Die japanischen Gespräche: Teil 2

Die japanischen Gespräche: Teil 2

Hier nun der 2. Teil der japanischen Gespräche. Ungefiltert, ehrlich und direkt. Viel Spaß beim lesen.

Karin: „Wie stehst du zu der These einer Weltwirtschaftskrise oder eines baldigen Börsencrashs?“

Mayumi: „Die Krise ist schon längst da, aber der Crash wird von den Notenbanken verhindert. Wann sie die Blase endgültig platzen lassen weiß niemand so genau.“

Karin: „Du glaubst also, dass der Crash gesteuert wird?“

Mayumi: „Ich würde das so machen.“ (Die weiteren fachlichen und sehr trockenen Ausführungen haben wir weggelassen, sie würden den Rahmen dieses Beitrags sprengen)

Karin: „Einiges ist wirklich seltsam, da gebe ich dir recht. Du hast bestimmt vorgesorgt?“

Mayumi: „Wir haben nur in solche Projekte investiert, die auch nach einem Börsencrash mit Sicherheit weiterlaufen.“

Karin: „Magst du einige nennen?“

Mayumi: „Öffentliche Tipps werde ich keine geben.“

Karin: „Was hältst du von Kryptowährungen? Du hast doch auch dort schon spekuliert. Hast du keine Angst alles zu verlieren?“

Mayumi: „Ich habe schon vor Jahren in Bitcoin investiert und einen satten Gewinn gemacht. Die meisten Anteile habe ich daher wieder verkauft und in sichere Projekte reinvestiert. Einen kleineren Rest lasse ich stehen und freue mich, wenn die Währung steigt. Fällt sie ins Bodenlose, habe ich nichts verloren.“

Karin: „Würdest du kleinen Anlegern 2020 zum Einstieg in Kryptowährungen raten?“

Mayumi: „Ich werde keine Empfehlungen aussprechen. Außerdem hast du doch selbst BWL studiert und viel mehr Ahnung von Finanzen als ich!“

Karin: „Jetzt wo du es sagst … Anderes Thema: Auto. Du arbeitest doch immer noch für die Autoindustrie. Magst du erzählen was du genau machst?“

Mayumi: „Auto fahren.“

Karin: „Du bist doof!“

Mayumi: „Ich habe dich auch lieb. Aber gut. Wie du weißt setzt Japan beim Auto auch auf Wasserstoff. Ich habe einen Wasserstoff-Testwagen vor der Tür, der mit einem stets wechselnden Software-Setup gefahren wird. Es geht dabei um Alltagstauglichkeit, Reichweite und Haltbarkeit. Auch um Tuning. Wir werden bald wieder nach Kalifornien fliegen, um dort unter extremeren Bedingungen zu testen.“

Karin: „Magst du Details nennen?“

Mayumi: „Das geht leider nicht.“

Yuki: „Wir haben auch noch einen anderen Testwagen, der ganz normal mit Benzin betrieben wird. Da steht Porsche drauf.“

Karin: „Echt jetzt, ihr fahrt Porsche?!“

Mayumi: „Was ist so besonders daran? Es handelt sich dabei um einen modifizierten Porsche Cayman GT4, der wesentlich mehr PS als das Serienmodell hat. Der wird aber nur auf einer abgesperrten Strecke gefahren, da er keine Straßenzulassung hat.“

Karin: „Krass! Darf ich mal mitfahren?“

Mayumi: „Der Wagen hat leider nur einen Fahrersitz und ohne A-Lizenz darf den niemand fahren. Außerdem sind mir wegen der Versicherung die Hände gebunden.“

Karin: „Schade. Aber gut. Wie siehst du die Zukunft des Autos?“

Mayumi: „Deutschland macht den Fehler zu sehr auf die Elektromobilität zu setzen. Meiner Meinung nach ist das falsch. Wir werden aber noch eine ganze Weile auch den Verbrennungsmotor auf den Straßen sehen. Elektroautos für die Stadt, Wasserstoffautos und Verbrenner bzw. Hybridfahrzeuge für längere Strecken. Japanische und koreanische Firmen sind übrigens beim Wasserstoffauto schon sehr weit. Ich denke dass man in vier bis fünf Jahren Wasserstoffautos serienmäßig herstellen wird. Und das zu einem vernünftigen Preis.“

Karin: „Du hast, bzw. ihr habt in diese Firmen investiert?“

Mayumi: „Ja, schon vor einigen Jahren. Wie gesagt sind wir sehr breit aufgestellt und werden jede Wirtschaftskrise finanziell überleben. Mir tun nur die Leute leid, die keine Ahnung von Finanzen haben oder Betrügern aufgesessen sind.“

Karin: „Du hast BWL und VWL studiert und hast auch als Unternehmensberaterin gearbeitet. Wenn ich deine Blog-Beiträge lese frage ich mich immer, ob du dein Pulver nicht an der falschen Stelle verschießt. Du wärst doch vielleicht bei einem Online-Magazin besser aufgehoben.“

Mayumi: „Überlegt habe ich schon. Aber ich bin nun mal keine Journalistin und auf meinem Blog entscheide ich selbst, ob und wann ich etwas schreibe. Vor allem über was. Dann gäbe es da noch das klitzekleine Problem meiner geschäftlichen Aktivitäten, die immer mehr Zeit verschlingen.“

Karin: „Hält dich das von Karate ab? Du hast jetzt den 5. Dan. Und im Aikido hast du doch auch einen Schwarzen Gürtel. Reicht dir das oder möchtest du noch mehr?“

Mayumi: „Warum sollte mich die Arbeit davon abhalten? Ich kann das wunderbar miteinander kombinieren.“

Yuki: „Das musst du gesehen haben! Sie springt dann plötzlich auf und läuft eine Kata oder kickt durch die Gegend. Oder verhaut mich Ärmste. Gilt das eigentlich als Gewalt in der Ehe?“

Mayumi: „Glaub ihr kein Wort! Sie haut mir immer auf den Po. Angeblich um meine Reflexe zu testen.“

Yuki: „Ich liebe dich.“

Mayumi: „Ich dich auch.“

Karin: „…“

Doris: „…“

Mayumi: „Wo waren wir? Ach ja … Also ich brauche keine Gürtel um glücklich zu sein. Das unterscheidet mich vermutlich von diversen Großmeistern, die schon zu Lebzeiten den 10. Dan bekommen haben. Was ich aber festgestellt habe, dass ich mit einem hohen Dan-Grad mehr Gehör in der Community habe und dass es einfacher ist für Seminare gebucht zu werden. Dass ich überhaupt weitergemacht habe, hat auch etwas mit Respekt und Dankbarkeit für meinen Vater zu tun.“

Karin: „Er muss mächtig stolz auf dich sein!“

Mayumi (schmunzelnd): „Klar, daher verhaut er mich auch regelmäßig beim Training.“

Karin: „Nee, ist klar! Yuki, stimmt das?“

Yuki: „Was glaubst du?“

Karin: „Dass sie viel besser ist!“

Mayumi: „Jeder Meister ist stolz darauf, wenn ihn seine Schüler übertreffen. Dann hat er etwas richtig gemacht.“

Karin: „Sprach das japanische Orakel! Aber sag, du unterrichtest in deinem Dojo ausschließlich Frauen, nur bei den Kindern sind auch Jungs dabei. Magst du erläutern warum?“

Mayumi: „Die Kindergruppe ist durch Aiko entstanden. Sie braucht Freunde, das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Allerdings werde ich keine männlichen Teenager unterrichten. Spätestens mit zwölf Jahren ist Schluss. Aber bis dahin dauert es noch eine Weile und die wenigen Jungs sind alle sehr lieb. Bei den Frauen handelt es sich um eine neue Geschäftsidee, die ich zusammen mit einem befreundeten Ehepaar verwirklicht habe. Er ist Japaner und war im Vollkontakt-Karate aktiv, sie hat schon als Kind in Hongkong Kung Fu gelernt.“

Karin (verblüfft): „Eine japanisch-chinesische Ehe?“

Mayumi: „Was ist daran so seltsam? Grace stammt aus Hongkong und hat schon als Kind japanisch gelernt. Die privaten Beziehungen zwischen China und Japan sind nämlich nicht so schlecht, wie es die Presse gern verkauft. Ihr Vater war beruflich regelmäßig in Japan und hat sie und ihre Mutter oft mitgenommen. Bei einem dieser Besuche haben sie dann eine Koreanerin als Kindermädchen eingestellt, die neben ihrer eigenen Sprache auch Japanisch und Englisch sprach.

Wir haben Grace und ihren Ehemann Hitomi bei einem Karate-Turnier getroffen. Yuki und ich sprachen Deutsch, Hitomi versteht einige Worte. Er war als Kind mehrfach in Deutschland bei Verwandten. So kamen wir ins Gespräch. Die beiden betreiben eine Agentur für Bodyguards, vermitteln allerdings nur Frauen. Überwiegend sind das Chinesinnen. Aber seit wir mit im Boot sind, haben wir auch Japanerinnen und Koreanerinnen im Angebot.“

Karin: „Wie muss ich mir das vorstellen, was bringst du den Frauen bei und wer genau kann Bodyguard werden und warum nur Frauen?“

Mayumi: „Frauen deshalb, da potenzielle Angreifer meist Männer sind, die nicht mit einer weiblichen Security rechnen. Jede Bewerberin muss zwingend Vorkenntnisse in mindestens einer Kampfsportart haben und darf bei der Einstellung nicht älter als 25 Jahre sein. Grace übernimmt die taktische Ausbildung. Ich ergänze das mit Aikijujutsu, Kenjutsu und Karate. Cousin Ken ist übrigens auch dabei. Ob du es glaubst oder nicht, aber Ken kann ziemlich gemein sein, wenn es darauf ankommt. Die Frauen müssen gegen ihn oder Hitomi im Sparring antreten.“

Karin: „Das klingt brutal! Wie hoch ist die Durchfallquote?“

Mayumi: „Als Bodyguard muss man zur Not den eigenen Körper als Schutz einsetzen. Wer das nicht kann oder will, hat in diesem Beruf nichts zu suchen. Aber wir hatten bisher nur zwei Ausfälle. Eine der Frauen war schwanger und hat es nicht gewusst. Sie hat sich für das Kind entschieden, was ich absolut begrüße. Leider ist sie auch die beste Kendo-Kämpferin, die ich in meinem Leben gesehen habe und sollte nach der Ausbildung mit mir als Co-Trainerin arbeiten.“

