Lesben sind die besseren Frauen

Dass ich die bekannteste Lesbe Deutschlands bin, haben meine LeserInnen schon immer gewusst, hat diese Tatsache doch längst zur Allgemeinbildung gehört. Vor einiger Zeit habe ich mir in den Kopf gesetzt noch bekannter zu werden. Dazu ist göttlicher Beistand angesagt, Eva Gott, die große Mutter, ist mir noch einen Gefallen schuldig.

Per Himmelsdrache, den ich mir vom japanischen Kaiserhof ausgeliehen habe, geht es schnurstracks nach oben zur Sonne, zur Freiheit und zum Licht. Vorbei an einem verblüfften Petrus, der schon wieder Probleme mit der Schließanlage hat.

Nun ist Frau Gott natürlich zeitlos, vielleicht hat sie deshalb so wenig davon. „Du nun wieder“, seufzt sie leise, um Adam nicht zu wecken. Der liegt ermattet auf dem Sofa, er hat mit Teufelchen „Ärgere die Menschheit“ gespielt.

Wir beraten kurz, was bei Göttern immer kritisch ist. „Mach dir mal keine Gedanken mein Kind“, sagt Eva, „ich habe dich vorübergehend zeitlos gemacht.“ „1000 Jahre soll sie leben“, höre ich Teufelchen zur Melodie der japanischen Nationalhymne singen, was ihm einen strafenden Blick seiner Mutter einbringt.

Und wirklich beraten wir 900 Jahre lang und laben uns zwischendurch an Manna. In den Pausen übe ich mit Teufelchen Schwing Um und lege den Kleinen immer wieder flach. Spielerisch natürlich! An meine zarte Haut kommt nur meine Frau, die mich natürlich begleitet hat.

In den nächsten 100 Jahren habe ich ein neues Buch geschrieben, das unter dem provokanten Titel „Lesben sind die besseren Frauen“ steht. Natürlich werden Himmelsjahre ganz anders gemessen, als ihr irdisches Pendant. Für Erdlinge war ich nur einige Tage weg.

Nach der Rückkehr in die lesbische Normalität, hat mich, neben der längst überfälligen Nennung im Time Magazine und der Verleihung des goldenen Bleistifts am gekräuselten Strumpfband, der allseits unbeliebte Laberus Schranz in seine Talkshow eingeladen.

Untermalt von Hardtechno Klängen betreten die DiskussionsteilnehmerInnen den Raum. Meine Biestigkeit sitzt neben Eva Gottlieb und ihrem als Frau verkleideten Erstgeborenen Lucie Ferrer. Natürlich weiß Schranz nicht wer die beiden wirklich sind und ich werde einen Teufel tun ihn darüber aufzuklären.

Offiziell, so hat es ihm Eva ins Stammhirn gesetzt, ist sie meine Verlegerin und Lucie meine langjährige Agentin. Biggi Schneller und Ally Weißlich sind auch mit von der Partie. Die beiden Ikonen des Überfeminismus in Deutschland dürfen niemals fehlen, wenn es um konterkarierte Ansichten geht.

„Wie schön alle hier zu sehen“, beginnt die Laberbacke und schaut lüstern auf die bestrumpfte Runde. Aber während Lucie mit den Wimpern klimpert, zeigt ihm Ally nur den Mittelfinger. „Frau Landar,“ wendet er das Blatt, „lassen Sie uns doch über das neue Buch sprechen. Wie nur kamen Sie auf einen solchen Titel?“

„Ich habe mir Debatten im Bundestag angeschaut“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Was dortige Dämlichkeiten vom Stapel lassen, hat mein Kleinhirn animiert. Und so gab ein Wort das andere und formte sich zu kreativen Sätzen.“

Schranz nickt und versucht einen Blick in Lucies Ausschnitt zu erhaschen, was ihm böse Blicke von Biggi einbringt. Die, und das ist ein offenes Geheimnis, hat noch jeden Mann vernascht. Verbal natürlich, das aber mit Macht, was habt ihr denn nun gedacht.

„Lesben“, fahre ich fort, „sind Heten gegenüber im Vorteil. Die wollen nur ihren Männchen gefallen und ständig deren Kinder kriegen. Wir aber zeigen, dass es anders geht. Apropos anders, Herr Schranz. Ob sie wohl eine Spermaprobe für mich hätten?“

Ich mache eine Kunstpause und lasse die Worte wirken. Schranz wird blass und stottert, „Das … das war doch jetzt nur Spaß?“ „Ja“, erwidere ich mir süffisantem Lächeln. „Sie werden nie erfahren, wie man Lesben macht.“

Schranz blättert nervös in seinen Unterlagen. „Sie schreiben“, fährt er fort, „dass Lesben kreativer in allen Bereichen des täglichen Lebens sind und dort ihren Mann …, also die Frau stehen! Haben Sie einige Beispiele dafür?“ „Sehen Sie hier etwa Männer?“, frage ich. „Sie sind doch nur ein Schranz.“

Er schluckt, das war starker Tobak für den Ärmsten. „Ihr Buch steht schon auf Platz Sex der ewigen Erotikliste“, versucht er einen Konter. Eva schüttelt nur den Kopf und merkt kurz an. „Soeben hat Frau Landars Buch die Bestsellerliste gesprengt. Wollen Sie mal sehen?“

Sie gewährt dem Verblüfften einen Blick auf ein explodierendes Gebäude, die Gebühreneinzugszentrale GEZ. In den Medien wird darüber am nächsten Tag stehen, eine radikalisierte Schauspielerin habe diese mit dem Ruf „Metoo“ zum Einsturz gebracht. Auch eine Form der Wahrheit, das kann ja mal passieren.

„Was ich noch immer nicht verstehe“, geht Schranz in die finale Runde, „wieso Lesben nun so viel besser als andere Frauen sind.“ Er schaut mich triumphierend an. „Immerhin haben wir noch keine lesbische Bundeskanzlerin.“

„Na die Knitterbacke will doch selbst der Teufel nicht in der Hölle haben“, mischt sich Lucie ein und verzaubert den Schranz mit magischem Blick. „Frau Landar dagegen, die kann wirklich alles besser. Und in Sachen Liebe hat sie den 107. Dan.“

Natürlich ist es müßig zu sagen, dass die Sendung ein mittelschweres Gravitationsbeben in der Milchstraße hervorgerufen hat und sich der Ereignishorizont fast aller Schwarzen Löcher zu meinen Gunsten verschob. Im Galaktischen Boten, der Zeitschrift für Götter und SuperheldInnen, wird darüber stehen, man habe ein wahrhaft erschütterndes Coming Out gesehen.

Mein Buch hat in Überlichtgeschwindigkeit das bekannte Universum erobert und Teufelchen dazu bewogen nun immer öfter die Lucie zu geben. „Du musst unbedingt einen zweiten Teil schreiben, Frau Landar!“, lässt sie mich wissen. „Ich habe mich total in die Biggi verliebt!“

„Wie jetzt“, gebe ich mich verwundert. „Die ist zwar Feministin, aber steht total auf Männer.“ „Ja eben!“, mault Lucie, „daher schlage ich als Titel Männer sind die besseren Frauen vor.“ Muss ich erwähnen, dass Teufelchen daraufhin zur Hölle gefahren ist?

