Die kleine Welt der Homo-Hasser

Die Homo-Hasser sind los!
Wie eine Horde Zombies laufen sie geifernd durch Stuttgarts Straßen und predigen das Wort des Herrn.

Als Buddhistin habe ich kein Problem mit Christen, oder einer anderen Religion. Aber Fundamentalisten mag ich nicht. Egal wessen Fahne sie tragen.
Wir sind allen Menschen gegenüber tolerant. Verfolgungen Andersgläubiger, Hexenjagden, Religionskriege, hat es im Buddhismus nie gegeben.
Die Zeit des Hexenhammers ist vorbei, möchte ich den Zombies sagen, die ferngesteuert ihre Parolen rufen.
Toleranz ist anders, ihr habt sie nicht.

Gegen die Homo-Ehe wird ebenso gewettert, wie gegen den Bildungsplan an Schulen.
Dabei hat Aufklärung noch niemals geschadet. Aber vermutlich haben die Fundamentalisten genau an diesem Tag gefehlt.
Überhaupt frage ich mich, wer eigentlich diese Homo-Gegner sind.
Die Medien sprechen auch von Rechtspopulisten, ich habe einen anderen Verdacht. Schon die NSU war ein riesiges Fake, aber das möchte ich nicht weiter vertiefen.
Vielleicht sollten wir den Blick mehr nach Links und zur Mitte hin lenken.
Brandstifter sind schnell geschaffen. Und das ganz (in)offiziell.

Für mich leben Homo-Gegner im Gestern, in ihrer eigenen, beschränkten Welt.
Das ist ihre Wahl, die sie gern für sich treffen können. Ich hindere sie nicht daran in einer mittelalterlichen Weltanschauung zu versinken, sofern sie mich in Ruhe lassen.
Aber diese selbsternannten Retter des Abendlandes tragen Feuer und Schwert in ihren Händen, wie einst die Christen im Heiligen Land.
Die Brandstifter sind unter uns, leben unter unserem Dach. Und sie werden zündeln und verhetzen, bis das Haus abbrennt.
Und die Feuerwehr schaut tatenlos zu.

Aber an genau dieser Stelle stehe ich und noch Tausend andere mehr. Im Unterschied zu den Zombies kann ich nämlich kämpfenn, das habe ich gelernt.
Nicht, wie Alice gegen ganze Hundertschaften in „Resident Evil“, und auch nicht unbedingt mit einem Schwert. Es können und dürfen auch gern Worte sein, die ich in die Waagschale werfe. Und das kann ich gut.
Streitgespräch gefällig?

Im Stuttgarter Entwurf zum Bildungsplan 2015 ist vorgesehen, dass in Schulen künftig für die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ geworben wird. Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität sollen im Unterricht intensiver behandelt werden. Mehr steht da nicht drin.
Und genau dagegen laufen angeblich besorgte Eltern Sturm.
Sie hätten nichts gegen homosexuelle Menschen, tönen sie. Nur um gleichzeitig zu betonen, diese sollten aber auch nicht versuchen, ihre Lebensweise als Normalität darzustellen. Sie fordern stattdessen von Schwulen und Lesben, dass diese nicht mehr als Propagandisten über ihre sexuelle Orientierung sprechen.
Und das liebe Homo-Gegner ist ein schlechter Witz.
„Wir erwarten dass Homosexuelle und andere sexuell abweichend Veranlagte als Bürger in der Republik ebenso in erster Linie bürgerlich handeln wie wir es tun“, fordern die Fundamentalisten. „Wir wenden uns lediglich als besorgte Eltern gegen die Beeinflussung unserer Kinder!“

Mit genau diesen Forderungen werden Homosexuelle wieder in den Untergrund gedrängt, in dem sie viele Jahre leben mussten. Und das kanns einfach nicht sein und wird auch nicht passieren. Mit Sicherheit werde ich meine Lebensweise nicht aufgeben, oder meine Ehefrau verstecken. Im Gegenteil werde ich weiter dafür kämpfen, dass die Regenbogenflagge ein akzeptierter Teil unserer Gesellschaft wird. Und nicht nur ein lustig-bunter Farbtupfer an eurem graugeistigen Horizont.