Karin: „Besser als du?“

Mayumi: „Ich kann kein Kendo!“

Karin: „Ist klar, du haust nur so aus Spaß mit dem Schwert auf andere ein.“

Mayumi (mit gespielt finsterem Blick): „Kenjutsu ist der eigentliche Schwertkampf, Kendo ist nur der Sport. Im Kenjutsu, wie in allen traditionellen Kampfkünsten, gibt es keine Regeln. Daher gewinne ich im Sparring gegen Kendo-Schüler. Aber zurück zu deiner Frage. Wir werden das Mädel nach der Geburt wieder als Sensei sehen, zumindest ist das so abgemacht. Ein andere Frau ist beim Training mit Grace unglücklich gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Leider so kompliziert, dass es vermutlich nie wieder so belastbar wie vorher werden wird. Damit ist sie als Bodyguard leider raus. Sie arbeitet aber mittlerweile als Assistentin für Grace und trainiert immer noch mit. Natürlich weniger hart als zuvor. Aber sie kann ganz toll kochen.“

Karin (lacht): „Grace hat sie doch kaum wegen ihrer Kochkünste genommen oder irre ich mich?“

Mayumi: „Sie ist ein Organisationstalent und nimmt uns viel Arbeit ab. Grace vergisst keine Freunde, darin sind wir uns ähnlich.“

Karin: „Wirst du auch als Bodyguard arbeiten? In Deutschland hast du das doch kurz gemacht.“

Mayumi: „Ich habe in wenigen Fällen für Privatpersonen gearbeitet. Das hatte aber eher wenig mit einer klassischen Bodyguard zu tun. Es war mehr Privattraining. Darin sehe ich keine Zukunft für mich. Ich habe mich finanziell in die Firma eingebracht und werde bei der Ausbildung neuer Frauen helfen.“

Karin: „Und dann nur noch Autos fahren? Warum machst du das eigentlich?“

Mayumi: „Ich finde die Abwechslung gut. Auch in der Kampfkunst. Nur mit Karate und Aikijūjutsu bzw. Aikido wäre ich nie glücklich geworden.“

Karin: „Magst du das genauer erklären?“

Mayumi: „Klassisches Karate dient der reinen Selbstverteidigung und kennt keinen Erstangriff. Allerdings hat man diese Art der Selbstverteidigung für kriegerische Auseinandersetzungen geschaffen. Als Kind hatte ich viel zu viel Energie und wollte immer kämpfen (Kumite / Sparring). Daher hat mir mein Vater erlaubt an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen. Das hat meine Neugier nur noch mehr geweckt und ich wollte weiter lernen.“

Karin: „Aber ist das nicht deinem eigentlichen Stil eher hinderlich?“

Mayumi: „Das genaue Gegenteil ist der Fall. Okinawa-Te, aus dem Karate entstand, ist von zwei Kung-Fu-Strömungen beeinflusst worden. Während mein Goju-Ryu vom Kranich-Stil / White Crane abgeleitet werden kann, dürfte es sich beim Shorin-Ryu um ein reduziertes (südliches) Shaolin-Kung-Fu handeln. Ich habe beides trainiert und noch einige Stile mehr.“

Karin: „Was genau meinst du mit reduziert?“

Mayumi: „Wenn du genau hinschaust, wirst du viele Ähnlichkeiten zwischen den Formen des chinesischen Kung Fu und den japanischen Kata erkennen. Man hat in Japan lediglich überflüssige Elemente eliminiert. Karate wirkt daher oft steifer, als die fließenden Bewegungen der Kung Fu-Stile. Das muss aber kein Nachteil sein.“

Karin: „Inwieweit helfen dir andere Stile bei Karate?“

Mayumi: „Obwohl Goju-Ryu-Karate meiner Meinung nach mit das beste Karate überhaupt ist, haben auch andere Stile gute Techniken. Ich schaue mir das an, vergleiche, wäge ab und nehme sie vielleicht in meinen eigenen Stil auf. Der sich genau aus diesen verschiedenen Stilen entwickelt hat.“

Karin: „Du kombinierst doch dieses Aikijūjutsu oft mit Karate wenn ich das richtig verstehe. Ist das dann quasi eine Art von Mayumi-Jūjutsu?“

Mayumi (lachend): „Wenn du es so nennen möchtest.“

Doris: „Ich habe mal Videos dieser Gracie-Familie gesehen. Die sagen und zeigen auch, dass sie jeden anderen schlagen können und ihr Brasilian JiuJitsu (BJJ) das Beste sei.“

Mayumi: „Ich möchte die Verdienste der Gracies nicht in Frage stellen, aber weder sind sie oder ihr BJJ unbesiegbar, noch haben sie bei der Auswahl ihrer Gegner besonderen Mut gezeigt. Die durften nämlich nur nach den sportlichen Regeln der Gracies kämpfen und haben daher verloren.“

Doris: „Würdest du dir einen Wettkampf mit einem Gracie-Schüler zutrauen?“

Mayumi: „Schon. Aber nach welchen Regeln soll das vor sich gehen? Ich kann kein BJJ, die können kein Karate.“

Karin: „Aber du kannst doch auch Hebel und Würfe?“

Mayumi: „Ja, klassisches Karate und Aikijujutsu sind voll davon. Aber im reinen Bodenkampf bin ich einer erfahrenden Wettkämpferin trotzdem unterlegen. Womit wir wieder bei den Regeln wären. Ohne Regeln sieht das anders aus, macht aber wegen der Gefahr einer Verletzung keinen Sinn. Wenn wir vielleicht nach Kickbox-Regeln sparren, sieht das schon wieder anders aus. Aber dann wird eine reine Judoka null Chancen gegen mich haben. Die bezieht die Prügel ihres Lebens.“

Karin: „Selbstbewusst wie immer, so kenne ich dich. Stichwort Wing Chun. Ich finde das toll. Würdest du mir zu einem Wechsel raten?“

Mayumi: „Sicher. Vor allem, wenn du darauf stehst finanziell ausgenutzt zu werden und jahrelang kein richtiges Training zu bekommen. Versteh mich nicht falsch, das System an sich ist recht gut, die Verbände und ihre Meister haben aber oft nur kommerzielle Interessen. Ich hatte vor Jahren das große Glück einem Sifu (chinesich für Meister) zu begegnen, der Yuki und mir alles vermittelt hat, was wir wissen und lernen wollten. Die klebenden Hände kannte ich bereits aus dem Goju-Ryu und durch Aikijujutsu war ich auch den Nahkampf gewohnt. Außerdem hatte ich mich schon vor Jahren auch mit Tai Chi beschäftigt, Wing Chun war daher weniger ein Problem, allerdings wird die Ausführung der Techniken nie so gut aussehen, wie bei reinen Wing Chun-Schülern.“

Karin: „Nutzt du es noch?“

Mayumi: „Die Techniken der verschiedenen Stile sind sich zum Teil so ähnlich, dass eine Unterscheidung schwierig ist.“

Karin: „Was würdest du jemand raten, der keine Lust mehr auf Karate hat?“

Mayumi: „Dass die Person sich vielleicht beim Taekwondo oder Thai Boxen umschauen soll, aber Karate trotzdem weiter praktiziert. Man kann dabei nur besser werden.“

Karin: „Ich habe aber gehört, dass man dabei die eigenen Fähigkeiten verschlechtert. Was stimmt denn nun?“

Mayumi: „Kein Meister der etwas von Kampfkunst oder -sport versteht, würde eine solche Aussage machen. Wer es doch macht, hat etwas zu verbergen oder verfolgt rein kommerzielle Interessen.“

Karin: „Gibt es einen besten Stil?“

Mayumi: „Gibt es ein bestes Auto?“

Karin: „Yumi! Jetzt sag, findest du Vergleiche zwischen den verschiedenen Stilen sinnvoll?“

Mayumi: „Kann man Sushi mit Currywurst vergleichen? Du magst kein Sushi, ich keine Currywurst. Jeder Stil, egal ob Kampfkunst oder -sport, hat seine Berechtigung und ist für sich gesehen gut.“

Karin: „Aber es gibt doch immer wieder mal Wettkämpfe mit Sportlern verschiedener Stile.“

Mayumi: „Ja, aber sportliche Wettkämpfe haben Regeln, die möglicherweise einen der beiden behindern und den anderen favorisieren. Darüber haben wir doch eben schon geredet. Nehmen wir Aikido. Dort werden hauptsächlich Partnerübungen gemacht, Wettkämpfe gibt es keine. Angenommen wir beide machen Sparring. Du schlägst und kickst ich verteidige mich mit Aikido. Was glaubst du geschieht?“

Karin (im Brustton der Überzeugung): „Du brichst mir die Finger!“

Mayumi: „Nee, ich knutsche dich zu Tode! Aber Spaß beiseite, diese Vergleichskämpfe sind einfach nur Mist und werden von geistig Unreifen gemacht.“

Karin: „Ach? Wie war das, als du diese MMA-Sportlerin vermöbelt hast?“

Mayumi: „Ich habe sie nicht vermöbelt, sondern ihr lediglich das Handgelenk leicht verstaucht.“

Karin: „Wie muss ich mir das vorstellen, da lässt eine vermutlich erfahrene MMA-Sportlerin dich so einfach gewähren? Kannte die deinen Hintergrund nicht?“

Mayumi: „Sie wusste nur von Karate und ging entsprechend überheblich an die Sache heran. Also habe ich sie in eine Falle gelockt und ihr quasi den Nahkampf angeboten. Als sie nach meiner Hand griff, habe ich gehandelt. Sie hat da schon fast geheult. Ein wenig Druck mehr und ihre Hand wäre Geschichte gewesen. Natürlich bin ich damit das kalkulierte Risiko eingegangen, dass sie ihrerseits etwas unternimmt.“

Karin: „Wie genau ging dieser Kampf weiter?“

Mayumi: „Sie hat beim nächsten Angriff meine Beine attackiert und ich habe sie mit dem Ellenbogen im Rücken … (kurze Pause) gekitzelt. Beides war gegen die sportlichen Regeln, ist aber Teil der traditionellen Kampfkünste. Da sind dann wirklich die Tränchen geflossen. Bei der dritten Attacke habe ich sie mit einem Hüftwurf zu Boden gebracht und angedeutet, was weiter geschehen kann. Danach gab sie auf.“

Karin: „Was wäre gefolgt?“

Mayumi: „Traditionelles Aikijujutsu ist für das Schlachtfeld gedacht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Karin: „Ich glaube ich verstehe … Trotzdem hat es dir dein Vater beigebracht. Ist das kein Widerspruch?“

Mayumi: „Mein Vater hat stets darauf geachtet, dass ich mich in einem möglichen Ernstfall verteidigen kann. Ich muss bei einer Abwehr niemand ernsthaft verletzen. Das ist im Karate ebenso. Gezielt oder dosiert eingesetzt wirkt beides Wunder.“

Karin: „Deine gezielte Dosierung habe ich schon erlebt. Da fällt mir ein, in China gibt es diesen MMA-Typen, der klassische Kampfkünstler herausgefordert und geschlagen hat. Beweist das nicht, dass es doch einen besten Stil gibt?“

Mayumi: „Das beweist lediglich, dass ein erfahrener Wettkämpfer einen im sportlichen Zweikampf unerfahrenen geschlagen hat, was ihm herbe Kritik einbrachte. Außerdem waren seine Gegner wesentlich älter als er. Im Endeffekt hat er bereits sein Gesicht verloren und ist in der Szene unten durch.“

Karin: „Du hast mal gesagt, dass es beim Kampfsport auch immer auf den Mensch ankommt.“

Mayumi: „Ja. Ein hoher Gürtel sagt wenig aus. Der beweist oft nur, dass der Träger die Techniken erlernt hat. Es gibt Schwarzgurte, die grottenschlechte Kämpfer sind und Gelbgurte, denen das Sparring im Blut liegt. Das gilt für Kampfsport und die klassischen Stile. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass viele Kampfkunst-Experten zwar tolle Lehrer sind, aber in einem sportlichen Wettkampf mangels Erfahrung verlieren.“

Karin: „Was denkst du über Mixed Martial Arts (MMA)?