 

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Wenn Götter streiten – Die Islam-Debatte

Die Erde ist natürlich eine Scheibe und CSU-Chef Horst Seehofer der Retter der Nation. Wer den Fehler findet, der darf gern drei Kreuze in der Kommentarspalte machen oder alternativ zum Buddhismus übertreten. Der, im Gegensatz zu Christentum und Islam, hat wenigstens kein unbeweisbares Schöpferwesen als Gott.

Buddha war ein Mensch, wenn auch sehr weise. Horst Seehofer ist kein Buddha. Er ist Bayer und das mit Leib und Seele. Beim christlichen bin ich mir nicht wirklich sicher. Immerhin und das erachte ich für wichtig, hat er die Islam-Debatte neu aufgelegt. Gegen Merkel, die in dieser Ideologie offenbar etwas Gutes sieht.

Christoph Schwennicke, der Chefredakteur des CICERO, vergleicht Seehofers „Nein“ und Merkels „Ja“, mit dem Gehabe zweier Kleinkinder im Kindergarten. Genau das sehe ich anders. Was wir erleben ist Seehofer im Wahlkampfmodus, Seehofer gibt die AfD.

Gibt es nun Entsetzen pur über meine Worte? Bin ich nun völlig durchgeknallt? Schaut man sich die CSU genauer an, wird man kaum Unterschiede zur AfD feststellen. Man gibt sich lediglich moderater und hat sich der ungeliebten Schwester CDU zwecks Machterhalt angepasst.

Die CSU besteht aus den gleichen „bösen Rechten“ (Konservativen), die Linke sonst nur in der AfD verorten. Ich könnte darauf wetten, dass Franz-Josef Strauß sie 2015, spätestens aber 2016, bundesweit und gegen Merkel ins Feld geführt hätte und die AfD in der Bedeutungslosigkeit verschwunden wäre. Wettet jemand mit?

Der Unterschied beider Parteien liegt im Personal. Während die AfD davon nur wenig hat, das aber immer mehr an Profil gewinnt, verfügt die CSU, als alteingessene Partei, über mehr alte Haudegen, die so gut wie jedes Fachgebiet abdecken könnten. Die Frage, ob sie das auch mit Bravour hinbekämen, soll heute kein Thema sein.

Gehört nun der Islam zu Deutschland oder bleibt er eim Fremdkörper in diesem Land? Mir als Buddhistin könnte die Antwort darauf herzlich egal sein. Als lesbische Frau habe ich jedoch mit Religionen oder Ideologien ein Problem, wenn sie meine sexuelle Orientierung oder meine Freiheit als Frau unterdrücken.

Die meisten Deutschen sehen das im Bezug auf den Islam ähnlich. Egal was PolitikerInnen von sich geben, Deutschland ist christlich, der Islam gehört nicht zu diesem Land. Damit wäre die Diskussion bereits beendet. Wenn, ja wenn da nicht jene Kanzlerin wäre, die niemand will und keiner braucht.

Vielleicht legt Seehofer es darauf an die Koalition platzen zu lassen, vielleicht erleben wir nur wieder ein abgekartetes Spiel. Auch wenn ich Strategien mag, bei diesem Spiel geht es um das Leben von Menschen. Tausende ertrinken im Mittelmeer, andere werden aus Eifersucht ermordet.

Als reiches Land sind wir in der Lage Hungernden vor Ort zu helfen. Und zwar mit einem Bruchteil der jetzt eingesetzten Mittel. Die, das muss man klar erkennen, wären als dringend notwendige Investitionen im Inland nötig gewesen.

Die Deutschen sollten mit Neid und auch mit ein wenig Stolz auf ihre Vettern in Österreich schauen. 100 Tage Kurz haben bereis erste Wirkungen gezeigt. In Deutschland sucht man diesen Typus (noch) vergeblich. Hier gibt es nur Parteisoldaten.

Tagesthema Tagesthemen: Das gescheiterte Experiment

In einer Antwort auf den Kommentar eines Lesers, habe ich einen Beitrag aus den Tagesthemen angesprochen. Schauen wir uns den sogenannten Experten des deutschen Qualitätsfernsehens genauer an, was mir gestern leider nicht mehr möglich war. Auch ich bin ab und zu müde und brauche Schlaf.

Wer nun ist dieser befragte Politikwissenschaftler? Yascha Mounk ist in Deutschland geboren und war lange Mitglied der SPD. Diese hat er 2015 nach wirren Anschuldigungen gegen Sigmar Gabriel verlassen, der ihm vermutlich keine Träne nachweint. Wer mehr wissen will, dem sei der Blick in Wikipedia empfohlen.

Was mich nachdenklich macht waren weniger seine Aussagen, die ich so oder ähnlich schon mehrfach von klaren Rassisten gelesen habe. Es war vielmehr die Tatsache, dass solche Aussagen ganz offen und widerspruchslos im Deutschen Fernsehen gesendet werden. Vermutlich hat ohnehin niemand zugeschaut.

Aber was will man von einer Moderatorin erwarten, die in Lohn und Brot der Öffentlich Rechtlichen steht. Vielleicht kann sie auch nicht anders, kritisch zu denken ist keine Voraussetzung für eine Ansagerin.

Der mutigen Annegret Weiß, einer ganz normalen jungen Frau, gebührt mein Dank. Sie hat diesen GEZ finanzierten Müll wunderbar kommentiert. Vermutlich wird nun auch sie ins Visier jener reisenden Gewalttäter von der Antifa kommen, deren kognitive Fähigkeiten dringend einer Therapie bedürfen.

Yascha Mounk ist kein Deutscher mehr. Er, der sich in Deutschland nie zu Hause fühlte, er, dem die SPD nie links genug war, hat sich daher in die USA abgesetzt, deren Staatsbürger er mittlerweile ist. Das sollte man wissen, bevor man sich seine Äußerungen anhört. Vielleicht begreifen dann die normal gebliebenen Menschen, dass wieder nur eine Meinung zählt.

Äußert man sich als Normalbürger dagegen, wird von der Antifa sofort „Nazi!“ gebrüllt. Das ist eines der wenigen Worte, die diese Klientel fehlerfrei aussprechen kann. Adorno und Rudi Dutschke waren gestern, heute regiert dort der Unverstand.

„Warum ist das Grundvertrauen in die etablierte Politik so zurückgegangen?“, hatte die Moderatorin gefragt. Die Antwort darauf pfeifen mittlerweile die Spatzen von den Dächern. Aber hören bzw. lesen wir, was Herr Mounk zu sagen hatte:

„Die Populisten steigen ja seit Jahren in vielen Ländern auf. Das bedeutet man muss jetzt ein bisschen auch vergleichend schauen und da sind drei Gründe sehr wichtig. Zum ersten Mal: die wirtschaftliche Stagnation. Selbst wenn es dem Land relativ gut geht, viele Menschen das Gefühl haben, so wirklich besser als meinen Eltern geht es mir nicht, meinen Kindern wird es vielleicht nochmal schlechter gehen, zum Zweiten, dass wir wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen und zwar eine monoethnische, monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird glaube ich auch klappen. Dabei kommt es natürlich auch zu vielen Verwerfungen. Und drittens, dass dieser Ärger, diese Wut auf die Politik gebündelt wird durch das Internet, durch das es eben einfacher wird Hasskommentare abzulassen, Propaganda zu machen und sich auch für extreme Politiker politisch zu organisieren.“

Das klingt im ersten Moment nach einer wirklichen Analyse. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Als Politikwissenschaftler ist der Mann eine glatte Null, auch sein Deutsch mutet zumindest seltsam an.

