Auf dem Weg

Es ist kalt geworden. Die Tage kurz und meist düster. Herr Nebel regiert mit klammer Hand. Sein Bruder Frost wird folgen. Sie bereiten den Weg für Herrn Winter und seine Frau Kälte. Meine Schritte stocken. Der Weg scheint zu Ende. Lange, sehr lange bin ich gewandert. Bin ich am Ziel meiner Reise? Ich friere. Tief atme ich ein.

Hohe Berge versperren die Sicht. Meine Hand gleitet über das Schwert. Ich bin müde vom ewigen Kampf. So viele Feinde. Sie jagen mich. Kurz schließe ich die Augen. „Wohin?“, flüstere ich. „Wohin?“ Ich erinnere mich an Gestern. Denke voll Sehnsucht an Morgen. Aber nur das Heute zählt. Dann sind sie da. Sie umzingeln mich. Lachen höhnisch. Verspotten.

Ich öffne die Augen. Es sind Viele. „Du gehörst uns!“, höre ich. „Gib auf!“ Kalter Wind lässt meine Haare flattern. „Nein“, erwidere ich mit fester Stimme. „Ich gebe niemals auf. Kommt und holt mich. Könnt ihr?“ Sie zögern. Ich ziehe das Schwert. Mein Körper spannt sich. „Kommt nur“, sage ich. „Worauf wartet ihr?“

Der Kampf ist kurz und heftig. Die Katana wütet. Dann ist es vorbei. Es beginnt zu schneien. Ein weißes Tuch senkt sich über die Welt. Frieden. Mein Schwert gleitet in die Scheide. Es ist kalt geworden. Ich denke an dich. Langsam gehe ich weiter. Schritt für Schritt. Immer auf dem Weg zu dir.  Zur Liebe.