen kann ich mich zum Teil anfreunden. Weniger mit diesem Staatsterror, auch Kommunismus genannt. Wen ich wähle, wird sich noch zeigen. Vielleicht vermeide ich das und geben meinen deutschen Pass zurück.“

Karin: (Fassungslos, als Mayumi diese Worte sagt.) „Das meinst du jetzt wirklich? Du willst die deutsche Staatsbürgerschaft ablegen?“

Mayumi: „Ja. Wir haben darüber nachgedacht. Seit 2015 haben wir wieder gültige japanische Pässe. Damit können wir nach Japan, aber auch in die USA.“

Karin: (kommen die Tränen) …

Yuki: „Du bist mal wieder unmöglich, jetzt heult Karin wegen dir! Wir wollten ihr das doch schonend sagen.“

Mayumi: „Was nichts am Ergebnis geändert hätte.“

Karin: (Beruhigt sich wieder und holt tief Luft.) „Du wirkst immer so kalt und kontrolliert. Warum bist du so?“

Mayumi: „Glaubst du das wirklich? Schau, jeder Mensch hat Gefühle. Ich habe meine nur besser im Griff.“

Yuki: „Ich bewundere dich dafür. Gegen dich bin ich die reinste Heulsuse!“

Karin: (Schüttelt vehement den Kopf.) „Ihr habt beide eine Selbstdisziplin, die mir immer fremd bleiben wird.“

Mayumi: „Sollen wir dich mit nach Japan nehmen?“

Mitgenommen habe ich (Karin) etwas von Yumis Ausstrahlung und Energie. Wer sie als Freundin hat, braucht keine Feinde mehr. Den Satz habe ich mir lachend erkämpft. Vielen Dank fürs lesen und bis zum nächsten Mal, sagen Karin, Yuki und das Biest.


Elfe und Biest machen einige Tage Pause und besuchen das Dinah Shore Event. Kommentare kann und werde ich erst wieder nächste Woche freischalten.