Ja, die sogenannten Populisten gewinnen Stimmen in Europa. Aber das hat einen Grund, den er uns, ganz in linker Manier, verschweigt. Anderen die Schuld zu geben ist immer einfacher, als sie bei sich selbst zu suchen.

Parlamentarische Demokratien werden durch Parteien geschaffen, die aus verschiedenen Lagern kommen. Linken stehen nun einmal Andersdenkende gegenüber, die man durchaus als Rechte bezeichnen kann. Dazu gehören neben der CDU/CSU auch die FDP.

Die und das muss man als Deutscher wissen, sehen sich natürlich als „Parteien der Mitte“, was eine absolut lächerliche Aussage ist. Die CDU/CSU der Adenauer Ära unterscheidet sich kaum von der heutigen AfD. Wer nun „Beweise!“ schreit, dem empfehle ich einen Blick in alte Parteiprogramme. Aber das Lesen fällt manchen Menschen schwer.

GRÜNE, SPD und LINKE sind ebenfalls Populisten. Aber während sich diese (ehemaligen?!?) Kommunisten nun bürgerlich geben und ihre ans System angepasste Klientel hofieren, ist eine AfD noch neu im Parlament. Durch unbedachte oder absichtlich radikale Äußerungen einiger wird sie sofort an den rechten Rand gerückt. Zusammenarbeit? Ausgeschlossen!

Genau diese Vorgehensweise stärkt die junge Partei weiter. Das wird geflissentlich von den ParlamentarierInnen der Altparteien übersehen, die satt und erhaben im Bundestag sitzen und weiter ihre hohlen Phrasen dreschen. Aber zurück zu Yascha Mounk.

Wo er eine wirtschaftliche Stagnation gesehen haben will, ist mir unklar. Der Neoliberalismus, auch Raubtierkapitalismus genannt, wächst und gedeiht, Deutschland geht es so gut wie nie. Deutschland? Nein! Den Konzernen und ihren Managern, das einfache Volk bleibt außen vor.

Wir erleben eine massive Umverteilung von Geld und Ressourcen. Dagegen wehren sich immer mehr Menschen, die finanziell am Ende sind. Alle Schönredereien von PolitikerInnen und Medien versagen, wenn Milliarden für Wirtschaftsmigranten sprudeln und die eigene Bevölkerung frierend auf der Straße steht.

Die gescheiterte Multikulti-Idee der Altparteien, sie sind das von ihm angesprochene Experiment, das bereits seit den 1960ger Jahren läuft. Merkels Grenzöffnung von 2015, hat das vielen Deutschen halbwegs bewusst gemacht. Wem es nutzt, das haben sie noch immer nicht begriffen.

An dieser Stelle distanziere ich mich von rechtsradikalen Kampfbegriffen, die vom „großen Austausch“ oder einer „Umvolkung“ sprechen. Normal denkende sollten diese Worte meiden, sie spielen der extremen Linken nur weitere Bälle zu. Wer sie dennoch benutzt darf diesen Blog verlassen. Ich lege keinen Wert auf solche LeserInnen.

Wer mehr lesen will, dem empfehle ich noch diesen Artikel von Markus Vahlefeld, der unter dem treffenden Titel „War das jetzt Nazi-Sprech? Oder Tagesthemen?“ steht.

In der Hoffnung, dass ich mit diesem Beitrag einige Menschen zumindest nachdenklich machen kann, sage ich danke fürs lesen.

 

Manga, Miezen und Karossen

Unser Leben in Japan ist anders. Die Zeitumstellung haben wir schon längst vergessen. Nur mein Laptop läuft noch immer auf deutscher Zeit, eine letzte Erinnerung an gestern. Wir knüpfen Kontakte mit japanischen Firmen, die mit Deutschland handeln wollen. Unser großer Vorteil, wir sprechen beide Sprachen.

Meine Cousine erlebt einen Höhenflug, die Depression scheint wie weggeblasen. Aber bleibt das auch so? Tapfer übt sie Karate, die Mädchen freuen sich. Ohnehin sind sie der absolute Mittelpunkt unserer Familie. Überall nur Tanten und Onkel, die sie auf Händen tragen.

Wir machen Pläne für die Zukunft und verwerfen sie wieder. „Du machst Pläne!“, sagt Yuki frech, „und mich damit wahnsinnig!“ Ken hat sich verändert, die letzte Trennung war ein harter Schlag. Wir sehen ihn kaum, er arbeitet Tag und Nacht. Übermüdet fällt er von einer Leiter, nun liegt er mit Rippenbruch im Krankenhaus.

Wir besuchen den Kindskopf, der schon wieder lachen kann. „Barbie Cousinchen“, begrüßt er mich, „bitte hol mich ganz schnell wieder raus!“ Den jungen Arzt zu überreden ist einfach, er ist Kens Freund seit Kindertagen. Mit Leidensmiene steigt Ken ins Auto, zu Hause steckt ihn die Tante wieder ins Bett.

Am 12. Januar 2018 ruft der Auto Salon in Tokio. Prompt machen wir uns auf den Weg. Zwei Stunden Flugzeit trennen uns von den Edelkarossen. Wir fliegen im Auftrag, aber Spaß werden wir trotzdem haben. Unsere Mission, die Trends aus Japan kritisch zu betrachten. Aber werden in Japan Trends gemacht?

Die Antwort ist kompliziert und irgendwie japanisch, wir veredeln Trends, wir machen sie besser. Das Maß aller Dinge in der Autobranche bleiben immer noch die USA. Aber für die SEMA Show in Las Vegas hatten wir leider keine Zeit. Das wird sich vielleicht 2018 ändern, Los Angeles ist noch immer eine Option.

Tokio ist immer eine Reise wert. Wir waren schon öfter hier. Aber an diesem Wochenende werden wir keine Zeit für das bunte Treiben haben, wir sind zu einer noch bunteren Welt unterwegs. Diese Welt besteht aus in Stahl gepresste Leidenschaft, Auto Salon wir kommen!

Während ich in einem Manga blättere schaut sich Yuki die neuste Mode an. Dann tauschen wir die Hefte. Elfchen schnauft. „Was du auch immer liest!“ Dabei ist die Geschichte völlig harmlos. Also fast. Was kann ich dafür, wenn die Heldin alle niedermetzelt? Aber die neuen Modetrends finden wir dann beide gut.