Mayumi: „Im Endeffekt ist MMA doch auch nur die Rückbesinnung auf die klassischen Stile, aber durch sportliche Regeln abgemildert. Ich halte nichts davon. Im Endeffekt stehen da zwei Primitivlinge im Ring und hauen sich gegenseitig die Fresse ein. Wer das toll findet, gehört in die gleiche Kategorie.“

Karin: „Das sind harte Worte, aber ich denke ähnlich. Um das Thema abzuschließen, was denkst du über diese Shaolin-Mönche? Sind die wirklich unschlagbar gut oder ist nur eine Legende?“

Mayumi: „Dazu müsste abschließend geklärt werden, ob es den echten Shaolin-Stil überhaupt noch gibt. Daran bestehen zumindest Zweifel. Unschlagbar ist übrigens niemand. Ich behaupte aber, dass z. B. ein Kickboxer gegen einen echten Shaolin-Mönch keine Chance hätte. Der Unterschied liegt auch im Zeitaufwand den beide betreiben. Der Mönch lebt Kung Fu 24 Stunden am Tag. Der Kickboxer trainiert pro Woche nur wenige Stunden. Allerdings kämpfen Mönche nicht im Ring. Die es angeblich tun sind keine, sondern von der chinesischen Regierung bezahlte Wushu-Darsteller. Klar sind die gut, die machen den ganzen Tag nichts anderes.“

Karin: „Also so wie du … Wann steigst du wieder in den Ring?“

Mayumi: „Hier und jetzt mit dir?“ (Wir müssen alle lachen)

Karin: „Jetzt mal ernsthaft, hättest du keine Lust?“

Mayumi: „Welche Aussagekraft haben Titel und Pokale? Keine! Als Jugendliche habe ich das anders gesehen. Heute muss ich niemand mehr etwas beweisen. Allerdings habe ich den Wunsch (sie schmunzelt bei diesen Worten) Weltmeisterin in der Erziehung unseres kleinen Wildfangs zu werden. Das ist Herausforderung genug für mich.“

Karin: „Ist Aiko wirklich so wild? Sie wirkt so sanft und verletzlich.“

Mayumi: „Beides ist richtig. Aber sie kann sehr böse werden, wenn man sie ärgert. Von sich aus fängt sie nie Streit an! Aber sie wehrt sich sehr effektiv. Ich muss immer darauf achten nicht zu lachen, wenn ich Zeuge davon werde. Mein Papa ist begeistert von ihr, er sagt sie habe ein großes Talent, das aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss. Bei mir habe er ja bekanntlich versagt …“

Karin: „Das ist doch jetzt ein Witz?!“

Mayumi: „Du kennst doch den Humor meines Vaters.“

Karin: „Japanischer Humor ist manchmal schwer zu verstehen. Aber ich gebe mir große Mühe. Als Frau und Mutter kann ich deutlich sehen, dass ihr einen Narren an der Kleinen gefressen habt. Hat sich euer Leben stark verändert seit ihr sie kennt?“

Mayumi: „Was bitte sollte sich verändern? Wenn sie unartig ist, wird sie natürlich in den finstersten Keller gesperrt, das machen Japaner nun mal so. Sonst noch Fragen?“

Karin: „Du bist …!

Mayumi: „Die Tochter meines Vaters.“

Karin: „Yumi, bitte!“

Mayumi: „Ist ja gut. Aiko ist eine verletzte Seele, die ich Tag und Nacht beschützen will und werde. Sie wird ihren Weg gehen, das weiß ich. Eines Tages wird sie mich beschützen und die bessere Kriegerin sein.“

Yuki: „Das witzige daran, sie hängt an uns beiden. Mit Yumi kämpft sie gern und ich muss mit ihr schmusen. Das kann aber auch das genaue Gegenteil sein und sie hängt wie eine Klette an ihr.“

Karin: „Wollt ihr noch mehr Kinder adoptieren?“

„Mayumi: „Wollen wir Elfchen?“

Yuki: „Jaaaa!“

Karin: „Eine letzte Frage zu deinem Blog. Wie lange willst du noch schreiben?“

Mayumi (zögert kurz): „Eigentlich wollte ich ihn schon vor einer Weile schließen, aber ohne Blog fehlt mir was. Allerdings werde ich nur noch dann Beiträge schreiben, wenn mich ein Thema wirklich interessiert.“

Karin: „Gibt es immer noch Anfeindungen und Provokationen?“

Mayumi: „Sie sind seltener geworden, aber alle paar Monate taucht so ein Spinner bei mir auf.“

Karin: „Handelt es sich dabei nur um Männer?“

Mayumi: „Zum größten Teil. Testosteron scheint bei manchen eine ungeahnte Wirkung zu haben.“

Karin: „Was genau schreiben die dir?“

Mayumi: „Das ist unterschiedlich und reicht von Sex-Offerten bis zu persönlichen Angriffen.“

Karin: „Ich glaube ich habe das schon einmal gefragt, aber belastet dich das nicht?“

Mayumi: „Was soll mich daran belasten, wenn mir ein völlig Fremder an die Wäsche will? Das sind alles Maulhelden, die nur an der Tastatur eine große Klappe haben.“

Karin: „Und Frauen? Was schreiben dir dir so?“

Mayumi: „Das ist subtiler. Wobei einige schon richtige Zicken sind. Ich lese, lache und lösche das meist unkommentiert. Einigen bin allerdings auf die Zehen getreten. Wer wirklich diskutieren möchte, hat keine Attacken nötig. Leider gibt es in Deutschland keine richtige Streitkultur. Statt sachlich zu bleiben, werden viele persönlich.“

Karin: „Das kenne ich nur zu gut! Aber nur mal angenommen jemand steht vor deiner Tür, wie gehst du dann damit um?“

Mayumi: „Ich biete ihm vielleicht einen Tee an bevor ich ihn ins Jenseits schicke.“

Karin, Doris und Yuki im Chor: „Du bist unmöglich!“

Mayumi (lachend):  „Das habt ihr doch bereits gewusst.“

Ende

Ich hoffe, dass damit alle (Un)Klarheiten beseitigt sind, die Aiko, Yuki und mich betreffen. Vielleicht wird es irgendwann eine Fortsetzung geben. Bis dahin sage ich auch im Namen von Yuki, Karin und Doris: Vielen Dank fürs lesen.

Die japanischen Gespräche: Teil 1

Die japanischen Gespräche: Teil 1

Dieser Beitrag entstand bereits im Dezember 2019 und ist eine erneute Co-Produktion meiner besten Freundin Karin, ihrer Frau Doris, meiner Elfe und mir. Allerdings sind die Dialoge nachträglich literarisch aufgearbeitet. Die Lacher während des Gesprächs, haben ohnehin jeden Rahmen gesprengt. Primär hat meine Freundin Karin das Gespräch geführt, der das einen diebischen Spaß machte.

Karin: Während die Einreise in Japan kein Problem war, hat mich der Kulturschock doch getroffen. Die USA sind bereits heftig für eine Düsseldorferin, aber in Japan wäre ich hoffnungslos verloren. Yumi fliegt mir förmlich entgegen und drückt mich herzlich, was völlig unüblich für sie ist. „Na Große“, flachst sie, „hast du mich vermisst?“

Während sie Doris und unsere Mädchen begrüßt, kommt Yuki langsam näher. An ihrer Hand hat sie ein kleines Mädchen, das mich mit großen Augen anschaut. „Guten Tag Tante“, höre ich auf Deutsch mit deutlichem Akzent, „wie geht es dir?“ Verblüfft schaue ich Yumi an. „Wir haben ihr Deutsch beigebracht“, erklärt sie mir. „Sie war immer neugierig, wenn Elfchen und ich Deutsch gesprochen haben.“

Ich bin fasziniert von Aiko. Auch meine Frau und meine Mädchen starren die Kleine an. Ich habe wenig Ahnung vom japanischen Schönheitsideal, aber dass Aiko einmal eine bildhübsche Frau sein wird, das kann ich deutlich sehen. Nur die Augen stören dieses Bild. Ich glaube Trauer und Verletzlichkeit zu erkennen, die sie hinter ihrem Lächeln verbirgt. „Sie vermisst ihre Mutter immer noch“, flüstert mir Yumi zu, die meinen Blick gesehen hat.

„Mein Name ist Aiko“, sagt sie, „wie bitte heißt du?“ Prompt ist jedes Eis gebrochen und alle reden auf die Kleine ein, die sich lachend die Hände an die Ohren hält. Nachdem wir unser Gepäck gefunden haben geht es ins neue Elfenheim. Wir werden in den bisher ungenutzten Zimmern untergebracht. „Was hast du vor?“, will ich später wissen, „soll das ein Hort für weitere Elfenkinder sein?“ Sie lacht und ich höre ein „Das werden wir noch sehen.“

Die nächsten Tage vergehen wie im Flug und ich lerne Yumis restliche Familie kennen. Von ihrer Tante bin ich sofort begeistert. Yumi hat mir bereits mehrfach erklärt, dass in Japan die Frauen wesentlich stärker mitbestimmen, als das in den Westen transportiert worden ist. „Das war nicht immer so“, sagt sie später. „Im alten Japan galten strenge Regeln. Wir Mädels hätten damals schlechte Karten gehabt. Japanerinnen machen das aber sehr geschickt und drängen sich nie in den Vordergrund. Vorlaut, das sind immer nur die anderen.“ „Also du“, lästert Yuki und wir müssen alle lachen.

