Von Narren, Eis und Schnee

Wir sind dann mal weg. Auf dem Weg in den hohen Norden der Welt. In eisige Regionen, wo Nacht und Nebel enden. Genauer: Norwegen und Eisdriften ist angesagt. Lange Tage in Eis und Schnee, die nicht nur Spaß bedeuten. Auch weg vom Karneval. Narren waren nie mein Ding.

Der schwere Autounfall hat diese Pläne fast zunichte gemacht. Wie immer bin ich locker weiter nach vorn marschiert und habe nicht über Blessuren geschrieben. Warum auch? Jammern ist nicht mein Ding. Wir hatten keine Knochenbrüche, aber durchaus Prellungen. Und ja, die taten weh.

Warum ich nun doch darüber schreibe? Seht es als virtuellen Mittlelfinger zu jenen Kommentaren, die ich unveröffentlicht ließ. Unworte haben keinen Platz auf meinem Blog. Auch bin ich nicht mit „210 km/h“ in die Leitplanken gekracht, das war nur eine literarische Zahl. Natürlich habe ich den Wagen abgebremst. Aber nur soweit wie irgend möglich, die Auslaufzone war zu kurz.

Laut Wolf haben wir die Leitplanken noch mit ca. 100 km/h touchiert und sind dann durchgebrochen. Ein Bild des kaputten Audi wird es auf diesem Blog nicht geben, Gaffer gab es schon vor Ort genug. Dem LKW-Fahrer bin ich für die Hilfe mehr als dankbar. Er winkte nur ab und meinte „Das ist meine Pflicht.“

Aber nach jeder Pflicht folgt die Kür. Und die werden wir nun in Norwegen zeigen. Nicht ganz allein, nicht so, wie ihr euch das denkt. Aber davon werde ich in einigen Tagen berichten. Seid also brav und bleibt mir treu.

Eure Eisfee Mayumi. Nur echt mit Yuki-onna, meiner Schneekönigin.

Die Gier nach Leid und Sensationen

Wie armselig die Presse wirklich ist zeigt sich in diesen Tagen. Sensationslüstern wird der Orkan Xaver ausgeschlachtet. Journalisten sind im Dauereinsatz, um live vom Ort des Geschehens zu berichten. Vor allem aber deshalb, um die Gier nach Sensationen noch armseligerer Menschen zu befriedigen. Offenbar reicht denen ihr erbärmliches, kleines Leben nicht mehr aus. Nun müssen sie sich noch am Leid anderer ergötzen. Dieser Sensationsjournalismus, diese Gier nach Leid, wird täglich mehr. Wer darauf achtet was die Medien der Masse präsentieren, wird erstaunt sein. Meist sind es negative Schlagzeilen. Muss das wirklich sein?

Vor einigen Jahren wollte ich Journalistin werden. Das war lange bevor ich BWL studierte. Zum Glück habe ich mich anders entschieden. Ich kann mit dieser verlogenen, manipulierenden Bande von Schmuddelschreibern einfach nicht. Dann ändere etwas, höre ich die Leute sagen. Das kann ich leider nicht. Sex and Violence sells! Das habe ich schon lange begriffen. Statt über die schönen Dinge des Lebens zu schreiben, geht es lieber zum nächsten Sturm, dem nächsten, tödlichen Verkehrsunfall, oder dem verlorenen Baby einer Prominenten.

Leid, Trauer, Tod! Jeden Tag werden wir damit berieselt. Selbst in den Blogs ist ständig davon zu lesen. Fast möchte man meinen, die ganze Welt sei ein Meer aus Tränen. Geht es den Menschen wirklich nicht mehr gut? Müssen sie jeden Tag im Tränensee ertrinken? Mir wird das langsam zuviel. Ich schreibe meine eigenen Geschichten. Und dort gibt es keine Tränen. Wenn überhaupt weinen meine Helden vor Freude. Die Gier nach Sensationen ist mir unverständlich. Gaffer, die auf der Autobahn anhalten, um möglichst viel von dem Verkehrsunfall zu sehen, sollten einen Strafzettel bekommen.

Die Menschen genießen ihr kleines Leben, aus dem sicheren und warmen Wohnzimmer heraus. Die Glotze zeigt, was Sache ist. Das Leid der Anderen ist immer weit weg. Nie vor der eigenen Tür. Diesen Menschen wünsche ich, dass sie niemals in eine solche Lage kommen. Um dann von anderen Gaffern gierig begafft zu werden. Ich habe fertig!