Am Flughafen Tokio angekommen genießen wir die Fahrt mit dem Zug. Keiner spricht, einige Fahrgäste tragen Mundschutz. Das werden wir auf der Messe noch öfter sehen. Ob das wirklich vor Erkältung schützt? Elfchen und ich sind gegen Grippe geimpft, das machen immer so. 11 Hallen mit 880 Autos erwarten uns. Gegen dieses Virus hilft keine Spritze.

Alles was Rang und Namen hat tummelt sich auf der Messe. Deutsche Klänge hören wir ebenso, wie Französisch und Englisch. Ein bekannter Youtuber hastet vorbei, ich höre vertraute Klänge. „Die Welt ist klein geworden“, sage ich auf Japanisch. Yuki schaut und nickt. Aber Werbung werde ich keine für ihn machen.

Ich schieße Bilder, die für Wolf gedacht sind. Noch von der Messe maile ich sie ihm zu. Es geht vornehmlich um Folgen und Body Kits, die Tuning Schmiede geht mit der Zeit. Wir nehmen Prospekte mit und Visitenkarten, mein Rucksack ist zum Glück fast leer.

Wir treffen Herrn Yamasaki. Einige LeserInnen erinnern sich bestimmt, wir haben ihn bereits in Detroit gesehen. Knapp dreißig Minuten ziehespäter haben wir seine Unterschrift in der Tasche. Niemand verhandelt so gut wie wir. „Wie du!“, diktiert mir Yuki, sie hat neben mir gesessen.

Die Eindrücke erschlagen uns fast. Ein Nissan GT-R Umbau zieht mich magisch an. Und ist das nicht der Honda NSX? Wie eine Katze schleiche ich um den Wagen. Der ist toll, das Mädchen davor fast noch besser. Prompt schießt Yuki böse Blicke auf sie ab und ich fotografiere nur den Honda. Wirklich tummeln sich viele schöne Frauen auf der Messe. Sie werten auf, was kaum noch aufzuwerten ist.

Wir bleiben zwei Tage und fliegen am Sonntag wieder zurück. Aber wir haben uns nicht nur Autos angesehen. Tokio ist immer eine Reise wert. Ich kann die Stadt nur wärmstens empfehlen. Yuki gibt die Eifersüchtige, als wir im Flieger sitzen. „Ich lasse mir jetzt die Fingernägel wachsen“, sagt sie zum Spaß, „dann kratze ich jeder Mieze die Augen aus.“ Prompt habe ich „Miau!“ gesagt und bin nun vor Liebe blind.

 

Gegen jede Regel

Schon mehrfach habe ich über das (gute) Verhältnis zu meinem Vater geschrieben. Von ihm habe ich die eiserne Disziplin geerbt. Dafür redet er weniger und ich umso mehr. Darin bin ich ihm überlegen. Aber das habt ihr bestimmt gewusst.

Dezember 2017. Wir sind im Dojo und trainieren, als mein Vater erwähnt, dass im Januar 2018 ein kleines Karate-Turnier auf dem Programm stehe und er mich gern als Teilnehmerin sähe.

„Das wäre unfair“, wehre ich auf Deutsch ab und sehe ihn schmunzeln. „Was hast du vor?“, will ich sofort wissen, „deine eigene Tochter als Fallobst präsentieren?“

Jedem anderen wäre mein Vater nun vermutlich böse, aber ich konnte schon immer mit ihm machen was ich will. Was sich auch beim Training äußert. Alle tragen den klassischen Karate-Gi nur Yuki und ich sind bunt.

Unsere farbigen Kampfsportjackem stammen aus dem Taekwon-Do und sind sogenannte Schlupfjacken mit V-Auschnitt. Der Vorteil beim Training oder Kumite, sie können sich nicht öffnen.

Väterchens Mundwinkel zucken verräterisch, nur Yuki und er haben mich verstanden. Ich analysiere die Lage und schaue mir die TeilnehmerInnen an. Wir haben einige riesige Talente, die deutlich jünger als meine Biestigkeit sind. Können die mich schlagen?

Mit Ausdauer

Wer die Vorbereitung auf einen Boxkampf kennt weiß, wie hart ein Sportler dafür trainieren muss. Ohne Ausdauer hat man keine Chance. Das gilt auch für Sportkarate, Kickboxen oder Taekwon-Do.

Drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche, jeden Tag dehnen, ab und zu Fitness Studio oder Kendo (Schwertkampf), vielleicht auch leichtes Joggen, ist unser Normalprogramm. Aber das ist noch immer zu wenig für ein wirkliches Turnier.

Hinzu kommt der Faktor Zeit,  der Berufstätigen oft als Hindernis im Wege steht. Nicht umsonst sind oft StudentInnen die besten SportlerInnen der Welt.

„Macht dich das Alter langsamer?“, höre ich die Frage kommen. Anfälliger für Verletzungen, wäre eine mögliche Antwort. Wobei ich in dieser Hinsicht keine Probleme habe. Aufwärmen ist bei mir Pflicht.

Alter schützt vor Torheit nicht

Bin ich schon zu alt für Turniere? Für die Olympischen Spiele auf jeden Fall, aber das sehe ich ganz gelassen. Sportkarate war lediglich eine kurze Phase in meinem Leben.

Verloren habe ich nie. Lediglich eine Disqualifikation habe ich zu vermelden. Was darf ich, wie weit kann ich gehen innerhalb der Regeln. Genau da liegt nun auch aktuell mein Problem.

Ich lasse mich überreden und auch Yuki macht mit. Das wird spannend! „Wehe du verhaust mich!“, sagt sie im Scherz, „das wäre Gewalt in der Ehe.“ „Ist klar“, erwidere ich trocken, „wie war das noch mit deiner Hand auf meinem Po?“

Elfchen und ich necken uns bekanntlich gern, aber keine schlägt die andere wirklich. Nur Außenstehende könnten eine Balgerei zwischen uns wirklich falsch verstehen. Noch echter wirkt allerdings ein (gespielter!) Fight mit Cousin Ken, der regelmäßig in Lachanfällen endet.

Kunst gegen Sport

Nun bin ich seit mehr als 10 Jahren ohne Praxis, was sportliche Wettkämpfe betrifft. Wird meine Kunst helfen, wenn es um punktgenaue Treffer geht? Aber ich habe einen Plan und der hat noch immer funktioniert.

Zum besseren Verständnis erkläre ich noch einmal den Unterschied  von Kampfkunst und -sport. Klassisches Karate kennt keinen Erstangriff und dient ausschließlich der Selbstverteidigung. Block, Schlag / Tritt, Gegner tot (besiegt!), um es salopp auszudrücken.

Im Sportkarate werden Treffer gesetzt, die unterschiedlich gewertet werden. SportlerInnen müssen also angreifen lernen. Ich habe meist abgewartet und meine GegnerInnen ausgekontert. Das hat immer funktioniert.

Die Tage vergehen, in jedem Training wird nun fleißig Kumite geübt. Ich zeige wenig und weiche meist nur aus. Tai Chi gegen Karate, das macht mir Spaß. Oder ich überrasche mit hohen Taekwon-Do Kicks, die unerfahrene Karateka oft vor Probleme stellen.