Am dritten Abend unserer Reise, die Kinder schlafen schon, sitzen wir alle zusammen. „Ich vermisse Deutschland“, erkläre ich. „Wir alle machen das. Aber die USA faszinieren mich, die Perspektiven dort sind scheinbar unbegrenzt.“

Doris: „Ich kann mich nicht oft genug bedanken, dass ihr uns beim Umzug geholfen hat. Hoffentlich kommt ihr bald wieder nach Kalifornien. Die Mädchen sind total begeistert von Santa Barbara und bringen schon den Nachbarkindern Düsseldorfer Mundart bei. Unser Englisch wird auch immer besser.“

Mayumi: „Wir werden noch eine Weile in Japan bleiben, es gibt eine Menge zu erledigen.“

Yuki (lachend): „Ja, meine allerliebste Frau geht mal wieder mit tausend Gedanken schwanger und ich Ärmste muss darunter leiden.“

Mayumi (todernst): „Schwanger, hm? Stimmt, du hast total zugenommen. Ich suche mir eine Jüngere!“

Karin: „Könnt ihr mal mit diesem Spielchen aufhören? Ich weiß nie, ob das echt ist.“

Yuki (ebenfalls todernst): „Wie jetzt? Die betrügt mich doch seit Jahren mit ihrem Blog, hast du das etwa nicht gewusst?“

Karin: „Ihr seid beide doof! Apropos Blog, wolltest du nicht auch einen schreiben?“

Yuki: „Früher wollte ich immer, aber Yumi schreibt einfach so viel besser als ich. Sie hört ein Wort, liest einen Satz und fünf Sekunden später legt sie los.“

Doris: „Aber du schreibst viel weniger, als noch vor Jahren. Gehen dir die Ideen aus?“

Mayumi: „Mein Blog war immer nur ein Nebenprodukt. Durch den Umzug nach Japan hat sich einiges verändert.“

Yuki (schmunzelnd): „Wollen wir dieses Gespräch vielleicht als Interview veröffentlichen? Dann werden wir alle berühmt.“

Mayumi: „Das haben wir doch erst vor …“

Yuki: „… drei Jahren zum letzten Mal gemacht! Du bist jetzt fällig meine Süße!“

Mayumi: „Na gut, aber bitte nur politisch korrekt!“

Karin: „Vergiss es! Aber wie Doris schon sagte, du schreibst viel weniger. Auch … wie soll ich sagen … anders?

Mayumi: „Es gibt diesen französischen Film mit dem Titel: Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss. Du kennst ihn vielleicht. Unser Leben ist im Fluss und verändert sich daher ständig. Ruhige Passagen wechseln sich mit Wildwasser ab.“

Karin: „Das ist ein toller Vergleich! Ich vermisse trotzdem deine künstlerische Seite. Du schreibst fast nur noch über Politik. Gibt es keine Haiku oder Kurzgeschichten mehr vor dir?“

Mayumi: „Es gibt einige Gründe warum das so ist. Mehrere Kurzgeschichten warten seit Monaten auf ihre Veröffentlichung. Ab und zu lese ich sie und korrigiere hier ein Wort und dort einen Satz. Dann geschieht wieder etwas auf der Welt und ich kommentiere das.“

Doris: „Aber warum?“

Mayumi: „Erinnerst du dich daran, wie du vor einigen Jahren auf der Straße von diesen Typen belästigt worden bist?“

Doris: „Ja, worauf willst du hinaus?

Mayumi: „Auf die Einmischung der beiden Jugendlichen. Wollte dieser betrunkene Kerl dich nicht küssen?“

Doris: „Das ist aber doch etwas völlig anderes! Du kannst Politik doch nicht mit ….“

Mayumi: „Doch! Ohne die Einmischung der beiden wäre vielleicht noch mehr passiert. So bist du mit dem Schreck davongekommen und der Kerl saß auf dem Hosenboden.“

Karin: „Doris Schatz, Yumi hat schon irgendwo recht. Aber können Worte wirklich viel bewirken? So viele LeserInnen hast du doch nicht.“

Mayumi: „Woher weißt du das? Kennst du meine Statistik? Die Likes sagen nichts über die Zahl der Zugriffe aus.“

Karin: „Ach so. Magst du die Zahl verraten?

Mayumi: „Wozu?“

Karin: „Treffer, versenkt. Ich würde aber schon gern wissen, warum jemand wie du, die Politik für eine Lachnummer hält, sich derart politisch auf ihrem Blog engagiert.“

Mayumi: „Weil es meine Natur ist sich einzumischen, wenn ich Ungerechtigkeiten sehe.“

Doris: „Wo siehst du dich eigentlich heute politisch, inwiefern haben sich deine Ansichten in den letzten Jahren geändert?“

Mayumi: „Würde ich an Politik glauben, dann hätte ich mich von einer links-liberalen zu einer liberal-konservativen Wählerin gewandelt.“

Karin: „Hat man dich nicht früher auch als Salonlinke bezeichnet?“

Mayumi (lachend): „Ja, das stimmt. Den linken Feministinnen passte ich nie ins Bild, da ich ihre „Genderitis“ abgelehnt habe. Ich bin eine Frau und möchte nicht das Gender-Stigma „Lesbe“ verpasst bekommen. Klar bin ich eine. Und? Macht mich das weniger zu einer Frau?“

Karin: „Da gebe ich dir völlig recht. Aber so ganz will mir die Bezeichnung liberal-konservativ nicht gefallen. Du hast doch immer noch sehr viele eher links angesiedelte Ideen. Und irgendwie wirkst du manchmal auch libertär. Kann man dich also wirklich irgendwo einordnen?“

Mayumi: „Das ist alles mehr oder weniger richtig. Ich finde, dass wir in einigen Bereichen zu viel Staat haben, aber auch zu viel Einfluss der Wirtschaft, der Konzerne. Außerdem stört mich die weltweite Aufrüstung. Wusstest du, dass Deutschland bis zu 20% des Staatshaushalts für das Militär ausgeben will? Alles auf Druck der USA versteht sich. Meine konservativen Ansichten sind auch meiner patriotischen Haltung geschuldet. Raubtierkapitalismus oder Neoliberalismus lehne ich ab.“

Karin: „Diese Aufrüstung macht mir auch Sorgen. Apropos Kapitalismus, du nutzt die Möglichkeiten des Kapitalismus doch schamlos aus. Wie verträgt sich das mit deinen sozialen Ideen?“

Mayumi: „Sehr gut sogar. Allerdings achte ich so gut es geht darauf niemand über den Tisch zu ziehen. Wo man mich einordnen kann? Auf meiner eigenen Seite. Ich habe keine Berührungsängste mit Angehörigen der verschiedenen politischen Lager. Die allerdings mit mir. Gut, mit Neo-Nazis zu reden ist verlorene Lebenszeit. Deren dumpfe Geisteshaltung liegt jenseits meiner Welt. Gleiches gilt auch für die Schlägertrupps der Antifa. Diese hirnlos-bekifften Typen sind doch lediglich bezahlte Sklaven der Regierung.“

Karin: „Du bist echt eine Marke! Aber noch mal eine Frage zu deiner Arbeit. Du hast soweit ich weiß richtig lukrative Aufträge von Firmen abgelehnt. Sogar Angebote Posten zu übernehmen. Magst du erzählen warum?“

Mayumi: „Das ist richtig. Vor einigen Jahren sollte ich eine Firma auf Kosten der Belegschaft sanieren. Stattdessen habe ich beim Management angesetzt. Das Konzept hätte prima funktioniert, aber diese Herren wollten keinen Cent vermissen. Also haben sie einen anderen Unternehmensberater engagiert, viele Mitarbeiter entlassen und sind krachend gescheitert.“

Karin: „Das war aber doch nicht alles?“

Mayumi: „Details kann ich dazu keine geben, wenn dieses Gespräch veröffentlicht werden soll. Vor Jahren hatte ich auch das Angebot einer Geschäftsführerin. Aber das hätte viele Reisen bedeutet und Yuki wäre allein geblieben. Und von Elfchen trenne ich mich nicht! Ein Anhängsel von mir muss sie auch nicht sein, wir arbeiten zusammen als Team.“

Ende des 1. Teils.

Das ganze Gespräch auf einer Seite zu bringen, war meiner Meinung nach zu viel für einen Beitrag. Daher habe ich einen Zweiteiler daraus gemacht. Im zweiten Teil geht es unter anderem um die Weltwirtschaft, Kinder, Autos und Karate.

Das verflixte 7. Jahr

Das verflixte 7. Jahr

Fast hatte ich es vergessen, aber die freundliche Mail von WordPress hat mich an den Start dieses Blogs vor genau 7 Jahren erinnert. Es ist eine Menge geschehen in dieser Zeit. Viele kontroverse und provokative Beiträge haben ebenso das Licht der Welt erblickt, wie Haiku, Tanka und Kurzgeschichten. Über Politik schreibe ich oft mit boshafter Freude. Dass Reaktionen darauf auch heftig und persönlich ausfallen stört mich wenig. Wer nicht diskutieren kann, der fliegt.

Quo vadis, Mayumi?

Wohin ich gehe weiß oft nur der Wind. Ich entscheide spontan, wenn es die Umstände erfordern. So vor einigen Wochen geschehen, als wir uns in der „Corona-Pandemie“ auf eine abenteuerliche Reise nach Schweden machten. Verbunden mit Tests und Fieber messen haben wir Grenzen überschritten. Manchmal ist es gut, wenn man diplomatische Beziehungen hat. Die Firma ist vorerst gerettet, wird aber im Sommer in Deutschland die Pforten schließen. Zwei Ingenieure konnte ich für die USA gewinnen, Wolf hat leider abgelehnt. Aber vielleicht kriege ich ihn noch rum.

Zur Zeit schrauben die Jungs am letzten noch verbliebenen Auto, einem Audi TT. Ein Bauteil für den Turbolader fehlte, das wird am Wochenende eingebaut. Danach geht auch dieser Wagen auf seine vermutlich letzte Reise, die Firma kann das Geld gut brauchen. Der Verkauf (fast) aller Testwagen war leider die einzige Möglichkeit das Jahr zu überleben. Zum Glück haben wir in den USA und Japan noch andere stehen.

Schöne Aussichten

„Worüber willst du eigentlich in Zukunft schreiben?“, hat mich Yuki heute gefragt. „Du hast doch alles schon gesagt.“ „Über unser Liebesleben“, erwidere ich mit ernstem Gesicht und ernte einen vernichtenden Blick. Als Aiko erschrocken schaut, fangen wir beide an zu lachen und der kleine Wildfang lacht mit. Liebe kann so einfach sein.

Wir müssen eigentlich dringend nach Deutschland, aber dazu brauche ich einen weiteren diplomatischen Gefallen. Auf die 14-tägige Quarantäne habe ich nämlich keine Lust. Dieser Unsinn hat hoffentlich bald ein Ende. Ebenso wie Angela Merkels unselige Kanzlerschaft. Aiko schnappt täglich mehr deutsche Worte auf, die sie drollig (falsch) ausspricht. Leider auch ein weniger schönes Wort, das bei ihr wie „Seisi“ klingt. Wer hat ihr das nur wieder beigebracht?

Die große Acht

Vor Yuki und mir liegen große Herausforderungen. „Mit 40 will ich Millionärin sein“, habe ich einst im Scherz verkündet und das doch ernst gemeint. Ich will mich in absehbarer Zukunft nur noch um Karate kümmern, dabei hilft finanzielle Unabhängigkeit. „Und was mache ich?“, hat Yuki gefragt und mir einen Handkuss zugeworfen, als ich „Kinder kriegen“ zur Antwort gab.

Was immer es sein wird im achten Jahr meiner Blogger-Reise, ob Freudenschreie oder tiefe Trauer, so schnell werdet ihr mich nicht mehr los. Ganz im Gegenteil wird es bald eine Art Interview mit mir geben, das primär wieder meine beste Freundin Karin führte, als sie uns in Japan besuchte. Seid gespannt auf (keine) intime Details, auf (keine) Dramen und eine ganze Menge japanischen Humor.

Little China Girls

Japan zu Besuch in China, auch das könnte die Überschrift dieses Beitrags sein. Aber eigentlich war alles ganz anders. Ein kurzer Bericht folgt nun davon.

Alles begann mit einem Anruf vor einigen Monaten. Am Telefon Lia, auch bekannt als „Girl of Tai-Chi.“ Über Landesgrenzen und Zeitverschiebung haben wir stets Kontakt gehalten. Oft kamen Bilder ihrer beiden adoptierten Töchter, im Hintergrund Peter ihr schwuler (Schein)Ehemann.

Was Lia mir zu erzählen hat lässt mich die kleinen Fäuste ballen. „Peter“, sagt sie, „hat mich wegen einem anderen Mann verlassen.“ Dass Peter einen Freund hatte war Teil der Ehe, nicht aber dass er das gemeinsame Konto plündert und mit dem Geld untertaucht. „Tante Betty hat ihn dann gestellt.“

Was ich niemals für möglich gehalten hätte, die herzensgute Betty Wu hat Ohrfeigen verteilt. Sie war es, die Peter aufgestöbert und zur Rede gestellt hat. Mit Konsequenzen. Niemand greift ungestraft eine Tai-Chi-Meisterin an! „Das meiste Geld habe ich wieder“, fährt Lia fort, aber Peter will ich nicht mehr als Freund. Er hat mich tief enttäuscht und mein Vertrauen missbraucht, nie hätte ich das gedacht!“

Lia erzählt mir, dass sie England verlassen wird. „Das ist kein sicherer Ort mehr für Frauen. Wir werden zurück nach Taiwan gehen, dann wohne ich praktisch um die Ecke.“ Wir müssen beide lachen, die Flugzeit beträgt wirklich nur etwas mehr als 2 Stunden.

Sifu Wu hat noch immer ein Haus in Taiwan, um das sich eine Cousine gekümmert hat. Es bietet genügend Platz für die vier Frauen, von denen zwei noch immer Mädchen sind. Lea und Mia nehmen die Trennung von Peter schwer, sie haben ihn wirklich gern gemocht. Aber das Leben ist nun mal Veränderung.

Eine schwere Erkrankung Lias hat uns vor zwei Wochen Hals über Kopf nach Taiwan geholt. Niemals lasse ich meine Freunde im Stich. Sifu Wu vertraut keinen normalen Ärzten, das hat sie noch nie gemacht. Sie kennt einen guten, aber privaten Spezialisten, der Lia wieder auf die Beine bringt. Bei der Rechnung haben wir geholfen. Geld ist kein Thema, wenn man ein Leben retten kann.

Lia ist noch immer schwach, aber auf dem Weg der Besserung. Ein Magendurchbruch ist nun mal kein Pappenstiel. „Du wirst das Geld natürlich wieder bekommen“, verspricht sie mir, während Tränen über ihrer Wangen laufen. „Bist du doof?“, wollen Yuki und ich gemeinsam wissen und alles hat gelacht.

Wer nun einen Reisebericht und Bilder von Sehenswürdigkeiten erwartet, den muss ich enttäuschen. Außer dem Dojo haben wir kaum etwas von Taiwan gesehen. Sifu Wu ist es auch, die mir von Wudangshan abgeraten hat. Durch die Blume hat sie mir erklärt, der dortige Kung Fu-Stil sei etwas für ruhigere Persönlichkeiten. Yukis frecher Kommentar war „Schade, ich hätte dich so gern ruhig gestellt gesehen.“ Mein Konter war „Ich liebe dich auch“, und vier Frauen und zwei Mädchen haben herzlich gelacht.

Gedanken einer Ausländerin: Die Hassprediger

„Als Hassprediger werden vor allem Geistliche und seltener Politiker bezeichnet, die zu Feindschaft und Hass aufstacheln oder direkt zu Gewalttaten aufrufen und dabei in ihren Reden oder Schriften aufwiegelnde und hetzerische Rhetorik verwenden.“

So steht es, von mir für diesen Beitrag leicht abgewandelt, auf Wikipedia. Aber stimmt das noch? Der Satz könnte auch so lauten: „Als Hassprediger werden vor allem Politiker und seltener Geistliche bezeichnet, die zu Feindschaft und Hass aufstacheln …“

Es gäbe noch eine dritte Variante. „Als Hassprediger werden vor allem Geistliche bezeichnet, die als Politiker zu Feindschaft und Hass aufstacheln …“

Schatten über Deutschland

Zurück in Deutschland schlägt mir eine Welle aus Hass entgegen. Er vergiftet die Medien und jeden öffentlichen Raum. Liegt das an mir, habe ich mich diesem Land entfremdet? Yuki schüttelt den Kopf. „Nein“, lässt sie mich wissen, „ich spüre das auch. Etwas ist anders als früher.“

In den Medien herrscht Krieg. Anders kann man die hitzigen Debatten kaum bezeichnen. Journalisten beschimpfen BürgerInnen, die von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen und gegen die herrschende Ordnung der PolitdarstellerInnen aufstehen. Wo bitte bin ich gelandet?

Aktuell erhebt sich ein abgehalfterter Journalist über eine Frau, deren Arbeit ich sehr schätze. Ernst Elitz, einst Intendant beim Deutschlandradio, der sein Gnadenbrot bei der BILD verdient, wettert im bisher von mir geschätzten CICERO über Vera Lengsfeld. Was er ablässt ist Hetze pur. Frau Lengsfeld hat mit ihrer Erklärung 2018 mittlerweile über 78.000 Menschen erreicht. Und jede Negativschlagzeile lässt die Zahl der UnterstützerInnen wachsen. Hier noch einmal der Link: Erklärung 2018

Auf einen Link zum CICERO-Artikel verzichte ich. Derart üble Hetze hätte ich dem Magazin nicht zugetraut. Bisher fiel es durch ausgewogene und kritische Berichte auf. Aber offenbar fand nun ein Wandel statt und man hat sich auch dort dem Mainstream angedient. Immerhin haben die LeserInnen den Autor dafür geschlachtet, um es salopp auszudrücken. Die Kommentare zu lesen ist ein Hochgenuss. Den CICERO werde ich ab sofort kritischer betrachten. Schade, Herr Schwennicke.

„Noch nie, nie! sind zwei Sätze aus insgesamt 33 Wörtern und 273 Zeichen, einschließlich der Leerzeichen, so aufgeregt und so umfänglich kommentiert worden“, hat Henryk M. Broder die Diskussion um die Erklärung genüsslich kommentiert. Da stimmt, Frau Lengsfeld und alle UnterzeichnerInnen, haben einen Nerv getroffen. Und davor haben die Herrschenden nun Angst.

Weimar lässt grüßen

In Hamburg haben vor einigen Wochen Antifa-Aktivisten einen Mann ins Koma geprügelt, der an einer friedlichen Demonstration teilgenommen hat. Schon lange zuvor haben Politik und Presse die DemonstrantInnen als Rechte denunziert. Das ist leider wieder so in Deutschland. Die Stasi lässt schön grüßen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die mutige Uta Ogilvie, die spontan und ohne Hilfe, die erste Hamburger Demonstration gegen Merkel angestoßen hat.

Für die Hamburger Morgenpost, die Antifa und den Innensenator ein gefundenes Fressen. Trotz Auskunftsperre der Behörden, haben Antifa-Aktivisten ihr Wohnhaus gefunden und mit Farbe besprüht, das Fenster zum Kinderzimmer eingeworfen und die Zwillinge in Todesangst versetzt. Uta Ogilvie hat daraufhin aus Angst um ihre Familie aufgegeben. Leider, aber ich kann sie verstehen.

Ein Interview mit ihr zeigt eine sympathische, parteilose Frau, die weder ein Nazi ist noch in irgendeiner Form extrem. Extrem, das sind die anderen, die nur vermummt auftreten und Steine auf Passanten werfen. Wo blieb der Aufschrei der sogenannten Feministinnen, als man Frau Ogilvie angriff? Ach ich vergaß, die linken Schwestern schauen dann schnell weg.

Frau Ogilvie, die mit einem Schotten verheiratet ist, wird als Fremdenfeindlich denunziert. Armseliger geht es kaum. Dass sie Schutz vor der Antifa brauchte, wird ihr von dieser Klientel nun vorgeworfen. Wie konnte sie es nur wagen und sich kräftige Türsteher gegen linke Schläger als Hilfe holen. Hat jeder die Ironie erkannt?

Für mich, die ich Weimar nur aus Büchern und alten Filmaufnahmen kenne, sind die Ähnlichkeiten unverkennbar. Aber im Gegensatz zu damals sind die meisten Deutschen satt und unpolitisch. „Ach wie geht es uns doch gut!“ 

Die HasspredigerInnen

Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), die zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, hat am Sonntag, einen Tag vor der Demo am 19.03.2018, in einem Interview mit dem NDR erklärt:

„Das sind alles „stramm Rechte“, ja mehr als das: „keine Rechtspopulisten“ – man darf das nicht verharmlosen oder gar verniedlichen! -, nein das sind – wir müssen das Kind beim Namen nennen – echte Nazis.

Wichtig ist es jetzt, starke zivilgesellschaftliche Signale zu senden und möglichst alle hinzugehen und zu sagen: Ihr macht uns unsere Gesellschaft nicht kaputt und wir geben den Rechten keine Chance.“

Einigen Freundinnen steht blankes Entsetzen ins Gesicht geschrieben, als sie diese Worte lesen. Einhelliger Tenor „Was redet die da, weiß die eigentlich von was sie spricht?“ Auch Simone, die Enkelin von Graf Werner, schüttelt nur den Kopf. „Das ist ein Aufruf zu noch mehr Hass“, hat sie gesagt.

Für die zerfallende Hegemonie der Linken ist die Antifa das letzte Mittel, um weiter an der Macht zu bleiben. Statt auf Diskurs wird auf Ausgrenzung und Gewalt gesetzt. Wie lange dauert es noch bis zur DDR 2.0? Werden bald Polizei und Bundeswehr gegen die Menschen eingesetzt, sind wir wirklich schon soweit?