Siebzehn Jahr, dunkles Haar …

Ein siebzehnjähriges Mädchen, das ich Yuna nennen möchte, ist der heimliche Star der kleinen Truppe. Sie stammt aus Okinawa und hat dort Shitō-Ryū Karate trainiert. Ihren Wunsch an Turnieren teilzunehmen, haben ihre Eltern respektiert. Nun trainiert sie bei meinem Vater.

Schnelligkeit und Aggressivität zeichnen Yuna aus, sie ist wirklich gut! Meist trainiert sie mit einem Jungen, der ihr hoffnungslos verfallen ist. Mein Kennerblick kann das sofort sehen. Auch der Teenager ist gut, hat aber keine Chance (bei ihr). Ob ich ihm helfen soll?

„Untersteh dich!“, flüstert Yuki, „die beiden machen das schon.“ „Na gut“, erwidere ich, „dann lege ich eben beide flach.“ Rein sportlich versteht sich! Yuki zuliebe und um niemand zu blamieren, habe ich darauf verzichtet. Bis zum Turnier.

Gegen jede Regel

Yuki schlägt sich tapfer, aber ihr fehlt jede sportliche Kampferfahrung. Daher scheidet sie schon in der ersten Runde aus. „Zum Glück!“, gesteht sie mir später, „Sportkarate ist überhaupt nicht mein Ding!“

Mein Blick über den Tellerrand von Karate, hat mir den Weg zu einem Stil geöffnet, der intuitiv, blitzschnell und hochdynamisch ist. Gegen Kicker gehe ich in den Nahkampf oder hole reine Faustkämpfer von den Beinen.

Auch Yuna gewinnt und kickt im letzten Kampf ihren Verehrer von der Matte. Das Mädel ist wirklich gut! Wer wird die neue Königin?

Yuna hat zwar den 1. Dan, aber keinerlei Wettkampferfahrung. Zwar ist ihr Shitō-Ryū ein guter Stil, aber Zweikämpfe werden von Menschen entschieden.

Mein selbstbewusstes Lächeln ist der erste Punkt (m)ein nicht regelkonformer Wurf das frühe Aus für mich. Aber so ist das Leben, manchmal muss Frau gegen jede Regel sein.

Mein Vater verdreht die Augen und Yuna verbeugt sich noch vor der Siegerehrung vor mir. Keine Ahnung, was das nun wieder bedeuten soll.

Warum Lesben (keinen) Sex mit Männern brauchen

Auch 2018 geht meine muntere Reihe der Suchbegriffe weiter, die in der Mehrzahl „Sex mit Japanerin“ oder „Sex mit Lesbe“ sind. Die Wortwahl der Suchbegriffe zeigt deutlich, wie wenig manche von Frauen und Homosexualität verstehen. Ich habe 20 Begriffe ausgesucht und mehr oder weniger sachlich kommentiert.

1. – lesben brauchen sex mit männern – Lesben brauchen mit Sicherheit keinen Sex mit Männern, wir kommen wunderbar ohne sie aus. Alpha-Männchen, oder die sich dafür halten, haben offenbar ein Problem, wenn sie an ihre Grenzen stoßen.

2. – als lesbe sex mit hete – Darüber hatte ich bereits mehrfach geschrieben. Es gibt Lesben, die gezielt auf die Jagd gehen, um Heten ins Bett zu bekommen.

2.a – lesben stehen auf heten – Genau dieser Suchbegriff zeigt, wie wenig über Lesben bekannt ist. Warum sollten wir auf Heten stehen? Weil wir Frauen mögen? Alle Frauen? Nein! So wenig wie eine Hete alle Männer mag, so wenig mögen wir alle Frauen. Es besteht auch keine Gefahr, dass wir Lieschen Müller im Freibad die Kleider vom Leib reißen und sie … ins Wasser stoßen.

3. – homophobie japan – Die gibt es in Form von Nichtbeachtung der Homosexualität. Yukis Großeltern weigern sich beharrlich in mir mehr als nur eine ganz normale Freundin ihrer Enkelin zu sehen. Sie ignorieren unsere Beziehung, was die Regel in Japan ist. Die jüngere Generation Japans steht dem Thema aufgeschlossener gegenüber, aber es gibt noch einige Hindernisse zu überwinden.

4. – was finden lesben an männern abstoßend –  Machogehabe, auf Sex ausgerichtete Anmache, die vielen Haare und der oft abstoßende Körpergeruch. Mir wird übel, wenn Mann zu sehr duftet bzw. es macht mich aggressiv. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, mein Vater oder Cousin Ken gehören dazu, kann ich also Männer nicht riechen, um es salopp auszudrücken. Daher vermeide ich allzu innigen Kontakt. Wer mehr darüber lesen möchte, dieser Beitrag von mir beschreibt es recht gut: Mögen Lesben keine Männer?  

5. – unterschied china japan korea / verstehen sich japaner und chinesen – Obwohl wir alle Asiaten sind, sprechen wir verschiedene Sprachen. Zwar hat Japan viel von China übernommen, wie etwa die Schriftzeichen und die Musik, aber das hat sich Verlauf der letzten 1.000 Jahre verändert. So hat Japan auch zwei eigene Schriften entwickelt, die man Hiragana und Katakana nennt.

Auch Korea hat man eine eigene Schrift eingeführt, die Kanji gerieten aus der Mode. Was das Aussehen betrifft, darüber wird heftigst gestritten. Der auf youtube veröffentlichte Test einer Gruppe AsiatInnen, die Nationalität verschiedener Männer und Frauen mittels Bildern zu bestimmen, endete mit der Erkenntnis, dass sie meist völlig daneben lagen. Was zum Teil auch daran liegt, dass China ein Vielvölkerstaat ist. Und JapanerInnen aus dem Norden und Süden unterscheiden sich ebenfalls.

Man kann sagen, dass Japaner disziplinierter und zurückhaltender sind, als die eher forsch (laut) auftretenden Chinesen. Das hat ihnen in Japan einen schlechten Ruf eingebracht. Auch die KoreanerInnen kann man als emotionaler bezeichnen. ChinesInnen und KoreanerInnen eigen, ist ihr etwas ausgeprägterer Individualismus, der so in Japan nicht existiert. Japaner handeln als Gruppe und für die Gemeinschaft, das ist der vermutlich größte Unterschied.

6. – werner patzelt – Professor Werner Patzelt zuzuhören kann ich nur empfehlen. Ich bin ein Fan dieses Wissenschaftlers, der klar Stellung bezieht und sich kritisch-neutral über die Politik äußert. Das ist genau mein Ding. Im heutigen Deutschland ist dies allerdings verpönt, man muss zwingend einer politischen Richtung angehören, vorzugsweise der linken.

Als Resultat einer rein wissenschaftlichen Studie über die PEGIDA und einem Gespräch mit der AfD, haben die Antifaschisten 2017 seinen Wagen angezündet und sich auch dazu bekannt. Getreu dem Motto: Wer keine Argumente hat, der prügelt.