Gewalt

Liebe Katharina Fegebank, wenn es noch einen Grund gebraucht hätte, um niemals wieder ein Kreuz bei den GRÜNEN zu machen, mit dieser Aussage haben Sie ihn erneut geliefert. Sie haben indirekt zur Gewalt gegen normale BürgerInnen aufgerufen, Sie sind es, die die „Rote Flora“, die all die militanten Linken in Hamburg schützt.

Sie, Frau Katharina Fegebank, Sie machen unsere Gesellschaft kaputt. Und zwar genau deshalb, da Sie keine andere Meinung ertragen können, die Sie in Ihrer lebensfernen Scheinwelt stört. Sie und die GRÜNEN, Sie haben sich eine Realität geschaffen, die Ihnen Wohlstand und fette Diäten sichert. Um das zu verteidigen wird die Antifa geduldet. Und diese Brüllkinder machen munter mit, wie dieser Artikel in der WELT aufzeigt.  KLICK

Zynischer, als Christiane Schneider (DIE LINKE), kann man die Prügelattacke der Antifa kaum kommentieren: „Vielen Dank mal an die #Antifa, die Montag für Montag gegen die rechten Merkel-muss-weg-Kundgebungen demonstriert. Ohne euch wär‘s öde.“ Da fehlen selbst mir die Worte.

Malu und die Antifa

Was wie der Titel eines Märchens klingt, ist alles andere als das. Malu, das ist Marie Luise Dreyer, die SPD-Minsterpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Sie hat sich, ganz die aufrechte Demokratin, als Rednerin an einer Gegendemonstration zur Initiative „Kandel ist überall!“ beteiligt.

Das ist legitim, das ist demokratisch. Aber Frau Dreyer schießt weit über das Ziel hinaus. „Kandel sind wir!“, haben sich nämlich auch die Sturmtruppen der Antifa auf die roten Fahnen geschrieben. Und sie zeigen schon bald, wie sehr sie Kandel und alles Deutsche (auch Sie, Frau Dreyer!) hassen.

Soweit ich weiß, hat es eine Anzeige gegen Frau Dreyer gegeben. Sie habe als Ministerpräsidentin ihre Neutralitätspflicht verletzt, heißt es. Das kann man durchaus so sehen, wenn man folgenden Artikel liest: Livebericht aus Kandel

Nun bin ich keine Freundin der BILD, der es immerhin die Schlagzeile „Linke Demonstranten greifen Polizei an“ wert gewesen ist. Aber man hat es dort wenigstens als Überschrift gebracht. Der dazugehörige Artikel ist schlecht. Aber so kennt man dieses Blatt.

Frau Dreyer wird sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass es die stellvertretende Landesvorsitzende der SPD, Julia Troubal war, die zur kostenlosen Busreise mit Teilnahme an einer angeschlossener Propaganda-Veranstaltung eingeladen hat. Aber davon wird sie sich, ganz die Staatsfrau, sofort distanzieren. Oder schweigen, das hat sie von Frau Merkel gelernt.

Prügelszenen

Wie fast immer bei Demonstrationen kam die Gewalt von der Antifa. Ein Reporter vom PfalzExpress hat dazu mit dem Einsatzleiter der Polizei, den ich als sehr sachlich und besonnen empfinde, ein Interview geführt. Was unklar für mich war, wie heftig die Attacken der LinksextremistInnen waren. Hier das Video:

 

Auch der SWR hat dazugelernt und diesmal keine Rechtsextremisten ausgemacht. Hat da jemand meinen Blog gelesen? Nun war das Bündnis nur noch Rechtspopulistisch. Für verständnisloses Kopfschütteln bei jedem Bürger müsste aber die Warnung des Rheinland-Pfälzischen Innenministers Roger Lewentz sorgen. Der SWR schreibt:

„Weil damals auch rheinland-pfälzische Landtags- und Bundestagsmitglieder der AfD bei der Kundgebung mitliefen, hatte Innenminister Lewentz im SWR im Vorfeld angekündigt, man werde am Samstag genau hinschauen. Wenn AfD-Abgeordnete mit rechtsradikalen Gruppierungen wie ‚Identitärer Weg‘, NPD oder ‚Dritter Weg‘ gemeinsam marschieren und Fahnen zeigen, dann ist das für mich grenzüberschreitend.“

Lieber Herr Lewentz, für mich und vermutlich jeden vernünftigen Demokraten ist es auch grenzüberschreitend, wenn eine Ministerpräsidentin an der Spitze von Linksextremisten marschiert. Was werden Sie dagegen unternehmen? Ach ich vergaß, (Pseudo!)Linke dürfen das. Quo vadis SPD?

Kandel bist auch du

Noch immer ist es lediglich eine Minderheit der Deutschen, die gegen Gewalt und Merkels unsägliche (Europa)Politik demonstrieren. Aber die Zahl wächst und vielleicht wird es schon bald auch in „deiner“ Stadt zu Protesten kommen. Vielleicht sollte sich jeder selbst die Frage stellen, auf welcher Seite er in Zukunft steht. Oder sich einfach selbst sein Bild machen, wenn einfache Frauen gegen Mörder demonstrieren. Ich habe das gemacht.

Das bedarf viel Mut, die Angst der Menschen ist groß, von anderen als „Rechte“ denunziert zu werden. Ironie der Geschichte, in Kandel waren es auch AmerikanerInnen und polnische Frauen, die für Deutschland Flagge zeigten.

Wir AusländerInnen sind es, die für euch Schweigende an vorderster Stelle stehen. Wir riskieren viel um für ein Land einzustehen, das wir offenbar mehr lieben wie ihr. Asiatinnen, Kurdinnen, Iranerinnen, Afrikanerinnen, sie alle sind Kandel. Und was bist du, liebe schweigende deutsche Schwester?

Hass trifft Humor

Wieder ist es die einst von mir geschätzte taz, die Hass und Ausgrenzung verbreitet. „Mit Nazis reden bringt nichts“, ist eine Überschrift. Und weiter: „Gibt man Rechtsextremen Raum, füllen sie ihn. Also macht Kommunikation hier wenig Sinn. Man muss ihnen das leben schwer machen, wo es nur geht.“ Hier der Link zum Artikel: KLICK

Die Kommentare sind besser, als der eigentliche Artikel von Adrian Schulz.  Aber lassen wir ihm seine Meinung, die steht ihm natürlich zu. Prompt kam der Konter von Alexander Wendt (Focus, Publico) auf Facebook:

„Hallo, liebe Stalinisten von der taz! Oder Stasis. Oder Gulagwächter. Ich darf euch doch so nennen, oder? Wir müssen uns doch hier nicht totdifferenzieren. Wollen wir ein Spiel spielen?

Gibt man also Gulagwächtern wie euch Raum, dann füllt ihr ihn. In der taz, im Parlament, auf der Straße. Das ist schlecht. Also ergibt Kommunikation mit euch wenig Sinn. Man muss euch das Leben so schwer machen, wie es geht.“

Unversöhnlich

Genau diese Unversöhnlichkeit habe ich in Leipzig gesehen, in Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und in Kandel. Überall wird der Begriff  „Nazi“ inflationär gebraucht und damit regelrecht abgewertet. Bubi Schulz hat vermutlich wenig Ahnung, was ein echter Nazi ist. Ich hoffe für ihn, dass er niemals irgendwelchen Extremisten begegnet. Selbst ich habe darauf keine Lust.

Menschen wie er, die nur ihre Meinung gelten lassen, sind ein deutsches (europäisches) Problem, das ich seit Jahren sehe. Die Besserwisserei und Intoleranz in Deutschland ist unerträglich. Die letzten Jahre toppen das noch. Auch ich war bereits von dieser Unsitte befallen, Japan hat mich wieder (fast) bekehrt.

Und doch muss ich es noch einmal sagen, es sind meist Pseudolinke, die längst ins Altersheim der Geschichte gehörende Generation von 1968 und ihre kognitiv suboptimierten EnkelInnen, die eine Vorreiterrolle spielen. Jeder muss einmal abtreten, auch ihr.

SPD und CDU, allen Altparteien, geht es nur um Machterhalt. Den verteidigen sie mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Das geht in die Hose, meine Damen und Herren.

Gewalt ist keine Lösung

Diese Zwischenüberschrift ist bewusst so ausgewählt. Für viele Linke ist Gewalt die einzige Lösung, um ihre bröckelnde Hegemonie am Leben zu halten. So werden etwa die Adressen von (angeblichen) Rechten ins Internet gestellt und zur Gewalt aufgerufen.

Alexander Wendt kontert ironisch und schreibt:

„Privatadressen ins Internet stellen, das wäre schon mal ein erster Schritt. Eure Autos abbrennen. Eure Kinder in der Schule unter Druck setzen. Ab und zu mal jemand verprügeln, wenn die Mehrheitsverhältnisse mindestens zwei zu eins sind, so wie kürzlich zwei Männer einen Anti-Merkel Demonstranten in Hamburg zusammengeprügelt hatten.“

Natürlich ist das nur ein Witz von seiner Seite. Aber vielleicht kommt er an den richtigen Stellen an und dort findet ein Umdenken statt. Ich hoffe es zumindest und auf weitere Maßnahmen der Polizei gegen die Antifa. Vermummte, gewaltbereite Links- wie Rechtsextremisten, haben in einer Demokratie keinen Platz.

Die Angstgesellschaft

Ja, die Menschen haben Angst und die PolitikerInnen befeuern diese noch. Ein Volk in Angst kann man besser regieren. Die Angst vor sozialer Ächtung lässt Menschen verstummen und gebückt durchs Leben gehen. So erlebe ich Deutschland. Die Faust wird nur heimlich geballt, der ungeliebte Nachbar könnte das sonst sehen.

Bürger stehen gegen Bürger und überall wird Politik gemacht. Nur unterbrochen von der nächsten Messerattacke. Diesmal war es Burgwedel. Der Täter ist ein angeblich 17-jähriger „Südländer.“ Die junge Frau ist mittlerweile außer Lebensgefahr, aber kritisch war es doch. Ihre Familie wird nicht schweigen. Wird Burgwedel das nächste Kandel?

„Sag mir wo die Mädchen sind, wo sind sie geblieben?“, hat Joan Baez einst gesungen. „Sag mir wo die Mädchen sind, was ist geschehen?“ Die Antwort darauf ist offensichtlich und nur der Wind weht über ihr stummes Grab.

Verschämt und etwas neidisch wird auf jene einsamen Frauen geschaut, die mehr Mut als viele Männer beweisen. Wie tief ist der deutsche Mann gesunken, wenn Frauen in vorderster Reihe stehen.

Schieflage

In Burgwedel wird überdeutlich, was schief gelaufen ist in diesem Land. Schlappe 480.000 Euro(!) hat man für ein Doppelhaus ausgegeben und dort zwei syrische Familien untergebracht. Das ist an Absurdität kaum noch zu überbieten. Mit diesem Geld hätte man Hunderten helfen können. Auch verarmten Deutschen.

Zu Recht begehren immer mehr Deutsche auf und fragen, woher die Milliarden für die Flüchtlingskrise stammen. Hat man sie vielleicht für genau dafür angespart? Oder stammen sie aus den Waffenverkäufen, mit denen der Westen seit Jahren die Türkei und die Saudis bei Laune hält.

Schief läuft auch nach wie vor der verweigerte Dialog mit Russland. Der unbewiesene Mord an dem Doppelagenten Skripal, den England nun Russland vorwirft, ist nur ein weiterer Baustein im Mosaik eines perfiden Plans. Aber davon reden wir später.

Habt Mut!

Auch wenn ich Deutschland schon wieder verlassen habe, meine Solidarität ist diesem Land gewiss. Sie gilt allen Menschen, die dort in Frieden miteinander leben wollen. Aber mein Widerstand richtet sich gegen Hass und Lügen, gegen Gewalttäter und Extremisten und Frau Merkels Politik.

Ihr alle, die „schon länger in Deutschland lebenden“ und „NeubürgerInnen“, solltet Vertrauen in die eigene Stärke haben und gegen Unrecht aufstehen. Ihr all müsst endlich (wieder) begreifen, dass ihr die eigentliche Macht im Staate seit. Bei den PolitdarstellerInnen handelt es sich um gewählte Angestellte, die jederzeit austauschbar sind.

Hass, politische Ideologien und Religionen, mit denen Menschen auf- und gegeneinander gehetzt werden, all das sind die Mittel der herrschenden Klasse, die schon immer anderes im Sinn hatten, als das Wohl des eigenen Volks. Es liegt an euch, an uns allen, das endlich zu ändern und einen demokratischen Neuanfang zu wagen. Habt Mut!

Familie ist wichtig, Freundschaft auch

Teile dieses Beitrags bilden einen Zeitraum vor unserem Abflug nach Deutschland ab.

„Familie ist wichtig“, diese Aussage bestimmt mein Leben und das vieler JapanerInnen. Auf das Land bezogen bedeutet dieser Satz, dass der Tenno der Vater ist und die BürgerInnen seine Familie. Und wieder lüfte ich ein Geheimnis wenn ich sage, dass ich die Institution des Kaisers mag. De facto hat er keine Macht. Aber äußert er sich, was selten geschieht, wird seinem Wunsch entsprochen.

China ging seine schon 1992 gemachte Entschuldigung zu den japanischen Kriegsverbrechen nicht weit genug. Die Kommunisten wollten das von der japanischen Regierung hören und haben offenbar nie verstanden, wie Japan funktioniert. Hätten die Chinesen mal besser ihren Kaiser behalten.

Mütter und Töchter

Bekanntlich kümmern wir uns seit Monaten um meine Cousine und ihre beiden Töchter. Yuki und ich haben oft die Ersatzmütter gespielt. Das hat uns einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie sich ein Eheleben ändern kann. Ist das Kritik an der Mutterrolle, ist das Experiment gescheitert?

Nach der Trennung von ihrem Mann war meine Cousine am Boden. Wir haben sie nach Deutschland geholt und später in die USA mitgenommen. Auch in Japan waren wir oft für sie da, die Mädchen lieben uns sowieso innig. Nun die für uns schlechte Nachricht, Cousinchen geht es besser. Aber eigentlich ist das gut.

Therapie und Sport (Karate), haben, zusammen mit den neu erwachten Willen meiner Cousine, ein kleines Wunder bewirkt. Die Mädchen sind total begeistert, wenn nun auch ihre geliebte Mama mit ihnen kicken geht. Sie hat mittlerweile den ersten Gürtel bekommen und freut sich auf ihre ganz besondere Art.

Völlig untypisch für sie, unser Verhältnis war nie sehr innig, hat sich mich voller Dankbarkeit umarmt, ist fürchterlich verlegen geworden und wir alle haben dann sehr japanisch gelacht. Arzt und Psychologe sprechen vorsichtig von Heilung. Yuki und ich sind also wieder kinderlos.

„Schade“, sagt Elfchen mit lachendem Unterton, „ich hatte mich so an die Kleinen gewöhnt.“ „Vielweiberei liegt dir also“, kommentiere ich trocken und ernte Yukis berüchtigtes „Du bist doof!“ Ich weiß wie sie es meint. Aber um etwas zu trauern war nie mein Ding, ich blicke stets nach vorn.

Yuki sieht das ähnlich, ich habe sie mehrfach gefragt. Sie mag Kinder sehr, aber sie erkennt auch die Probleme. Sobald wir ein eigenes Zuhause haben, das  Land wird noch nicht verraten, werden wir das Projekt „Kinder“ in Angriff nehmen.

Ausgeflogen

„Wir könnten am Mittwoch nach Deutschland fliegen“, sage ich wie nebenbei und blättere scheinbar gelangweilt in einem Buch. Elfchen schnellt wie von der Tarantel gestochen hoch. „Bist du verrückt? Wir müssen doch erst packen! Wann hast du dir das nun wieder ausgedacht?“

Meine Spontanität mache sie regelmäßig wahnsinnig, wie sie gern erklärt. Und doch will sie keine Minute missen. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. (Das hat sie gelesen und mir die Zunge rausgestreckt.)

Auch Ken geht es längst schon wieder besser. Die Rippen sind ebenso verheilt, wie seine verletzte Seele. Ganz der Alte flirtet er aus Spaß mit Yuki und bietet an, der Vater ihrer Kinder zu werden. Wir haben ihn so lange gekitzelt, bis er um Gnade gebettelt hat.

Deutschland wir kommen! Tante Helga freut sich schon. Die beste Freundin meiner Mutter, hat auf unser Haus aufgepasst. Wir haben einiges in Deutschland zu regeln, privat und geschäftlich, das wird gut. Auch die Leipziger Buchmesse steht auf dem Programm. Ob wir es wirklich zeitlich dahin schaffen, werden wir noch sehen.

Automäßig sind wir mit dem Wagen meines Vaters versorgt, der zum Glück noch angesprungen ist. Aber heute wird es keine Reise geben, meine beste Freundin Karin ist zu Besuch. Später werden noch ihre Frau und Kinder kommen. Und während ich den letzten Satz eintippe, steht schon die nächste Freundin vor dem Haus.

Fremde Heimat

Es fühlt sich komisch an wieder in Deutschland zu sein. Und doch ist es richtig. Zwar ist unsere innere Uhr total durcheinander, aber Grüner Tee weckt die Lebensgeister.

Morgen wird es in Richtung Stuttgart gehen, Wolf und die Tuningschmiede warten schon. Und auch Linda und der Rest der Truppe, die uns unbedingt wiedersehen möchten. Ja, auch Freundschaft ist wichtig. Ich habe diese Mädels wirklich vermisst.

Meine LeserInnen müssen nun einige Stunden (Tage) ohne mich auskommen. Ich melde mich am oder nach dem Wochenende wieder.

Warum Lesben (keinen) Sex mit Männern brauchen

Auch 2018 geht meine muntere Reihe der Suchbegriffe weiter, die in der Mehrzahl „Sex mit Japanerin“ oder „Sex mit Lesbe“ sind. Die Wortwahl der Suchbegriffe zeigt deutlich, wie wenig manche von Frauen und Homosexualität verstehen. Ich habe 20 Begriffe ausgesucht und mehr oder weniger sachlich kommentiert.

1. – lesben brauchen sex mit männern – Lesben brauchen mit Sicherheit keinen Sex mit Männern, wir kommen wunderbar ohne sie aus. Alpha-Männchen, oder die sich dafür halten, haben offenbar ein Problem, wenn sie an ihre Grenzen stoßen.

2. – als lesbe sex mit hete – Darüber hatte ich bereits mehrfach geschrieben. Es gibt Lesben, die gezielt auf die Jagd gehen, um Heten ins Bett zu bekommen.

2.a – lesben stehen auf heten – Genau dieser Suchbegriff zeigt, wie wenig über Lesben bekannt ist. Warum sollten wir auf Heten stehen? Weil wir Frauen mögen? Alle Frauen? Nein! So wenig wie eine Hete alle Männer mag, so wenig mögen wir alle Frauen. Es besteht auch keine Gefahr, dass wir Lieschen Müller im Freibad die Kleider vom Leib reißen und sie … ins Wasser stoßen.

3. – homophobie japan – Die gibt es in Form von Nichtbeachtung der Homosexualität. Yukis Großeltern weigern sich beharrlich in mir mehr als nur eine ganz normale Freundin ihrer Enkelin zu sehen. Sie ignorieren unsere Beziehung, was die Regel in Japan ist. Die jüngere Generation Japans steht dem Thema aufgeschlossener gegenüber, aber es gibt noch einige Hindernisse zu überwinden.

4. – was finden lesben an männern abstoßend –  Machogehabe, auf Sex ausgerichtete Anmache, die vielen Haare und der oft abstoßende Körpergeruch. Mir wird übel, wenn Mann zu sehr duftet bzw. es macht mich aggressiv. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, mein Vater oder Cousin Ken gehören dazu, kann ich also Männer nicht riechen, um es salopp auszudrücken. Daher vermeide ich allzu innigen Kontakt. Wer mehr darüber lesen möchte, dieser Beitrag von mir beschreibt es recht gut: Mögen Lesben keine Männer?  

5. – unterschied china japan korea / verstehen sich japaner und chinesen – Obwohl wir alle Asiaten sind, sprechen wir verschiedene Sprachen. Zwar hat Japan viel von China übernommen, wie etwa die Schriftzeichen und die Musik, aber das hat sich Verlauf der letzten 1.000 Jahre verändert. So hat Japan auch zwei eigene Schriften entwickelt, die man Hiragana und Katakana nennt.

Auch Korea hat man eine eigene Schrift eingeführt, die Kanji gerieten aus der Mode. Was das Aussehen betrifft, darüber wird heftigst gestritten. Der auf youtube veröffentlichte Test einer Gruppe AsiatInnen, die Nationalität verschiedener Männer und Frauen mittels Bildern zu bestimmen, endete mit der Erkenntnis, dass sie meist völlig daneben lagen. Was zum Teil auch daran liegt, dass China ein Vielvölkerstaat ist. Und JapanerInnen aus dem Norden und Süden unterscheiden sich ebenfalls.

Man kann sagen, dass Japaner disziplinierter und zurückhaltender sind, als die eher forsch (laut) auftretenden Chinesen. Das hat ihnen in Japan einen schlechten Ruf eingebracht. Auch die KoreanerInnen kann man als emotionaler bezeichnen. ChinesInnen und KoreanerInnen eigen, ist ihr etwas ausgeprägterer Individualismus, der so in Japan nicht existiert. Japaner handeln als Gruppe und für die Gemeinschaft, das ist der vermutlich größte Unterschied.