7. – sage ich einer japanerin, dass ich immer an sie denke, ist sie verwirrt – Eine wirklich interessante Suchanfrage, die nun mich verwirrt. Spaß beiseite. Japanerinnen gelten als zurückhaltend. Ein solcher Satz ist also dazu prädestiniert, um sie zu verwirren. Auch wird sie nicht verstehen, warum Mann (Europäer) plötzlich sein ganzes Dasein auf sie fokussiert. Sie wird, auch bei wirklichem Interesse, ihr normales Leben weiterführen und zur richtigen Zeit an ihn denken.

Sind also japanische Frauen weniger romantisch? Schon, aber anders. Wichtig für JapanerInnen sind Loyalität, Selbstbewusstsein und Zärtlichkeit. Für sie steht die Familie stets im Vordergrund, darin sind sie (wir) sehr konservativ. Trotzdem wird sie immer auch Zeit für sich finden.

8. – lesben werden gewungen sex mit ein mann – Dieses Armutszeugnis vermutlich männlicher Fantasie nennt sich Vergewaltigung und ist strafbar.

9. – getunte audi ttrs – Der Audi TT RS ist bereits die vom Werk verbesserte Variante. Sie bietet aber durchaus noch Potenzial nach oben. Einzelheiten entnehmen Interessierte besser den einschlägigen Foren, ich fahre diese Autos nur zum Test.

10. – als deutscher in japan leben – In Japan gibt es Deutsche, die dort eine neue Heimat gefunden haben. Der Liebe wegen, habe ich mir sagen lassen. In gewisser Weise sind Yuki und ich auch Deutsche, die (zur Zeit) in Japan leben.

11. – kernspecht leung ting streit – Ob Keith Kernspecht (KK) und Leung Ting Streit miteinander haben oder noch immer dicke Freunde sind, ist mir unbekannt. Der in Hongkong lebende Leung Ting, der sich selbst als Nachfolger des  legendären Ip Man sieht und daher Großmeister des Wing Chun / Wing Tsun nennt, hat KK vor vor vielen Jahren in dieser Kampfkunst unterrichtet.

Kernspecht hat das System dann nach Deutschland und Europa gebracht und die European Wing Tsun Organisation (EWTO) gegründet. Die EWTO steht wegen ihrer Trainingsmethoden und der Kommerzialisierung des Wing Chun seit Jahren im Kreuzfeuer der Kritik.

Ich erlaube mir an dieser Stelle den Hinweis, dass Wing Chun zwar eine durchaus effektive Art der Selbstverteidigung ist, Interessierte sich aber Schulen suchen sollten, die kein Mitglied in einem Verband sind.

12. – nandalya politisch / nandalya Partei – Ich habe eine eigene Meinung zur Politik, die ich äußere und andere damit zum nachdenken anregen möchte. Dabei bleibt es nicht aus, dass ich den verschiedenen politischen Lagern (bewusst) auf die Füße trete.

Das resultiert in Attacken meist linker (anonymer) KommentatorInnen, die ihre Sicht der Dinge als die einzig richtige sehen. Leider sind die wenigsten in der Lage sachlich zu bleiben und glänzen lediglich mit Beleidigungen und /oder Hetze, was ihnen einen Ehrenplatz im Mülleimer beschert. Ebenso wie diversen Rechten, deren Parolen auf meinem Blog keinen Platz haben.

Schon mehrfach habe ich darauf hingewiesen, dass ich viele Jahre lang eine GRÜNE war. Leider hat sich die Politik der GRÜNEN weit von dem entfernt, wofür sie vor Jahren angetreten sind. Was auch für die anderen Parteien gilt.

13. – Zensurgesetz – Vermutlich ist damit das von Heiko Maas auf den Weg gebrachte Gesetz gemeint, das völlig daneben ist und schon jetzt für Löschorgien bei Facebook und youtube sorgt. Selbst harmlose Beiträge werden gesperrt. Seltsamerweise betrifft das meist Benutzer, die eine Meinung gegen die politische Ordnung haben. So ist es keine Hassrede, wenn man die Antifa(schisten) als Drahtzieher von Brandanschlägen auf Autos bezeichnet, für die sie selbst die Verantwortung übernommen haben.

14. – Kriminalstatistik – Die Kriminalstatistik der letzten beiden Jahre zeichnet ein erschütterndes Bild von explodierender Ausländerkriminalität. Und das, obwohl die meisten Zuwanderer / Asylbewerber nie straffällig werden. Es beruhigt wenig, dass es sich bei den meisten Delikten lediglich um Verstöße gegen das Ausländerrecht handelt, mehrere Morde und sexuelle Übergriffe sollten ein Warnsignal an Politik und Öffentlichkeit sein.

15. – AfD Regierung – Die AfD ist eine durch Unzufriedenheit über den EURO bzw. die Euro-Rettung entstandene Partei, die durch Angela Merkels Führungsschwäche und Fehlentscheidungen – Stichwort Flüchtlingskrise – , vor allem im Osten Deutschlands stark geworden ist. Zum Teil auch mit taktischer Zustimmung der CDU, die ein Rot-Rot-Grünes Bündnis verhindern wollte. Angela Merkel als Mutter der AfD zu bezeichnen, ist also durchaus legitim.

Aber anders als etwa der CDU, fehlt es der AfD an prominenten Köpfen, ihre Personaldecke ist relativ dünn. Das (gespielte) noch vorhandene Entsetzen der Altparteien über ihren Einzug in den Bundestag wird sich vermutlich bald legen. Ein wirkliche Alternative ist die AfD bisher nicht. Zwar ist es gut wieder eine kritische Opposition im Bundestag zu haben, dieser fehlen aber konkrete Inhalte. Gut deshalb, da auf diese Weise die Altparteien zu einer Erneuerung angeregt werden können, oder sich neue Parteien gründen können, die abseits eingefahrener Muster agieren.

16. – Wanderer ohne Ziel – So habe ich eine Kurzgeschichte genannt, die man HIER nachlesen kann.

17. – Lesben Sex Technik – Wieder einer der Klassiker vermutlich männlicher Neugier. Es ist natürlich (nicht!) so, dass wir total Penisneidisch sind und daher mit einem Umschnalldildo mindestens dreimal täglich übereinander herfallen.

18. – john wick zitat schwarzer mann – Wenn damit Laurence Fishburne gemeint ist, so gab es mehrere einprägsame Zitate. „Der Mann, der Mythos, die Legende, Jooohn Wick!“, ist mir noch in Erinnerung.

19. – wieviel kostet den staat ein tod – Der Wert eines Menschen liege bei 1,2 Millionen Euro, hat vor Jahren der Buchautor Jörn Klare errechnet. Er sprach auch von Humankapital. Wer es genauer nachlesen möchte, der sollte HIER klicken.

Vor dem Hintergrund solcher Berechnungen und Aussagen kann man vielleicht besser verstehen, wieso ein Martin Schulz Migranten „wertvoller als Gold“ bezeichnet. Sie zeigen aber auch, wie PolitikerInnen wirklich über Menschen denken.

20. – sind lesben kompliziert – Warum sollten wir kompliziert sein? Wir sind ganz normale Frauen. Aber vielleicht ist es für den Fragesteller zu kompliziert, das zu begreifen.