6. – werner patzelt – Professor Werner Patzelt zuzuhören kann ich nur empfehlen. Ich bin ein Fan dieses Wissenschaftlers, der klar Stellung bezieht und sich kritisch-neutral über die Politik äußert. Das ist genau mein Ding. Im heutigen Deutschland ist dies allerdings verpönt, man muss zwingend einer politischen Richtung angehören, vorzugsweise der linken.

Als Resultat einer rein wissenschaftlichen Studie über die PEGIDA und einem Gespräch mit der AfD, haben die Antifaschisten 2017 seinen Wagen angezündet und sich auch dazu bekannt. Getreu dem Motto: Wer keine Argumente hat, der prügelt.

7. – sage ich einer japanerin, dass ich immer an sie denke, ist sie verwirrt – Eine wirklich interessante Suchanfrage, die nun mich verwirrt. Spaß beiseite. Japanerinnen gelten als zurückhaltend. Ein solcher Satz ist also dazu prädestiniert, um sie zu verwirren. Auch wird sie nicht verstehen, warum Mann (Europäer) plötzlich sein ganzes Dasein auf sie fokussiert. Sie wird, auch bei wirklichem Interesse, ihr normales Leben weiterführen und zur richtigen Zeit an ihn denken.

Sind also japanische Frauen weniger romantisch? Schon, aber anders. Wichtig für JapanerInnen sind Loyalität, Selbstbewusstsein und Zärtlichkeit. Für sie steht die Familie stets im Vordergrund, darin sind sie (wir) sehr konservativ. Trotzdem wird sie immer auch Zeit für sich finden.

8. – lesben werden gewungen sex mit ein mann – Dieses Armutszeugnis vermutlich männlicher Fantasie nennt sich Vergewaltigung und ist strafbar.

9. – getunte audi ttrs – Der Audi TT RS ist bereits die vom Werk verbesserte Variante. Sie bietet aber durchaus noch Potenzial nach oben. Einzelheiten entnehmen Interessierte besser den einschlägigen Foren, ich fahre diese Autos nur zum Test.

10. – als deutscher in japan leben – In Japan gibt es Deutsche, die dort eine neue Heimat gefunden haben. Der Liebe wegen, habe ich mir sagen lassen. In gewisser Weise sind Yuki und ich auch Deutsche, die (zur Zeit) in Japan leben.

11. – kernspecht leung ting streit – Ob Keith Kernspecht (KK) und Leung Ting Streit miteinander haben oder noch immer dicke Freunde sind, ist mir unbekannt. Der in Hongkong lebende Leung Ting, der sich selbst als Nachfolger des  legendären Ip Man sieht und daher Großmeister des Wing Chun / Wing Tsun nennt, hat KK vor vor vielen Jahren in dieser Kampfkunst unterrichtet.

Kernspecht hat das System dann nach Deutschland und Europa gebracht und die European Wing Tsun Organisation (EWTO) gegründet. Die EWTO steht wegen ihrer Trainingsmethoden und der Kommerzialisierung des Wing Chun seit Jahren im Kreuzfeuer der Kritik.

Ich erlaube mir an dieser Stelle den Hinweis, dass Wing Chun zwar eine durchaus effektive Art der Selbstverteidigung ist, Interessierte sich aber Schulen suchen sollten, die kein Mitglied in einem Verband sind.

12. – nandalya politisch / nandalya Partei – Ich habe eine eigene Meinung zur Politik, die ich äußere und andere damit zum nachdenken anregen möchte. Dabei bleibt es nicht aus, dass ich den verschiedenen politischen Lagern (bewusst) auf die Füße trete.

Das resultiert in Attacken meist linker (anonymer) KommentatorInnen, die ihre Sicht der Dinge als die einzig richtige sehen. Leider sind die wenigsten in der Lage sachlich zu bleiben und glänzen lediglich mit Beleidigungen und /oder Hetze, was ihnen einen Ehrenplatz im Mülleimer beschert. Ebenso wie diversen Rechten, deren Parolen auf meinem Blog keinen Platz haben.

Schon mehrfach habe ich darauf hingewiesen, dass ich viele Jahre lang eine GRÜNE war. Leider hat sich die Politik der GRÜNEN weit von dem entfernt, wofür sie vor Jahren angetreten sind. Was auch für die anderen Parteien gilt.

13. – Zensurgesetz – Vermutlich ist damit das von Heiko Maas auf den Weg gebrachte Gesetz gemeint, das völlig daneben ist und schon jetzt für Löschorgien bei Facebook und youtube sorgt. Selbst harmlose Beiträge werden gesperrt. Seltsamerweise betrifft das meist Benutzer, die eine Meinung gegen die politische Ordnung haben. So ist es keine Hassrede, wenn man die Antifa(schisten) als Drahtzieher von Brandanschlägen auf Autos bezeichnet, für die sie selbst die Verantwortung übernommen haben.

14. – Kriminalstatistik – Die Kriminalstatistik der letzten beiden Jahre zeichnet ein erschütterndes Bild von explodierender Ausländerkriminalität. Und das, obwohl die meisten Zuwanderer / Asylbewerber nie straffällig werden. Es beruhigt wenig, dass es sich bei den meisten Delikten lediglich um Verstöße gegen das Ausländerrecht handelt, mehrere Morde und sexuelle Übergriffe sollten ein Warnsignal an Politik und Öffentlichkeit sein.

15. – AfD Regierung – Die AfD ist eine durch Unzufriedenheit über den EURO bzw. die Euro-Rettung entstandene Partei, die durch Angela Merkels Führungsschwäche und Fehlentscheidungen – Stichwort Flüchtlingskrise – , vor allem im Osten Deutschlands stark geworden ist. Zum Teil auch mit taktischer Zustimmung der CDU, die ein Rot-Rot-Grünes Bündnis verhindern wollte. Angela Merkel als Mutter der AfD zu bezeichnen, ist also durchaus legitim.

Aber anders als etwa der CDU, fehlt es der AfD an prominenten Köpfen, ihre Personaldecke ist relativ dünn. Das (gespielte) noch vorhandene Entsetzen der Altparteien über ihren Einzug in den Bundestag wird sich vermutlich bald legen. Ein wirkliche Alternative ist die AfD bisher nicht. Zwar ist es gut wieder eine kritische Opposition im Bundestag zu haben, dieser fehlen aber konkrete Inhalte. Gut deshalb, da auf diese Weise die Altparteien zu einer Erneuerung angeregt werden können, oder sich neue Parteien gründen können, die abseits eingefahrener Muster agieren.

16. – Wanderer ohne Ziel – So habe ich eine Kurzgeschichte genannt, die man HIER nachlesen kann.

17. – Lesben Sex Technik – Wieder einer der Klassiker vermutlich männlicher Neugier. Es ist natürlich (nicht!) so, dass wir total Penisneidisch sind und daher mit einem Umschnalldildo mindestens dreimal täglich übereinander herfallen.

18. – john wick zitat schwarzer mann – Wenn damit Laurence Fishburne gemeint ist, so gab es mehrere einprägsame Zitate. „Der Mann, der Mythos, die Legende, Jooohn Wick!“, ist mir noch in Erinnerung.

19. – wieviel kostet den staat ein tod – Der Wert eines Menschen liege bei 1,2 Millionen Euro, hat vor Jahren der Buchautor Jörn Klare errechnet. Er sprach auch von Humankapital. Wer es genauer nachlesen möchte, der sollte HIER klicken.

Vor dem Hintergrund solcher Berechnungen und Aussagen kann man vielleicht besser verstehen, wieso ein Martin Schulz Migranten „wertvoller als Gold“ bezeichnet. Sie zeigen aber auch, wie PolitikerInnen wirklich über Menschen denken.

20. – sind lesben kompliziert – Warum sollten wir kompliziert sein? Wir sind ganz normale Frauen. Aber vielleicht ist es für den Fragesteller zu kompliziert, das zu begreifen.

Thriller

Mitten im Leben zu stehen, war schon immer meine Devise. Andere schauen sich vielleicht nur zu. Oder dem Leben der anderen. Aus Angst, Unsicherheit, Frustration. In die USA zu gehen hat natürlich Mut erfordert. Aber ich habe noch jede Herausforderung angenommen.

Santa Barbara ist kein Thriller für mich. Ich fühle mich hier wohl und heimisch. Wir sind längst angekommen, haben Freunde gefunden und mit der Arbeit klappt es auch. Die Kooperation mit dem kalifornischen Tuner trägt erste Früchte. Der Inhaber ist ebenso verrückt, wie Wolf und seine Ingenieure. Aktuell testen wir einen Nissan GT-R.

Dabei geht es weniger um Höchstgeschwindigkeit, Stabilität und Haltbarkeit sind wichtiger. In den USA ist Show angesagt, also wird der Wagen primär optisch umgebaut. Breitere Reifen, geschmiedete Felgen und eine Folierung hat der Kunde bestellt. Und eine Steigerung der Leistung um 100 PS.

Meine „Pferdestärken“ muss niemand tunen und meine Fassade ist auch noch ganz passabel. Vor allem am letzten Samstag, als wir uns verkleiden. Santa Barbara Thriller Dance ist angesagt. Eine Gruppe von zehn Mädels macht sich auf den Weg zur Show, Ally und Heather führen uns an.

Mit dem Handy mache ich einige (schlechte) Bilder. Die Sonne blendet, aber es ist nicht mehr wirklich warm. Auch in Kalifornien werden die Tage kühler, umgerechnet haben wir etwa 18 Grad. Aber niemand friert, der Thriller Dance hält alle in Atem.

Hunderte Menschen tanzen, wir haben jede Menge Spaß. Wir ernten Blicke, die andere eifersüchtig machen. Wann hat man schon jemals tanzende Elfenzombies gesehen. Yuki und ich geben die japanische Dämonen. Weiß geschminkt, mit pechschwarzem Blick.

Auch der Abend wird lustig, wir lernen neue Leute kennen. Niemand stört sich daran, dass wir lesbisch sind. Die Menschen haben ihre Vorurteile abgelegt. Eine Mexikanerin schenkt mir ihr süßestes Lächeln, aber ich trage den Ring der Macht. „Schade“, haucht sie und taucht in der Masse unter.

„Na die traut sich was!“, gibt Yuki die Eifersüchtige. Ich lache und gebe meiner Elfe einen Kuss. „Ich traue mich lieber mit dir“, necke ich sie. „Besser ist das“, sagt sie frech, „sonst hättest du in Zukunft sehen können, wer dir das Essen macht.“ Yuki ist und bleibt der beste Thriller, aber das habt ihr bestimmt gewusst.