Starke Frauen: Rika Usami und Kiyou Shimizu

Freundinnen, die seit Jahren meinen Blog verfolgen, haben mir zum 5. Dan gratuliert. Leider konnte ich bisher keine dazu bewegen, auch einen Kommentar zu schreiben. Haben die etwa Angst?

„Ich erstelle mir doch keinen Blog!“, ist der einhellige Tenor, „es reicht doch, wenn ich dir eine Mail / SMS schicke!“ Das sehe ich natürlich anders und drohe scherzhaft Konsequenzen an. Aber die Mädels fühlen sich sicher, schließlich lebe ich weit entfernt.

Linda, mit der ich lange in Stuttgart Kurse gab, erinnert mich in einem Telefongespräch an zwei Videos, die ich schon lange mit meinen LeserInnen teilen wollte. Die beiden Filme zeigen die Japanerinnen Rika Usami und Kiyou Shimizu, die eine Kata in Reinkultur vorführen.

Eine Kata im Karate ist eine Übungsform, die aus stilisierten Kämpfen besteht, welche jedoch im Karate meist gegen imaginäre Gegner geführt werden. Ich kenne viele davon und kann sie auch gut laufen. Aber gegen die beiden Mädels aus dem Video, hat auch eine Mayumi keine Chance. Schon sehe ich Unverständnis auf den Gesichtern meiner LeserInnen und höre die Frage „Warum ist das so?“

Die Antwort ist einfach, Kata zu laufen ist für die beiden ein Beruf. Während ich mich auf reine Kampfkunst und Selbstverteidigung konzentriere, die Kata nur als Pflicht im Training zeige, ist sie für diese beiden die Kür.

Wer sich nun vielleicht die Frage stellt, ob ich die beiden bei einem Zweikampf – Kumite – schlagen könnte, der hat Karate noch immer nicht verstanden. Sportkarate hat Regeln, ich lehre pure Selbstverteidigung.

Ich bin stolz auf die Leistungen der beiden jungen Frauen, die fast wie Schwestern wirken. Niemand präsentiert eine Kata besser als sie. Das erste Video zeigt Rika Usami, die 2013 ihre Goldmedaille gewann und danach (fast!) Tränen zeigte. Dieser emotionale Ausbruch, hat ihr damals die Herzen zufliegen lassen.

Auch das Herz einer Kiyou Shimizu, die nun ihre Nachfolgerin ist. “I wish that my Kata will impress many people“, hat sie vor einigen Jahren in einem Interview gesagt. Und dann ist ihre Zeit angebrochen, nachdem Rika ihren Rücktritt erklärte. Nun ist sie die Königin.

 

Über Lindas Frage „Bist du bei den Spielen in Japan dabei?“ musste ich schmunzeln. Selbstverständlich werde ich dann in Japan sein und mir so viel wie möglich von Olympia und seinen starken Frauen ansehen.

 

Im Osten nichts Neues

Im Osten nichts Neues. Außer, dass ich in meiner Heimat angekommen bin, die mich (wieder) zur Japanerin macht. Davon in einem anderen Beitrag mehr. Vielleicht nur kurz, wir fühlen uns hier wohl. Kein Terror, keine Flüchtlingskrise. Warum, so fragt man sich, kann das nicht weltweit die Regel sein?

Aber da ist natürlich Kim, der ach so böse Nordkoreaner. Hatte ich schon erwähnt, dass einer der beiden japanischen Hubschrauberträger einsatzbereit vor der koreanischen Küste steht? Im Osten also doch etwas Neues? Wer japanische Politik verfolgt weiß mehr.

2018 beginnt dort, wo 2017 geendet hat. Nun also „brennt“ der Iran. Ich wiederhole mich und rege erneut an, die einfache(n) Frage(n) zu stellen: „Wem nutzt das?“ Oder: „Warum jetzt?“

JournalistInnen, die ihrer Chefredaktion die Stiefel lecken, schreiben über die angeblichen Gründe der Proteste. Hohe Arbeitslosigkeit, gestiegene Preise für Lebensmittel sollen unter anderem dafür verantwortlich sein. Dumm nur, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Europa noch höher ist und dort keine Menschen auf die Straßen gehen.

Saudi Arabien erhöht die Mehrwertsteuer. Hat es dort bereits Proteste gegeben? Kaum anzunehmen, die Saudis und die USA sind verbündet, das kommende Szenario ist also klar. Man möchte das Regime in Teheran stürzen und eine dem Westen genehmere Regierung einsetzen. Damit, so hofft man, könnte doch noch Syrien fallen. Politik kann so einfach sein.

Was ich schreibe ist nur die Oberfläche dessen, was sich hinter den Kulissen abspielt. Während wir in den Osten blicken, werden im Westen Pfründe gezählt. CDU und SPD schachern um die Posten, die GroKo-Tragödie nimmt ihren Lauf.

Österreich macht Deutschland vor, was ein Regierungswechsel bedeutet. Mit Sorge blickt das politische Berlin nach Wien. Oder ist es doch nur Neid? Unterdessen sucht die CSU den Schulterschluss mit dem „Rebellen“ Orban. Wird Politik aus Bayern endlich wieder interessant?

„Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“, hat die Gruppe Tocotronic vor Jahren gesungen. Auch wenn ich schon über Dreißig bin, diese Jugend bin auch ich. Vielleicht ist es wirklich Zeit aufzustehen und das Establishment abzulösen. Um eine neue Ordnung zu errichten, die gut für alle Menschen ist.

Kuro-obi – Black Belt

Auf besonderen Wunsch einer Leserin, aber eigentlich weil ich es so möchte, wird es nun doch diesen Beitrag über meine (unsere!) Dan-Prüfung(en) geben. Er bildet die Ankunft in Japan und die jüngere Vergangenheit ab. Viel Spaß beim lesen.

Japan, Fukuoka, Heimat. Nie zuvor, habe ich das derart intensiv empfunden. Bin ich keine Deutsche mehr? Deutschland hat mich tief geprägt. Dafür werde ich auf ewig dankbar sein. Aber ich bin und bleibe Japanerin. Und so ist es gut.

Die Tante, der Onkel und meine Eltern erwarten uns in Fukuoka. Die Begrüßung ist für japanische Verhältnisse herzlich. „Hallo mein kleines Mädchen“, höre ich meine Mutter sagen. Hat sie etwa Tränen im Gesicht? Mein Papa schmunzelt, als ich „Hast du mich vermisst, Väterchen?“, frage.

Yuki freut sich ebenfalls. Familie ist nun mal wichtig, das habe ich schon immer gesagt. Und Yuki gehört ganz selbstverständlich dazu. Meine Cousine wird sofort von allen bemuttert. Die verlorene Tochter ist heimgekehrt. Wird die Therapie halten? Alle hoffen es.

Die Mädchen sind müde aber glücklich, so viele bekannte Menschen zu sehen. Ken wirkt traurig. Sein Freund hat sich feige per SMS getrennt. Manche Menschen sind einfach nur Idioten. Aber Ken schüttelt den Kopf, als ich meine Hilfe anbiete.

Glück und Tränen

Yuki vermisst ihre Eltern. Das war schon in Santa Barbara so. Was sie nicht weiß, die beiden sind längst in Japan angekommen. Kurz darauf fließen bei Elfchen die Tränen vor Glück und ihre Mutter weint gleich mit. Was die nur immer haben! Ich bin natürlich völlig cool.

Es fühlt sich ungewohnt und doch richtig an, um diese Jahreszeit in Japan zu sein. Ich mache einige schlechte Bilder der vorweihnachtlichen Hakata Station. Die spinnen meine Japaner! Aber so sind wir, traditionsbewusst und doch Neuerungen aufgeschlossen. Und auch Santa Claus habe wir natürlich adoptiert.

Es gibt viel zu erzählen, die Zeit vergeht wie im Flug. Nach einer kleinen Ewigkeit landen wir todmüde im Bett. Ich träume klar und laufe über verschneite Wiesen. Neben mir freut sich die Inari. Auch sie werde ich besuchen. „Du bist zu Hause, Mayumi“, sagt sie leise. „Ich freue mich auf dich.“

Dojo

Die Tage vergehen, im Dojo assistiere ich meinem Vater, der plötzlich die höheren Kata von mir sehen will. Was hat er nun schon wieder vor? Ich tue ihm den Gefallen und laufe sie perfekt. Nur die amtierende Weltmeisterin kann das noch besser.

Aber die, um einen Vergleich mit Autorennen zu ziehen, fährt in der Formel 1. Ich nur in der Oberliga. Die SchülerInnen schauen fast ehrfürchtig zu. „Das ist doch keine Meisterschaft!“, liegt mir auf der Zunge, aber ich verkneife mir den Satz. Manchmal kann auch ich ein Engel sein.

Es macht Spaß in Japan zu trainieren. Alles ist vertraut und doch ganz anders. Disziplin wird hier bewusst gelebt. Im Ausland wird Karate oft mit Kickboxen gleichgesetzt. Ein Fehler, der fatale Folgen haben kann.

Traditionelles Karate kennt keinen Erstangriff, aber die Verteidigung ist effektiv. Der aus dem Karate entstandene Sport lässt den spirituellen Hintergrund vermissen. Salopp ausgedrückt prügelt man sich dort nur.

Der Test

Bekanntlich ist mir ein Teil der Wartezeit zum 4. Dan erlassen worden. Alles ist möglich, wenn man das von offizieller Seite will. Yuki wird für den 1. Dan geprüft. Sie ist ein wenig aufgeregt, aber guter Dinge. Und dann ist es endlich soweit.

Ich verzichte auf die Einzelheiten der Prüfung, die wären nur für wirkliche Kenner interessant. Yuki besteht mit Bravour. Ich habe die Ehre ihr den Schwarzen Gürtel umzubinden. Sie war schon immer (m)eine Meisterin. Nur auf den Kuss muss ich verzichten. Manche Regeln gelten auch für mich.

Dann bin ich an der Reihe. Unter kritischen Blicke zeige ich mein Können, beantworte Fragen und erkämpfe mir den Weg im Kumite. Wie immer muss ich mich zügeln und darf keine fremden Techniken nutzen. Normalerweise mache ich das instinktiv.

Hochkonzentriert beende ich den letzten Prüfungsteil. Plötzlich gibt es eine unerwartete Pause. Ist irgendwas passiert? Man bittet mich um einen Augenblick Geduld, die Prüfer beraten sich.

Kein Zweifel

Ich habe keinen Zweifel, dass ich bestanden habe. Aber etwas geht hier vor, das ich nicht auf der Rechnung habe. Ein älterer Sensei mit freundlichen Augen winkt mich herbei. Neben ihm sitzt mein Vater und der Rest der Kommission.

Japaner haben die Fähigkeit völlig ausdruckslos zu blicken. Das kann ich besser und schaue ungerührt zurück. Bei meinem Vater hat das noch immer in einem Schmunzeln resultiert. Man(n) teilt mir mit, dass ich die Prüfung bestanden habe. Plötzlich kommt ein „Aber …“

„Ihre Leistungen sind außerordentlich“, beginnt der alte Mann. „Wir haben das sehr ausführlich geprüft und auch wenn Sie normalerweise aufgrund ihres noch jungen Alters und der soeben erst bestandenen Prüfung zum 4. Dan, die Voraussetzungen für den 5. Dan nicht erfüllen, wird es, auf Antrag ihres Lehrers, eine Ausnahme geben. Sind Sie bereit?“

Yukis fassungsloses Gesicht werde ich nie vergessen. Für einen Moment spüre ich einen kleinen Stich im Bauch. Dann blicke ich in die Augen meines Vaters. „Du verdienst es!“, lese ich dort und er nickt mir aufmunternd zu. Einige Stunden später erhebt er mich in die Meisterklasse.

Meisterlich

Dan-Grade zu überspringen ist eine absolute Ausnahme und war lange verpönt. In meinem Fall und das erklärt man mir auch, ist es die lange Trainingszeit, meine überzeugende Darstellung der Techniken und mein Wissen, die diesen Schritt erst möglich machen.

Vermutlich liegt es auch daran, dass man Nachwuchs braucht und daher fördert. Und so ein wenig ist es Respekt vor meinem Vater, der immerhin einer Berufung folgte und die Jugendauswahl für Olympia trainiert.

Auch zahlt sich aus, dass ich bei meinen zahlreichen Seminaren immer „Gōjū-Ryū Karate“ unterrichtet habe. Zumindest auf dem Papier. Jetzt verstehe ich endlich, warum Schlitzohr Papa Kopien davon wollte. Diese Seminare werden als außerordentliche Leistung gewertet.

Ich brauche keinen Dan, als Aushängeschild, aber diese Ehrung erfüllt mich mit Stolz. Wer nun glaubt man habe mir diesen Gürtel geschenkt, der hat keine Ahnung von Karate! Die Prüfung war ultrahart, jeder Schritt, jede Antwort musste stimmen.

Eigentlich, das sagt man mir auch, hätte es keiner Prüfung bedurft. Wieder war es mein Vater, der genau darauf bestand. „Um Vorteilnahme auszuschließen“, erklärt er mir später. Das finde ich gut, er hätte mir den Gürtel auch schenken können, Dan Grade können in Ausnahmefällen ohne technische Prüfung vergeben werden.

„Und was erwartest du dafür?“, will ich von meinen Vater wissen, als wir wieder zu Hause sind. „Dass du eine gehorsame Tochter bist“, kommt seine Antwort wie aus der Pistole geschossen. Er flüchtet, als er meine Blicke sieht und meine Mutter lacht. Das ist japanischer Humor, wie ich ihn gern mag.

Der 5. Dan bedeutet für mich, dass ich nicht länger Schülerin bin. Ab dieser Stufe zähle ich zur Meisterklasse, wo mein Vater schon lange zu Hause ist. Er ist mächtig stolz, das kann er kaum verbergen. Auch auf Yuki, die er wie eine zweite Tochter liebt.

Japan, Fukuoka, Heimat. Nie zuvor, habe ich das derart intensiv empfunden. Ich bin zu Hause angekommen. Frohe Weihnachten euch allen. Wir lesen uns, das ist doch klar.